TriBall – Eine moderne Variante des Fußballspieles
Erstellt von Galaxykarl am Freitag 22. Juni 2012
TriBall
Eine moderne Variante des Fußballspieles
Kurzfassung
• Dreieckiges Spielfeld
• Drei Mannschaften
• Drei Spieldrittel
Mir kam die Idee, als ich für einen Science-Fiction-Roman in relativ naher Zukunft über eine moderne Variante des Fußballspieles nachdachte. Plötzlich fand ich das klassische Rechteckfeld ziemlich langweilig und auch das ewige Hin und Her zwischen den Kontrahenten in vielen erlebten Spielen ermüdend. Wenn eine der Mannschaften „hinten dicht macht“, wird es erst recht öde. Also warum nicht ein Dreieck?
Ich will hier kein komplettes Regelwerk erstellen, aber nach einigem Nachdenken kommt man rasch auf Vorteile dieses Konzeptes und logische neue Spielelemente (s. u.).
• Selbstverständlich gibt es nur einen Ball, auch wenn der Name vielleicht drei Bälle suggeriert.
• Alle drei Mannschaften spielen gegeneinander, sozusagen „Jeder gegen Jeden“. Bündnisse „Zwei gegen Einen“ gibt es nicht.*
• Die klassischen 2 x 45 min. teilen sich in 3 x 30 min. auf; also drei Spieldrittel ähnlich wie beim Eishockey. Es ändert sich also nichts an der gewohnten Gesamtspielzeit.**
• Die Mannschaftsstärke von 11 Spielern reduziert sich auf 7 Spieler pro Mannschaft.***
• Aufgrund der Spielfeldform entfällt der Eckball.
Warum das alles?
Es kommen zwei neue – und wie ich finde – äußerst interessante Spielelemente zum Einsatz:
• Der „Bluff“: Die Mannschaft im Ballbesitz kann ein bestimmtes Tor anstürmen und plötzlich das zweite gegnerische Tor angreifen. Dies bedeutet schlichtweg, dass nicht nur der angegriffene Gegner aufpassen und eine Abwehr aufbauen muss, sondern auch die dritte Mannschaft, die scheinbar nicht angegriffen wird.
• Der „lachende Dritte“. Zwei Mannschaften beharken sich und achten nicht auf Spieler der dritten Mannschaft. Die schnappt sich den Ball, stößt in die freiwerdenden Räume und macht ein Tor.****
*zu Bündnissen … oder böse gesagt: Korruption, Absprachen vor dem Spiel:
Niemand kann Korruption verhindern, weder jetzt oder in der Zukunft. Sollte eine oder zwei Mannschaften – vielleicht auch nur einzelne Spieler – dabei erwischt werden (mit welchen Beweisen auch immer) werden ihr natürlich die Punkte aberkannt oder sie werden ggf. aus dem Turnier geworfen.
**zu Spieldritteln:
Ich bin der Meinung, dass es ein deutlich schnelleres Spiel werden würde. Das enge Dreieck am eigenen Tor macht es zwar leicht zu „mauern“. Aber wer mauert, schießt auch kein Tor! Also wird Mauern als Spielkonzept rasch verschwinden, zumindest deutlich weniger oft angewendet werden. Um dem höheren Laufpensum der Spieler Rechnung zu tragen, gibt es also zwei Pausen.
***zur Mannschaftsgröße:
Aktuell stehen 22 Mann auf dem Spielfeld. In meiner Variante sind es sogar einer weniger. Eine höhere Spielerzahl würde nur Chaos verursachen. Vor allem zwingt es eine angreifende Mannschaft Räume freizumachen, welche den Gegnern (Plural!) Konter ermöglicht. Ein Ausgleich – um als Verteidiger nicht völlig chancenlos dazustehen -, ergibt sich durch die Verengung des zu verteidigenden Raumes vor dem Tor.
****zu Toren:
Jedes erzielte Tor zählt, ob nun gegen Gegner B oder C erzielt.
Auch für das Publikum gibt es einen weiteren massiven Vorteil: Die neuen dreieckigen Stadien erlauben es den Zuschauern, viel näher am Geschehen zu sitzen und sie müssen nicht von einem weit entfernten Ende zu anderen schauen.
Selbst Vorteile wirtschaftlicher Natur gibt es: In den beiden Pausen kann man entweder zwei Werbeblöcke oder einen Werbeblock und einen Infoblock platzieren.
Aufruf:
Ich freue mich auf eine rege Diskussion mit allen Fußballbegeisterten (die sich jetzt zur EM häufiger finden werden, als sonst übers Jahr) und alle echten und gerne auch selbst ernannten (wie mich) Fußballstrategen. Feilt am Konzept, denkt über Spielzüge nach, über jede einzelne Variante. Vielleicht ergibt sich sozusagen ein Open-Source des Regelwerkes.
Ich habe tatsächlich eine Sekunde über eine Rechtesicherung nachgedacht, hab aber keine Ahnung, ob man sich so eine Spielidee, so ein Konzept überhaupt schützen lassen kann. Also werde ich mich damit begnügen müssen, dass ich vielleicht als „Vater des TriBall“ in die Sportgeschichte eingehe, hahahaha.
Copyright © 2012 by Werner Karl











Freitag 22. Juni 2012 um 19:28
Hier noch ein Buchtipp zum Thema “Fußball-Regeln”:
http://www.amazon.de/Das-Fu%C3%9Fballbuch-Regeln-Taktik-Turniere/dp/3831022194/ref=sr_1_9?ie=UTF8&qid=1340384376&sr=8-9
mgg
galaxykarl
Freitag 22. Juni 2012 um 21:12
Ein solches Fussballspiel würde selbst ich – der sich selbst als Fußballmuffel bezeichnet – anschauen würde, da das Ganze so ein kleines Bisschen in Richtung Poker geht!
Samstag 23. Juni 2012 um 11:47
Mir ist heute Nacht noch eingefallen, dass man links und rechts des Tores ein wenig die Spitze der Dreiecke abstumpfen könnte. Soll nicht die Ecke ermöglichen, sondern den Raum vergrößern. In der Darstellung habe ich auf Kleinigkeiten wie Elfmeterpunkt, Strafraum und Anstoßpunkt verzichtet; die gehören natürlich noch dazu.
Übrigens: bei einer Seitenlänge von ca. 110 m würde die Gesamtfläche ähnlich (rund 7.000 qm) wie das klassische Spielfeld umfassen.
mgg
galaxykarl
P.S. An dieser Stelle meinen herzlichen Glückwunsch an “unsere Jungs” zum 4:2 gegen Griecheland!
Samstag 23. Juni 2012 um 12:02
Mußte spontan an Halma denken, dann an American Football, dann an Rollerball.
Zu den bösen Bündnissen noch die Regelvariante: Die Spieler einer Mannschaft, die das Spielende nicht erreichen, werden den anderen beiden Mannschaften jeweils als “Punkte” hinzugezählt.
Samstag 23. Juni 2012 um 12:35
Brutal …
mgg
galaxykarl
Samstag 23. Juni 2012 um 13:27
Wie im alten Rom?