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Literatur-Blog

ERSCHRICK NICHT, ICH WILL DOCH NUR HEIRATEN – eine humorvolle Kurzgeschichte von Sascha Ladra

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ERSCHRICK NICHT, ICH WILL DOCH NUR HEIRATEN
oder
DANKE MUTTI!
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eine humorvolle Kurzgeschichte
von
Sascha Ladra

Chris hält mir einen Blumenstrauß vor die Nase und lächelt mich schüchtern an.
Die sind für dich Cordula.“

Offensichtlich!

Mein Blick wandert über die natürlichen Raumerfrischer.
Ich bekomme Blumen und er grinst?  Oh…
Ich bin vorsichtig verunsichert.

Mit einer trockenen, vollkommen unschuldigen Miene teilt er mir mit: „Wenn du dich an den Anblick der Blumen gewöhnt hast, kannst du dich in 2 Wochen ganz und gar auf meinen Antrag konzentrieren. Lass dir Zeit zum Nachdenken.“

Wie umsichtig von ihm. So komme ich nicht auf die Idee, aus einem Impuls heraus eine Dummheit von mir zu geben. Zum Beispiel etwas wie:
NEIN!….?“ eine eloquentere Erwiderung fällt mir spontan nicht ein.

Oberhalb meiner Augenbrauen, die gerade ihren Überraschtsein-Hochsprungsrekord gebrochen haben, ist alles taub. Ich befürchte, es ist ein Hirnschlag. Aber da ich mir darüber noch Gedanken mache, ist wohl nichts Schlimmeres zu befürchten.

Ich kenne Chris nun seit einem Jahr, war aber bis vor 4 Monaten noch mit seinem besten Freund verlobt. Seit 8 Wochen wohnen wir zusammen. Mehrere Nächte probte ich im Schutze seines wohlklingendem Geschnarche „Ich liebe dich.“ zu sagen. Vor wenigen Tagen ist es mir sogar gelungen, ohne meine Zunge zu verschlucken. Wenn eine Beziehung eine Reise wäre, hatte ich meine Koffer gepackt und war bereit für den Bus. Aber Chris hatte vor, mit einem Spaceshuttle zum Mond zu fliegen.

Nein!… bist du irre?“ Ich zweifle ernsthaft an seinem Verstand und sein dauerndes Gegrinse macht mir langsam Angst.

Lass dir ruhig Zeit mit deiner Antwort.
Achja, und Cordula .. ich werde dich nur einmal fragen. Du kannst natürlich nein sagen…aber….“

Er legt mir die Blumen, derer ich mich bisher verweigert habe, in die ausgestreckten Arme, was es mir unmöglich macht, ihm an den Hals zu gehen, um ihn zu würgen. Nur ein wenig. So ein ganz kleines bisschen. Damit er weiß, wie es ist, wenn einem vor Schreck die Luft weg bleibt. Es soll ja Menschen geben, die nur durch Erfahrung am eigenem Leib dazu lernen.
Dann stolziert er einfach davon und ich kann ihm nur sprachlos hinterher starren.
Dieser Sadist.

Die nächsten 2 Wochen verbringe ich damit, ihm zu erklären, dass er den Verstand verloren hat. Ich wäre faul, unordentlich, eine Zicke, chaotisch, neurotisch, unausgeglichen, fett, nervtötend, naiv, geistig instabil, krankhaft neugierig und was mir sonst noch so an schlechten Eigenschaften einfällt, nur um ihn von diesem unfassbar dummen Plan abzuhalten, mir einen Antrag zu machen. Diese wunderbaren, überraschenden Seiten an mir sollte er eigentlich erst später und vor allem Stück für Stück kennen lernen. Aber besondere Situationen erfordern kreative Lösungen.

So mal unter uns. Eigentlich gibt es ja keinen Grund ihn nicht zu heiraten. Er ist süß und zuverlässig, sein Humor haut mich lachend aus den Schuhen und meine Eltern lieben ihn. Irgendwas muss faul an ihm sein und solange ich nicht weiß, welche unerträgliche Macke er vor mir verheimlicht, kann ich ihn nicht heiraten. Aber dieser hinterhältige Wicht droht ja, dass er mich nie wieder fragt, wenn ich nein sage.
Das ist wirklich unerhört!

Ich bin emanzipiert. Ich glaube, die Hausarbeit gehört geteilt, in der Eisdiele darf ich mit den süßen Kerlen flirten und ich werde meine Arbeit nicht aufgeben, weil er ein Kind möchte. Aber ich erwarte, dass um meine Hand angehalten wird. Wo kommen wir denn sonst hin?

Ein Plan muss her, doch im Pläne machen und strukturiert ein Ziel verfolgen, bin ich nicht sehr gut. Bisher hat das Spontan-sein immer gut geklappt, wenn nötig mit einem Wimpernklimpern. Doch leider hilft mir das hier nicht weiter.
Es bleibt mir nicht anderes übrig als es mit Ernsthaftigkeit zu versuchen: „Dir ist klar, dass diese Idee totaler Schachsinn ist? Es ist viel zu früh. Wir wissen doch gar nicht, ob wir es zusammen aushalten.“
Oder probiere es mit wütenden Drohungen „Ich werde Nein sagen. Ich sage ganz sicher nicht Ja, ich will.“
Es ist wirklich anstrengend, die Stimme ständig mit diesem zickigen Unterton dramatisch zu untermalen. „Und ICH frag dich nicht, ob wir heiraten. Wenn du mich jetzt fragst, dann sag ich Nein. Und wir werden nie heiraten.“
Ich bitte und bettle. „Chris bitte, du kannst mich jetzt nicht fragen, du darfst das nicht. Ich weiß doch gar nicht, was ich will. Bitte, das kannst du mir doch nicht antun.“

Egal was ich auch anstelle, er lächelt nur und erklärt mir entspannt „Wir werden sehen. In 2 Wochen frag ich dich.“ Seine ruhige Selbstsicherheit macht mich wahnsinnig. Er hat Spaß an dieser Folter, das sehe ich ihm an und das nennt er auch noch Liebe.

Das ist Irrsinn. Und wie soll ich das meinen Eltern erklären? Meine Mutter hat doch gerade erst den letzten Verlobten von der Weihnachts- und Geburtstagsliste gestrichen.

Anderthalb Wochen später bin ich am Ende mit meinem Latein und ihm sind seine Mundwinkel anscheinend an den Ohren festgewachsen. Diesen sadistischen Zug hatte ich an ihm bisher gar nicht bemerkt.

Wohin geht’s denn?“ Ungeduldig setze ich mich ins Auto.

Das wirst du schon sehen, es ist eine Überraschung.“ Erstaunlicherweise quält er mich heute nicht mit diesen zärtlich, einfühlsamen Statanslächeln.

Es ist heiß, furchtbar schwül, mir ist schlecht und ich habe meine Tage. Und der Witzbold neben mir denkt, es ist lustig, mir mit einen Antrag zu drohen. Ich habe furchtbar schlechte Laune. Hatte ich vergessen, ihm zu erzählen, dass ich keine Überraschungen mag?
Irgendjemand wird heute schrecklich leiden. Heißt es nicht in diesem kitschigen Treueschur „In guten wie in schlechten Zeiten?“ Dann teile ich heute schlechte Zeiten… aus. Dann weiß er wenigstens, was da auf ihn zu kommt.
Auf der Fahrt  lasse ich mir Bestrafungen einfallen. Ich könnte ihn ins Koma kitzeln, das würde sich auch nur schwer nachweisen lassen. Oder vielleicht platzt ihm ja von meinem Starren irgendwann der Kopf, wie in einem dieser alten SCI-FI Comics

Der Juwelier vor dem ich stehe, als ich aus dem Wagen aussteige, wirbt in seinem Schaufenster für Eheringe. EHERINGE? Das ist nicht sein Ernst.

Da gehe ich nicht rein“ motze ich los, doch mein Freund ist schon hinter den verdunkelten Glastüren verschwunden. „Mist.“

Meiner miesen Stimmung zum Trotz begrüßt Chris den Verkäufer ausgelassen, welcher uns sofort als junges Paar erkennt und große Schmuckschubladen hervor holt.

Ich heirate dich nicht“ rufe ich dieser Ausgeburt der Hölle mit Vollbart entgegen, der sich völlig unbeeindruckt beraten lässt.

Also mir gefallen diese hier“ erklärt er unbestimmt in den Raum.

Das leise knirschende Geräusch sind übrigens meine Zähne.

Ein Blick an seiner Schulter vorbei erklärt seinen hinterhältig freundlichen Gesichtsausdruck. Natürlich hat er sich zielsicher die hässlichsten Ringe ausgesucht. Solche protzigen Glitzerdinger mit verschnörkelten Rankenverzierungen, wahrscheinlich steht innen sogar ein elfischer Treueschwur.

