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ERKENNTNIS AUF UMWEGEN – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

ERKENNTNIS AUF UMWEGEN

eine

Fantasy-Kurzgeschichte

von

little_wonni


Endlich kann ich nach oben, es ist furchtbar dort unten im Keller zu leben, aber ich habe keine andere Wahl. Schnell nehme ich die letzten Stufen und bin endlich oben angekommen. Das Fenster im Aufenthaltsraum ist wie immer gekippt und ich kann noch die Sonne auf dem Gras riechen. Ich habe sie schon ewig nicht mehr gesehen – sie ist mein Feind und würde mir den Tod bringen. Draußen erwacht die Nacht, ich höre den Schrei einer Eule und sehe ein Kaninchen über das Gras huschen. Der Wind frischt auf und verweht die letzten Düfte des vergangenen Tages. Wie gerne würde ich nun nach draußen laufen und meine Zehen in das grüne Gras stecken. Aber ich darf nicht, wegen all der Irren, die sonst noch hier sind. Ich drehe mich weg vom Fenster und blicke in das triste Grau der Anstalt. Das Desinfektionsmittel kriecht mir widerlich brennend in die Nase und das Heulen des Wolfes raubt mir wieder einmal den letzten Nerv. Als wäre das noch nicht schlimm genug fällt nun auch der Elf ein. Sein fröhliches Singen über die Schönheit der Natur und das animalische Heulen des Wolfes vermischen sich zu Klagelauten, die meiner Meinung nach auch der Hölle entspringen könnten. Ich schaue noch einmal zum Fenster und erblicke den zunehmenden Mond. Kein Wunder, dass sie sich heute wieder besonders irre aufführen. Ich muss einmal mit Dr. Barclay sprechen, irgendwie müssen diese bedauernswerten Kreaturen ja von ihrem Leiden zu kurieren sein.

Entnervt schlug Dr. Barclay die Akte, die vor ihm lag zu. Wieder einmal bereute er bitterlich Psychiater geworden zu sein. Was hatte ihn nur geritten den Posten hier als Institutsleiter anzunehmen? Dieses Haus kam ihm langsam nicht mehr wie eine Nervenheilanstalt vor, sondern wie ein Sammelbecken für Fabelwesen. Er blickte auf die Akten seiner besonders schweren Fälle. Hier war wirklich alles vertreten, von bipolaren Persönlichkeitsstörungen bis hin zu Wahnvorstellungen. Besondere Sorgen machte ihm Detlef, 30 Jahre, Afroamerikaner, Waise. Er nahm nun schon seit mehreren Wochen keine feste Nahrung mehr zu sich. Er behauptete steif und fest, seine Verdauungsorgane würden nicht mehr funktionieren. Seine Großeltern hatten ihn vor 6 Wochen vor lauter Verzweiflung in die Klinik einliefern lassen. Er hatte sich wochenlang bei ihnen im Keller verschanzt und weigerte sich am Tage nach oben zu gehen. Nachts hatte er dann sein Unwesen auf der Hühnerfarm seiner Großeltern getrieben. Angewidert blickte Dr. Barclay auf die Bilder, welche ihm die Großeltern hatte zukommen lassen. Er hatte wirklich selten so entstellte Tierkadaver sehen müssen. Er schob die Bilder beiseite und überlegt wieder einmal, wie er ihm begreiflich machen sollte, dass er kein Vampir ist. In diesem Moment klopfte es an der Tür.

>>Ja, bitte?<< Leise knarrend öffnete sich die Tür. >>Ihr Nachttermin, Dr. Barclay<<

Der Nachtpfleger Konrad schob Detlef durch die Tür. Dr. Barclay musste immer innerlich grinsen, wenn er die beiden ungleichen Gestalten zusammen sah. Detlef, breit, gedrungen, muskulös, mit maximal-pigmentierter Haut und Konrad groß, hager schlaksig, unnatürlich blass, mit einer riesigen Narbe auf der Wange. Wenn er hätte raten müssen, wer von beiden sich für einen Vampir hielt, hätte er glatt auf Konrad getippt.

>>Setzen Sie sich doch bitte Detlef. Wie geht es Ihnen denn heute?<< sagte Dr. Barclay. >> Sie müssen unbedingt mit diesen armen Irren reden, Paul, der Lärm ist nicht auszuhalten. Außerdem hindern mich diese erbärmlichen Gestalten an meinem Nachtspaziergang!<< >>Ich werde mich nach unserer Sitzung darum kümmern. Wir sollten uns nun ihrem Problem zuwenden.<< antwortet der Doktor und schob einen Teller mit Teegebäck zu Detlef herüber. >>Welches Problem habe ich denn, Ihrer Meinung nach, Paul? Außer meiner Migräne, wegen diesem schauderhaften Radau, einmal abgesehen?<<

Resigniert schüttelte Dr. Barclay seinen Kopf. >>Wünschen Sie eine Tasse Tee zu Ihrem Gebäck Detlef?<< Dieser rümpfte angewidert die Nase, schob den Teller zur Seite und sagte: >>Sie wissen doch, dass mir diese weltlichen Genüsse seit Langem versagt sind. Warum fragen Sie mich das also immer wieder?<< >>Nun gut<<, erwiderte Dr. Barclay, >>Beginnen wir also noch einmal von vorne. Warum sind Sie denn Ihrer Meinung nach hier, Detlef?<<

