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FEINDGEBIET – eine Kurzgeschichte von little_wonni (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 3/2011)

Feindgebiet

eine

Kurzgeschichte

von

little_wonni


Es herrschte eine gedrückte Stimmung bei der abendlichen Zusammenkunft.
Sie hatten wieder jemanden geholt. Diesmal nur wenige Behausungen von der ihren entfernt.

Jedes Jahr um diese Zeit begann das Morden. Sie kamen nicht bei Nacht, wie man es von mordlüsternen Monstern erwartet hätte. Sie kamen zu allen Zeiten, in der Morgendämmerung, bei hellstem Mittagslicht, im Abendrot und brachten dabei stets den Tod, Schrecken und Verzweiflung. Manchmal löschten sie ganze Familien aus, ein anderes Mal hatten sie es nur auf den Nachwuchs abgesehen. Sie ließen bei ihren stetigen Angriffen einfach kein Muster erkennen.

Es waren die schrecklichsten Kreaturen, die einem begegnen konnten. Feuerrotes Haar am ganzen Körper, spitze, krallenartige Klauen, messerscharfe Zähne und Augen wie Kohle.
Die Behausungen konnten einem auch keinen Schutz bieten. Meist brachen sie bei ihren Angriffen die Wände auf, zerfetzten sie, als seien sie aus Papier.
Jedes Knacken ließ einen zusammenfahren und jagte einem den Puls in die Höhe. Windige Tage wie der Heutige waren für Jedermann die Hölle. Denn dann hörte man sie nicht kommen. Die Schreie der Wachen gingen im Wind unter und stetiger Blätter und Blütenregen raubte einem die Sicht. Wenn dann auch noch Regen einsetzte, kam wahre Weltuntergangsstimmung auf.
Aber trotz der stetigen Gefahr musste man sich den Widrigkeiten des Lebens stellen. So war seine Schwester heute wild entschlossen auszugehen.

“Ich werde nicht hier sitzen und auf meinen vielleicht eventuell baldigen Tod warten!”, schnauzte sie gerade meine Mutter an, die völlig verzweifelt in der Ecke hockte. “Du bist noch nicht so weit”, wisperte sie mit ihrer piepsigen Stimme. “Und ob ich so weit bin! Bis zu Blue sind es nur 5 Meter und all meine Freundinnen sind auch schon unter der Haube”, schimpfte sie und zupfte an ihrem blauen Kleid herum. “Nicht so laut”, ermahnte sie meine Mutter, “Du wirst noch deinen kleinen Bruder wecken.” “Wecken? Wie sollte man den denn wecken? Der ist doch noch stocktaub. Außerdem solltest du ihn nicht immer wie ein rohes Ei behandeln”, zeterte sie weiter. “Aber er ist doch…” setzte meine Mutter an, kam aber nicht dazu, den Satz weiterzuführen.

Denn in diesem Moment war meine Schwester schon im böigen Wind gefangen, auf dem Weg zu ihrem Liebsten.

Also blieb es einmal mehr mir überlassen meine Mutter zu beruhigen. Ich setzte gerade zum Sprechen an, als es kam. Es brach durch die Wände und fletschte seine fürchterlichen Zähne. Verzweifelt versuchte ich, es von seinem widerlichem Treiben abzuhalten. Das Blut meiner Mutter glänzte auf seinem weißen Latz im Sonnenlicht, das durch das Loch hereinfiel und helle Lichtpunkte in das triste Schlachtfeld malte. Ich erstarrte und stellte mich in meiner Not einfach tot. Ich musste dabei zusehen, wie es mit meinem Bruder in seinem blutigen Maul abzog und fiel in Ohnmacht.

“Schau mal Papa, was macht denn das Eichhörnchen da oben in dem Nest von den Blaumeisen”, sagte das kleine Mädchen, das gerade durch den Park lief.
“Hmpf, wird sich wohl ein Vogelei holen”, antwortete der Vater.

ENDE


Copyright (c) 2011 by little_wonni

Bildrechte: Coverillustration “Schwarze Katzen” (20110205113353-e67c2f3d.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Schwarze-Katzen-400×600-41-minus-150-41.jpg” (Originaltitel: 20110205113353-e67c2f3d-400×600.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Autorin:

Noël, Alyson
Riley – Das Mädchen im Licht –

Roman

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Übersetzt von Laszlo, Ulrike
Verlag :      Page & Turner
ISBN :      978-3-442-20383-3
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 03.05.2011
Seiten/Umfang :      192 S. – 20,6 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      08.02.2011

Medien :
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Witzig, frech und einzigartig – Riley nimmt es mit jeder verlorenen Seele auf!

