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DER WELTENBAUM – DIE SUCHE – eine HighFantasy-Geschichte von Simone Wilhelmy

DER WELTENBAUM
– DIE SUCHE –

eine HighFantasy-Geschichte
von
Simone Wilhelmy

Die Legende erzählt von einer Ruine in den Ebenen des Himmelgebirges. Vor sehr langer Zeit sei es ein heiliger Ort gewesen. Ein Ort der Zusammenkunft und Weisheit. Hier lagerten Schriftrollen, zusammengetragen aus allen Himmelsrichtungen von Gelehrten aller Rassen, um die Weisheit zu bewahren gegen die Dunkelheit. Die zerstörten Überreste der Halle des Wissens werde von Geistern und Schatten bewacht, so heißt es in den wenigen Hinweisen auf Coperto – der versteckte Ort. Eine einzelne Rose stehe in der Mitte. Ihre Ranken haben die Ruine vollkommen überwuchert und die Dornen verweigern Unwissenden den Eintritt in die Halle. Nur nach einer Prüfung des Geistes stehe es den Suchenden frei einzutreten. Nur Wenige brachen auf diesen Ort zu finden. Niemand ist je zurück gekehrt, um zu berichten, was im Inneren sei. Alte Geschichten erzählen vom Weltenbaum, dessen Wurzeln im Strom des Lebens selbst wurzeln und dessen Äste den Himmel tragen. Die Rose von Coperto sei ein Teil dieses Baumes und ermögliche Wissenden an andere Orte zu reisen, um dort zu lernen. Niemand erinnert sich, wie man den Durchgang öffnen kann.


Sie hatten den dunklen Magier unterschätzt. Sicher, der Zauber, mit dem er den Brunnen vergiftete, war stark und überraschend komplex. Doch wer rechnet schon damit, dass ein Mensch, der in der Lage ist, den Boden unter ihren Füßen zum Beben zu bringen, sich mit einem winzigen Brunnen in einer dünn besiedelten Region zu Frieden gibt. Der Magier, mit dem sie es zu tun haben, hätte gegen eine Armee antreten können. Aber sie sind nur zu viert.

Andesit versucht seinen Zwergenkörper mit verbissener Wut aufrecht zu halten, während Frek laut über den Dreck auf seiner Magierrobe lamentiert.

Andesit“ Trotz der fast menschlichen Größe ist deutlich die elfische Herkunft der Frau zu erkennen. Sie winkt dem Zwerg und ruft: „Andesit, hilf Fabales. Er schafft es nicht allein die Erdmagie zu bannen.“

Wellenartige Erdbeben erschüttern immer wieder das Land und werfen die Abenteurer zu Boden.

Bei den Ahnen!“ murmelt der Zwerg leise und verschwindet dann im Gehölz, welches die kleine Lichtung umgibt.

Die Elfe hilft dem Menschen wieder auf. „Frek, wir sollen den Brunnen suchen. Fabales vermutet, die Vergiftung des Wassers stärkt seine Kräfte. Fühlst du dich dem Bann gewachsen?

Der erboste Blick des Gildenmagiers lässt die kleine Elfe schmunzelnd.

Ist schon gut Frek, verzeih mir die Frage.

Hast du die Schatulle mit dem Trank, den ich vorbereitet habe, Shania?“

Es ist eine unausgesprochene Tradition ihrer kleinen Gruppe, dass Frek nichts bei sich trägt, was bei einem Fall zerbrechen könnte.

Sicher… Beeilen wir uns.“

Shania verzieht angewidert das Gesicht. Hier am Fuße des Brunnens stinkt es nach Tod und Verderben.
Die Vorbereitung für den Bann waren langwierig. Nächtelang hatte Frek über seine Bücher gehockt, den Schlaf aus den Augen reibend, und die Struktur des Zaubers wieder und wieder nach einer Schwachstelle geprüft.
Während er sich auf das reinigende Ritual vorbereitet, entfernte Shania die toten Tiere und Pflanzen.

Frek blinzelt zwischen halb geschlossenen Augenlider. „Bist du sicher, dass du da runter willst?“

Hab ich eine andere Wahl, mein lieber Frek?“ Die Elfe stellt eine kleine Kiste auf den Boden zwischen ihnen und holt den Trank hervor. Der Magier schüttelt besorgt den Kopf, doch da klettert sie schon, flink wie ein Eichhörnchen, am Seil hinab in das Wasser. Frek wird den Bann sprechen, Andesit und Fabales sind damit beschäftigt den Magier aufzuhalten. Nur sie kann es tun.

Es ist ein widerliches Gefühl in das verdorbene Wasser zu steigen. Sie mag nicht daran denken, was die Berührung mit dem Gift für Auswirkungen haben könnte.

Binde dich am Seil fest, Shania.“ hört sie Frek rufen.
Fast hätte sie es vergessen. Umgeben von den Dämpfen und der Magie fällt es ihr schwer zu denken. Sie nickt dankbar und knotet sich den Strick für den Eimer um die Hüften. Dann taucht sie unter, schnell, sonst würde sie sich nicht überwinden können. Das Wasser färbt ihre kurzen, weißen Haare dunkelrot. Wie Frek vorausgesagt hatte, Blutmagie. Nur mit Hilfe ihrer elfischen Sinne findet sie den verfluchten Schädel, der die Quelle vergiftet. Die frevelhafte Magie nagt an ihr, nimmt ihr jeglichen Mut. Mit letzter Kraft taucht sie wieder aus dem Wasser auf. Doch sie ist der Dunkelheit, die in dem Fluch steckt nicht gewachsen. Als sie ohnmächtig wird, übermannt sie der Alptraum.

Frek muss nun schnell handeln. In der Sprache der alten Weisen murmelt er den Bann und gießt den Trank in das Wasser. Seine Hände zittern, als er die komplizierten Muster des Zauber zu durchbrechen versucht. Das leise Wimmern aus dem Brunnenschacht lässt ihn all seine Macht zusammennehmen. Sorgfältig sucht er den Punkt, an dem der Fluch am ehestens nachgibt und stemmt seinen Geist dagegen, bis er spürt, wie die Natur unvermittelt aufatmet. Dann flüstert er die Worte, die ihn Magie sehen lassen. Wo der Zauber Schäden im Gefüge der Natur verursacht hat, sieht er die Risse und Brüche in der ursprünglichen Beschaffenheit, aber der Fluch ist gebannt. Erleichterung durchflutet Frek, für einen Moment hatte er geglaubt, er wäre nicht stark genug.
Über den Brunnenrand gebeugt ruft er nach seiner Freundin.

Shania?“

Wie eine weiße Blüte treibt sie auf dem Wasser des Brunnens.
Er benötigt all seine Kräfte, sie aus dem Brunnen zu ziehen. Schwer atmend nimmt den Totenkopf an sich und wirft ihn gegen die Brunnenmauer, wo er spröde und klirrend wie Kristall an den Steinen zersplittert.

Einen kleinen Augenblick ruhen sich beide noch aus, doch Frek weiß, dass sie darfür nicht viel Zeit haben, denn irgendwo hinter den Bäumen kämpfen ihre Freunde mit dem Magier.

