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GESTRANDET VOR FEHMARN (Teil 1) – Erotische Geschichte in acht Teilen von Günter Maria Langhaus

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GESTRANDET VOR FEHMARN

(Teil 1)

Erotische Geschichte in acht Teilen

von

Günter Maria Langhaus

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Gedankenverloren saß Myriam im hinteren Teil des Busses, ihren Kopf hatte sie am Polster angelehnt, seitlich, damit sie sehen konnte, wie die Landschaft der holsteinschen Schweiz an ihr vorüber zog. Ihr schwarzes, halblanges Haar war ein wenig in ihr Gesicht gefallen, es kitzelte mit jedem Schaukeln des Fahrzeugs. Sie sah die kleinen Fischerhäuschen, teilweise mit Reet gedeckt, direkt am Selenter See; ob die Männer hier noch mit den Booten aufs Wasser hinausfuhren? Sie konnte diesen Gedanken nicht weiter verfolgen, zu sehr war sie gefangen in den Erlebnissen der beiden vergangenen Tage; es blieben ihr nur wenige Stunden um in ihre heile Welt zurück zu finden.

Es dürfte etwa eine Stunde später sein, als Max hörte wie ein Schlüssel ins Schloss der Zimmertür gesteckt wurde; war bestimmt der Zimmerservice, andere Gäste würden keinen Schlüssel sondern die Chipkarte benutzen. Max hatte es aufgegeben sich Erklärungen für seine missliche Lage auszudenken, es war so eindeutig, dass es da nichts zu erklären gab. Die junge Frau in der korrekt sitzenden Hoteluniform betrat den Raum, einen Moment blieb sie unschlüssig stehen, als wolle sie die merkwürdige Situation erst auf sich wirken lassen bevor sie den nächsten Schritt tat. Dann kam sie näher, freundlich lächelte sie ihn an, fuhr langsam und zart mit dem Finger über seine Brust, beugte sich hinunter zu ihm und gab ihm einen sanften Kuss auf seine Lippen.

„Der ist von Ihrer Liebsten,“ lächelte sie, dann befreite sie ihn von seinen Fesseln, blickte noch einmal zu ihm hinunter und verließ das Zimmer.

* * * * *

Es war schon später Nachmittag, drückende Schwüle lastete auf den vielen Menschen, die unter der großen Kuppel des Hamburger Bahnhofs auf ihre Züge warteten. Max hatte sich auf seinen Trekking-Rucksack gesetzt, jede Bewegung war zu viel. Dann kam der Zug, endlich. Er hoffte, dass die Waggons klimatisiert waren; er hatte extra ein Abteil in der ersten Klasse reserviert weil er die Großraumwagen der Intercity-Züge nicht mochte; außerdem hatte man immer Platz genug.

Die Züge nach Kopenhagen waren nicht so lang weil sie in Puttgarden ohne Probleme auf die Fähre gefahren werden mussten, langes Trennen und Rangieren war da wohl zu umständlich. Max hatte sein Abteil also schnell gefunden; die Klimatisierung – na ja – sie war verbesserungswürdig. Er stemmte seinen Rucksack auf die Ablage, kramte die Zeitung aus der Tasche, beobachtete dann aber das Treiben auf dem Bahnsteig.

Der Mann in Uniform und roter Mütze da draußen hob seine Kelle und pfiff, und als der Zug sich in Bewegung setzte wurde die Tür des Abteils geöffnet. Eine junge Frau – das heißt, sie mochte in seinem Alter sein, um die vierzig also, schleppte ihr Köfferchen ins Abteil, „Hallo“, ein Lächeln auf ihren Lippen. Max grüßte zurück, sprang auf und half ihr das Gepäckstück auf die Ablage zu hieven. Sie bedankte sich, wieder ein Lächeln, aber Max wehrte ab, er wolle wenigstens ab und zu ein Kavalier sein. Sie quittierte dieses Charming mit verschmitzt kritischem Lächeln, setzte sich Max gegenüber und nahm ihr Buch aus der Tasche. Obgleich sie es nicht aufschlug sondern geschlossen auf ihren übereinander geschlagenen Beinen liegen ließ, entwickelte sich keine weitere Kommunikation, irgendwie gab es keinen Anlass.

