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Literatur-Blog

DIE AKTE HARLEKIN (Kapitel 1) von Thomas Vaucher (Gewinner des Leseproben-Award Winter 2016)

Die Akte Harlekin

DIE AKTE HARLEKIN (Kapitel 1)

von

Thomas Vaucher

(zurück zum Prolog)
Kapitel 1
Richard Winter hustete. Der Schluck war eindeutig zu roß gewesen. Er atmete erschöpft und starrte die Flasche erbost an, als ob sie an dem Missgeschick schuld wäre, setzte sie dann aber automatisch ein zweites Mal an und nahm einen noch größeren Schluck. Neuerlicher Hustenanfall. Schließlich stellte er fahrig den Whiskey auf seinen Schreibtisch und nahm die halb heruntergebrannte Zigarette zur Hand, die im Aschenbecher glimmte. Dabei stieß er die Flasche mit dem Ellbogen um und der billige Queen Margot ergoss sich über den noch billigeren Teppich darunter. Winter fluchte und stellte den Whiskey wieder hin. Sydney trottete heran, schnüffelte an der Schnapslache und sah dann vorwurfsvoll zu Winter hoch, ehe sie sich wieder in ihre Ecke trollte.Winter genehmigte sich einen weiteren Schluck. Als er die Flasche aus seinen müden Augen anstarrte, merkte er, dass die goldene Flüssigkeit nur mehr den Boden bedeckte. Also kippte er den Rest kurzerhand auch noch hinunter.»Was ist?«, blaffte er den zobelfarbenen Langhaarcollie an, der ihn aus seiner Ecke heraus anstarrte. »Hast du was dagegen, wenn ich …?« Winter deutete auf den Wandschrank auf der anderen Seite des Zimmers und auf die leere Flasche in seiner Hand.Sydney bellte kurz, legte dann ihren Kopf auf die Pfoten. Doch ihre Augen folgten weiter jeder Bewegung Winters. Er nahm noch einen tiefen Zug von der Zigarette, ehe er sie zurück auf den Rand des überquellenden Aschenbechers legte. Dann erhob er sich ächzend, die leere Flasche immer noch in der Hand, und bahnte sich einen Weg durch sein Arbeitszimmer, das gleichzeitig sein Wohnzimmer war: Vorbei an der alten Couch, die eine Handvoll Brandlöcher aufwies, dem Salontisch, auf dem sich leere Pizzaschachteln und Bierdosen stapelten, und der Handvoll Umzugskartons, in denen er Aktenordner, DVDs und Videospiele aufbewahrte. An der Wand hing ein staubiges Bild von Garry Kasparov. Winter warf ihm im Vorbeigehen einen Blick zu und nahm sich zum wiederholten Male vor, den schief aufgehängten, ehemaligen Schachweltmeister gerade zu rücken, beließ es aber bei dem Vorsatz. In der einen Ecke des Zimmers befanden sich ein halbes Dutzend alter Einkaufstüten, die mit leeren Flaschen gefüllt waren. Die Tüten waren allesamt übervoll, doch jahrelange Erfahrung hatte ihn gelehrt, die leere Flasche so oben auf eine Tüte zu packen, dass keine der anderen hinunterfiel.Winter öffnete den Wandschrank, der sich direkt daneben befand. Das untere Fach war gefüllt mit weiteren leeren, billigen Whiskeyflaschen und Bierdosen. Im Fach darüber stand eine einsame Flasche Western Gold. Winter runzelte die