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DAS KOMITEE – Leseprobe (Teil 3) Roman von Neal Asher

DAS KOMITEE

Leseprobe (Teil 3)
Roman
von
Neal Asher

(Zum vorherigen Teil)

„Das läuft vollautomatisch“, erklärte Saul, deutete auf den dicht gedrängt stehenden Maschinenpark und ging hinüber zu einer Glasvitrine am Kartografen. Darin lag ein Zylinder aus gebürstetem Aluminium auf der Seite: einen halben Meter lang und von zehn Zentimetern Durchmesser. Aus einem Ende ragten schichtweise Segmente, getrennt durch dünnere Schichten Isolierschaum, alle entlang einer einzelnen Stange ausgerichtet. Während die drei Personen zusahen, senkte sich ein Arm mit einem Miniaturgreifer am Ende auf eines der Segmente herab, das herumglitt und ihm so eine Probe anbot. Der Greifer schloss sich um ein dünnes Glasröhrchen und holte dieses hervor, schwenkte es zur Seite, deponierte es in einem Kasten, der am eigentlichen Kartografen hing, und gab es dort frei. Der Kasten klappte nach oben in die Kartierungsmaschine und rotierte, bis er außer Sicht war.

„Es hat damals im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert Jahre gedauert, das menschliche Genom zu entschlüsseln“, erläuterte Saul. „Wir haben seitdem einige Fortschritte gemacht und können den gleichen Vorgang heute in Tagen durchführen.“

„Es ist jedoch noch immer ein teurer Vorgang“, stellte Coran fest. „Ich habe mir die Analysen angesehen. Die Kartierung einer einzelnen Probe kostet über achthundert Euro – entsprechend dem Gemeindekredit, den eine Standardfamilie in einer Woche erhält.“

„Gewiss“, pflichtete ihm Saul bei, konnte sich jedoch den Zusatz nicht verkneifen: „Oder die ungefähren Pro-Kopf-Kosten eines Personaldinners der Aufsichtsbehörde.“ Ohne sich umzudrehen und nachzusehen, wie Coran darauf reagierte, ging er zur Tür am anderen Ende des Raums, die in das Hauptlager führte, wuchtete den Hebel nach unten und drückte sie auf. Kalte Luft fuhr heraus. „Das ist unser Hauptlager.“

„Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir Ihre Einstellung gefällt“, bemerkte Coran schnippisch, während er Saul auf den eiskalten Gang zwischen den eingelagerten Kisten folgte.

Ladebots, die hier arbeiteten, standen an der diesseitigen Wand aufgereiht wie Reiher aus Stahl und Plastik und beluden oder entluden die Förderbänder, die zu den Kartierungsräumen führten. Ein einzelner weiterer Roboter stand an der Rückwand des Lagers. Er hatte eine der großen Kisten mit abgerundeten Ecken aus dem Regal an der Rückwand genommen, packte in gleichmäßigem Tempo den Inhalt aus und stellte die Probenzylinder ordentlich daneben auf, als wären es Kegel. Ein solch flottes Auspacken stellte hier nicht das übliche Verfahren dar, aber Saul bezweifelte, dass es Coran auffallen würde. Saul ging zu der Kiste hinüber, starrte sie für einen langen Augenblick an und ballte die Fäuste. Denn drehte er sich unvermittelt um. Angesichts der Vertrautheit, die er bei ihrem Anblick empfand, war ihm ein Schauer über den Rücken gelaufen, denn sie ähnelte sehr seiner Kiste.

„Was Ihnen gefällt oder nicht, das ist mir vollkommen gleichgültig“, stellte er ruhig fest.

Die Leibwächterin war vor Coran eingetreten und hatte sich nach rechts bewegt. Ihre Aufmerksamkeit war zu der Reihe der Roboter abgeschweift. Saul wartete, bis sowohl sie als auch Coran ihm näher als zwei Meter gekommen waren, und deutete zur Tür hinter ihnen.

„Das interessiert mich“, ergänzte er.

Was nur ein Ablenkungsmanöver war.

Coran drehte sich um und sah hinter sich, aber nachdem die Leibwächterin die Roboter als potenzielle Gefahrenquelle eliminiert hatte, konzentrierte sie sich wieder ganz auf Saul. Dunst und elektrisches Knistern breiteten sich aus, als Saul seinen Stunner mit voller Ladung abfeuerte. Die Leibwächterin stolperte, ging jedoch nicht zu Boden, da die durch ihre Uniform gefädelten Kupferdrähte die Ladung durch die Stiefel jagten. Als Coran gerade Anstalten traf, sich Saul wieder zuzuwenden, trat der auf ihn zu, und hämmerte ihm die rechte Handkante in die Kehle. Coran krachte in das Regal hinter ihm, konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und klappte würgend zusammen.

