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HERZLICH WILLKOMMEN IM SONNENTAL AUF DEM PLANETEN SIGMA SOLARIS IM PLANETENSYSTEM KUPERNIKUS II – Eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Petra Weddehage und Marianna Müller

HERZLICH WILLKOMMEN IM SONNENTAL AUF DEM PLANETEN SIGMA SOLARIS IM PLANETENSYSTEM KUPERNIKUS II

Eine Science Fiction-Kurzgeschichte

von

Petra Weddehage und Marianna Müller

Prolog:

„Guten Morgen Solaner.

Hier ist wieder Chandler White auf Kanal 5.

Ihrem Sender für alles, was Sie schon immer wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

Ich stehe hier vor dem Neubaugebiet der einstigen Retrofabrik für … HUH … absolut giftige Materie, atombetriebenen Strom. Nach zähen Verhandlungen, die mehrere Jahre andauerten, ist es den Betreibern von ECOM, ihrem Spezialisten für saubere Energie, endlich gelungen, das Grundstück zu kaufen. Die Baugenehmigung für eine weitere Kraftsolarzellenfabrik zu bekommen, dauerte ebenfalls seine Zeit, da die Retropartei das Gelände als Kulturerbe eintragen lassen wollte.

Sehen Sie dazu auch unseren Sonderbericht heute um 10 vor 12.

Doch nun scheint es, als wären die Bauarbeiten erst einmal still gelegt worden.

Bei Ausgrabungsarbeiten am Fundament wurden mehrere männliche Leichen, im Alter zwischen 25 und 70 Jahren, entdeckt. Hierbei scheint es sich um eine Mordserie zu handeln, die noch Kreise ziehen dürfte.

Die Identifizierung der Leichen hat bisher noch keine Ergebnisse gebracht.

Wir bleiben für Sie am Ball.

Das war Chandler White für Sie, liebe Solaner, ich gebe zurück ins Studio.“

*

Bürger Wolfgang schaute gelangweilt auf seinen Holografischen Vid-Schirm und stellte sich eine Auswahl Sendungen seiner bevorzugten Kriterien zusammen. Auf der Sitztrage, die sich seiner Körperform automatisch anpasste, hatte er sich so richtig breit gemacht. Er fläzte sich von einer Seite zur anderen, bis er eine für ihn angenehme Position gefunden hatte. Ein Sechserpack Syntheol und die obligatorische Tüte scharf gewürzte Getreideflocken standen auf einem schwebenden Tablett in angenehmer Reichweite.

„Verdammt, “ dachte er, „nix tolles zum schauen.“ Wie besessen zappte er von einem Sender zum Nächsten, doch nichts konnte ihn lange fesseln. Schließlich wechselte er auf die Sonderkanäle gestreamter Sendungen anderer Sonnensysteme im Einflußbereich der VPS (=Vereinte Planetensysteme) um. „Mal sehen, was in anderen Sonnensystemen der Menschen so zu finden ist …

Halt, da war doch was.“ Nur kurz hatte er einen Blick auf eine spielende Kinderschar erhascht. „Das könnte ja interessant werden“, dachte er bei sich.

Er schaltete zurück und da waren sie wieder. Die Kinder hielten sich an den Händen und bildeten einen Kreis, dazu sangen sie ein fröhliches Lied:

„Wir im Sonnental, uns geht es so gut.
Wenn Du wie wir bist, dann fasse nur Mut.
Komm uns besuchen, wir warten auf Dich.
Wir mögen andere Kinder, Du nicht?“

Gleich darauf wechselte das Bild und ein nettes Paar war zu sehen. Eine Reporterin befragte die junge Frau, warum sie in einem so weit von der Stadt entfernten Landstrich wohnten.