Mit ihren halblangen schwarzen Haaren erinnerte sie Max an die französische Schauspielerin Juliette Binoch; er musste innerlich grinsen: Er mochte diese Schauspielerin, weil sie öfter in zum Teil sehr erotischen Filmen mitgespielt hatte, und unwillkürlich versuchte er die körperlichen Strukturen seines Gegenübers zu eruieren. Sie hatte ihr sommerliches Jackett abgelegt, ihre unbedeckten Schultern waren dezent gebräunt, was durch das leichte Top in weiß unterstrichen wurde, der spitzenbesetzte Träger eines roten BHs lugte hervor. Die Hose in beige war dreiviertellang, bequeme Sandalen, rot lackierte Fußnägel. Ihre figürlichen Reize konnte er nicht weiter erkennen, dazu hätte sie wieder aufstehen müssen, er bedauerte, dass er nicht vorher genauer hingesehen hatte. Erneut musste er innerlich lächeln, offensichtlich konnte er Frauen gegenüber nur in dieser Richtung denken; manche Dinge werden sich bei ihm wohl nie mehr ändern. Und er genoss im Stillen den Duft ihres angenehmen Parfüms gemischt mit dem zarten Aroma frischen Schweißes.

Der erste Halt war das ihm so vertraute Lübeck, Menschen wuselten auf dem Bahnsteig, stiegen ein und aus. Bahnhöfe sind doch irgendwie ganz spezielle Orte, Abschiede, Fernweh, Trennung, oder erfreutes Wiedersehen. Ihr Abteil wurde aber von keinem weiteren Reisende aufgesucht; abgesehen vom Fahrkartenkontrolleur blieben sie ungestört.

Es war warm, Max schwitzte dezent und sein Gegenüber offensichtlich auch; ihr wohltuender Geruch erfüllte das Abteil. Die Fenster ließen sich in diesen modernen Zügen ja nicht öffnen, und der Service mit den erfrischenden Getränken kam auch nicht.

Der Zug verlangsamte die Fahrt, hielt erneut. Die beiden schauten hinaus, ein Haltepunkt einer kleineren Stadt, „Oldenburg in Holsten“ las Max auf den blauen Schildern, er hatte lange in Lübeck gelebt, aber hier war er noch nie gewesen. Fragend sahen sie sich an, ein Intercity für die Provinz? Aber bevor sie darüber diskutieren konnten knackte der Bordlautsprecher:
„Sehr geehrte Fahrgäste. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass auf Grund eines technischen Defektes auf der Fehmarnsundbrücke der Intercity seine Fahrt nicht fortsetzen kann. Bitte bleiben Sie in den Waggons und steigen Sie nicht aus. Sobald wir weitere Informationen haben werden wir Sie benachrichtigen.“ Es folgte dasselbe noch mal in Dänisch und englisch, dann knackte es und der Lautsprecher schwieg.

Die Frau gegenüber atmete tief durch, sah ihn an: „Na, etwas Verspätung ist ja nicht so schlimm – wenn es nur nicht so drückend schwül hier drin wäre.“

„Draußen wird es auch nicht besser sein“, meinte Max, „aber Störung an der Sundbrücke hört sich für meine Ohren nicht gut an!“

„Wie meinen Sie das?“

„Naja, eine technische Störung am Zug kann repariert werden, und wenn das länger dauert gibt es Busse oder Ersatzzug. Eine Störung an einer Brücke kann natürlich auch repariert werden, das dauert aber bestimmt länger, und eine Ersatzbrücke gibt es nicht.“

„Sie meinen die Brücke könnte kaputt sein?“

„Irgendwie hörte sich das ja so an, oder?“ Und nach einem Lächeln: „Müssen Sie pünktlich in Kopenhagen sein?“

„Nicht unbedingt; ich werde meine Schwester anrufen, dass der Zug Verspätung hat.“ Sie griff zum Handy, tätigte das Telefonat.

Eine halbe Stunde später waren sie genauso schlau wie vorher. Die anderen Fahrgäste liefen durch den Zug, diskutierten, und dann endlich kam doch der Service mit Getränken und Keksen.

„Wissen Sie wie lange das noch dauern könnte?“ fragte Max und bestellte eine gekühlte Cola, nein, zwei, seine Begleitung hatte Anstalten gemacht auch zu ordern, und da wollte er noch mal den Kavalier geben.

„Das kann dauern,“ murmelte der Mann mit dem weißen Käppi auf dem Kopf, „da sind ein paar Lkw auf der Brücke zusammen gerummst, da ist wohl ordentlich was kaputt gegangen, und er reichte den beiden das Gewünschte.