Als hätte Shania seinen Gedanken gehört, reißt sie die Augen auf und flüstert erschrocken den Namen ihres Gefährten. „Fabales…

Sie und der hochgewachsene, stille Elf haben eine ganz besondere Beziehung zueinander. Sie waren zusammen aufgewachsen und Shania hatte ihn schon früh zu ihrem Gefährten bestimmt, denn sie wusste schon immer sehr genau, was sie wollte. Eine für Elfen untypische Neugierde trieb die junge Elfin aus der friedvollen Stille ihres Dorfes zu den Menschen und Fabales ging mit ihr, obwohl er nie verstanden hatte, was sie in dem hektischen Treiben der Menschen zu finden glaubte.
Aber sie liebten einander, das allein war ihm wichtig.
Die vielen Jahre inniger Nähe verwob ihre Seelen, sodass sie den Anderen in sich spüren und manchmal sogar hören können.

Frek nickt. Er hat die Erschütterung der Macht gespürt. Sie haben den Magier wütend gemacht. Wenn sie ihren Freunden helfen wollten, müssen sie sich beeilen.

*

Fabales spannt seinen Bogen. Diesen Magier kann er nicht durch einen einfachen Pfeil töten, egal wie zielsicher er trifft. Aber vielleicht lenkt ihn ein Pfeilhagel genug ab, bis Andesit es zu ihm schafft. Der Zwerg ist der Erdmagie einfach stärker verbunden als er. Mit lebendigen Pflanzen und Tieren können seine Sinne eine Verbindung eingehen, aber Steine und Felsen…
Fabales versteht nicht, wie man Magie erschaffen kann, ohne den Austausch von Empfindungen.

Fabalas schießt

Mit einem Keuchen rammt Andesit sein Schwert in den Boden.

Gut dich zu sehen, Freund.“ begrüßt der Elf den Zwerg.

Bis sie einander vertrauten, waren Jahre vergangen, doch nun verband die beiden unterschiedlichen Wesen eine tiefe Freundschaft.
Fabales  nimmt es dem Zwerg nicht krumm, dass dieser nicht antwortet, ihm ist bewusst, dass sein Freund schon dabei ist, den Erdbebenzauber des Magiers zu stören oder ihn so weit zu schwächen, dass die anderen beiden den Fluch brechen können.

Auf einer aufgeworfenen Erdscholle steht er, von einer dunkelgrünen Kutte fast vollständig verhüllt. Aus dem Schatten der Kapuze blicken fiebrige Augen hinunter zu Fabales und Andesit, als wären sie lästige Insekten, die es zu zerquetschen gilt.

Der Zwerg steht unbeweglich, ganz und gar erstarrt, den Blick fest auf den Magier gerichtet, die Hände am Schwert. Nur die Schweißtropfen auf seiner Stirn beweisen, wie viel Kraft ihm abverlangt wird. Aber unmerklich werden die Erdbeben weniger.
Nun richtet auch der Magier seinen Blick auf den Zwerg. Langsam hebt er die Hände. Fabales ist sich sicher, dass sie hier keinen Gildenmagier vor sich haben. Der Blick… etwas Fauliges, Unnatürliches geht von dem Magier aus, doch es fällt dem Elfen schwer es zu benennen. Er kann den Ekel nicht überwinden, um seine Sinne völlig auf den Gegner auszurichten.

Die Beben werden nun wieder stärker. Auch wenn man dem Magier ansieht, dass es ihn viel Kraft kostet die Hände zu heben, als würde er gegen ein starkes Gewicht drücken, schafft er es den Boden weiter aufzubrechen, ja förmlich Wellen in ihn zu schlagen.

Bitte …“ flüstert Fabales. „Shania, beeil dich.“
Die Übelkeit, die Shania verspürt, als sie in den Brunnen steigt, ist so stark, dass es auch ihm die Kehle zu schnürt und ein Schauer über seinen Rücken läuft.

Auf einmal stöhnt Andesit auf und er wankt.
Fabales weiß, alles ist verloren, wenn der Zwerg fällt. Wenn es nötig wird, kann er seinen Freund mit  Hilfe der Elfenmagie unterstützen, doch dieser hasst diese lebendige Art von Magie, da sie tagelanges Unwohlsein bei ihm verursacht und, wie er es nennt, Hummeln im Hintern. Andesit verweigert jegliche Heilmagie von seinen Freunden. Er muss schon bewusstlos sein, sonst würde er sich mit Händen und Füßen dagegen wehren.

Fabales kennt Andesits Einstellung zu seiner Magie gut, dennoch bleibt ihm nun keine Wahl. Er legt beide Hände auf die Schultern seines Freundes und stärkt ihn mit allen Kräften, die ihm noch zur Verfügung stehen.

Schlagartig fühlt sich Fabales krank. Etwas stachlig Schmerzvolles lässt seinen Hals wie Feuer brennen und einen Moment später bricht er in Panik aus. Shania, er kann sie nicht mehr fühlen.

Kurz darauf scheint die Natur um ihn herum zu explodiert, als hätten die Bäume und Sträucher befreit ausgeatmet, nachdem sie für lange Zeit den Atem anhalten mussten und der Gestank des Fluches wird vom Wind davon getrieben. Die Erleichterung der Natur ist so stark, dass selbst Andesit es spüren kann.

Gedankenverloren betrachtet Fabales die Umgebung, noch immer kann er seine Gefährtin nicht hören. Abgelenkt von seiner Sorge, bemerkt er den Feuerball nicht, der auf ihn und seinen Freund zu rast, aber Andesit schafft es gerade noch ihn zu Boden zu reißen.

Was ist los mit dir?

Wie ein Stein klammert sich die Angst um das Herz des Elfen. Eine winzige Erschütterung würde es in winzige Splitter zerspringen lassen. Das kann, das darf nicht wahr sein. Fabales schüttelt den Kopf, als verhindert das Verneinen, dass es wahr wird, dass seine Gefährtin, seine Geliebte, dass sie…

Dann endlich kann er wieder ihren Herzschlag hören, der im Gleichklang mit seinem schlägt.

FABALES, du verharzter Kalkschädel, komm zu dir.“

Andesit ist kurz davor dem geistesabwesenden Elfen ins Gesicht zu schlagen. Nachdem ihm wegen der Elfenmagie ganz hummelig ist, scheint das eine sehr gute Idee, doch der Elf hebt abwehrend die Hände und sieht sich dann suchend nach dem Magier um. „Wo ist er hin?“

Verschwunden, wollte ihm nach, als du… beschlossen hast, dich grillen zu lassen.“ knurrt der Zwerg als Antwort. Er zieht sein Schwert aus dem Boden und wendet sich, schon viel versöhnlicher, wieder dem Elfen zu.
Schon gut, alter Freund.“ Er klopft dem Großen auf den Arm, Verständnis in den Augen, als dieser sich bedanken will.
Shania?“
Nach all den Jahren weiß er um enge Verbindung der beiden Elfen und bewundert sie.

Es geht ihr gut.“ antwortet Fabales froh und sieht auch in den Augen seinen Freundes die Erleichterung. „Überzeug dich selbst.“

Lächelnd dreht er sich um und öffnet seine Arme, um Shania darin aufzufangen, die sich ihm entgegen wirft. Verwundert stellt er fest, dass ihr Herzschlag flattert. Wahrscheinlich eine Nachwirkung des Fluches, versucht er sich zu beruhigen.

Der Magier?“ stört Frek ihn in seinen Gedanken.

Sein Freund hat Recht. Noch ist keine Zeit, seine Wunden zu lecken.