Der verunsicherte Verkäufer starrt mich fragend an, ein professionelles Lächeln ins Gesicht geschraubt.

Also wenn überhaupt…“ ich überfliege die Auswahl „… dann diese hier, die sind hübsch.“ Sicher ist sicher. Ich traue ihn glatt zu, die häßlichen Dinger zu kaufen, nur um mir eine Lektion zu erteilen.

Abgemacht.

Moment, das ging zu schnell, doch der Mimik meines Freundes ist nichts zu entnehmen. Wir sehen uns in die Augen, wortlos. Warten beide den nächsten Zug des Gegners ab.

Der Verkäufer wittert wohl, dass das Geschäft noch nicht besiegelt ist und beginnt mit seiner Verkaufsmasche. „Eine gute Wahl, mattgold, schlicht mit wunderschönen….“

Die Luft im Geschäft steht, dafür rast mein Puls.

„… und es ist Platz um einige kleine Edelsteinsplitter einzulassen. Zum Hochzeitstag zum Beispiel oder für jedes Kind...“

Kind? Das Rauschen in meinen Ohren kommt bestimmt von einem Hörsturz. Hat er wirklich Kind gesagt? Ich bin 22!

Mir ist schlecht.“ Ganz plötzlich dreht sich alles und ich hab das Gefühl zu ersticken.
Ich muss hier raus.“ Auf den Weg an die frische Luft registriere ich, dass mein Davonrauschen wenigstens geschafft hat, was all das Meckern und Drohen nicht erreichen konnte. Chris feixt nicht mehr.

Dafür kuckt der arme Juwelier ganz erschrocken. Von mir kann er kein Mitleid erwarten. Ich sagte ja, dass jemand büßen wird.

Mach doch, was du willst.“ Dieser jammernde Unterton zerstört einen bisher filmreifen Abgang. Ich weiß einfach nie, wann ich den Mund halten muss.
Panisch verlasse ich das Geschäft. Der Punkt geht an Chris.

Nervös starre ich auf die Uhr. Am liebsten hätte ich jetzt eine Zigarette, aber das Zeug bringt mich nur langsam um und ich brauche jetzt eine schnellere Lösung. Sollte man sich kurz vor einen Heiratsantrag so fühlen? Wenn ich an all die wunderbaren Anträge denke, die ich aus Filmen und dem Fernsehen kenne, fühle ich mich betrogen.

Ich hätte trotzdem gern eine Zigarette.
Vor ein paar Wochen habe ich alle Schachteln in den Mülleimer geworfen und erklärt, dass ich mit diesem Zeug aufhöre. Seitdem macht das Rumknutschen gleich noch mal so viel Spaß. Ich konnte ja nicht wissen, dass ich schon so bald einem Nervenzusammenbruch nahe bin.

Chris hatte schon vor einer halben Stunde Feierabend und heute ist „In zwei Wochen.“ Leider ist es mir nicht gelungen, ihn von seinem aberwitzigen Plan abzubringen. Heute morgen gab er mir ein Küsschen auf die Nase und verschwand mit einem „Bis heute Abend, Schatz.“ und einem Glitzern in den Augen, für das ich ihn gern geohrfeigt hätte, aber er war zu schnell für mich. Er ahnte wohl, was ihn erwartete, wenn er zu lange in meiner Reichweite blieb.
Manchmal hat er solche empathischen Anwandlungen und ist in der Lage, in meinem mürrischem Gesichtsausdruck zu lesen wie in einem Buch. Die zusammengekniffen Augen und die gefletschten Zähne mussten ihm einen Hinweis gegeben haben.

Ich kucke auf die Uhr, schon wieder. Wo bleibt der nur?

Den ganzen Tag hatte ich nichts besseres zu tun, als darüber nachzudenken, wie ich mich entscheiden soll. Ob der Mistkerl eigentlich weiß, was er mir damit antut? Warum zum Geier hat er mich nicht einfach gefragt?

Gestern bat ich ihn, mir zu erklären, warum er den Antrag denn unbedingt schon jetzt machen muss.
Nenne mir 5 Gründe, warum du mich heiraten willst.“ forderte ich ihn auf, in dem Glauben, dass ich als intelligente Frau die Kraft der psychologischen Kriegsführung beherrsche und ich ihn damit in die Knie zwingen kann.

Die Nacht war furchtbar heiß und wir lagen auf einer Matratze auf dem Balkon, laute Musik dröhnte vom Stadtfest zu uns herüber.
Erstens?“ hartnäckig half ich ihm auf die Sprünge.
Erstens wegen der Steuern.“

Bamm! Poff!
Querschläger mitten in mein Ego. Ich erinnerte mich daran, dass ich ihn liebe und Schläge nur innerhalb bestimmter erotischer Situationen angebracht sind. Von Erotik war ich kilometerweit entfernt, trotz seines anzüglichen Blicks.

Schweigend durchbohrte ich ihn mit meinem tödlichen Blick, ein Auge weit aufgerissen, das andere nur einen Spalt weit offen, die Augenbrauen bildeten eine eindrucksvolle Falte zwischen sich und die Lippen hatte ich aufeinander gepresst. Wahrscheinlich sah es eher so aus, als müsste ich niesen oder er hatte Gefallen an diesem Spiel gefunden, denn er machte unbeirrt weiter.

Zweitens wegen der Versicherungen …
Drittens begünstigen die Erbschaftsgesetze Ehepartner
…“

Planst du in absehbarer Zeit zu sterben? Bist du totkrank?“ Das würde einiges erklären. Ein Tumor kann die Persönlichkeit eines Menschen drastisch ändern. Allerdings, wenn er weiter so einen Müll erzählt, wird die Todesursache nichts Klinisches sein, sondern eine straßenköterblonde Frau in einem riesigen rosa Shirt mit Mäusschen drauf. Mord im Affekt. Wenn die Richterin eine Frau ist, komme ich damit vielleicht durch.

Viertens…“ unterbrach er meinen aufmunternden Gedankengang. „ … brauch ich mir dann endlich keine Sorgen mehr wegen deiner Mutter zu machen….“ Oh, danke Mutti!. Trotz meiner Wut brachte er mich, mit dem Gedanken an meine Mutter, zum lachen. Gut, ich wollte ihn noch nicht aufgeben, einen Versuch hatte er ja noch.

Fünftens, weil es mit dem Namen einfach praktischer ist. Telefon, Mietvertrag und so weiter….“

Ich beiß ihn, ins Ohr, das tut sicher weh. Es gibt zwar eine schmerzhaftere Stelle, aber da komme ich gerade nicht ran und er kommt sicher nur auf dumme Ideen.

Meine Finger trommelten auf dem Boden. Ich zählte langsam von 10 rückwärts. In den Krimis mit den bulligen Detektiven half es ja auch… also manchmal jedenfalls. 5…4…3…Atmen… 2…

Ach ja und weil ich dich liebe, natürlich.“

Schmerzen soll er erleiden, aus vielen Wunden soll sein Blut fließen, in der Hölle möge er auf ewig schmoren, aber ersteinmal musste ich ihn küssen. Sofort!

Wenn ich an die gestrige Nacht denke, muss ich wieder lachen. Er nimmt mich nicht ernst. Genau aus diesem Grund liebe ich ihn. Ich selbst nehme mich schon ernst genug.

Trotzdem, wenn ich mir versuche vorzustellen, wie ich „Ja“ sage, ertönt in meinem Kopf dieses furchtbare Tröten und etwas schreit laut „Nein… nein nein nein .. nein“ bis ich merke, dass ich das bin. Vor 4 Monaten war ich noch mit jemand anderem verlobt. Ich dachte, dass ich diesen Menschen heiraten wollte, dass ich ihn liebe und meine Zukunft mit ihm teilen werde. Ich hatte mich geirrt, furchtbar geirrt und auch wenn ich Chris schon eine ganze Weile kenne und er mir in vielen Situationen beigestanden hatte, ist diese ganze Heiraten-Sache viel zu früh. Was, wenn ich mich wieder irre? Es kann so unglaublich viel schiefgehen.

Aber wenn ich mir so sicher bin, dass ich nicht Ja sagen möchte, warum bin ich dann so durcheinander. Einfach Nein sagen und gut ist. Ist nicht so schwer. Dieses Wort habe ich schon unzählige Male gebraucht. Nein, dein Schnarchen war nicht zu laut. Nein, ich möchte den Wachturm nicht lesen. Nein, heute habe ich keine Lust aufs Joggen. Nein, ich sammle keine Bonuspunkte. An dem Wort an sich kann es also nicht liegen.

Diese lebensverändernde Entscheidung zu treffen, ich bin schlicht und ergreifend noch nicht bereit. Ich hab Schiss, ganz einfach.

