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SENA – Fantasy-Kurzgeschichte von Christa Kuczinski

SENA

Fantasy-Kurzgeschichte

von

Christa Kuczinski

Dass sich ihr Leben grundlegend verändern würde, damit hatte das Mädchen seit langem gerechnet. Ob sie dazu bereit war, danach hatte sie niemand gefragt. Vermutlich hätte sie darauf auch nicht geantwortet.

Sena folgte dem ausgetretenen, mit grauen Kieselsteinen befestigten Pfad, der erst vor wenigen Tagen vom Unkraut befreit worden war. Sie passierte den breiten Kranz aus Steinen, die zu einer niedrigen Mauer aufgesetzt, den Dorfbewohnern in der kommenden Nacht als Feuerstätte und einzige Lichtquelle dienen würde. Fast wäre sie über einen Holzstapel gestolpert, dem sie gerade noch ausweichen konnte. Für einen Moment blieb sie stehen und ließ den Anblick der kleinen, zwischen hohen Bäumen gelegenen Lichtung auf sich wirken.

Einige Stunden vor dem großen Fest zur Mittsommernacht lag sie in aller Stille da. Es deutete nichts darauf hin, dass sich in Kürze der Platz mit den Bewohnern aus den umliegenden Dörfern füllen würde, die hier alljährlich den Wechsel der Jahreszeit willkommen hießen. Ein feingewobener Fächer aus Licht fiel über die Lichtung, durchbrach das dichte Blätterwerk der Bäume und ließ die Blattränder funkeln. Auf der freien Fläche, inmitten des niedergetrampelten vergilbten Grases, stand die uralte Esche an der Stelle, wo sie vor Jahrhunderten als winziger Steckling gepflanzt worden war. Die Sonnenstrahlen, die während ihrer Wanderung durch das Geäst von ihrer Stärke eingebüßt hatten, zauberten ein filigranes Netz zu Füßen des mächtigen Baumes, über dessen dicke Wurzelstränge sich der Boden leicht wölbt. Unter dem brüchig gewordenen braungefärbten Laub des Vorjahres, das sich im Laufe der Zeit in einem Umkreis von mehreren Metern verteilt hatte, raschelte es hin und wieder. Die langgezogenen Schatten der Bäume, deren Astspitzen sich berührten und zu einer Seite in einem Halbkreis angeordnet, die natürliche Grenze der Lichtung bildeten, fielen weit über den schmalen Bachlauf hinweg und verdunkelten für einen kurzen Moment, das an diesen Stellen träge vorbeifließende Wasser. Zur anderen Seite öffnete sich die Lichtung und gab den Blick auf eine Wiese und großflächig angelegte Felder frei. Die reifen hochaufgerichteten Ähren wogen sich im Wind, der auf freier Fläche an Kraft zunahm und das Stimmengewirr vieler Menschen mit sich trug. Sena war die Erste, die sich zur Mittagsstunde auf der Waldwiese eingefunden hatte. Sie achtete nicht auf die Dorfbewohner, die sich mittlerweile am Rande der Lichtung versammelten. Stattdessen ließ sie ihren Blick über die Wiese gleiten, dessen saftiges Grün sich mit den Farben der Wildblumen vermischten und ihr in der flirrenden Hitze des Tages, ein waberndes kompaktes Blütenmeer vorgaukelte. Dieser überwältigende Anblick ließ sie für einen Moment ihre Anspannung vergessen. Doch die schneidende Stimme ihre Bruders, der die Schönheit der Natur nur wenig zu schätzen wusste, brachte sie schlagartig in die Wirklichkeit zurück. Obwohl sie Zwillinge waren, standen sie sich nicht besonders nahe. Sena trug, im Gegensatz zu ihm, das Zeichen des zukünftigen Hüters in Form eines Muttermals auf ihrer Haut. Da dieses Erbe noch nie an ein Mädchen weitergegeben worden war, war Samet der festen Überzeugung, dass die Stellung als Hüter ihm gebühren würde. Und diese Einstellung teilten viele der Dorfbewohner.

Die Sonne hatte mittlerweile ihren höchsten Stand erreicht und noch immer war niemand in Sicht.

Das einsetzende Getuschel ließ Sena unmerklich zusammenzucken. Die Blicke der Menschen, die dem Mädchen gegenüber voller Zweifel und Ablehnung waren, brannten sich ihr in den Rücken und doch zeigte sie keinerlei Reaktion darauf. Eine Wahl durch die Dorfbewohner würde Senas Chance, zur Hüterin gewählt zu werden erheblich schmälern.