Ich mag Dr. Barclay wirklich, bedauerlicherweise kommt er immer wieder vom Thema ab. Es ist jeden Abend das gleiche Ritual. Ich komme um 0.00 zu unserem Mitternachtsplausch, er bietet mir Tee und Gebäck an und fragt mich nach meinem Befinden. Leider vergisst er dabei immer wieder, dass ich nicht trinke und esse. Ich denke, der arme Herr Doktor, wird hier langsam selbst ganz irre. Manchmal frage ich mich ernsthaft, wie er zu seinem Doktortitel gekommen ist. Sein Gedächtnis ist wirklich ganz furchtbar schlecht. Ich muss ihm jeden Abend aufs Neue erklären, dass ich eine Kreatur der Nacht bin. Auch fragt er mich immer wieder nach den anderen zwei, die mit in meinem Rückzugsbereich wohnen. Pirson, mein Wohnpartner hält sich bedauerlicherweise für einen Werwolf. Ich konnte ihn bisher nicht davon überzeugen, dass jemand der schauderhaft riecht, sich nicht rasiert, zusammengewachsene Augenbrauen und ungepflegt Fingernägel hat, nicht unbedingt ein Werwolf ist. Wenigstens, konnte ich ihn davon abhalten die Mäuse zu jagen, die in unserem Trakt hausen. Diese, kleinen aber durchaus erfreulichen Fortschritte, teile ich dem Doktor dann bei unseren allabendlichen Gesprächen mit. >>Detlef, warum sind sie hier?<<

Jeden Abend die gleichen Fragen, also muss ich ihm wohl wieder einmal auf die Sprünge helfen. >>Wegen der Patienten, Paul! Sie wissen doch ich betreue sie in ihren Räumen.<< >>Könnte es sein, dass Sie einmal wieder die Tatsachen etwas verdrehen, Detlef?<< Als wenn mir so was jemals in den Sinn käme. >>Ich verdrehe die Tatsachen nicht, Paul. Sie vergessen nur ab und an wichtige Details. Fragen Sie doch Konrad, wenn Sie sich nicht an alles entsinnen können.<< Der Doktor kratzte sich verwirrt am Kopf und drehte sich nach Konrad um. >>Konrad?<<, fragte er. Dieser blickte den Doktor irritiert an, und setzte zu einer Antwort an.

>>Nun Herr Doktor, er trägt maßgeblich dazu bei, dass der Werwolf den Elfen nicht frisst!<< Dies brachte Paul nun endgültig aus der Fassung und er unterbrach Konrad recht rüde. >>Wie oft soll ich Ihnen noch sagen, dass Sie die Patienten nicht in ihren Wahnvorstellungen bestärken sollen?<<, brüllte er Konrad an. Dieser zog die Augenbraue elegant hoch und erwiderte leicht pikiert: >>Ich werde dann nach den Patienten sehen, Doktor!<<, drehte sich auf dem Absatz um und ging. Nun war ich wieder mit dem Doktor alleine und versuchte wieder einmal ihn an die Manieren der alten Schule zu erinnern.

Konrad musste sich wirklich bemühen, nicht schallend loszulachen, als er den Raum verließ. Seine Bemerkung hatte dem Doktor wirklich den Rest gegeben, das war Balsam für seine geschundene Seele. Seit dem dieser Mann die Anstalt übernommen hatte, ging alles drunter und drüber – schließlich hatte sich dieser in den Kopf setzen müssen, alle Patienten dieser Anstalt zu heilen. >>Als wenn das möglich wäre!<<, dachte Konrad, konnte er doch schon hier oben, das Geheul des Wolfes und das Singen des Elfen hören. Er eilte über den, mit fleckig grünem Linoleum belegten Flur und steuerte auf die Treppe zum Untergeschoss zu. Seine Schuhe quietschten, als er die Treppe hinunterging. Dort unten lagen die fensterlosen Zimmer, für Patienten deren Wahnvorstellungen mit der Tageszeit zusammenhingen.

Der Lärm im Untergeschoss war wirklich ohrenbetäubend, deshalb kramte Konrad die obligatorischen Ohrstöpsel aus seiner Hosentasche. Er hasste diese Dinger, aber anders waren die beiden wirklich nicht zu ertragen. Vor der Zelle des Elfen hielt er inne und zögerte einzutreten. Der Elf war der Patient, den er am wenigsten leiden mochte. Schon jetzt stieg ihm der widerlich süße Geruch des Rosenwassers in die Nase, in dem der Elf jeden Sonntag zu baden pflegte. Es ärgerte ihn maßlos, dass Dr. Barclay diese Unart nicht verbot. Dieser war leider der Meinung, dass man so den Geruch des Werwolfes übertünchen könne. Wenn er hier unten hätte arbeiten müssen, wäre er anderer Meinung gewesen.

Es gab nichts schlimmeres als das Bukett von nassem Hund auf Rosenwasser. Er drehte den Schlüssel im Schloss und der Gesang des Elfen schwoll an ins Unermessliche.

