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DAS ACHTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE Episodengeschichte (Teil 30) von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

DAS ACHTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 30)

von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

Lektorat: Detlef Hedderich / Schlusslektorat: Günter Maria Langhaus

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 2) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

(Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) von Michael Schöfer)

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Nebenspur 5.

Als Frruuggg endlich in den Hyperraum eintrat, in dem die Roboterschiffe nicht mehr auf die Arche feuern konnten, war sie reif für den Schrott und so verfrachtete Frruuggg alles was es noch zusammenraffen konnte in die Rettungskapsel. Dem Körperwandler-Wesen war klar, dass die Arche keinen weiteren Hyperraum-Eintritt mehr schaffen würde und mit viel Glück würde es den letzten Austritt noch überstehen und Frruuggg könnte mit der Kapsel flüchten, die zwar durch seine Bauweise und dem speziellen Antrieb für die Roboterschiffe nicht zu entdecken war, doch leider auch nicht über einen Hyperraum-Antrieb verfügte. Aus diesem Grund hatte sich Frruuggg dazu entschlossen, den Austritt in der Nähe einer gelben Sonne, die möglicherweise einige Planeten aufwies, die sich als Lebensraum nutzen ließen, stattfinden zu lassen. Einziges Problem waren die letzten beiden Robotjäger, die es zu vernichten galt. Und auch die Arche musste vernichtet werden, damit die später nachfolgenden Trägerschiffe nur noch die Überreste der drei Schiffe finden und sich dann wieder auf den Heimweg machen würden, ohne sich um das Sonnensystem in der Nähe zu kümmern …

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Haupthandlung 5

Bei der Materialisierung im fremden Schiff kommen wir in einem riesigen Hangar heraus und schweben über dem Geschehen knapp unter der Decke. Bislang haben uns die Maschinen, die mit Reparaturarbeiten an ihren Kampfjägern beschäftigt sind, noch nicht entdeckt. Sofort erteile ich meiner Sub-KI in meinem Arm den Befehl, einen Teil der Energie meines ARTEFAKTES dazu zu verwenden, ein ausreichend starkes Holofeld um unser Einsatzteam zu bilden, damit wir für die am Boden befindlichen Roboter unsichtbar bleiben. Da uns und auch unseren Recheneinheiten unbekannt ist über welche Möglichkeiten die fremden Roboter verfügen mögen, lasse ich gleich noch einen Schutzschirm aus dem Technikteil meines künstlichen Armes über uns aufspannen, der uns hoffentlich vor jeglichem Beschuss schützen wird. Auch für diesen ist uns nicht bekannt, ob der Gegner ihn anmessen kann oder nicht. In jedem Fall gehe ich davon aus, dass der Schirm uns vor einer Vernichtung schützen wird, da es sich um ein umgekehrt gepoltes Sprungfeld handelt, mittels dessen Energie ich ansonsten meine Teleportationssprünge verrichte. Genau genommen handelt es sich bei diesem Sprungfeld zur Teleportation, um dieselbe Technik mit der die Antriebe der Mantarochen und BASES sich durch den Quantenraum bewegen. Anschließend gebe ich meiner KI-Partnerin die Führung, damit sie uns innerhalb des fremden Schiffes dorthin manövriert, wo sich die interssanten Bereiche des fremden Schiffes befinden. Ihre Berechnungen für die nächsten Teleportationssprünge gibt sie auf meine Anweisungen hin direkt an die Sub-KI meines künstlichen Armes, in dem das ARTEFAKT seinen Platz hat und durch dessen Möglichkeiten und ihrem Energiegehalt solche Sprünge überhaupt möglich sind.

 

