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DER GEFANGENE – aus: “Brannon mac Ruith – Dämon der Spiegelkrieger” von Cameo Flush

Erstellt von Cameo Flush am Sonntag 29. Juli 2012

DER GEFANGENE

aus: “Brannon mac Ruith – Dämon der Spiegelkrieger”

von Cameo Flush

Kapitel  1

A. D. 194, Dezember

Es war dunkel und jegliches Gefühl für Zeit war Cumail längst verloren gegangen. Zu Beginn seiner Gefangenschaft hatte er noch versucht, die Tage mittels in die Wand geritzter Striche zu zählen. Aber seine Kerkermeister nahmen ihm alles weg, was dazu dienlich sein konnte, kaum das sie Cumails Markierungen entdeckten. Auch die Abstände, in denen man ihm Wasser und Dinge brachte, die er essen sollte, zu Beginn seines Aufenthaltes aber nicht hinuntergebrachte, halfen ihm nicht, die verstrichene Zeit zu messen. Mit perfidem Vergnügen kamen seine Wächter zu den unterschiedlichsten Zeiten und warfen ihm das Essen vor die Füße. Mittlerweile aß er auch das, was er auf Ynys Môn niemals über die Lippen gebracht hätte. Trotzdem litt er ständig Hunger. Lediglich den Krug mit Wasser stellten sie ab. Widerwillig wie ihm schien und mehr als einmal stieß einer der Wächter ganz zufällig dagegen und er musste zu dem Krug eilen, um wenigstens den Rest zu retten, der sich noch darin befand.

Cumail verfluchte sich, dass er so dumm gewesen war zu glauben, er könne aus dem Sohn der Königin einen anständigen Picten machen. Er wenig tröstete ihn der Gedanke, dass er nicht der einzige Druide war, der sich etwas vorgemacht hatte. Jahrelang ignorierte er mit bewundernswerter Geduld die ständigen Obszönitäten, die ihm sein Schüler an den Kopf warf. Auf Beleidigungen antwortete er mit Wissen, höhnisches Gelächter erwiderte er mit leiser, betonter Stimme und bösartiges Grinsen vergalt er mit freundlichen Worten. In all den Stunden seiner Lehrtätigkeit war er immer zu der Einsicht gelangt, dass sein Schüler jedes seiner Worte aufsog wie trockener Boden die lang ersehnten Regentropfen. Das Gesicht seines Schülers mochte bei aller äußerlichen Schönheit noch so abstoßend verzerrt gewesen sein, die Augen jedoch ließen eine unendliche Neugier und permanente Wachsamkeit erkennen, die ihn erfreute und erschreckte zugleich.

In Diskussionen mit Yan mac Ruith und Púca wurde lange darüber debattiert, wo sie die Grenze ziehen sollten zwischen dem Wissen, dass sie Brannon mac Ruith, ihrem Schutzbefohlenen, angedeihen lassen wollten und dem Wissen, dass er nie erfahren durfte. In vielen Details waren sie sich uneins gewesen und stets hatte am Ende Yan mac Ruith, der Vaterbruder Brannons, entschieden. Doch in einem Punkt waren sich alle Druiden einig gewesen:

Brannon mac Ruith durfte niemals erfahren, dass sein Vater ein Druide war und seine Mutter die Königin aller Cruithin ist.

Und kein einziges Wort über die Tafel.

Niemand von ihnen ahnte damals, dass er dieses Wissen längst besaß.

 *

Cumail wusste nicht, ob es Tag oder Nacht war, als man ihn wieder einmal aus dem Schlaf riss, mit harten Griffen auf die Beine half und ihm die Augen verband. Sie kamen immer zu dritt und er fühlte sich durch diese Zahl tatsächlich geschmeichelt. Zeigte es ihm doch, dass sie es immer noch für nötig befanden, einem alten Druiden wenigstens drei ausgewachsene Krieger gegenüberzustellen. Natürlich war er längst so abgemagert und entkräftet, dass auch ein einziger Krieger vollauf genügt hätte, um ihn zu bändigen.

