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DAS GEHEIMNISVOLLE ARTEFAKT – Kurzgeschichte von Barbara Wegener

DAS GEHEIMNISVOLLE ARTEFAKT

eine

Kurzgeschichte

von

Barbara Wegener

„Bald ist es soweit. Lange genug haben wir warten müssen.“

Seine Brüder nickten.

„Als man uns die Zeitspanne nannte, in der das Artefakt auftauchen würde, haben wir nicht geglaubt, dass wir den vollen Zeitraum benötigen würden. Noch eine Woche. Noch eine Woche und wir haben es spätestens in unseren Händen. Lasst uns nun beginnen. Vielleicht haben wir Glück und es befindet sich bereits in unserem Besitz.“

Die in schwarze, lange Umhänge gekleideten Männer schritten in langer Reihe durch den dunklen Gang, der vor Jahrhunderten in den Fels gehauen worden war.

Die Kapuzen verdeckten ihre Gesichter, so dass sie selbst im Schein der Fackeln, die jeder von ihnen trug, nicht wahrgenommen werden konnten.

Tiefer und Tiefer ging es in den Berg.

Unzählige Male waren sie diesen Weg gegangen. Unzählige Brüder vor ihnen hatten den Weg genommen. Sie würden die Letzten sein.

Der Prior erreichte das Ende des Tunnels.

Selbst wenn es einem Unbefugten gelingen sollte, bis hierher vorzudringen, würde er vor einer massiven Steinwand am Weitergehen gehindert.

Nur die Mitglieder der Bruderschaft besaßen die Macht den Stein zu durchdringen.

Einer nach dem anderen verschwand und der Tunnel versank wieder in absoluter Finsternis.

Hinter der nun durchdrungenen Wand öffnete sich eine weite, hohe Höhle der Bruderschaft.

„Beginnen wir. Es liegen anstrengende Tage vor uns.“ Der Prior trat als erster vor den Stapel, der vor ihnen lag, griff in die Tasche seines Umhangs und streifte den breiten, goldenen Ring über den Mittelfinger seiner rechten Hand. Sie übrigen Mitglieder der Bruderschaft folgten seinem Beispiel.

Stunde um Stunde zogen sie ein Stück Stoff nach dem anderen aus dem Stapel, konzentrierten sich kurz und warfen es dann hinter sich.

Mittlerweile schmerzten ihre Knie und Rücken, sie hatten Hunger und Durst und waren sehr, sehr müde. Mechanisch griffen sie immer wieder nach den Stoffstücken und wie in all den vergangenen Jahrhunderten war es immer wieder ein Fehlschlag.

Deshalb dauerte es eine geraume Weile, bis jeder der Bruderschaft auf den erschrockenen Ausruf des Jüngsten Mitglieds reagierte.

Zweifelnd blickten sie zu ihm, als er ein graues Stück Stoff vor sich her schwenkte.

„Ich… Ich glaube ich hab das Artefakt gefunden. Der Ring… Der Ring leuchtet rot.“

Demonstrativ hielt er die rechte Hand empor, damit jeder das starke Leuchten sehen konnte.

Der Prior stand mit einem Ächzen auf und lief zu ihm. Vor Aufregung zitternd nahm er ihm das kleine Stoffstück ab. Ein Aufschrei ging durch die Runde, als auch sein Ring rot zu leuchten begann.

„Das Artefakt. Wir haben es gefunden. Nun wird alles gut.“ Tränen standen in seinen Augen. „Ja. Es ist eindeutig. Nie wieder werden wir aus den Waschzubern und –maschinen Socken stehlen müssen. Nie wieder werden Hausfrauen und –männer verzweifelt nach dem Grund fragen, warum zwei Socken in den Bottich, aber nur einer heraus genommen werden kann.“

Fast andächtig ging er, gefolgt von seinen Brüdern zum steinernen Altar, der auf der anderen Seite der Höhle lag. Langsam legte er die Socke auf eine kleine Erhebung in der Mitte.

Ein lautes Grollen erfüllte den Raum, als sich der Stein um das Stück Stoff schloss.

