PACKMASCHINE MIT KORREKTURKNOPF – eine Erzählung von Martina Müller
Erstellt von Müller am Freitag 28. Oktober 2011
PACKMASCHINE MIT KORREKTURKNOPF
eine
Erzählung
von
Martina Müller
In den 80er Jahren war ich auf der Suche nach einem Job, denn ich hatte bei der Führerscheinprüfung gepatzt. Ich wollte eigentlich eine Fahrerstelle beim Blitz-Kurier anfangen, so wie mein Kumpel Ralf. Doch jetzt mußte erstmal ein Lückenfüller her: ein Job bis zur nächsten Fahrprüfung.
In einer Zeitungsanzeige fand ich das Angebot bei einer Firma in Korbach – einem Zeitungsvertrieb für ausländische Zeitungen in Deutschland – im Versand zu arbeiten. Ich stellte mich nach einem kurzen Anruf direkt am nächsten Tag dort vor und wurde auch sofort genommen.
Man zeigte mir in der großen Halle wie das Ganze funktionierte: Hier sah man viele Rollbandschienen nebeneinander auf der die Zeitungsstapel aufgebaut wurden. Drumherum gab es eine Rollbandschine, die an diesen Stapeln vorbeiführte vor denen Mitarbeiter standen und die jeweils von ihnen betreuten Zeitungen raussuchten und auf ein Brett legten, das von Mitarbeiter zu Mitarbeiter auf dem umlaufenden Rollband weitergeschoben wurde.
Jeder dieser Mitarbeiter hatte einen Kuli in der Hand und hakte auf dem Bestellschein die Zeitungsmengen und -arten ab für die er zuständig war und die er mit auf den rollbaren Stapel legte und weitergab. Am Ende führte das Rollband in einer eleganten Kurve in Hufeisenform an einem Mitarbeiter vorbei dessen Aufgabe darin bestand, Spezialausgaben von Zeitungen obendrauf zu legen. Da diese in nur geringer Menge bereits in kleinen Päckchen verpackt waren – so wie sie im Vertrieb angeliefert wurden und nicht als Zeitungspakete wie die anderen Zeitungen, hatte dieser Mitarbeiter keine Zählereien zu absolvieren. Statt dessen schnitt er von den Lieferscheinen der zu ihm gerollten Sendungen die Adressen ab und klebte sie mit einem Kleber auf ein großes Packpapier, auf genau so eines wie auch der gesamte Stapel lag. Anschließend schob er die Sendung weiter zum Packer, der das ganze vom Rollband kommend in Empfang nahm und mit einem Ungetüm von eiserner grüner Packmaschine zweimal quer und einmal längs jeweils mit einem Metallband verpackte. Anschließend schubste er das fertig gepackte Paket durch die Packmaschine hindurch auf das leicht abschüssig angebrachte Rollband. Am Ende des Rollband führte dieses in das Innere eines Transporters – heute würde man sagen “Sprinter” – also meist ein Kastenwagen ohne oder mit Fenster- in welchem der Fahrer des Fahrzeugs die Sendungen aufstapelte.
Die Sendungen waren so sortiert, dass die Fahrer, wenn sie ihr Auto vollgepackt hatten anhand ihrer Auslieferungslisten sofort loslegen konnten und dann in einem bestimmten Gebiet innerhalb Deutschlandlands ihre Touren beginnen konnten. Das zuletzt eingeladene Paket bildete dabei die als erstes auszuliefernde Sendung. Wenn das jeweilige Fahrzeug voll war kam Anschließend ein anderer Fahrer mit seinem Fahrzeug an die Reihe. Jeder Fahrer hatte eine andere Route, bei der er Zeitungskioske, Bahnhofsbuchhandlungen und Zeitschriftenhändler belieferte. Das ganze war so organisiert und wurde so zusammengestellt, das die Fahrer nicht lange in ihren Autos suchen mußten da die Sendungen ja in umgekehrter Reihenfolge wie die Tour ausgeliefert wurde, bestückt wurden.