Riley Bloom hat einen ganz neuen Lebensabschnitt vor sich – den Tod. Durch einen Autounfall wurde sie aus dem Leben gerissen und von ihrer Schwester Ever getrennt. Ein Abschied, der ihr so schwerfiel, dass sie noch eine Weile als Geist auf der Erde blieb. Aber da auch das schönste Geisterleben einmal ein Ende haben muss, überquerte Riley schließlich die Brücke ins Jenseits. Nur kann sie dort leider auch keine Ruhe finden, denn vom großen Rat wird ihr eine besondere Aufgabe zugeteilt: Sie soll auf der Erde verlorene Seelen einfangen. Und ausgerechnet der langweiligste Junge, dem sie je begegnet ist, wird ihr dabei zur Seite stehen. Riley hat sich das irgendwie anders vorgestellt. Zum Glück hält der Tod noch so einiges für sie bereit …

Witzig, frech und einzigartig – Riley nimmt es mit jeder verlorenen Seele auf.

Alyson Noël ist eine preisgekrönte Autorin, die bereits mehrere Romane veröffentlicht hat. Mit ihrer auf inzwischen sechs Teile angelegten Serie »Evermore« stürmte sie auf Anhieb nicht nur die internationalen sondern auch die deutschen Bestsellerlisten und eroberte unzählige Leserinnenherzen. Die Übersetzungsrechte für ihre Bücher wurden bisher in 35 Länder verkauft und auch die Filmrechte schnell vergeben. Alyson Noël lebt in Laguna Beach, Kalifornien.

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Updated: 21. November 2011 — 21:59

24 Comments

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  1. ist das hier das berühmte Sommerloch?

  2. Wieso? Bist Du reingefallen???? *gg*

    Ich vermute mal, Du hättest gerne ein Feedback zu Deiner Story!?
    Kurz: Mir gefällt sie! Vor allem das Ende!

    Lieben Gruß

    jademond

  3. Felis Breitendorf

    He, da brauchen wir uns ja nicht mehr vor dem Tod zu fürchten, wenn es eh kein Ende gibt! 😉

  4. Felis,

    bist du sicher, dass dein Kommentar unter dem richtigen Beitrag steht? Irgendwie kann ich keine Verbindung deiner Bemerkung „… wenn es eh kein Ende gibt!“ zu Eichhörnchen und Blaumeisen entdecken.

    Die Story HAT doch ein Ende. Ein grausiges noch dazu.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  5. ja, geanau… ein bisschen Kritik wäre ganz gut. Ich liebe diese Portal weil jede Geschichte bis ins kleinste Detail seziert werden kann 😉
    Außerdem lern ich hier immer wieder neues über Zeichensetzung (ich streue meine Kommas nämlich mit dem Salzstreuer…) 😛

  6. Mal eine Frage in eigener Sache:

    Ist denn niemand die Werbeanzeige links aufgefallen? Das sind doch alles Druckkostenzuschussverlage. Ich sehe ja ein, dass hier auch Werbeeinnahmen willkommen sind. Aber doch nicht von denen, die Autoren abzocken. Hat das jemand an entscheidender Position übersehen oder fehlt es hier an Rückgrat?

    Traut sich denn keiner, hier ein Veto einzulegen? Oder gilt mittlerweile auch hier: Wer bezahlt, der schafft an? Oder: Was kümmert mich mein Gewissen, wenn nur der Geldbeutel stimmt? Wäre traurig.

    LG Cameo 🙁

  7. hmm, dazu kann ich nichts sagen, mein Browser ist dank adblock werbefrei…

  8. … und das bedeutet, dass du nicht mit Werbung beehrt wirsd?

    LG Cameo

  9. ja, mal abgesehen von dem ein oder anderen „popp-up“- der sich durch meine Abwehr schummelt…

  10. Felis Breitendorf

    Lieber Galaxykarl, ich beziehe mich auf den Buchvorschlag unter der Story!