Ein starker Wind wirbelte alle Socken, die seit hunderten Jahren hier gesammelt worden waren auf und trug sie in die Welt hinaus. Jede Socke wurde an den Platz zurückgeschickt von dem sie einst entwendet wurde.

Als sich die Höhle nun vollkommen geleert hatte erschien ein flammender Schriftzug über den Köpfen der Bruderschaft.

Das erste Artefakt ist heimgekehrt. Nun habt ihr bis zum 01.07. 3012 Zeit den magischen Schuh zu finden.

Der Prior seufzte. „Lasst uns beginnen…“

-Ende-

Copyright (c) 2011 by Barbara Wegener

Bildrechte: Coverillustration “Überraschungsgeschichten-der-besonderen-Art1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Kaufempfehlung der Autorin:

Heim, Bernadette
Socken, die von Herzen kommen

Verlag :      Leinpfad Verlag
ISBN :      978-3-942291-06-4
Einband :      gebunden
Preisinfo :      9,90 Eur[D] / 10,20 Eur[A]
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Letzte Preisänderung am 18.11.2010
Seiten/Umfang :      ca. 96 S. – 20,0 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 11.2010
Gewicht :      256 g

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Kennen Sie das auch? Während SIE vor Weihnachten jede Menge Anspielungen für supertolle Geschenküberraschungen macht, glaubt ER, mit einem Pfannenset ihre geheimen Wünsche erraten zu haben.

Doch frau hat ihr Päckchen nicht nur mit unsensiblen Geschenken zu tragen. Nein, ständig muss sie um die Ordnung in Haus und Heim kämpfen oder sich mit nicht zusammenpassenden Socken auseinandersetzen. Daneben nerven die mangelnden Heimwerker-Qualitäten des Ehemannes und mal wird sie von ihren Füßen, mal von ihrem Navi im Stich gelassen. Aber: Schlimmer geht immer, dann nämlich, wenn ein Besuch im schwedischen Möbelhaus die Ehe auf die Probe stellt …

In ihren kurzweiligen Kolumnen beschreibt Bernadette Heim nun schon zum dritten Mal die Freuden und Leiden des Alltags, wie immer mit einem Augenzwinkern. Kolumnen, die von Herzen kommen!

Die gebürtige Bingerin Bernadette Heim, Jg. 1958, hat als Journalistin ihr Hobby zum Beruf gemacht. „Socken, die von Herzen kommen“ ist nach „Die Socke bringt es an den Tag“ und „Die Socke im Bermudadreieck“ ihr dritter Band mit Kurzgeschichten. Die für diese Bücher ausgewählten Texte erscheinen seit 1994 unter dem Titel „Querspalte“ regelmäßig im Binger Wochenblatt.

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24 Comments

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  1. Und dein Buchtipp passend zur Story?

  2. Barbara Wegener

    wie wärs mit:

    Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine. Eine Einführung ins skeptische Denken
    Taschenbuch: 199 Seiten
    Verlag: Alibri Verlag Gunnar Schedel (2002)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3932710347
    ISBN-13: 978-3932710346

  3. Das hätte ja auch zu deiner anderen Story gut gepasst, richtig? Dieser Titel aus dem Jahr 2002 ist aber nicht sinnvoll, da es für Titel vor 2010 keine Gewinnspiel-Freiexemplare-Zusagen gibt. Also bitte einen Titel aus 2010 bis 2011!

  4. Barbara Wegener

    Nun, dann dies hier:

    Socken, die von Herzen kommen
    Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
    Verlag: Leinpfad Verlag; Auflage: 1. (4. November 2010)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3942291061
    ISBN-13: 978-3942291064

  5. Ok, mach ich morgen rein, bin schon auf Achse!

  6. Das riecht verdächtig nach einer oder mehreren Fortsetzungen ;-). Die Schuhe sind dann spätestens in 1000 Jahren dran. Sind die „Brüder“ eigentlich mit Yvonnes Sockenmonstern verwandt? 🙂

    Aber auf was diese Mönche in Endeffekt warten ist mir nicht ganz klar geworden, wozu also dieses (und andere?) Artefakt gut ist.