Er lachte bei diesem Gedanken auf und dachte an die Zeiten zurück, als die zehnfache Menge an Kriegern nicht ausgereicht hätte, um ihn und seine Kräfte auszuschalten. Doch die miserable Ernährung, die ständige Kälte, der Hunger und nicht zuletzt die Folterungen machten aus ihm ein wandelndes Skelett. Der unregelmäßige Schlaf, ständig unterbrochen und die fast permanente Dunkelheit zehrten an seinen inneren Kräften und verweigerten ihm jedweden Zugriff auf druidisches Wissen und die dafür zwingend notwendige Konzentration. Er fühlte sich wie ein leerer Eimer, der sich daran erinnerte, wie es einmal war, mit frischem Wasser bis an den Rand gefüllt zu sein. Im Grunde sehnte er sich längst nach dem Tod und eine Ahnung in ihm wurde von Tag zu Tag stärker, dass es ein Gnadenakt wäre, würde er einfach an Entkräftung sterben und zu Boden stürzen. Doch genauso ahnte er, dass ihm diese Gnade vorenthalten bleiben würde.

Wie sehr habe ich versagt?, dachte er und nahm den Schlag des Wärters hin, der sein Auflachen missverstand.

„Halt´s Maul, alter Sack!“

Er kannte längst den Weg zu der Kammer, in der ihn Brannon verhören würde. Oder auch Alain, dessen Sklave. Mit Schock und allergrößter Bitterkeit hatte Cumail reagiert, als er in einer der Stimmen seiner Bewacher die des Sohnes von Fionnghal mac Carnonacae, des Fürsten des Bärenclans, erkannte. Er fragte sich ununterbrochen, wie es Brannon geschafft hatte, aus diesem Bär von einem Mann einen gehorsamen Schoßhund zu machen. Es erschreckte ihn, dass ein Mann, nein, im Grunde ein Kind – ohne jegliche druidische Ausbildung – sich eines ausgewachsenen Pictenkriegers bemächtigen konnte.

Seine Gedanken wurden von der Erkenntnis unterbrochen, dass sie nicht den üblichen Weg nahmen. Anstelle zwei Mal links, dann geradeaus und anschließend rechts abzubiegen, waren sie nur einmal links, dann geradeaus und wieder links gelaufen. Er erhielt er mit einem erneuten unerwarteten Richtungswechsel die Bestätigung, dass sie tatsächlich nicht in den üblichen Verhörraum liefen, als ihm klar wurde, was das bedeuten konnte.

Heute werde ich sterben.

Ein Teil von ihm erschrak und auch die Furcht vor Schmerzen schwappte an die Oberfläche seines Bewusstseins, sodass er strauchelte und ihn die Gänsehaut aufsteigen ließ. Ein anderer Teil begrüßte sein kommendes Ende mit Erleichterung.

„Reiß dich zusammen!“, fuhr ihn einer der Männer an und schlug ihm die Faust in den Rücken. Er torkelte blind durch den Gang und musste sich mit den Händen an den rauen Wänden abfangen. Schon einmal hatte er versäumt, sich vor den nur sehr grob behauenen Steinen der Gänge zu schützen und sich das Gesicht daran aufgerissen. Die Wunde hatte lange geblutet, blieb natürlich unbehandelt und war sogar jetzt noch nicht richtig verheilt.

Wahrscheinlich bleibt mir nicht mehr die Zeit, dass sie sich wieder erholt, dachte er und wurde von einem anderen Mann am Genick gepackt und nach vorn gestoßen.

„Bleib dort stehen!“

Er befolgte den Befehl und hörte mit einem dumpfen Schlag eine offensichtlich massive Tür hinter sich zufallen. Die Schritte seiner Eskorte entfernten sich und Cumail stand ein wenig zittrig in einem kalten Raum. Zumindest vermutete er, dass es ein Raum war, denn die Geräusche seiner Bewegungen wurden von nahe stehenden Wänden zurückgeworfen. Er hatte schon immer ein ausgezeichnetes Gehör besessen.

Ein kleine Zelle.. 

Als einige Zeit nichts geschah, wagte er es, eine Hand an die Binde zu heben, die man ihm über die Augen gebunden hatte. Fast zögerlich berührte er den dreckigen Stoff.

