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FRISCHE LUFT – SF-Kurzgeschichte von Günther Lietz

Frische Luft

Eine SF-Kurzgeschichte
von
Günther Lietz

Die Straßen und Dächer des Viertels glänzten an diesem Abend im bunten Licht der allgegenwärtigen Neonreklamen, noch feucht vom Regenschauer der die Stadt am Nachmittag heimgesucht hatte. Der Verkehr floss zäh über die Trassen und Brücken der Stadt, die sich zwischen den gewaltigen wuchtigen Steinbauten wanden wie ein Schlangennest. Es gab scheinbar weder Anfang noch Ende, keine echte Streckenführung, keine Orientierung. In der Stadt wurde einst oft genug darüber gescherzt, dass einige Autofahrer niemals eine Abfahrt fanden und auf ewig dem wirren Straßenverlauf folgten. Heutzutage lachten aber immer weniger über diesen Scherz, denn man wusste ja nie…

Die Kollegen vom 47. Revier hatten das oberste Stockwerk bereits gesichert. Gelbes Plastikband versperrte den Zugang, einer der Officers hielt Wache. Die Nachbarn des Opfers standen nervös vor dem Absperrband. Sie wollten wissen was los war, was sich in Katie Beckers Wohnung ereignet hatte. Weniger aus Mitgefühl als aus Angst, das es sie vielleicht als nächstes treffen könnte.

Madison Garden war ein großer Apartmentkomplex, erbaut vor zweihundert Jahren, in den guten alten Tagen. Damals gehörte der Block zu den Vorzeigeobjekten der Stadt und ihrer einflussreichen Investoren. Modern, gemütlich, etwas für Familien. Aber heute war der Distrikt, und mit ihm Madison Garden, nur noch ein heruntergekommenes Loch. Farbe und Putz blätterten ab, die Fassade war eine traurige dunkle Fläche, in den zerbrochene, weitgehend lichtlose Fenster das Bild eines alten, löchrigen Gebisses hinterließen. Doch „weitgehend lichtlos“ war nicht gleichzusetzen mit „verlassen“. Noch immer lebten Menschen in Madison Garden. Zurückgezogen in der Dunkelheit, wie Ungeziefer, das das Licht mied. Kakerlaken der Gesellschaft. Die wenigsten von ihnen konnten vielleicht tatsächlich etwas für ihre Situation. Vielleicht…

„Detectiv Jamie Porter.“ Er zog seine Marke aus einer der tiefen Taschen seines Regenmantels und hielt sie dem Wachhabenden am Absperrband unter die Nase. Dieser nickte andeutungsweise und ließ den ihm vorgesetzten Ermittler passieren.

Porter zog das gelbe Band etwas in die Höhe und duckte sich dann darunter hinweg. Mit steifem Schritt marschierte er den Flur entlang. Dieser war ein Bild der Trauer. Das schlechte Graffiti an der Wand war der Höhepunkt der kurzen Wegs zum Tatort, der feuchte, schimmlige Teppich dessen Tiefpunkt. Am Ende standen die Kollegen von der Spurensicherung, rauchten mit zittrigen Fingern ihre starken Zigaretten und unterhielten sich nervös über die Tat.

Scheiße, dachte Porter. Wenn die Leute von der Spurensicherung so fertig sind, dann ist es mal wieder ein Fall von der echt beschissenen Sorte.

„So schlimm?“ fragte Porter zur Sicherheit nach.

Ein kleiner dicker Kerl nickte ihm zu. Seine Augen waren blutunterlaufen. Er machte den Job offensichtlich schon viel zu lange. „Durch den Wohnraum und dann rechts rein. Ist im Schlafzimmer“, erklärte der Mann und nahm einen weiteren tiefen Zug.

Zielstrebig machte sich Porter auf den Weg. Das Apartment war klein und verdreckt. In einer Ecke gab es frisches Erbrochenes. Wahrscheinlich ein Überbleibsel der Spurensicherung, dachte Porter. Zwei weitere Officers standen auf der linken Seite, am Eingang zur Küche. Sie waren ebenfalls nervös und rauchten.

Porter atmete tief durch. Dann betrat er das Schlafzimmer. Die Kollegen hatten Strahler aufgestellt, um die Szenerie auszuleuchten, um keinen Hinweis zu übersehen. Die flackernde nackte Glühbirne an der Decke reichte dafür nicht aus, spendete kaum mehr Licht als eine Kerze.

