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DAS 8. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE Episodengeschichte (Teil 31) von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

DAS 8. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 31)

von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

Lektorat: Detlef Hedderich / Schlusslektorat: Günter Maria Langhaus

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 3) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

(Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) von Michael Schöfer)

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Nebenspur 9

Frruuggg programmierte zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Arche um die beiden Verfolger auszulöschen. Frruuggg war das letzte seiner Art. Alle anderen Schiffe seiner Sippe waren von den Jägern der MARTURA-KONDIANZ restlos vernichtet worden. Die beiden Fernlenkgeschosse waren durch eine Tarnkappentechnik vor den Geräten der beiden Jäger, die der Arche immer näher kamen, geschützt. Doch die beiden Roboterschiffe waren nicht völlig hilflos: Sie stießen von Zeit zu Zeit eine Reihe von winzigen Streumienen aus, die sie vor den Fernlenkgeschützen bewahren sollten. In den Zwischenzeiten setzen die Jäger Sonden aus, die die Gefolgschaft ihrer Schlachtschiffe, die in Kürze aus dem Hyperraum austreten würde, auf den neuesten Informationstand bringen würde, so dass die Roboter-Flotte ihre Jäger ausschwärmen und alles noch vorhandene reptilische Körperwandler-Leben auslöschen würde. Frruuggg wollte daher schnell handeln und gab den bereits auf den Weg zu den Feindschiffen fliegenden Fernlenkgeschossen einige Befehle, damit diese auf Streuminen-Wolken achten und diese umfliegen würden.

 

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Haupthandlung 9

Da von Seiten der inneren Planeten immer weitere BASE-Stationen aus dem großen Transmittertor des Hauptplaneten austreten und in Richtung der äußeren Gesteinsplaneten und der beiden Asteroidenfelder strömen und sich für die Auseinandersetzung mit den großen Trägerschiffen der Roboter-Kultur bereitmachen, was auch für die Millionen an Jägern des Kollektivs gilt, die sich bislang in den unterirdischen Hangars der Gesteinsplaneten tief unter der Erde der Kontinente eingelagert, und von einem der Kontinentaltore geschützt sind, sind es diese es nun, die ins Geschehen eingreifen, um das Blatt weiter zu unseren Gunsten zu wenden. Auf der Planetenoberfläche der nichtgeschützten Kontinente der jeweiligen Gesteinsplaneten stellen sich die inwzischen alle stark bewaffneten Robotereinheiten des Kollektivs dem Gegner, der mit seinen großen Landungsschiffen Unmengen von Kampfmaschinen ausschleust. Das heißt, den Exemplaren, welche nicht von den orbitalen Abwehrstationen und den Jägern des Kollektivs mittels ihrer durchschlagskräftigen Verteidigungswaffen vernichtet werden. Die BASEs krümmen sich derweil um alle Trägerschiffe und Schlachtschiffe, die sie zwischen den Planeten aufgreifen, wobei sie mit ihrer Quantensprungtechnik und ihrer Unsichtbarkeit aufgrund ihrer Mantaoberflächen vom Gegner erst wahrgenommen werden, wenn es in der Regel längst zu spät ist und sie der Vernichtung anheim fallen. Die weiter draußen rein kommenden Trägerschiffe, die noch immer, wenn sie ins System stürzen, kurze Zeit später an den Gasriesen ihre Reserven aufzufüllen beginnen, sind für die ebenfalls von außen laufend ins System dringenden Manta-Quantensprungschiffe, welche die VPS ebenfalls zur Verfügung gestellt hat, ein leichtes Opfer. Trotz ihrer Größe sind die Mantaraumer, wie schon zuvor die BASE-Stationen, aufgrund ihrer Oberfläche, nicht wirklich ortbar von Robotschiffen. Erst wenn sie ihre Hyperraumtorpedos aus der Deckung der Unsichtbarkeit heraus zum Einsatz bringen und damit bei den Trägerschiffen schwere Schäden hervorrufen, so dass die Drohnen, der Mantaschiffe nun diese Trägerschiffe, deren Schutzschirme zerschossen wurden, sich vornehmen können. Er zu diesem Zeitpunkt merken die Robotschiffe mit wem sie es tun haben. Und selbst wenn dabei die eine oder andere Drohne verlustig geht, sind immerhin keine Menschenleben zu beklagen. Die Jägereinheiten der Trägerschiffe sind dagegen, wie bereits schon erklärt, keine echten Gegner für die Kampfdrohnen der Mantaschiffe. Alle anderen Kampfschiffe der Trägerschiffe der Roboteinheiten können zwar den Drohnen gefährlich werden, aber aufgrund von deren Wendigkeit geschieht dies nur hin und wieder und meistens sorgen die Hyperraumtorpedos der Mantaschiffe vorher für die vorzeitige Vernichtung der großen Robotereinheiten. Die gesamte Verteidigung des Sonnensystems der Südheimat des Kollektivs ist alles in allem effektiv und der Hauptplanet selbst ja geschützt durch sein großes Transmittertor, das dem gesamten Hauptplaneten samt Monden in einen großen Schutzschirm hüllt. Damit wir uns ebenfalls mit unserem Mantaschiff wieder an der richtigen Stelle befinden, wo unsere Waffen am effektivsten sind, begeben wir uns zurück zu den Gasriesen, Hier scheint die gesamte Auseinandersetzung ihren Knackpunkt zu haben, denn eigentlich ziehen die Robotereinheiten an jedem Punkt des Sonnensystem wieder und wieder den Kürzeren. Entscheidend wird letztlich sein, wie viele Trägerschiffe da noch nachkommen von  außerhalb des Systems der Südheimat des Kollektivs. Wenn eine Milliarde nach der anderen an Trägerschiffen ins System dringen, wird es irgendwann selbst die Kapazität von Kollektiv und VPS überschreiten.