„Nur zu, Cumail“, drang die Stimme Brannon mac Ruiths plötzlich auf. Cumail hasste diesen süßlichen Ton.

Glaubt er, mich damit einlullen zu können?, dachte er und schob die Binde von den Augen. Doch es blieb dunkel. Er ließ die Binde einfach fallen und hob den Kopf. Konnte es sein, dass die Stimme seines obersten Wärters ein wenig von oberhalb gekommen war? Cumail hob den Kopf etwas höher und drehte ihn nach links und rechts.

„Streng dich nicht an, alter Mann, ich bin hier“, kam es im gleichen Tonfall von rechts über ihm.

Cumail blinzelte in diese Richtung und konnte immer noch nichts sehen.

Mein Augenlicht ist trotz meines Alters noch sehr gut und bei den bisherigen Folterungen hat man fast peinlich darauf geachtet, dass meine Augen unversehrt blieben.

Nicht das Cumail sich über dieses Vorgehen beschwert hätte. Aber es war ihm klar, dass Brannon eine entsprechende Anweisung ausgesprochen und er die Verschonung der Augen aus einem ganz bestimmten Grund befohlen hatte.

Er will mir etwas zeigen oder mich mit dem Anblick von etwas gänzlich Schrecklichem besonders quälen. Nur mit was?

Plötzlich wurde eine Kerze entzündet und ihre kleine Flamme erschien ihm wie ein glühendes Eisen, das in seine Augen stach. Sofort schloss er die Lider und erinnerte sich nur zu gut echter Eisen, die man ihm mehrfach in die Haut gedrückt hatte. Es erstaunte ihn noch jetzt, dass er diese Marter mit grässlichen Schreien und Herzrasen überstanden hatte und nicht zusammengebrochen oder einfach gestorben war.

Die Kunst des Foltermeisters ist es, den Delinquenten so lange am Leben zu lassen, wie es ihm befohlen wurde. Oder bis man jede Information aus ihm herausgepresst hatte, die man haben wollte.

„Soll ich die Kerze wieder löschen Cumail?“, kam es von oben und der Angesprochene empfand die gespielte Besorgnis genauso abstoßend wie diese ekelhafte Süße in Brannons Stimme. Er erwiderte nichts auf die Frage, sondern senkte einfach den Arm, den er zusätzlich vors Gesicht gehoben hatte. Er blinzelte ein paar Mal, dann konnte er das Licht der Kerze ertragen, ohne weiße Flecke auf seiner Netzhaut tanzen zu sehen.

„Du fragst dich sicherlich, warum du heute in diesem Raum befragt wirst und nicht in deiner gewohnten Zelle.“

Als ob man sich an Folter gewöhnen könnte, dachte der Druide und sah sich in der Kammer um. Alle vier Wände des rechteckigen Raumes waren mit Regalen bedeckt, nur von der massiven Tür unterbrochen. Doch in den Regalen stand kein einziger Gegenstand, außerdem waren die Bretter nach vorn mit dichten Gittern versehen.

Was soll ein Regal, in das man nicht hineingreifen kann, um dessen Inhalt in die Hand zu nehmen? Und als Schutz für wertvolle Gegenstände scheint mir der ganze Raum nicht gedacht, überlegte er und versuchte die weiteren Worte Brannons von sich zu drängen, gänzlich unhörbar machen konnte er sie leider nicht.

„Weißt du, Cumail, heute ist ein besonderer Tag“, schwatzte die klebrige Stimme weiter. „Ich habe die Zeit mir dir genossen, wirklich. Und ich bin dir sogar dankbar für deine Ausbildung.“

Oh ja, zuckte es durch Cumails Kopf und beinahe hätte er seine Nichtbeachtung seines Gastgebers fallen lassen. Wie falsch lagen wir? Wir dachten, dass man mit Lehre und Wissen einen verderbten Geist heilen könnte. Nun haben wir aus einem dummen Mörder einen gelehrten Mörder gemacht!