Die junge Frau erzählte: „Für uns und unsere Kinder ist es hier doch am Schönsten. Hier kennt noch jeder jeden und wir passen aufeinander auf. Unsere Häuser sind nicht verschlossen und Vertrauen wird bei uns groß geschrieben.“

Die Reporterin fragte: „Vermissen Sie es denn nicht, in einem gut sortierten Center einzukaufen, ganz zu schweigen, das Shoppen in einer Boutique-Hall, sowie VID-Schirme und technische Anwendungsmöglichkeiten, wie das systemweite Netz oder dazugehörige Kommunikationschips?“

Der Mann antwortete an Stelle seiner Frau: „Nun ja, das war erst einmal eine riesige Umstellung für uns. Aber in der Stadt sind Kinder nicht sehr sicher, es passiert so viel und hier in unserem sonnigen Tal haben wir eigentlich alles was wir brauchen. Jeder hat einen kleinen Garten und andere Lebensmittel wie Milch, Butter oder Eier bekommen wir in unserem Laden für Grundnahrungsbedürfnisse. Süßigkeiten gibt es eben nur zu besonderen Anlässen.

Der ländliche Charme hat uns sehr schnell gefangen genommen. Die Kinder brauchen keine Netz-Spiele und Kommunikationschips vermissen sie auch nicht. Sie spielen mit den anderen Kindern hier in der Siedlung.

Wir haben eine kleine Schule, einen Gesundheitspraktiker und wenn es doch mal was Ernsteres ist, fahren wir mit den Erkrankten in die nächste Doc-Station in die Stadt, wo es einen Autodoc der VPS gibt. Zusätzlich verfügen wir über Notrufgeräte. Dabei nutzen wir die Gelegenheit, Dinge zu kaufen, die wir hier nicht selber herstellen können. Dazu gehören auch Gesundheitsdrogen oder Hilfsmittel, wie einen kleinen automatischen Rettungsdoc mit Analysefunktion. Das Schöne an unserer Nachbarschaft ist, dass, wenn einer in die City fährt, er auch gleich für alle anderen Bewohner die gewünschten Artikel mitbringt.“

Die Reporterin meinte: „Also herrscht hier die Idylle pur? Es spricht ja sehr viel für das Sonnental. Immerhin habt Ihr hier einen klaren See, in dem an heißen Tagen gebadet werden kann und reichlich Platz zum spielen.“

Die Frau ergänzte: „Zudem haben wir im Gemeindehaus die Möglichkeit, die verschiedensten Veranstaltungen zu planen, wie Theaterstücke, Spiele-Abende und ähnliches.“

Die Reporterin antwortete: „Dann wünsche ich Ihnen viel Glück hier im Sonnental auf dem Planeten Sigma Solaris im Planetensystem Kupernikus II und wenn Sie liebe Zuschauer, auf den Geschmack gekommen sind, dann statten Sie dem Tal doch auch einmal einen Besuch ab.

Das war Gitta Klein für Sie liebe Zuschauer, mit einem Spezial zum Wohnen in idyllischen Dörfern auf weit entfernten Planeten. Ich gebe zurück ins Studio“.

Bürger Wolfgang grinste und dachte bei sich: „Oh ja, ich bin auf den Geschmack gekommen …“

Seine Triebe ließen sich nicht mehr unterdrücken und er wollte dies auch gar nicht. Die Kinder waren so süß, so niedliche kleine Jungen, so hübsche schmale Mädchen und so jung und formbar. „Ja, ein Umzug nach Kupernikus II wäre gar keine schlechte Idee.“

*

Mein erster Fall – böse Sache …

Fallakte: 20/ 242
Ermittlerin: Milena Himiko Komore, leitende Beamtin
Tatort: Planetensystem Xerces Origami, dritter Planet des Systems, Name: Alpha II
Regenburg: Kleine Siedlung, vorwiegend Landwirtschaft, Einwohnerzahl: 563
Der Lehrer des Ortes verstarb überraschend und eine Anfrage wurde schnell bearbeitet.
Ludwig Green, etwa 45 Jahre alt, 1,65 m groß, etwas mollig, etwa 75 kg schwer, braune Haare, Durchschnittstyp, unauffällig.
Er lebte sich schnell in die Gemeinschaft ein und half wo er konnte. Seine Nachbarn Steve und Rena Brown, zwei Töchter (Sonja 8, Merle 10 Jahre) und ihre drei Söhne (Olaf 5, Andreas 12 und Tim 14 Jahre) freundeten sich schnell mit ihm an. Ab und an half er aus, holte die Kinder ab oder passte auf sie auf.

