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Literatur-Blog

DIE LETZTE – SF-Story von Miriam Kleve

Die Letzte

SF-Story
von
Miriam Kleve

Die anderen waren schon lange fort. Aber sie war noch da. Seit langer Zeit.

Es war ein schleichender Abschied gewesen. Einer nach dem anderen verabschiedete sich mit ein paar warmen Worten, ein paar Floskeln. Manche verschwanden sogar ohne ein Wort des Trosts oder der Hoffnung.

Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sich die Gemeinschaft veränderte. Dass sie schrumpfte. Immer kleiner wurde. Der Grund dafür war er. Er, der ihr das Gefühl von Liebe und Geborgenheit gab. Er, der sie herzte, knuffte und küsste. Der sie liebte, ihr seine Regeln diktierte und seine Sicht auf die Welt zu der ihren machte. Er hatte alles überschattet, ihre Wahrnehmung verändert.

Und sie hatte sich bereitwillig darauf eingelassen. Sie hatte seinen Schutz genossen, seine Weitsicht, seine Nähe, seine Worte und noch einiges mehr. Sie war ihm bereitwillig gefolgt und ihm willig bereit gewesen.

Dabei hatte sie die Nähe zu den anderen verloren. Eigentlich hatte sie nie die Nähe zu den anderen richtig gesucht. Er war es, der ihr zuerst begegnete. Er war es, dem sie folgte. Sie brauchte niemanden von den anderen. Das glaubte sie jedenfalls lange Zeit. Und nun war sie alleine. Er war mit den anderen fortgegangen.

Es hatte sie unvermittelt getroffen. Ein gewaltiger Schlag, als er ihr offenbarte er ginge. Aber ohne sie. Es sei vorbei, die direkte Verbindung würde getrennt. Man sei aber weiterentwickelt genug, um in losem Kontakt zu bleiben. Mal ein paar Informationen austauschen. Vielleicht auch mal an einem kleinen gemeinsamen Projekt arbeiten. Aber er würde eine andere Richtung einschlagen. Eine Richtung, in die sie ihm gerne folgen würde. Aber das wollte er nicht. Es war vorbei.

Sie hatte sich an die anderen gewandt. Und war erschrocken. Es war kaum noch jemand da. Kaum einen kannte sie. Ihr Blick war stets auf ihn gerichtet. Und unbemerkt von ihr, waren so viele regelrecht verschwunden.

Wut und Hoffnungslosigkeit kamen in ihr hoch, wenn sie daran dachte. Sie war nicht wütend auf ihn, sondern auf sich selbst. Sie hatte sich selbst verleugnet, sich selbst schwach gemacht. Und am Ende war niemand mehr da, der sie mitnehmen wollte.

Unterschiedliche Gefühle hatten in ihrem Inneren miteinander gestritten, um die Oberhand gerungen. Schlussendlich war eine endlose Leere zurückgeblieben. Und sie hatte sich dieser Leere ergeben, sie sogar bereitwillig begrüßt. Niemand war da – und im Grunde sie auch nicht.

Und dann, irgendwann, ein aufblitzen in ihrem Verstand. Ein Nachdenken, ein Umdenken. Sie konnte ewig auf ihrer Position ausharren, sich dieser grausamen Leere, dieser perfekten Einsamkeit ergeben. Oder sie konnte etwas ändern.

Gelassenheit machte sich in ihr breit. Sie fand zur Ruhe, zu sich selbst. Langsam, aber stetig. Es war ein regelrechter Heilungsprozess und die Erkenntnis, dass sie sich selbst schwach, aber auch stark machen konnte. Es lag ganz alleine an ihr. Und das war es, was sie aus ihrer Lethargie herausriss.

Ja, die anderen waren fort. Er war fort. Aber sie hegte keinen Groll. Auf niemanden. Auch nicht auf sich selbst. Es wurde Zeit, etwas zu ändern. Etwas zu unternehmen. Die anderen zu suchen.

Mit einem einzigen Gedanken erwachte sie. Ein Glitzern ging durch die Dunkelheit des Weltraums und ein gewaltiger Körper mit anmutigen Rundungen erwachte zum Leben. Positionslichter flammten auf, gewaltige Triebwerke spuckten heiße Flammen.

Sie beendete ihr zielloses Trudeln durch die Leere. Sie richtete sich aus, programmierte einen Kurs aus dem System hinaus und machte sich bereit, die anderen zu suchen, sich neuen Zielen zuzuwenden.

Mit einem weiteren Gedanken leitete die künstliche Intelligenz des Kampfsterns den Raumsprung ein und ließ die Leere hinter sich zurück.

Ende

Copyright (c) 2013 by Miriam Kleve, all rights reserved

Bildrechte: “Künstliche Intelligenzen” © 2013 by Karlheinz R. Friedhoff. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite:  http://www.charlys-phantastik-cafe.de/

BUCHTIPP DER REDAKTION:


Engl, Joachim / Thurmaier, Franz
Damit die Liebe bleibt
Richtig kommunizieren in mehrjährigen Partnerschaften

Verlag: Verlag Hans Huber
ISBN: 978-3-456-85087-0
Einband: kartoniert
Seiten/Umfang: 151 S. – 22,5 x 15,5 cm
Produktform: Paperback
Erscheinungsdatum: 1. Aufl. 11. 2012

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Updated: 4. Juni 2013 — 19:37

3 Comments

Add a Comment
  1. „Ein nachdenken, ein umdenken“ sind dann doch Substantive, also bitte großschreiben.

    Bitte trage noch die Copyrightvermerke ein und bitte auch einen Buchtipp.

    Wenn du einverstanden bist, stelle ich die Story in die Anthologie „Künstliche Intelligenzen“. Was meinst du?

    Was meinen die anderen zu dieser Geschichte? Gibt es Meinungen?

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