„Ich habe mich entschlossen, deinen Aufenthalt hier zu beenden.“

Cumails Kopf ruckte nach oben und im gleichen Augenblick ärgerte er sich, dass er sich nicht besser in der Gewalt hatte. Seine Wut auf sich selbst half ihm jedoch den Anblick zu ertragen, den er im schwachen Licht der einzigen Kerze deutlicher sah, als ihm lieb war.

Brannon stand an der Kante einer der Wände, die sich nun als Bestandteil einer kleinen Grube erwiesen. Mit einem schnellen Blick erkannte Cumail, dass die Grube die Mitte eines größeren Raumes darstellte.

Wie eine Galerie mit Sitzplätzen für Zuschauer, zuckte es durch sein Hirn. Er will meinen Tod zu einem Schauspiel machen. Genügt es ihm nicht mehr, sich selbst an Perversitäten zu ergötzen? Braucht er nun schon ein Publikum, um sich zu erhöhen?

Aber außer Brannon schien sich niemand weiterer auf der Galerie aufzuhalten. Vielleicht standen sie aber auch reglos im Schatten und würden erst zu Beginn der Folter nach vorne treten. Cumail verlegte sich wieder auf die Musterung der Grube, in der er stand.

Der Boden war festgetretene Erde, durchsetzt mit kleinen Steinchen und allerlei Flecken, von denen er überzeugt war, dass sie getrocknetes Blut waren. Die Gitter überzogen tatsächlich alle Wände. Nun, da er genauer hinsah, sah er an manchen Stellen kleine Scharniere, die jeweils einen handgroßen Teil der Gitter in kleine Öffnungen verwandelte. Wieder kam ihm die ganze Konstruktion sehr befremdlich vor. Er konnte sich keinen Zweck vorstellen, der Öffnungen erklärte, die einen begrenzten Zugriff – auch mit dünnen Armen – in die Regale erforderte.

„Ich sehe, du machst dir Gedanken um mein kleines Spielzeug hier.“

Hätte Cumail irgendeinen Gegenstand besessen, hätte er ihn mit aller verbliebener Kraft der Quelle der pappig-ätzenden Stimme entgegengeschleudert. Stattdessen hob er den Kopf und blickte seinem Widersacher endlich in die Augen.

„Ich bin nicht zu Spielen aufgelegt, Jungchen!“, donnerte er. „Sag, was du sagen musst und dann mach ein Ende. Von mir wirst du niemals das Versteck der Tafel erfahren.“

Dabei musste er sich wirklich zusammenreißen, um den Anblick des jungen Mannes zu ertragen, zu dem Brannon geworden war: Mindestens zwei Meter groß, wenn nicht sogar ein wenig mehr. Dabei nach dem Alter immer noch ein Jüngling von nicht einmal 14 Jahren!

Ein blutjunger Dämon im Körper eines erwachsenen Mannes.

Cumail fand immer noch keine Erklärung für dieses enorm beschleunigte Wachstum. Alle, die Königin, ihr Schwager und der gesamte Druidenorden auf Ynys Môn, rätselten seit Brannons Geburt über dessen rapide Entwicklung. Und was sie alle noch mehr erschreckte, war die unverhohlene Bosheit, Aggressivität und Perversion des Jungen. Cumail schüttelte – wie er glaubte – unmerklich den Kopf, aber Brannon sah die Bewegung sehr wohl.

„Schüttelt es dich bei meinem Anblick? Gefällt dir etwa meine neue Haut nicht?“, sagte er provozierend und bewegte seine Arme in den Lichtschein der Kerze.

Cumail fühlte weiteren Ekel in sich aufsteigen, als er die Haut- und Fellfetzen an Brannon kleben sah. Plötzlich nahm er den Geruch frischen Blutes wahr, der durch die Bewegung scheinbar zu ihm herunterdringen konnte. Die meisten Teile waren Stücke von Tieren, doch andere waren eindeutig menschlichen Ursprungs. Als wären sie besondere Trophäen, präsentierte Brannon ihm Hautstücke mit weiblichen Brustwarzen, die nun seine starken Oberarmmuskeln zierten. Auf seiner breiten Brust pappten mehrere Nasen und Ohren, großzügig umgeben von der Gesichts- und Kopfhaut der Opfer. Als Cumails Blick auf die Bauchmitte Brannons fiel, würgte er hart; doch in seinem Magen befand sich nichts, was er hätte herauskotzen können. Der Anblick sich in raschem Takt vor- und zurückziehender Bauchmuskeln – und der darauf mit Blut befestigten Vagina – färbte sein Gesicht grünlich. Er spuckte verächtlich aus und wandte sich ab.