Der Schatten eines Vogels, der wie aus dem Nichts erschien und immer enger werdende Kreise über der Lichtung zog, ließ die Köpfe der Versammelten nach oben schnellen. Mit klopfendem Herzen beobachtete das Mädchen, wie der Vogel tiefer sank, um am Ende auf ihrer Schulter zu landen. Aufrecht stand sie da, während ein feines Lächeln ihre Mundwinkel umspielte. Weiche Federn streiften ihre Wange, als der Vogel über ihre Schulter trippelte und ihr ins Ohr zwickte. Der erlösende Satz ließ Senas Herz flattern: „Wir entscheiden uns für dich.“

Der Rabe spreizte die Flügel, flog auf und ließ sich auf einem der Äste nieder, zeitgleich fiel ein Sonnenstrahl durch das Geäst und markierte eine Stelle am Fuße des uralten Baumes.

Sena erwachte wie aus einem Traum. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich als Teil eines Ganzen und dieses Gefühl war überwältigend. Verzückt starrte sie den Vogel an und trat in den Lichtkreis. Vor ihr lagen spiralförmig angeordnete Blumengirlanden, welche die Dorfkinder am frühen Morgen, als die vom Morgentau dampfende Wiese noch unter einer dichten Nebeldecke lag, gepflückt und anschließend gebunden hatten. Wildbienen, die sich durch den intensiven Duft angelockt fühlten, summten monoton um das Mädchen herum und ließen sich kurz darauf auf den welken Blüten nieder. Sena sank in die Knie und blinzelte in den Lichtkegel, die ihr kupferfarbenes Haar zum Leuchten brachte. Einige Strähnen kringelten sich um ihr herzförmiges Gesicht und ließen es ungewöhnlich blass erscheinen. Ihre Hand zitterte leicht, als sie den dicken wulstigen Stamm berührte. Mit einem kaum hörbaren Summen, flatterte der Rabe einen Ast tiefer: „Bist du bereit?“

Senas Stimme, normalerweise hell wie ein Windspiel, versagte ihren Dienst. Ein Blick aus moosgrünen Augen durchbohrte den Vogel, der daraufhin mit einem missmutigen Zirpen zwischen den dichten Blättern verschwand. Sena fand ihre Fassung wieder und sprang leichtfüßig auf. Mit einer raschen Bewegung klopfte sie sich das vertrocknete Laub von ihrer enganliegenden schwarzen Wildlederhose und zog sich ihr rotes mit bunten Perlen besetztes Oberteil zurecht. Warme Hände legten sich um ihre schmalen Hüften und zogen sie in eine innige Umarmung. Sie sah auf und hatte wie so oft, das Gefühl in einen Spiegel zu schauen. Ihre Mutter besaß die gleiche, mit winzigen Sommersprossen gesprenkelte Stupsnase und volle Lippen, die sich gerade um ein Lächeln bemühten. Ebenso zierlich gebaut wie sie, wirkte Sena mit ihren 14 Jahren neben ihr eher wie ein Kind. Doch ihr leichter schwingender Gang verriet, dass sie die Schwelle zur Erwachsenen schon bald überschreiten würde. Sena löste sich aus der Umarmung und trat einen Schritt zurück. Sie tastete nach dem Muttermal hinter ihrem rechten Ohr, das mit seiner ungewöhnlichen Form, schon kurz nach ihrer Geburt für eine Menge Aufregung gesorgt hatte. Die naturgetreue Nachbildung eines Eschezweiges wies sie zweifelsfrei als zukünftige Hüterin aus.

Jetzt war der Moment des Abschieds gekommen.

Sie würde sich in Begleitung des Vogels ins Reich des Weltenbaumes aufmachen und ihrer Bestimmung folgen. Seit Jahren hatte sie sich danach gesehnt und nun würde es endlich Wirklichkeit werden.

Sena schaute sich suchend um. Ein kurzer durchdringender Pfiff, ein leises Rascheln im Geäst und schon landete der Rabe elegant auf ihrer rechten Schulter, die ab jetzt sein bevorzugter Sitzplatz sein würde. Gemessenen Schrittes ging sie an den Dorfbewohnern vorbei, die in ihren Gesprächen innehielten, und vergaß beim Anblick ihrer Freunde, dass sie erwachsen wirken wollte. Hier und da zwinkerte sie ihnen spitzbübisch zu. Ihre Nase kräuselte sich und ließ winzige Sommersprossen tanzen. Doch Senas schelmisches Grinsen erstarb, als sie das verkniffene Gesicht ihres Zwillingsbruders wahrnahm. Ihre schön geschwungenen Augenbrauen zogen sich zusammen. Die grünen Augen tönten sich eine Nuance dunkler und blitzten unheilvoll auf. Dem vorwurfsvollen Blick eines Anwohners begegnete sie mit einem trotzigen Schulterzucken. Laut zeternd schwang sich der Vogel in die Lüfte und gab so das Zeichen zum Aufbruch.

