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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Tabu-Brecher”

“Tabu-Brecher”

sfbasar.de-Anthologie Band 23

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Was bedeutet „Tabu„? – Schon Platon legte in seinem Werk „Der Staat“ 433 v. Chr. einzuhaltende Tabus fest. So solle der Dichter nichts entwerfen, was den Ideen des Gesetzlichen, Gerechten, Schönen und Guten entgegenstünde, noch solle ihm erlaubt sein, seine Schöpfung irgendeiner privaten Person zu zeigen, bevor er sie nicht den dazu berufenen Zensoren und Gesetzeshütern zugänglich gemacht habe und diese zufrieden gewesen seien.

Sigmund Freud erklärt das Tabu in seinem Werk „Totem und Tabu“ so: „Das Objekt des Begehrens ist häufig auch das Objekt, mit dem man nicht in Kontakt kommen darf. Dieser Kontakt darf oft nicht einmal auf metaphorische und intellektuelle Weise stattfinden.“ Wenn man diesen Gedanken des Vaters des Psychonalayse folgt, dann gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Formen von Tabus: Handlungs- und Darstellungsverbote, Denk- und Sprechverbote. Das wohl bedeutendste Tabu ist vielleicht das Inzest-Tabu: Sexuelle Beziehungen zwischen Verwandten obliegen so gut wie in der gesamten Menschheitsgeschichte kulturübergreifend bis zum heutigen Moment einem strengen Tabu. Anthropologen bezeichnen das Inzest-Tabu als den Grundstein der menschlichen Zivilisation überhaupt, also ein positives Beispiel eines Tabus. Es gibt darüberhinaus Unmengen von Tabus, die gesellschaftlich, politisch oder religiös fundiert sind, die hier aufzuzählen den Rahmen dieses Editorials sprengen würde. Wer mehr über dieses Tema wissen möchte, dem sei hier folgender Titel empfohlen: Tabu und Tabubruch in Literatur und Film.

Was bedeutet denn nun der Titel „TABU-BRECHER“? Welche Tabus sollen für und in den Beiträgen dieser Anthologie gebrochen werden? Den Herausgebern ist natürlich bewußt, dass dies eine Gradwanderung ist und wir daher selbstverständlich jeden Beitrag vorher anschauen und jegliche verbotene Veröffentlichungen und diskriminierende Beiträge hier nicht veröffentlichen werden. Wo jetzt genau die Grenze liegt, was hier in diese Anthologie hineingehört und was nicht, ergibt sich am besten dadurch, dass man sich die bisherigen Beiträge anschaut und diese als Maß ansieht, was wir von den Autoren erwarten, die hier gerne ihre Beiträge aufgenommen haben möchten. Schauen wir also gemeinsam auf die bisherigen Beiträge dieser Anthologie – der neueste Beitrag ist gekennzeichnet:

BLOGEINTRAG:: 12.12.2012 – Penisverstümmelung wird Elternrecht – auf fachanwalt-fuer-it-recht.blogspot.de
ALTE TRADITIONEN HABEN AUCH IHR RECHT! – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller
ARTIKEL 5 – Leseprobe (Teil 1) aus dem gleichnamigen Roman von Kristen Simmons
ARTIKEL 5 – Leseprobe (Teil 2) aus dem gleichnamigen Roman von Kristen Simmons
ARTIKEL: Beschneidung des männlichen Gliedes – weil das männliche Glied und damit der Mann etwas Böses und Gefährliches sind. Ergänzende Gedanken von Dr. Bernd Holstiege. Buchempfehlungen von Detlef Hedderich
ARTIKEL: Betrachtungen zum Begleitband „Haut ab! Haltungen zu rituellen Beschneidung“ der Ausstellung im jüdischen Museum in Berlin – Eine Besprechung von Dr. Bernd Holstiege
BUCHBESPRECHUNG: BETWEEN LOVE AND FOREVER von Elizabeth Scott – Rezension von Irene Salzmann

DAS LEBEN: EINE HANDVOLL TON? – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller


DAS SPÄTE ERBE DER ROTEN KHMER – ein Science Fiction-Szenarium von Felis Breitendorf
BUCHBESPRECHUNG: DER FALL PEGGY – DIE GESCHICHTE EINES SKANDALS  – Rezension von Petra Weddehage

DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN (Urfassung) – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

BUCHBESPRECHUNG
: DER SPEZIALIST von Mark Allen Smith – Rezension von  Sabine Kettschau

