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GESTRANDET VOR FEHMARN (Teil 2) – Erotische Geschichte in acht Teilen von Günter Maria Langhaus

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GESTRANDET VOR FEHMARN

(Teil 2)

Erotische Geschichte in acht Teilen

von

Günter Maria Langhaus

(Zurück zum 1. Teil)

Myriam schwieg eine Weile, sah ihn an, vermutlich dachte sie darüber nach, wie man mit dem Auto quer durch Afrika fahren konnte, dazu noch als Frau. Obgleich, zumindest in Max‘ Augen, dieser Gedanke naheliegend gewesen wäre, hatte sie offensichtlich über etwas ganz anderes nachgedacht: „Sind die verschiedenen Gründe vielleicht Kinder?“

Max lachte. „Nein, wir haben keine Kinder. Es ist so was wie – wie – so eine Art Seelenverwandtschaft könnte man das nennen; ich kann es nicht anders beschreiben.“

„Und sie macht das so mit?“

„Sie lebt ihr Leben und ich meines.“

„Wo wohnt sie denn?“

„In Deutschland. Hamburg.“

„In Hamburg?? Und dann bist du nicht zu ihr zurück gefahren?“

„Nein, das wäre nicht gegangen.“

„Weil sie sich ihrem hiesigen Freund wieder zugewandt hatte, mit dem sie normalerweise zusammenlebt?“

Wieder lachte Max, Myriams Gedankenwelt schien doch gewisse klare Bahnen zu bevorzugen. „Nein. Einen Freund hat sie nicht, Verhältnisse wahrscheinlich schon, ist aber im Grunde völlig uninteressant, das hat mit unserer Verbindung nichts zu tun. Nein, ich bin nicht zurück nach Hamburg, weil wir uns verabschiedet hatten. Ich habe mich aus der Welt mit ihr verabschiedet und sie sich aus der Welt mit mir. Jetzt ist sie wieder in ihrer Welt. Der Wechsel zwischen den Welten ist nicht immer einfach, und ein hin und her würde das nur erschweren; man braucht immer ein paar Stunden um sich aus einer Welt zu verabschieden um dann in der anderen nach vorne gucken zu können. Stell dir vor, ich wäre nach Hamburg zurück gefahren, eine weitere Nacht mit ihr verbracht und morgen früh wieder weg. Es wäre gefühlt ein stundenlanger Abschied gewesen.“

Und nach kurzem Schweigen fügte er hinzu: „Ein längerer Flug wie der von Windoek nach Frankfurt ist gut geeignet sich von dem Leben dort zu verabschieden und sich auf das Leben mit ihr einzustellen.“

„Und wenn du in deiner Welt allein bist, zum Beispiel der in Namibia, dann hast du da auch andere Frauen?“

„Ja,“ Er grinste, erklärte das ‚ja‘ nicht, es hätte nur wie eine Entschuldigung ausgesehen.

Es entstand eine längere Pause in der Myriam versonnen in die Schale mit der Grütze rührte. „Ich weiss nicht, ob ich das alles verstehe,“ sagte sie schließlich, „mein Leben ist so nicht, wahrscheinlich viel langweiliger.“

„Ich glaube nicht, dass man das so sehen sollte. Dein Leben ist möglicherweise anders, langweiliger muss es nicht sein. Man entscheidet sich in bestimmten Situationen so oder so, oft ergeben sich bestimmte Lebenswege. Wichtig ist doch nur, dass man einigermaßen zufrieden ist und ab und zu auch mal glücklich. Wenn man was vermisst ist es ohnehin das, was man grade nicht hat. Und wenn man es dann  hat, dann vermisst man wieder was anderes, vielleicht grade das, was man vorher hatte.“

„Und, bist du glücklich?“

„Ich glaube schon, jedenfalls ab und zu. Jedenfalls bin ich zufrieden mit meiner Art zu leben.“

Es entstand wieder eine Pause, sie sahen sich an, irgendwie war eine Vertrautheit entstanden, obgleich sie sich doch gar nicht kannten; vielleicht auch grade deswegen.

„Und du?“ fragte Max schließlich.