Leichtfüßig lief Sena an den letzten Dorfbewohnern vorbei und auf den Wald zu. Der Wind blies ihr ins Gesicht und färbte ihre Wangen. Das zuvor ordentlich gescheitelte Haar ging in einem Feuerball auf, der sich nicht mehr eindämmen ließ. Sena sog gierig die vom Duft vieler Blüten gesättigte Luft ein, die nach purer Freiheit schmeckte und der sie durch überschwänglicher Gestik Ausdruck verlieh. Die zarte Gestalt des Mädchens tänzelte leicht wie eine Feder durch das kniehohe Gras.

Der Rabe schoss zum wiederholten Mal im Sturzflug zu ihr hinab, bevor er, mit sich zuspitzenden Spiralen in den Himmel stieß. Als sie den Waldsaum erreichten, blieb Sena stehen. Kurz vor dem Überschreiten der Grenze zu Arkans Wäldern kehrte Sena schlagartig in die Wirklichkeit zurück. Mit beschleunigtem Herzschlag, nun nicht mehr ausschließlich auf ihr ungestümes Verhalten zurückzuführen, klopfte gegen ihre Brust. Senas zartes ausdrucksvolles Gesicht verschloss sich, nur ihre Wangen glühten noch. Ab jetzt galt es, achtsam zu sein. Der einzige sichere Weg durch das dunkle Labyrinth lag zu ihren Füßen. Ein schmaler, von unzähligen Tieren ausgetretener Wildwechsel auf dem hier und da ein Büschel Unkraut wuchs. Sie schaute unsicher zurück und malträtierte ihre Unterlippe mit den Zähnen. Nun wirkte sie nicht mehr wie eine selbstbewusste Vierzehnjährige, sondern wie ein junges Kitz, das es zu seiner Mutter zog. Das weite, offene Land hinter ihr verhieß größtmöglichen Schutz.

Doch zu bleiben, diese Wahl stand ihr nicht zu.

Sie sah sich zaghaft nach ihrem Begleiter um, aber zwischen den tiefhängenden Ästen konnte sie ihn nirgends entdecken. Während sie noch zögerte, fuhr ihre Hand zur Schläfe hinauf, fing eine Haarsträhne ein, wickelte sie um einen Finger und ließ sie daran abgleiten. Erst als ihre Fingerkuppe das leicht erhobene Mal des Eschezweiges berührte, verspürte sie die Kraft, die sich wie ein warmer Regenschauer bis in ihre Fußspitzen ausbreitete. Sie schöpfte wieder Mut und schalt sich insgeheim einen Feigling. Mit zur Faust geballter Hand rief sie in Richtung der Bäume: „Du hast versprochen bei mir zu bleiben.“

Kaum ausgesprochen, spürte Sena, wie sich winzige Krallen in ihr Schulterblatt bohrten, bevor seidenweiches Gefieder über ihre Wange strich und sie zum Weitergehen animierte. Das Mädchen richtete ihren Blick endgültig nach vorne.

*

Seit Stunden schon folgte sie dem Pfad, der sich zwischen den dicht stehenden Bäumen verlor, und wich den tief hängenden Ästen aus, die ihr den Weg versperrten. Ein Rascheln gefolgt von einem leisen Knirschen, ließ sie zum wiederholten Male aufhorchen. Mittlerweile hatte sich Sena an die merkwürdigen Geräusche gewöhnt und doch konnte sie es nicht lassen, einen kurzen Blick zurückzuwerfen. Auch wenn ihr keine direkte Gefahr drohte, fühlte sie sich in diesem Wald alles andere als wohl.

Hinter ihr schloss sich der Weg. Die wuchtigen Stämme rückten zusammen und ihre riesigen trichterförmigen Blätter verkeilten sich ineinander, so dass sich eine undurchdringliche grüne Mauer bildete, bei der selbst eine Maus Schwierigkeiten hätte, hindurchzuschlüpfen. Nichts deutete mehr auf einen Durchgang hin. Die Wälder Arkans waren an Eigenwilligkeit kaum zu überbieten. Fortwährend verschob sich die Umgebung, als würde sich Sena nicht auf festem Grund, sondern durch eine Moorlandschaft bewegen. Zum Glück hatte das Mädchen in Hugin einen aufmerksamen Begleiter, der auf sie acht gab.