Der Gedanke mag für viele sehr ungewöhnlich klingen, da sie bisher Intellekt und Selbst-Bewusstsein immer an einen biologischen Träger gekoppelt haben und sich auch für die Zukunft nichts anderes vorstellen können. Aber: Am Tag, bevor es zum ersten Mal einen Organismus gab, also die Schwelle der anorganischen zur organischen Evolution noch nicht überschritten war, konnte man die Weiterentwicklung von toter zu lebender Materie nicht voraussehen. Ein außenstehender Beobachter hätte wohl, auf die Frage nach der Zukunft, alles andere im Sinn gehabt, nur nicht die Entwicklung von Leben. An diesem Tag hätte unser Beobachter vielleicht ein bisschen Wasser (mit dem entsprechenden Inhalt) in die Hand genommen und gesagt: „Aus diesem da soll Leben entstehen? Unmöglich!“ Dabei hätte er subjektiv richtig geantwortet. Die Entwicklung von Leben war aus den (damals) gegebenen Verhältnissen wirklich nicht zwangsläufig abzuleiten. Wir wissen es jedoch besser. Gerade die (für unseren Beobachter) unwahrscheinliche Entstehung von Leben aus toter Materie hat stattgefunden. Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz mag zwar heute noch exotisch klingen, aber wurden nicht schon früher solche „exotischen“ Voraussagen Realität? (Gentechnik) Ist Künstliche Intelligenz völlig abwegig? Wer kann heute genau erklären, wie durch die physikalischen Prozesse in unserem Gehirn Geist entsteht? Unser Gehirn besteht aus Zellen, aus lebender Materie, und in diesem Gehirn laufen elektrische Ströme und chemische Reaktionen ab. Aber erklärt das das Vorhandensein von Geist? Und doch, unser Bewusstsein beruht auf einer stofflichen Grundlage, diese wiederum entstand aus anorganischer Materie.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 7) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 10