Wir wechseln also von Hangar zu Hangar, sehen viele Roboter und Kampfeinheiten bei ihrer Arbeit und die verschiedensten Kampfjäger am Boden stehen, bis wir in Bereiche eindringen, die man für gewöhnlich als Maschinenräume bezeichnen würde, Zum Glück sind wir durch unsere Schutzschirme ausreichend geschützt, vor allem ich als Mensch benötige da besonderen Schutz gegen Strahlung und Biogasen usw. gegen die eine Avatarin und zwei Kampfroboter eher unempfindlich sein sollten. MANTANA führt uns immer tiefer in die Eingeweide des fremden Trägerschiffes, und nachdem wir unsere Teleportationsrohrgestänge zwischen uns gelockert haben, so das die Avatarin unbehindert an verschiedene Apparaturen und Terminals Einstellungen vornehmen kann, was hoffentlich ebenfalls unbemerkt bleiben wird, sowie die beiden Kampfmaschinen in meiner Nähe uns zu zwei Seiten hin absichern aber dabei, anders als die Avatarin, weiterhin unsichtbar für Außenstehende, unter meinem Schirm verbleiben. MANTANAS Avatarin indes benutzt ihre körpereigenen Schutzschirme, die zwar nicht so effektiv wie die meines ARTEFAKTS sind, aber hoffentlich bei einer Entdeckung ausreichen sollten. Inzwischen bekommen wir von ihr Bildmaterial von Außerhalb des Trägerschiffes, offenbar gehaktes Material oder es stammt tatsächlich aus der Fernortung unseres Mantaschiffes, das uns mit ihren Fernsensoren noch immer auf dem Schirm hat.

Wenn genug Masse (Materie) vorhanden ist, kommt es zu einer Verlangsamung und Umkehrung der gegenwärtig zu beobachtenden Ausbreitung des Universums. Die dafür notwendige Masse nennt man „kritische Masse“. Zur Zeit geht man davon aus, dass im Kosmos nicht genug Masse (allenfalls 10 Prozent der kritischen Masse) vorhanden ist. Es gibt aber ernst zu nehmende Theorien, die postulieren, dass wir gegenwärtig nur einen Bruchteil der im Universum vorhandenen Materie beobachten können. Der überwiegende Teil der Materie sei demnach „dunkle“ (d.h. nicht sichtbare) Materie. Diese dunkle Materie zu finden und zu quantifizieren ist das Bestreben der Wissenschaftler. „Das Universum verschwindet in einem Feuerball, gerade so, wie es aus einem Feuerball erstand.“ [3] KI ist zwar im Vergleich zu Organismen potentiell, aber nicht völlig unsterblich. Apropos unsterblich, sterben kann natürlich nur etwas, das lebt. Aber ist KI lebendig? Ich denke, dass unsere Definition von Leben hinsichtlich KI versagt, und wir werden diese Definition (mit allen daraus resultierenden Folgen) nach der Entwicklung von KI ändern müssen. Hat beispielsweise eine Maschine, die denkt, aber nach der herkömmlichen Definition nicht lebt, irgendwelche Rechte? Darf man KI, weil sie anorganisch ist, wie die übrige anorganische Materie behandeln? Darf man sie beispielsweise zerstören (töten)? Solche ethischen Fragen müssen gestellt und geklärt werden. Der ethische Gradmesser wird dann vielleicht nicht mehr das Vorhandensein von Stoffwechsel und Reproduktionsfähigkeit sein, sondern das Vorhandensein von Intellekt – unabhängig von seiner stofflichen Basis. In unserer Welt ist nichts dauerhaft, alles ist vergänglich. Jedenfalls ist KI unabhängiger von der Umwelt als wir Menschen, sie ist nicht auf eine Ökosphäre angewiesen. Sie kann auf der Erde, auf anderen Planeten oder im Weltall existieren, gleichgültig ob die dortigen Umweltbedingungen für Organismen annehmbar sind oder nicht. Unbestreitbar hat sie dahingehend gegenüber allen Lebewesen eindeutig Vorteile. In gewissen Grenzen kann KI überall auf relativ unbestimmte Zeit existieren. Sofern KI mit Reproduktionsfähigkeit ausgestattet ist, denn auch anorganische Materie unterliegt Verschleiß. (Wenn auch, im Vergleich zu Organismen, über einen weitaus geringeren) Grenzen ziehen allein die Naturgesetze. Die absolute Grenze (auch für KI) ist der endgültige Tod des Universums.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 4) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 6