Sie schaute sich nach dem Raben um und entdeckte ihn auf einem Ast zu ihrer Rechten. Das normalerweise glänzende Gefieder hatte im hier herrschenden Zwielicht eine schmutzig graue Farbe angenommen. Ihre Blicke trafen sich. Hugin neigte den Kopf zur Seite und zwinkerte seiner Freundin amüsiert zu. Sena warf ihr langes Haar zurück. Eine lockige Strähne, die sich partout dagegen zur Wehr setzte, fiel ihr störrisch über das linke Auge, so dass sie mehrmals blinzeln musste. Die schrägen Töne des Vogels entlockte Sena ein Grinsen.

»Hör auf so zu lachen. Von Anstand hast du wohl noch nie etwas gehört.«

»Ach, gehört es sich etwa, wie wild in die Hände zu klatschen, um einen Schwarm Bienen zu vertreiben?«

»Ich habe vor Begeisterung geklatscht«

»Nach deinem Gesichtsausdruck zu schließen, eher in der Hoffnung, dass sie sich einen anderen Ast suchen würden.«

Das raue Krächzen baute sich zu einem Trompeten aus, der die Federspitzen seines Besitzers zum Vibrieren brachte.

»Okay, hier gebe ich dir Recht, aber mir meine Unwissenheit unter die Nase zu reiben, ist definitiv nicht anständig.«

Beleidigt marschierte Sena an Hugin vorbei und ignorierte sein aufmunterndes Pfeifen, das er ihr hinterherschickte.

Die Bäume, die, je tiefer sie in den Wald eindrangen, an Volumen zunahmen, bildeten mit ihren Ästen ein dichtes Spalier und verdeckten mit ihrem ausladenden Blätterwerk den Himmel, so dass nur hin und wieder ein Fetzen Blau zum Vorschein kam. Das Halbdunkel tauchte die Umgebung in ein ungesundes Grau. Verdorrtes Laub, Kiefernnadeln als auch dicke Moospolster dämpften zwar die Schritte des Mädchens, doch das gelegentliche Brechen dürrer Zweige unter Senas Füßen verriet ihre Anwesenheit in einem Gebiet, das kein Mensch mit Verstand, jemals betreten würde. Das unheimliche Raunen der Blätter, durch die der Wind strich, schien an Sena gerichtet zu sein. Sie musste gegen den unerklärlichen Drang ankämpfen, den Weg zu verlassen und Querfeld ein in das geballte Grün einzutauchen. Unterdessen wurde es immer dunkler. Dickicht, Bäume und Sträucher begannen, vor Senas Augen ihre Form zu verändern. Die Farnwedel rollten ihre Spitzen ein, das Laubwerk neigte sich ein Stück tiefer dem Boden entgegen und die Hecken krümmten sich und fielen nach einem langen Tag in aufrechter Haltung, in sich zusammen.

Sena fühlte sich ebenfalls erschöpft. Die Füße brannten mittlerweile höllisch, ihr Magen knurrte und erinnerte sie daran, dass seit ihrer letzten Mahlzeit, etliche Stunden vergangen waren. Sie verlangsamte ihr Tempo und blieb schließlich stehen.

»Hugin wie weit ist es denn noch? Wir können doch nicht ewig weiterlaufen. Und wieso gibt es in diesen Wald keinerlei Früchte oder wenigstens Pilze zu finden?«

Sena setzte sich im Schneidersitz auf den weichen Boden und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust. Sie dachte gar nicht daran weiterzugehen. Ihr gefiederter Begleiter, der einige Meter vorausgeflogen war, machte eine Kehrtwendung und landete auf einem ihrer spitzen Knie.

»Arkans Wälder verwandeln sich ununterbrochen. Es bleibt ihnen keine Zeit um Nahrungsmittel zu produzieren. Alle Energie wird in Bewegung umgesetzt.»

»Ich verstehe nicht genau, was du damit meinst. Okay, das mit der Nahrung schon, doch warum sollte man sich freiwillig verändern wollen?«

Der Rabe schnappte nach einer Fliege, verspeiste sie und entgegnete »Der Wald beschützt die Heimat des Weltenbaumes. Wenn es so einfach wäre, dorthin zu gelangen, hättet ihr Menschen nichts anderes im Sinn als euch auch dort auszubreiten.«

»Sena neigte den Kopf zur Seite, wie es der Rabe so gerne tat und zwirbelte an einer ihrer Haarsträhnen.