Als es die Corona der Sonne verließ, war das Ziel schon fest im Flug-Operator verankert, dass das Schiff mit Höchstgeschwindigkeit ins innere System transferierte, wo sich der Planet aus dessen Orbit der Hilferuf stammte, befand. In der kurzen Zeit vom Flug des Sonnenrands bis hin zum Planeten vergingen gerade mal eine Viertelstunde als es im Orbit des Hauptplaneten die letzten Zuckungen der Auseinandersetzung vom Hilferufenden und den Verfolgern des einzelnen Schiffes beobachtete. Das zerschossene Schiffe war gerade noch dazu gekommen einige Notfall-Sonden auf den Planeten hinunterzuschicken, die von den Verfolger-Schiffen nicht wahrgenommen werden konnten. Ein kurzer Scan sagte dem Wesen, das jetzt, nachdem es wieder ein komplettes Bewusstsein besaß, das sich an Bord dieser Notfall-Sonden kein lebendes Wesen befand. Offenbar nur eine Fracht, die das Hilferufende Wesen für so wertvoll erachtete, dass es dafür sein Leben opferte, als es auch schon eine gnadenlose Nuklearexplosion gab, die fast alle der Verfolger mit vernichtete. Lediglich zwei Jäger der MARTURA-KONDIANZ kamen ohne Beschädigung dabei weg und starteten sofort in den Hyperraum. Das Panther-Wesen mit dem Namen PanPan-Isote folgte den beiden Jägern. Jetzt hatte es die Gelegenheit festzustellen, ob noch weitere Gestaltwandler diesen Genozid überlebt hatten. Es durchforstete alle Funkkanäle der Roboterschiffe und erfuhr, dass offenbar nur noch ein Gestaltwandler übrig ist. Diesen wollte PanPan-Isote vor den Häschern aus dem Spiel nehmen. Es würde das Wesen zu retten versuchen. Gleichzeitig wird PanPan-Isote versuchen, die Roboterschiffe auszudünnen. Damit würde es viel gutmachen, denn je weniger Schiffe es von der MARTURA-KONDIANZ gab, desto besser für diesen Teil der Galaxis.

 

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Haupthandlung 10

Leider lässt es sich nicht festmachen, wo genau die Trägerschiffe der Roboter eigentlich herkommen. Wenn man sich die Sternenkarte der entsprechenden Umgebung genauer anschaut, gibt es alleine an diesem Ort, dem Westrand des Südheimatsystems des Kollektivs fünf bis sieben andere Sonnensysteme, von denen die Roboterschiffe hergekommen sein könnten. Natürlich könnte es auch sein, dass die Invasionsflotte der Roboter von viel weiterwegstammenden Sonnensystemen kommt oder Sie  ihre Einheiten aus verschiedenen Systemen zusammenziehen. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben als zumindest mal die nächsten fünf Systeme genauer unter die Lupe zu nehmen. Da nur unser Schiff aufgrund des ARTEFAKTS in meinem Arm auf genügend Energiereserven zurückgreifen kann, sind wir wohl die einzigen, die diese Aufgabe erledigen können. Das meint auch meine KI-Partnerin, ihre KI-Kollegen und auch der Rat der VPS. Aus diesem Grund springen wir ins erste in Frage kommende System um zu schauen, ob es dort irgendwelche Auffälligkeiten zu beobachten gibt. Jetzt denkt sich vielleicht der eine oder andere, dass das gar kein Problem sei sollte, schon gar nicht bei einer derart großen Flotte des Gegners. Aber weit gefehlt! Selbst wenn der Gegner am Rande dieses Systems sagen wir mal 10 Milliarden Trägerschiffe bereitstehen hätte, ließen sich diese nicht so einfach finden. Zwar hören sich 10 Milliarden Trägerschiffe nach wirklich sehr vielen Schiffen an, aber auf den leeren Weltraum am Rande eines Sonnensystems verteilt  ist das gar nichts. Wir wissen ja nicht, wo sich diese Schiffe genau befinden und seit wann sie diese Position eigentlich einnehmen. Wenn sich solche Objekte nicht über einen sehr langen Zeitraum an einem Punkt im Raum aufhalten, reicht oft der Zeitraum den die Lichtgeschwindigkeit dafür benötigt, um diese Strecke zurückzulegen nicht aus, so dass diese Signale an uns an einem völlig anderen Ort bereits angetroffen haben können, oder der Zeitraum ist schon vorbei. Erschwerend kommt hinzu, dass Invasionsflotten zumeist gar keine Signale von sich abgeben, durch welche sie sich verraten. Wenn die gesamte Kommunikation einer derartigen Angriffsflotte sich auf eine Schiff zu Schiff-Kommunikation per Laser beschränkt, erschwert dies die Kommunikation nicht wirklich und sie ist  auch nicht besonders viel langsamer, wenn diese richtig organisiert ist, wovon man bei einer Roboter-Kultur im verstärkten Maße wohl ausgehen sollte. Gerade eine Roboter-Kultur ist dafür wie geschaffen, um alle relevanten Daten auf eine Ort zu Ort-Kommunikation zu beschränken und alle Informationen an alle Schiffe weiterzugeben. Wenn man von so einer erschwerenden Kommunikation für einen Außenstehenden Entdecker ausgeht, und das sollte man in diesem Falle unbedingt, bekommen Außenstehende so gut wie nichts davon mit, denn Laserverbindungen von Schiff zu Schiff sind einfach nicht zu entdecken. Wir hören also nicht mal was vom Gegner, sehen ihn auch nicht durch die Größe des Weltraums und wir wissen nicht, in welche Richtung wir blicken sollen, und ob sich der Gegner überhaupt noch an dieser Stelle aufhält. Wir wissen ja nicht mal, von welchem der benachbarten Systeme er stammt oder eines dieser Systeme als Durchreiseziele benutzt oder benutzt hat. Für eine optische Entdeckung reicht auch der Zeitraum nicht aus, wie schon erwähnt, seit dem er vom Licht einer Sonne oder anderen Lichtquelle beschienen wird, wie man etwa am Nachthimmel eines Planeten einen Meteor entdecken kann. Ich würde mal sagen, dass es einfach nur Glück wäre, wenn wie die Flotte der Roboter entdecken würden, bevor sie Welle um Welle in das System der Südheimat des Kollektivs eindringen lassen kann. So durchspringen wir also auf gut Glück das fremde Sonnensystem, um am anderen Ende wieder aus diesem heraus zu springen und uns das nächste System vorzunehmen.