Genüsslich zerriss das Wesen den Hals des Wasserschwein-Junges und leckte voller Hingabe jeden kleinsten Tropfen Blut auf. Danach zerrte es Knochen und Sehnen aus dem Hals des Opfertieres heraus, um an das leckere zarte Fleisch des Jungtieres zu gelangen. Zwar würde das Puma-Wesen von diesem Jungtier nicht wirklich satt werden, dafür aber war das Fleisch umso zarter und schmeckte noch nach der süßlichen Milch, von der sich das Kleine bislang ernährt hatte. Man konnte eben nicht beides haben, dachte das Wesen so bei sich: entweder lecker und wenig, oder viel und nicht so phänomenal lecker. Immer wieder leckte das Wesen auch über die eigenen Pfoten und über das eigene Fell seiner Schnauze, damit nichts von dem Fleischsaft  verloren ging. Diese Säfte, Fette und das Blut des Jungtieres waren für das Puma-Wesen von außerordentlicher Qualität. Es müsste dann auch wieder für viele Wochen und Monate ausreichen, wenn es in einem besonderen Platz der Gruft des Mutter-Schiffes zurückkehrte und der animalische Teil seines Bewusstseins wieder in das Hirn des Schiffes zurückkehrte. Kaum hatte es sich diese Gedanken gemacht, als sich auch schon ein Signalgeber in seinem Kopf meldete: „Master, hier spricht die Phalanx-Kontrolle der Funkortung, ich habe einen Hilferuf aufgenommen, ein sogenannter „Gestaltwandler“ bittet darin um Unterstützung im Kampf gegen seine Verfolger. Diese Verfolger sind alte Bekannte. Es handelt sich um Angriffsjäger-Einheiten samt Trägerschiffe der MARTURA-KONDIANZ. Vielleicht reicht die Zeit noch, um hier einzugreifen. Phalanx Kontrolle der Funkortung, Ende.“

 

 

Haupthandlung 6

Über MANTANAS Avatarin teilt sie uns mit, dass einige der Trägerschiffe, die das Auffüllen von Gasen und Rohstoffen beendet haben, sich auf die Reihe von Monden zu bewegen, von denen die großen Gasplaneten umkreist werden. Und auch das Trägerschiff, in dem wir uns aufhalten, gehört dazu. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, welchen Sinn das ergeben soll. Doch als die ersten dieser Trägerschiffe auf der Höhe der jeweiligen Monde ankommen sind, fällt bei mir der Groschen, genau in dem Moment, als auch MANTANA zu einer Erklärung dafür anzusetzen beginnt: „DIE TRÄGERSCHIFFE HOLEN SICH DURCH DIE SCHWERKRAFTVERHÄLTNISSE DER MONDE GENÜGEND SCHWUNG, UM DAMIT MITTELS DER GASRIESEN DAS GANZE – NUN ABER IM GRÖSSEREN STIL – ZU WIEDERHOLEN. GLEICHZEITIG WERDEN DIE UNTERLICHTANTRIEBE DER TRÄGERSCHIFFE SO EINGESETZT, DASS SIE SICH DAMIT AUF SPARSAME WEISE INS INNERE SYSTEM FORTBEWEGEN“ Ganz klar, denke ich bei mir, wohin die Reise geht: in eines der beiden Asteroidenfelder des Sonnensystem, das damit gleich in zweifacher Weise ausgestattet ist: zwischen den größeren und dem inneren Asteroidenfeld befinden sich allerdings zwei große Gesteinsplaneten, die jedoch für menschliches Leben zu kalt und mit zu großer Schwerkraft ausgestattet sind. Für eine maschinengesteuerte Flotte dürfte das allerdings kein Hinderungsgrund sein: Maschinen und Roboter arbeiten sowohl bei eisiger Kälte als auch bei großen Schwerkraftverhältnissen.