»Ich verstehe, Veränderung bedeutet in diesem Fall Schutz?«

Hugin, der nicht gewillt war weitere Fragen zu beantworten, spreizte seine Flügel.

»Genug für heute, diese Mücke kann man nicht einmal als Vorspeise durchgehen lassen, auf auf…«

Grüne, von langen Wimpern umrahmte Augen taxierten den Vogel.

»Für dich dürfte eine Mahlzeit ja kein Problem sein. Insekten gibt es hier in Hülle und Fülle, doch was soll ich zu mir nehmen?«

Hugin, der mit seiner Geduld am Ende war, konterte »Du bist einfach zu ungeduldig, wir finden schon noch einen Unterschlupf für die Nacht. Vertrau mir, ich kenne mich in diesem Wald bestens aus. Es ist nicht mehr weit!«

Senas zuvor missmutig verzogenes Gesicht hellte sich schlagartig auf.

»Wieso hast du das nicht gleich gesagt?«

Bisher war sie seinen Anweisungen ohne Widerspruch gefolgt, doch je länger sie unterwegs waren um so mehr taute das Mädchen auf, was für ihren kleinen Begleiter nicht unbedingt zum Vorteil sein würde.

Der Pfad wurde zunehmend von der Dunkelheit verschluckt, so dass Hugin das Mädchen mehrmals ermahnen musste, den nunmehr leicht abfallenden Weg auf keinen Fall zu übertreten. Hinter der nächsten Biegung, blieb Sena bei dem unerwarteten Anblick, der sich ihr bot abrupt stehen.

Mit allem hätte sie gerechnet, einem Felsenvorsprung, unter dem man sich zusammenkauern konnte, oder, wider besseren Wissen, ein paar Sträucher mit saftigen Beeren, an denen sie sich satt essen würde.

Eine Hütte, welche die ganze Breitseite des Weges in Besitz nahm, damit hatte sie keinesfalls gerechnet. Vorsichtig näherte sie sich dem hell erleuchteten Blockhaus. Sie betrat den gerechten Kiesweg der nicht zum eigentlichen Weg zu gehören schien. Das laute Knirschen unter ihren Füßen hallte unangenehm in ihren Ohren wider. Neben der massiven Eichetür wuchsen zu beiden Seiten Rosenstöcke, die sich im Laufe der Zeit bis zum Vordach hinaufgearbeitet hatten. Ein leichter Wind kam auf und strich Sena durch das Haar, als ob er das Mädchen besänftigen wollte. Ein Weidenkorb voller Pfifferlinge, der nahe der Eingangstür auf einem Tisch stand, ließ Sena das Wasser im Mund zusammenlief. Hugin, der schon über ihren Kopf hinweggeflogen war, hatte sich auf einem der Korbhenkel niedergelassen und plusterte sich würdevoll auf.

»Na, habe ich dir zuviel versprochen? Hier wohnt Skog. Ich muss zugeben, er ist ein ungehobelter Bursche. Doch wem es gelingt seine Gunst zu erringen, dem wird ein kurzer Blick in seine Seele gewährt, die so weich, wie der Flaum eines Kükens ist.«

Skepsis breitete sich auf dem Gesicht des Mädchens aus, die bei dem Gedanken an einen Imbiss jedoch sogleich verschwand.

Sena wandte sich entschlossen der Tür zu, hob die Hand und ließ sie gleich darauf wieder sinken. Ein Klopfer in der Form eines Pfeils, der zu Boden wies, endete an einer winzigen kreisrunden Öffnung, die sich im unteren Teil der Tür befand. Verwundert schüttelte sie den Kopf »Ich soll zuerst anklopfen und danach durch dieses Loch kriechen? Dieser Ort wird ja immer merkwürdiger.»

Der Rabe hüpfte von seinem Sitzplatz, trippelte zum Astloch und lugte hinein. »Natürlich nicht! Schau her.«

Er rupfte sich eine lange Schwanzfeder aus, schnippte sie in die Öffnung und schaute seine Freundin erwartungsvoll an. Unwillkürlich griff Sena mit einem gequälten Gesichtsausdruck an ihren Haarschopf und brauchte einen Moment, bevor sie sich dazu durchringen konnte, seinem Beispiel zu folgen. Ein einziges geringeltes Haar lag in ihrer Hand, so dass Hugin missbilligend keckerte. Sena ignorierte ihn. Sie kniete sich vor das Astloch und blies es sachte hindurch. Mit einem leisen Quietschen öffnete sich daraufhin einen Spaltbreit die Tür.