 

Ohne stoffliche Grundlage, ohne unsere Gehirnzellen und deren Interaktion, scheint menschlicher Geist nicht zu existieren. Und nur weil wir heute noch nicht erklären können, wie daraus Geist entsteht, mystifizieren wir ihn. Wir halten ihn für etwas Besonderes, das nur uns gegeben ist. Die gleiche Mystifizierung gab es in der Vergangenheit auch in Bezug auf andere (damals noch unerklärliche) Vorgänge und Dinge. (Blitz, Donner etc.) Weil man es damals nicht erklären konnte, erfand man Götter, die dafür verantwortlich waren. Wenn aber, wie beim Mensch, Geist aus elektrischen Strömen und chemischen Reaktionen (der Interaktion unserer Gehirnzellen) hervorzugehen scheint – in einer zugegebenermaßen (noch) sehr undurchschaubaren und komplexen Weise -, ist dann die Entstehung von Geist in einem künstlichen (aber ebenso komplexen) Gebilde völlig undenkbar? Zwar wird es noch lange dauern, bis die Komplexität der Computer auch nur annähernd an die des menschlichen Gehirns mit seinen 10 Milliarden Neuronen heranreicht, aber unmöglich würde ich das nicht nennen. Der Mensch kommt nur mit seiner genetischen Ausstattung auf die Welt, nimmt von Geburt an beständig eine ungeheure Fülle von Informationen auf und speichert sie. Er ist fähig, auf einmal erworbene Informationen ständig zurückzugreifen (natürlich werden die Informationen nach ihrer Wichtigkeit ausgesiebt, d.h. unter Umständen auch vergessen), neue vergleicht er mit alten und kann auswählen. Nach dieser Auswahl richtet sich sein Handeln. Gewiss primitiv dargestellt, aber wenn wir diese Informationsverarbeitung in einem Computer kopieren können, sind wir einen erheblichen Schritt in Richtung KI vorangekommen. Vorurteile über uns selbst und unsere Stellung in der Welt können uns blind machen gegenüber anderen Möglichkeiten der Entwicklung. Künstliche Intelligenz muss nicht kommen, sie eine Möglichkeit unter vielen, aber eine, unter den heutigen Voraussetzungen, durchaus reale.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 8 ) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 11