Stirn. Er hatte diese Bar, der einzige Ort in der Wohnung, wo einigermaßen Ordnung herrschte, doch erst letzte Woche aufgefüllt.Er seufzte, ergriff den Whiskey und kehrte zu seinem Schreibtisch zurück. Dabei machte er einen kleinen Umweg zur Ecke, in der Sydney lag, und kraulte sie kurz zwischen den Ohren. Die Hündin legte sich auf den Rücken und wedelte mit dem Schwanz. Winter streichelte ihr kurz über den Bauch und setzte dann seinen Weg zum Schreibtisch fort. Dabei schweifte sein Blick zu dem kleinen Tischchen mit dem aufgebauten Schachbrett in der Ecke. Winter hielt kurz inne und runzelte die Stirn. Dann sah er auf die Datumsanzeige seiner Uhr und fluchte.Er war seit Wochen überfällig.Kurz trat er an das Tischchen heran und musterte die Lage, wie er es schon hundertfach getan hatte. Doch er konnte es drehen und wenden, wie er wollte, er fand keinen Ausweg aus der Situation, die sich ihm darbot: Sein König war von der gegnerischen Dame in die Enge getrieben worden und es sah ganz danach aus, als müsste Winter Alexey einen Damentausch anbieten. Doch er sträubte sich dagegen, denn dann würde der Russe mit seiner Übermachtan Bauern leichtes Spiel mit ihm haben. Alexey hatte ihn an die Wand gespielt. Wie so oft. Und wie so oft überlegte Winter, ob er einfach aufgeben sollte. Er seufzte entmutigt und schüttelte den Kopf. Dann fluchte er erneut. Er hatte Alexej schon seit Jahren nicht mehr besiegt. Nicht seit er … Winter wischte den Gedanken mit einem ärgerlichen Stirnrunzeln beiseite und kehrte endgültig an seinen Schreibtisch zurück. Sein Magen knurrte, als ob er ihm vorwurfsvoll zu verstehen geben wollte, dass er sich nur mit Alkohol nicht zufriedengab.Winter öffnete die oberste Schublade, die ein Gewirr aus Rechnungen, Mahnungen und Schreiben enthielt, und zog eine alte Pizzakurier-Bestellkarte hervor. Dann schaffte er auf seinem Schreibtisch Platz, indem er bis auf das Telefon und den Computer alles, was darauf lag – McDonald’s- Essensreste, Zeitungen der letzten paar Tage und alle Kataloge und Werbezeitschriften, die einem ungefragt in den Briefkasten gelegt wurden und sich nun auf seinem Schreibtisch stapelten –, einfach über die linke Tischkante fegte, unter der ein großer Papierkorb geduldig alles in sich aufnahm, was von oben herabfiel.Sofort trottete Sydney herbei und legte die beiden Vorderpfoten auf den Papierkorb, sodass er umfiel und seinen Inhalt rundherum verstreute. Gierig machte sich die Hündin über die Essensreste her. Winter zuckte die Achseln und wandte seine Aufmerksamkeit wieder der Bestellkarte zu. Sindbad – Pizza Kurier stand darauf geschrieben. Dann folgte eine Übersicht über die bestellbaren Pizzen und schließlich: Kurier preis Jeden Bestellung + EUR 5.00. Winter schmunzelte. Vielleicht könnte er sich bei Sindbad als Deutschlehrer bewerben, da hätte er vermutlich mehr Arbeit, als dies jetzt der Fall war.