Das Geräusch der Tür dringt durch das konfuse, halblaute Streitgespräch mit mir selbst und mein Herz macht einen Satz. Der Strauß dunkelroter Rosen, den Chris in der Hand hält, ist beeindruckend und verschwenderisch. Liebevoll strahlt er mich an, so voller Vorfreude und souverän.

Am liebsten möchte ich vom Balkon springen.

Chris nimmt meine Hand.

Schatz nicht, bitte…“ Aber sein Blick lässt mich verstummen.

Er geht in die Knie und ich gebe ein verzweifeltes Fiepen von mir.

Cordula, ich liebe dich, ich möchte mein Leben mit dir verbringen. Willst du meine Frau werden?“

Mein Herz ist völlig durcheinander, einerseits möchte es zu einer Pflaume zusammen schrumpeln vor Angst, andererseits will es sich ausdehnen und diesen hinreißenden Mann mit einem Haps verschlingen.

Tröööööööööööööööööööööööööööööööööööööööt.

N… N…N…
Meine Zähne schlagen aufeinander, weil ich versuche nein zu sagen. Ich versuche es wirklich. Alles andere ist Wahnsinn und völlig unlogisch. Wenigstens ich muss vernünftig bleiben und Nein sagen. Noch mal kurz Luft holen, jetzt muss ich etwas sagen.

Ja

Wir sind beide überracht von diesem winzig kleinen, nur zaghaft gehauchtem Ja. Verblüfft starren wir uns für einen Augenblick an, dann werden mir die Knie weich. Das ist so ein dolle kitzschiger Sonnenaufgangs-Liebesroman Moment, in dem die Frau mit zittrigen Knien in den starken Armen des Mannes liegt, den sie liebt und sich die beiden tief in die Augen blicken. Hach, manchmal ist es einfach so.

Hochzeitsvorbereitungen. Ja ich weiß, es gibt Frauen, die beginnen damit schon, wenn sie das erste Mal ihre Periode bekommen. Ich nicht. Um ehrlich zu sein, hatte ich in meiner bisherigen Lebensplanung noch keinen einzigen Gedanken daran verschwenden. Und das obwohl ich jetzt schon das zweite Mal verlobt bin.

Oh Gott, Ich bin verlobt!
Ich kann immer noch nicht fassen, dass ich Ja gesagt habe.

Doch nun, da ich zu einer Entscheidung gekommen bin, habe ich es eilig. Warum noch warten, wenn ich mir sicher bin. Nicht, dass meine Zweifel auf einen Schlag verschwunden sind, doch ich weiß nun, dass ich mit allem umgehen kann, was im Laufe der Zeit an Macken und Schwierigkeiten auftauchen werden, und dass ich gewillt bin, Kompromisse einzugehen oder eben meinen Willen durchzusetzen, zu seinem Besten natürlich.

Die Planung der Trauung möchte ich somit schnell und effektiv angehen. Am besten ich mache eine Liste:

  • Ich brauche ein Kleid.
    Praktischerweise kann ich das selbst nähen. Ich gebe doch keine hunderte oder gar tausende Euros für etwas aus, was ich nur einmal trage.
  • Und Schuhe… oh ich hasse Schuhe kaufen.
  • Wir brauchen einen Termin,
  • Blumen,
  • Einladungskarten,
  • eine Torte…
  • …..

Ich hab schon jetzt keine Lust mehr, aber meine Mutter bringt mich um, wenn sie keine festlichen Fotos von diesem Ereignis im Leben ihrer Tochter machen darf.

Ich springe erschrocken auf und greife zum Telefon.
Meine Mutter! Oh Mist. Der sollte ich vielleicht Bescheid sagen.
Oder vielleicht besser doch nicht.
Kaum dass es klingelt, lege ich wieder auf. Am Telefon ist das zu unpersönlich und nächste Woche kommen meine Eltern mich besuchen, um mit mir Geburtstag zu feiern, dann sage ich es ihnen. Das wird bestimmt eine tolle Überraschung, ganz bestimmt.

Chris ist schon ganz nervös deswegen. Aber ich kann mir ein wenig Schadenfreude nicht verkneifen. Er hat noch immer ein wenig Angst vor meiner Mutter, aber mit ihren ersten Worten zu ihm, hat sie mal wieder den Vogel abgeschossen.

Ich war noch mit Thomas zusammen und Chris war unser bester Freund. Hilfsbereit, zuverlässig, lustig, niedlich. Im Gegensatz zu Thomas, der eher ein Einzelgänger war, konnte man mit Chris so schön knuddeln. Bei ihm fand ich die Zuneigung, die Thomas mir nicht geben konnte. Eins führte zum anderen. Und obwohl ich mich gerade erst mit Thomas verlobt hatte, küsste ich Chris. Ich konnte es nicht erklären, aber plötzlich schlug mir mein Herz bis zum Hals und meine Gefühle spielten verrückt. Ich war verliebt. In beide Männer. Was sollte ich nur tun?

Meine Mutter und ich haben ein tolles Verhältnis. Wir können über alles reden und so rief ich sie an, um mit ihr über diesen Kuss zu sprechen, und dass ich nicht wusste, was ich nun tun soll. Wenn eine Dramaqueen wie ich und eine emotionale Glucke zusammen über Gefühle reden, artet das meist in Chaos aus. Bald hatten wir uns heiß gequasselt. Immer diese Männer, die den Mund nicht aufkriegen. Alles muss man ihnen aus der Nase ziehen. Der eine steht morgens eine Stunde früher auf, weil er seine Ruhe braucht und der andere, mit seinem Dackelblick, knutscht rum und verschwindet dann ohne ein Wort. Dass Chris in diesem Moment vorbei kam, war keinem wohlwollendem Schicksal verschuldet.

Meine Mutter sagte nur „Gib ihn mir mal.“
Nichtsahnend gab ich ihm den Telefonhörer. Was würde sie ihm schon erzählen wollen. Vielleicht fragte sie ihn, was ich mich nicht traute, was dieser Kuss bedeutete.
Ich war so naiv.

Plötzlich wurde Chris blass.

Was ist los?
Doch er hielt mir den Hörer nur entgegen und ging. Aus dem Zimmer, aus der Wohnung.

Was hast du gemacht?“ fragte ich meine Mutter verunsichert.
Nichts!“ wiegelte sie scheinheilig ab.

Natürlich, und Chris war gerade siedendheiß eingefallen, dass er vergessen hatte sich eine Unterhosen anzuziehn. Mhm.

Chris war weiß wie Kreide. Du hast ihn doch nicht runtergeputzt, Mama?“

Sie stotterte „Ich sagte wohl… was hast du mit meiner Tochter gemacht, ich komm dir mit nem Messer.“

WAS hast du?“ Die hatte wohl zu viele Seifenopern gesehen.
Ich sagte wohl…“
Mit offenem Mund starrte ich ungläubig auf den Telefonhörer.

Ja, ich hab gehört, WAS du gesagt hast, aber ich will wissen WARUM?

Ich hab keine Ahnung, du warst so durcheinander und ich dachte… also ich wollte….“ Wenigstens war sie sich der Absurdität ihrer Worte bewusst.

So langsam dämmerte es mir, von wem ich den Wahnsinn vererbt bekommen hatte. Danke Mutti!

Glücklicherweise war Chris doch irgendwann wiedergekommen. Ich versuchte mein Bestes ihn davon zu überzeugen, dass es meiner Mutter leid tat und sie diese Drohung ganz bestimmt nicht ernst gemeint hatte. So´n Frauending halt, das ist vorrübergehend, er braucht sich wirklich keine Sorgen machen.

Schlußendlich hörte ich, wie man so schön sagt, auf mein Herz. Nachdem ich bei ihm eingezogen war, zögerte er den ersten gemeinsamen Besuch bei meinen Eltern immer wieder mit abstrusen Entschuldigungen hinaus. Und auch wenn die drei mittlerweile ein Herz und eine Seele sind, hat sein Blick hin und wieder etwas von einem gehetztem Hasen, wenn es um meine Mutter geht.
Hauptsache ich habe etwas zu lachen und wenn das nicht lustig ist, weiß ich es auch nicht. Mittlerweile traut sich mein Schatz auch in die Küche meiner Mutter, ganz nahe an die Messer. Geht doch. Danke Mutti!

Cordula, Konzentration, deine Liste.
Ich klappere mit dem Stift auf dem Tisch.

  • das Essen
    Wir gehen sicherlich ins Adriatik, das beste Restaurant in Papenburg.
  • Standesamt
    ich würd so gern auf dem Schiff heiraten. Ein bisschen Romantik kann bei einer Hochzeit nicht schaden.
  • hatte ich die Torte schon? … ich hab Hunger

Mit einem Blick auf die Liste entscheide ich, dass ich gut voran gekommen bin und gehe was Essen.