Auf der Anzeige vor ihm konnte er verfolgen, wie die beiden blauen Punkte der Geschosse, den beiden gelben Punkte der Jägerschiffe immer näher kamen, wovon diese nichts mitbekamen. Doch auch die Jägerschiffe kamen der im Raum lediglich mit der Austrittsgeschwindigkeit aus dem Hyperraum versehenden Arche immer näher und setzten nun auch ihrerseits ihr Feuer ein um die Arche zu vernichten. Frruuggg hoffte einfach, dass nun alles klappen würde, es startete sein letztes Fernlenkgeschoss und programmierte dessen Flugbahn so, dass es in einem Bogen fliegend wieder auf die Arche eintreffen und diese zerreißen würde, genau im Moment als auch die Jäger auf die Arche schossen, so dass die Arche kurz vor der Vernichtung der beiden Jäger zerstört werden würde. Schnell begab sich Frruuggg in die Rettungskapsel, die mittels eines Katapults von der Rückseite der Arche in den Raum geschleudert würde. Das Ganze hatte das Wesen so programmiert, dass dies kurz vor der Zerstörung der Arche passierte und kurz vor der Zerstörung der beiden Jäger. Die Gefahr war einfach zu groß, dass die beiden Jäger kurz vor ihrem Ende noch Datensonden ausschleusen würden, die die Erkenntnis an die noch folgenden Roboterschlachtschiffe weitergaben, das die Arche eine Rettungssonde ausgeschickt hätte mit dem letzten noch existierenden reptilische Körperwandler-Wesen seiner Art in dieser Galaxis.

 

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Haupthandlung 11

Nachdem wir ins nächste Sonnensystem gesprungen sind, bieten unsere Instrumente den gleichen frustrierenden Anblick wie zuvor: nämlich weit und bereit kein Anzeichen von Schiffen der Roboter-Kultur. Wieder durchspringen wir das System mittels kleiner Etappen, und wieder haben wir kein Glück, oder die Roboter-Kultur ist hier ebenfalls nicht anwesend. Wie auch immer, springen wir auf gut Glück weiter und durchstreifen auch dieses System ohne ein einziges Anzeichen eines Roboterschiffes, bis wir am anderen Ende wieder aus dem System austreten. Ich frage meine KI-Partnerin, ob es einen großen Sinn machen würde, wenn wir unsere Drohnen zu Hilfe nehmen würden. Doch MANTANA bestätigt mir, was ich ohnehin bereits dachte, da unsere Kampfdrohnen über keinen eigenen Sprungantrieb verfügen, nicht mal über  Hyperraumkonverter, bringt uns das keinen Vorteil. Einen Überlichtantrieb würde die Drohnen erheblich schwerer machen und die Massenträgheit so erhöhen, dass ihre immensen Vorteile in Auseinandersetzungen, nämlich ihre Wendigkeit und hohe Geschwindigkeit nach einer Kurskorrektur, verloren ginge. Natürlich können wir unsere Drohnen, die Sub-KI-gesteuert sind, mittels Hyperraumtore auf die Reise schicken oder per Transmittersprünge durch die Tore des Kollektivs senden, aber in unserer momentanen Situation bringt dies alles nicht wirklich einen Vorteil bei der Suche nach Robotterschiffen in einem kompletten Sonnensystem. Nach dem Durchqueren auch dieses Systems springen wir also weiter ins nächste.

Als wir dort eindringen, haben wir endlich Glück. MANTANA vermeldet mir einen Ortungserfolg und spielt mir das Objekt direkt auf die Monitore der kleinen Steuerzentrale meines Habitats an Bord des Mantaraumers: Was ich auf Anhieb erkennen kann, ist, dass es ein Trägerschiff der Roboter ist und unsere Anwesenheit im selben Raumsektor von ihnen nicht wahrgenommen wird. Sofort übernehme ich die Aufgabe der Geschützoffizierin und starte eine Reihe von Geschützen unserer neuen Hyperraum-Fernlenkgeschosse, die praktischerweise automatisch aus einem unserer hinteren Schiffsauslässe abgefeuert werden, so dass das Trägerschiff davon nichts mitbekommt, denn wir verdecken ja die Sicht. Da unserer Mantahäute uns ermöglichen, für den Gegner unsichtbar zu bleiben, decken wir auch die Feuerstossauslässe der Fernlenkgeschosse optisch ab, so dass davon nicht zu sehen ist bis diese Nuklearraketen eine Schleife fliegen und in den Hyperraum eintreten. Bereits nach Bruchteilen von Sekunden ist es soweit: Beim Austrittsmoment befinden sie sich bereits im Inneren des Trägerschiffes und vernichten es komplett vor unseren Augen. Die eigentliche Technik, die wir von den Gottesanbeterinnenkampfschiffen übernommen haben, sah das Verschießen einer nuklearen Ladung eigentlich nicht vor. Doch ganz anders hier.