„Wie, kaputt gegangen? An der Brücke?“

„Da soll einer ein paar der Trageseile weggemäht haben, und es heißt, der sei ins Wasser gefallen. Ich sag‘ ja immer, die vielen Laster sollen von der Straße, die Bahn ist viel besser.“ Er schob die Abteiltür zu und verschwand.

Ratlos sahen sie sich an, tranken erst mal einen ordentlichen Schluck, und Max wollte grade irgendwas Banales sagen wie ‚Und, was machen wir jetzt?‘ aber er verkniff sich diesen Ausdruck von Hilflosigkeit; dann ging die Tür wieder auf, ein Herr in Uniform von der Zugbegleitung:

„Es tut mir leid, der Zug kann nicht mehr weiterfahren, da die Fehmarnsundbrücke beschädigt ist und heute nicht mehr repariert werden kann.“

„Naja,“ warf Max ein, „Wenn da die Tragseile wegrasiert sind, dann wird sie auch nicht morgen oder übermorgen repariert, oder?“

„Wahrscheinlich nicht. Deswegen werden wir uns um Unterkünfte hier bemühen, gegebenenfalls fahren wir Sie zurück nach Lübeck oder Hamburg.“

„Wie?! Zurück? Da gibt es doch sicher andere Möglichkeiten!“

„So wie es aussieht bleibt die Brücke für einen längeren Zeitraum gesperrt, sodass der Zugverkehr nach Dänemark über Kiel und Flensburg umgeleitet werden muss.“

„Und warum fahren wir jetzt nicht gleich nach Kiel? So weit kann das doch nicht sein.“

„Wir würden den letzten Zug nach Kopenhagen nicht mehr erreichen…“ Sein walky talky krächzte, dann eine Stimme: „In dem Scheißnest gibt’s nichts mehr, alles voll!“ „OK“, antwortete der Uniformierte, dann wandte er sich wieder an Max und seine Reisebegleitung: „Wir werden Sie nach Lübeck zurückfahren, denn….“

„Ich hab’s gehört, in dem Scheißnest gibt’s nichts mehr.“

„Wissen Sie, der Zug ist vollbesetzt und jetzt im Hochsommer sind hier an der Ostsee alle Quartiere belegt.“

„Und in Lübeck finden Sie genug?“

„Wir hoffen das. Bestimmt aber in Hamburg.“

„Ich fahr doch jetzt nicht zurück nach Hamburg!“ warf die Dunkelhaarige ein, aber der Uniformierte zuckte nur mit den Schultern: „Es bleibt Ihnen unbelassen auf eigene Faust weiter zu reisen.“

„Was machen Sie denn jetzt?“ fragte sie Max als der Mann weitergegangen war um die anderen Fahrgäste zu informieren.

Er hatte keine Ahnung, aber das behielt er lieber für sich, als Kavalier musste ihm jetzt eine Lösung einfallen.

„Wenn die uns nach Lübeck zurück fahren,“ begann er erst mal um Zeit zu gewinnen, „dann stehen wir da auch noch länger rum bis die genügend Unterkünfte und ’nen Bus organisiert haben, der uns dahin fährt. Und wenn es in Lübeck auch nicht genug Zimmer gibt, kommt dasselbe in Hamburg auf uns zu. – Nicht gut, könnte die halbe Nacht dauern.“

Sie sah ihn immer noch erwartungsvoll an und wartete auf eine Entscheidung, möglichst so, dass sie sich anschließen konnte!

„Ich such mir hier was,“ sagte Max schließlich bestimmt, was anderes fiel ihm schlicht nicht ein.

„Aber es gibt doch keine freien Zimmer,“ gab sie zu bedenken.

„Nicht für zweihundert Fahrgäste, aber für einzelne muss doch noch was zu finden sein!“

„Nicht wenn alle so denken.“ Mit einer Kopfbewegung deutete sie zum Bahnsteig draußen, auf dem sich vereinzelt Reisende mit ihrem Gepäck versammelten.

„Wer zuerst kommt der malt zuerst,“ konterte Max.

Sie sahen sich an; ohne ein weiteres Wort rafften sie ihre Sachen zusammen und verließen zügig den Zug.