Von dem Erdhügel aus, wo vorher noch der Magier gestanden hatte, können sie auf ein kleines Tal hinunter sehen und den Flüchtenden. Die Auswirkungen der Erdbeben erschwerendas Vorankommen. Überall sind tiefe Risse im Erdboden. Umgestürzte Bäume behindern ihn zusätzlich.

Er kommt nicht weit.“ brummt Andesit.

Das braucht er auch nicht. Seht ihr, dort hinten?“ Frek zeigt auf etwas.

Am Waldrand, am Ende des Tals, können sie eine eigenwillige Behausung erkennen. Die Wurzeln eines Baumes haben unter dem Zwang von Magie eine Höhlung geschaffen, gerade groß genug, um als Hütte zu dienen.

Dort hat er bestimmt seine Notizen über den Fluch und einen Transportzauber.

Angewidert starrt Fabales zur Hütte. In seinen Augen funkelt es wild auf. Überrascht sieht Shania zu ihm hinüber und beobachtet besorgt, wie ihr Geliebter zu seinem Bogen greift. Es ist ein unmöglicher Schuss, selbst für einen meisterhaften Bogenschützen. Fabales spannt den Bogen, sein Atem geht mit der Sehne, konzentriert folgt er mit der Pfeilspitze dem Magier, zielt, dann lässt er los und der Pfeil saust davon.

Gleichzeitig wird die kleine Elfe ganz blass und bricht unbemerkt neben ihren Freunden zusammen, da alle staunend dem ungeheuerlichen Schuss mit den Augen folgen.

Erst ein unangenehmes Trommeln in seinen Ohren bringt Fabales dazu sich umzusehen. Er braucht einen Augenblick bis ihm klar wird, dass es der Herzschlag seiner Geliebten. Das Gesicht von Shania verzerrt sich in Schmerzen, das Klopfen ihres Herzens wird lauter und schneller, doch nur er kann es hören. Sie schreit nicht, obwohl ihr Mund weit aufgerissen ist. Und als Fabales nach ihr greifen will, fahren seine Hände durch sie hindurch.

Dann verschwindet die von ihm so geliebte Elfe vor seinen Augen.

Nein, nein… wo willst du hin, Liebste?“ flüstert er tonlos.

Weder Frek noch Andesit bemerken, was vor sich geht. Als Shanias Herzschlag verstummt, bricht auch der Elf zusammen. Er kann einfach die plötzliche Leere in seiner Seele nicht ertragen.

Er ist tot.“ sagt Andesit, den Blick starr auf das Tal gerichtet, wo der Magier am Boden liegt, Fabales Pfeil im Rücken.

*

Es ist dunkel.
Selbst die sensiblen Augen des Elfen können nichts erkennen und im ersten Moment denkt Fabales, er wäre tot. Erleichterung prickelt in seinen Fingerspitzen. Wenn er wahrhaftig tot ist, müsste er diesen Schmerz nicht weiter ertragen.

Doch die Schatten flüstern leise Shanias Namen, nur um ihn zu quälen.

Aber wenn er nicht tot ist, wo ist er dann? Jedenfalls nicht mehr auf dem Hügel bei seinen Freunden und diese Umgebung fühlt sich wirklich an wie ein Grab, kalt und leblos.

Ein Rascheln lässt ihn zusammenzucken. Es scheint, dass er hier nicht allein in diesem Nichts ist. Langsam schälen sich Schatten aus der Dunkelheit, als von irgendwo eine Sonne auf geht. Verwirrt sieht sich Fabales um. Das Licht kommt aus langen gläsernen Ästen an der Decke. Das ist keine Sonne. Umgeben von Fels und Stein, erkennt Fabalas, dass er sich in einem geschlossenen Raum befindet, ohne Fenster und ohne eine Tür. Die Enge der Umgebung, droht Fabales zu ersticken, denn ihm scheint, dass die glatten Wände langsam auf ihn zukommen.

Man gewöhnt sich nie an das Gefühl lebendig begraben zu sein.“ flüstert jemand leise und kommt auf ihn zu.

Etwas in dieser Stimme lässt einen Teil seiner Seele erklingen und mildert mit einem sanften Streicheln über sein Herz den Schmerz in seiner Brust. Unwillkürlich lächelt der Elf.
Sehr aufmunternd… Lebst du hier?“ fragt er ohne Scheu.

Die Frau macht einen Schritt in das Licht. Und obwohl er sie niemals zuvor gesehen hat, kommt sie ihm bekannt vor. Dabei ist ihr Aussehen fremdartig. Ihre Haut ist zartgrün, wie Ranken schwingen sich stengelartige Lianen von ihrem Kopf und ihre Augen, rosa, wie die Wolken eines neugeborenen Tages.

Ja.“ Die seltsame Grüne nickt, dabei wippen die haarartigen Ranken und schlängeln sich um ihre Hüften. „Und wer bist du?“ neugierig berührt sie das schmale Gesicht des Elfen. Ihre Finger kühlen seine erhitzte Haut.

Träume ich?“ fragt er sie.

Nein.“ antwortet sie ohne nachzudenken. „Ich glaube aber, ich erträume dich.“ Die Konturen ihres Gesichtes sind noch schmaler, als die des Elfen. Es ist ein seltsamer Anblick, wie sie den Kopf wiegt, als wäre sie ein Blatt im Wind. Aber hier in dieser Gruft gibt es kein Lüftchen, keine frische Brise.

Ich bin hier so allein. Und ich hab dich vermisst.“ Als sie ihn anlächelt, verschwindet die Wut und die Trauer aus seinem Herzen und das Gefühl in tausend Teile zerbrochen zu sein, für einen Augenblick jedenfalls. Heiter lacht er sie an.
Wie kannst du mich vermisst haben? Du kennst mich doch nicht. Ich weiß  nicht einmal deinen Namen.“

Nenn mich Vallaria. Es wäre schön, wenn mich jemand so nennen würde.“ Sie lächelt und lehnt sich sanft an ihn. Vorsichtig schließen sich seine kräftigen Arme um sie.

Das alles ist furchtbar verwirrend, aber die Fremde, die sich gar nicht so fremd anfühlt, benimmt sich, als wäre es nichts besonderes. Wenn dies hier ein Traum ist, warum träumt er dann nicht von Shania?

Und wie ruft man dich? Was gefällt dir nicht an deinem Namen, dass du dir einen anderen wünscht?

Plötzlich sieht Vallaria besorgt aus. „Pssst!“ Ängstlich drückt sie sich an den Elfen. „Ich habe Angst, dass du für immer verschwindest, wenn ich wach werde. Versprichst du mir, dass du wiederkommst?

Fabales hat keine Ahnung, wovon Vallaria redet, aber die Wände des kerkerartigen Zimmers verblassen und aus der eindringenden Helligkeit fließt eine gleichgültige Stimme:
Guten Morgen Gamma, dein Training beginnt in wenigen Minuten, bitte mach dich bereit.“

*

Frek beugt sich aufgeregt über den kleinen Tisch in der Hütte des Magiers. Die meisten Unterlagen sind in einer ihm unbekannten Sprache verfasst, doch einige erkennt er als Abhandlungen über Zauber, inbesondere Flüche. Eine Karte enthält Notizen und ein kleiner Kreis zeigt den Standort des Brunnens, in dem Shania den Kristallschädel gefunden hat.