„Oh, freut dich dieser Anblick nicht?“, höhnte Brannon. „Ich wollte dir zum Schluss eine Freude machen, alter Mann. Ich glaube nämlich, dass es schon sehr her lange ist, seit du eine feuchte Fotze so pulsieren gesehen hast.“ Dann wandelte sich die süße Stimme plötzlich in ein eiskaltes Knirschen.

„Oh doch, du wirst mir das Versteck der Tafel verraten, alter Mann. Ich habe viele Freunde, die mir dabei behilflich sein werden. Und ein paar – zumindest am Anfang – wirst du sogleich kennenlernen.“

Mit einer raschen Bewegung löschte Brannon das spärliche Licht der Kerze und nur Augenblicke später knirschte es metallisch an mehreren Stellen rings um Cumail.

Die Scharniere, blitzte es durch den Druiden.

Dann hörte Cumail zunächst ein leises Fiepen, gefolgt von zwei, drei antwortenden Pfiffen. Und bald darauf das leise Rascheln und Trappen vieler Füße. Mit einem Mal war Cumail klar, wofür die vergitterten Regale dienten. Es waren Lauframpen für das, was nun auf ihn zurannte.

Ratten.

- Ende -

Copyright © 2012 by Cameo Flush

 

Spiegelkrieger-Trilogie:
Band 1: “Túan mac Ruith – Druide der Spiegelkrieger”
Band 2: “Arianrhod mac Ruith – Königin der Spiegelkrieger”
Band 3: “Brannon mac Ruith – Dämon der Spiegelkrieger”

Buchtipp des Autors:

Meißner, Tobias O.
Die Dämonen

Am Ende der Zeiten

Verlag :      Piper
ISBN :      978-3-492-70232-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      15,99 Eur[D] / 16,50 Eur[A] / 22,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      464 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      2. Aufl. 11.2011

Adain ist ein Wiederkehrer, ein Dämon, der seine Form verändern kann, und der Einzige seiner Art, der die Schlacht von einst überlebt hat. Nachdem er jahrhundertelang die Lehren des Dämonenkönigs studiert hat, treibt ihn nun die Neugier aus der Tiefe. In Menschengestalt verschafft er sich Zutritt in jene zerstörte neue Welt, die nicht nur fremdartiges Leben erschaffen hat, sondern auch abscheuliche Gefahren. Und als Adain in den Besitz der wertvollsten Substanz der alten Zeit gelangt, sieht er den Moment für eine neue dämonische Invasion endlich gekommen.

Tobias O. Meißner, geboren 1967, studierte Kommunikations- und Theaterwissenschaften. Seit 1997 verdient er seinen Lebensunterhalt zur Hälfte als Farbrikarbeiter, zur Hälfte als freiberuflicher Schriftsteller. Der Autor lebt in Berlin.

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15 Kommentare zu “DER GEFANGENE – aus: “Brannon mac Ruith – Dämon der Spiegelkrieger” von Cameo Flush”

  1. Cameo sagt:

    Na, da bin ich mal gespannt, was die Community zu der Figur Brannon sagt. Ein richtiges Herzchen. Und glaubt mir, der Kerl wird sich in Band 3 der Spiegelkrieger noch wirklich zu einem Dämon steigern.

    Liebe Grüße
    Cameo (kein Dämon, höchstens ein kleiner Irrer, hihihi)

  2. Corinna Klebe sagt:

    Ist das ein alter Ego von dir? ;)

  3. Cameo sagt:

    Brannon? Gott behüte mich davor! Ich kann zwar manchmal äh … anstrengend sein, zu 99% (behaupte ich) bin ich aber recht umgänglich. Ich geb zwar nix auf Astrologie, aber ich passe scheinbar dermaßen perfekt in das allgmeine Bild eines Stier-Geborenen, dass ich mich manchmal schon wundere.