In der Hoffnung, dass das Trägerschiff in dessen Innerem wir uns befinden, nicht gerade vorhat, auf einem der beiden Steingiganten zu landen, denn das würde die Sache ganz schön verkomplizieren, harre ich der Dinge, die nun auf uns zukommen. Bislang haben wir ja im Inneren des Schiffes nur wenig von Schwerkräften jeglicher Art verspüren können. Die Schiffe und Roboter bewegen sich hier zumeist mit magnetischer Haftung auf vorgegebenen Spuren oder besitzen selbst so etwas wie eine magnetische Hafttechnik in ihren Sohlen. Sollte ich also gezwungen sein, auf diesem Schiff mit dabei zu sein, wenn es auf besagten Planeten zur Landung ansetzt und die Schutzschirme des Trägerschiff von einer Art, die es mit auch mit einem Teleportationssprung nicht zulässt, vorzeitig aus dem Schiff zu entkommen, würde mein Inneres wohl zerquetscht werden. In einem solchen Fall müsste die Avatarin meiner KI-Partnerin es irgendwie schaffen, sich in die Elektronik des Trägerschiffes einzuhacken und eine Lücke durch etwaige Schutzschirme zu programmieren. Inwieweit MANTANA dazu fähig wäre und den Maschinengehirnen der Steuerung des Schiffes dahingehend gewachsen ist, ist mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Meine diesbezügliche Frage MANTANAS Avatarin beantwortet diese prompt mit der Annahme, dass, wenn die Schutzschirme um das Trägerschiff auch ihre Signale soweit abschirmen würden, dass sie keinen direkt Kontakt mehr mit ihren Quantenrechnereinheiten an Bord unseres Schiffes aufnehmen kann oder unser Mantarochen sich zu weit vom Trägerschiff, in dem wir uns befinden, entfernt hat, bleibt ihr nur die Rechenpower ihres Avatars, die verglichen mit den Quantenrechneranlagen an Bord unseres Schiffes winzig ausfällt, ganz zu schweigen von der Power den der Zusammenschluss aller Emergenten KIS über ihr eigenes Netz möglich machen würde, was allerdings auch nur im Falle des Kontaktes mit ihren Quantenrechnereinheiten überhaupt eine Bedeutung hat. Verglichen mit anderen Denkmaschinen und Roboter ist MANTANAS Avatarin immerhin mit dem Feinsten und Besten ausgestattet, was unsere Technik derzeit hergibt, wenn es um die Rechenleistung unterhalb bewusstseinstragender Emergenter KIs geht.

 

Die größere Unabhängigkeit könnte es der Künstlichen Intelligenz erlauben, unseren Planeten und unser Sonnensystem zu verlassen. Zeit spielt für KI, da potentiell unsterblich, keine Rolle. Das biologische Erbe der irdischen Evolution ist wohl kaum zu retten, da die Möglichkeit für irdische Organismen, unser Sonnensystem zu verlassen und irgendwo weiterzuexistieren, verschwindend gering ist. Die organische Evolution auf der Erde wird auch mit der Erde ihr Ende finden. Die genetischen Informationen (DNS), die an Organismen gebunden sind, werden verloren gehen. Was für die genetischen Informationen gilt, muss nicht für die kulturelle Evolution gelten. Die Erkenntnisse und Errungenschaften der irdischen Organismen können (über den biologischen Tod der Organismen, die sie hervorbrachten, hinaus) aufbewahrt werden und brauchen nicht verloren zu gehen. (Zumindest nicht bis zur Vernichtung des Universums) Das ist m.E. das Wichtigste: Es kommt nicht darauf an, dass der Mensch oder ein anderer irdischer Organismus physisch überlebt (wie wir gesehen haben, wird er das auch nicht), sondern darauf, dass die kulturellen Informationen nicht verloren gehen. Die Erkenntnisse und Errungenschaften der kulturellen Evolution sind das Wichtigste, nicht deren Träger. Letzterer wird sowieso verschwinden. Es geht um Inhalte, nicht um die äußere Form, also das Wesen, das diese Inhalte transportiert. Und dieses „Wesen“ könnte Künstliche Intelligenz sein.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 5) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 7

Frruugggs Plan konnte nur funktionieren, wenn die letzten beiden Roboterschiffe bei ihrer Vernichtung keinen Verdacht schöpften. Das Ganze musste so geschehen, dass die beiden letzten Roboterschiffe, die mit Sicherheit Daten-Bojen ausstoßen würden, die die nachfolgenden, aus dem Hyperraum kommenden Roboterschiffe informieren würden, dass mit der Vernichtung der Arche, alle Gestaltwandler-Wesen ausgelöscht waren. So galt es also, die beiden Jäger zu vernichten und dann auch die Arche. Doch die Arche durfte sich nicht selbst vernichten, dass würden die anderen nachfolgenden Roboterschiffe beim Untersuchen der Reste bemerken, wenn das Schiff von innen heraus explodiert war. Frruuggg schickte zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Fluchtarche in Richtung der beiden Verfolger um diese auszulöschen. Den dritten Fänger wollte Frruuggg dazu verwenden, die Arche selbst abzuschießen und zu vernichten. Kurz vorher wollte Frruuggg mit der Rettungskapsel sich in Sicherheit bringen. Das musste auf Anhieb klappen denn eine zweite Chance gab es nicht…