So wie am 12.10.102 (Kalender von Alpha II), die Eltern waren in die Ortschaft Swan eingeladen worden, etwa fünf Kilometer entfernt.

Aussage von Tim 14 Jahre: Aufzeichnungsprotokoll: 2741

„Es war ein schöner Abend, wir spielten mit Ludwig und als alle müde waren, halfen wir gemeinsam den kleineren Kindern beim Zähneputzen, Toilettengang und ähnlichem so wie schon oft.

Ich war sehr müde und schlief schnell ein. Auf einmal wurde ich wach. Im Haus war es still aber ich hatte auf einmal Angst und sah nach meinen Geschwistern.

Dann sah ich Ludwig, wie er sich über meine Schwester Merle beugte. Doch irgendetwas stimmte nicht. Da merkte ich, dass er ihr den Mund zuhielt und gerade versuchte …“

Hier konnten wir nur noch mit Hilfe einer Psychiaterin erfahren, dass der Mann das kleine Mädchen sexuell missbrauchte …

„Ich wurde schrecklich wütend und sah den Baseballschläger meines Vaters, der immer neben der Tür lehnte.

Ich nahm in und schrie und drosch auf den Mann ein. Der stieß mich zur Seite und floh aus dem Haus, aber ich hab ihm ordentlich was verpasst, ich traf ihn seitlich am Kopf und an der Schulter. Es knackte und ich glaube, ich habe ihm den Arm gebrochen.

Meine kleine Schwester fing an zu weinen und ich rief mit dem Vid die Erste Hilfe-Stelle unserer Siedlung an.“

Bericht der Siedlungsärztin Gudrun Snow: Aufzeichnungsprotokoll: 2741/0

„Als ich am Haus der Greens ankam, war schon die Polizei vor Ort. Ich wurde schnell zum Opfer geführt.
Das kleine Mädchen hatte schlimme Verletzungen im Genitalbereich. Ich gab ihr ein Schmerzmittel, danach konnte ich die Beweise sichern.
Ich legte die Kleine in einen tragbaren Regenerationstank, in dem sie drei Tage verbleiben musste.
Ihr Bruder hat dem Mädchen das Leben gerettet, denn wenn nicht schnell Hilfe gekommen wäre … “ (hier stockte die Stimme der Ärztin)
„Dann wäre sie an ihren schlimmen Verletzungen verblutet.“

Örtliche Polizei, leitender Ermittler-Kommissar Eduard Johnson
Aufzeichnungsprotokoll: 2741/1
„Wir sicherten den Tatort und fanden zahlreiche Fingerabdrücke des Täters, der sich der Familie gegenüber als Ludwig Green ausgab. Als ich seine Fingerabdrücke zur Zentrale weiterleitete, erschien eine Akte von einem Serientäter, der schon auf vielen Planetensystemen seine perfiden Gelüste an kleinen Mädchen stillte.
Auch wenn  es schlimm ist für die Kleine, so hat sie Glück, dass sie noch lebt.
Daher informierte ich sofort die VPS (Vereinten Planetensysteme), die dann ihrerseits die ERK (Externe Raumkontrolle) informierten.“

Ermittlerin Milena Himiko Komore, Ermittlerin der ERK:

„Obwohl sofort ein Planetenweites Startverbot für alle Raumschiffe erfolgte, ist es uns bisher nicht gelungen, den Täter ausfindig zu machen.
Der Täter Justus Prow wurde das erste Mal auffällig, als er in einer Basisschule unterrichtete. Als ausgebildeter Programmierspezialist sollte er dort den Kindern die Arbeit an den Vid-Schirmen erklären.
Er war damals 30 Jahre alt und näherte sich einer 10 jährigen Schülerin und wollte, dass sie sein Geschlechtsteil anfasste. Hier wurde ebenfalls eine Lehrerin auf das Geschehen aufmerksam. Seither befindet sich der Täter auf der Flucht.
Wegen seiner Fähigkeiten im Programmierwesen war es ihm ein Leichtes, die Anfrage nach einem neuen Lehrer abzufangen. Wir gehen davon aus, dass er seinen Vorgänger vergiftet hat, da er schon vor Ort sein musste, um so schnell in dessen Fußstapfen zu treten.
Eine Obduktion der Leiche habe ich angeordnet und ich rechne mit einem positiven Ergebnis.
Beim Studium seiner Akten zeichnet sich nunmehr ein Muster ab.
Er gibt sich immer als Lehrer aus und geht gezielt auf Planeten, deren Bevölkerungszahl eher gering ist. Er scheut nicht davor zurück, zu morden, um eine Stelle zu bekommen.
Er erschleicht sich das Vertrauen seiner Opfer, wobei er gezielt in die Nachbarschaft von Familien zieht, die Mädchen in einem Alter von 8 bis 12 Jahren haben.
Selten vergeht er sich an Jungen. Sein bevorzugtes Beuteschema sind kleine Mädchen mit blonden Haaren und blauen Augen, die gerne niedliche Kleider mit Rüschen tragen.
Seine männlichen Opfer sind ebenfalls immer blond mit Locken und blauen oder grünen Augen.
Wahrscheinlich verfügt der Täter über ein eigenes kleines Raumschiff. Doch bisher gehen die Ermittlungen in dieser Richtung ins Leere.
Leider konnten wir den Täter noch nicht finden und ich gehe davon aus, dass er entkommen konnte.

Zu spät – Opfer Mädchen – furchtbar – wieder entwischt – neuen Hinweis erhalten … Ich werde alles dafür tun, dass nie wieder ein Kind Leid durch ihn erfährt …

*

Zwei Wochen später hielt ein Transporter in der Schattenallee 13 im Sonnental und ein Mann mittleren Alters bezog sein kleines malerisches Haus.

Die Dorfbewohner näherten sich und boten sofort ihre Hilfe an.

Der neue Mitbewohner stellte sich als Bürger Wolfgang Meier vor.

„Ha Ha, dröhnte er, ihr könnt mich ruhig Wolfi nennen.“ (…)

*

Unterkunft verlassen – es war so knapp – Täter agiert überdurchschnittlich intelligent …

Zusatzakte: Täter Justus Prow
Ein Tipp führte uns auf Seta Gamma drei zu einem Versteck des Täters. Wir waren so nahe dran. Laut der Zigarettenstummel auf seiner sehr im Retro-Stil eingerichteten Wohnung konnten wir sicherstellen, dass er erst zwei Tage zuvor noch anwesend war. Auf seinem VID-Schirm fanden wir mehrere Werbespots von Planeten, die Bewohner suchen. Davon sind drei in der engeren Wahl, da sie Agrarwirtschaft betreiben.

Hoffentlich finde ich ihn schnell …

*

Schnell lebte sich der Mann in die Dorfgemeinschaft ein. Als Lehrer für Chemie und Mathematik war er den Bewohnern höchst willkommen. Er half wo er konnte, um vor allem den Basisschulkindern die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.

Vor allem die kleine Lisa mochte er sehr und sie war begeistert von Onkel Wolfi. Dieser brachte das Mädchen nach der Schule oft nach Hause. Sie durfte es sich auf dem Sitz seines Fahrradgleiters bequem machen. Immerhin wohnte die Kleine direkt gegenüber.