  11. Lieber Werner,

    die Werbung von google ist nicht steuerbar. Die wird über viele Aspekte von einem Computerprogramm gesteuert. Dabei ist es entscheidend, wo sich der Betrachter befindet und wie seine IP aussieht. Einfluss kann man als Betreiber darauf nicht nehmen. Entweder akzeptiert man das oder nicht. Die Alternative wäre, dass die Betreiber ihre Kosten nicht mehr finanzieren könnten. Also mit anderen Worten: ich bräuchte jemanden, der meine Miete bezahlt!

    Da wir aber wissen, dass das nicht jeder mag haben Günnie und ich uns darauf geeinigt, den Werbebanner an eine Stelle zu setzen, wo er den Betrachter nicht belästigt, wenn sich dieser immer die neuesten Blogeiträge anschaut, da man dazu ja nicht soweit runterscrollen muss, wenn man das nicht will.

    Wenn du die Zuschussverlage ansprichst: da gibt es auch Unterschiede. Ausserdem finde ich das Verhalten einiger renomierter Verlage absolut untragbar: die würden zum Beispiel niemals eine Werbung bei uns schalten, weil sie sich dazu nicht herablassen würden. Dann sind mir sogar Zuschussverlage lieber, ganz ehrlich!

    Auf solche, die auf der einen Seite einen auf „guter“ Verlag machen und auf der anderen Seite absolut niederträchtig und hinterhältig zu uns sind, kann ich echt verzichten!

    Ich würde die Zuschussverlage zwar auch ans untere Ende setzen aber einige „gute“ Verlage gehören mit weitem Abstand noch weit unter diese!

    So viel zum Thema „gute“ Verlage. Ich habe halt eine andere Sichtweise, da ich direkt an der Schnittstelle „Geld“ sitze und darauf angewiesen bin, dass irgendjemand mit uns zusammenarbeitet und uns finanziert. Schliesslich tun wir einiges für das Verlagwesen, wofür wir keinen Cent sehen.

    Da bleibt mir halt nichts anderes übrig, wie die Vertragsbedingungen von Google zu akzeptieren. Sehe es so, wie einige Stääme in Afrika, die aus der not heraus die letzten Bäume und Sträucher absägen. Würden Sie dies nicht tun, würden sie glatt verhungern!

  12. Und wie findet Ihr little_wonni´s Buchtipp?

  13. ich dachte, der würde toll die blutige Story ausgleichen…

  14. Mich würde mal ein Roman interessieren, bei dem der/die Verstorbene NICHT wieder auf die Erde zurückgeschickt wird, um irgendeine Aufgabe zu erfüllen, sondern eben die Handlung im Jenseits spielt. Ob nun Himmel oder Hölle oder sonstwo. Das wäre mal interessant.

    Kennt jemand so ein Buch?

    mgg
    galaxykarl 😉

  15. Das wäre wirklich mal interessant! Bin ganz deiner Meinung.

  16. Nette Geschichte, hat mir gut gefallen. Die Vorhersehbarkeit ist egal, denn die Erzählung zieht den Leser an. Was die Form angeht, da sollte die Story überarbeitet und auf das Internet angepasst werden.

    @Galaxykarl
    Mach doch eine Story daraus, bevor ich vielleicht auf den Geschmack komme und die Idee „klaue“. 😉 🙂

    Ansonsten muss ich mal gucken, ob ich ein Buch finde. Vor vielen Jahren habe ich mal ws derartiges gelesen, war aber ziemlich abgefahren.

  17. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, die Idee zu klauen! 🙂

  18. Die Geschichte gefällt mir sehr gut, kam leider erst jetzt dazu sie zu lesen. Ich finde jedoch das Buch nicht so passend zur Geschichte. Sowas nennt man auch eine Plot-Geschichte! Wem hat sie auch noch so gut gefallen wie mir? Schreibt mal Eure Meinung hier rein, sonst holen wir Eure Kücken!! 😉

  19. @Detlef und Günni

    Ihr könnt die Idee gerne benutzen. Zum selber Schreiben ist mir das zu esoterisch, zum Lesen würde es mich aber reizen … als Kurzgeschichte.

    mgg
    galaxykarl 😉

  20. Und dann mit Engeln und Harfen?

  21. Die putzigen Eichhörnchen als böse Killer 😀 Ich fands klasse !

  22. Es liegt vielleicht an der Uhrzeit, aber ich fand es jetzt nicht vorhersehbar.
    Die Geschichte selbst war ganz schön grausam, aber das Ende hat mir richtig gut gefallen.

  23. Sollte ich noch keine Bankverbindung von der Gewinnerin auf Platz 2 haben, dann bitte an mich mailen!

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