»Hugin, du alter Gauner. Was treibst du dich um diese Zeit in meiner Heimat herum? Hat Od…«

»Skog, jetzt lass uns endlich rein!« unterbrach der Rabe die tiefe Stimme mit einem lauten Krächzen. »Hier draußen wird es langsam empfindlich kalt. Wenn auch nicht für mich, so doch für meine Begleitung.«

Sena trat perplex einen Schritt zurück. Vor ihr stand ein schmächtiges Kerlchen. Sie starrte gebannt auf sein wettergegerbtes Gesicht, in dem eine Knollennase dominierte, folgte den buschigen Augenbrauen, die eine große Ähnlichkeit mit dem Gestrüpp am Wegesrand aufwiesen, an denen sie im Laufe des Tages vorbeigekommen waren. Die hasselnussbraunen Augen zogen sich beim Anblick des Mädchens erstaunt zusammen, so dass sie ihren Blick senkte.

Nun schaute sie auf ein giftgrünes, an unzähligen Stellen geflicktes Baumwollhemd, unter dem sich ein enormer Bauch wölbte, der so gar nicht zu dem restlichen Körper passte und die Stoffnähte zu sprengen drohte. Die unfreiwillige Begutachtung endete bei den spindeldürren Beinen, die aus einer kurzen Hose wie altersschwache Äste hervorstachen.

Skog ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Er trat seitwärts und hielt dabei das kupferfarbene Haar dicht vor seine Augen.

»Rot, hm, selten ein so schönes Haar gesehen», brummte er zufrieden.

Hugin, der mittlerweile ungeduldig mit dem Schnabel klackerte, trieb die Begrüßung voran »Wie viele Menschenhaare hast du in deinem Leben überhaupt zu Gesicht bekommen?»

Skog warf ihm einen mürrischen Blick zu und bat seine Gäste mit einer ausholenden Handbewegung herein, während er weiter vor sich hingrummelte »Ha, ich kann sehr gut ein Menschenhaar von einem anderen unterscheiden und dieses bekommt einen besonderen Platz in meiner Sammlung.«

Er schaute kurz über die Schulter des Mädchens in die Schwärze der Nacht und fügte leise hinzu »Das Dunkel hat überall seine Augen und Ohren, neugierig ist es und allzeit bereit, die Unwissenden ins Verderben zu führen.»

Sena, die auf diesen merkwürdigen Empfang keine Antwort wusste, reagierte mit Schweigen.

Das Innere des Gebäudes zeugte von einem äußerst exzentrischen Baustil. Direkt neben dem Eingang, befand sich eine schmale Tür, die sie beim Vorbeigehen nur flüchtig wahrnahm. Der Gang, dessen extrem niedrige Decke bei Sena ein mulmiges Gefühl hervorrief, dehnte sich wie ein langgezogenes Gummiband etliche Meter aus ohne jegliche Unterbrechung durch weitere Türen. In immer gleichbleibenden Abständen hingen tropfenförmige Kerzenhalter an den Wänden, dessen dicke Kerzen einen intensiven Honigduft verströmten. Sie warfen ihr spärliches Licht auf einen Läufer, der den Boden bedeckte. In Erdtönen gehaltene Streifenmuster durchzogen das Gewebe. Sena beugte sich unauffällig zu Hugin hinab und flüsterte ihm zu: »Sind das alles Menschenhaare?«

»Nein, nur ein Bruchteil ist daraus gefertigt. Die Barthaare einiger Katzen, das Fell eines Pumas und noch vieler anderen Kreaturen sind ebenfalls vertreten.«

Sena grinste über das zweideutige Wortspiel und wurde gleich darauf wieder ernst.

»Der Waldgeist muss ja unglaublich alt sein«

»Älter, als du dir vorstellen kannst. Sein Leben begann mit dem ersten Baum, der an diesem Ort wuchs.«

Voller Ehrfurcht schritt das Mädchen auf Zehenspitzen über die gewobene Brücke, die kein Ende zu nehmen schien, und betrat den Raum, in den ihr Gastgeber verschwunden war.