Bürger Wolfgang genoss es, wenn die Kleine ihn anfasste und er schmiedete einen perfiden Plan. Immerhin musste er dafür sorgen, dass seine Tat erst einmal nicht ans Licht kam und Zeit einplanen, um zu fliehen, bevor das Mädchen gefunden wurde …

*

Hab endlich eine frische Spur – er nennt sich Wolfi …

Notiz zur Akte Justus Prow:
Ich hab ein Suchprotokoll in alle Planetensysteme integriert, die Lehrer in agrarwirtschaftlichen Gemeinden besitzen. Genau auf die Zielvorgaben des Täters ausgerichtet. Endlich gibt es eine frische Spur.
Auf dem Planeten Sigma Solaris im Planetensystem Kupernikus II gibt es einen Ort, der sich Sonnental nennt. Dort verstarb überraschend ein Lehrer. Die Stelle wurde rasch mit einem Mann besetzt, der sich Bürger Wolfgang (Wolfi) Meier nennt.
Endlich gibt es ein Bild des Täters und es stimmt mit dem von Justus Prow überein.

Zuversicht, heiße Spur – jetzt hab ich ihn!

*

Eines Abends war es soweit: Die Eltern der Kleinen wollten zu einer Tanzveranstaltung. Wolfi meinte, er könne gerne nach der Kleinen sehen, da er kein großer Tänzer sei.

Freudig nahm das junge Paar die Gelegenheit wahr, ein wenig Zweisamkeit zu genießen …

*

Fallakte: Justus Prow:
Befinde mich auf dem Weg zum Planeten Sigma Solaris im Planetensystem Kupernikus II, hoffe er hat noch keine Gelegenheit, um seine Opfer in Sicherheit zu wiegen.

Perfide Vorgehensweise – erschleicht sich das Vertrauen seiner Umgebung …

*

Wolfi saß im Wohnzimmer mit Lisa und nahm sie auf den Schoß. Dann konnte er sich nicht mehr beherrschen und wollte über die Kleine herfallen. Er zitterte vor Erregung, als er die Angst in ihren Augen sah. Doch dann passierte etwas, mit dem er wirklich nicht gerechnet hatte …

Die süße, kleine Lisa sah ihm in die Augen und er bemerkte, dass diese rot wie Blut wurden. Langsam verwandelte sie sich und er sah nur fassungslos zu, wie aus dem süßen Mädchen eine erwachsene Frau wurde …

„Miese Menschen wie Du machen es mir doch immer wieder leicht, Beute zu schlagen.“ sagte die Frau. Bürger Wolfgang bemerkte, dass sie der Reporterin, die er damals im Fernsehen sah, erstaunlich ähnelte.

Doch dann war keine Zeit mehr für Gegenwehr oder eine andere Handlung. Sie verwandelte sich in eine reißende Bestie. Ein riesiger Wolf mit roten Augen und fletschenden Zähnen stand vor ihm. Die zarten Kinderhände hatten sich in riesige Pfoten verwandelt, mit denen die Kreatur den Kinderschänder festhielt.

Niemand hörte die Schreie des Mannes, als die Bestie sich ihre wohlverdiente Mahlzeit gönnte …

*

Endlich Planetensystem erreicht, schnelles Handeln erforderlich …

*

Die Dorfbewohner registrierten das Verschwinden des Mannes mit einem Achselzucken. „Tja Gitta, gut dass wir Dich haben,“ sagten die Eltern der kleinen Lisa, „Danke dass Du heute Abend den Platz mit unserer süßen Kleinen getauscht hast.“

Gitta lächelte: „Ein Deal ist ein Deal, ihr wollt, dass Eure Kinder frei und unschuldig aufwachsen und ich bekomme alle, die nicht hierhergehören, sondern Böses im Schilde führen.“

Der Siedlungssprecher Günther lächelte und meinte: „Ja Gitta, so ist es für alle gut, aber ab und an bekommen wir doch noch ein paar anständige Leute hier in unser Sonnental.“