Rasch überflog er die Angebote, entschied sich wieder einmal für die Pizza Hawaii und griff zum Telefonhörer. Die Leitung war tot. Winter fluchte und schmiss den Hörer wieder hin. Er hatte ganz vergessen, dass ihm die Telefongesellschaft mit der letzten Mahnung gedroht hatte, das Telefon abzustellen.

Es klingelte. Sydney bellte und lief zur Türe.

›Kundschaft oder Ärger?‹ Erfahrungsgemäß schloss das eine das andere nicht aus. Winter erhob sich ächzend und schlurfte zur Tür. Dabei stolperte er über einen Stapel Bücher, sodass sich diese rundherum auf dem Boden verstreuten.

Es klingelte wieder.

»Ja, ja, ich komme ja schon«, murmelte er und öffnete die Türe.

Draußen stand sie.

Ihre grünen Augen, die einen stechenden Blick annehmen konnten, wenn es dienlich war, waren leicht zusammengekniffen. Sofort fielen ihm wieder die feinen Lachfältchen darunter auf, die er stets so an ihr gemocht und über die sie sich fürchterlich aufgeregt hatte. Sie waren mehr geworden. Die braunen Locken trug sie etwas kürzer als früher, und obschon sie um die Hüfte etwas angesetzt hatte, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte, sah sie immer noch sehr sportlich und durchtrainiert aus.

»Sabine?«, entfuhr es ihm. »Was machst du …?«

Dann nahm er den Mann wahr, der hinter ihr stand und dem man den Polizisten kilometerweit ansah, obschon er keine Uniform trug. Er war groß, muskulös und trug das Haar kurz mit einem Seitenscheitel wie David Beckham.

›Ein Möchtegern-Frauenschwarm‹, ging es Winter abschätzig durch den Kopf. Und er war erschreckend jung. Winter zuckte leicht zusammen. ›Nur ihr Partner oder …‹

Er wischte den Gedanken ärgerlich beiseite. Es ging ihn nichts mehr an und er wollte es gar nicht wissen.

»Du bist beruflich hier?«

Sie nickte und drückte sich an ihm vorbei in seine Wohnung. Sydney raste ihr freudig bellend entgegen und sprang an ihr hoch. Sabine streichelte die Hündin lächelnd.

»Dürfen wir reinkommen?«, fragte der Mann, der im Türrahmen stehen geblieben war.

»Schlechter Zeitpunkt«, knurrte Winter.

»Bei dir ist jeder Zeitpunkt ein schlechter Zeitpunkt«, kommentierte Sabine und sah sich um. Dann hörte er sie aufstöhnen. »Das ist ja noch schlimmer, als ich es mir vorgestellt habe.«

»Ich sagte doch: schlechter Zeitpunkt.«

Mit zwei raschen Schritten war sie beim Fenster und öffnete es. Frische, kalte Luft strömte herein und Winter fröstelte sofort.

»Wie kannst du nur so leben?« Ekel schwang in ihrer Stimme mit.

Winter zuckte mit den Achseln und gab den Weg ganz frei, worauf der Polizist ebenfalls eintrat.

»Was sagt deine Kundschaft dazu, wenn sie das sieht?«, fuhr sie fort.

»Hab’ nicht viel.«

»Jetzt schon.«

Winter begriff nicht.

»Wir brauchen deine Dienste«, sagte sie, als er nichts erwiderte. Winter lachte laut auf. Das war zu komisch.

»Ihr braucht meine …?«

Einen Moment war Winter sprachlos.

»Ausgerechnet ihr?! Willst du mich verarschen?«

»Ja, schlechter Scherz, was?« Sie verdrehte die Augen und fügte genervt hinzu: »Dann müsste ich auch nicht länger in dieser primitiven Höhle verweilen …«

»Primitive Höhle? Weißt du, wem ich diese primitive Höhle zu verdanken habe?«

Sie überging seine Frage und nahm stattdessen die Bestellkarte, die auf seinem Schreibtisch lag, zur Hand.

»Hast du immer noch nicht gelernt zu kochen?«

Winter war mit zwei raschen Schritten bei ihr und riss ihr die Karte aus der Hand.

»Das geht dich nichts an. Und jetzt verschwinde bitte wieder aus meinem Leben! So wie letztes Mal.«

»Das kann ich leider nicht«, sagte sie, »obschon ich nichts lieber täte als das. Aber wie ich schon sagte: Wir brauchen deine Dienste.«

»Die Antwort ist Nein.«

»Du weißt doch noch gar nicht, wozu wir dich brauchen.«

»Nein, aber ich weiß, wer mich braucht, und deshalb ist die Antwort: Nein!«

Sie schnaubte. Nun hatte er es tatsächlich geschafft und sie wütend gemacht. Ihre Augen verengten sich und nahmen diesen stechenden Blick an.