    Und wenn der Stier mal die Hörner senkt und seine Muskelmassen (sind bei mir getarnt) in Bewegung setzt, kann auch das letzte 1% (sagt meine Frau) so richtig unleidlich werden. Also: Bitte den Stier nicht reizen!

    hahahaha ;-)
    Liebe Grüße
    Cameo

  4. Irene Schmidt sagt:

    Na, aus irgendwelchen tiefen Abgründen muß diese Figur ja stammen, oder? ;)

  5. Micha sagt:

    Hallo Cameo, hast du etwa alle Rechte an den Werner verkauft ;-) ? Oder wie ist der Copyright-Vermerk zu verstehen?

  6. Irene Schmidt sagt:

    Würde ich wirklich mal verändern, Herr Karl! :)

  7. Galaxykarl sagt:

    @Irene

    Tief in mir drin schlummert ein böses, böses Tier, dass ich nur mit aller Macht im Zaum halten kann, hahaha.

    @Micha

    Die Rechte liegen selbstredend bei dem echten Menschen und nicht beim Pseudonym. Ich sehe das hier eigentlich als Selbstironie und leise Kritik am Schubladendenken der Mächtigen. Ich hatte mir den Namen erwählt, um wenigstens diese Hemmschwelle im Entscheidungsfindungsprozess eines Verlages niederzureissen. Sollen sie meine Fantasy-Romane doch in die Cameo-Schublade stecken und die SF-Romane in die Werner Karl-Schublade. Imgrunde bezeichne ich mich als fantastischen Autor (nicht weil ich fantastisch schreiben könnte, das sollen andere beurteilen).

    Horror, Fantasy, Science-Fiction, historische Romane mit und ohne Fantasy-Touch ist mir einerlei. WENN ich glaube, eine gute Idee zu einem Roman zu haben, ist mir innerhalb der Fantastik (mein Gott sieht das Wort Scheiße aus) – PHANTASTIK! – die Einordnung egal. Wichtig ist doch nur, ob man eine gute Geschichte erzählen kann, mit Konflikten, Spannung, einem guten Plot und einem guten Abschluss.

    Ich habe so das Gefühl, dass diese Einsicht auch so langsam in die Hirne und Entscheidungsprozesse der Verlagsgewaltigen Eingang findet.

    Also:

    Mit galaktischen und fantastischen Grüßen
    galaxykarl ;-)
    Werner Karl
    Cameo Flush
    (Camouflage)

    P.S. Ist mein Pseudonym nicht cool?!

  8. Christa Kuczinski sagt:

    Mir ist es im Grunde egal, welcher Name darunter steht, wenn mir die Story gefällt. Er sollte natürlich schon demjenigen gehören, der sie geschrieben hat. Bei mehreren Pseudos kann man schon mal durcheinander kommen ;-)

    Lg Christa

  9. Galaxykarl sagt:

    Ich gelobe es: Ich bin ich! ;-)

    mgg
    galaxykarl ;-)

  10. Mona Mee sagt:

    Folgende Fehler sind mir aufgefallen:

    Aber seine Kerkermeister nahmen ihm alles weg, was dazu dienlich sein konnte, kaum das(s) sie Cumails Markierungen entdeckten. (s)=fehlt

    Auch die Abstände, in denen man ihm Wasser und Dinge brachte, die er essen sollte, zu Beginn seines Aufenthaltes aber nicht hinunter(ge)brachte, halfen ihm nicht, die verstrichene Zeit zu messen.
    (ge)=zuviel

    Mit Schock und allergrößter Bitterkeit hatte Cumail reagiert, als er in einer der Stimmen seiner Bewacher(,) die des Sohnes von Fionnghal mac Carnonacae, des Fürsten des Bärenclans, erkannte.
    (,)=fehlt

    Er erhielt (er) mit einem erneuten unerwarteten Richtungswechsel die Bestätigung, dass sie tatsächlich nicht in den üblichen Verhörraum liefen, als ihm klar wurde, was das bedeuten konnte.
    (er)=zuviel

    Er blinzelte ein paar Mal, dann konnte er das Licht der Kerze ertragen, ohne weiße Flecke(n) auf seiner Netzhaut tanzen zu sehen.
    (n)=fehlt

  11. Kai Ross sagt:

    Oh, oh, ob das jetzt eine Returkutsche ist? Wie war das mit den Steinen und dem Glashaus?