„Ich bin verheiratet, habe zwei Söhne, einer ist schon aus dem Haus. Wir machen regelmäßig Urlaub, jetzt, wo die Kinder nicht mehr mit uns Alten los wollen, auch schon mal allein. Oder ich fahre mal alleine weg, so wie jetzt; macht mein Mann mit seinen Motorradfreunden auch ab und zu. Ist nicht besonders aufregend, nicht wahr?“

„Vermisst du denn Aufregendes?“

„Weiß nicht. Manchmal vielleicht.“

„Und was zum Beispiel?“ Max wollte diese Frage spezifizieren, weiter fragen, ob es Abenteuerreisen sein könnten oder erotische Erlebnisse, aber er verkniff es sich, das mit dem erotischen Abenteuer könnte sie zu sehr auf ihre momentane Situation beziehen obgleich Max es in diesem Moment gar nicht so gemeint hatte, eher rein aus Interesse.

„Diese verschiedenen Welten, von denen du gesprochen hast,“ wich Myriam aus, „habe ich noch nicht kennen gelernt.“

„Warst du noch nie auf einem Fasching?“

„Ist die andere Welt ein Fasching?“ fragte sie amüsiert.

„Nein,“ lachte Max, „aber viele Menschen schlüpfen mit ihrer Verkleidung in eine andere Rolle. Das ist ein wenig vergleichbar, denn mit der Rolle begeben sie sich vielleicht auch ein wenig in die Welt dieser Rolle, in die des Cowboys, des Piraten oder in das der Zofe am Hof. Aber zumindest erlaubt es ihnen der Fasching mal so richtig die Sau rauszulassen, mal das unkontrollierte Ego nach außen zu kehren. Derartige Rollenwechsel sind vielleicht vergleichbar mit dem was ich mit den verschiedenen Welten versucht habe zu beschreiben.“

Myriam lächelte wieder, schelmisch sah sie ihn an obgleich das Thema ja doch eher ernst war: „Und dann lässt du in deiner anderen Welt auch die Sau raus?“

„Nein, das nicht,“ lachte Max, „aber jeder hat ja verschiedene Fassetten in seiner Persönlichkeit, je nach Lebenssituation kommt die eine oder andere mehr in den Vordergrund. Wenn ich mit den Jungs durch Russlands Wälder fahre bin ich sicherlich anders als wenn ich zusammen mit den Einheimischen in Afrika landwirtschaftliche Projekte betreue.“

„Und wie sehen deine verschiedenen Persönlichkeiten dann aus?“ fragte sie neugierig.

„Es sind ja keine komplett verschiedene Persönlichkeiten, das wäre ja Schizophrenie. Aber verschiedene Fassetten. In Russlands Wäldern,“ grinste er, „sitzen wir bestimmt am Lagerfeuer, trinken Wodka und erzählen Machogeschichten, in Afrika….“

„Und ihr reißt zotige Witze,“ unterbrach sie ihn grinsend.

„Naja, geht so. Frauen sind ja auch dabei.“

„Die reißen dann bestimmt zotige Männerwitze,“ lachte sie, und er hatte den Eindruck, dass sie sich das richtig vorstellen konnte.

„Es kommt ja auf die Umgebung an,“ fuhr er fort, „und die Menschen, mit denen man es zu tun hat, ob man nun eher diese oder Fassette seiner Persönlichkeit in den Vordergrund stellt. Ich denke, dass jeder Mensch verschiedene Persönlichkeitsstrukturen in sich trägt, mal steht diese und mal jene im Vordergrund, und manche sind so verschüttet, dass sie gar nicht raus kommen.“

„Jaaa….“ sagte Myriam nachdenklich, sie sah aus dem Fenster und fixierte einen imaginären Punkt in der Ferne.

„Manchmal,“ fuhr Max fort in seinen Betrachtungen, „möchte man ja mal was Verrücktes machen, traut sich aber nicht, oder die gesellschaftlichen Normen verbieten es, ich mein, nicht strafrechtlich sondern so moralisch.“

Myriam sah ihn an, suchte seine Augen, nur kurz, dann senkte sie den Blick: „Ja, könnte sein,“ flüsterte sie mehr zu selbst als zu Max. Einen Moment lang fragte sie sich ob er den letzten Satz als Andeutung bezüglich ihrer gemeinsamen Nacht im Hotel gemeint haben könnte. Aber sie konnte diesen Gedanken nicht sortieren, verlor ihn wieder. Erneut sah sie ihn an, lächelte:

„Und welche Fassette ist es hier?“ fragte sie, Max glaubte einen Hauch von skeptischer Neugierde in ihrem Gesicht zu erkennen.