>>Rosen, Tulpen, Nelken. Alle Blumen welken. Nur geschieht das nicht, wenn ein Elf drauf pisst.<<

Konrad betrat das Zimmer und sah fassungslos dabei zu, wie der Elf in die Blumenvase pinkelt. Der Rosengeruch begann sich nun mit dem herben Geruch von Ammoniak zu vermengen. >>Jackson, würdest du das bitte unterlassen! Ich muss den Scheiß schließlich wegmachen!<< brüllte Konrad den Elfen an. >>Mit Scheiß hat das nichts zu tun!<<, kicherte der Elf und wich an das andere Ende des Zimmers zurück. Gleich darauf fing er an zu niesen und beschimpfte Konrad aufs Übelste: >>Warum, musst eigentlich immer du bei mir Nachtdienst haben? Es gibt keinen anderen Pfleger, der so widerlich nach alten Veilchen und verfaulter Erde stinkt.<< Konrad hätte darauf gerne etwas erwidert, er hatte aber keine Lust auf einen neue endlose Diskussion. Also nahm er das Tablett vom Abendessen vom Tisch, warf noch einen Blick auf die bepissten Blumen und schloss die Tür. Konrad lief ein Schauer über den Rücken, er war immer wieder froh, wenn er aus dem Zimmers des Elfen heraus kam.

Blieb noch der Werwolf. Konrad schloss die Tür auf und wappnete sich gegen den Geruch von nassem Hund. Kaum hatte er die Tür aufgestoßen versiegte das Heulen. Welch eine Wohltat. >>Du warst wieder beim dem widerlich blassen, Rotäugigen zuerst. Du weißt, dass ich ihn nicht riechen kann!<< knurrte ihn der Werwolf an. >>Tut , mit Leid, aber ich habe einfach nicht daran gedacht.<< antwortete Konrad zerknirscht, >>Außerdem sollst du nicht so über den armen Albino reden!<< >>Von wegen Albino! Das ist so ein elender Baumschmuser. Ich kann es doch bis hierher riechen!<<, schnappte Pirson zurück.

Konrad nahm das Tablett und fragte: >>Was würdest du eigentlich davon halten, dich wieder einmal zu waschen? Einmal im Jahr sollte man so etwas tun.<< >>Du weißt genau, dass ich Wasser nicht ausstehen kann!<< grollte der Wolf und warf sich auf sein Metallbett, welches darauf hin quer durch den Raum rutschte. Es gab ein quietschendes, schabendes Geräusch von sich, bevor es mitten im Raum zum stehen kam. >>Wie war das Abendessen? Soweit ich weiß, gab es heute Steak.<<, begann Konrad einen erneuten Konversationsversuch. >>Schön blutig.<<, antwortete Pirson, >>Allerdings musste ich es erst wieder dem Vampir abjagen. Der hat wieder dran rumgelutscht. Echt eklig!<<

>>Es müsste dich doch freuen, wenn du dir dein Essen erjagen kannst<<, antwortete Konrad gehässig und verließ den Raum, bevor er ein Opfer der Wut des Werwolfes werden konnte. Sie waren so leicht auf die Palme zu bringen, diese armen Irren.

>>Wie oft soll ich es Ihnen eigentlich noch sagen, Paul? Soll ich es Ihnen buchstabieren? Aufmalen? In einem Brief schreiben?<< Detlef tobte, als Konrad den Raum wieder betrat. Fragend blickte Konrad Dr. Barclay an. >>Bringen Sie ihn bitte nach unten, da ist heute nichts zu machen.<< , seufzte Dr. Barclay und rieb sich die Schläfen. Konrad bugsierte den Schreienden vom Stuhl und schob ihn behutsam die Tür hinaus. >>Eins noch!<< rief ihm der Doktor hinterher, >>Kommen Sie bitte noch einmal in mein Büro, nachdem Sie ihn eingeschlossen haben.<< >>Wie Sie wünschen, Sir<<, nuschelte Konrad über seine Schulter hinweg und ging zu Detlef auf den Flur. >>Musstest du dich so aufführen?<< fuhr er Detlef an und schubste ihn den Flur hinunter.

Kennen Sie diese Tage an den alles schief läuft? Nun ja, heute war für mich so ein Tag. Der Doktor hatte mal wieder einen schweren Vergesslichkeitsanfall, über den wirklich keine Erklärung meinerseits hinweg half und Konrad war auch nicht wirklich hilfreich. Das Drama begann damit, dass er dem Doktor erzählte, dass ich den Werwolf davon abhielte, den Elfen zu fressen. Das war natürlich totaler Unsinn. Pirson ist kein Werwolf und Jackson ist auch kein Elf. Aber ich muss zugeben, dass ich wirklich eifersüchtig auf Jackson bin. Er hat so schöne blasse Haut und so unheimliche rote Augen – würde ich so aussehen, hätte ich bestimmt weniger Probleme mit Paul. Es geht einfach nicht in seinen Kopf, dass es auch maximal-pigmentierter Vampire gibt – ziemlich rassistisch, wenn sie mich fragen. Aber nun wollen sie sicherlich wissen, wie es mit mir und Konrad auf dem Flur weiterging. Nun zunächst nahm ich ihm die unsanfte Behandlung natürlich sehr übel, aber da er mir immer eine gute Sonderbehandlung zuteilwerden lässt, vergebe ich ihm solche Anfälle gerne. Kaum waren wir nämlich um die Flurecke verschwunden, da steckte er mir auch schon meine üblichen zwei Beutel zu. Blut ist ein fantastisches Nahrungsmittel – nur variiert es wirklich stark im Geschmack. Von Roter Bete bis hin zu Tomaten oder Himbeersaft kann es wirklich alle Geschmacksnuancen annehmen, je nachdem, was der Spender besonders gerne zu sich nahm. Heute erhielt ich einen Beutel mit sehr dunkel und einem mit sehr hellrotem Inhalt. Ich gab Konrad im Gegenzug Amitriptylin, mein Medikament, welches ich nicht schlucke. >>Ich hoffe, du hast darauf geachtet, dass die Leute weder Drogen noch Alkohol zu sich genommen haben, bevor sie sich haben abzapfen lassen.<< sagte ich zu Konrad. Dieser reagierte heute ungewohnt empört (ich denke er hatte einen schlechten Tag) und zischte: >>Wie oft denn noch? Das ist Blut von einer Blutbank, auf alles getestet und frei von sämtlichen Medikamenten. Das hat eine gleichbleibende Qualität.<<