Taxi vom Bahnhofsvorplatz: „Zum nächsten Hotel bitte.“

„Schlechte Karten,“ kommentierte der Fahrer während sie ihr Gepäck hinten verstauten, „wir können es ja versuchen.“

Und nach kurzer Fahrt: „Das ist das größte Hotel im Ort. Ich warte lieber hier bis Sie das geklärt haben.“

Sie bedankten sich, optimistisch holten sie ihr Gepäck aus dem Heck und begaben sich zur Rezeption; das ‚größte Hotel‘ machte eher den Eindruck vom kleinsten Hotel, aber egal.

„Tut mir leid,“ bedauerte der junge Mann denn auch gleich, „jetzt ist Hauptsaison, und nun kommen da noch die vielen Gestrandeten hinzu, Sie sind da nicht die einzigen. Das sieht wirklich schlecht aus, aber ich kann ja mal rumtelefonieren.“

Max bestellte einen Whiskey – nein, zwei, welche sie auf ex runterkippten.

„In Heiligenhafen haben sie ein großes neues Hotel gebaut, ich versuche es da mal.“

„Heiligenhafen? Ist das weit weg?“

„15 Minuten mit dem Auto,“ und er wählte die Nummer.

Noch zwei Whisky.

„Im Hafenhotel ist noch ein Doppelzimmer frei,“ meinte er schließlich, „soll ich es für Sie reservieren lassen?“

Die beiden sahen sich an, tausend Fantasien, Bedenken, Versuchungen spielten sich vor ihren inneren Augen ab.

„Nehmen Sie das Zimmer,“ meinte er schließlich, wieder ganz der Kavalier, „ich such mir was anderes,“ und zum Wirt: „Reservieren Sie, auf den Namen…“ „Felken“ half sie ihm weiter, unschlüssig sah sie ihn an,  fand es aber nett, dass er ihr den Vortritt ließ: „Aber es ist doch alles belegt, wo wollen Sie denn bleiben?“

Er lächelte: „Ich werd‘ schon was finden; notfalls schlaf‘ ich auf der Parkbank, habe ja Schlafsack und so mit.“

Sie lachte. „Na, vielen Dank. Ich drücke Ihnen die Daumen.“ Im Hinausgehen drehte sie sich noch mal um, lächelte ihn an: „War nett mit Ihnen“, und öffnete die Tür, blieb stehen, schaute erneut zu Max: „Ach, was soll’s, kommen Sie mit, wir werden uns schon vertragen.“

Das ließ er sich nicht zweimal sagen, strahlte sie an und gemeinsam verließen sie die Rezeption.

„Wie heißen Sie eigentlich,“ fragte Max als sie im Taxi nach Heiligenhafen saßen, aber dann fiel ihm ein, dass sie ihren Namen ja eben schon gesagt hatte, wie unaufmerksam von ihm!  „Myriam,“ stellte sie sich vor, seinen Fauxpas hatte sie nicht bemerkt oder war ihn absichtlich übergangen, jedenfalls fand Max es angenehm, dass sie sich mit Vornamen vorstellte, ließ Unkompliziertheit vermuten – na ja, wenn eine Frau mit einem fremden Mann das Hotelzimmer teilt, muss sie ja unkompliziert sein.

„Max,“ stellte er sich vor. Inzwischen hatten sie die Autobahn erreicht, der Chauffeur wählte aber die Landstraße: „Alles dicht, die stauen sich fast bis Oldenburg.“

Das Hotel war ein Neubau direkt am Hafen, modern, zuvorkommender Service. Das Zimmer im zweiten Stock gefiel ihnen, großes Fenster bis zum Boden mit Blick auf den Hafen, also eigentlich eine Tür mit angedeutetem Balkon dahinter, Tischchen, zwei gemütliche Stühle, breites Bett dem Fenster gegenüber.

Nachdem sie eingetreten waren stellte Max seinen Rucksack ab, Myriam ihre Tasche, einen Moment betrachteten sie das Zimmer, das Bett, wieder Gedanken, Fantasien, Unsicherheiten.

„Ich mach mich mal frisch,“ unterbrach sie diesen Moment, kramte ihr Waschzeug aus dem Koffer, den sie aufs Bett gestellt hatte und verschwand in der Nasszelle. Die war etwas hellhörig, er hörte Geklimper, dann pinkelte sie offensichtlich, die Klospülung, der Wasserhahn. Als sie wieder raus kam roch sie angenehm frisch, obgleich Max ihren dezenten Schweißgeruch doch sehr gemocht hatte.