Hier schlug die mollige Hitze eines Kaminfeuers zu der einen Großteil des Wohnzimmers einnahm. Skog schürte das Feuer und schaute bei ihrem Eintreten auf. Er nickte seinen Besuchern wohlwollend zu »Sucht euch einen Platz. Ihr müsst hungrig sein. Wie war doch gleich dein Name? Sena, richtig… Ich besorge uns etwas zu essen und dann unterhalten wir uns.«

Sie sah sich unschlüssig um. Eine unbequem aussehende Bank vor dem sich ein rustikaler Holztisch befand, wirkte nicht gerade gemütlich. Überhaupt sah das Zimmer äußerst merkwürdig aus. Die Wände waren mit Efeuranken überzogen, zwischen dessen Blätter sich Hugin niederließ. Der Fußboden bestand ausschließlich aus festgetretener Erde und nur die dicken vergilbten Moospolster, die den ansonsten blanken Boden an verschiedenen Stellen bedeckten, luden zum Verweilen ein. Sena ließ sich in der Nähe des Kamins nieder und streckte mit einem leisen Seufzer die Beine aus.  Ihr Gastgeber kehrte kurze Zeit später mit einer dampfenden Holzschüssel zurück. Ein aromatischer, würziger Geruch durchzog den Raum. Sena strich sich erwartungsvoll eine lockige Strähne hinters Ohr und setzte sich voller Erwartung auf. Skog reichte ihr das Gefäß und zog einen Löffel aus seiner linken Hosentasche. Während der Rabe an einem winzigen Apfelstück pickte, das der Waldgeist ihm in die Kuhle eines Efeublattes gelegt hatte, löffelte Sena die heiße Suppe und musste sich beherrschen, nicht auch noch die Schale auszulecken. Sie wandte sich stattdessen Skog zu, der mittlerweile ebenfalls auf einer Moosmatte saß, und sie beim Essen beobachtet hatte.

»Dieser Eintopf ist der beste, den ich jemals gegessen habe.«

Als ob er auf eine solche Antwort gewartet hätte, lächelte der Waldgeist, und entblößte dabei eine schiefe Reihe braungefärbter Zähne. Seine zahlreichen Falten vertieften sich und besaßen jetzt Ähnlichkeit mit einem filigranen Netz.

Hoffentlich verwandelt sich seine Nase nicht in eine Spinne, dachte Sena und blinzelte müde. Mit gefülltem Bauch, der Wärme des Feuers im Rücken und dem weichen Polster unter sich, fiel es ihr schwer die Augen geöffnet zu halten. Leise Stimmen wiegten sie in den Schlaf. So sehr sie sich auch bemühte dem Gespräch zu folgen, bekam sie doch nur Gesprächsfetzen mit, die keinerlei Sinn ergaben.

Hugins krächzender Tonfall war unverkennbar »Es hat schon angefangen… die Zeit läuft uns … Sie sind der Überzeugung … Befehl …«.

Dazwischen meldete sich das tiefe Timbre des Gastgebers, die Sena an einen behäbigen Bären erinnerte »Die Kleine ist anders … ihr Vater … so winzig…  Feindessohn… «

Zwei Augenpaare richteten sich auf das schlafende Mädchen, das sich auf der Matte zusammengerollt hatte. Senas seidiges Haar glänzte im Schein der flackernden Flammen wie flüssiges Kupfer.

Feine bläuliche Adern unter der elfenbeingleichen Haut ließen Sena fast durchsichtig erscheinen. Ein Menschenkind, dessen Aussehen in diesem Augenblick seine wahre Herkunft verriet.

Ende

(Zum nächsten Teil)

Copyright (C) 2012 by Christa Kuczinski


Leseempfehlung der Autorin:

Stroud, Jonathan
Valley – Tal der Wächter

Im Buch blättern

Übersetzt von Jung, Gerald / Orgaß, Katharina
Verlag :      cbj
ISBN :      978-3-570-40041-8
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Erscheinungsdatum :      08.02.2011

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Kurzbeschreibung:
Drei verfeindete Häuser, zwei fast furchtlose Helden, ein von Gott vergessenes Tal – und ein unfassbares Geheimnis.
Der junge wagemutige Hal und seine ungestüme Freundin Aud leben in einem weiten, friedlichen Tal, das umgeben ist von tiefen Wäldern und mächtigen Bergen. Doch der freundliche Schein trügt. Das Tal steht nämlich unter einem besonderen Bann: Alle Wege, die aus ihm herausführen, werden bewacht von mächtigen und bedrohlichen Fabelwesen, die jedem gefährlich werden, der sich ihnen nähert. Deshalb ist es nach dem Gesetz der Ahnen aufs Strengste verboten, einen Weg in die Welt außerhalb zu suchen. Gepackt von Neugierde und Abenteuerlust wagen Hal und Aud sich dennoch an die Grenzen ihres Tals. Nur ist das, was sie dort erwartet dunkler und gefährlicher als alles, auf das die Geschichten der Alten sie vorbereitet haben. Gefährliche Fabelwesen, alte Legenden und ein dunkles Tal voller Geheimnisse. Zwei starke Helden kämpfen gemeinsam gegen eine unsichtbare Macht …