>>Ist ja schon gut!<<, beruhigte ich ihn, >>Es ist nur manchmal so, dass ich von dem Zeug hinterher ganz müde werde.<< >>Das ist aber bestimmt nicht mein Fehler<<, fauchte Konrad und schubste mich die Treppenstufen hinunter. Unten schloss er mir die Zelle von Pirson auf, und bat mich, mich etwas um ihn zu kümmern. Das tat ich bereitwillig, schließlich ist das mein Job.

Konrad schleppte sich vollkommen entnervt die Treppen hinauf. >>Ich sollte Kilometergeld verlangen, für die Strecke, die ich hier in der Nacht zurücklege.<<, dachte er. Oben angekommen presste er seine Stirn an das Geländer, er hatte wieder einmal mörderische Kopfschmerzen von diesem fürchterlichen Rosenwasser. Außerdem brachten ihn seine Zahnschmerzen schier um den Verstand – dieses Ziehen im Oberkiefer war kaum zu ertragen. Aber das alles war eben im Moment nicht zu ändern. Er bog um die Ecke und stand vor einer Wand aus Honigtabakrauch. Noch ein widerlich süßer Geruch – das hatte ihm gerade noch gefehlt. Er stieß die Tür auf und bekam eine Schwade des süßen Qualms ins Gesicht geblasen. >>Wäre es möglich ihre Pfeife auszumachen, Sir?<<, fragte er den Doktor verhalten. >>Ich wüsste nicht, was Sie meine Rauchgewohnheiten angingen, Konrad<< fuhr er ihn an. >>Also Sir, mit Verlaub, wir sind hier eine medizinische Einrichtung. Noch dazu gibt es hier einige Suchtkranke. Außerdem steht in der Krankenhausverordnung, dass…<< >>Ich weiß, was in dieser Scheiß-Verordnung steht, ich habe Sie schließlich vor 20 Jahren mit aufgesetzt.<<, schrie der Doktor Konrad an. Zwanzig Jahre und der Kerl war immer noch hier, normalerweise hielt es hier keiner länger als 2 Jahre aus. Der Kerl hatte echt Sitzfleisch, dachte Konrad und schloss die Tür.

>>Nun zum eigentlichen Thema Konrad,<<, sagte Dr. Barclay und löschte seine Pfeife, >>ich habe hier mittlerweile zehn Akten liegen, von Patienten mit wirklich außergewöhnlich schlechten Blutwerten.<< >>Was meinen Sie mit außergewöhnlich schlecht, Dr. Barclay, Sir?<<, fragte Konrad erschreckt nach. >>Nun, sie leiden alle unter einem wirklich drastischen Fall von Blutarmut. Es gibt schon die ersten Gerüchte ein Vampir ginge um. Stellen Sie sich doch einmal vor, was so etwas für Probleme verursacht, bei mental instabilen Personen.<< >>Das ist natürlich äußerst bedauerlich, Sir<<, meinte Konrad und verzog das Gesicht.

>>Bedauerlich ist nicht ganz der richtige Ausdruck, Konrad! Wie kann so etwas vorkommen? Wir machen hier von jedem Patienten einmal in der Woche ein Blutbild.<<, kritisierte der Doktor. >>Ich werde dem natürlich umgehend nachgehen, Sir.<<, erwiderte Konrad. >>Kann ich sonst noch etwas für Sie tun Dr. Barclay?<< >>Nein, das war es auch schon, Konrad.<<, seufzte dieser und komplementierte ihn nach draußen. >>Doch eins noch! Schauen Sie doch noch einmal unten nach unserem Feenhain.<< Dann fiel die Tür hinter ihm ins Schloss.

Draußen war es erstaunlich still, das Geheul des Werwolfes war verstummt und der Elf war auch nicht mehr zu hören. Selbst als Konrad um die Ecke bog, drang noch kein Laut an sein Ohr. Das einzige Geräusch war das elektrische Summen des flackernden Deckenlichts. Konrad schaute durch den Spion und sah den Vampir ganz ruhig auf seinem Bett liegen. Die Arme unter dem Kopf verschränkt und den Blick auf die Zimmerdecke gerichtet. Der Werwolf kauerte am anderen Ende des Raumes und starrte den Vampir wütend an, schien aber wohlauf. Und der Elf? Ein Blick durch den Spion des Nebenzimmers zeigte, dass dieser auf dem Bett lag und schlief. Wider Erwarten ließen die Blumen immer noch nicht die Köpfe hängen. Also konnte Konrad ganz gelassen seinen Rundgang durch die Zimmer der Patienten im Obergeschoss beginnen.