So eine Hochzeit zu planen ist wirklich anstrengend und in den letzten Wochen habe ich kaum etwas anderes im Kopf als Sitzordnungen, Menüabläufe und Blumendeko. Das schlimmste sind die Gäste. Die einen wollen kein Hühnchen, die anderen essen nur Gemüse.
Eine Geschenkeliste? Muss ich hier denn alles allein machen? Strengt euren Kopf an. Warum fragt mich eigentlich jeder zweite, ob wir uns über ein Geschirr freuen würden? Gab es irgendwo einen Ausverkauf?
Oh und weil ich anscheinend die Vorbereitungen mit links machte, dachte sich mein liebenswürdiger Gatte in spe, er erhöht den Schwierigkeitsgrad und kaufte für uns ein Haus. Zweifelsohne eine grandiose Idee. Beim Wändestreichen kann ich am besten nachdenken. Woher wusste er das nur? Wohl wieder einer dieser empatischen Momente.

Meine Eile kam mir jedoch zugute, da viele der entfernten Verwandten und Bekannten nun eine gute Ausrede hatten, warum sie das Brautpaar nur mit einem gefüllten Umschlag aus der Ferne segnen würden, anstatt mit ihrer Anwesenheit.
Oh schnöder Mammon, du bist mir in jeder Form willkommen, auch wenn man dich zu Origamiübungen misbraucht oder zur Tarnung an Grünpflanzen hängt.

Für einen Junggesellinnenabschied habe ich keine Zeit und ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ sich mit gackernden Weibern zu betrinken. Nagut, ich konnte nur niemanden zu einem Karaokeabend überreden. Nichts macht mehr Spaß als sich bis auf die Knochen zu blamieren und … ähm, sich mit gackernden Weibern zu betrinken, solange ich dabei in ein Mikro singen darf, aber ohne verzichte ich lieber.
Doch ich wollte Chris eine Freude machen und telefonierte solange herum, bis ich genug Freunde aus seiner Schulzeit dazu bringen konnte, sich ein paar zotige und vulgäre Spiele auszudenken. Es muss ein geselliger Abend gewesen sein, denn ich weiß nur, dass er jetzt Handschellen besitzt und er die Kondome mit Apfelgeschmack aus der Schublade weggeworfen hatte. Sehr aufschlussreich.

Hochzeitsmorgen und die Stadt hat sich hübsch gemacht. Der Schnee verdeckt all den Dreck auf den Strassen und in diesem Moment kann ich wirklich glauben, dass es der schönste Tag meines Lebens wird. Wie in meinem Lieblingsmärchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, wenn sie auf dem Schimmel über die herrliche Schneelandschaft reiten und dabei diese Musik geht. „Lalalalaaa Lalalalalaa Lalalalalaaa Lalaala…“ Hach!
Hatte ich naiv als eine meiner nervigen Eigenschaften aufgezählt?

Der Schönste oder der Schlimmste Tag, wer will schon pingelig sein. Hauptsache ich bin dann verheiratet und ich werde das sicher nicht wiederholen. Einmal muss reichen.

Cleo hatte versprochen, sich um meine Haare kümmern. Schließlich will man sich für die eigene Hochzeit mal richtig aufbretzeln. Gestern gab sie mir Bescheid, dass es ihr zeitlich dann doch nicht passt, per SMS, wie man das heutzutage macht. Sie muss sich Winterreifen aufziehen lassen. Eine wichtige Angelegenheit, dass ist mir bewusst, soetwas kann man schlecht absagen. Mich beruhigt ungemein, dass sie es aber zur Feier am Abend schaffen wird und nun, dank Winterreifen, ja auch sicher ankommt.

Glücklicherweise gibt es Freunde. Sinja organisiert mir auf die Schnelle einen Termin mit einem Frisörbetrieb in der Stadt. Anstatt also mit meiner Familie in Ruhe zu frühstücken, stehe ich um neun vor deren Tür. Die Trauung ist um elf Uhr, das sollte zu schaffen sein. Ich gebe zu, ich verbringe sonst nicht so viel Zeit vor dem Spiegel, weiß also nicht, was auf mich zu kommt und wie lange das dauern kann.

Der Laden hat keinerlei Kosmetika und so springt Sinja kurzerhand in ihr Auto und holt alles was man braucht, um hektische Flecken verbergen zu können, aus ihrer Wohnung. Währendessen wäscht man mir die Haare und dreht sie kunstvoll auf eine unglaubliche Anzahl von Wicklern. Es ist fast 10 als meine Freundin wiederkommt und noch immer klammert sich trotzige Restfeuchtigkeit an meinen Haaren fest. Ich schaffe es nie zurück nach Hause und dann pünktlich zum Standesamt, aber mein Kleid hängt noch neben dem Schlafzimmerfenster am Kleiderschrank. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich hier umzuziehen und dafür muss Sinja nochmal los, das Kleid holen. Auf dem Weg kann sie dann gleich den Brautstrauß abholen.

Am Telefon erkläre ich Chris meinen Plan B und aus den Hintergrund höre ich meine Mutter erzählen, dass ich schon immer überall zu spät gekommen bin. Danke Mutti! Das ist sehr hilfreich. Jemand, es klingt verdächtig nach meinem Vater, ruft lauthals nach einem Schnaps. Den könnte ich jetzt auch gebrauchen. Und Chris ist nicht gerade eine Hilfe. Er hat für heute einen dunkelroten Chevrolet gemietet und will damit partout nicht alleine zum Standesamt.

Zurück fahren wir dann zusammen. Bitte Schatz, ich schaffe es ganz sicher nicht nach Hause, ich weiß nicht einmal, ob ich es pünktlich zum Standesamt schaffe.“

Uhh, das hätte ich jetzt besser nicht gesagt.

Aus dem Stimmengewirr, welches sich in der allgemeinen Panik entwickelt, erfahre ich, dass mein Bruder sich der Kleiderordnung verweigert, die unsere Mutter ihm auferlegt hat und lieber mit der Kleinen von gestern abend noch eben schnell einen Kaffee trinken geht.

Etwas panisch frage ich bei der netten Frisörin nach, ob man nebenan eine Flasche Hochprozentigen kaufen kann, aber ich darf nicht unter diesem dröhnenen Fönmonster weg, sonst wird mein Haar nie trocken. Ein paar Minuten später halte ich ein Wasserglas Wodka in der Hand. Leider ist es nicht voll, doch obwohl ich in dem Gesicht der Frisörin Mitleid erkennen kann, rückt sie nicht mehr heraus.

Fingernägel knabbern kommt am Tag der eigenen Eheschließung auch nicht in Frage, also übe ich mich in Geduld, kaum erfolgreicher als ein hungriges Kind an der Süßigkeitenauslage.

Glücklicherweise gewinnt die aggressive Hitze nun doch den Kampf gegen das Wasser und meine Haare sind trocken genug um sie fachmännisch auf meinem Kopf zu drapieren. Aus den anfänglich ausufernden Plänen der Coiffeuse ist angesichts der drängenden Eile eine schlichte Steckfrisur geworden. Ich bin erstaunt, was ein wenig Schminke und geduldiges Fingerspitzengefühl für Auswirkungen haben. Doch Zeit, um in meiner neu erkannten Schönheit zu schwelgen und der irrigen Hoffnung zu frönen, dass alles doch noch gut wird, ist mir nicht vergönnt.

Sinja ist wieder da, mit dem Kleid und dem…

Was ist das?“ Aufbrausend stürme ich ihr entgegen.“Nein, sag es nicht. Dieses Ding hat es nicht verdient mit den Wort Brautstrauß betitelt zu werden.“

Natürlich ist es nicht Sinjas Schuld und es ist nicht fair, sie deswegen anzuschreien. Sie kann ja nicht wissen, was mit der Verkäuferin des Blumenladens ausgemacht war. Mehrfach musste ich mit dieser Frau telefonieren. Ich brachte ihr Stoffproben von meinem Kleid und etwas von dem Haarschmuck. Aber anstatt kleiner cremefarbener Röschen, welche vereinzelte Barkarole-Rosen umschließen, finde ich, von lila Packpapier umwickelt, grünliche Minirosen neben Feuerwehr farbenden Diskount Blüten. Die überbezahlte Vertretungskraft des Blumengeschäft, welche sich von nun an meinen immerwährenden Groll sicher sein kann, hatte es gerade eben noch geschafft, die dünne Schlaufen aus dem Kleiderstoff und die Rispen winziger Perlen, die jetzt dank der Stylistin auch in meinen Haaren unterbracht sind, irgendwie in den winzigen Biedermeierstrauß zu quetschen.

Ein Blick auf die Uhr gemahnt mich jedoch zur Eile. Es ist leider keine Zeit, zu dem unsäglichen Geschäft zu fahren und der Hilfsangestellten mit Hilfe dieses Gebildes zu vermitteln, wie geschmacklos ihre Arbeit ist, indem ich sie jede Blüte einzeln schlucken lasse. Dann hätten die Dornen, die sich immernoch an den Stielen befinden, wenigstens eine nachhaltige Aufgabe.

