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Literatur-Blog

Multipler Urknall

Erstellt von Galaxykarl am Sonntag 1. Februar 2009

In der Genesis heißt es gleich zu Beginn: Und Gott sprach. “Es werde Licht.” Und es ward Licht. Zitat Ende. Nicht wenige aufgeschlossene Christen, viele Astrophysiker und wahrscheinlich eine erhebliche Zahl von Atheisten setzen diesen Zeitpunkt mit dem Beginn des Universums, gemeinhin bekannt als Urknall, dem Big Bang, gleich.

 Schon im Religions-, später dann auch im Physikunterricht habe ich mich immer gefragt: Woher kam denn die ganze Materie, mit der Gott die Welt, ja das gesamte Universum mit einem einzigen Schlag schuf? Oder die Natur, wenn Sie so wollen. Sollten all die Milliarden von Galaxien, die wir mittlerweile – hauptsächlich dank des Hubble-Teleskopes – entdeckt haben, tatsächlich in einem einzigen Augenblick entstanden sein? Und in einem einzigen Punkt von unvorstellbarer Konzentration – einfach so, aus dem Nichts heraus – latent vorhanden gewesen sein?

 Wenn dem so wäre, müßte man anhand der Fluchtbewegungen der Galaxien und Sternenhaufen, den Punkt des Urknalls eigentlich zurückrechnen und seine Position im All definieren können. Und damit auch den Ort, an dem Gott wohnt? Auch wenn wir die seit Milliarden von Jahren wechselhaften Anziehungskräfte der Galaxien zueinander berücksichtigen, müsste dies theoretisch möglich sein. Doch es ist es nicht. Allein mit der gegenseitigen Beeinflussung durch die gewaltigen Schwerkräfte lassen sich die völlig unterschiedlichen Triftrichtungen nicht erklären. Viele Galaxien bewegen sich sogar aufeinander zu. Sie ziehen sich gegenseitig durch ihre gewaltigen Schwerkräfte an, aber sie streben nicht von einer Big-Bang-Position weg!

 Man kann mir vorwerfen, dass der menschliche Verstand – vielleicht noch nicht – in der Lage ist, die wirklichen Zusammenhänge im All zu verstehen. Gottes Wege sind unergründlich. Aber vielleicht war es doch ein wenig anders. Vielleicht war Gottes Schöpfung doch gewaltiger, als es sich mancher religiöser Kleingeist vorstellen kann oder will. Ich sage dies als Atheist, nicht als gläubiger Mensch. Aber dazu später mehr.

 Ich möchte das Pferd von einer anderen Seite her aufzäumen: Eine der grundlegendsten Regeln der Natur, der Physik, meinetwegen der Schöpfung ist die, das nichts verloren geht. Alles was vergeht, bildet die Grundlage für etwas Neues, was daraus entsteht und wächst.

Nehmen wie eine entsprechend große Sonne zum Beispiel, die am Ende ihres “Lebens” (für die Astrophysiker: besser am Ende ihres Brennstoffvorrates) eine Entwicklung durchmachen kann, dessen Resultat ein Schwarzes Loch bildet. Mittlerweile sind Schwarze Löcher keine blanke Theorie mehr, oder das Faible von Science-Fiction-Autoren, sondern anerkannte Tatsache und eine ganze Reihe davon wurden von den Astronomen zuverlässig lokalisiert. Selbst „unsere“ Milchstraße soll im Zentrum eines davon besitzen. Nun, was ist die Haupteigenschaft eines Schwarzes Loches: Es frißt jegliche Materie in seiner unmittelbaren Umgebung und gewinnt dadurch noch mehr an Masse. Was wiederum dazu führt, dass es eine noch größere Anziehungskraft erhält und noch mehr Materie in sich hineinzieht. Sein Wirkungsgrad (auch: Ereignishorizont) wird immer größer, und es zieht durch seine gesteigerte Anziehungskraft auch entferntere und größere Objekte in seinen Schlund. Und so weiter und so fort. Und dies unendlich? Wieviel Materie kann ein Schwarzes Loch in sich aufnehmen? Wir sprechen hier immerhin nicht von Kilogramm oder Tonnen, sondern von Kometen, Meteoriten, kosmischem Staub, Monden, Planeten, ja selbst anderen Sonnen. Aber und aber Milliarden von Gigatonnen allen möglichen Materials. Unendlich?

 Nein! Kein lineares System, sei es natürlichen oder menschlichen Ursprunges kann sich bis ins Unendliche steigern, ohne irgendwann in eine andere Zustandsform wechseln zu müssen. Ein Beispiel: Drehen Sie einen Wasserhahn leicht auf, und ein dünner Wasserstrahl verläßt den Hahn, drehen Sie stärker auf, und er wird dicker und dicker werden. Bis zu dem Grad, an dem sich aus dem geschlossenen Strahl ein Chaos entwickelt. Das Wasser spritzt; es hat sein lineares Wachstum verlassen und eine neue Bewegungsform erreicht. Ähnliche Beispiele lassen sich zuhauf finden.