›Gut!‹

Sie drehte sich auf dem Absatz um, sodass ihre braune Lockenpracht durch die Luft wirbelte, und wollte hinausstürmen, aber ihr Begleiter hielt sie auf.

»Wir brauchen ihn«, flüsterte er ihr laut genug zu, dass Winter ihn verstehen konnte. »Reiß dich zusammen!«

Sie nickte bemüht ruhig und drehte sich wieder zu Winter um.

»Das war ein schlechter Start, lass mich dir erst mal meinen neuen Partner vorstellen: Christian Brunner.«

Brunner streckte Winter seine Hand hin, doch dieser ignorierte sowohl die Hand als auch deren Besitzer und starrte stattdessen Sabine zornig an.

»Dein neuer Partner also, hm?«

Winter ließ sich in seinen Sessel plumpsen. Nach einem Moment griff er zur Flasche auf dem Tisch, öffnete den Western Gold und genehmigte sich einen tiefen Schluck. Brunner sah hilflos zu seiner Partnerin hin, was Winter mit einem triumphierenden Lächeln registrierte. Zumindest ein kleines bisschen Macht war ihm geblieben. Hier in seinem Büro war er der Chef.

»Du könntest dir wenigstens anhören, weshalb wir hergekommen sind, ehe du Nein sagst«, versuchte sie es noch einmal. Es klang beinahe bettelnd.

›Das ist vermutlich alles, was ich bekommen werde‹, dachte Winter. Er starrte vor sich hin, nickte dann aber gnädig – und genehmigte sich einen weiteren Schluck. Dann zündete er die erloschene Zigarette wieder an, was sie mit einem missbilligenden Blick quittierte, wie er befriedigend zur Kenntnis nahm.

»Zwei rituell anmutende Morde«, sagte Brunner, »innerhalb von zwei Wochen. Beide nach demselben Schema ausgeführt.«

Winter ignorierte Brunner weiterhin und sah nur Sabine fragend an. Sie seufzte.

»Siehst du denn keine Nachrichten? Liest du keine Zeitung?«

»Nur den Sport. Ich weiß, wie Werder gestern gespielt hat. Zählt das?«

Sie seufzte erneut und schüttelte den Kopf. Winter fragte sich, ob sie schon resignierte oder ihre Wut herunterschluckte.

»Die Leichen, die wir fanden, befanden sich in einem … seltsamen Zustand.«

»Wie seltsam?«

»Nun … irgendwie ausgetrocknet.«

»Ausgetrocknet?«

Sie nickte. Winter war einen Moment irritiert, verfiel dann aber wieder in seine Starre. Doch bevor Sabine etwas sagen konnte, lächelte er triumphierend und sah sie herausfordernd an, wie ein Boxer vor dem Kampf.

»Vampire! Das war leicht«, grinste er höhnisch.

Sabine verdrehte die Augen und wollte etwas erwidern, doch er kam ihr zuvor.

»Wir haben es mit Vampiren zu tun. Warum sagst du das nicht gleich? Und da hast du dir gedacht: ›Vampire – lass uns Winter holen, der legt doch regelmäßig Tarotkarten, pendelt gerne und schaut sich solche Filme an, der kennt sich sicher mit Vampiren aus!‹ Bravo! Weißt du, was der Haken an der ganzen Geschichte ist? Vampire existieren nicht! Nicht einmal bei mir oder in meinem früheren Universum!«

»Du verstehst nicht, so habe ich das nicht gemeint. Die Opfer wurden nicht ausgesaugt oder so. Man hat sie aufgeschnitten und sie jeglicher Körpersäfte beraubt.«

Einen Moment lang war es still in dem Büro.

»Man hat sie ihrer Körpersäfte beraubt?«, echote Winter langsam.

»Ist das zu schwierig zu verstehen für unseren Whiskey-Kenner?«, fuhr Sabine auf. »Dann lass es mich für dich vereinfachen: Sie wurden entsaftet.«

»Nun ja, es sieht zumindest so aus«, ergänzte Brunner. Winter ignorierte ihn.