Sinja und die Frisörin versuchen zu verstehen, warum ich mich gerade jetzt in einen Wutanfall hinein steigere. Ein weiteres, weniger gut gefülltes Glas Wodka lässt meine Wangen jungfräulich erröten und mich etwas gelassener werden.

Ich bin in knapp 2h verheiratet, dann werf ich das Ding sowieso weg.“ brabbel ich reichlich unartikuliert und auf einem Bein hüpfend, weil ich versuche, mich in diese elende Strumpfhose zu quetschen. In meiner Vorstellung war das mit dem Heiraten weit weniger kompliziert.

Die Ehe ist wie ein gemeinsames Konto, in guten Zeiten zahlt man ein, mit kleinen Aufmerksamkeiten und liebevollen Worten, und ein Streit wird dann wieder abgebucht. Wichtig ist, dass die Eheleute den Saldo im Plus halten.“

Meine Hand tastet nach der von Chris. Stur richte ich meinen Blick auf den ernst blickenden Standesbeamten, denn wenn ich auch nur einen Muskel in den Mundwinkeln meines Freundes zucken sehe, platze ich womöglich vor Lachen. Bankgeschäfte als Inhalt einer Rede für eine Eheschließung. Ich wollte es romantisch, aber wir wollen es bitte nicht übertreiben. Die Ehe ist schließlich keine All-inclusiv-Kreuzfahrt. Sondern ein Bankkonto, ohne Dispo, versteht sich.

Wenn er jetzt noch sagt, dass die Macken der jeweiligen Partner als Kontoführungsgebühren monatlich abgezogen werden, dreh ich durch.

Eine dumfe Erinnerung dämmert mir. Diese Rede hatte ich schon gehört. Chris war mit mir auf der Hochzeit seines Arbeitgebers vor einem Jahr. Schon damals konnten wir beide uns kaum zusammenreißen. Ist es wirklich zu viel verlangt, dass er sich etwas neues für eine solche Zeremonie ausdenkt? Individualität kostet wohl extra.

Wenigstens konnte ich mich seinerzeit in der Enge der Gäste verstecken, dass ist heute nicht möglich. Wir sitzen auf dem Präsentierteller und alle starren uns an.

Unglücklicherweise nicht alle. Eine Person kramt geräuschvoll in ihrer Tasche. Dann höre ich sie flüstern.

Hast du die Kamera? Hast du sie? Mensch, dann mach doch ein Foto.“

Meine Mutter.

Mach jetzt bitte ein Foto, ja jetzt. … Warum denn nicht?“
Sie hat circa 15 Fotoalben zu hause, diverse Kisten unsortierter, auf Papier gebannter Erinnerungen und ein riesiges Einweckglas nicht entwickelter Filme.

Du nimmst jetzt die Kamera und machst ein Foto von der Trauung deiner Tochter.“

Erste verkniffene Kichergeräusche durchbrechen die Stille, die bisher hinter uns herrschte.
Der Standesbeamte redet unberührt weiter.
In schlechten Zeiten, wenn das Ehekonto im Dispo steckt, muss besonders hart an den Einzahlungen gearbeitet werden. Schenken sie sich doch morgens mal ein Lächeln. Denken sie daran, dass sich in ungesagten Dinge unerwartete Zinsen verstecken.“
Oh doch mit Dispo, jetzt interessiert mich aber der Zinsatz, ich muss doch wissen, ob ich mir einmal fremdgehen leisten kann.

Mein Bruder haut sich ungeniert vor Lachen auf die Schenkel.
Anscheinend hatte er sich gegen die modischen Interventionen unserer Mutter nicht wehren können, denn unter seinem neuen Pullunder trägt er ein strahlend weißes Hemd. Seine emotionale Unabhängigkeit bewahrt er sich nur durch die demonstrative Baseballkappe auf seinem Kopf, die er auch während der Zeremonie nicht absetzt, trotz der drohenden Blicke unserer Mutter. So heraus geputzt habe ich ihn noch nie gesehen.

Endlich blitzt eine Kamera auf und meine Mutter murmelt unüberhörbar meinem Vater zu. „Du musst weiter rechts, noch weiter.“
Ein weiteres Blitzlicht. „Dass du dich aber auch immer so anstellen musst.“

Die anwesenden Gäste werden langsam unruhig, auch dem Beamten fällt etwas auf. Für einen Moment verlieren seine Augen den Kontakt mit seinen Notizen und er blickt irritiert umher. Doch er fasst sich schnell wieder. Blick aufs Papier, ein Profi eben, durch und durch.

Leben sie nicht auf zu großen Fuß und behalten sie immer die Ausgaben im Auge und ihren Glück steht nichts im Wege.“

Mit einem lauten Glucksen verliert meine Schwiegermutter die Kontrolle über ihr Zwerchfell und ihre Lachen verbreitet sich infektiös im Raum. Wenn diese unsägliche Rede nicht bald zu ende ist, kann ich für nichts mehr garantieren.

Endlich findet der Beamte zu einem Schluß und berichtet, nicht ohne Stolz, dass ein Artikel aus der Zeitschrift „Der Spiegel“ ihn zu seinen Worten inspiriert habe. Nach Zustimmung suchend schaut er uns an. Meine Fingerknöchel sind ganz weiß, weil ich noch immer die Hand von Chris zerquetsche. Während der gesamten Trauung hat er nicht versucht, sich aus der schmerzvollen Umklammerung zu befreien, kein Stöhnen oder Aufmucken. Hin und wieder streichelt er mir sogar beruhigend über den Handrücken.
Ich habe einen Helden geheiratet.

Wir sind verheiratet!

Vor Aufregung unterschreibe ich fast mit meinem alten Namen. Es wird eine ganze Weile dauern, dass ich mich daran gewöhnt habe. Cordula Georgy.

Aber jetzt hab ich Hunger. Auf zur Party!

Das Anschneiden der Hochzeitstorte ist ein wichtiger Brauch. Nicht etwa, weil man aus der Haltung der Hände angeblich absehen kann, wer in der Ehe das Sagen haben wird, sondern weil das Ehepaar vor der Torte das klassische Fotomotiv ist. Nebenbei möchte ich erwähnen, dass meine Hand oben liegt, aber das hat sicher nichts zu sagen.
Wir stehen also vor dieser meisterhaften Torte und blinzeln tapfer in das Blitzlicht. Mit einem strahlendem Fotolächeln schwingen wir das Messer und versuchen glücklich auszusehen. Dieser Moment wird schließlich aus allen möglichen Perspektiven für die Ewigkeit festgehalten. Da muss man Erwartungen erfüllen, da geht’s nicht um das Knurren meines Magens.

Noch immer geblendet von dem kurzfristigen Einblick in die Welt der Models, versuche ich das erste Tortenstück gekonnt auf einen Teller zu schubsen, als ich lautes Geschnatter im Hintergrund hören kann.

Meine Zähne klammern sich von innen um meine Unterlippe. „Das kann sie nicht tun.

Sie kann. Und sie ist wild entschlossen.

Habt ihr die Torte etwa schon angeschnitten?“ Mein Mutter bahnt sich ihren Weg durch die verwunderte Menge. „Aber ich hab noch gar kein Foto gemacht.“

Kurz durchdenke ich die verschiedenen Möglichkeiten. Diskutieren mit meiner Mutter hat sich in der Vergangenheit als ziemlich nervenaufreibend und langwierig herausgestellt und ich habe Hunger. Auf meinem Teller steht ein Stück Ananassahnetorte mit Marzipanüberzug. Und Schokoladenblättchen. Zartbitter! „Mama bitte.“ Zartschmelzende Bitterschokolade.

Petra…“
Chris hatte geschworen seine Kraft nur für das Gute einzusetzen. Seine unsagbar beruhigende Stimme.
Ob es nun mein Gesichtsausdruck ist oder die beunruhigenden Geräusche aus meiner Magengegend, für ihn scheint es der richtige Zeitpunkt, sich einzumischen. Einen Versuch ist es wert. Bisher konnte niemand der Mischung aus sanftem Brummen, verständnisvollem Flüstern und langsamer Hypnotik widerstehen. Vielleicht…

Nachdem wir die Torte wieder mit dem fehlendem Stück vervollständigt und die verräterische Narbe versteckt haben, sind wir und die Torte bereit von meiner Mutter fotografiert zu werden.
Diesmal liegt die Hand von Chris oben auf dem Messer.
Meine Mutter bekommt ihre lebenslange Erinnerung und rettet damit wahrscheinlich auch noch unsere Ehe. Danke Mutti!