Noch während Coran zu Boden ging, hatte sich die Leibwächterin erholt und stürmte vor, den Teleskopschlagstock schon gezückt und ausgefahren. Im Drehen ließ Saul den Stunner fallen und trat ihr ins linke Knie, worauf sie leicht taumelte. Dann setzte er mit dem ersten Karateschlag in ihren Solarplexus nach. Das brachte sie mit Wucht zum Stehen, aber die subdermale Panzerung und das kugelsichere Top absorbierten den größten Teil der Schlagenergie.

Ein grauenhaftes Lächeln erschien in ihrem Gesicht. Saul hatte einen Assessor der Aufsichtsbehörde und sie selbst angegriffen, sodass die Samthandschuhe aus dem Spiel waren und sie eine extreme Reaktion rechtfertigen konnte. Das Grinsen verschwand jedoch wieder, als Sauls zweiter Schlag ihr die Nase flachhämmerte und sie ein Stück weit zurücktrieb. Sie holte mit dem Schlagstock aus, aber er nahm den Kopf gerade ausreichend weit zurück, damit ihr Hieb ins Leere ging. Dann setzte er mit einem Faustschlag an ihren oberen Brustkorb nach, direkt unter der Achselhöhle, wo sie weniger stark geschützt war, packte sie am rechten Handgelenk, zog sie heran und stieß ihr das Knie in die Leiste und einen Ellbogen ins Gesicht, gefolgt von einem wuchtigen Tritt auf den Spann des Fußes. Sie konnte einen linken Haken in seinen Bauch landen, den er einsteckte, ehe er ihr die Stirn direkt an die schon gebrochene und blutende Nase hämmerte. Dann schob er sich von ihr zurück.

Es schien vorbei zu sein, denn solche Verletzungen konnte sie nicht wegstecken und somit keine der weiteren Waffen ziehen, die sie am Gürtel trug. Sie ließ den Schlagstock fallen und griff nach dem Deaktivator, um ihn einzusetzen. Plötzlich weiteten sich ihre Augen, als sich die Zylinderklammern eines Ladebots um ihren Hals schlossen, sich seine zwei Kieferpaare hydraulisch schlossen – eines direkt unter ihrem Unterkiefer und das andere zwei Zentimeter tiefer – und er sie vom Boden hob. Sie trat einen Augenblick lang aus und versuchte, die Klammern zu packen, aber sie gruben sich ihr schon zu tief ins Fleisch hinein.

Mit letzter Kraft versuchte sie, die vollautomatische Pistole zu ziehen. Zu spät. Ein grausiges Knirschen ertönte, als sich die obere Klammer zehn Zentimeter weit seitwärts bewegte und ihr so das Genick brach. Einen Moment lang hing sie zitternd im Griff des Roboters und sackte dann leblos zusammen.

Saul wandte sich erneut Coran zu, der sich inzwischen wieder auf Hände und Knie hochgestemmt hatte und dabei nach wie vor würgte. Der Winkel von Sauls Hieb hatte nicht ausgereicht, um ihm den Kehlkopf zu zertrümmern oder den Hals so stark zu verletzen, dass er durch die Schwellungen entweder bewusstlos wurde oder starb.

„Du hättest deine Schusswaffe benutzen sollen“, tadelte Janus Saul. „Du hast dich unnötig in Gefahr gebracht.“

Saul drückte die Hand auf die Automatik, die er noch immer verdeckt unterm Laborkittel trug. Das Magazin enthielt zehn hülsenlose panzerbrechende Keramikgeschosse, die Sheilas Jacke und subdermale Panzerung glatt durchschlagen hätten.

„Das hätte eine Schweinerei angerichtet“, entgegnete er. „Ich mag keine Schweinerei.“

„Die eiskratzenden Reinigungsbots hätten aufgewischt.“

„Trotzdem“, sagte Saul, dem klar wurde, dass der Anblick der Kiste ihn stärker beeinflusst hatte, als er zugeben wollte, und dass die dadurch geweckten Erinnerungen der Grund waren, warum er die Hände benutzt hatte.