„Tja – also so genau weiß ich das auch nicht. Weißt du, ich habe das Gefühl, dass es irgendwie eine Auszeit ist. Eigentlich war ich auf dem Weg zwischen Abschied von Manuela und Neues in Russland, zwei verschiedene Welten. Aber – ich nenne es mal Schicksal, es hat uns beiden sowas wie eine Auszeit gegeben, oder vielleicht besser einen Tag extra: Runter vom Mainstream auf eine Insel, einen Tag da bleiben und wieder zurück auf den Mainstream; alles geht einfach da weiter wo es tags zuvor aufgehört hat.“

Sie lächelte: „So kann man es natürlich auch sehen“, grinste sie.

„Und diesen Tag extra kann man für alles Mögliche nutzen, zum Beispiel um ihn zu vertrödeln, zum Ausspannen, um das zu machen, was man immer schon mal machen wollte, oder, oder, oder. Irgendwie existiert er ja auf dem Mainstream des Lebens nicht wirklich, man muss sich also nicht rechtfertigen dafür, dass man diesen Tag vertrödelt hat, nicht für was Wichtiges im Leben genutzt hat.“

Wieder lachte sie: „Deine Theorien könnten mir gefallen. Und ich finde, wir nutzen diesen Extratag ganz gut, ist doch ein schöner Abend, oder?“

„Ich hätte nicht gedacht, dass ein unfreiwilliger Aufenthalt so nett sein kann; was will ich mehr als ihn mit einer schönen Frau zu verbringen,“ lobhudelte er und grinste schelmisch dabei.

Myriam lachte laut: „Charmeur!“

Es war schon spät, ihnen fiel auf, dass sie die letzten Gäste waren, also bat Max die Bedienung um die Rechnung. Aber Myriam wollte sich beteiligen, übernahm die Getränke.

Draußen war es immer noch schwül und warm, nur noch vereinzeltes Treiben am Hafen, die kleine Stadt kam langsam zur Ruhe.

„Ein wirkliche netter Abend,“ grinste Myriam im Hinausgehen noch einmal, „wenn man bedenkt, dass wir hier regelrecht gestrandet sind!“

Max reichte ihr wieder den Arm, sie hakte ein, langsam schlenderten sie um das Hafenbecken herum ihrem Hotel entgegen. Sie fühlten sich einfach nur gut, unwillkürlich drückte er ihren Arm ein wenig, sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Am Hotel angekommen grinsten sie sich an in Anbetracht der Nähe, die sie sich gegönnt hatten, mit der sie beide nicht gerechnet und sie doch so angenehm empfunden hatten. Jetzt ließen sie voneinander ab; Myriam spürte für kurze Momente wieder ihre Zweifel, war es richtig, diese Nähe zuzulassen? Wollte er jetzt wohlmöglich mehr von ihr wenn sie nachher zusammen im selben Bett waren? Aber als sie von der Seite in sein offenes Gesicht sah änderte sich ihre Stimmung schlagartig in interessierte Neugierde, ein Hauch von Abenteuer, Verbotenem.

Der Aufzug kam, Tür auf, rein, Tür zu.

„Zweiter Stock,“ sagte er, als wenn das nicht klar wäre, und er drückte den Knopf mit der Zwei drauf.

„Zweiter Stock,“ bestätigte sie, sie sahen sich an.

Der Aufzug hielt an, Tür auf, raus auf den Flur, er ging voran bis zu Tür, öffnete mit der Chipkarte und ließ ihr den Vortritt.

Sie trat ein, sah sich im Zimmer um als würde sie es zum ersten mal sehen, zögerte, sollte sie ihn fragen ob sie noch einen Drink nehmen sollten? Auch blöd. Würde ja nur rauszögern. Sie würden sich gleich ausziehen, wie viel? Slip und BH würde sie anbehalten, klar. Das Hemd auch? Sie konnte nicht klar und zielgerichtet denken….