Porter musste schlucken, ließ seine Ausbildung und Berufserfahrung übernehmen, blendete alles andere aus. Panik und Entsetzen musste bis später warten, wenn er im Holy Martian saß und sich, eine Flasche des besten Whiskeys mit der Hand umklammernd, an diesen Arbeitstag erinnern würde. Bis dahin konnte er sich keine Ablenkung, keinen verfickten Nervenzusammenbruch leisten. Außerdem waren solche Anblicke in Luna City in den letzten Jahren immer alltäglicher geworden – zum Leidwesen der gesamten Menschheit. Und dennoch, diese „Alltäglichkeit“ setzte ihm stets erneut zu.

Das Opfer war weiblich, Mitte oder Ende Dreißig. Vielleicht mal eine Schönheit, durch Drogen und Exzesse aber schon zu Lebzeiten zugrundegerichtet. Den Rest hatte ihr jemand anderes gegeben. Würgemale am Hals und dieser zusätzlich an mehreren Stellen fein zerschnitten, wie mit einem Skalpell. Überall feine Einstiche, als wäre sie Akupunktiert worden – mit tausenden von Nadeln. Male an Hand und Fußgelenken, als sei gefesselt gewesen gewesen. Von Stricken oder Bändern aber keine Spur. Die Haut an etlichen Stellen abgehobelt, der Brustkorb aufgerissen. Als hätte sich eine übergroße Hand mit unzähligen Fingern durch das Gewebe gebohrt und dann das Brustbein nebst Rippen mit einem Ruck herausgerissen. Ein schrecklicher, blutiger Anblick.

Porter trat näher an das Bett heran, warf einen Blick auf den Brustbereich. Er runzelte die Stirn. Bei der matschigen blutigen Masse war nicht viel zu erkennen, aber es fehlte eindeutig das Herz. Vielleicht noch andere Organe, das konnte er nicht ohne eine Untersuchung durch den Rechtsmediziner sagen. Aber das Herz fehlte, da war sich Porter sicher.

Mit gewissenhaftem Blick sah sich Porter in dem Zimmer um. Für ein solches Milieu gab es keine Auffälligkeiten, keine Besonderheiten. Alles schien in Ordnung. Porter ließ seinen Blick an der fleckigen Decke entlangschweifen. Kalter Schweiß trat ihm plötzlich auf die Stirn und er drehte den Kopf zur Seite, um wieder das Opfer anzublicken.

Der Überlebenskampf war offensichtlich kurz und grausam gewesen. Jedenfalls gab es nur wenige Kampfspuren. Es musste die Frau im Schlaf erwischt haben. Ein Segen oder ein Fluch? Porter wusste es nicht zu sagen. Er verließ den Tatort und ließ sich von den Kollegen eine Zigarette geben. Er brauchte ein paar tiefe Züge, um sich zu ordnen, nachzudenken.

Die Türe war nicht aufgebrochen. Also war der Täter dem Opfer bekannt oder durchs Fenster gekommen. Die Tat war äußerst brutal. Vielleicht war der Täter einer dieser Ketzer, die seit Jahrzehnten im Untergrund der Stadt ihre düsteren Kulte pflegten. Jedenfalls konnte Porter einen Selbstmord ausschließen.

Mit etwas Glück wusste vielleicht einer der Nachbarn etwas zu sagen. Hoffentlich. Denn natürlich fiel auch dieser Falls unter die 24-Stunden-Regel, wie die meisten Fälle im Distrikt. Das bedeutete, es blieben nur 24 Stunden, um den Fall abzuschließen. Ansonsten kam er ins Archiv, um Platz für den nächsten Fall zu schaffen. Es gab einfach zu viel Kriminalität und zu wenig Ermittler. Sie alle vom 47. waren ständig überarbeitet.

Porter ging auf den Hausflur zurück und ließ seinen Blick über die Neugierigen wandern. Katie Beckers Nachbarn warteten auf eine Erklärung, eine Entwarnung. Hofften, dass die Situation unter Kontrolle sei, niemand anderes etwas zu befürchten hatte. Sie wollten gute Nachrichten hören, unbedingt. Das war an ihren verängstigten Gesichtern gut zu erkennen.