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Haupthandlung 7

Aus all diesen Unwägbarkeiten ziehe ich schließlich den Schluss, dass wir es auf einen Versuch ankommen lassen müssen, inwieweit die Schutzschirme des Trägerschiffes eine Teleportation zulassen mögen. Ich nehme also Kontakt zum Hauptrechner auf unserem Schiff auf, was zum Glück auch gleich gelingt, und beordere es zu unserem derzeitigem Standort in der Nähe des kleineren Asteroidenfeldes in welchem wir uns inzwischen mit hunderten von anderen Trägerschiffen eingefunden haben, um offensichtlich weitere Rohstoffe an Bord zu nehmen, aus denen sich so allerlei Technik herstellen lässt. Wohl nicht zuletzt auch weitere Trägerschiffe und deren Bewaffnung und natürlich weiter Kampfschiffeinheiten, Jäger und Maschinen jeglicher Art und natürlich: Roboter! Glücklicherweise können wir uns, nachdem wir uns wieder zu einer Einheit zusammengesetzt haben, problemlos aus dem Schiff in den freien Weltraum teleportieren. Also kein aktiver Schirm derzeit, der das zu verhindern scheint. Offensichtlich hat man von Seiten der Roboter-Kultur mehr Wert auf die Sensorik außerhalb des Schiffes gelegt als auf die innerhalb. Was daran liegen könnte, dass Ihnen ein Quantenantrieb und damit die Möglichkeit der Teleportation nicht geläufig zu sein scheinen. Auf der anderen Seite wissen wir natürlich nicht, ob, wenn die Roboterbefehlshaber wüssten, dass Fremde in ihr Schiff eindringen können, nicht doch eine Flucht durch ihre Schutzschirme verhindern könnten. Jedenfalls wurde unsere Anwesenheit außerhalb des Trägerschiffes sofort wahrgenommen, trotz dessen Größe und die Winzigkeit von zwei Kampfrobotern, einer Avatarin und einer Menschenfrau wenn auch mit technischer Aufrüstung. Zum Glück war meine Sub-KI so programmiert, dass sie die Schutzschirme um unsere Einsatzgruppe auch dann aufrecht erhält, wenn wir uns nach außerhalb der Schiffswand teleportieren. Sofort beschießt man uns mit energetischen Strahlenwaffen, deren Energie jedoch ausnahmslos über unseren Schirm vom ARTEFAKT in meinem künstlichen Arm absorbiert wird.

Nachdem der Feind sich offenbar darüber klar geworden ist, dass das zu nichts führen wird, stellt er den Strahlenbeschuss ein und beschießt uns daraufhin mit Projektilen, die durch ihre hohe Geschwindigkeit eigentlich immensen Schaden anrichten müsste und wohl aus einer Art Gaußgeschütz stammen mögen, aber ebenfalls innerhalb unseres Schirmes in eine Verdampfung übergehen, deren Ausbeute ebenfalls vom ARTEFAKT als Energie geschluckt wird. Hier hilft offensichtlich nur noch die brachiale Art und Weise, denkt man sich offenbar auf der Gegenseite und beschießt uns fortan mit Nuklearraketen jedoch nicht bevor das Schiff sich selbst mit allen nur erdenklichen Schutzschirmen einhüllt. Was darauf folgt, dürfte auch die Schiffslenker und Geschützmeister unter den Roboterknechten ins Staunen versetzten, falls die Fähigkeit zu Staunen überhaupt zum Repertoire dieser Roboter-Kultur zählt, zu dem sie fähig sind: Es passiert nämlich nichts, außer einem kurzen bläulichen Aufblitzen unseres Schirmes. Die Sub-KI meines Armes hat dazu ein Umkehrfeld evoziert und die Raketen einfach wegteleportiert, offensichtlich ins Innere einer der Gasriesen. Daraufhin herrscht erst einmal ein für Maschinengehirne ungewöhnlich langer Zeitraum, in welchem gar keine Reaktion von Seiten des verantwortlichen Rechengehirns des Trägerschiffes erfolgt.