Karte der grünen Weltenblüte

Das ist… unglaublich. Seht ihr das?“
Er wedelt mit  einem Schriftstück vor Andesits und Fabales Nase.

Lass das, Frek!“ brummt der Zwerg und wirft einen besorgten Blick auf den Elfen.

Seit Fabales aus seiner Ohnmacht erwacht ist, hat er noch kein Wort gesprochen. Seine beiden Freunde löcherten ihn mit Fragen, dann versuchten sie ihm Mut zuzusprechen. Shanias Verschwinden wäre ein Zauber des Magiers. Furchtbar, aber zweifellos werden sie die Elfin finden. Er müsse nur Geduld haben.

Fabales reagierte auf nichts. Stumm sah er über die beiden hinweg in den Himmel, das Gesicht ausdruckslos. So haben sie den Elfen noch nie erlebt.

Es ist nur merkwürdig.“ sagt Frek nun und bemüht sich deutlich sich zu beruhigen. Er schaut Fabales an und senkt dann betroffen den Blick. Für einen winzigen Moment zucken seine Mundwinkel, noch einmal betrachtet er den Elfen, deutlich Angst in den Augen, bevor er dann Andesit das Schreiben hinhält.

Sieh, dies ist das Siegel der Akademie. Der Magier versuchte etwas über Coperto zu erfahren.

Ja?“ erwidert Andesit, der nicht begreift, was so Besonderes daran sein soll, wenn ein Magier einen Brief an eine Magierakademie schreibt.

Frek rollt mit den Augen. „Ersten: Dieser Mann war kein Gildenmagier, deshalb wurde seine Anfrage ja auch abgelehnt. Zweitens: Coperto, der verschollene Ort … du kennst die Legende?“

Der Zwerg schüttelt den Kopf. „Steckt nicht jeder seine Nase ständig in ein Buch.“

Mit der Übung von vielen Jahren übergeht Frek die Bemerkung mit einem schnellen Grinsen.

Der verschollene Ort. Ich erinnere mich auch nur wage, das war irgendwann während des Studiums. Es ging um eine Rose und einen Baum und Reisen zwischen den Welten. Welten … Weltenbaum.“

Frek reißt die Augen auf. „Portalzauber, das war während der Studien über Portalzauber. Möglicherweise ist Shania …“

Der Elf zuckt zusammen, als er den Namen seiner Geliebten hört und schließt die Augen, als kann er die Welt um sich herum damit ausblenden.

Andesit macht einen Schritt auf Frek zu und greift ihn hart am Handgelenk.
Leise Mensch. Erzähl keinen Unsinn, du siehst doch, wie sehr er leidet.“

Auch wenn in der Hütte kaum Platz für die drei ist, zerrt er den Magier etwas von ihrem Freund weg. Leise brummt er. „Also was meinst du mit Sh…“
Adesit räuspert sich. „Was hat das mit ihr zu tun? Und mach es kurz.“

Der Magier nickt. „Wir müssen in die Akademie. Ich kann mich nicht genau erinnern, aber wenn es wirklich um Portalzauberei geht dann… dann…“

Frek neigt sich zu Andesit hinunter, um ihm ins Ohr zu flüstern. „… ist Shania vielleicht nicht tot.“

Der Zwerg knirscht vor Überraschung mit den Zähnen.
Es war nichts mehr da. Verstehst du? Sie ist völlig verschwunden.“ raunt Frek.

Eine plötzliche Bewegung aus den Augenwinkeln lässt ihn zusammenzucken und dabei wirft er eine der kleinen Fläschchen um, die auf dem Tisch stehen.

Ich Tolpatsch!“ flucht er.

Wie schön, dass du es endlich einsiehst. Shania hat lange genug versucht, dir das klar zu machen.“

Fabales versucht sich an einem Lächeln. „Was kuckt ihr so, es wird Zeit aufzubrechen. Wir müssen zur Akademie.“

Die überraschten Blicke seiner beiden Freunde lassen ihn leise seufzen. „Also bitte.“ Er zeigt auf seine spitzen Ohren. „Elfenohren?“

*

Es ist eine hektische Reise in die Stadt der Gildenmagier. Fabales bemerkt in seiner Eile nicht, dass Andesit große Wegstrecken im Laufen zurücklegen muss, doch dieser beschwert sich nie. Frek dagegen macht zwischen keuchenden Atemzügen immer wieder seinem Unmut Luft.
Doch keiner von den beiden bittet Fabales um weniger Hast. Sie wissen, was Fabales treibt. Irgendwo wartet Shania auf ihre Hilfe. Dieser Gedanke spornt sie an.

Lagerfeuer

Fabales und Andesit brauchen keine Ruhe. Beide können notfalls mehrere Tage durchhalten. Doch geschwächt von dem Fluch und der gesprochenen Magie, fallen Frek bald die Augen zu. Als es zu dunkel für die müden, menschlichen Augen wird und Frek immer öfter stolpert, schlagen sie, trotz der Ungeduld Fabales, ein schnelles Lager auf.
Frek schläft fast sofort ein. Sonst hatte er Shania immer noch leise seine Gedichte oder aus einem der Bücher vorgelesen, die er überall mit sich herum schleppt. Doch heute Nacht ist er zu müde, um ihren Fehlen nachzusinnen.

Während der Magier vor sich hin schnarcht, sitzen der Elf und sein zwergischer Freund am Feuer und starren in die Flammen. Die Ruhe macht deutlich, wie sehr die Elfin fehlt. Shania hatte die ungleichen Charaktere zusammen gehalten. Sie konnte zwar nicht besonders gut kochen, aber sie tat es mit Enthusiasmus und Überzeugung und beim gemeinsame Mahl sprachen sie zusammen über alles mögliche. Es machte sie im Laufe der Jahre zu einer Familie. Shania machte sie zu einer Familie.
Als das Knacken der Scheite so laut wird, dass die Stille dazwischen kaum noch zu ertragen ist, bricht Andesit das Schweigen.
„Willst du es mir erzählen?“

Sein sorgenvolles Gesicht wird von hektischen Schatten verdeckt.

Für einen Moment denkt Fabales darüber nach, ihm von seinen Bedenken zu erzählen oder von dem Traum. Was soll er auch sagen. Er kann sich selbst kaum die vielen widersprüchlichen Gefühle eingestehen, die Angst und Verzweiflung, die Einsamkeit und die Sehnsucht nach einem Traum. Er trauert um Shania, aber immer wieder bemerkt er, wie seine Gedanken bei diesem grünen Wesen sind, bei Vallaria. Dann sieht er Shania vor sich, die ihn mit ihren fuschsiafarben Augen bekümmert ansieht. Ihre Augen haben fast die selbe Farbe, wie die von Vallaria, doch um so viel intensiver.

Der Rauch des Feuers schmeckt bitter nach Zweifel und Schuld. Mit einem leisen Stöhnen stürmt er in die Dunkelheit des Waldes und lässt seinen Freund ohne eine Antwort zurück.

Von nun an verschwindet Fabales jede Nacht auf dem Weg zur Akademie im Wald, als würde er dem Schlaf aus dem Weg gehen wollen.

*

Fabales erkennt die düstere Umgebung sofort wieder. Suchend blickt er sich um.