Er machte sich auch frisch, pinkelte ebenfalls, um ihr die Hellhörigkeit der Nasszelle zu demonstrieren, aber auch um mit ihr sozusagen in Bezug auf Intimität gleichzuziehen; sie sollte auf keinen Fall das Gefühl haben sich genieren zu müssen!

„Und jetzt?“ fragte sie unternehmungslustig und rieb sich die Hände.

„Hunger?“

„Ich glaube, Dein Gedanke ist genau der richtige – äh – “ sie hielt sich die Hand vor den Mund, „Entschuldigung, ich hab‘ einfach ‚du‘ gesagt….“

Max lachte. „Wollte ich dir sowieso vorschlagen,“ er reichte ihr seinen Arm, sie hakte lachend ein, irgendwie war er eine nette Begleitung, fand sie, und aller Frust über den Zwangsaufenthalt war verflogen.

Fisch. Wenn man an der Küste ist muss man auch Fisch essen; gleich in der Nähe des Hotels wurden sie fündig: Verschiedene Sorten von Pfannenfisch, deftige Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln und ein Bier dazu, welches sie beide erst mal fast in einem Zug leerten, Durst! Sie wischte sich den Schaum von den Lippen und grinste ihn an; sie gefiel ihm zunehmend besser, und er ertappte sich dabei, wie der eine oder andere Gedanke an erotische Erlebnisse mit ihr in sein Hirn drang. Unwillkürlich oder besser unauffällig betrachtete er auch mal ihren Busen, ab und zu glaubte er ihre Brustwarzen hervorlugen zu sehen; sie trug einen BH, aber der war wohl sehr dünn und ohne Verstärkungen, wie er anhand der leicht wogenden Bewegungen ihrer Brüste vermutete. Es amüsierte ihn, aber er machte sich nicht wirklich Hoffnungen auf ein erotisches Abenteuer, auf keinen Fall würde er eine unzweideutige oder gar zweideutige Initiative ergreifen.

Myriam fühlte sich wohl in seiner Gesellschaft, er war ein netter Kerl, ein hübscher dazu, wie sie fand, und mit so jemandem zeigt frau sich doch gern in der Öffentlichkeit. Wenn sie nach dem Essen einfach nach hause gingen würde sie den Abend als angenehm in Erinnerung behalten. Aber sie würden zusammen ins Hotel gehen, ins gleiche Zimmer, eine gewisse Pikanterie war da nicht von der Hand zu weisen. Es war wie ein Anflug eines Gedanken, den sie dann aber nicht vertiefte, er war genauso schnell wieder weg. Und auch wieder da: Es war sehr warm, sie würden sich ausziehen, viel Haut zeigen, dicht beieinander liegen…..

„Wirst du in Kopenhagen erwartet?“ fragte sie als der Nachtisch gebracht wurde, rote Grütze mit Vanillesoße. Sie hatte mit Appetit reingehauen, auch noch ein Bier getrunken, nicht so pingelig wegen Kalorien und so, gefiel ihm.

Innerlich musste er lächeln. Diese Frage war die erste in einem Unterhaltungszyklus, in dem sie versuchen würde herauszubekommen, ob er gebunden sei oder nicht, davon war er überzeugt. Ebenso überzeugt war er davon, dass Frauen derartige Fragen nicht bewusst mit dem besagten Ziel stellten. Und erst recht nicht, dass sie gedanklich schon Entscheidungen danach fällten, bei ungebunden vielleicht doch Nümmerchen oder so. Er war sich sicher, dass alles einfach aus Interesse gefragt wurde, im Unterbewusstsein begleitet von einer anderen Art Interesse, und je nach Ergebnis würde er als Mann interessanter sein oder nicht. Interessant nicht in Bezug auf Bett, sondern eher allgemein erotisch, dezenter Flirt und so.