MANTANA und ich nutzen die Zeit und teleportieren unsere Gruppe einige Tausend Kilometer weiter weg und verändern den Holoschirm so, dass es nicht mehr so einfach sein sollte, uns anmessen und orten zu können. Nachdem wir uns mit einen weiteren großen Sprung vom Gegner entfernt haben, teilt uns MANTANA mit, dass jetzt auch unser Mantaschiff seinen Quantensprung vollführt hat und ganz in unserer Nähe unbemerkt vom Gegner entmaterialisiert ist. Mit einem weiteren Teleportersprung befinden wir uns wieder an Bord unseres Schiffes. Sofort nehmen wir über das entsprechende Netz der Emergenten KIs zu allen relevanten Stellen des Systems Kontakt auf und informieren die Verteidigungsmaschinerie, sofort tätig zu werden. MANTANA klärt die Geschützmeister und Drohnenlenker der Verteidigungsjäger der gesamten Gemeinschaft darüber auf, was wir durch unseren Sprung ins Innere des Roboterschiffes  in Erfahrung bringen konnten: wo deren Gefährlichkeit liegt und wo deren Schwächen zu finden sind. Da inzwischen alle Jägereinheiten der neuen Generation aus den Umbauwerken des Kollektivs mit den neu konstruierten Hyperraumfernlenkgeschossen der Gottesanbeterinnen ausgestattet sind, sind genau sie die Wahl der Waffen, um damit die Trägerschiffe in einer ersten Welle anzugreifen, die damit wohl nicht rechnen dürften.

 

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Der Mensch kann den Stab der Evolution weiterreichen, er kann durch die Weiterentwicklung seiner wissenschaftlichen und technischen Kultur zum Geburtshelfer einer neuen Evolutionsstufe werden, nämlich durch die Entwicklung von KI. Der Mensch kann so seiner Rolle als Glied (nicht Schlusspunkt) der Evolution nachkommen. Und wie in der Vergangenheit neue Evolutionsstufen auf den alten aufgebaut und nicht völlig neu entwickelt wurden, könnte der Mensch die Erkenntnisse seiner kulturellen Evolution zur Entwicklung von KI nutzen. Er kann damit auch seine Erkenntnisse weitergeben, denn von den jeweils neuen Evolutionsstufen wird das alte Wissen übernommen und aufbewahrt. Das wäre dann zwar zum ersten Mal eine bewusste (geplante) Weiterführung, aber die kulturelle Evolution ist selbst etwas völlig Neues. Sie ist, gemessen an der bisherigen Evolutionsgeschichte, eine Revolution. Und sie wurde nur möglich, weil ihr Träger, der Mensch, über das Bewusstsein seiner eigenen Existenz verfügt. (Selbst-Bewusstsein) Nur er weiß, dass er existiert und dass er sterben wird (als Individuum und als Spezies) Die ganze kulturelle Evolution des Menschen beruht auf diesem Selbst-Bewusstsein. Ohne es wären unsere zivilisatorischen Leistungen nicht denkbar. Da die gesamte kulturelle Evolution auf Selbst-Bewusstsein beruht, warum sollte deren Fortführung nicht auch ein eben solcher bewusster Akt sein? Im Gegenteil, ein bewusster (Schöpfungs-)Akt liegt ja geradezu auf der Hand. Ist es denn so abwegig, dass seit dem Zeitpunkt, von dem ab die Evolution die „Erfindung“ des Selbst-Bewusstseins gemacht hat, Selbst-Bewusstsein genutzt wird, um weiter fortzufahren? Nein, es wäre folgerichtig. Die Natur nutzt einmal gemachte „Erfindungen“ immer wieder – auch in puncto Selbst-Bewusstsein.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 6) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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 Nebenspur 8

Sofort wurden sämtlich animalischen Gelüste und Instinkte beim Puma-Wesen blockiert und es lass sofort von seiner Mahlzeit ab. Augenblicklich rannte das Wesen so schnell es konnte zum Landemodul-Hüpfer um sich sofort dort einzuschleusen. Kaum hatte das Puma-Wesen das Innere des Landeschiffes betreten als dieses auch schon vom Boden abhob, bevor auch nur die Hangartür sich schließen konnte. Das Wesen begab sich augenblicklich in eine Gel-Transportbox, die sich nach seinem Betreten sofort schloss, ein Mundschutz über dessen Schnauze sich wie von Geisterhand stülpte um das Wesen mit Sauerstoff zu versorgen. Im selben Moment fuhren lange Nadel ins Fleisch des Tieres um sich dort den jeweiligen Weg ins Adersystem des Puma-Wesens zu suchen. Kaum hatte das Puma-Wesen den Teils seine transportablen Bewusstseins ins Mutterschiff transferiert und schon füllte sich die Box mit einem Gel, dass das Tier davor schützte bei allzu gewagten Manövern zerquetscht zu werden und jeden Knochen im Leib gebrochen zu bekommen.