„Fabales, endlich, ich dachte, ich würde es nicht schaffen.“, erleichtert wirft sich die fremdartige Frau in seine Arme und haucht dann ihm schüchtern einen Kuss auf die Wange.

„Das du was nicht schaffen würdest?“

Die Freude Vallaria wiederzusehen ist überraschend, doch bevor sich Fabales darüber Gedanken machen kann, erklärt sie:
„In unserer Welt gibt es die Legende vom Weltenbaum.“

Der Elf starrt Val an. Obwohl es in seinen Gedanken drunter und drüber geht, zeigt sich auf seinem Gesicht keine Regung.

„Es heißt, in jeder Welt gibt es eine Planze, die als Portal in andere Welten führt. Unserer Wissenschaftler wollten in der Lage sein, das Portal dieser Welt zu kontrollieren und sie wollten gleichzeitig in der Lage sein, die Wesen anderer Welten manipulieren.“

Vallaria schweigt einen Moment und sieht Fabales in das fragende Gesicht. In seinen Augen flackert nur mühsam unterdrückte Aufregung.
Sie ist sich nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, ihm davon zu erzählen, aber er ist der Einzige, der einem Freund am nächsten kommt.

Stockend und unsicher fährt sie fort, ohne ihn aus den Augen zu lassen.
„Es ist immer eine Pflanze, ein Abbild des Baumes selbst. Verstehst du?“
Natürlich versteht er nicht, wie soll er auch. „… In dieser Welt… bin ich das Portal.“

Fabales schweigt noch immer. In seinem Kopf rasen die Gedanken von einer Information zur anderen. Es ist wirklich sein Baum. Und Vallaria ist ein Portal? Kann sie ihn zu Shania bringen? Wie war das überhaupt möglich? Und … wenn Vallaria eine Pflanze ist, möglicherweise durch Magie erschaffen, dann würde das seine Verbundenheit mit ihr erklären.

Es ist schwer für Vallaria die Stille zu ertragen, denn noch immer hat der Elf nichts gesagt. Um seinem Blick auszuweichen, der sie zu durchbohren scheint, redet sie weiter.
„Sie wollen mich benutzen, damit ich ihnen den Weg in andere Welten ermögliche, damit sie dort die Macht ergreifen können. Die Macht des Baumes wird immer stärker in mir, deshalb kann ich dich in unseren Träumen zu mir holen.“

„Wer Sie?“, bricht Fabales plötzlich sein Schweigen. Wenn sie hier gefangen gehalten wird, würde das diesen Ort erklären. Es ist ein Gefängnis, ihr Gefängnis. Freiwillig kann eine Pflanze nicht an so einem düsteren Ort sein wollen.

„Die Wissenschaftler, die mich erschaffen haben. Aber ich will es nicht tun. Ich will mit dir gehen.“ Vallaria ist sich bewusst, dass die Anziehungkraft, die dieser Fremde auf sie ausübt, wahrscheinlich einzig aus ihrer Einsamkeit entsteht und es keinen Grund gibt, auf Erwiderung zu hoffen.
Sieh sieht Fabales in die Augen, auf der Suche nach einem kleinen Hinweis, dann wendet sie sich plötzlich müde ab.

Es berührt den Elfen, sie so traurig zu sehen und instinktiv tritt er an sie heran, um sie zu umarmen.
„Warum gehst du dann nicht? Du bist das Tor, wer sollte dich aufhalten?“ flüstert er ihr zu.
Und vielleicht kann sie ihm ja auch helfen Shania zu finden.

Der unerwartete Gedanken an seine Geliebte trifft ihn wie ein Schlag und reißt ihn aus dem Traum.

Wie ein Echo hört er beim Erwachen die Stimme Vallarias nach ihm rufen: „Bitte lass mich nicht allein!“

*

Als am nächsten Morgen die Sonne aufgeht, steht Frek auf der Terrasse der Akademie und starrt gedankenverloren auf die hoch aufragenden Berge des Himmelsgebirges.

Er bemerkt den Älteren erst, als dieser eine Hand auf seine Schulter legt. „Guten Morgen Frederick.
Ich habe mit dem Dekan gesprochen und wenn du möchtest, kannst du noch heute deine Magisterprüfung ablegen.“

Lächelnd dreht sich der Magier zu seinem ehemaligen Lehrer um.
Guten Morgen.“, erwidert er und verstummt dann unsicher.

Du sagtest doch, das du deshalb gekommen bist?„, fragt der Ältere, verwundert über das Zögern des Magiers. „Du warst länger unterwegs, als die meisten von uns, du wirst den Schülern viel beibringen können.“
Der Magister klopft Frek anerkennend auf die Schulter, der noch immer schweigt.

Mit einem Räuspern betritt Andesit die Terrasse. „Frek?“

Mit einem weiteren Schulterklopfen lässt der Magister die beiden allein, auch er hatte den harten Ton in der Stimme des Zwergen gehört.

Was hast du vor?“
Der Zwerg verzieht kaum eine Miene, doch unter den steinernen Gesichtszügen versteckt er seine Empörung und die Enttäuschung nur schlecht für jemanden, der ihn so gut kennte, wie Frek.
Magisterprüfung? Und was ist mit Shania?“

Frek seufzt, beschähmt dreht sich sich weg, doch es ist Wut, die zu hören ist, als er nun endlich doch beginnt zu sprechen. Leise, verhaltende Wut, die Art, die tief aus sich selbst hervor steigt und nach Schuld schmeckt.
Was Fabales vor hat, ist Wahnsinn. Allein die Reise nach Coperto ist gefährlich genug, abgesehen von den Schatten und der Prüfung. Was passiert wenn wir durch das Tor gehen? Wer sagt, dass wir jemals einen Weg zurück finden? Und wir wissen noch nicht mal, ob Shania dort sein wird oder überhaupt noch am Leben ist. Willst du wirklich das Risiko eingehen?
Die ersten Worte waren noch leise, doch um so mehr er endlich aussspricht, was schon so lange ungesagt geblieben war, um so lauter wird er. Es ist nicht sein Fehler, dass er als Einziger sieht, wie unvernünftig ihr Unterfangen ist.
Und da war das Leben, dass er führen würde, nun da er endlich Magister werden darf.

Fabales braucht uns jetzt. Du darfst ihn nicht im Stich lassen.“, murmelt Andesit. Auch er hatte den Elfen gesehen und seine Unruhe gespürt. Fabales entglitt ihm mehr und mehr, doch gerade deshalb, musste sie jetzt zu ihm halten.
„Wir schulden ihm weit mehr als das.“

Und dann war doch noch die irrige und winzige Hoffnung, dass Shania da draussen war und auf ihre Retter hoffte. Shania…
Ich weiß…“ erwidert Frek.

*

Erschöpft lehnt Frek an den steilen Wänden des Passes. Fabales hatte ihnen kaum Pausen gegönnt. Seit Tagen irren sie in den Schluchten des Gebirges herum.

Der Weltenbaum existiert. Verbissen beharrt Fabales darauf, dass sein Traum der Beweis dafür ist, dass Shania nicht tot ist. Sicher gehörte der dunkle Magier zu denen, die Vallaria erschaffen und versklavt hatten. Bei dem Gedanken an Vallarias unsicheren Schicksal verspürt er einen Stich. Doch er muss sich jetzt erst um Shania kümmern.

Frek?“ der Elf sieht fragend zu seinem Freund.