„Sie da!“ rief Porter und zeigte auf einen jungen Mann. Dieser Nachbar war wahrscheinlich so gut wie jeder andere. „Herkommen!“

Es war dem Mann anzusehen, dass er kurz überlegte Fersengeld zu geben. Sie alle hier hatten Dreck am Stecken, das war sicher. Aber der Kerl ergab sich seinem Schicksal und trottete mit hängenden Schultern zu Porter hinüber.

„Ja, Detectiv?“ fragte er und legte seinen Kopf schief. Schuppen rieselten dadurch aus dem braunen Lockenschopf auf seine Schulter hinab.

„Wer sind Sie und dann erzählen Sie mir mal was über die Bewohnerin des Apartments“, sagte Porter und zückte sein kleines Notizbuch und einen Bleistift.

„Andy Lafonte heiße ich. Wohne eine Etage weiter unten. Ist Katie tot? Die Leute sagen das.“ Andy wirkte unsicher, was sich Porter notierte.

„Ja. Mein Beileid. Also los, packen Sie mal aus, Andy.“

Dieser seufzte. „Katie war eine echt Nette. Hat jeden hier mal rangelassen. Ohne viel zu verlangen. Muss ja jeder sehen wo er bleibt, oder?“ Ein lahmer Versuch der Rechtfertigung. „Habe sie nicht oft gesehen. Bin ja viel unterwegs. Arbeiten und so.“

Porter sah erstaunt von seinen Notizen auf und Andy mitten ins Gesicht. „Arbeiten? Na ja, das will ich dann mal so hinnehmen. Also, weiter. Was war die letzten Tage und heute bei Katie los?“

Andy zuckte mit den Schultern, was einen ganzen Sturm an weiteren grauweißen Schuppen auslöste. Einige dieser Schuppen wurden plötzlich lebendig und krabbelten schnell wieder in Andys Haarschopf hinauf, um sich dort erneut einzunisten. Porter machte sicherheitshalber einen Schritt zurück.

„Gelegenheitsarbeit“, erklärte Andy verschmitzt grinsend. „Ich, äh, besorge Dinge. Wenn ich mal einen Job habe.“

„Ist das wichtig für den Fall?“ hakte Porter nach. Er hatte keine Zeit für ausschweifende Geschichten. Im schlimmsten Fall verquasselte sich Andy und gab eine Straftat zu, der Porter dann ebenfalls nachgehen musste. Dafür hatte er keine Zeit, der brutale Mord an Katie Becker war ihm wichtiger.

Andy dachte jedenfalls kurz nach, dann schüttelte er den Kopf. Es regnete Schuppen und Parasiten in seiner Umgebung. „Nö, nicht so direkt. Ich habe die Katie wegen meinem letzten Job jedenfalls gesehen. Mir sind ein paar Klimanlagen in die Hand gefallen. So richtig alte Geräte. Tragbare Dinger fürs Fenster.“

Porter hielte inne. Ihm war im Schlafzimmer keine Klimaanlage aufgefallen. „Leute“, rief er über die Schulter nach hinten, „ist da irgendwo an einem der Fenster ein tragbares Klimagerät aufgebaut?“

Der kleine Dicke ging ins Apartment und kam nach kurzer Zeit wieder zurück. „Nein. Nichts zu sehen. Auch nicht in den Ecken.“

Porters Blick wanderte wieder nach vorne. „Andy, was meinen sie genau mit ’so richtig alte Geräte‘?“

„Nichts Modernes halt. Die waren locker uralt. Wir haben die aus einem Keller geholt. Aus einem Gebäude, das bald abgerissen werden soll. Alle ganz legal. Wir durften behalten was wir finden. Und ich habe halt die Dinger mitgenommen. Für mich und meine Nachbarn. Bin ja nett. Habe der Katie auch eins gegeben. Als Dankeschön für sie wissen schon.“ Andy blinzelte verschwörerisch.

„Andy, wegen den Geräten, wie viele Drehschalter haben die?“

„Gar keine“, rief eine ältere Frau von weiter hinten. „Ich habe auch so eins. Ist eines mit einem dieser uralten Displays, auf denen man alles ablesen und drücken kann. So richtig antik. Da hat der Andy mal was Tolles mitgebracht.“ Zustimmendes Nicken bei einigen der Nachbarn.