Er beendete seinen Rundgang wie immer kurz vor Morgengrauen. Er musste sich nicht an feste Zeiten halten, schließlich gab es hier keine Stechuhr und er hatte ein schon vor Jahren ein gutes Abkommen mit dem Tagespfleger Vincent getroffen. Im Winter bei Schnee und Eis arbeitete Konrad länger im Institut, denn die Dunkelheit machte ihm nichts aus und Vincent konnte dann etwas später kommen. Im Sommer machten sie es dann umgekehrt, Konrad kam etwas später und Vincent arbeitete dafür länger. Vincent konnte die Dunkelheit nicht ausstehen und die abgelegene Lage der Klinik war ihm schon immer etwas unheimlich gewesen. Konrad fand, dass die Klinik sehr idyllisch lag. Sie war Anfang des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Mischwäldchen errichtet worden. Weit genug von der Stadt entfernt, dass sich niemand vor den Bewohnern fürchten musste. In den 30er Jahren hatte man dann einen Zaun um das Wäldchen gezogen, um die Städter fern und die Bewohner drin zu halten. So hatten die Bewohner mit Freigangschein die Möglichkeit im Wald spazieren zu gehen und sich auf einer der vielen Lichtungen niederzulassen. Ab und an ging dabei auch einmal jemand verloren, aber das war schon seit 10 Jahren nicht mehr vorgekommen. Konrad hätte nichts dagegen gehabt, wenn den Doktor dieses Schicksal ereilen würde. Er ging über den knirschenden Kies des kleinen Parkplatzes, der seit den 80er Jahren noch einmal extra umzäunt wurde und nur durch die Hintertür der Klinik zu erreichen war, öffnete per Knopfdruck auf seine Fernbedienung das Tor, setzte sich in seinen schwarzen BMW mit den getönten Scheiben und fuhr ins anbrechende Morgengrauen.

Heute wird alles anders, ich kann es spüren. Die Welt entfesselt heute ihre mystische Kraft. Die Sonne ist gerade untergegangen und die Tiere des Tages kommen zur Ruhe. Die ersten Tiere der Nacht erwachen, eine Fledermaus fliegt ganz nah an dem Fenster vorbei auf der Jagd nach kleinen Insekten. Wie gerne würde ich jetzt mit ihr fliegen. Aber Einschluss ist jeden Abend um 18.00, egal ob es noch hell oder schon dunkel ist. Leider kann hier auf meine speziellen Bedürfnisse keine Rücksicht genommen werden. Aber ich verstehe das, was in der Krankenhausverordnung steht, muss eingehalten werden, sonst ginge hier in Kürze alles drunter und drüber. Ich blicke hinaus und werde von dem rötlich schimmernden Licht des aufziehenden Blutmonds bestrahlt. Wissen sie, dass der Blutmond eigentlich eine Mondfinsternis ist? Man kann ihn nicht oft bewundern. Eine vollkommene Mondfinsternis findet meist nur einmal im Jahr statt. Ich höre das Knirschen der Reifen von Konrads BMW. Eine ganz schöne Luxuskarosse für einen Pfleger, ich vermute, er finanziert sie mit den Pillen, die er von dem Einem oder Anderen von uns bekommt. Die getönten Scheiben finde ich allerdings reichlich übertrieben, als wenn ihm das Sonnenlicht schaden könne! Sein Teint ist meiner Meinung nach wirklich ungesund blass, aber was soll man von jemandem erwarten der nachts arbeitet und tagsüber schläft. Außerdem hat Konrad mir einmal anvertraut, dass er panische Angst vor Hautkrebs hat, seit dem seine Mutter daran verstorben ist. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass so ein verschrobener Kerl überhaupt eine Mutter hat. Ein Geräusch hinter mir lässt mich zusammenfahren. >>Du sollst dich nicht immer so an mich ran schleichen, Konrad!<< fuhr ich ihn an. >>Ich bin ganz normal gelaufen, Detlef.<< >>Dann hätte ich dich ja wohl kommen hören müssen.<< Es ist mir echt ein Rätsel, wie er das immer hinbekommt, er überrumpelt mich immer, trotz meiner überlegenen vampirischen Ohren. Auf diesem widerlichen Linoleum quietscht eigentlich wirklich jeder Schuh. Nur Konrads Schuhe scheinen seinem Willen zu unterliegen, manchmal quietschen sie und manchmal nicht. Ich finde das irgendwie unheimlich, sage es ihm aber nicht. Schließlich will ich seine Gefühle nicht verletzen. >>Zeit, dein Quartier aufzusuchen<<, forderte er mich auf.>>Nein Konrad, heute nicht, ich habe schon um 20.00 Uhr meinen Termin bei Paul. Er hat noch etwas Familiäres und möchte heute früher gehen.<< >>So dann werde ich dich zu ihm führen<<, antwortete mir Konrad und begleitete mich freundlicherweise zu Pauls Zimmer.

>>Heute brauchen Sie nicht dabei zu bleiben Konrad. Er wirkt heute sehr ruhig und ausgeglichen. Ich werde Sie rufen, wenn sich das ändert.<<, sagte Dr. Barclay und schloss die Tür hinter Konrad.

>>Dann eben nicht.<<, dachte dieser und begab sich auf seinen allabendlichen Rundgang.