Beschreibung
Drei verfeindete Häuser, zwei fast furchtlose Helden, ein von Gott vergessenes Tal und ein unfassbares Geheimnis …
Der junge wagemutige Hal und seine ungestüme Freundin Aud leben in einem weiten, friedlichen Tal. Doch der freundliche Schein trügt. Das Tal steht nämlich unter einem besonderen Bann: Alle Wege, die aus ihm herausführen, werden bewacht von mächtigen Fabelwesen, die jedem gefährlich werden, der sich ihnen nähert. Deshalb ist es aufs Strengste verboten, einen Weg in die Welt außerhalb zu suchen. Gepackt von Abenteuerlust wagen Hal und Aud sich dennoch an die Grenzen ihres Tals

Kritik:
„Strouds politische Fantasyromane sprengen Grenzen. […] Nicht nur durch vielfältige Gegenwartsbezüge hebt sich Stroud von zahlreichen phantasielosen Fantasyautoren ab, sondern auch durch das lustvolle Spiel mit literarischen Genres – vom Schauerroman bis zum Politthriller.“ Die Welt

Autoreninfo Stroud, Jonathan
Jonathan Stroud wurde 1970 im englischen Bedford geboren. Er schreibt Geschichten, seit er sieben Jahre alt ist. Er arbeitete zunächst als Lektor für Kindersachbücher. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina, einer Grafikerin und Illustratorin von Kinderbüchern und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London.

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12 Comments

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  1. Wir haben eine neue Autorin am Start. Wer möchte was zu ihrer Arbeit sagen? Ich sage dann später auch noch was dazu, wenn ich die Geschichte gelesen habe!

  2. Will denn keiner sich mal zur Story unserer neuen Autorin äußern?

  3. Herzlich willkommen, Christa.

    So wie ich das sehe, ist Romantic-Fantasy dein Genre; sehr nahe am klassischen Märchen.

    Dein Rohtext hat noch einige Logikfehler und einige handwerkliche Punkte, die du sicher noch bearbeiten wirst.

    Bin sehr gespannt, was deine Heldin Sena noch so erleben wird.

    Viel Spaß bei uns wünscht dir
    galaxykarl 😉

  4. Martina Möchel

    Ich finde die Story klasse und sie macht neugierig auf weiteres! 😀

  5. Christa Kuczinski

    Hallo galaxykarl,

    du hast recht, Romantic-Fantasy ist meine bevorzugte Richtung. Obwohl bei dieser Story der romantische Anteil sehr gering ausfallen wird.

    Hallo Martina,
    es freut mich, dass es mir gelungen ist deine Neugier zu wecken.*

    Danke für die nette Begrüßung!
    Ich mache mich mal auf die Suche nach den Smilies…)

    Lg Christa

  6. Lecha Blecha (LecBlec)

    Nette Story! Bei mir sind Raben aber immer aufdringliche Besucher auf meinem Balkon! 🙁

  7. Liebe Christa, hallihallo und herzlich willkommen 😀

    Romantic Fantasy? Ich habe die Geschichte noch nicht gelesen, bin aber gespannt.

  8. Liebe Christa,
    die Story gefällt mir.
    Nur als Kurzgeschichte finde ich sie nicht passend da es ja Fortsetzungen gibt.
    soll bestimmt mal ein Buch werden, Richtig.
    Ansonsten, interessant gewählte Charaktere und endlich spielt die Story auch mal in einer anderen Existenzebene.
    In vielen Fantasy-Geschichten, wird nur beschrieben wie die Figuren in eine mystische Welt eintauchen, in die andere nicht gelangen und dann wird das Thema sehr schnell abgehandelt. Meist so was wie: „Nach Wochen kehrte er/sie zurück, verändert aber konnte doch nicht über seine/ihre Erlebnisse sprechen.“ 🙂
    Bitte erzähl weiter über diese interessante Welt.

  9. Christa Kuczinski

    Hallo Petra,

    du hast recht, es handelt sich längst nicht mehr (wie ursprünglich geplant) um eine Kurzgeschichte, sondern um einen Roman. 😉
    Die Hälfte ist geschrieben, aber irgendwie kommt mir immer wieder ein anderes (Roman) Projekt dazwischen. Es freut mich, dass dir die Leseprobe gefällt, das ist ein Ansporn ***
    Liebe Grüße
    Christa

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