Als neuer Mitarbeiter wurde ich direkt am nächsten Tag eingesetzt und durchlief in den darauf folgenden Tagen alle Stellen, damit ich auch sämtliche Zeitungen und ihre Besonderheiten kennenlernte und auch die Mengen, die sehr unterschiedlich waren von Sorte zu Sorte. Die größte Menge wurde dabei von einer türkischen Tageszeitung gestellt, die sogar direkt für Deutschland und direkt auf dem Nebengelände des Zeitungsvertriebs gedruckt wurde. Das hatte den Vorteil, dass der Staplerfahrer der Druckerei die Zeitungen direkt von der Druckereihalle in unsere Halle fahren konnte und die Zeitungspakete direkt auf unser Sammelrollband hievte.
Als ich schließlich alle Stellen des Vertiebs in der Versandhalle durchlaufen hatte, stand ich am Ende vor dem Monster von Stahlbandpackmaschine. Am Anfang hatte ich ziemlichen Respekt vor dem Ungetüm, denn die Storys, die ich zu hören bekommen hatte waren nicht ganz ohne: Von Mitarbeitern die sich selbst die Hände eingeschnürt hatten oder versehendlich den Kopf durch die Maschine gesteckt und dabei fast zu Tode kommen wären.
Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wurde die Maschine, die ich liebevoll “Grünes Monster” nannte und hin und wieder zärtlich tätschelte, mein bester Freund, denn absurder weise war sie es, die mir zukünftig eine ganze Menge Freizeit ermöglichte und nicht nur mir, sondern allen Mitarbeitern in der Halle. Um das zu verstehen muß man wissen, dass die Firma ein großes Interesse daran hatten, das die Fahrer möglichst schnell auf den Weg kamen, denn auch schon damals war Zeit Geld. Um also die Mitarbeiter zu motivieren ein bißchen Geschwindigkeit zu machen gab es eine bestimmte Regel. Da die Arbeitzeit normalerweise von 14 bis 22 Uhr bezahlt wurde, und diese Zeit im Vergleich zu anderen ungelernten Jobs einen um fast 50 % höheren Stundenlohn beinhaltete, zählte die Geschäftsführung darauf, dass die Mitarbeiter möglichst schnell nach Haus wollten. Daher durften auch alle nach Hause gehen, wenn alle Zeitungen abgearbeitet waren. Die Zeit wurde trotzdem bis 22 Uhr bezahlt, was zusammen mit dem sowieso schon höheren Stundenlohn für eine solche Tätigkeit eine nahezu traumhafte Bezahlung war.
Normalerweise ist es so, dass ein Mitarbeiter, nachdem er alle Stellen durchlaufen hatte, für die Bereiche eingesetzt wurde, die er besonders zügig handhabte. Und jetzt kommen wir zurück zur Packmaschine: ich hatte ja schon gesagt, dass ich ein sehr inniges Verhältnis zum “Grünen Monster” aufgebaut hatte und es sich gezeigt hatte, dass ich mit der Maschine fast so was wie ein symbiotische Beziehung aufbaute. So war ich denn auch nach wenigen Wochen schon der schnellste Packer, der jemals an dieser Packmaschine gearbeitet hatte. Das kam natürlich letztlich allen Mitarbeitern zugute und selbst die Geschäftführung konnte dank meiner Fähigkeiten früher nach Hause. Aus diesem Grund wurde ich schließlich nur noch an der Packmaschine eingesetzt. Ich selbst war darüber nicht unglücklich denn ich hatte inzwischen fast schon so was wie eine Liebe zum “Grünen Monster” entwickelt. Im Endeffekt schaffte ich es, dass wir im Durchschnitt ca. drei Stunden vor dem eigentlichen Arbeitsende nach Haus konnten. Dieser Umstand hatte aber für mich nicht nur den Vorteil, diese täglichen 3 Stunden geschenkt zu bekommen, denn natürlich liebten mich die anderen Mitarbeiter auch übermaßen.