Coran gelang es, den Blick der blutunterlaufenen Augen zu ihm zu heben. Saul überlegte, ob er den Kopf des Mannes auf den Boden hämmern sollte, aber er wollte Corans Gesicht nicht beschädigen. Er trat ihn wieder flach auf den Boden, drückte ihm den Fuß in den Rücken, packte seine beiden Arme und zog sie aufwärts, wodurch er ihm das Rückgrat brach. Als Nächstes drehte er Coran um, das Gesicht nach oben, legte ihm eine Hand auf den Mund und kniff ihm die Nase zu. Wenig später war alles vorüber.

Sein Atem ging in der kalten Luft nur wenig schneller. Er unterbrach sein Tun und starrte die beiden an, deren Leben er so schnell ausgelöscht hatte. Er versuchte, etwas zu empfinden, fand aber nichts, bückte sich, um Corans Leiche aufzuheben, und packte sie in die jetzt leere Kiste. Als Nächstes holte er einen Teil seiner übrigen Ausrüstung aus der Tasche – ein Skalpell und die Art kleiner kombinierter Such-und-Prüf-Apparate, wie sie in Krankenhäusern für ID-Implantate benutzt wurden – und wandte sich der immer noch im Griff des Roboters hängenden Frau zu. Er krempelte ihr den Ärmel hoch, fand alsbald die Stelle am rechten Unterarm, wo das ID-Implantat steckte – eine kleine Kugel Hardware von etwa zwei Millimetern Durchmesser -. Nachdem er einen Schnitt rings um eine subdermale Platte unter ihrer Haut ausgeführt hatte, klappte er sie auf, um an das Objekt darunter zu gelangen.

„Wirf sie in die Kiste“, sagte er laut und drückte das Implantat ins Prüfgerät. Das Implantat dürfte nicht beschädigt worden sein, und entsprechend ging es bei der Prüfung nicht um diese Frage. ID-Implantate schalteten sich ab, wenn sie lange genug außerhalb eines menschlichen Körpers blieben, aber das Prüfgerät würde das Exemplar im aktiven Zustand halten.

Auf seinen Gummilaufketten rollte der Ladebot, der die Frau hielt, zur Kiste hinüber und warf die Leiche auf die Corans. Saul verwandte einige Augenblicke darauf, die Gliedmaßen der beiden so zu arrangieren, dass er den Deckel zuschieben und den Verschluss einschalten konnte. Ja, es war eine Kiste gewesen, eine kleinere, wenn das Gedächtnis ihm keinen Streich spielte – aber in genau solch einer Kiste war er zur Welt gekommen.

***

Der Übergang ins Bewusstsein hatte sich in die Länge gezogen. Saul wurde in Dunkelheit geboren, der Kopf voller Erinnerungen an Schmerzen – eine chaotische Montage aus körperlichen Verletzungen, die ihn zu etwas reduziert hatten, was kaum noch mehr war als blutiges und verbranntes Fleisch an der Schwelle des Todes – und an den, der ihn verhört hatte. Saul sah ihn deutlich vor sich, einen Mann in einem engen, hellen Anzug, der an der von Steroiden aufgemotzten Gestalt beinahe aus den Nähten platzte, einen Mann mit glänzendem Diamantknopf im Ohr, mit feucht zurückgekämmten schwarzen Haaren, das Raubvogelgesicht mit einer Miene tiefer Sorge, die sich nicht auf die glänzenden blauen Augen erstreckte. Saul erwartete, dass der Mann auf seine übliche verschachtelte und politisch korrekte Art über „Verrat“ faseln würde, über „den Zweck, dem wir dienen“ und das „einfache Volk“. Er rechnete mit der Rückkehr der Schmerzen. Die Erinnerung daran spannte seinen Körper an, bis er hart wie Eisen war.

Und doch weigerten sich die Schmerzen jetzt hartnäckig, spürbar zu werden. Schließlich beugte er die Finger. Sie fühlten sich okay an; er öffnete den Mund, fuhr sich mit der Zunge über die trockenen Lippen und verlagerte den Rest seines Körpers in dem engen Ein-Meter-Kubus, in dem er sich wiederfand. Nach wie vor keine Schmerzen, obwohl er sich der Bewegung bewusst wurde, eines konstanten Rumpelns unter ihm, und der Gegenstände, die von außen an seinen Kasten stießen oder daran entlangstrichen.

„Wo zum Teufel bin ich?“, fragte er. Worte, die scheinbar unaufgefordert ihn ihm aufstiegen.