  12. Mona Mee sagt:

    Stilistische Verbesserungen fallen mir hier zuhauf ein. Aber der Text ist es wohl nicht Wert, dass man da Zeit für investiert. Sowas Schlechtes habe ich bisher kaum irgendwo gelesen. Fast jeden Satz müßte man umstellen, wenn man daraus was Lesbares machen wollte. Ich finde die Geschichte übrigens nicht nur schlecht geschrieben, sondern auch noch ziemlich vulgär und obszön, und da bin ich nicht die einzige Frau hier, die das meint, wie mir zu Ohren gekommen ist, stimmts? :D

  13. sfbasar.de » Blog Archiv » SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Tabu-Brecher” sagt:

    [...] Müller DAS SPÄTE ERBE DER ROTEN KHMER – ein Science Fiction-Szenarium von Felis Breitendorf DER GEFANGENE – aus: “Brannon mac Ruith – Dämon der Spiegelkrieger” von Cameo Flush DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN (Urfassung) – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf [...]

  14. galaxykarl sagt:

    Oh, da hab ich deinen Kommentar wohl übersehen, liebe Mona Mee.

    Zunächst einmal vielen Dank für deine kleinen Korrekturen (die ich im Übrigen gerne angenommen habe). Obiger Text ist ja die Rohfassung. Ich hatte wenig Zeit und wollte meinen Beitrag zum damaligen Wettbewerb noch vor Schluss einstellen.

    Zu den Attributen vulgär und obszön: Ja, da hast du völlig Recht. Auf Brannon treffen beide Bezeichnungen zu, schließlich ist er ein Dämon! Und er quält nicht nur alte Männer und Gefangene (s. o.), sondern auch Frauen (siehe Leseprobe “Die Gefährtin”) mit allerlei dämonischen Handlungen.

    Dazu muss ich vielleicht mal generell was sagen: Wenn eine Romanfigur – hier dazu noch ein ausgesprochener Antagonist/Dämon – grausame, schreckliche, eklige Untaten vollzieht, ist das eben Ausdruck seiner Perversion und Unmenschlichkeit. ABER NICHT MEINE ALS AUTOR! Ich bin nicht die Romanfigur. Mir also evtl. seine Eigenschaften zu übertragen, ist also eine Vermischung von Fiktion und Realität. Ich bin nicht krank, pervers, grausam oder frauenfeindlich, sondern Brannon, der Dämon der Spiegelkrieger.

    Über stilistische Fragen kann man geteilter Meinung sein. Hier gibt es massenhaft Varianten. Wenn dir meine Version nicht gefällt, ist das völlig in Ordnung. Jeder hat seine Vorlieben und Aversionen.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl ;-)

    P.S. Es dürfte hoffentlich jedem klar sein, dass die genannten Texte Auszüge aus drei Romanen sind und keine Kurzgeschichten. In den kompletten Teilen wird ein Leser, eine Leserin natürlich die Zusammenhänge besser nachvollziehen können. Die hier publizierten Teile waren mir aber – eben aufgrund ihrer Grausamkeit – willkommene Beispiele um Reaktionen und Kommentare zu erhalten. Und das hat ja auch geklappt. ;-)

  15. Detlef Hedderich sagt:

    Da fällt mir eine Anektode ein: als einmal ein New Yorker Schauspieler von einer ältere Dame auf offener Straße geohrfeigt wurde mit den Worten: “Pfui, sowas einem jungen Mädchen anzutun”, und der Schauspieler ihr hinterher rief: “Das war nur eine Rolle, die ich gespielt habe, meine Dame!” Die Frau drehte sich um im Weggehen und sagte: “Diese Verderbtheit steckt doch in Euch allen Männern, sonst gäbe es ja so ein Drehbuch nicht!”

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