Weil in dem Zeitungsversand sieben Tage in der Woche gearbeitet wurde und man einen freien Tag in der Woche hatte, an dem dann ein anderer Mitarbeiter meinen Job machte so gut er konnte, zeigte es sich jedoch immer wieder, dass ich fast immer mindestens 1 Stunde schneller war als sonstwer wenn es ums Verpacken ging. Warum war das so? Nun das liegt daran, dass sich früher alle Mitarbeiter mehr Zeit gelassen hatten beim Aussortieren, denn die fertigen Pakete stauten sich eigentlich immer an der Packmaschine und zwar oft so sehr, dass es immer wieder kleine Wartepausen für die Sortierer gab, die diese dann oft für eine Zigarettenpause vor der Tür nutzen, was wiederum den gesamten Ablauf noch mehr verzögerte. Meine Fähigkeiten waren aber von ganz anderer Natur als die anderer Packer an der Maschine. Ich hatte eine völlig andere Technik als alle anderen entwickelt und später versuchten andere sogar meine Arbeit zu Packen zu kopieren, wobei so gut wie alle dabei scheiterten.
Was genau also tat ich anders als alle anderen Packer? Ich hatte zuerst einmal das Ganze sehr genau beobachtet und wußte in welchem Rhythmus die Sendungen ankamen an der Maschine. Das erste was ich geändert hatte war die Höhe des Rollbandes wenn es an der Packmaschine ankam. Die Höhe stimmte nämlich nicht 100 % mit der Höhe der Packmaschinenauflage übereine, so das ich das mit einer Zange, einem Schraubeschlüssel und einem Schraubendreher erstmal änderte. Dass hatte danach nämlich den Effekt, dass die fertigen Sendungen vom Packer nicht mehr angehoben werden mußten sondern einfach nur einen leichten Schupps brauchten und schon lagen sie direkt vor ihm.
Ein weiterer Vorteil entstand dadurch, dass ich die Auflagenfläche vor der Gebindeeinheit anders ausnutze: Ich schob nämlich bereits eine neue Sendung auf die Auflage bevor die vorherige noch ihr letztes Gebinde bekam. Das ging natürlich nur gut, wenn man den Rhythmus einhielt, der dadurch entstand. Mit anderen Worten, ich arbeitete wie ein Krake mit vielen Armen: ich packte nämlich das Paket erst einmal quer und danach erst zweimal auf der langen Seite, wobei ich mit dem neuen Paket, das dann wieder quer reinkam, das alte fertige Paket mit einem Schupps aufs Rollband zu den Autos beförderte und das neue gleichzeitig an der richtigen Stelle hatte, damit es sein erste Gebinde bekam. Das ganze war natürlich sehr heikel, denn wenn man sich mal vertat, dann hatte man ein heillosen Durcheinander produziert und das Ganze mußte dann erst mit einer Eisenschere wieder umständlich und sehr zeitraubend aufgeschnitten werden.
Der Witz an der ganzen Sache war aber, dass man normalerweise einen “Buzzer” (oder auch “Grobhandtaster” genannt) hatte, den man betätigen mußte während man mit der anderen Hand das obere Blatt und die Sendung zusammenhielt. Ich hatte jedoch eine Packtechnik entwickelt, die es mir erlaubte anders vorzugehen. Wie bereits erwähnt, packte ich gegen der herkömmlichen Technik die Sendung zuerst quer, also das lange Band wird als erstes geschnürt. Dabei brauchte man allerdings zwei Hände um die Sendung zu positionieren und festzuhalten, so konnte man aber den Buzzer nicht betätigen. Ich half mir dadurch, dass ich den Buzzer einfach mit dem Knie betätigte, was wirklich sehr akrobatisch aussah und mir in der ersten Woche, in der ich diese Technik praktizierte, reichlich Glieder- und Rückenschmerzen einbrachte, die dann aber mit der Zeit nicht mehr auftraten, da ich durch winzige Äderungen in meiner Bewegungsweise diese umgehen konnte.
Normalerweise packt man ja erst eine kurze Seite bei der man das mit einer Hand festhalten konnte, damit man den Buzzer mit der anderen betätigen konnte. Anschließen packte man die zweite kurze Seite auf die selbe weise. Bei der dritten Seite braucht man nun auch nur noch eine Hand zum festhalten, da ja nun durch die beiden vorherigen Bänder die Sendung nicht mehr verrutschen und auch das Deckblatt samt Adressenaufkleber nicht mehr durcheinandergeraten konnte. Anschließend mußte man das Teil aber wieder um 90 Grad drehen sonst wäre es auf dem Rollband zum Auto hin vom Rollband gefallen oder hätte sich auf diesem kaum bewegen lassen, da es an den Rollbandrändern abgebremst wurde. Man mußte die Pakete als immer in der selben Richtung auf den Rollbändern bewegen, da diese nur so breit waren wie die schmalen Seiten der Pakete.