„Du oder ich zuerst ins Bad?“ unterbrach er ihre Gedanken, erleichtert lachte sie:

„Geh du mal zuerst,“ sie grinsten sich an und sie beobachtete wie er im Bad verschwand. Max zog sich aus, duschen fand er nicht angebracht, aber gründlich waschen; er glaubte zwar nicht ernsthaft an Sex, aber man sollte auf alle Gegebenheiten vorbereitet sein. Ein kurzer Blick in den Spiegel: Mit seiner Figur konnte er zufrieden sein, kein Bauch, keine Falten, gebräunt. Und nun raus aus dem Bad, aber wie? Nackt? Auf keinen Fall! Slip also anbehalten. Er kontrollierte ihn, er war sauber, nicht schlabberig aber auch nicht zu eng. Die Genitalien waren nur dezent angedeutet. Hemd? Nein. Es war doch viel zu warm, würde nicht authentisch wirken. Unterhemd höchstens, aber das hatte er im Gepäck. Also nur Slip und o.k.

Myriam blieb unschlüssig mitten im Raum stehen, schaute rüber zum großen Fenster, raus auf den Hafen, die Fischerboote dort, nur noch vereinzelt Menschen auf dem Weg nach hause.

Was würde gleich passieren? Wenn er nun ganz nackt rauskommt? Oder fast nackt? Dann würde sie was sagen, so irgendwie ob das jetzt eine Aufforderung sein sollte. Ja…. Oder so was ähnliches. Und wie sollte sie selbst nachher das Bad verlassen? Wollte er Sex?

Sie hörte wie er sich wusch, noch mal aufs Klo ging, es dauerte etwas, dann kam er wieder raus, im Slip. Erleichtert sah sie ihn an, und sie ertappte sich, wie sie ihn unauffällig aber doch genau in Augenschein nahm, ein fast nackter fremder Mann, und sie musste feststellen, dass er doch ganz gut aussah, besser als ihr Mann! Sah sie da ein frivoles Grinsen in seinem Gesicht? Hatte er ihren abtastenden Blick doch bemerkt?

Sie wusste nicht was es war da in ihrem Bauch, jedenfalls fand sie es frivol und unverschämt. Die Funken eines Blitzes schlugen in ihren Unterleib.

Irritiert machte sie sich nun auf den Weg ins Bad.

Im Spiegel sah sie sich an, ‚warum hast du ihn so angeguckt?‘ sprach sie ihr Spiegelbild in Gedanken an, schmunzelte ein wenig, dann entkleidete sie sich, ging zur Dusche. Nein. Wenn er die Dusche hört denkt er vielleicht sie mache sich bereit für Sex. Sie schnüffelte an ihren Axeln, ihre Lippen kräuselten sich, sie war verschwitzt. Hoffentlich war es ihm nicht zu unangenehm gewesen. Erneut betrachtete sie sich im Spiegel, ihre Brüste, hob sie mit den Händen an; ein wenig folgten sie ja schon der Schwerkraft, aber eigentlich fand sie sie noch ganz ok. Sie wusch sich gründlich, cremte sich ein, wieder ein Blick in den Spiegel, mit der flachen Hand fuhr sie über ihren Bauch: Sie könnte mal wieder Sport machen, stellte sie fest. Erste Ansätze von Orangenhaut an den Schenkeln – gut, sie hatte zwei Kinder zur Welt gebracht; es war ja kaum zu sehen, sie würde aber daran arbeiten! Sie drehte sich nach rechts, nach links, ihr Hintern war in Ordnung, fand sie. Zähne putzen, und nun? Den Slip, klar. Oder ein bisschen schocken und ganz nackt? Sie grinste sich an im Spiegel, was für ungezogene Gedanken ihr da ins Hin kamen! Also: Slip an. BH? Auch. Oder würde er das doof finden? Aber sie hatte das Teil bereits angelegt, und sie fand, dass es ihr gut stand, diese roten Spitzendessous. Der geklöppelte Rand des BHs umrahmte den dünnen Stoff, der Hof ihrer Brustwarze schimmerte zart in der Mitte, die Nippel unverkennbar angedeutet, und je mehr sie sich gedanklich mit ihrem Spiegelbild beschäftigte, um so frecher reckten sie sich empor.

Der Slip? War o.k., kein Schamhaar lugte hervor, ihr Hintern war dekorativ in Form gebracht. T-Shirt? Nein, hatte er ja auch nicht.

Also los jetzt!

Was sollte sie tun, wenn er sie anfasste? Wenn er sie streicheln wollte?

Sie zögerte.

Sie konnte ihre Gedanken nicht sortieren; sie sollte sich einen Handlungsplan zurecht legen, für diese oder jene Eventualität. Aber ihre Gedanken verloren sich wieder, machten Platz für ein prickelndes Gefühl der Pikanterie: Fast nackt mit einem fremden Mann im Hotelbett! Fast nackt, ja, das war sie doch. Sie sah an sich herab; würde er es als Aufforderung interpretieren wenn sie sich so zu ihm ins Bett legte?