»Wie muss ich mir das vorstellen? Von welchen Körpersäften sprechen wir hier?«

Sie zuckte mit den Schultern.

»Was weiß ich! Der Rechtsmediziner meinte, sie wären blutleer gewesen und nicht nur das…«

Sie zögerte.

»Ja?«

»Selbst die Blase und die Gallenblase seien aufgeschnitten und entleert worden.«

»Pff…« Winter nahm einen weiteren Zug der beinahe heruntergebrannten Zigarette. »Und wozu braucht ihr dabei mich? Das hört sich nach irgendeinem verrückten Möchtegernchirurgen an.«

»Die Hinterbliebenen der beiden Opfer haben allesamt wenige Tage nach dem Hinscheiden ihrer Angehörigen Selbstmord begangen«, sagte Brunner beim erneuten Versuch, von Winter beachtet zu werden. Diesmal hatte er Erfolg. Wenngleich Winter ihn nicht ansah, erzielte er diesmal zumindest eine Reaktion bei ihm.

»Selbstmord? Und? – Ihr hättet sie halt psychologisch betreuen sollen. Sogar euch hätte das in den Sinn kommen können.«

»Das ist noch nicht alles«, sagte sie. »Der Grund, warum wir zu dir kommen, ist ein anderer: Vor ihrem Selbstmord haben beide angegeben, ihnen seien ihre Partner in der Nacht erschienen … als Geister.«

Für einen Moment war Winter sprachlos und starrte sie bloß an.

»Wir brauchen dich«, sagte sie. Sie trat näher an ihn heran und blickte ihm fest in die Augen. Ihr Duft stieg ihm angenehm in die Nase. Vanille. Das hatte sie schon früher aufgetragen.

»Wir brauchen jemanden, der sich mit Übersinnlichem und Kriminalarbeit auskennt. Wenn man da eins und eins zusammenzählt, landet man automatisch bei dir.«

»Das … freut mich ungemein. Aber das hättet ihr euch überlegen sollen, ehe ihr mich zum Teufel gejagt habt.«

»Du weißt genau, dass uns nichts anderes übrig geblieben ist – nach dem, was vorgefallen ist.«

»War das Heinrichs Idee? Mich zu engagieren?«

»Nein. Es war meine Idee, aber Heinrich hat sie gutgeheißen.«

Sie kam noch näher heran. Seine Blicke wanderten von ihren Augen zu ihren sinnlichen Lippen, zu ihrem Hals und … Winter blinzelte, drehte sich weg, nahm einen weiteren Zug seiner Zigarette und blies dann den Rauch demonstrativ in ihre Richtung.

»Zum Teufel noch mal!«

Sie schien langsam die Geduld zu verlieren.

›Auch gut.‹

»An dieser abgefuckten Türe steht Richard Winter, Privatdetektiv. Bist du nun Privatdetektiv oder nicht? So wie du aussiehst, könntest du einen Auftrag gebrauchen, Richard!«

»Nein, ich fühle mich sehr wohl ohne Auftrag.«

Winter genehmigte sich einen weiteren Schluck Whiskey. Langsam entfaltete dieser seine angenehme Wirkung. Er fühlte eine Wärme in seinem Magen und seine Sinne waren leicht benebelt. Aber das war ihm egal. Sie sah unter diesen Umständen noch besser aus. Doch trotz seiner getrübten Sinnesorgane konnte er erkennen, dass sie sich zusammenreißen musste, um ihm nicht eine zu scheuern. Vielleicht hatte er sie bald soweit und dann könnte er sie wegen einer Körperverletzung im Amt anzeigen. ›Strafgesetzbuch Paragraf 340.‹ Winter grinste.

»Wir könnten jemanden wie dich bei den Ermittlungen brauchen. Um ehrlich zu sein, wir kommen im Moment nicht weiter.«

»Nein.«

»Sturer Bock!«

Winter drückte den Rest seiner Kippe aus, legte sie behutsam oben auf den Berg der Zigarettenstummel, der sich im Aschenbecher gebildet hatte, und angelte sich sein Zigarettenpäckchen. Doch zu seiner Enttäuschung war es leer.