*

Fallakte Justus Prow:
Die Befragungen der Bewohner des Sonnentals erweisen sich als unergiebig.
Es gibt Ungereimtheiten aber der Lehrer, der sich hier Wolfi nannte, ist verschwunden. Er durchbricht sein bisheriges Schema und floh, ohne Spuren zu hinterlassen.
Die große Frage ist, wieso? Wurde er gewarnt, gibt es weitere Komplizen?
Weite die Ermittlungen aus …

Befragung unergiebig – keinerlei Hinweise auf den Täter …

Fallakte Justus Prow Nachtrag:
Er hat keinerlei Handlanger. Habe im Umfeld des Täters ermittelt. Er hat keine Verwandten, Freunde oder sonstige Bekannte und ist auch in gewissen Kreisen nicht bekannt.

*

Die Besitztümer von Bürger Wolfgang wurden aufgeteilt und alle anderen Hinweise, dass er je im Sonnental gewesen war, wurden vernichtet. Es erstaunte auch niemanden, dass der Mann nicht vermisst wurde. So lebten die Bewohner auch weiter zufrieden und glücklich unter dem Schutz der Bestie.

*

Frustrierend Spur erkaltet – geht als ungelöster Fall zu den Akten …

Fallakte Justus Prow, Ermittlerin Milena Himiko  Komore:

Die Ermittlungen im Fall Justus Prow werden eingestellt. Neue Taten wurden nicht begangen, entweder hält er nun eine Art „Winterschlaf“ oder er ist verstorben.  Leider werden wir erst wieder etwas von ihm hören, wenn er erneut zugeschlagen hat.
Fallakte Ende.

Epilog:

Bürger Bernhard sah im Holo-TV einen Bericht über ein idyllisches Tal auf dem Planeten Sigma Solaris im Planetensystem Kupernikus II und dachte bei sich: „Ja, ich komme Gitta und dann, dann werdet ihr sehen, was der Mirakel-Killer für Euch bereithält!“

Grinsend schaute er auf das nette Paar, das der Reporterin auf ihre Fragen antwortete. Ja diese beiden Opfer inspirierten ihn zu einem Meisterwerk. Schon am nächsten Tag würde er sich aufmachen, ins Sonnental auf den Planeten Sigma Solaris im Planetensystem Kupernikus II, wo die Welt noch in Ordnung ist …

-Ende-

Copyright (c) 2014 by Petra Weddehage und Marianna Müller

Bildrechte: Für die Eingangsgrafik © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: DIE FRÜHEN FÄLLE DER MILENA HIMIKO KOMORE” (milena-antho-cover.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Buchtipp der Redaktion:

Ani, Friedrich
Die unterirdische Sonne

Verlag :      cbt
ISBN :      978-3-570-16261-3
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,99 Eur[D] / 17,50 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 11.12.2013
Seiten/Umfang :      336 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Produktform (detailliert) :      B501
Erscheinungsdatum :      24.02.2014

Medien :
Leseprobe(PDF)

Am Rand der Nacht, in der Stille der Nacht allein …

Eine Insel. Ein Haus. Ein Keller. Fünf Jugendliche, die mit Gewalt darin festgehalten werden. Kein Tageslicht. Und täglich wird einer von ihnen nach oben geholt. Doch niemand spricht über das, was dort geschieht. Denn wer spricht, stirbt, bekommen sie gesagt. Die Lage scheint aussichtlos, und Angst, Wut, Schmerz, Verzweiflung und Sehnsucht lassen die Jugendlichen beinahe verrückt werden. Doch nichts kann sie retten vor den schrecklichen Dingen, die geschehen. Bis ein neuer Junge zu ihnen gebracht wird, der nicht bereit ist, die Gewalt zu akzeptieren.