 

Was ist Selbst-Bewusstsein? Jeder Organismus hat ein Bewusstsein seiner Umwelt, wenn auch ein meist sehr eingeschränktes. Manche Einzeller mögen nur zwischen hell und dunkel unterscheiden können (eine für ihr Überleben entscheidende Information), es ist aber unbestritten Bewusstsein von seiner Umwelt. Je komplexer ein Organismus ist, desto mehr Informationen kann er aufnehmen und verarbeiten. Und irgendwann auf dieser Stufenleiter der Informationsverarbeitung (ein Rückkopplungseffekt) „entdeckt“ dieses Bewusstsein sich selbst. Selbst-Bewußtsein ist eine neue Qualität des Umwelt-Bewußtseins, aber nichts grundlegend anderes. Umwelt-Bewusstsein entwickelt Selbst-Bewusstsein, genauso wie Wasser unter Null (es wird zu Eis) oder über 100 Grad Celsius (es verdampft) neue Qualitäten entwickelt, im Grunde aber immer Wasser bleibt. Selbst-Bewusstsein ist immer Bewusstsein „von etwas“ (Husserl), also Umwelt-Bewusstsein, nur mit einer neuen Qualität.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 8 ) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 12

PanPan-Isote gelingt es immer wieder Schiffe der MARTURA-KONDIANZ aus dem Spiel zu nehmen. Es begnügt sich dabei das nur mit Schiffen zu tun, die den Fehler begehen, sich von einer direkten Sicht der Flottenträger-Schiffe zu bewegen. PanPan-Isote weiß aus der Erfahrung seiner nun schon Millionen Jahre bestehenden Existenz, dass der beste Schutz vor einer Übermacht derjenige ist, der die eigene Existenz verschleiert. Solange die MARTURA-KONDIANZ nichts von PanPan-Isotes Existenz weiß, bestehen die besten Chancen das Gestaltwandler-Wesen retten zu können, bevor die Roboter es eingefangen haben um es letztlich unschädlich zu machen. Die schiere zahlenmäßige Übermacht der Kampf- und Angriffs-Jäger der MARTURA-KONDIANZ und vor allem die Fähigkeit, ein anderes Schiff durch den Hyperraum zu folgen, machen den Gegner so gefährlich. Auch wenn PanPan-Isote in einem direkten Kampf gegen diese Angriffsjäger nichts zu befürchten hätte, könnte es sein, dass seine pure Existenz dafür sorgen würde, dass der Gegner augenblicklich das Schiff mit dem Gestaltwandler-Wesen vernichten würde, anstatt es erst einmal an Bord eines der großen Flottenträger-Schiffe zu holen um das Gestaltwandler-Wesen erst einmal zu untersuchen, zu foltern und zu sezieren. In dem Moment, wo ein Interesse einer anderen Partei offenbar wird, gehen solche nicht-organische Wesen, wie die Lenker-Gehirne und Befehlshaber-Routinen der Roboter, kein Risiko ein, hier ein Chance für einen vermeintlichen Konkurrenten oder Gegner bestehen zu lassen. Bei solchen Angelegenheiten sind diese Roboter-Kulturen wie die MARTURA-KONDIANZ dann doch wieder das Paradebeispiel für Berechenbarkeit.

 

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Haupthandlung 12

Die Explosivgeschossanteile der ursprünglichen Torpedos der Gottesanbeterinnenschiffe waren winzig im Vergleich dazu, wie die Fernlenkgeschosse von unseren VPS-Ingenieuren inzwischen technisch verändert wurden, so dass nun eine komplette Nuklearbombe darin Platz findet, wo vorher nur ein kleiner Sprengsatz eingebaut war. Für die Gottesanbeterinnen hätte es aber auch gar keinen Sinn gemacht, ihre Gegner mit einer so großen Bombe oder gar einer Nukleareinheit restlos zu vernichten, denn den Gottesanbeterinnen ging es vordergründig nicht darum, ihre Gegner auszulöschen, sondern sie lediglich kampfunfähig zu machen, so dass sie die Mutterschiffe ihres Hauptgegners anschließend entern konnten. Sie benötigten für ihre Zwecke nämlich in der Hauptsache das Fleisch der Quallen aus den Bassins dieser Mutterschiffe. Die kleineren Kampfschiffe der Quallenkultur, die von den Klonen gelenkt werdeb und von den PSI-Quallen befohlen werden, haben dagegen viel zu wenig Masse, als dass die Technik der Gottesanbeterinnen noch hinter den Bordwänden dieser erheblich kleineren Einheiten aus dem Hyperraum materialisieren könnten. So genau ließ sich diese Torpedotechnik eben einfach nicht einstellen, Doch die Kampfschiffe der Gottesanbeterinnen wussten die Kampfschiffe der Klone auch mit ihren konventionellen bordeigenen Geschütze in Schach zu halten. So ähnlich verhält es sich auch mit den Jägern der Roboter: diese sind einfach zu klein als sie mit den Torpedos zu durchschlagen und noch innerhalb der Bordwände eine Explosion zu verursachen. Deshalb übernehmen diese Aufgabe die Drohnen unseres Mantaschiffes. Doch in diesem Fall gib es gar keine Jäger der Roboterschiffe. Da diese nicht mit unserem Angriff gerechnet haben und deshalb ihre Jäger gar nicht erst ausschleusten sind alle Jäger mitvernichtet worden. Und auch alle anderen Schlachtschiffe, die sich an Bord des Trägerschiffes befunden haben wurden durch unseren Angriff komplett atomisiert.