Schon seit einer Weile versucht dieser die magischen Strukturen eines Portales zu finden. Die Energie, die nötig ist zwischen den Welten einen Durchgang zu öffnen, ist schließlich immens. Mit Hilfe eines Zaubers müsste er diese wie hell ein Leuchtfeuer sehen.

Frek schüttelt den Kopf, auch Fabales kann nichts erspüren.

Wartet mal …“ Andesit betrachtet die Oberfläche der Steinwände. Aus den Ablagerungen konnte er lesen, wie Frek aus einem Buch. Eine Weile studiert der Zwerg schweigend die Maserung der Felsenwände und stellt damit die Geduld seiner Begleiter hart auf die Probe. Gereizt und gleichzeitig erwartungsvoll starrt auch der Elf auf die Wände. Doch er kann nichts erkennen. Sie sehen genau so aus, wie gestern und vorgestern.

Der schweigsame Zwerg nickt. Magische Erschütterungen, wie das Öffnen von Pforten, brechen die feinen Linien der Sedimente. Die Unterschiede sind so fein, wie die immer dünner werdene Haare von Frek und es benötigt das richtige Gespür, um diese Irritationen von denen eines Erdrutsches, Erdbeben oder einfach der Erosion durch Zeit, zu unterscheiden.
Als sie diesen Spuren zu ihrem Mittelpunkt folgen, liegt plötzlich Coperto vor ihnen.

Der versteckte Ort liegt wie ein schlafenes Raubtier am Fuße einer Felswand, die bis den Himmel ragt und einen düsteren Schatten über die Ebene wirft. Nur die unvollständigen Mauern der Halle des Wissens stehen noch. Einzelne Säulen zeigen, dass hier früher ein prachtvolles Anwesen gewesen sein muss. Dichte Büsche versperren den Eingang zur Halle und verbergen den inneren Hof vor den Blicken der Gefährten. Alles ist grün überwuchert und still. Doch Coperto schläft nicht, es lauert.

Wie die Schatten unruhiger Wolken flitzen dunkle Flecke über die grünen Wiesen, welche die Ruine umgeben. Frek betrachtet die Schatten mit Hilfe der Magie genauer und runzelt verunsichert die Stirn.
Merkwürdig, ich kann keine Quelle finden. Irgendetwas muss diese Schatten doch verursachen.

Ich fürchte mich nicht vor Schatten.“, murmelt der Zwerg und will näher heran gehen.

Warte noch einen Moment!“ Fabales hält seinen Freund an der Schulter.

Es scheint … , „
Der Magier versucht noch immer genauere Infomationen zu erhalten.  „… sie wurden den Lebenden entrissen und magisch mit einer Art eigenständige Präsenz versehen. Leben in weiteren Sinne, da ihre Existenz nun weit über den rein physikalischen Effekt eines Schattens hinaus geht. Dies bedeutet jedoch, dass sie den Verbrauch der energetischen Magie wieder ausgleichen müssen und auf der Suche nach passenden Quellen sind.“

Warum sagt er nicht einfach, dass sie hungrig sind?„, mault der Zwerg leise Fabales zu, der nur mit den Schultern zuckt.
Und wie kämpft man gegen Schatten?“ Andesit verschränkt missmutig die Arme. „Mit einer Kerze vielleicht?

„Ja!“
Überrascht dreht sich Frek zu ihm um, „Licht, Andesit, du bist brillant. Hast du diese Aurora Rune noch? Zusammen mit Fabales Leuchtzauber und meinem Lumes Illuminiae schaffen wir es an den Schatten vorbei.

Der Elf sieht skeptisch zum Zwerg hinüber. Hoffentlich wusste Frek wovon er da sprach.
Es ist gar nicht so einfach die verschiedenen Arten der Magie miteinander zu verbinden, doch nachdem sie alle drei Lichtzauber vereint sind, umgibt die Gefährten eine blendende Kugel, vor der die Schatten tatsächlich schreiend zurückweichen.

Der Eingang der Ruine ist mit Dornenranken versperrt. Sie sind so dicht, dass kein Durchkommen möglich ist. Andesit versucht mit kräftigen Hieben eine Breche zu schlagen, doch überall, wo sein Schwert die Dornen zerteilt, wachsen sie um so kräftiger wieder nach.

Die Dornen verweigern den Eintritt.“ zitiert Frek aus der Legende. „Das muss die Prüfung sein.“

Hinter den Ranken verborgen, entdeckt Fabeles, der ein paar Schritte zur Seite gemacht hatte, ein Schild. Vorsichtig legt er es frei und liest: „Nenne uns den Namen des Weltenbaums.“

Während Frek ganz aufgeregt verschiedene Theorien zum Namen äußert, beobachtet Andesit die Schatten. Einer musste diese unheimlichen Dinger im Augen behalten und seine Freunde konnte sowieso viel besser mit Natur umgehen
In keinem der Pergamente wurde jemals ein Name erwähnt.“ schimpft der Magier.

Doch auch Fabales scheint ihm nicht zuzuhören, sacht streicht er über die Dornen.
Vallaria …“

Der geflüsterte Name zeigt sofort Wirkung. Wie Schlangen ziehen sich die Ranken zurück und geben den Eingang frei. Ohne auf die erstaunten Ausrufe seiner Freunde zu hören, geht der Elf in die Halle des Wissens. Überhaupt scheint er sich kaum noch iher Anwesenheit bewusst zu sein.

In der Mitte des weiten Hofes steht die Rose.
Zwei ineinander verschlungene Rosenstöcke formen ein Tor, wie eine Spindel, auf der oberen Spitze thront die Blüte. Es ist wunderschön.

Frek hat den Elfen eingeholt.
Das Mädchen aus deinen Träumen? Wie? Was hat sie … „
Ohne den Blick von der Rose zu wenden, erwidert Fabales: „Ich hätte auch Maiglöckchen sagen können.“
Endlich dreht er lächelnd zu dem Magier um, “ …oder Rose. Jedes Tor ist Teil des Baumes und es ist immer eine Pflanze.“

Die dunkle Samtblüte verströmt einen schweren muffigen Geruch. Um so lnager man sich in ihrer Nähe aufhält, um sie schwerer fällt das Atmen. Besorgt betrachtet Fabales nun die schwarzen Flecken auf der Blüte.
Sie ist krank.“

Auch Andesit ist näher gekommen. „Gehen wir?“ Er hält seine Hand durch den gespaltenen Rosenstock, die darin verschwindet. „Es ist offen.“ Für den Zwerg gibt es keinen Grund noch weiter das Unvermeidliche aufzuschieben. Entschlossen drängt er sich durch die Öffnung.
Auch für Fabales gibt es kein Zögern. Er geht direkt hinter dem Zwerg durch das Tor.

Während Frek sich noch einmal zum Eingang umdreht, denkt er drüber nach, dass dies die letzte Möglichkeit der Umkehr ist. Für ihn ist es sicher, dass sie nie wieder zurück in ihre eigene Welt können, das wusste er einfach. Für einen Moment gibt er dem Gedanken nach und versucht heraus zu finden, warum er sich so sicher sicher. Es gibt kein Grund. Vielleicht ist es einfach nur Angst, vor dem Unbekannten, vor einem Kampf der vielleicht seine Kräfte übersteigt.