>>Was ist den Paul, sie sind heute so unruhig?<< fragte ich ihn. >>Ich sagte Ihnen doch, dass ich noch einen Termin habe, Detlef. Außerdem wäre es mir wirklich lieber, wenn Sie mich, genau wie die Anderen mit Dr. Barclay ansprechen würden.<< Wie gesagt, manchmal ist Paul doch recht verwirrt, heute war erneut eine dieser Nächte. >>Paul, wie oft muss ich Ihnen das denn noch sagen. Wir arbeiten zusammen und Sie sind mein geschätzter Kollege. Ich wohne nur bei den anderen Patienten, um ihre Wahnvorstellungen besser studieren zu können.<< Sogleich entdeckte ich auf Pauls Stirn ein Blutgefäß, welches gefährlich anschwoll und bläulich unter seiner Haut hervortrat. Dies kündigte leider zumeist einen Wutanfall seinerseits an, welcher von vollkommenem Unverständnis zeugte. >>Nein, nein, nein! Ich ertrage das nicht länger, Detlef. Sie sind NICHT mein Kollege, Sie sind Patient wie die Anderen auch! Sie leiden an Wahnvorstellungen, Sie können in die Sonne gehen, essen und trinken. Sie sind weder ein Vampir, noch Psychiater, verdammt!<< Während er so herumbrüllte, schüttelte ich resigniert den Kopf. Es war mir wirklich unbegreiflich, wie dieser Mann immer wieder den Bezug zur Realität verlor. Ich wollte gerade zu einer Besänftigung ansetzten, als ein kleines rotes Rinnsal aus seiner Nase zu tropfen begann. Ich versuchte schnell durch den Mund zu atmen, aber es war leider schon zu spät. Der unbeschreiblich köstliche Duft von frischem Blut stieg mir in die Nase und ich verfluchte mich selbst, dass ich das Atmen nicht schon längst aufgegeben hatte. Aber auch die lebenden Toten hängen an ihren alten Gewohnheiten. Dies sollte mir nun zum Verhängnis werden. Ich beugte mich über den Tisch, sog das Bukett aus Eisen und warmem Salz tief ein. Der Speichel sammelte sich in meinem Mund und ich streckte meine Arme nach Paul aus. Nur einen winzig kleinen Schluck versprach ich mir selbst.

Konrad war gerade dabei, die Essenstabletts im Untergeschoss einzusammeln, als ein wilder Schrei an sein Ohr drang. Es konnte keiner der Patienten im Untergeschoss gewesen sein, sonst würden ihm nun die Ohren klingeln. Also eilte er die Treppe hinauf, immer 2 Stufen auf einmal nehmend ins Erdgeschoss. Oben angekommen musste er feststellen, dass das Schreien verstummt und einem äußerst unheimlichen Röcheln gewichen war. Das Schlimmste befürchtend, rannte er über den Flur und stieß die Tür von Dr. Barclays Büro auf. Dort erwartete ihn kein schöner Anblick. Der Schreibtisch war umgekippt und hatte Dr. Barclay unter sich begraben. Alle Akten waren über den Boden verteilt und formten einen Blätterteppich. Besonders besorgniserregend fand Konrad die rote Blutlache, die langsam unter Dr. Barclays Schreibtisch hervorkroch. Das fürchterlich schmatzende Geräusch hinter dem Möbelberg bestätigte seine schlimmsten Vermutungen. Er ging um den Schreibtisch herum, tunlichst darauf bedacht der Blutpfütze auszuweichen, und blickte auf Detlef, der gerade ein weiteres Stück aus dem Hals des Doktors riss. Konrad packte Detlef am Kragen und zog ihn von seinem Opfer herunter. Dieser schlug wild um sich und gab animalische Laute von sich. Er war von oben bis unten blutverschmiert und fletschte ganz abscheulich seine nikotingelben Zähne. Normalerweise hätte Konrad sich jetzt fürchten müssen, aber seine Hände hielten Detlef fest, wie zwei Schraubstöcke. Nach einem weiteren Blick auf die Bescherung und der absoluten Sicherheit, dass dem Doktor nicht mehr zu helfen war, packte er Detlef noch fester und bugsierte ihn unter großer Gegenwehr in seine Zelle.

Detlef tobte noch, als Konrad begann das Blut wegzuwischen. Zuerst wischte er das Blut auf, dass Detlef auf dem Weg nach unten, über Treppe und Flur verteilt hatte. Dann behandelte er alle Stellen noch einmal mit Bleiche, sodass keine verräterischen Spuren mehr zurückblieben. Der Geruch brachte ihn schier um den Verstand. Es gab nichts, was ekliger war, als der Geruch von fauligem, totem Blut. Konrads Magen krampfte sich zusammen und alle seine Haare standen ihm zu Berge. Aber dank jahrelanger Routine war er mit dieser wenig erfreulichen Arbeit nach weniger als einer Viertelstunde fertig.

Dies änderte sich schlagartig, als Konrad das Zimmer des Doktors öffnete. Dieser war nämlich nicht, wie Konrad vermutet hatte innerhalb von wenigen Minuten verendet. Irgendwie hatte er es geschafft, die Hände unter dem Schreibtisch herauszuziehen und auf die golfballgroße Wunde zu pressen.

Sofort löste sich der Klumpen in Konrads Magen und er ging schnellen Schrittes auf den Doktor zu und bückte sich zu diesem herab. >>Konrad!<<, röchelte dieser leise und blickte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. >>Ich weiß, ich weiß, Dr.Barclay, Sir.<<, antwortete dieser, >>Wirklich äußerst dilettantisch. Aber keine Sorge, ich werde mich dem Problem annehmen.<< Dr. Barclay blickte Konrad verwirrt in die glänzenden Augen und erstarrte.