Bei meiner Technik aber, bei der ich ja mit der bereits neuen Sendung die alte durch die Öffnung der Packmaschine schubste um sofort die neue Sendung quer vor der Gebindeeinheit liegen zu haben und das Ganze noch in perfekter Position ohne den Buzzer überhaupt loszulassen, der die Maschine ständig arbeiten ließ, damit keine Pause entstand, ging es ja auch darum, immer noch eine Hand parat zu haben, um die bereits nächste Sendung ranzuholen. Also war ich ja praktisch gezwungen so vorzugehen, sonst hätte ich den Buzzer wieder loslassen müssen, was ich nicht wollte. Eigentlich macht man jedes Gebinde einzeln, läßt den Buzzer los, positioniert die Sendung neu oder dreht sie oder schubst sie weg um dann das nächste Paket oder das nächste Gebinde mittels Buzzer zu packen. Das war die herkömmliche Technik, die unterm Strich aber mindestens 1 bis 2 Stunden länger dauerte in der Summe pro Tag.
Jedenfalls ermöglichten mir meine Fähigkeiten ein großes Ansehen und die Tatsache, das ich von alle Mitarbeitern am Band im Laufe der nächsten Wochen den höchsten Stundenlohn erreicht hatte, was mir aber keiner neidete, denn alle wußten: auf mich und meine Packfähigkeiten kam es an! Ich war die wichtigste Person in dem Prozeß, dass mich selbst die Geschäftsführung mit Erfurcht und Respekt behandelte. Unterm Strich hatte ich viel Freizeit, einen sehr guten Verdienst und ein hohes Ansehen auf der Arbeit. Auf der anderen Seite kam aber die neue Fahrprüfung auf mich zu. Ich steckte also im Dilemma oder in einem Gewissenskonflikt.
Sollte ich die Prüfung bestehen, würde ich mich ja als Blitzkurierfahrer verdingen wollen und ich freute mich ja schon seit vielen Monaten darauf, endlich meinem Traumjob nachgehen zu können! Auf der anderen Seite hatte ich auch hier einen Traumjob: ich konnte bis Mittags schlafen, verdiente sehr viel und da die Firma außerhalb der Stadt war, konnte ich auf der Zugfahrt dorthin und von dort fort viel Lesen, denn ich liebte das Lesen von Büchern fast so wie mein “Grünes Monster”. Aber alles würde ganz anders kommen und mir die Entscheidung quasi aus der Hand genommen werden.
Als ich eines mittags in die Halle kam stand neben meinem “Grünen Monster” ein “Roter Zwerg”, eine fast winzige Packmaschine, die nur etwa halb so groß und halb so breit wie mein “Grünes Monster” war. Dafür aber hatte es die angebliche Fähigkeit schneller zu arbeiten und benutze keine Metallbänder mehr, die, wie beim “Grünen Monster” mit Metallklammern befestigt wurden, sondern das Band war aus Plastik und wurde mittels Hitze zusammengeschweißt. Laut Geschäftsleitung hatte man diese Maschine jetzt in allen Standorten der Firma eingeführt und sie war also uns sozusagen von oben herab diktiert worden. Die Änderung wurde damit begründet, dass die neue Maschine nur halb soviel Materialkosten produzieren würde und man ja auch mit der Zeit gehen und neuen Entwicklungen eine Chance geben müßte.