Beim Mutterschiff angekommen wurde die Box sofort von einer Automatik in einen anderen Bereich des Mutterschiffes verfrachtet. Dieser Bereich, die Gruft genannt, schirmte alles was sich dort befindet vor sämtlichen Strahlungsarten ab, einschließlich der G-Kräfte durch die Kurskorrektur und Einschwenken in eine andere Richtung sowie die immense Beschleunigung, die das Schiffe innerhalb kürzester Zeit so nahe wie technisch möglich an die Lichtgeschwindigkeit heranzuführen. Die automatisch laufenden Hyperraumkonverter des Schiffes übernahmen schließlich und das Schiff verschwand mit Höchstgeschwindigkeit im Hyperraum. Leider konnte das Schiff nicht die Quantensprung Technik verwenden. Dazu müsste es an dem Ort schon einmal dort gewesen sein, damit diese Technik funktionierte. Aber auch so war das Schiff in wenigen Momenten an seinem Ziel und wurde in eine Sonnensystem mit einer Sonne vom G-Typ ausgespuckt. Dabei benutze der Konverter die Sonne als Orientierungspunkt. In dieser materialisierte es und nutze den kurzen Moment bis zum Rand dieses Sterns, um etwaige Orientierungen vorzunehmen.

 

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Haupthandlung 8

Da die großen Trägerschiffe ebenfalls  von einer Vielzahl von Angriffsjägern begleitet werden, dürften, die sich deshalb wohl vor allem auf die Jägerschiffe des Kollektivs stürzen, die mit den  Hyperraumfernlenkgeschossen ausgestattet sind. Doch bei diesem Kampf unterliegen die Robotangriffsjäger denen des Kollektivs, die über eine wesentlich effektivere Waffen für den Nahkampf verfügen als die Jäger der Roboter-Kultur. Außerdem nützt es ihnen wenig, wenn sie einige der Jäger des Kollektivs ausschalten aber zahlenmäßig mehr Verluste verbuchen müssen als die Jäger des Kollektivs. Zudem haben die Kollektivjäger vorher bereits mittels ihrer Hyperraumfernlenkgeschosse einen großen Schaden bei den Trägerschiffen angerichtet, die damit wohl nicht rechnen, dass diese Geschosse, die zum größten Teil aus Nuklearbomben kleineren Formats bestehen und unerkannt hinter die Schirme ihrer Trägerschiffe gelangen, ihre Hauptaufgabe dadurch erledigten, dass sie die Konverter ihrer Schutzschirme ausschalten, so dass die Angriffsjäger des Kollektivs, die ihre Kämpfe mit den Jägern der Roboter für sich verbuchen dürfen, nun ein Leichtes haben, sich gegen die Bordgeschütze der Trägerschiffe durchzusetzen. Damit diese Angriffe gegen die Robotschiffe kein Menschenleben kosten, werden sie von Kristallträgereinheiten, die sich innerhalb sicherer Bares und Mantaschiffen befinden, ferngesteuert. Die Roboteinheiten des Kollektivs, die sich gegen die Kampfmaschinen auf den Planeten zur Wehr setzen, bekommen ihre Befehle ebenfalls per Fernsteuerung aus einem der durch Schutzschirme gesicherten Hauptkontinente oder -Stationen damit hier ebenfalls keine lebenden Opfer zu erwarten sind. Für die Trägerschiffe außerhalb der Planeten kümmern sich die menschlichen Verbündeten: Aus diesem Grund haben die Führung der VPS alle ihre in der Nähe der Nordheimat des Kollektivs befindlichen BASEs zum großen Sprungtor geordert, um sie von dort aus zur Südheimat des Kollektivs zu bewegen. Dort werden sie dann an die markanten Stellen des Systems geschickt, an welchen die Roboterträgerschiffe auftauchen.