 Ist es also möglich, das über Urzeiten hinweg ein Schwarzes Loch unbegrenzt wachsen kann? Erreicht es nicht doch irgendwann einen Grad der Sättigung, wie ein Vielfraß, der es übertrieben hat? Und was passiert dann? Reicht die Masse, die es geschluckt hat aus, ein ganzes Universum wieder zu füllen? Wieder bin ich der Meinung: Nein!

Wahrscheinlich frißt ein Schwarzes Loch nur so viel Materie, wie es in seinem wachsenden Einflußbereich vorfindet, im Extremfall vielleicht sogar eine ganze Galaxie. Was soll´s? Doch dann hat es nichts mehr zu fressen. An anderen Orten im Universum mag die Sternendichte, die Konzentration von dunkler Materie oder ganzen Sternenhaufen aber so groß sein, das unser gefräßiges Monstrum sich schier übernimmt und seine Variante vom Wechsel einer linearen Entwicklung zum Chaos vollzieht: Ein Urknall findet statt. Damit wäre erklärt, woher die Materie kommt, die unser Universum begründet haben soll. Doch ich gehe einen Schritt weiter. Ich behaupte, dass es nicht einen Urknall gab, sondern unendlich viele. Mehr noch: Ich bin davon überzeugt, dass dieser Prozeß immer noch anhält und dies auch für alle Ewigkeit tun wird.

 Wir erinnern uns: In der Natur geht nichts verloren. Alles Vergangene gebiert Neues. Das ist übrigens ein Konzept, ein Gedanke, den ich mit meinem primitiven Affengehirn gut nachvollziehen kann. Es ist beruhigend, zu wissen, das Geburt und Tod, Wachstum und Verderben, Werden und Vergehen ein unumstößliches Gesetz der Natur darstellt.

 Zusammenfassend stelle ich folgende Behauptung auf und rege eine Diskussion darüber an:

- Es gab und gibt nicht einen Urknall, sondern unendlich viele.

- Dieser Prozeß ist aktuell und wird auch in Zukunft existieren.

- Schwarze Löcher können nicht unendlich viel Materie in sich aufnehmen.

- Sie explodieren bei einem Grad der “Sättigung” mit einem Big Bang.

- Die Herkunft der Materie der Big Bangs ist damit gefunden.

- Die unterschiedlichen Driftbewegungen der Galaxien gründen auf diese multiplen Big Bangs.

- Die gegenseitigen Anziehungskräfte der Galaxien verwischen hier nur die Spuren und sind sekundärer Natur.

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Hawkings neues Universum: Raum, Zeit und Ewigkeit Hawkings neueste Erkenntnisse verstehen: Die Welt des Genies – für jeden verständlich
Big Bang: Der Ursprung des Kosmos und die Erfindung der modernen Naturwissenschaft
Big Bang, zweiter Akt: Auf den Spuren des Lebens im All

 

Ein Kommentar zu “Multipler Urknall”

  1. Die Raumfahrerin sagt:

    Lieber Werner,

    jetzt juckt es mich doch in den Fingern, dir einmal meine Meinung zu einigen Punkten in deinem Artikel kund zu tun:

    Du schreibst: “Schon im Religions-, später dann auch im Physikunterricht habe ich mich immer gefragt: Woher kam denn die ganze Materie, mit der Gott die Welt, ja das gesamte Universum mit einem einzigen Schlag schuf?”

    Lieber Werner, zuerst einmal solltest du dich von einigen alten Zöpfen in deinen Vorstellungen vom Universum trennen. Das beginnt mit der Vorstellung, die du von Materie hast: Materie ist nämlich nicht wirklich das, wofür du es hällst, schon Einstein lehrte uns, dass Materie und Energie austauschbar sind; und dazu gehört auch die Bewegungenergie, was somit bedeutet: Bewegung ist Materie. Das wird dich sicherlich im ersten Moment erschrecken, aber die Konsequenz daraus ist: Es gibt sowas nicht, was DU für Materie ansiehst, es ist nur eine Projektion, die nötig ist, damit ein menschliches Gehirn sein Umfeld in irgendeiner Weise wahrzunehmen in der Lage ist. Tatsächlich ist Materie nicht anderes als Fluktuationen eines anderen Mediums, womit wir – es tut mir leid -die Welt des Quantenuniversum betreten haben. Und die Quantentheorie lehrt uns: Materie kann durch aus aus dem sogeanten “Nichts” entstehen, womit deine Frage nach dem “Woher aller Materie” unsinnig ist.