So gab ich mich also in mein Schicksal und versuchte mich mit dem “Roten Zwerg” anzufreunden. Man erklärte mir, dass man mir sogar zur Eingewöhnungszeit einen zusätzlichen Mitarbeiter zur Seite stellte, der dann die Sendungen vom Rollband über das “Grüne Monster” schob um es dann auf den “Roten Zwerg” runter zu setzen, denn die neue Plastikpackmaschine war etwas niedriger als die Rollbänder und das “Grüne Monster”. Nun gut, ich wollte kein Vorurteil fällen, vielleicht war die neue Packmaschine ja tatsächlich nicht so schlecht und würde ihre Vorteile habe. Ich lies mir also vom Mechaniker, der die Maschine angeliefert und am Anfang betreuen und an den Arbeitsprozeß anpassen würde, erklären und zeigen, wie das Gerät arbeitete und worin die Vorzüge lägen. Der Mechaniker zeigte mir also, dass die Maschine viel schneller das Band um die Sendung schlug um es dann mittel eines heißen Schweißkopfes zusammenzukleben. Mein Einwand, dass dieser Schweißvorgang den Zeitvorteil ja wieder zunichte machte, das der ganze Vorgang in der Summe ja viel länger dauern würde als die alte Maschine ihre Metallbänder mittels Metallklammern zusammen fügte schien der Mechaniker entweder überhört zu haben oder nicht gelten zu lassen. Jedenfalls hob er stolz den Zeigefinger und erklärte, dass die “Neue” etwas könne, was die alte nicht drauf hätte: Es gab den KORREKTURKNOPF”!! Sofort führt mir der gute Mann vor, dass wenn man einmal das Band irgendwie falsch um das Paket geschnürt hätte der Korrigierknopf diesen Vorgang rückgängig machen könnte. Ich war gespannt. Der Mechaniker wackelt also beim Packvorgang mit der Sendung hin und her und erreichte dadurch, dass das Band leicht lose um die Sendung verschweißt wurde. Nun drückte er stolz auf den Korrekturknopf und wir konnten beobachten, wie die Maschine den Schweißpunkt, der das Band zusammenhielt wieder durch Hitze erwärmt und gelöst wurde. Anschließend wickelte die Maschine das Plastikband wieder von der Sendung und zog es in ihr Inneres. Leider aber hatte die Erhitzung das Band zwar aufgetrennt, aber untendrunter an das Deckblatt der Sendung geklebt, so dass die Maschine nun nicht nur das gelöste Band sondern auch das gesamte Deckblatt mit in ihr Inneres drosch.
Der Mechaniker fuchtelte wie wild um sich und drückte den Notknopf der Maschine. Ich wollte dem Man ja nicht auf die Nerven gehen, aber ich fragte ihn, ob das so gewollt sei oder wen nicht, ob das schon mal woanders vorgekommen sei. Der Mann sah mich mit solch durchdringenden Augen an, dass ich automatisch einige Schritte rückwärts von ihm abrückte. Nach 2 Stunden hatte er die Maschine wieder zum Laufen gebracht und erklärte mir kleinlaut, dass die Hitze beim Korrigiervorgang wohl zu hoch sei für ein solches Deckblatt da andere Sendung meist in einem Karton stecken würde und dieser dann zu schwer sei um von der Maschine in ihr Inneres gezogen zu werden, wenn man den Korrekturknopf betätigen hatte. Er empfahl uns, diesen Knopf erstmal außer acht zu lassen und falsch geschnürte Pakete mit einer Schere wieder aufzuschneiden. Als ich mich unter den Augen des Mechanikers nun der Maschine zuwandte fragte ich ihn, ob er denn die Deckwand am Rücken der Maschine aufschrauben könne, damit wir das Rollband anbringen könnten, das dann zu den Autos führen würde. Der Mann sah mich erstmal stumm einige Momente an, verzog merkwürdig das Gesicht, so dass ich schon Angst hatte, er würde gleich zu heulen anfangen. Schließlich gab er kleinlaut zu, dass die neue Packmaschine gar keine Durchreiche besitzen würde, sondern man auf der linken Seite das Rollband gut anbringen könnte. Ich war irritiert, doch der Mechaniker gab nicht auf und meinte, dass ja meine Hilfe, die mir die jeweils neue Sendungen über die alte Maschine zureichte, in der Zeit während ich das Paket zuschnürte hinter mir um mich herum laufen könnte um dann das fertige Paket in Empfang zu nehmen und es mittels Rollband neben der Maschine in Richtung der Autos zu schubsen. Jetzt war ich irritiert. Wo waren noch mal die Vorzüge der neuen Maschine, ich traute mich nicht mehr zu fragen, denn ich wollte nicht dass der Mechaniker sich vielleicht vor den heranrasenden Stapler der türkischen Tageszeitung warf. Gott war ich froh als ich mich eine Woche lang jeden Tag mit der neuen Maschine mit (nicht funktionierendem Korrekturknopf!) bis abends um 21 Uhr herumgequält hatte bis ich endlich meinen Führerschein in den Händen hielt und beim Zeitungsvertrieb kündigen konnte.