Friedrich Ani wurde 1959 geboren und lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele und Drehbücher. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach prämiert, u.a. mit dem Deutschen Krimipreis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Friedrich Ani ist Mitglied des Internationalen PEN-Clubs.

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17 Comments

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  1. Gebt doch mal einen Kommentar ab, wie Euch diese ungewöhnliche Art von Story gefallen hat! Die beiden Autorinnen werden sich darüber bestimmt freuen!

  2. Nicht lieber Kopernikus?

    „… auf seinen holografischen Vid-Schirm …“ Kein Eigenname sondern Attribut des Schirms

    Sehr schöne Idee (mit Seitenhieb): „… da die Retropartei das Gelände als Kulturerbe eintragen lassen wollte …“

    „… seiner Körperform automatisch anpasste … bis er eine für ihn angenehme Position gefunden hatte …“ Logikfehler: wenn sich das Ding anpasst, braucht er sich nicht zu bemühen.

    „Verdammt“, dachte er, „nix tolles zum Schauen. Komma bitte nach der Rede; Schauen groß

    VPS (=Vereinte Planetensysteme). Beim ersten Mal einen Begriff ausschreiben, danach die Abkürzung bringen. So wirkt es wie Belehrung.

    Die Reporterin fragte:
    Der Mann antwortete an Stelle seiner Frau: (übrigens: anstelle)
    Die Reporterin meinte:
    Die Frau ergänzte:
    Die Reporterin antwortete:

    Das wirkt sehr gestelzt und das könnte man geschickter formulieren, vor allem die Doppelpunkte vermeiden. Wörtliche Reden, Dialoge mit zwei oder mehr Sprechern wirken lebendiger, wenn so eine steife Auflistung umgangen und z.B. mit Bewegungen der Protas, kleinen Hinweisen auf den Hintergrund, sichtbaren Gefühlen oder Mimik der Sprechenden untermalt wird.

    „… reichlich Platz zum Spielen.“

    „und wenn Sie, liebe Zuschauer, auf …“

    „… einer 10-jährigen Schülerin …“

    „… planetenweites Startverbot …“

    Seta Gamma III (nicht drei)

    Generell finde ich die eingeschobenen Ermittlungsschipsel der ERK OK. Allerdings passt die Terminologie nicht zu einer Polizeibehörde, die andere Begriffe verwendet, z.B. wie Verdachtsperson, Täterprofil, Verhaltensmuster, Spurenanalyse, Spurenlage usw. Die jetzigen Berichtstexte sind eher banal und offensichtlich.

    Die Einführung einer Werwolffrau ist unnötig (nach dem Motto/Wunschvorstellung: der Täter erhält seine gerechte Strafe). Schöner wäre gewesen, wenn er mit modernen (medizinischen oder psychologischen Therapien) Mitteln geheilt würde oder gar als „Fachmann“ fortan selbst Jagd auf ähnliche Täter – vielleicht privat oder im Dienste der ERK – macht.

    Milena entpuppt sich hier als wenig einfallsreiche oder gar raffinierte Ermittlerin, sorry. Vielleicht fehlt ihr aber – hier am Anfang ihrer Laufbahn – noch die Erfahrung. Dann hatte ich sie aber auch Fehler machen und sie darüber Zweifel hegen lassen, ob dieser Beruf für sie der richtige ist. Das eröffnet die Chance, ihr beim letztendlichen Zugriff auf den Täter deutlich Befriedigung/Genugtuung zu erleben (und diese an den Leser weiterzugeben).

    mgg
    Werner 😉

  3. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Den Täter durch eine psychische / psychologische / medizinische / hypnotische Behandlung letztlich selbst zum Ermittler zu machen, finde ich eine ausserordentlich reizvolle Idee, Werner! Stark, hoffentlich greift die Autorin diese Idee auch auch. 🙂