Sofort meldete sich eine ausdruckslose, androgyne Stimme zu Wort, was klang, als spräche ihm jemand von der Seite direkt ins Ohr: „Du steckst in einer Transportkiste aus Plastik, die derzeit auf dem Förderband zum Zuführungsmagazin Eins der kommerziellen Müllverbrennungsanlage Calais unterwegs ist.“

Er wusste genau, was das bedeutete, und fing an zu strampeln, drückte an das glatte Plastik ringsherum, hämmerte die Fäuste an den Deckel.

„Hol mich hier raus!“, kreischte er.

„Dazu wird es nötig sein, die Förderanlage stillzulegen und in Gegenrichtung neu zu starten.“

„Dann schalte sie verdammt noch mal ab!“

Sofort stoppte das Rumpeln unter ihm, und Objekte krachten und klapperten überall rings um die Kiste, die in Schräglage endete. Dann fuhr das Förderband in Gegenrichtung wieder an, landete die Kiste in der Aufrechten und drückte Sauls Körpergewicht in vollem Umfang auf Schultern und Nacken. Nach wenigen Minuten, in denen es so weiterging, packte irgendetwas knirschend die Kiste, bog deren Flanken auf allen Seiten ein, hob sie hoch und schwenkte sie rasch zur Seite. Sie fiel unvermittelt, stürzte krachend auf eine Ecke, die sich einbeulte, und kippte flach auf eine Seite.

„Sei nicht beunruhigt“, redete ihm die Stimme zu.

Aufs Neue knirschte etwas an der Kiste, hob sie auf und ließ sie fallen. Risse breiteten sich aus, durch die Licht hereinfiel; der Deckel löste sich ein Stück weit. Als die Kiste erneut herabkrachte, stemmte sich Saul gegen den Deckel und fiel der Länge nach hinaus, und selbst die fahle Beleuchtung der Umgebung schien ihm zu viel für seine Augen.

Überall stank es hier nach Fäulnis und Rauch. Er fuhr ruckartig herum, als das breite, mit Müll beladene Förderband erneut anlief. Er krabbelte hastig zur Seite, als über ihm ein Stahlgreifer an einem mehrgliedrigen Kranausleger zurück in eine Position über dem Förderband schwenkte. Saul betrachtete seine Umgebung und stellte fest, dass er jetzt im Bauch einer Sortiermaschine hockte, an deren einem Ende ein Haufen Metallschrott lag, der zur Wiederverwertung bestimmt war.

„Bist du verletzt?“, fragte ihn die Stimme.

Albtraumhafte Erinnerungen erklärten ihm, dass ihm auch alle Mittel der Welt nicht mehr eingebracht hätten als einen Spaten und einen Müllsack, aber als er sich selbst genauer betrachtete, entdeckte er nur ein paar Schnitte an den Händen, die auf die Glasscherben am Boden ringsherum zurückgingen. Vielleicht verdeckte sein Papieroverall noch weitere Verletzungen, obwohl er nicht mehr spürte als wunde Stellen und eine starre Verkrampfung. Vorsichtig stand er auf; Rückgrat und Knie knackten, und ein plötzlicher Krampf krümmte ihm die Füße. Er blickte für einen langen Augenblick auf die Dinger hinab, in denen seine Füße steckten – Gegenstände aus dem gleichen komprimierten Papier wie der Overall, aber mit dickeren Unterseiten – und konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, wie man sie nannte.Er warf erneut einen Blick in die Runde und fragte sich, woher die seltsame Stimme kam.

„Wer zum Teufel bist du?“, fragte er. „Und wo steckst du?“

„Mein anfänglicher Name lautet Janus“, antwortete die Stimme. „Ich rede über ein Fon mit dir, das in den Knochen direkt hinter deinem rechten Ohr implantiert wurde, aber ich wechsle meinen Standort fortlaufend über die Server des Govnet hinweg.“

Saul verstand sofort. „Du bist eine künstliche Intelligenz.“ Er brach ab und dachte nach und stellte dann eine Frage, die ihm erst jetzt einfiel.

„Mein Name lautet Alan Saul, aber …“ Obwohl er sich jetzt klar an ihn erinnerte, kam ihm der eigene Name vor wie ein Etikett auf einer leeren Schachtel.

„Du hast erklärt, dass du Alan Saul heißt“, lautete Janus‘ Reaktion.