„Nein,“ antwortete er, „da nicht. Ich will weiter mach Stockholm, da treffe ich mich mit ein paar Freunden.“

„Und was macht ihr in Stockholm?“

„Wir reisen weiter nach Finnland, in den Osten, nach Russland rein, Ladogasee, Kola Halbinsel und so.“

„Abenteuer, was? Deswegen auch der Rucksack statt Koffer, nicht wahr?“

„Stimmt. Aber wir wandern nicht, wir fahren mit mehreren Geländewagen durch die Wildnis.“

„Wie, einfach rein in den Wald?“

„Straßen gibt es da nicht so viele, wir werden sicherlich öfter durchs Gelände fahren.“

„Das ist aber gefährlich, oder? Da gibt’s doch Wölfe und Bären.“

„Vielleicht auch Luchse,“ grinste Max, „aber die sind scheu. Und zwei Jäger haben wir auch dabei.“

„’ne richtige Männertour, was?“

„Frauen sind auch dabei.“

„Fährt deine Freundin da nur mit um dir einen Gefallen zu tun? Damit sie bei dir ist und du nicht den Russinnen schöne Augen machst?“

‚Das war die zweite Frage‘, dachte Max, ‚sie bereitet die dritte und entscheidende vor!‘

„Meine Freundin ist nicht dabei,“ lachte er, „und die Frauen sind genauso abenteuerlustig wie wir Männer.“

„Und was macht deine Freundin in der Zeit?“

„Tja…“

„Jetzt sag nur, du weist das nicht!“

„Wir leben ja nicht zusammen. Das heißt, wir sehen uns oft monatelang nicht; es ist mit Sicherheit nicht so eine Beziehung wie man sich allgemein eine Beziehung vorstellt.“

„Sondern?“

„Also,“ offenbarte er sich, „Ich lebe die meiste Zeit in Afrika, Namibia um genau zu sein. Manuela und ich sind uns näher gekommen, als wir zusammen mit dem Auto dort runter gefahren sind, quer durch Afrika. Sie ist dann noch einige Zeit mit mir dort geblieben, aber irgendwann musste sie zurück nach Deutschland, wegen Job und Geld verdienen. Aber die Verbindung hat trotz der Entfernung gehalten, aus verschiedenen Gründen. Und wenn wir uns nach Monaten wiedersehen, manchmal länger, manchmal nur kurz, dann ist alles wieder da, als wir nie getrennt.“

(Zur Fortsetzung Teil 2)

Copyright (C) 2016 Text  by Günter Maria Langhaus. Ungekürzte Version(en) der Kurzgeschichte(n) finden sich später unter http://www.gm-langhaus.de/html/kurzgeschichten.html

Bildrechte: “Erotische Abenteuer – verschiedenster Welten” (Erotik-etwas-heller.jpg) © 2014 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Historische Zeichnung Copyrightfrei wegem abgelaufenem Alter.

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Die Reise nach Namibia (Kartoniert)
Erotischer Roman
von Langhaus, Günter Maria

Verlag:  Fouque (Frankfurter) Literaturverlag
Medium:  Buch
Seiten:  243
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  September 2014
Maße:  146 x 208 mm
Gewicht:  328 g
ISBN-10:  3837214834
ISBN-13:  9783837214833

Winter 2015

Winter 2015Kurzbeschreibung
53 lange Tage liegen vor einem Paar, das sich von Deutschland aus mit dem Auto auf den Weg durch Afrika macht. Der Protagonist möchte nach kurzem Aufenthalt in Lübeck zurück nach Namibia. Doch welches Geheimnis hütet seine Begleiterin? Ist sie die Rühr-mich-nicht-an, als die sie sich immer gezeigt hat? Oder eine Nymphomanin, die ihre sexuellen Bedürfnisse nur schwer unter Kontrolle halten kann? Das enge Zelt, die Hitze Afrikas und die Schönheit dieses Kontinents lassen eine intensive Nähe entstehen, in der sich die beiden Stück für Stück offenbaren können. Psychisch wie physisch legen sie Hemmnisse ab, bis sie ihre Seelen und Körper vollkommen nackt voreinander zeigen. Schamlos und frei wird die Kommunikation zur Erotik und der Sex zur Sprache. Zärtlichkeit, Abgründe aus Wut und Gewalt sowie hemmungsloser Sex unterliegen keiner Zensur.

Autor
Günter Maria Langhaus wurde 1950 in der Nähe von Köln geboren, Abitur 1971, anschließendes Studium der Biologie und Landwirtschaft an verschiedenen Universitäten Deutschlands. Seine berufliche Tätigkeit als Berater ließ ihm immer wieder Zeit für längere Reisen, unter anderem in den arabischen Raum sowie in das südliche Afrika. Diese Reiseerlebnisse einerseits und die Erfahrungen der sexuellen Revolution Anfang der Siebziger andererseits waren entscheidende Faktoren, die ihn zu seinem Erstlingswerk „Die Reise nach Namibia“ inspirierten.

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