  4. Ich gebe die Idee hiermit frei … 😉

    mgg
    Werner

  5. Ich finde die Idee auch spannend, aber ob die Autorinnen das auch so sehen?

  6. Sollten sie, der Werner hat es doch ziemlich genau auf den Punkt gebracht. ^^

  7. WOW, tolle Resonanz auf die Geschichte.
    Danke Werner für die Verbesserungsvorschläge.
    Das mit den Wort Kombis werden ich und meine Mitautorin, die für den überlangen Titel verantwortlich zeichnet, 🙂 gerne aufgreifen.
    Das mit der Wer Bestie lassen wir so, da es ja noch einige Storys zu erzählen gibt, werden wir aber die Idee mit der Therapie gerne aufgreifen.
    So lassen wir uns die Möglichkeit im Sonnental noch einmal zuzuschlagen, wobei dann auch die Identität der Bestie näher erläutert wird. Ihr müsst jetzt nicht an einen Werwolf denken. ALA Jacob BRRR.
    Nichts gegen Twilight aber so einen Kuschelwolf haben wir hier nicht.
    Danke für Euer Feedback.

  8. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Ich vermute mal ein „Formwandler“? 😉

  9. Eine der besten Storys von Petra Weddehage und Marianna Müller, die ich bisher gelesen habe. Man wird jedoch das Gefühl nicht los, dass ein realitätsnaher Kontext den Ausgangspunkt stellte, der Werwolf als Pointe (und gerechte Strafe) gedacht war und der SF- (Milena-) Hintergrund übergestülpt wurde. Falls dem so ist, ist das Experiment gelungen, wenngleich man statt des Horror-Archetyps vielleicht besser einen Alien-Gestaltwandler gewählt hätte.
    Gerne würde ich den Autorinnen noch einen Sack voller Kommas schenken …
    Trotz der kleinen Kritik: weiter so!

  10. Liebe Irene, magst du vielleicht diese Story nochmal überarbeiten, dann melde dich doch nochmal, was meinst du?

  11. Auch hierfür habe ich eine Eingangsgrafik reingestellt, was meint Ihr?

  12. Das bild ist super. Wirkt aber in seiner Länge gedrängt. Soll das so sein oder wurde das Format gequetscht?

    mgg
    Werner 😉

  13. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Stimmt, sollte man wieder entquetschen! 🙂

  14. So – bitte schön: das Bild ist hiermit offiziell „entquetscht“! Wollte halt die beiden Bilder oben im Format etwas angleichen. Dafür habe ich jetzt das Milena-Subcover etwas verändert. Sieht nun fast so aus als hätte die ERK-Beamtin en paar Kilo zugenommen, oder? 😉

    Eigentlich wollte Petra ja einen befreundeten Zeichner um ein Bild für diese Story bitten, ist sie aber wohl nicht mehr zu gekommen. Aber so passt es doch auch zur Geschichte, oder?

  15. So, jetzt sieht es noch besser aus.

    Warum wolltest du das Milena-Bild „anpassen“? Haben beide weder im Stil noch im Format den Anspruch „gleich zu wirken“. Lass sie doch für sich alleine stehen und gut isses.

    mgg
    Werner 😉

  16. Ursprünglich war das obere zu breit und das untere zu schmal. Ich habe jetzt das obere fast wieder auf die alte Breit gebracht aber kleiner gestellt. Das untere habe ich etwas breiter und grösser gemacht. Jetzt passt das meiner Meinung nach einigermaßen zusamen. Irgendwie soll der Kopf ja auch als Eingangskomposition ansprechend und einheitlich wirken …

    Jetzt sehe ich übrigens auf dem oberen Bild auf der rechten Seite symbolisch den Antagonisten, oder besser die beiden Antagonisten. Kommt ja noch ein zweiter ins Spiel am Ende der Story.

    Wäre die Person nicht auf dem Bild, was mir eigentlich sehr gut gefällt, weil es eben was sehr symbolisches hat, hätte ich das Bild entweder nicht genomen für diese Story oder sie einfach als Hochformat gedreht. So ist das aber jetzt die bessere Lösung.

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