»Hast du eine Zigarette?«

»Fahr zur Hölle, Richard!«

Sie drehte sich auf dem Absatz um und verließ das Zimmer.

Sydney wollte ihr folgen, doch Winter pfiff sie zurück.

»Haben Sie vielleicht eine Zigarette?«, wandte sich Winter an Brunner.

»Überlegen Sie es sich bitte! Wir kommen nächste Woche noch einmal vorbei.«

»Den Gang könnt ihr euch sparen.« Brunner folgte Sabine. Winter blieb allein mit Sydney und seinem Whiskey zurück.

›Ich werd’ den Teufel tun und es mir überlegen!‹

Er nahm einen weiteren Schluck Western Gold und runzelte die Stirn. Es war seine letzte Flasche und in seinem Portemonnaie herrschte seit voriger Woche, als er die letzte Ladung Alkohol und Zigaretten gekauft hatte, dieselbe Leere, die bald auch von dieser Flasche Besitz ergreifen würde.

Winter seufzte.

›Nein, lieber verzichte ich auf all meine Laster, als je wieder mit ihr zusammenzuarbeiten!‹

(zum nächsten Teil)Copyright © 2016 by Thomas Vaucher, mit freundlicher Genehmigung des Riverfield Verlags

 

Die Akte Harlekin (Gebunden)
von Vaucher, Thomas

Verlag: Riverfield Verlag
Medium:  Buch
Seiten:  351
Format:  Gebunden
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  September 2016
Maße:  216 x 139 mm
Gewicht:  531 g
ISBN-10:  3952464007
ISBN-13:  9783952464007

Die Akte Harlekin

Beschreibung
Ein Serienkiller, der seine Opfer sämtlicher Körperflüssigkeiten beraubt, versetzt die Bevölkerung in der Hansestadt Bremen in Angst und Schrecken. Die Angehörigen der Ermordeten begehen wenige Tage nach den Verbrechen Selbstmord, nachdem sie angegeben haben, ihnen seien die Getöteten als Geister erschienen. Die Polizei tappt im Dunkeln und engagiert den ehemaligen Kommissar und Experten für Okkultes, Richard Winter, als externen Ermittler für den Fall. Im Laufe seiner Nachforschungen macht Winter eine grauenvolle Entdeckung, die ihn jedoch bald selbst ins Visier des Killers geraten lässt …

Kommissar Winters erster Fall.

20.08.2016

Die Akte Harlekin ist da!

Ich bin sehr froh, verkünden zu können, dass mein erster Thriller-Roman bereits vor der Zeit eingetroffen ist. Ursprünglich für September angekündigt, ist „Die Akte Harlekin“ bereits jetzt erhältlich! Bestellbar in allen Internet-Buchhandlungen oder natürlich auch in meinem Shop (auch als signiertes Exemplar erhältlich). Alle Infos zum Roman findet Ihr hier. ACHTUNG! Ein kostenloses Reziexemplar (Die Besprechung muss aber auf sfbasar.de oder buchrezicenter.de erscheinen!) bitte anfordern mit Anschrift per e-mail an: info@sfbasar.de

Der Autor

Autor
Thomas Vaucher (35) arbeitet als Autor und Lehrer. Er ist zudem als Schauspieler und Musiker tätig. Vaucher hat schon mehrere historische Romane geschrieben, die im renommierten Schweizer Stämpfli Verlag veröffentlicht wurden. »Die Akte Harlekin« ist sein erster Thriller und spielt, da dem Autor die schöne Hansestadt sehr am Herzen liegt, in Bremen. Vaucher ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Freiburg (CH).

Titel erhältlich bei Amazon.de
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oder natürlich auch in meinem Shop (auch als signiertes Exemplar erhältlich). Alle Infos zum Roman findet Ihr hier.

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