Da eine BASE hinter ihrem Schirm aus dem Material der Mantarochen vor den Waffen der Trägerschiffe sicher und unangreifbar sind, gehen sie so vor, dass sie aus dem Schutz der Unsichtbarkeit heraus die Trägerschiffe eines nach dem anderen mit ihren Hyperraumfernlenkgeschossen  derart schwächen, dass Sie dann nur noch ihre Schlachtschiffe und Drohnen aus ihrem Inneren ihrer 500 km durchmessenden Kugeln ausschleusen, die dann den Rest erledigen: Nachdem die Trägerschiffe durch den Angriff der BASE mit ihren Hyperraumfernlenkgeschossen die schweren Waffen ausgeschaltet haben, übernehmen die kleineren Einheiten der VPS-Schiffe und die Kampfschiffe diese Aufgabe. Die Jäger von denen die Trägerschiffe begleitet werden, können den VPS-Schlachtschiffen nur in hoher Stückzahl gefährlich werden, deshalb schickt die VPS ihre Drohnen los, so wie sie auch an Bord unseres Mantaschiffes in großer Stückzahl auf ihren Einsatz warten. Für die Jäger der Roboterschiffe sind die Drohnen der VPS dann tatsächlich eine Nummer zu groß, zu wendig und zu gut bewaffnet. Dasselbe gilt auch für die Schlachtschiffe der VPS, für die die Schlachtschiffe der Robot-Kultur keine echten Gegner darstellen. Alles in allem sollte über kurz oder lang die VPS und die Kampfeinheiten der Gemeinschaft die Oberhand gewinnen. Eigentlich. Hier liegt wohl auf der Hand, dass es darauf ankommt, wie viele Roboterschiffe denn noch ins Sonnensystem eindringen würden. Durch eine zahlenmäßige Überzahl der Robot-Kultur könnten die Robotereinheiten die Planeten, die nicht wie der Hauptplanet der Gemeinschaft durch ihren Schutzschirm des großen Sprungtores tabu und geschützt sind, ansonsten alle anderen Planeten, Monde und Raumstädte einnehmen. Zwar haben auch hier die Gemeinschaft vorgesorgt und alle Verteidigungsstationen im Orbit und auf den Planeten mit den Hyperraumfernlenkgeschossen ausgestattet aber auch hier kommt es drauf an, wie viele Roboter letztlich noch nachkommen und von deren Schiffen ausgeschleust werden.

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(Weiter zum nächsten Teil)

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Schlüssel des Lebens (Kartoniert)
I Falkenflug
von Anderhorst, Frank

Medium: Buch
Seiten: 272
Format: Kartoniert
Sprache: Deutsch
Erschienen: Juni 2017
Auflage: 3. Auflage.
Maße: 190 x 120 mm
Gewicht: 295 g
ISBN-10: 3833422815
ISBN-13: 9783833422812

Beschreibung
Als Klaus Winter seinen schlimmsten Albtraum erlebt, und bei der Verfolgung eines entflohenen Psychiatriehäftlings erschossen wird, setzt er damit, ohne es zu wissen, seinen Fuß in eine völlig neue Welt – eine Welt, in der keine Welt mehr existiert. Im Sternbild Skorpion liefert ihm jedoch eine unbegreifliche Lebensform den Beweis, dass vielleicht noch etwas zu tun bleibt für einen jungen Kriminalmeister des vergangenen 20. Jahrhunderts. Ihn erwartet die letzte und größte Herausforderung seines Lebens – das Tor zu einem anderen Universum, in dem der „Schlüssel des Lebens“ verborgen liegt.

Autor
Frank Kropp, geboren 1971 in Würzburg. Nach dem Gymnasium und einer Lehre als Ver- und Entsorger arbeitete er als Abwassermeister im Landkreis Kitzingen. Seit 1992 schreibt er Science-Fiction. Unter anderem schrieb er längere Zeit am Fanzine „Sternenfeuer“ mit, das vom Science-Fiction-Stammtisch „SFS-Würzburg“ herausgegeben wurde. Unter dem Pseudonym Francis Kincaid veröffentlichte er darin verschiedene Kurzgeschichten und Beiträge.

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