„Willkommen in der Familie, Schwiegertochter.“ Etwas unsicher auf den Beinen kommt mir mein Schwiegervater entgegen. Doch anstatt mir wie erwartet ein Küsschen auf die Wange zu geben, fällt er mir mit einem Grunzen ins Dekolleté, wo er schnarchend einfach liegen bleibt. Nach vielen Partyspielen, Tanzen, Flirtereien, Essen, Trinken, Intrigen, den nervösen Streitereien der unverheirateten Pärchen, Knutschen, Eifersucht und einem erstaunlich tiefsinnigen Gespräche mit meinem Vater, noch mehr Tanzen, Neid und noch viel mehr Trinken ist das ein glorreicher Abschluss dieses Tages.
Langsam krabbelt das Glucksen die Kehle hinauf, um sich dann als befreiendes Lachen seinen Weg hinaus zu bahnen. Wir hatten es überstanden. Die Hochzeit haben Chris und ich überlebt. Vor uns liegt nun das gemeinsame Leben und nach all dem, kann uns sicher nichts mehr aus der Bahn werfen.

Copyright © 2010 by Sascha Ladra

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus170-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Redaktion:

Hashagen, Carina
Ja!

Die zehn Regeln, den Mann fürs Leben zu finden und zu heiraten

Verlag :      Hoffmann und Campe
ISBN :      978-3-455-50188-9
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,00 Eur[D] / 16,50 Eur[A] / 25,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 240 S. – 20,5 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      09.03.2011

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Keine Frage, die Glückseligkeit einer Frau hängt nicht davon ab, ob sie geheiratet wird oder nicht. Single zu sein ist schließlich keine Schande! Und trotzdem, der richtige Partner an der Seite ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil des weiblichen Plans vom Glück. Und dieses Glück sollte frau nicht dem Schicksal überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen. Den Richtigen zu finden ist keine Frage des Zufalls. Wer die zehn Regeln kennt und anwendet, besitzt das nötige Rüstzeug fürs Suchen und Finden der Liebe, die – wenn frau es will – mit dem Gang zum Altar gekrönt wird.

Carina Hashagen, geboren 1975 in Wuppertal, verkörpert den Prototyp einer jungen, modernen Großstadtfrau. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth promovierte sie 2006 in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Aktuell arbeitet Carina Hashagen bei einer Bank in Frankfurt am Main im Bereich Projektfinanzierung.

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Updated: 9. Februar 2012 — 20:00

47 Comments

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  1. Aha, da ist ja was!

    Bitte die Überschrift noch komplett machen und Buchtipp angeben!

    Danke!

  2. ja, den letzten beißen die Hunde, oder wie heißt das.
    Titel ist komplett. Sorry
    Buchtip:
    Kuss mit lustig: Ein Stephanie-Plum-Roman
    978-3442546671
    vom Manhatten Verlag, wenn der nicht auf der Liste steht, hoffentlich nicht.

  3. Doch steht auf der Schwarzen Liste, Manhatten ist ist doch Goldmann so viel ich weiss, oder?

  4. Manhatten gehört zur Random House GmbH und zu denen gehören ein ganzer Arsch voll Verlage. Wenn du die alle auf der Liste hast wird es eng. Dann muss ich erst kucken.

  5. Aber agieren die nicht unabhängig voneinerander?

  6. Hallo Sascha,

    also ich bin dafür, dass deine Story zur Pflichtlektüre aller Heiratswilligen erhoben wird. Wenn ich auch nur 10% der Gedanken deiner Protagonistin auf andere Bräute übertrage, sind das immer noch 10x mehr, als was sich der männliche Part mit dem Thema geistig beschäftigt hat.

    Was sind wir Männer doch für einfach gestrickte Gemüter. Wie können es wir nur wagen, so eine Frage zu stellen? Und trotzdem geschieht es jeden Tag …

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl (verheiratet) 😉

  7. Dann hat sie gefallen? *g*
    Also wenn er einfach nur gefragt hätte, dann hätte ich wahrscheinlich ja oder nein gesagt, ganz einfach, aber mich 2 Wochen mit der Drohung zu quälen. (Mal die ganze Situation drum rum betrachtet – Gerade erst erst eine Verlobung gelöst, wir lebten erst knapp 3 Monate zusammen.)
    Ach ja, diese Story ist autobiographisch *nick* wir sind im übrigen immernoch verheiratet und feiern im November unseren 10. Hochzeitstag.

    meine Grüße in die ferne Galaxien ruf
    Sascha

  8. Gehört hier: „Aber Chris hatte vor mit einem Spaceshuttle zum Mond zu fliegen.“

    nicht ein Komma hinter „vor“?

    Ich glaube hier:

    „Es bleibt mir nicht anderes übrig, als es mit Ernsthaftigkeit zu versuchen“

    gehört hinter „übrig“ kein Komma hin!

    Muss dass:

    „Und wie sollte ich das meine Eltern erklären?“

    nicht heißen: „meinen“ ?

    Das hier:

    „Irgendjemanden wird heute schrecklich leiden. “

    sollte wohl „Irgendjemand“ heißen, oder?

    Sollte das:

    „Treueschur“

    nicht „Treueschwur“ heißen?

    Ich glaube hier muß:

    „Ich traue ihn glatt zu die häßlichen Dinger zu kaufen, nur um mir eine Lektion zu erteilen.“

    hinter „zu“ ein Komma.

    Ich glaube:

    Dafür kuckt der arme Juwelier ganz erschrocken.

    das heißt: „guckt“.

    Wenn zwischen diesen beiden Teilen:

    „Ich konnte ja nicht wissen, dass ich schon so bald einem Nervenzusammenbruch nahe bin.

    Chris hatte schon vor einer halben Stunde Feierabend und heute ist „In zwei Wochen.““

    ein zeitlicher Abstand ist, dann würde ich eine Leerzeil mit einem zentrierten * dazwischen setzten.

    Das hier scheint nicht zu stimmen:

    „Er ahnte wohl, was ihn erwartete, wenn er zu lange in meiner Reichweite bliebt.“

    Sollte das „bleibt“ heißen?

    Meiner Meinung nach muss hier:

    „Manchmal hat er solche empathischen Anwandlungen und ist in der Lage in meinem mürrischem Gesichtsausdruck zu lesen wie in einem Buch.“

    hinter „Lage“ ein Komma.

    Hier wieder:

    „Ich kucke auf die Uhr, schon wieder. Wo bleibt der nur?“

    „gucke“

    Hier:

    „Den ganzen Tag hatte ich nichts besseres zu tun, als darüber nachzudenken, wie ich mich entscheiden soll.“

    kein Komma vor „als“.

    Nach „ihn“:

    „Ich beiß ihn, ins Ohr, das tut sicher weh“

    kein Komma!

    Ist es Absicht hier:

    „Liebsten möchte ich vom Balkon springen.“

    das „Am“ weg zu lassen?

    Hier stimmt was nicht:

    „Das ist so ein dolle kitzschiger Sonnenaufgangs-Liebesroman Moment“

    mit „dolle“.

    Hä?:

    Son Frauending halt, das ist vorrübergehend, er braucht sich wirklich keine Sorgen machen.

    „So´n“

    Hier:

    „Eine Geschenkeliste? Muss ich hier denn alles eine machen?“

    ist wohl „alleine“ gemeint?

    Hier:

    „Nagut, ich konnte ich niemanden zu einem Karaokeabend überreden.“

    ist ein „ich“ zuviel!

    Hier:

    „Hatte ich naiv als eine meiner nervigen Eigenschaften aufgezählt?“

    würde ich „naiv“ in Anführungszeichen setzen!

    Nach:

    „Denn ob es der Schönste, der Schlimmste ist, wer will schon pingelig sein.“

    „Denn“ ein Komma!

    Wirklich zusammen?:

    „soetwas“

    Hier:

    Der Laden hat keinerlei Kosmetika und so springt Sinja kurzerhand in ihr Auto und holt alles was man braucht, um hektischen Flecken verbergen zu können, aus ihrer Wohnung.

    besser: „hektische“

    Kien Komma vor „als“:

    Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich hier umzuziehen und dafür muss Sinja nochmal los, das Kleid holen.

    Hier:

    „Sie kann ja nicht wissen, was mit der Verkäuferin des Blumenladens ausgemacht ist. “

    besser: „ausgemacht war“

    Hier stimmt was nicht:

    „„Die Ehe ist wie ein gemeinsames Konto, in guten Zeiten zahlt man ein, mit kleinen Aufmerksamkeiten und liebevollen Worten und ein Streit wird dann wieder abgebucht. Wichtig ist, dass die Eheleute den Saldo im Plus halten.““

    „ein Streit“??

    Nach:

    „Während der gesamten Trauung hat er nicht versucht sich aus der schmerzvollen Umklammerung zu befreien, kein Stöhnen oder Aufmucken.“

    „versucht“ ein Komma!

    Wozu:

    „Aber jetzt hab ich Hunger. Auf zur Party !“

    das Leerzeichen vor dem Ausrufezeichen?