Die ganze Situation lässt mich doch ziemlich ratlos zurück: wir haben nun zwar ein Trägerschiff der Roboter-Kultur entdeckt und vernichtet, aber wissen noch immer nicht, wo denn ihre Flotte sich derzeit befindet, die in größeren Gruppen immer wieder vom Rand des Sonnensystems in dass der Südheimat eindringt. Nachdem sich auch MANTANA keinen Rat weiss, teilt sie mir plötzlich mit, dass ein fremdes Wesen namens PanPan-Isote uns beide zu sprechen wünscht …

Copyright © 2017 by Felis Breitendorf & Conchita Mendés

(Weiter zum nächsten Teil)

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

 

Roboter (Kartoniert)
von Jordan, John

Verlag: Berlin University Press
Medium: Buch
Seiten: 335
Format: Kartoniert
Sprache: Deutsch
Erschienen: Mai 2017
Sonstiges: Best.-Nr.626-73192
Maße: 177 x 129 mm
Gewicht: 374 g
ISBN-10: 3737413290
ISBN-13: 9783737413299
Verlagsbestell-Nr.: 626-73192

Beschreibung
Robotik – eine Technik, die die globale Gemeinschaft braucht? Die Frage ist längst beantwortet! Die Zeiten, in denen Roboter ein belächeltes Nischendasein führten, sind längst vorbei. Im Haushalt saugt „Roomba“ den Boden, im Garten mäht sein Kollege das Gras. In der Industrie gehören Roboter längst zum Alltag. Regierungen verwenden sie für ihre geheimen Zwecke. Drohnen kreisen über unseren Städten. Für Experten ist klar, dass Roboter unsere Gesellschaft und Lebensweise verändern werden, wie zuvor nur die Industrialisierung oder das Internet.

Trotz ihrer wachsenden Bedeutung, sind Roboter der Öffentlichkeit in erster Linie aus literarischen und filmischen Abenteuern bekannt. Wir wissen viel über Steven Spielbergs Star Wars-Figur „C 3PO“ oder Paul Verhoevens „Robo-Cop“. Doch die echten Roboter Atlas, Motoman, Kiva oder Beam, die die Kriegsführung, die industrielle Fertigung und unsere Umwelt, unsere Landwirtschaft und Medizin Stück für Stück revolutionieren, kennen wir nicht. Wir ahnen nicht einmal, welche Konsequenzen Automatisierung und Digitalisierung für unsere Welt haben werden. Dabei machen Fortschritte in der Mikroelektronik längst Maschinen möglich, die noch vor Jahren undenkbar und unfinanzierbar waren.

Dieses Buch bietet dem Leser eine spannende, kenntnisreiche und unterhaltsame Einführung in die Themen Roboter und Robotik. Behandelt werden die modernsten Anwendungsbereiche, wirtschaftliche Implikationen sowie der kulturelle Kontext. John Jordan erzählt die Vorgeschichte der Roboter und beleuchtet deren Darstellung in Science-Fiction, Film und Fernsehen: von Mary Shelleys „Frankenstein“ bis zu Isaac Asimovs „I, Robot“. Jordan nimmt Sie mit auf eine Reise durch die moderne Robotik, beschreibt alle Komponenten von Robotern und die Herausforderungen, mit denen sich die Entwicklung konfrontiert sieht.

 

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