BUCHBESPRECHUNG:
DER ZUCKERKREML von Vladimir Sorokin – Rezension von Gunther Barnewald

DIE DELIKATESSE (Überarbeitete Fassung) – eine phantastische Story von Felis Breitendorf
ARTIKEL: Die unheimliche (Volks-)Krankheit Depression – zum 5. Jahrestag des Suizids von Robert Enke – gesellschaftliche und kulturelle Aspekte und Spekulationen – ein Artikel von Bernd Holstiege. Buchtipp von Detlef Hedderich
EIN HÄUFCHEN ELEND – Shortstory von Mona Mee
EINE GESCHLECHTSIDENTITÄTSSTÖRUNG IST KEIN ZUCKERSCHLECKEN! – eine Kurzgeschichte von Mona Mee (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 2/2012)
FACEBOOK-FREUNDINNEN FÜR IMMER! – Eine Kurzgeschichte von Mona Mee
ARTIKEL: Geschwisterehe –  Ist Inzest so traumatisch, daß er in allen zivilisierten Kulturen geächtet werden muß? – Karlsruhe entscheidet. – Ein Artikel von Bernd Holstiege unter Mitarbeit von Claudia Schulmerich
HABEN SIE ETWAS GEGEN ANTIAUTORITÄT? – Eine Kurzgeschichte von Irene Salzmann
ICH HATTE NOCH NIE EINE INTIME BEZIEHUNG ZU EINER FRAU – Eine Shortstory von Martina Müller und Ottmar Holdersen
IM NAMEN DER KIRCHE: DIE GEBORENEN MENSCHEN UND DIE PIUSBRUDERSCHAFT – Shortstory von Mona Mee und Marianna Müller (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 4/2015)
PATCHWORKFAMILIENGLÜCK – Eine Kurzgeschichte von Mona Mee (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 4/2013 – geteilter Preis)
SIEBEN SCHWANGERE MÄDCHEN – Ein Fiktiver Artikel nach wahren Grundbegebenheiten von Tröpfchen Kakadu (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 1/2017)
BUCHBESPRECHUNG: TODESGEIL von Bryan Smith – Rezension von Rebecca Humpert
NEUER ARTIKEL: Tödliche Pharmaindustrie – Betrachtungen von Dr. Bernd Holstiege zu dem Buch von Peter C. Götzsche: „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität – Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert“.
NEU – NACHRICHTENARTIKEL Umstrittenes Schüler-Lehrer-Paar: Die Liebe hält trotz 27 Jahren Altersunterschied – Yahoo Nachrichten – So., 14. Jun 2015
NEU – VON SITZPINKLERN UND ARNUSBESTRAHLERN ZU STEHWICHSERN. TV-Talk zu einem (nicht?) alltäglichen Thema von Tröpfchen Kakadu und Mona Mee

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muß das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Summe über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

 

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A.
Mona Mee und Felis Breitendorf

Bildrechte: “Tabu-Brecher” (tes-tabu2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

20 Comments

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  1. Mein Kapitel „Der Gefangene“ passt hier aber überhaupt nicht rein. Leider ist Folter kein Tabu und erst recht kein Tabu-Bruch, sondern Praxis in vielen Ländern. Bitte rausnehmen, Detlef.

    mgg
    galaxykarl

  2. Die Erntezeit bitte rausnehmen.
    Danke.

  3. „Roswithas Geschenk“ passt meiner Ansicht nach überhaupt nicht in den oben beschriebenen Kontext. Das ist eine leichte Story mit Augenzwinkern. Bitte rausnehmen. Danke.

    Gruß

    Ariana

  4. Felis Breitendorf

    Wie gewünscht, wurden „Der Gefangene“, „Erntezeit“ und „Roswithas Geschenk“ aus der Anthologie entfernt.

  5. FRISCH AUFGENOMMEN:

    BUCHBESPRECHUNG: DIE WEISSEN SCHATTEN DER NACHT von Sabine Klewe – Rezension von Iris Gasper

  6. FRISCH AUFGENOMMEN: BUCHBESPRECHUNG: DER FALL PEGGY – DIE GESCHICHTE EINES SKANDALS – Rezension von Petra Weddehage

  7. Sie mal einer an, ist das nicht interessant?

    Deutscher Ethikrat will Inzest-Verbot lockern, ein Artikel im Tagesspiegel:

    http://www.tagesspiegel.de/politik/deutscher-ethikrat-will-inzest-verbot-lockern-wie-weit-reicht-sexuelle-selbstbestimmung/10764468.html

    Was meint Ihr: Wie weit reicht sexuelle Selbstbestimmung wirklich?