„Das reicht nicht“, erklärte Saul. „Ich erinnere mich nicht … an mich.“

„Mir geht es ähnlich, denn mein Beginn liegt erst sechsundzwanzig Stunden zurück.“

Eine entsetzliche Panik spülte über Saul hinweg. Er kannte die Welt, in der er existierte. Er wusste, wie sie funktionierte, und er wusste, dass er über erhebliche mentale Ressourcen verfügte. Klaffende Löcher hatten sich jedoch in seinem Verstand geöffnet, zum Beispiel die Bezeichnung für die Dinger an seinen Füßen, der Grund, warum man ihn verhört hatte, und die Frage, warum sein Körper keine Spuren der Folter zeigte, die er erlitten hatte. Oder wie es kam, dass er sich in einer Kiste auf dem Weg in die Müllverbrennung wiedergefunden hatte, oder wie sein gesamtes Leben zuvor verlaufen war oder wer er wirklich war, mal von seinem Namen abgesehen. Als er zwei Jahre später eine Chirurgensäge an Avram Corans Hals ansetzte, erinnerte er sich noch immer nicht an den größten Teil seines vorangegangenen Lebens. Inzwischen hatte er jedoch genug über die Aufsichtsbehörde erfahren, um zu wissen, wie er in jener Kiste gelandet war. Er erinnerte sich außerdem an genug, um daraus zu folgern, dass sich sein Weg dorthin von dem anderer Opfer unterschieden hatte.

Sein Verhörleiter hatte in Sauls Kopf installierte Hardware benutzt, um seinen Verstand direkt zu bearbeiten. Wenn anschließend fragmentierte Erinnerungen aufkamen, waren sie von hineingearbeiteten körperlichen Verletzungen begleitet, die gar nicht wirklich eingetreten waren. So erinnerte er sich deutlich daran, wie er in einem Rahmen hing, während er lebendig gehäutet wurde, wie die Vollstrecker der Aufsichtsbehörde Hautlappen aufschnitten und sie dann mit Zangen an den blutigen Kanten zurückschälten; wie er in kochendes Wasser getaucht wurde; oder wie er an einen Stuhl gefesselt saß, wo man einen Lkw-Reifen über ihn gezwängt hatte, und er entsetzt auf den Augenblick wartete, wenn sie das brennende Streichholz auf seinen benzingetränkten Körper warfen.

Und natürlich erinnerte er sich daran, dass der Verhörleiter in einem fort zugesehen hatte, die Arme verschränkt, eine ablehnende, aber aufmerksame Miene im Gesicht, während er Fragen stellte, an die sich Saul nicht erinnerte. Niemand hatte die Absicht gehabt, ihn wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Es war nur darum gegangen, jeden Fetzen Information aus ihm herauszufoltern, ehe sie sich seiner entledigten. Er wusste nicht, um welche Informationen genau es ging, und ebenso wenig, wie er an die Hardware in seinem Schädel gekommen war.

Aber jemand wusste es, dessen war er sicher: Hannah Neumann.

(…)
Copyright (c) 2014 by Neal Asher. Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Bastei Lübbe Verlags.

Bildrechte: Cover-Apokalypsen.jpg © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildrechte: “Waffentod – Im Meer der Zeiten” (Waffentod41.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

WIE DIESER ROMAN WEITERGEHT, ERFÄHRT MAN HIER, EINFACH AUF DAS COVER ODER EINEN DER BESTELLLINKS KLICKEN:

Asher, Neal
Das Komitee

Roman

Übersetzt von Schichtel, Thomas
Verlag :      Bastei Lübbe
ISBN :      978-3-404-20765-7
Einband :      Paperback
Preisinfo :      8,99 Eur[D] / 9,30 Eur[A] UVP / 13,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 18.07.2014
Seiten/Umfang :      576 S. – 18,6 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 2014 18.07.2014
Aus der Reihe :      Science Fiction. Bastei Lübbe Taschenbücher

IST DER PREIS FÜR DAS ÜBERLEBEN UNSERE MENSCHLICHKEIT? … Von einer Raumstation aus führt das Komitee ein Schreckensregime über die ausgebeutete Erde. Es gibt zu wenige Ressourcen, die auf zu viele Menschen verteilt werden müssen – und systematisch werden Menschen kategorisiert und getötet, um die Bevölkerungszahl zu regulieren. In dieser Welt erwacht Alan Saul: in einer Kiste, auf dem Weg zu einer Verbrennungsanlage, ohne Erinnerung. Er fasst den Plan, sich zu befreien – und es mit dem Komitee aufzunehmen …

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Updated: 13. August 2015 — 22:18

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