„Scheiße“, murmelte Porter. Er steckte sein Notizbuch wieder ein und ging zurück zum Apartment. Im war mulmig zumute, denn es gab einen guten Grund, warum die Technik auf dem Mond so antiquiert war und einfach gehalten wurde.

Vor langer Zeit, nachdem die Planeten im Sonnensystem bereits terraformt waren und die Erde nur noch eine blasse, toxische Erinnerung, öffneten Soldaten auf einem bis dahin unbekannten Planeten versehentlich das Tor zur Hölle. Sie entließen furchtbare, mächtige Kreaturen auf die Menschheit, die Angst und Schrecken verbreiteten. Diese Dämonen führten ein Heer aus Monstern an. Sie schlugen erbarmungslos zu, sie korrumpierten selbst die größten Helden und brachten die Dunkelheit ins Sonnensystem. Doch die schlimmste Fähigkeit der Dämonen war diese, dass sie mit Leichtigkeit moderne Geräte manipulieren konnten, ihnen einen freien Willen gaben, sie zu künstlichen Monstern machten. Je moderner, um so einfacher für die Dämonenbrut. Dieser Umstand warf die Menschheit technologisch gesehen zurück, denn der Einsatz von Computern und hochentwickelten Maschinen wurde zu einer Gefahr für Leib und Leben. Moderne Technologie wurde zerstört, verbannt, in die tiefsten Löcher geworfen. Oder in Kellern versteckt.

Und einen dieser Keller hatte wohl Andy gefunden. Hatte hochmoderne Klimaanlagen aus alten Tagen in seinen Besitz gebracht, die computergesteuert wurden. Und eines dieser Geräte hatte wahrscheinlich ein Eigenleben entwickelt, versorgt mit dunkler Energie, die Zwischen den Sternen herstammte.

„Was ist los?“ fragte der kleine Dicke von der Spurensicherung.

„Ein Verdacht“, erklärte Porter nervös. „Dunkle Energie.“

Der Dicke fluchte. „Scheiße, hier? Die Leute haben doch gar kein Geld und keine Möglichkeiten, um an den alten Mist zu kommen.“ Die Leute von der Spurensicherung wurden nervös und zogen ihre Dienstwaffen, Pistolen vom Modell Hurrican P101. Billig, günstig, und wie manche sagten, kaum mehr als eine Erbsenpistole.

Auch Porter zog seine Waffe, ein größeres Kaliber, dass ihm privat gehörte. Offiziell war das untersagt, aber die Oberen drückten ein Auge zu. Selbstversorger entlasteten die städtische Kasse und sorgten zugleich selbst für ihre eigene, verbesserte Sicherheit. Und Porter verließ sich lieber auf seinen Manowar-Revolver, als es mit den offiziellen Erbsenspistolen der Polizei zu versuchen.

„Ich gehe nochmal rein, sie fordern Verstärkung an“, erteilte Porter Anweisung und betrat das Apartment erneut. Die dort stehenden Kollegen sahen ihn kurz fragend an, dann spuckten sie ihre Kippen weg und zogen ebenfalls ihre Hurricans.

„Sehr ernst?“ fragte einer der beiden. Auf seinem Namensschild stand Petrocelli. Porter nickte ihm zu.

„Vermutlich Dunkle Energie“, erklärte er. „Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber lassen sie uns lieber vorsichtig sein. Die Kollegen draußen rufen bereits Verstärkung.“

Petrocelli nickte. Sein Partner schluckte schwer. Er war erst seit kurzem bei der Truppe und Begegnungen mit der Dunklen Energie ihm fremd.

Porter zeigte auf die Küche und die beiden Officers setzten sich in Bewegung. Porter selbst ging ins Schlafzimmer. Alles sah harmlos aus. Nichts rührte sich. Beinahe nichts.

Von der Decke herab war aus einer der dunklen Zimmerecken ein kurzes und leises Kratzen zu hören. Porter drehte sich dorthin und fixierte die Ecke. Es gelang ihm nicht richtig, etwas schien seinen Blick regelrecht abzulenken, seine Gedanken, seine Wahrnehmung, ein Stück zur Seite zu drücken, dorthin, wo nichts war. Erneut trat ihm kalter Schweiß auf die Stirn. Der Trick hatte bei ihm vielleicht beim ersten Mal funktioniert, aber nun wusste Porter, dass ihn etwas beeinflusste. Er wandte seine ganze Willenskraft auf, um den Punkt an der Decke zu fixieren. Und dann brach er durch das telepathische Tarnfeld der Kreatur. Was er sah jagte ihm einen kalten Schauer über den Rücken.