Langsam geht er zum Tor. Davon abgesehen, dass er allein niemals an den Schatten vorbei käme, war unvorstellbar für ihn seine Freunde so im Stich zu lassen, egal wie gern er jetzt in der Sicherheit der Akademie war.

*

Träume ich?“
Vielleicht bringt das Tor von Coperto die Menschen in Vallarias Gefängnis, das würde erklären, warum Fabales jetzt die beunruhigenden steinernen Wände und die Lichtäste sieht. Erschrocken sieht sich der Elf um und sucht nach seinen Gefährten
Frek? Andesit?“

Du träumst nicht.“
Vallarias Stimme dringt von allen Seiten sanft auf ihn ein.
Ich habe in der letzten Zeit immer wieder versucht dich zu rufen, doch ich konnte dich nicht erreichen. Du hattest recht. Sie konnten mich nicht aufhalten.“

Die Wände das Raumes drehen sich plötzlich ganz schnell. Das beklemmende Gefühl verstärkt die Orientierungslosigkeit des Elfen noch.
Als das Drehen aufhört, steht die grünhäutige Frau vor ihm. Zärtlich greift sie nach seinen Händen.

Ich habe heraus gefunden, wer beauftragt hat mich zu erschaffen. Aber wir haben jetzt nicht so viel Zeit.“
Gehetzt blickt sie über ihre Schulter als würde sie ihre Verfolger dort jederzeit auftauchen, doch Fabales kann nur einen langen dunklen Tunnel sehen.

Die Welt, in die du reisen wolltest, ist besetzt. Sie ist…
Sie schüttelt den Kopf, „… dunkel und voller Schatten, die auf der anderen Seite des Portals lauern. Sie wissen, dass ihr kommt und warten auf euch.“

Schweiß tritt auf Vallarias blassgrüne Stirn und sie muss sich bei Fabales festhalten, damit sie nicht hinfällt.

Was ist mit dir?“ besorgt hält der Elf sie fest in den Armen.

Ich bin nur etwas erschöpft. Es ist das erste Mal, dass ich ausser mir auch andere Personen durch ein Portal führe. Und dann gleich 3 gleichzeitig. Das ist anstrengender als erwartet.“

Fabales runzelt verwirrt die Stirn, doch er hatte sich angewöhnt einfach abzuwarten. Und nachdem Vallaria noch einen Moment Kraft geschöpft hat, erklärt sie weiter.

Als ich spürte, dass du das Tor betreten hast, wollte ich aus Neugierde wissen, wohin es dich führt. Als ich erkannte in welche Welt, euer Portal führt, wusste ich, dass es zu gefährlich ist, euch einfach weiter reisen zu lassen. Auf der anderen Seite, liegt die Welt der Schatten. Und ich weiß, dass das Tor auf ihrer Seite scharf bewacht wird. Ich konnte dich nicht einfach in die Falle laufen lassen. Ich wusste nicht, ob ich euch alle gleichzeitig durch den Portalfluss steuern kann, aber…

… Ich kann nicht bleiben. Hyphen …“

Vallarias Gesicht verzerrt sich vor Anstrengung. Die langen, weißlichen Ranken an ihrem Kopf bewegen sich, als stände Vallaria mitten in einem Sturm.

„… wir müssen weiter …“

Plötzlich wird alles schwarz.

*

Tut mir leid, es ist etwas holprig geworden.“ Eine Frau lächelt den dreien schüchtern zu.

Vallaria.“ Fabales reißt erstaunt den Mund auf. Damit hat er nicht gerechnet.

Vallaria greift nach Fabales Hand. „Ich habe den Portalfluss für euch verändert.“ Fabales kuckt erschrocken, doch Vallaria hebt beschwichtigend die Hände. „Es ist noch immer die Welt in die euer Tor geführt hätte, doch das Portal wird bewacht.“

Der Magier“ wirft Frek ein und Vallaria nickt. „Und Andere.“

Sie führt sie zu einigen Häusern. „Ich hab für euch eine Abzweigung genommen.“

Frek starrt ganz fasziniert auf Vallaria. „Bist du der Weltenbaum? Das ist aufregend. Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich einige magische ähm Versuche...“

Ein strafender Blick des Elfen bringt den Magier zum Schweigen, doch Vallaria lacht nur.

Wir werden sehen, ob sich dafür Zeit findet.“

Eine schemenhafte Bewegung hinter den blinden Fenstern der halb zerfallenen Häusern, erregt Fabales Aufmerksamkeit. Das Echos eines Herzschlages lässt ihn sich unruhig umsehen. Sie war hier, muss hier sein. Der Herzschlag klingt nach einer Erinnerung.

Dies hier ist das Versteck der Flüchtlinge. Am Tor wartet eine Armee der Schatten. Der Herrscher dieser Welt nimmt jeden gefangen, der versucht hierher zu kommen.“ Vallaria zeigt auf ein leeres Haus. Von innen sieht es völlig unbewohnt aus. Nichts deutet darauf hin, dass sich hier Flüchtlinge verbergen. Obwohl es keine direkte Lichtquelle gibt, ist eine Zimmerecke besonders dunkel. Langsam lösen sich einzelne Flecken aus dem Schatten. Es sieht fast so aus, als flüchte die Dunkelheit vor ihnen.

Fabales hat ein merkwürdiges Gefühl. Ohne den Blick von den seltsamen Schatten zu wenden, erklärt er Vallaria, warum sie hier sind. „Wir sind auf der Suche nach…“ Eine schemenhafte Gestalt schwebt aus der Ecke des Zimmer auf sie zu und Fabales schluchzt leise auf. Der Anblick reißt ihm den Boden unter den Füßen. „Shania.“

Die junge Elfin ist kaum zu erkennen. Sie ist durchscheinend und das Licht in ihren Augen ist verschwunden.

Oh Shania, Liebes.“ Fabales kann das Leid sehen, dass Shania empfindet. Sie ist tot. Gestorben am Gift das Fluches und nun ist ihr Geistschatten hier gebunden. Das hatte der Magier mit seinem Fluch bezweckt. Er hatte für den Herrscher dieser Welt Sklaven gesammelt und nun ist Shanias Geist einer von ihnen.

Frek, du musst ihr helfen, du musst sie befreien, tu doch etwas.“

Fabales hatte nach dem Menschen gegriffen und sieht ihn flehend an. Er kann einfach nicht ertragen, wie sehr Shania leidet. Sie ist stumm, doch die lichtlosen Augen blicken verzweifelt von einem ihrer Freunde zu dem anderen.

Doch Frek schüttelt hilflos den Kopf. „Ich weiß nicht, was ich tun kann. Sie ist durch einen Zauber gefesselt. Doch der Magier ist tot. Ich weiß nicht, was sie noch hier hält.“

Frek greift nach Shanias Hand. Sie hat nicht genügend Substanz, sodass er seine Hand hindurch gleitet. Leise flüstert er. „Es tut mir leid.“

Lange blickt Fabales in die Augen seiner Geliebte. Es ist ein Schweigen ungesagten Worte. Niemand traut sich diese Stille zu durchbrechen, bis Fabales die Hand sachte an die konturlose Wange seiner Liebsten hebt. „Ich verspreche, deinen Tot zu rächen und denjenigen finden, der Leid über so viele Wesen gebracht hat. Du kannst jetzt loslassen.“

Das Lächeln auf dem Gesicht der Elfe ist fast wie früher. Erleichtert öffnet sie den Mund um ihr letztes Lied zu singen, dass nur Fabales hören kann. Und der Weltenbaum.