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Freitag 28. Oktober 2011 um 22:28
[...] Anmelden « PACKMASCHINE MIT KORREKTURKNOPF – eine Erzählung von M.-Ellen Meyer [...]
Samstag 29. Oktober 2011 um 13:02
Das ist ja köstlich! Ich habe Tränen gelacht! Ich hoffe, dass war so gedacht! Wenn nicht, muß ich mich wohl entschuldigen, wenn diese Geschichte toternst gemeint war! Wem erging es noch so wie mir? Ich wünsche mir jedenfalls weitere Erzählungen dieser Art, die ein schönes Gegengewicht zu den zumeist phantastischen Storys und Leseproben in diesem Blog bilden! Wer ist meiner Meinung? Warum gibt es hier eigentlich so wenige Lovestorys, Krimis und Geschichten aus dem Glaubens-Bereich und der Verhaltensspychologie?
Samstag 29. Oktober 2011 um 13:06
Ich habe übrigens ein paar Tippfehler gefunden, die ich an die e-mail im Impressum gesendet habe, damit sie der Autorin geschickt werden können! Und einige Sätze sollte man aufteilen, da sie zu lang sind, aber ansonsten gefällt mir diese Art der Schilderung gut, da sie sehr realistisch anmutet! Mein Lob dafür an die Autorin!
Mittwoch 2. November 2011 um 01:20
Hallo M.-Ellen Meyer, habe dir die Korrekturen zugemailt, vielleicht am besten nochmal überarbeiten. Du schreibst ja insgesamt recht heftig direkt aus dem täglichen Leben, das finde ich als Kontrast zu den anderen Geschichten im Wettbewerb sehr schön, da sich dadurch die Bandbreite der Autorin hier im Blog wunderbar zeigen läßt und andere vielleicht dadurch sich angeregt fühlen, hoffentich!, auch mal einen Beitrag zu posten. Ich hatte nämlich ein kurzes Gespräch mit einer unserer neueren Community-Autorinnen, die meinte, dass sie kein phantastisches Genre abdenken kann und möge. Mein Einwand, dass hier alles angeboten werden kann an Genres, fand sie offenbar nicht ganz befriedigend. Ich finde das sehr schade, dass sich Leute davon beeiflussen lassen, was die mesiten hier für ein Genre bedienen in den Wettbewerben. Sie meinte noch, dass sich damit widerspiegeln würde, wo der Geschack an Genres hier hingehen würde und sie sich mit ihrem Genre damit ins Abseits stellen würde. Was meint ihr denn dazu, sprecht ihr hier doch mal Mut zu, es wenigstens mit einer kleinen Story ihres Genres hier zu versuchen, oder liegt wie vielleicht doch richtig und hier kann nur Phantastisches was erringen an Preisen? Klärt mich auf!
Mittwoch 2. November 2011 um 10:54
Bisher haben nur phantastische Geschichten Preise bekommen, oder? Aber das liegt daran, dass nur ganz vereinzelt andere Geschichten existieren bzw. nominiert werden.
Ich habe ja schon mal gesagt, dass ich gern mehr Krimis o.ä. hier lesen würde
. Vielleicht stelle ich mal einen Krimi oder eine Story eines anderen Genres rein … sobald ich eine zündende Idee habe
. Dazu wäre es natürlich super, wenn jemand eine entsprechende posten würde, dann wird drüber diskutiert und die Fantasie angeregt. Ich denke halt immer noch zu sehr in SF-Bahnen
.
Mittwoch 2. November 2011 um 18:48
Ich hätte auch nichts gegen eine Krimi-Anthologie, was meinst du?