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DAS KLEINE MÄDCHEN MIT DEM HUND – Eine wahre Geschichte von Tröpfchen Kakadu (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2015 – gedrittelter Preis)

DAS KLEINE MÄDCHEN MIT DEM HUND

Eine wahre Geschichte

von

Tröpfchen Kakadu

(sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2015 – gedrittelter Preis)

Elf Tage lang ist ein knapp vier Jahre altes Mädchen allein in einem Wald der Teilrepublik Jakutien in Russlands Fernem Osten herumgeirrt. Zu seiner Verteidigung gegen Bären und Wölfe stand ihm nur sein kleiner Hund zur Seite, bis es endlich von Helfern gefunden wurde. Nun erholt sich das Mädchen auf der Intensivstation im Krankenhaus der Stadt Jakutsk im Nordosten Sibiriens.

Das kleine Mädchen heißt Karina und lebt in Jakutien, in der Republik Sacha. Ihr Alter beträgt drei Jahre und sieben Monate. Am 29. Juli verließ Karina mit ihrem Hund das Haus und wollte ihren Vater Rodion in dessen Heimatdorf begleiten. Der hatte das wohl aber garnicht so richtig mitbekommen. Nur die Mutter des Mädchens war der Meinung, dass ihre Tochter zusammen mit ihrem Papa dorthin unterwegs war. Erst als dieser nach vier Tagen von dort zurückkehrte – und zwar ohne Karina – realisierten die Eltern, dass ihre gemeinsame Tochter seit dieser Zeit verschwunden war.

Karina hatte wohl versucht, ihren Vater einzuholen, war aber kaum in der Lage gewesen,  mit ihm Schritt zu halten, der davon, dass seine Tochter hinter ihm herlief, nicht einmal was mitbekommen hatte. Als dieser in seinem Dorf ankam, gingen er und einige andere Männer des Dorfes los, um einen Waldbrand in einem anderen Gebiet Sibiriens zu bekämpfen. Als Karina beim Zuhause des Vaters ankam, war dieser längst weg und so kam es wohl, dass das Mädchen wieder in sein Dorf Olom zurückkehren wollte, sich dabei aber verirrte, da es bereits anfing zu dunkeln.

So kam es,  dass die Dreijährige elf Tage durch die sibirische Taiga irrte, ohne auf einen Menschen oder ein Dorf zu treffen. Dabei war das Mädchen die ganze Zeit über barfuß und nur mit einem T-Shirt bekleidet gewesen. Das Mädchen berichtete später, es habe sich in den ganzen vier Tagen von wilden Beeren ernährt und Wasser aus Flüssen und Seen getrunken. Zudem habe der kleine Hund Karina in den kalten Nächten gewärmt. Es muß wohl eine regelrechte Tortour für das Mädchen gewesen sein.

Unterdessen begann eine Großfahndung nach dem Kind, an dem sich hunderte Freiwillige beteiligten. Als die Suchtrupps und die Familienangehörigen schon alle Hoffnung fahren ließen, tauchte plötzlich der kleine Hund zu Hause auf und führte sie auf die Spur des Mädchens.

„Es ist ein wahres Wunder“, sagte Artiom Borisow, der die kleine Karina fand. „Ich sah sie in hohem Gras sitzen. Als sie mich bemerkte, streckte sie weinend die Hände nach mir aus. Sie war schwach, blass und ausgezehrt. Sie wollte sofort zu essen und Wasser.“

Es gibt sie also doch noch: die Geschichten mit Happy End. Nach vier Tagen fanden die Helfer mit Hilfe des kleinen Hundes das Mädchen zusammengekauert im Gras. Überlebt hat sie wohl nur dank ihres Hundewelpen, der das Mädchen in den kalten sibirischen Nächten mit seinem Körper wärmte und ihr wohl das Gefühl gegeben haben düfte, nicht wirklich alleine zu sein, sondern einen treuen Freund an ihrer Seite zu haben.

“Sie war leicht wie ein Vogel, wog vielleicht noch zehn Kilogramm, als ich sie zum Wagen trug”, sagte ein Helfer der ‘Sibirian Times’. Doch darüber hinaus sei es ihr überraschend gut gegangen, so der Helfer weiter.

Doch wie konnte Karina in dieser unwirtlichen Gegend, wo Wölfe und Bären umherstreifen, überhaupt so lange überleben?

„Als ihr Hund ohne sie heimkam, verließ uns der Mut. Wir dachten, das war’s“, sagte ein Sprecher des Rettungsteams. Doch dann die Überraschung: Zwei Tage später wird das völlig entkräftete Mädchen von Suchmannschaften im hohen Gras gefunden.

Mittlerweile befindet sich Karina im Krankenhaus von Yakutsk, der nächsten Stadt. Laut ihrer behandelnden Ärztin Ekaterina Andreeva ist sie wohlauf und unverletzt, abgesehen von einigen Kratzern an den Füßen und einigen Moskitostichen.