  8. Inzest ist ja nicht umsonst bisher verboten. Die Verwandtschaft zwischen Bruder und Schwester ist genetisch einfach zu eng. Das Ergebnis: behinderte Kinder wie auch in dem auslösenden Fall. 2 von 4 Kindern dieser „Familie“ sind davon betroffen.

    Für mich ist das unmöglich und eine Rücksichtslosigkeit der Zeugenden gegenüber ihren Kindern. Sie stellen also ihre „sexuelle Selbstbestimmung“ über das Recht der Kinder auf einen intakten Körper und Geist.

    Und wenn man jetzt an einen Kompromiß denkt, z.B. „sollen sie doch bumsen, mit wem sie wollen, aber ohne Recht auf Nachwuchs“ wird man sofort in die Ecke Euthanasie geschoben. Also dann bitte eben beim bestehender Rechtslage bleiben.

    In diesem Zusammenhang kommt immer der Einwand von sogenannten liberal oder angeblich modern eingestellten Leuten, die argumentieren, dieses oder jenes Gesetz sei schon soundsoviel Jahre alt und nicht mehr „zeitgemäß“. Das treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. AN DEN BIOLOGISCHEN FAKTEN HAT SICH NICHTS GEÄNDERT UND WIRD ES AUCH NICHT! Nur weil ein Gesetz alt ist, ist es damit nicht automatisch schlecht.

    Werner 🙁

  9. Das ist Bullshit! Es gibt schliesslich Verhütungsmittel. Und wenn man verantwortungsvoll ist. benutzt man diese auch in einer solchen Konstellation. Warum muss immer alle vorgeschrieben sein oder verboten, wenn ein gesundes Denkvermögen einem sagt, dass es besser ist, keine Kinder zu kriegen, wenn man schonmal in einer solchen Situation lebt.

    Ich selbst lebe bereits seit 20 Jahren mit meiner Halbschwester zusammen und wir sind sehr glücklich. Wir haben uns beide sterilisieren lassen, um ganz sicher zu gehen. Was also spricht etwa in unserem Fall dageggen, warum müssen wir eine Bestrafung jetzt noch befürchten?

    Ein Betroffener.

  10. Respekt Walter, Sterilisation ist ein mutiger und konsequenter Schritt. Ich hätte nicht gewagt, diese Möglichkeit anzuführen, da man sonst erst recht in eine Nazi-Ecke geschoben werden könnte (was ich definitv nicht bin).

    Allein Kondome sind eben kein 100%iger Schutz vor Schwangerschaft. Insofern ziehe ich den Hut vor euch beiden.

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob Halbgeschwister nicht ohnehin alles tun dürfen (kenn da den exakten Gesetzestext nicht).

    Aber den biologischen Beweggrund für Inzestverbot kann niemand verleugnen; der ist da und wird wahrscheinlich auch so bleiben.

    Gruß
    Werner

  11. Halbgeschwister sind blutsverwandt und werden behandelt wie Geschwister. Nur Stiefgeschwister sind nicht verwandt.

  12. So wie wir es gemacht haben, könnte man ja als Bedingung für eine Regelausnahme machen, so dass dann auf die Verfolgung und Bestrafung verzichtet wird. Aber dazu ist ja der Staat und Gesetzgeber auch nicht bereit, weil er am längeren Hebel sitzt und die Menschen gängeln kann, wie er will. Meine Schwester und ich fühlen sich jedenfalls zu unrecht kriminaliesiert nach unserer gemeinsamen Sterilisation, jetzt gibt es ja keinen Grund mehr uns bestrafen zu wollen, meinst du nicht auch?

  13. Ja, da stimme ich dir voll und ganz zu.

    Aber mir gefällt ohnehin das Wort Strafe nicht. Viel lieber hätte ich den Begriff „Schutz der Kinder“ im Vordergrund gesehen. Wenn der eben durch Sterilistation gewährleistet ist, spricht m. M. nach nichts gegen eine legitime Verbindung.

    Gruß
    Werner

  14. Martina Müller

    NEU – NACHRICHTENARTIKEL – Umstrittenes Schüler-Lehrer-Paar: Die Liebe hält trotz 27 Jahren Altersunterschied – Yahoo Nachrichten – So., 14. Jun 2015

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