Konrad zog sein schneeweißes, spitzenbesetztes Stofftaschentuch aus seiner Weste und tupfte sich einen einzelnen Blutstropfen aus dem Mundwinkel. Er betrachtete den roten Fleck auf schneeweißem Grund nachdenklich. Er vermisste die alte Zeit, in der Taschentücher noch zu den Luxusartikeln gehörten. Leider waren diese, zu der Zeit als Schnupftabak in Mode kam, auch unter dem gemeinen Volk verbreitet worden. Aber schließlich war heute auch kein Adelstitel mehr etwas wert. Schon lange hatte Konrad seinen Geburtsnamen ablegen müssen, um in dieser Welt nicht aufzufallen. Längst konnte man seine Spuren nicht mehr verwischen in dem man von einer Grafschaft zur nächsten zog. Sein ungewöhnlicher Name „Konrad Schott von Schottenstein“, war da wirklich mehr als hinderlich. Erst neulich hatte er seinen alten Namen im Internet entdecken müssen. >>Gott sei Dank, muss mein guter Freund Götz den Niedergang der Welt nicht mehr miterleben.<<, dachte Konrad und begann das Blut des Doktors aufzuwischen. Die alten Tollhäuser hatten ihm bedeutend besser gefallen. Damals durfte man die Irren noch anketten, da hatte man weitaus weniger Schwierigkeiten mit ihnen. Oder aber, man konnte sie ein bisschen Foltern, wenn sie einem besonders auf die Nerven fielen. Dies war alles gestattet, um sie wieder zur Vernunft zu bringen.

>>Früher war alles besser!<<, grollte Konrad, als er die Leiche des Doktors in den Kofferraum seines Wagens packte.

Da wäre es bedeutend leichter gewesen eine Leiche verschwinden zu lassen. Heute musste man sich gleich mit der Polizei herumschlagen und mit Geld war da auch nichts mehr zu machen. Das waren schlimme Zeiten, in der alle Menschen gleichviel wert waren.

>>Aber wenigstens sind die Fortbewegungsmittel heute komfortabler.<<, seufzte Konrad und stellte die Sitzheizung seines Wagens an.

ENDE

Copyright (c) 2011 by little_wonni

Bildrechte: “Psychogenese – Dem Wahnsinn auf der Spur” (Psychogenese5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Psychogenese-50-minus-160-0.jpg” (Originaltitel: Psychogenese5.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Das Glück von Dawn und Julien scheint nur von kurzer Dauer: Dawn schwebt in Lebensgefahr, ihr Körper versagt langsam, aber unaufhaltsam. Allein Juliens Blut hält sie noch bei Kräften. In seiner Verzweiflung weigert der sich, das Unvermeidliche hinzunehmen, und will Dawn mithilfe der mystischen Kräfte seiner Vorväter retten. Dafür bricht Julien ein ehernes Gesetz der Welt der Lamia – ein Verbrechen, für das es nur ein Urteil gibt: den Tod. Die Liebe zwischen Dawn und Julien scheint dem Untergang geweiht …

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Updated: 4. Juni 2013 — 19:38

20 Comments

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  1. Endlich darf ich mal in einer Story mitspielen! 😉

  2. So, die Buchempfehlung ist drin! Bin gespannt was die Community-Autoren zu dieser Story einer neuen Mitbewerberin sagen. Wünsche dir jedenfalls viel Glück beim Storywettbewerb!

  3. Hallo little_wonni,

    jou, da schmeckt einem das Steak medium bis rare doch gleich viel besser. Hat mir gefallen.

    Trotzdem stoße ich mich als Text-Fuzzi an folgenden Punkten, die ja nichts mit der Qualität deiner Geschichte zu tun haben, sondern rein mit der Form:
    – Wörtliche Rede sieht mit deinen An- und Abführungszeichen (<>) einfach schrecklich aus. Bitte nimm die üblichen („). Das bringt einfach besseren Lesefluß.
    – Zweitens wechselst du innerhalb eines Abschnittes zwischen zwei oder drei sprechenden Personen. Das ist verwirrend. Da hilft es auch nicht, immer den Namen des Angesprochenen anzufügen. Außerdem nervt das mit der Dauer.
    – Drittens gilt das in ähnlicher Weise für Gedanken. Solche Texte werden sinniger Weise in Kursiv gesetzt. Auch hier auf Absätze achten.
    – Viertens hapert es an manchen Stellen mit der Interpunktion. Beispiel: „Tut, mir leid …“
    Tut macht ein Zug. „Tut“, sagte das Baby und Mammi lachte glücklich. Aber „Tut, mir leid …“?
    – Fünftens: Detlef erzählt in Echtzeit, alle anderen werden in der Vergangenheitsform geschildert. Ist das so ein Sprachexperiment? Gewollt oder Zufall? Hab ich so noch nicht gesehen. Bei Zeitreise-Stories kan dies ein toller Effekt sein, woanders ist es irreführend.

    Sorry, jetzt hab ich mich doch fast wie ein Lektor geäußert. Wenn diese Punkte nicht wären, hättest du meines Erachtens noch mehr Chancen beim Wettbewerb. Wie gesagt, die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Vielleicht hast du ja Lust, diese Punkte „nachzufeilen“?

    Viel Glück beim Wettbewerb wünscht dir
    mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  4. Wenn du willst, kannst du das noch überarbeiten, hat keinen Einfluss auf die Nominierung little_wonni.

  5. Ich? Ne, ne, dazu hat nur der/die AutorIn das Recht. Urheberrecht!

    mgg
    galaxykarl!