  7. Haha, und wieder ein Geheimnis gelüftet. Bei mir ist der Sockentornado übrigens noch nicht angekommen, bei mir fehlen immer noch welche 🙁

    @Micha
    Geht’s uns nicht allen so, dass wir nicht wissen was wir tun? 😉

  8. Barbara Wegener

    Ich habe vor, das Geheimnis am 01.07. 3012 zu lüften. Wartet einfach ab 😛

  9. 3012?

    Bist du unsterblich? Hast du einen Platz in einem Cryotank gebucht?
    Oder: Wer bist du und was hast du mit unserer Barbara gemacht?

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  10. Barbara Wegener

    *gg* Ich bin ein hoffnungsloser Optimist.
    Außerdem hat man schon so oft gesagt, dass ich nicht lange leben werde (als ich 12 war, meinte ein Arzt, dass ich keine 30 werde. An meinem 30. Geburtstag hat er Simmel von mir bekommen: Hurra, wir leben noch^^)
    Du siehst also, es wird nicht einfach werden, mich unter die Erde zu bringen^^
    Und – was sind schon 1000 Jahre. Schau dir das Universum an. 1000 Jahre zählen da überhaupt nicht.

  11. Als Mann mit Interesse an Geschichte fallen mir natürlich zwei Zahlen auf: 12 und 1.000.

    Natürlich hat diese von mir angedeutete Wahrheit GAR nichts mit dir zu tun. Meinst du, hier tummeln sich Leute, die wissen, was ich mit diesen beiden Zahlen meine? Vor allem die jüngere Generation wird hier (leider) vermutlich passen müssen. Umso mehr würde ich mich freuen, wenn gerade ein Teenager auf die Antwort käme.

    Auch für den Begriff „relativ“ kann man 12 und 1.000 verwenden. Für die Welt erschienen diese 12 Jahre relativ lang und alle hatten gehofft – und ja auch Recht behalten -, dass diese 12 Jahre zu keinen 1.000 wurden.

    Na? Na?

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 🙂

  12. Felis Breitendorf

    Du meinst das Reich!

  13. Jepp, natürlich. Aber dass du das wußtest, Felis, hatte ich als sicher angenommen. Da du es aber noch nicht ganz offenbart hast, bleibt der Teenager-Generation noch die Chance, es völlig zu klären. Schließlich gab es in der Vergangenheit ja genügend Reiche.

    mgg
    galaxykarl 😉

  14. Dank deines Kommentars, Felis, ist es mir jetzt auch klar geworden. Obwohl so geschichtliche Sachen nicht so mein Ding sind 🙁

  15. Mein Urgroßvater hat immer aus dem Krieg erzählt, regelrechte Geschützgefechte an der Lafette oder wie die Dinger hießen. Wir haben als Kinder immer mit offenen Mündern zugehört von verstümmelten Leichen und geschändeten Frauen und Kindern und brennenden Soldaten, die wie lebende Fackel davonrannten. Wenn dann unsere Mutti reinkam hat sie immer furchtbar mit dem Urgroßvater geschimpft, denn wir waren ja noch sehr klein und bekamen davon furchtbare Träume.

  16. Buchtipp reingestellt, bitte mal bescheid geben, ob ok so!

  17. Barbara Wegener

    Ist ok.^^

  18. Die Sockenstory gefällt mir 🙂 Ich mag Geschichten mit Überraschungseffekt!

  19. Und magst du auch Überraschungseffekte mit Geschichte? 😉

  20. Aber immer :-()

  21. Mist, DEN Überraschungseffekt des Smilies mag ich nicht, der sollte strahlen wie die Sonne 🙂
    Ergo= Überraschungseffekt mit (Kurz-)Geschichte

  22. Ahh die beliebte Sockengeschichte mit neuem Ende 🙂 Las sich flott und ich mag gute Variationen.

  23. Felis Breitendorf

    Ich mag auch Variationen, besonders in der Liebe und beim Essen! 😉

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