Und wenn schon.

Und wenn schon ???

Aufkommende Empörung über ihre eigenen Gedanken. Oder auch nicht?

Entschlossen drückte sie die Türklinke und öffnete.

Das indirekte Licht über dem Kopfende des Bettes erhellte den Raum dezent und anheimelnd. Max lag langgestreckt auf dem Laken, die Hände hinterm Kopf verschränkt, lächelnd. Myriam blieb mitten im Raum stehen, spürte seine Blicke auf ihrer Haut. Unwillkürlich reckte sie ihren Body ein wenig, wieder ein Funke in ihrem Unterleib, angenehm, und sie musste sich eingestehen, dass es ihr gefiel. Ob er ihre Nippel im Dämmerlicht sehen konnte? Bestimmt! Und ein Blitz zuckte von ihren Brüsten zwischen ihre Schenkel, unmerkliches Zucken ihrer Möse; würde er ihre Schamlippen auch sehen? Nein. Im dünnen Stoff des Slips war im Schritt eine Verstärkung eingenäht. Aber sie wusste, dass sich ihr Venushügel deutlich abzeichnete wenn sie die Beine nicht vollständig geschlossen hielt. Was sie jetzt nicht tat.

Wieder ein Blitz!

‚Du musst sie schließen‘, durchfuhr es ihr Hirn, ‚steh hier nicht so obszön rum!‘

Aber sie blieb stehen wie sie war, lange Sekunden setzte sie sich seinen Blicken aus, ungeniert, schamlos.

Und sie genoss es, ihre Augen über seine nackte Haut gleiten zu lassen, in seinem Schritt verharrte sie, warum?

Myriam schüttelte unmerklich den Kopf als wollte sie abschütteln was hier nicht hingehörte, dann ging sie zum Bett und legte sich neben ihn; halb auf dem Bauch liegend drehte sie ihren Kopf zu ihm hin, den linken Arm angewinkelt spielten ihre Finger mit dem stramm gezogenen Laken. Max tat es ihr gleich, zärtliches Lächeln.

Und jetzt?

Erwartungen? Von wem? Auf was?

„Es war ein wunderschöner Abend,“ flüsterte sie schließlich.

„Wie gut, dass die Brücke kaputt ist,“ flüsterte er zurück und grinste schelmisch, sie lachte.

Wieder spielte sie mit den Fingern, diesmal spielte er mit, sie berührten sich, hakten die kleinen Finger ineinander, dann mehrere, ihre Augen suchten sich, lächeln.

„Aber so ein bisschen vorsichtig mit den Fingern spielen können wir doch“ bemerkte sie in einer Mischung aus Frage und Feststellung; sie mussten lachen, beiden war klar, dass diese Anmerkung implizierte etwas anderes nicht zu machen, nämlich miteinander zu schlafen.

Myriam schloss die Augen, sie machte einen zufriedenen Eindruck, ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie war sich jetzt sicher, dass er sie nicht bedrängen würde; im Grunde hatte sie nie Zweifel an seiner Integrität, er war halt Macho und Kavalier. Und eine angenehme Begleitung, er strahlte Selbstbewusstsein aus, sie mochte das. Und gut sah er auch aus!

Wie er sie wohl fand? Sympathisch? Sicherlich, eine so angenehme Stimmung konnte man nicht vorspielen. Gut aussehend? Erotisch?

Ein wohliges Kribbeln lief ihr über den Rücken, am liebsten hätte sie ihm einen Kuss gegeben. Wie er sich wohl anfühlen mochte? Wie sich seine Lippen wohl anfühlten? Weich, sanft? Konnte er gut küssen? Bestimmt! Er hatte bestimmt Erfahrung mit Frauen!

Sie hatte wenig Erfahrung mit Männern, früher war da der eine oder andere gewesen, aber nachdem sie geheiratet hatte war sie immer treu geblieben. Ob ihr Mann auch immer treu war? Sie wusste es nicht – bestimmt! Max war seiner Marion nicht treu, jedenfalls nicht sexuell, er schlief bestimmt mit allen Frauen mit denen es sich ergab.

Mit ihr auch? Würde er auch mit ihr schlafen? Wie das wohl wäre? Würde sie sich fallen lassen können?