Shanias Lied

Ich danke dir. Du hast mir das Licht wieder gegeben. Nun bin ich frei.

Mein Lied endet hier, doch dein Weg führt dich weiter.
Vallaria ist ein Teil des Baumes. Sie ist das Tor zu allen Welten. Und du bist der Schlüssel.
Nun ruft mich das Licht der Träumenden.

Leb wohl mein Liebster.

Ich möchte auch dich freigeben, denn ich kann sehen, wie sehr dich der Abschied quält. Doch so ist die Natur, wie Ebbe und Flut, kommt und geht das Leben. Nur das ewige Chaos des Seins und die Ordnung des Nichts ist unveränderbar.

-Ende-

Copyright © 2010 by Simone Wilhelmy

Bildrechte: Magie – Verwandlungs-, Hexerei- & Zaubergeschichten” (Magie neuer Hrsg und heller.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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Er ist das Zentrum der Welt. Seine Äste stützen das Himmelsgewölbe, tragen die Heimat der Götter und Lichtelfen. Seine Wurzeln umarmen das Reich des Todes und behüten die Geschöpfe der Nacht. Sein Stamm durchzieht die Welt der Menschen, Riesen und Zwerge, nährt sie und gibt ihnen Lebenskraft. Er ist nicht einfach nur ein Baum. Er ist der Weltenbaum.

Autoren/Geschichten:
Die silberne Rose – Johannes Harstick
Schabernack – Kira Licht
Orúthirs Pfad – Tilmann Wederich
Der Herr der Verzweiflung – Wassilios Dimtsos
Das Herz des Jägers – Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser
Die Wurzel allen Übels – Mark Stefan Tänzer
Mimirs Haupt – Bettina Ferbus
Das Elixier des Lebens – Christiane Gref
Ein Tropfen Weisheit – Ruth M. Fuchs
Marimba – Marlies Aurig
Schwalbensommer – Miriam Kraft
Heldengarten – Nathalie Gnann
Der mieseste Job der Welt – Thomas Matterne
Von toten und lebenden Helden – Mark Stefan Tänzer
Unaussprechliche Freuden – Karl Plepelits
Des Himmels Chronisten – Moira Frank
Dunkle Asche – Heike Pauckner
Das Wintermädchen – Franziska Kopka
Wiedergänger – Astrid Rauner

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19 phantastische Geschichten in einer Anthologie des Fantasy-Forums.
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Updated: 3. März 2015 — 23:19

16 Comments

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  1. Felis Breitendorf

    Wenn der Beitrag in den Wettbewerb soll, musst du aber noch das Häckchen setzen unter „Nominierungen (sfb)“. Oder war das garnicht gewünscht?

  2. Simone Wilhelmy

    ich weiß noch nicht, die Tage kommt noch die dritte Geschichte aus der Weltenbaum-Saga und dann werd ich mal sehen. Ich glaube „Die Suche“ ist nicht so gut gelungen.

  3. Brauche hierfür noch eine Buchempfehlung des Autors!

  4. Simone Wilhelmy

    *g* ich weiß
    😛
    aber du weißt auch, dass mir das nicht so leicht fällt. Muss noch nachdenken.

  5. Hi Detlef,

    sorry, ist heute schön mittwoch? boah was rast die Zeit.
    Ich bin froh, dass du dich nicht für „Die neue Raumzeit-Dimension des Menschen“ Entschieden hast, denn… wie zum Geier bist du da drauf gekommen?
    „Geschichten unter dem Weltenbaum“ ist viel besser, danke dir.

  6. So, liebe Community, diese Geschichte von Simone war noch niemals in einem unserer Wettbewerb. Deshalb würden ich und auch die Autorin gerne mal Eure Meinung dazu hören! 😀

  7. Das Abstimmungsergebnis im laufenden Wettbewerb wäre doch eine Meinung.

    Was bedeutet der Begriff „HighFantasy“? Tolkin-FanFiction? Oder so etwas wie „HardCore“ in Science Fiction?

  8. @ Martin

    “HighFantasy” = (auch epische Fantasy genannt) ist eine Unterkategorie des Fantasy-Genres. Sie steht im Gegensatz zur Low Fantasy. Der Begriff wurde erstmals 1971 von Lloyd Alexander verwendet. Die High Fantasy spielt in der Regel in einer eigenständigen Welt, deren kulturelle und gesellschaftliche Gestaltung manchmal einem idealisierten europäischen Mittelalter gleicht. Diese Welt wird detailliert mit einer eigenen Flora, Fauna, Geschichte, Religionen und teilweise sogar mit eigenen Sprachen inklusive deren Geschichte ausgestattet.

  9. Hallo Simone,

    mich würde interessieren, wie du die Karte erstellt hast. Mit mymap.de oder mit einem anderen Programm? Gar gezeichnet/eingescant?

    mgg
    galaxykarl 😉

  10. Detlef,
    vielen Dank für die Definition, auch wenn Du mit Low-Fantasy die nächste Frage aufgeworfen hast.

    Simone,
    das Erstellen der Karten interessiert mich auch.

    * * *
    Habe gerade versucht, die Geschichte zu lesen. Ich kam nicht rein. Vielleicht, weil ich direkt ins Geschehen rein geworfen werde, ohne zu wissen, wo ich bin, was mir nicht zusagt. Vielleicht liegt es an einigen „regieartigen Hinweisen“, die mich zu sehr einen Film bzw. ein Drehbuch denken lassen (wobei ich noch nie ein Drehbuch gesehen habe). Vielleicht bin ich nach der Wochenendtour auch einfach nur zu müde, um mich auf etwas Neues einzulassen. High-Fantasy habe ich nie gelesen. Tolkien weiß ich gerade mal zu buchstabieren. An der Autorin wird es nicht liegen, denn von S.W. habe ich Texte gelesen, die mich berührt haben. Kann es sein, dass mir Vorwissen fehlt? Dass die Geschichte zwar abgeschlossen ist, aber in dem Buch zwischen anderen Geschichten „hängt“?
    Herzlichen Gruß
    Martin

  11. Ich hatte keinerlei Probleme in die Geschichte reinzukommen. Ich finde sie sehr gut und sie ist mein Favorit bei diesem Storywettbewerb.

  12. Christa Kuczinski

    Wow, die Geschichte ist toll geschrieben, ich schließe mich Corinna an, definitiv ein favorit bei diesem Wettbewerb.* 😉

    ich selbst klinke mich leider dieses Mal aus. Ich habe in Sachen Schreiben einfach zu viel um die Ohren. Meine Stimme gebe ich natürlich gerne ab*

  13. Es gibt da einen Teil, der auf einer Raumstation spielt. Mit der Geschichte hatte Simone hier auch einen Platz belegt – völlig zu recht.
    Aber das hier? Ich hatte große Erwartungen in die Story, aber irgendwie habe ich nicht richtig kapiert, was vor sich geht, welche Motivationen wen antreiben, wer wer ist. Echt schade, und ständig tauchen neue wundersame Erklärungen wie aus dem nichts auf.

    Vielleicht bin ich auch einer der wenigen, die z.B. den Unterschied zwischen magischer Energie und energetischer Magie nicht kapieren.

    Echt, und ich war so auf eine Fortsetzung von oben erwähnter Story gespannt.

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