    Desweiteren schreibst du: “Sollten all die Milliarden von Galaxien, die wir mittlerweile – hauptsächlich dank des Hubble-Teleskopes – entdeckt haben, tatsächlich in einem einzigen Augenblick entstanden sein? Und in einem einzigen Punkt von unvorstellbarer Konzentration – einfach so, aus dem Nichts heraus – latent vorhanden gewesen sein?”

    Die Antwort lautet: Ja! Siehe oben!

    Du schreibst: “Wenn dem so wäre, müßte man anhand der Fluchtbewegungen der Galaxien und Sternenhaufen, den Punkt des Urknalls eigentlich zurückrechnen und seine Position im All definieren können. Und damit auch den Ort, an dem Gott wohnt? Auch wenn wir die seit Milliarden von Jahren wechselhaften Anziehungskräfte der Galaxien zueinander berücksichtigen, müsste dies theoretisch möglich sein. Doch es ist es nicht. Allein mit der gegenseitigen Beeinflussung durch die gewaltigen Schwerkräfte lassen sich die völlig unterschiedlichen Triftrichtungen nicht erklären. Viele Galaxien bewegen sich sogar aufeinander zu. Sie ziehen sich gegenseitig durch ihre gewaltigen Schwerkräfte an, aber sie streben nicht von einer Big-Bang-Position weg!”

    Die Antwort lautet wieder: Ja, wir kennen den Punkt, an dem der Urknall stattfand!! – Dieser Punkt ist nämlich “überall”. Das mag verrückt klingen ist es aber nicht: Das was wir als das Universum halten, ist nämlich der Punkt, da sich aus diesem Punkt das Universum entwikelt hat, etwa so, wie man aus einem Wassertropfen, der sinngemäss diesen Punkt darstellt zu einer riesigen Seifenblase aufpusten kann, in dieser ist der anfängliche Tropfen buchstäblich auch an jedem Ort dieser Blase.

    Du schreibst: “Ich möchte das Pferd von einer anderen Seite her aufzäumen: Eine der grundlegendsten Regeln der Natur, der Physik, meinetwegen der Schöpfung ist die, das nichts verloren geht. Alles was vergeht, bildet die Grundlage für etwas Neues, was daraus entsteht und wächst.

    Nehmen wie eine entsprechend große Sonne zum Beispiel, die am Ende ihres “Lebens” (für die Astrophysiker: besser am Ende ihres Brennstoffvorrates) eine Entwicklung durchmachen kann, dessen Resultat ein Schwarzes Loch bildet. Mittlerweile sind Schwarze Löcher keine blanke Theorie mehr, oder das Faible von Science-Fiction-Autoren, sondern anerkannte Tatsache und eine ganze Reihe davon wurden von den Astronomen zuverlässig lokalisiert. Selbst „unsere“ Milchstraße soll im Zentrum eines davon besitzen. Nun, was ist die Haupteigenschaft eines Schwarzes Loches: Es frißt jegliche Materie in seiner unmittelbaren Umgebung und gewinnt dadurch noch mehr an Masse. Was wiederum dazu führt, dass es eine noch größere Anziehungskraft erhält und noch mehr Materie in sich hineinzieht. Sein Wirkungsgrad (auch: Ereignishorizont) wird immer größer, und es zieht durch seine gesteigerte Anziehungskraft auch entferntere und größere Objekte in seinen Schlund. Und so weiter und so fort. Und dies unendlich? Wieviel Materie kann ein Schwarzes Loch in sich aufnehmen? Wir sprechen hier immerhin nicht von Kilogramm oder Tonnen, sondern von Kometen, Meteoriten, kosmischem Staub, Monden, Planeten, ja selbst anderen Sonnen. Aber und aber Milliarden von Gigatonnen allen möglichen Materials. Unendlich?”

    Die Antwort lautet: Ja! Denk mal an die Seifenblase, wenn du dort die Luft rauslässt, hast du auch die gesamte Materie des Seifenblasenuniversum in einem Tropfen zurückgewonnen.

    Du schreibst: “Kein lineares System, sei es natürlichen oder menschlichen Ursprunges kann sich bis ins Unendliche steigern, ohne irgendwann in eine andere Zustandsform wechseln zu müssen.”

    Die Antwort lautet, es handelt sich nicht um ein lineares System, da für die Dinge, die in einem Blackhole geschehen, nicht die Gesetze ausserhalb aussschlaggebend sind, sondern die der Quantenmechanik: die Materie kann sich in “Nichts” verwandeln, augenblicklich und augenblicklich aus dem Nichts wieder flukturieren!

    Es gäbe hier noch so viel zu sagen, doch das würde jetzt den Rahmen buchstäblich sprengen, ich will es einmal mit meinen Antworten gut sein lassen…

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