Der glückliche Ausgang machte viele Menschen froh in den beiden Dörfern und der ganzen Umgebung. Die Eltern schworen sich, nie wieder so unachtsam zu sein und von diesem Moment an immer ein Auge auf die kleine Karina zu haben. Der kleine Hund wurde ebenfalls gefeiert und mit leckerem Fresschen und einem wunderschönen Halsband belohnt!

-Ende-

Copyright (c) 2014 by Tröpfchen Kakadu

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Buchtipp der Autorin:

Sommerhalder, Reno
Unter Bären und Tigern

Mein Abenteuer in der sibirischen Taiga

Verlag :      Wörterseh
ISBN :      978-3-03763-052-5
Einband :      gebunden
Preisinfo :      39,90 Eur[D] / 41,10 Eur[A] / 39,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 31.07.2014
Seiten/Umfang :      224 S. – 21,2 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      31.10.2014

Seit bald dreißig Jahren lebt der Schweizer Bärenexperte und Wildnis-Guide Reno Sommerhalder mit Grizzlys in den wildesten noch intakten Ökosystemen unserer Erde. Seine Sehnsucht nach unberührten Landschaften zieht ihn auch immer wieder in die Wildnis Russlands. Dieses Mal begleitete Reno seinen russischen Biologenkollegen Sergey Kolchin in die ussurische Taiga, wo die zwei Männer einen Sommer lang verwaiste Asiatische Schwarzbären und Ussurische Braunbären auswilderten. Den Jungbären die Freiheit zurückgeben zu können, die ihnen von Wilderern genommen wurde, war laut Reno Sommerhalder ein wunderbares Erlebnis. Der große Nervenkitzel dieses Projektes bestand aber nicht nur in den täglichen Spaziergängen mit den Jungbären in die freie Wildbahn, sondern in der einmaligen Gelegenheit, sich mit der größten aller Großkatzenarten auseinanderzusetzen, den Sibirischen Tigern. Reno Sommerhalder spürte die mächtige Präsenz der Amurtiger, von denen nur noch 350 durch die Wälder des fernen Ostens Russlands streifen, täglich – und ein paarmal hautnah!

Reno Sommerhalder, geb. 1965, wuchs in Kloten auf, wurde beinahe Fußballspieler, lernte dann aber Koch. Nach dem Lehrabschluss reiste er in den Norden Kanadas und entdeckte dort seine Faszination für die Wildnis. Eines Nachts hatte er Bärenbesuch in seinem Zelt. Eine Begegnung, die seinem Leben definitiv eine neue Richtung geben sollte und die er in seinem ersten Buch, »Ungezähmt – Mein Leben auf den Spuren der Bären« (Wörterseh Verlag, 2011), beschrieben hat. In seinem neuen Buch, »Unter Bären und Tigern«, berichtet er von seinen Erlebnissen in der sibirischen Taiga. Seine Partnerin Andrea Pfeuti, die ihn dort besucht hat, beschreibt in einigen Kapiteln, wie es ist, mit einem Ungezähmten zu leben. Spannend!

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5 Comments

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  1. Liebes Tröpfchen, Dein Name ist schon ein Garant dafür, das man auf Dich aufmerksam wird.
    Die Geschichte ist richtig gut erzählt und gibt der kurzen Pressemitteilung, ich denke mal daher kam die Idee, ich hab das jedenfalls so in den Nachrichten gehört, eine tiefere Bedeutung. Weiter so. 🙂

  2. Tröpfchen Kakadu

    Liebe Petra, freue mich, dass dir mein Pseudo gefällt. Meine Mutti hat mir leider verboten unter meinem Namen hier zu schreiben. Deshalb habe ich mir was ausgesucht, wie ich schon mal genannt wurde. Habe einfach beide Nicknames zusammengelegt und schwubs hatte ich ein Pseudo für den Basar. 🙂

    Die Geschichte ist tatsächlich eine Pressemeldung gewesen und ich fand die so süß, dass ich meine Mutti gefragt habe, ob sie mir hilft, daraus eine Story zu machen. Mona und Detlef haben das auch nochmal bearbeitet und abgenickt. Bin froh, dass es bei dir gut ankam. Vielleicht kann man das ja mal wiederholen, muß einfach mal die Augen und Ohren aufhalten, was so interessantes passiert in der Welt. Gerne hätte ich auch ein Foto mitreinnommen, dass in einer Zeitung dazu gedruckt wurde, aber Detlef meinte, dass das wohl aus rechtlichen Gründen nicht zu machen sei. Schade. 🙁

  3. Sehr rührend … die Kleine hatte außer dem Hund noch weitere Schutzengel dabei. Die Taiga im Juli ist also tagsüber erträglich, in der Nacht recht kalt. Ohne Hund … und zu einer anderen Jahreszeit hätte es wohl nicht so glücklich geendet. Einen virtuellen Knochen für den treuen Hund.

    mgg
    Werner 😉

  4. Wieso virtuell, soll ich die Adresse besorgen? 😉

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