Ein kleiner Kasten mit Lüftungsschlitzen, die sich wie Kiemen eines Fischs stetig langsam öffneten und schlossen – Luft einsogen und wieder ausstießen. Das Display des Geräts glomm in einem unruhigen grünen Ton, regelrecht bösartig. Hunderte von feinen Kabeln quollen tentakelartig aus dem Gerät, dienten als Beine und Arme.

Porter zögerte nicht lange und riss den Manowar hoch. Er drückte ab, aber die Kugel verfehlte und bohrte sich tief in die Wand. Die Kreatur war im letzten Augenblick zur Seite gehuscht, setzte einen Teil ihrer Kabel wie die Beine einer Spinne ein, um sich mit großer Geschwindigkeit die Wand entlangzubewegen.

Die Kreatur wechselte plötzlich die Richtung und raste nun an der Decke entlang, genau auf ihren Angreifer zu. Porter schoss. Erneut verfehlte er, aber diesmal knapper. Das Gerät erreichte einen Punkt über ihm und stieß sich ab, um Porter ins Gesicht zu springen. Im letzten Augenblick duckte sich dieser und die Kreatur knallte scheppernd auf den Boden.

Reflexartig trat Porter zu und bereute diese Aktion augenblicklich. Zwar konnte er seinen Feind auf den Boden pressen und einige Bauteile splitterten ab, aber dafür zuckten Dutzende der feinen Kabel hoch. Einige peitschten über seine Hose und zerschnitten dabei den Stoff in feine Streifen, andere Kabel suchten sich wie Schlangen ihren Weg durch Porters Schuhe und bohrten sich dann schmerzhaft in seinen Fuß.

Porter schrie auf und wollte die Kreatur mit heftigen Lufttritten abschütteln. Aber es gelang ihm nicht. Er legte mit der Manowar an und versuchte zu Zielen, aber die Schmerzen ließen ihn nur rote Punkte vor den Augen sehen. Trotzdem drückte Porter ab. Solange, bis die Trommel seines Revolvers leer war. Das zerlegte zwar die Kreatur, aber eine der Kugeln streifte auch seinen Fuß, was ihn vor Schmerz regelrecht aufheulen ließ. Die Kreatur war dafür nur noch ein Haufen Schrott.

Petrocelli und sein Kollege kamen herbeigerannt, um Hilfe zu leisten. Der junge Officer stützte Porter, während Petrocelli hastig die Kabel aus Porters Fuß riss.

„Vorsichtig, Leute. Vorsichtig“, keuchte Porter. „Drecksding! Verfickte Scheiße!“ fluchte er. „Aber ich habe es erledigt. Wir sollten hier raus und auf die Verstärkung warten.“

Die Officiers nickten. Sie begleiteten Porter, der mit ihrer Hilfe aus dem Apartment humpelte. Draußen standen die Leute von der Spurensicherung und auch die Anwohner. Sie alle sahen verängstigt zu den Cops, warteten auf eine Erklärung.

Porter öffnete den Mund um etwas zu sagen, dann schloss er ihn wieder. Er dachte nach. Seine Freude die Begegnung mit dem erwachten Gerät überlebt zu haben, hatte ihn unvorsichtig werden lassen. Er kniff die Augen zusammen, um seine Gedanken besser sammeln zu können. Andy hatte nicht nur von einem Gerät gesprochen. Er hatte mehrere seiner Nachbarn damit versorgt.

„Scheiße“, flüsterte Porter und sah sich um. Er wusste nun, worauf zu achten war. Wusste, wie er seine Gedanken fokussieren musste. So war es für ihn diesmal leichter, das telepathische Tarnfeld zu durchdringen. Was er sah, ließ ihn vor Hilflosigkeit und Angst beinahe aufheulen. Mindestens zwei Dutzend der Kreaturen hingen an Wänden und Decken im Flur. Einige klammerten sich sogar an die Rücken von Anwohnern. Die erwachten Geräte waren bereit, jederzeit loszulegen. Und als sie erkannten, das Porter ihre Tarnung durchdrang, taten sie dieses und stürzten sich auf ihre Opfer…

Ende

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