    P.S. Ist das eigentlich äh … Usus, Nicknames für größere Texte zu verwenden? Wenn der/die AutorIn anonym bleiben will, dann bitte mit einem Pseudonym. Was meint ihr?

  6. Du doch nicht, sondern die Autorin!

  7. @Galaxykarl: Also zunächst einmal ist das mehr Pseudonym als Nickname (wer mich kennt weiß auch warum…), little_wonni ist also schon ganz richtig. An einigen von dir angesprochenen Punkten werde ich gerne noch feilen, wie etwa meiner Interpunktion und den Anführungszeichen. Der Zeitwechsel war so gewollt und dient als stilistisches Mittel. Zu den Gesprächen in der Dreier-Konstellation: Wie würdest du das Problem lösen? Ich brauchte nämlich eine Episode, in der die 3 Figuren aufeinander treffen…

  8. Felis Breitendorf

    Also, was mir an dieser Story mißfällt: zu wenige Absätze, zu wenige Leerzeilen dazwischen. Das Ganze ist eine eizige Textwüste oder Textwand und man hat kaum Lust anzufangen zu lesen.

    Liebe little_wonni,

    bitte ändere das doch noch, das würde deinen Beitrag erheblich lesbarer machen! Würde deine Geschichte auflockern.

    Das selbe gilt für die Dialoge und sonstigen kursiven Textteile. Die gehören unbedingt in extra Absätze, sogar mit Leerzeilen dazwischen!

    Aber kommen wir zum inhaltlichen Teil!

    Meiner Meinungnach muss hier:

    „Was hatte ihn nur geritten den Posten hier als Institutsleiter anzunehmen?“

    hinter geritten ein Komma, aber ich könnte mich auch irren, also besser mal genau nachprüfen!

    Hier stimmt irgendwas mit den Kommas nicht:

    „Ich denke, der arme Herr Doktor, wird hier langsam selbst ganz irre.“

    Das hier finde ich unglücklich ausgedrrückt:

    „Auch fragt er mich immer wieder nach den anderen zwei, die mit in meinem Rückzugsbereich wohnen.“

    Ich denke wenn du hier:

    „Pirson, mein Wohnpartner hält sich bedauerlicherweise für einen Werwolf.“

    hinter Pirson ein Komma machst, dann muss auch eins hinter Wohnpartner!

    Hier:

    „Wenigstens, konnte ich ihn davon abhalten die Mäuse zu jagen, die in unserem Trakt hausen.“

    muß nach „abhalten“ meiner Menung nach ein komma hin!

    Bitte hier:

    „Sie wissen doch ich betreue sie in ihren Räumen.“

    hinter „doch“ ein Komma!

    In diesem Teil:

    „Nun war ich wieder mit dem Doktor alleine und versuchte wieder einmal ihn an die Manieren der alten Schule zu erinnern.“

    sollte nicht 2 x das Wort „wieder“ verwendet werden!

    Und nach „einmal“ bitte ein Komma!

    Ich denke hier fehlt auch hinter „belegten“ ein Komma:

    „Er eilte über den, mit fleckig grünem Linoleum belegten Flur und steuerte auf die Treppe zum Untergeschoss zu.“

    Hier:

    „Seine Schuhe quietschten, als er die Treppe hinunterging.“

    vor „als“ KEIN Komma!

    Ich mache dann morgen damit weiter, wenn du willst!

    Sag mal bescheid!

  9. Unser lieber Detlef wär auch ein guter Lektor, nicht wahr?

    mgg
    galaxykarl 😉

  10. Da täuscht du dich aber, Werner, ich hasse solche Arbeiten!

  11. Und tatsächlich gibt es da Übereinstimmungen: Auch ich habe oft das Gefühl, dass ich mich unter Wahnsinnnigen bewege und nur zu Studienzwecken dabei bin. Oder bin ich in Wirklichkeit selbst nur ein Wahnsinniger? Macnhmal schwer zu beantworten!

    Aber kommen wir zu der Story. Ich finde Sie gut. Wenn ich auch ebefalls die schlechte Formatierung anprangern muss. Ich finde ausserdem, dass die Einführung zu langatmig ist, denn in der 2. Hälfte zieht die Geschichte richtig gut an, dazu ist die 1. Häfte ziemlich langatmig.

    Trozdem Gutgemacht!

  12. Jetzt habe ich doch tatsächlich 2 x „langatmig“ in einem Satz untergebracht! wie „langatmig“!! 😉

  13. Hallo Detlef,

    du bist eben eine Kornifere auf deinem Gebiet.
    Da kann dir niemand die Waffel reichen.
    Und ohne Scheiß: kein Preis.
    Das kannst du Mist drauf nehmen.

    Mit grinsenden und natürlich galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  14. Wie heisst es doch so schön? – man ist eben nur so gut wie sein Waffeleisen!

  15. „…nur so gut wie sein Waffeleisen…“ – hä? Kapiere ich nicht! Wer klärt mich mal auf! .(

  16. Wieso habe ich nur ein Auge? 🙁

  17. Werwölfe und Elfen? Was hast du geraucht, little wonni? 😉

  18. Christa Kuczinski

    Guten Morgen*!*

    Detlef, frag mal einen der Werwölfe von little-wonni, ob die dein Auge gesehen haben aber verlier dabei nicht auch noch das andere 😉

    Waffeleisen…hm, keine Ahnung, hab ich was verpasst?*

  19. Leckere Waffeln für Werwölfe, ich dachte, die verschlingen nur Lebendfleisch? 😉

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