Eine Auszeit, hatte er gesagt, ein extra Tag, den es im wirklichen Leben nicht gibt.

Warum versuchte er es nicht?

Nein, dafür war er zu sehr Kavalier.

Oder mochte er sie nicht, so körperlich?

Wollte er sie nicht in einen Konflikt bringen weil sie verheiratet war?

Sie spürte seine Hand die mit ihrer spielte.

Max betrachtete diese schöne Frau, ihr Gesicht, den Mund, die geschlossenen Augen. Erwartete sie mehr von ihm? würde sie denken, er fände sie erotisch uninteressant wenn er jetzt nicht aktiv würde? Aber so war es doch auch angenehm, und sie schien sich wohl zu fühlen.

Vorsichtig erhöhte er den spielerischen Druck seiner Finger: Keine Reaktion, sie änderte ihre sachten Bewegungen nicht.

Er ließ seine Augen über ihren Körper gleiten, der unten liegende Busen wurde ein wenig gequetscht, der dekorative BH gab ihn zu mehr als der Hälfte frei, trotz des matten Lichtes konnte er ihre Brustwarzen sehen, zart schimmerten die Vorhöfe durch den dünnen Stoff, keck reckten sich die Nippel.

Sollte er es versuchen? Noch einmal drückte er dezent fester, sie schien es nicht zu bemerken; oder sie wollte es nicht beantworten. Nein, so ohne jeden Hinweis der Zustimmung konnte und wollte er nicht weiter gehen, er wollte diese wohlige Stimmung nicht gefährden.

Vielleicht war sie ja auch schon im Dämmerschlaf, aber dann öffnete sie ihre Augen, sah ihn an, lächelte; es war so ein schönes Lächeln auf ihren Lippen.

(Zur Fortsetzung Teil 3)

Copyright (C) 2016 Text  by Günter Maria Langhaus. Ungekürzte Version(en) der Kurzgeschichte(n) finden sich später unter http://www.gm-langhaus.de/html/kurzgeschichten.html

Bildrechte: “Erotische Abenteuer – verschiedenster Welten” (Erotik-etwas-heller.jpg) © 2014 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Historische Zeichnung Copyrightfrei wegem abgelaufenem Alter.

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Die Reise nach Namibia (Kartoniert)
Erotischer Roman
von Langhaus, Günter Maria

Verlag:  Fouque (Frankfurter) Literaturverlag
Medium:  Buch
Seiten:  243
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  September 2014
Maße:  146 x 208 mm
Gewicht:  328 g
ISBN-10:  3837214834
ISBN-13:  9783837214833

Winter 2015

Winter 2015Kurzbeschreibung
53 lange Tage liegen vor einem Paar, das sich von Deutschland aus mit dem Auto auf den Weg durch Afrika macht. Der Protagonist möchte nach kurzem Aufenthalt in Lübeck zurück nach Namibia. Doch welches Geheimnis hütet seine Begleiterin? Ist sie die Rühr-mich-nicht-an, als die sie sich immer gezeigt hat? Oder eine Nymphomanin, die ihre sexuellen Bedürfnisse nur schwer unter Kontrolle halten kann? Das enge Zelt, die Hitze Afrikas und die Schönheit dieses Kontinents lassen eine intensive Nähe entstehen, in der sich die beiden Stück für Stück offenbaren können. Psychisch wie physisch legen sie Hemmnisse ab, bis sie ihre Seelen und Körper vollkommen nackt voreinander zeigen. Schamlos und frei wird die Kommunikation zur Erotik und der Sex zur Sprache. Zärtlichkeit, Abgründe aus Wut und Gewalt sowie hemmungsloser Sex unterliegen keiner Zensur.

Autor
Günter Maria Langhaus wurde 1950 in der Nähe von Köln geboren, Abitur 1971, anschließendes Studium der Biologie und Landwirtschaft an verschiedenen Universitäten Deutschlands. Seine berufliche Tätigkeit als Berater ließ ihm immer wieder Zeit für längere Reisen, unter anderem in den arabischen Raum sowie in das südliche Afrika. Diese Reiseerlebnisse einerseits und die Erfahrungen der sexuellen Revolution Anfang der Siebziger andererseits waren entscheidende Faktoren, die ihn zu seinem Erstlingswerk „Die Reise nach Namibia“ inspirierten.

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