    Nach:

    „Nachdem wir die Torte wieder mit dem fehlendem Stück vervollständigt und die verräterische Narbe versteckt haben, sind wir und die Torte bereit von meiner Mutter fotographiert zu werden.“

    „bereit“ ein Komma?

    Puhh das war anstrengend.

    Warum ist das eigentlich „eine humorvolle Kurzgeschichte“?

    Für die Braut und die Familie scheint die Sache ja schon einen gewissen Ernst gehabt zu haben. Vielleicht ist es eher ein gewisser „humorvoller Blick“ auf die Sache aus heutiger Sicht?

    Ich habe ja auch mal geheiratet, aber in Dänemark, da waren dann auch nur wenige Freunde dabei und alles im kleinen gemütlichen Kreis. Ich wußte schon, warum ich das besser fand! Ausserdem liebe ich Dänemark!

  9. Die Braut hatte viel zu lachen, glaub mir, auch damals schon, aber als Dramaqueen schuldete sie es sich selbst, theatralisch zu leiden.
    Ich weiß nicht, passt Satire? Da bin ich mir nicht ganz sicher.

    Und danke fürs Erbsen zählen, manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht, dabei hab ich alles extra nochmal gelesen.

  10. Kann man dich nicht als Lektor engagieren, Detlef? 🙂
    Allerdings finde ich die neue Kommasetzung extrem verwirrend. Manchmal darf gesetzt werden, aber muss nicht, je nachdem, was der Autor ausdrücken will! Einige müssen neuerdings weggelassen werden, andere wiederum können weggelassen werden!?
    Und die Regel, wann was zutrifft ist fitzliputzli sonderbar (wer hat das denn wieder gesagt?). Es kann sogar nach neuer Regel sein, dass zwei vollständige Hauptsätze, die durch „und“ verbunden sind, nicht durch Komma getrennt werden.

    @Sascha
    Die Geschichte habe ich noch nicht gelesen. Kommt noch, aber entweder „fotografiert“ (neu) oder „photographiert“ (alt) 😉

  11. ich kann mich einfach nicht zu diesem gucken überwinden. Bei uns heißt das kucken und da der Text in Umgamgsprache steht, lass ich das einfach so, ist auch beides erlaubt.

    Und da der Duden sich bei den Kommas selbst nicht ganz grün ist, bin ich da auch etwas großzügiger 😉
    aber ich danke für die Mühe. Eigentlich sollte das lesen nicht sooooo anstrengend sein, da ist die Geschichte mal wieder nichts für dich mh?

    Und aufwändig kann so eine Hochzeit auch ein Dänemark werden, man muss es nur wollen.

  12. Danke Micha

    ja diese neuen Kommataregeln machen mich irre, obwohl ich zu Schulzeiten kaum Probleme damit hatte.

  13. Umlernen ist schwieriger als neulernen!

  14. Die einfachste Kommaregel ist immer noch die: „Schatz, komma her!“

    Äh, und wenn wir schon dabei sind: Kommaregel anstelle Kommataregel.

    fitzliputzli finde ich dagegen aber sehr cool. Ist das orwell´sches Neusprech?

    mgg
    (mit großartigen Grüßen?)
    (mit gackernden Gockeln?) Nein!
    mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl

  15. Was nimmst du denn für Tabletten?

  16. Hi Corinna,

    na ist doch klar: Eine brandneue Mischung aus Smarties, Dr.Oetkers Zuckerpuder und Badesalztabletten. Das zieht rein, sag ich dir, hahaha.

    mgg
    galaxykarl

  17. Felis Breitendorf

    Vielleicht solltest du das in deinen Teig rühren und nicht schniefen?!

  18. das wird im ihn den Ar*** geblaseb

    *hust* huch hab ich das jetzt laut gesagt?
    nein der Galaxykarl hat das ab und zu und dafür lieben wir ihn *mitwimperklimper*

  19. So ist man auf dem Weg zu guten Bewertungen? 😉

  20. Wann bekomme ich hier den Buchtipp, Sascha?

  21. also geht Manhattan auf keinen Fall? alle Verlage von Random House nicht? Also wenn ich jetzt in die tiefen der Verlage tauchen muss, um ein Buch zu finden, das zu deinen Ansprüchen passt, kannst du mir bitte dann mal deine „THIS NOT“ Liste per Mail schicken? Ich hab keine Lust doppelt und dreifach zu suchen.

  22. Diese Liste bekommst du von Werner Karl!

  23. Und Random House geht tatsächlich nicht ausser cbt/cbj und einigen sehr kleinen Subverlagen. Die großen Taschenbuchverlage sind alle aussen vor. Die haben Verlosungen nicht nötig, sagen sie und wenn dann nur auf Seiten wir Cinema.de, Spiegel.de usw. oder in den Printmedien. Ich kann nichts dafür, ist deren Verlagspolitik. Ich finde es auch nicht gut.

  24. Sascha, hast du nicht vergessen, das Genre „Horror“ anzukreuzen ;-)? Andere haben solche Erlebnisse in kleinen schlecht beleuchteten Räumen, durch die zeitweilig ganz unmenschliche „Huuus“ und „Aaargs“ heulen.
    Und der männliche Protagonist in der Geschichte ist der Folterknecht, oder?

    Wenn die Story autobiografische Züge hat, bist du dann „Cordula“? Der Name ist sicher vom Autoren geändert, aber das Geschlecht auch? Oder … Sascha könnte eigentlich beides sein und ist sicher auch nur ein Nickname für den Blog.

    Jedenfalls eine spaßige Geschichte, wenn man sich an das überschüssige Adrenalin gewöhnt hat, das die Ich-Erzählerin intus hat 🙂

  25. Äh, Simone? Was „hab ich ab und zu“? Bin sehr neugierig auf deine Antwort.

    Kleine Hilfe: Ich hab ab und zu Lust zu Wortspielen, Wechstabenverbuchseln, Sprachhumor, Selbstironie, Galgenhumor, Zweckoptimismus, konsequenten Ansichten (andere sagen extreme Ansichten).

    Man hat mich mal vor vielen Jahren als „phantastischen Realisten“ beschrieben. Ich glaube, der Typ kannte mich besser, als ich mich zu der Zeit. Heute sehe ich dieses Etikett als Auszeichnung an. In jedem Fall alles andere als langweilig. Hoffe ich.

    mgg
    galaxykarl 😉

    mgg
    galaxykarl ;-))

  26. Hab übrigens immer noch keine Eamil-Adresse von Sascha …

    mgg
    galaxykarl 🙂

  27. Sascha, soll ich Galaxy deine Mailadresse senden, was meinst du?

  28. Nein, danke Detlef, ich hab Ihm jetzt eine Mail geschickt, die Adressen kann man ja nachdem Einloggen bei den Kommentaren sehen.
    Aber danke. Aber davon ab, hat mir der Galaxykarl nicht die Buchrezizenter adresse eingerichtet?

  29. @micha stimmt hat ich glatt vergessen horror anzukreuzen *lach* und ja ich bin die (weibliche) mit dem überschüssige Adrenalin. Meinen mittlerweile seit 10 Jahren angetrauten als Folterknecht zu bezeichnen, ist aber nicht nett, das darf nur ich 😛

  30. Wie kann man denn bei Euch mitmachen?

  31. Hallo Corinne,

    als was?

    – Kommentatorin bist du ja schon mit deinen Kommentaren (wußte ich doch, dass mir der Name irgendwie bekannt vorkam).
    – Besucherin der Seite ebenso und damit auch potentielle …
    – Gewinnerin bei unseren vielen Gewinnspielen.
    – Community-Autorin: Um an den Storywettbewerben teilnehmen zu können, kannst du eine Kurzgeschichte – egal aus welchem Genre – (mit unserer Hilfe) hier einstellen und bist damit eben in die Community aufgenommen. Du erhältst einen begrenzten Admin-Zugang, um dies später selbst zu tun und eben auch bei Wettbewerben mit abstimmen zu können. Das macht unser Systemadministrator „Günni“ Günther Lietz.
    – Der Weg zur Rezensentin – für das Buchrezicenter – ist anders. Bei Interesse sollten wir ein paar Emails austauschen.

    In allen Fällen gilt, dass du eine Leseratte sein solltest und Buchstaben in eine sinnvolle Reihefolge bringen kannst, die nicht vor Fehlern strotzt. Wir hatten diesbezüglich leider schon Erfahrungen machen müssen. Lust am Schreiben, Quasseln, sich mit anderen auszutauschen, eben mit Humor und Spaß. Dann steht einem „mitmachen“ nichts entgegen.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  32. @galaxykarl
    du hast ab und zu sehr sympathische und äusserst humorvolle vernunftsaussetzer *anstrahl*
    ich psersönlich mag es ja, wenn ein Mann ab und zu auch albern sein kann.

  33. @Sascha
    Ok, jetzt glaube ich das auch, dass das autobiografisch ist 😉

  34. Vielen Dank, für die nette Einführung.

    Leserin Eurer Seiten bin ich schon lange.

    Kommentare, na ja, bin ich wohl nicht so begabt für.

    Das gilt wohl auch für Buchkritiken.

    Gewinnspiele habe ich schon sehr, sehr viele bei Euch mitgemacht, ist ja wahnsinig, wie viel Ihr da veranstaltet.

    Das gibt es kaum irgendwo anders im Internet in der Fülle. Ich habe sogar schon mal was bei Euch gewonnen.

    Allerding gab es da noch direkte Gewinnpreise auf Eurer Buchkritikseite.

    Egal, freut mich, dass ich so herzlich aufgenommen werde.

    Was Kurzgeschichten angeht, muß ich erstmal schauen, ob die überhaupt für andere interessant sind.

    Ich würde die aber ungern unter meinem Namen veröffentlichen. Kann man bei Euch auch nur ein Pseudo nehmen und auf den richtigen Namen verzichten, oder geht nur beides oder nur der richtige Namen? Das habe ich bislang bei Euren Story-Regeln noch nicht so ganz geblickt.

    Wer kann´s mir erklären?

  35. Hi Corinna,

    bei uns ist alles erlaubt. Nämlich das, was Detlef, Günni und ich erlauben. Also die heiligen 3 Rezi-Könige:

    Du darfst unter deinem echten Namen publizieren.
    Du darfst zusätzlich mit einem (!) Pseudonym publizieren.
    Du darfst mit beiden Namen – also mit 2 Stories – an den Wettbewerben teilnehmen.
    Du darfst dich zwei Mal freuen, wenn du beide Male gewonnen hast.
    Du darfst uns alle dann zwei Mal zur rauschenden Siegesfeier einladen.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  36. Ich will aber nicht mit meinem Namen veröffentlichen sondern nur unter Pseudo, geht das auch?

  37. Wann bekomme ich deinen Buchtipp, sonst trägst du mit deiner Story nicht wieklich zum Preisgeld des Wettbewerbs bei! Willst du das?

  38. Das hat mir jetzt doch zu lange gedauert, daher habe ich jetzt einen Titel ausgesucht. Bitte mal alle Community-Autoren bescheid geben, wie ihnen der Titel gefällt!

  39. 10 Regeln, die guten ins Töpfchen und die schlechten in den Popo treten, ich weiß nicht, ob das realistisch ist. Sicher, wir Frauen sind sehr ansprochsvoll, was unsere Vorstellung von Männern angeht. Das können die Armen oft gar nicht erfüllen. Die Natur hat das wohl so eingerichtet, damit unsere Kinder später mal gut Chancen im Leben haben. Dazu – denken wir – brauchts eine gewisse Art von Mann. Der muß gleichzeitig stark aber auch einfühlsam sein. Oft widersprechen sich diese vielen Wünsche, die wir an das andere Geschlecht haben, aber rigoros. Ist Euch das auch schon mal aufgefallen? Und wenn wir die Männer dann endlich zu unseren Vorstellungen umerzogen haben, sind sie langweilig und reizlos und wir schauen uns bereits nach neuen unangepassten Streunern um. Habe ich nicht recht?

  40. Felis Breitendorf

    Lasst uns mal an die Anfänge denken: die Steinzeit! – Ich denke, was wir oft vergessen ist: damals reichte meist schon eine verrostete Klinge um an einer Infektion zu sterben.

    Damals war schon die Tatsache, im gebärfähigem Alter zu sein, zu 30% ein Todesurteil, da Frauen sehr sehr oft das Kindbett nicht mehr verlassen haben.

    Damals hat es sich die Waage gehalten: es starben Unmengen von Frauen bei und während der Geburt und Unmengen von Männern in der Schlacht.

    Heute ist das ganz ander, heute gibt es ein Ungleichgewicht in den westlichen Ländern, dort herrscht ein Frauenüberschuss.

    Das heißt aber nicht, dass das der Grund ist, warum sich die Damen so reizvoll geben. In Wahrheit ist es noch viel schlimmer: diese an Anzahl weniger als Männer zählenden Frauen, suchen ja nicht nach irgendwelchen Männern, sondern nach denen, die absolut selten sind: nach Reichen, die Erfolgreich sind und die Zukunft von gemeinsamen Kindern in Wohlstand garantieren können.

    Weite Gruppen von Männern, bekommen so gut wie keine Frauen mehr ab in den westlichen Ländern und haben nur noch die Möglichkeit sich eine Ausländerin zu angeln, da die ja scharf sind darauf, ihr Leben erheblich zu verbessern, wenn sie im Westen leben können.

    Oft sind diese Frauen, sobald sie hier ein gesichertes Darsein haben dann auch noch auf der Pirsch nach den Reichen und verlassen ihren bisherigen, nicht so reichen Mann.

    Das ist eigentlich alles noch typische Arterhaltungsprogrammierung aus der Steinzeit, das will nur niemand unterschreiben – ist aber so! Totsicher! Nur funktioniert es nicht mehr, denn die Auswahl der Frauen auf vermeintlich starke Männer ist eine schlechte Wahl, die die Genpool nach und nach schwächt. Denn diese reichen Männer haben alles andere als gute Gene, sie sind genetische Verlierer, da ihre finanzielle Stärke gute Gene vortäuscht. Das Gegenteil ist der Fall: reiche Männer sind dabei sich genetisch zu verschlechtern, da sie ihre Mangelzustände urch Reichtum kompensieren und die Frauen fallen drauf rein.

    Die heutigen Frauen sind eben falsch programmiert, leben eigenlich nicht noch nicht in der Gegenwart und damit noch immer in der tiefsten Steinzeit!

    Langfristig wir sich der Genpool so selbst demontieren, was bleibt sind ein Durchschnittsgemisch, dem es schwerfallen wird, gerade aus zu gehen! Ok, das wird noch viel Jahre dauern, aber sollte isch das Verhalten der Frauen nicht änern, ist das Ende der Menschen unsausweichlich: sie werden verblöden und aussterben!

  41. Widerspruch!!
    Klar, gibt es Frauen, die genau auf den Typ Mann aus sind, den Du beschreibst, und die Männer dazu?? Die suchen das schöne Dummchen, mit dem sie angeben können! Klischee erfüllt?!
    Noch eins? Aber gerne doch: Die Herren der Schöpfung sind immer noch darauf aus, ihren Samen so weit wie möglich zu streuen, sprich: alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird besamt. Dazu bevorzugen sie aufgepumpte, nichtssagende und, vor allem, nicht selber denken könnende Frauen, die möglichst repräsentativ sind! (Steinzeit lässt grüßen, denn da stand die äußerlich sichtbare Gesundheit im Vordergrund – aus gutem Grund)

    Lieber heiliger Sankt Florian, zünd‘ nicht mein Haus, zünd‘ andre an!????

    Da die sogenannte „geistige Elite“, wer oder was das auch immer sein soll, sich weigert, sich zu vermehren (laut Statistik), sind wir schon lange am verblöden, denn es pflanzen sich nicht „die Besten“ (siehe weiter vorne 😉 ) weiter, sondern die, die sonst „nichts zu tun“ haben. (Nur, um ein weiteres Klischee zu bemühen!)
    Mein lieber Schwan, nicht alles nicht alles was Menschen, seien sie nun weiblichen oder männlichen Geschlechtes bei der sogenannten Geschlechter- oder Partnerwahl auch tun, ist wirklich klug! Am Ende siegen die tumben Hormone und der Mensch, Männlein wie Weiblein, guckt bedeppert aus der Wäsche!

    Was soll’s! Ob wir nun wegen akuter Verblödung, einer explodierenden Sonne, selbstverschuldeter Umweltverschmutzung oder kriegerischen Aliens eines Tages das Zepter hier auf Erden abgeben müssen:

    Der Mensch war nie als Dauerlösung geplant, sondern nur ist nur eine misslungene Versuchsanordnung im Labor des Universums!

    TAKE IT EASY! Es kann nur schlimmer werden 😉

    Mit lieben Grüßen

    eine lachende Jademond 😉

  42. Muss natürlich heißen:
    Der Mensch war nie als Dauerlösung geplant, sondern IST NUR eine misslungene Versuchsanordnung im Labor des Universums!

    lol

  43. Ein Physiker hat mal im TV gesagt: Der Mensch ist ein biologischer Durchlauferhitzer! Scheint ja wohl was dran zu sein.

  44. Gibt es von dir dieses mal keinen Wettbewerbsbeitrag?

  45. Ich frage nur deshalb weil du ja sonst mit diesem Pseudo kein Voting machen kannst!

  46. ich hab seit Monaten nichts geschrieben und hab auch nichts passendes mehr auf Halde.
    Leider

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