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DAS AMT – ein Gedicht von Felis Breitendorf

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Das Amt

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Ein Gedicht

von

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Das Amt
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Ein Gedicht

von


Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du nichts wert bist.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du versagt hast.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du verbraucht bist.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du zu alt bist.
Du gehst zum Amt und die sagen dir, dass du keine Chance mehr hast.
Du gehst zum Amt und sie sagen, du solltest nicht mehr hoffen.

Sie verlangen von dir, dass du einsichtig bist.
Sie verlangen von dir, dass du ihrer Autorität folgst.
Sie verlangen von dir, Bereitschaft zu zeigen.
Sie verlangen von dir, dass du dich kümmerst und bemühst.
Sie verlangen von dir, dass du dich nicht aufgibst, obwohl sie es längst getan haben.
Sie verlangen von dir Unmögliches.

Deine Bemühungen werden nicht honoriert oder geachtet.
Dein Einsatz und deine Qualen bleiben unbeachtet.
Deine Fähigkeiten werden in den Dreck gezogen.
Deine Vorlieben werden lächerlich gemacht.
Deine Wünsche werden mit Füssen getreten.
Deine Träume werden zu Schäumen pürriert.

Du wirst beschimpft als arbeitsfaul.
Du wirst beschimpft als Sozialschmarotzer.
Du wirst verdächtigt, zu betrügen und zu lügen.
Du wirst verdächtigt, Schwarzarbeiter zu sein.
Du wirst verdächtigt, am Untergang des Sozialstaates eine Mitschuld zu tragen.
Du wirst verantwortlich gemacht für alle Konsequenzen, die du zu tragen hast.

Copyright (C) 2010 by

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus100-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

REDAKTIONSTIP ZUM THEMA:

Katrin Lehnert
»Arbeit, nein danke«!?
Das Bild des Sozialschmarotzers im aktivierenden Sozialstaat

Verlag :      Utz, Herbert
ISBN :      978-3-8316-0866-9
Einband :      Paperback
Preisinfo :      29,00 Eur[D] / 29,90 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 121 S. – 20,5 x 14,5 cm
Erscheinungsdatum :      05.08.2009
Gewicht :      180 g
Aus der Reihe :      Münchner ethnographische Schriften 3
Medien :
Inhaltsverzeichnis(PDF)
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KLAPPENTEXT: Acht Monate nach der Einführung von „Hartz IV“ im Januar 2005 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit der rot-grünen Bundesregierung einen Bericht „gegen Missbrauch, ‚Abzocke’ und Selbstbedienung im Sozialstaat“ und trat damit eine Lawine von Medienberichten über „Sozialmissbrauch“ los. Diese in periodischen Abständen wiederkehrende Diskussion erreichte einen neuen Höhepunkt, woraufhin die Große Koalition im Jahr 2006 den Bezug von „Hartz IV“-Leistungen gesetzlich erschwerte. Der Vorwurf des Sozialmissbrauchs“ war von Politikern und Wissenschaftlern, in den Medien und in alltäglichen Unterhaltungen gleichermaßen vernehmbar. Wo aber ist der „Sozialschmarotzer“ laut diesen Aussagen konkret zu finden? Welche Argumentationsstrategien werden benutzt, um seine Existenz fortzuschreiben? Auf welche Alltagserfahrungen und Deutungsmuster wird dabei zurückgegriffen und mit welchen neuen Attributen zeigt er sich? Die vorliegende Studie analysiert den Diskurs um „Sozialmissbrauch“ und setzt ihn ins Verhältnis zu zeitgleich umgesetzten Politiken wie denen des „aktivierenden Sozialstaates“, des Ausbaus des Niedriglohnsektors oder der Vermittlung eines neuen Gerechtigkeitsideals. Je prekärer die Arbeits- und Lebensverhältnisse in Deutschland werden, desto geringer scheint die Akzeptanz der sozialen Sicherungssysteme zu sein. Das vereinfachende Bild des arbeitsunwilligen „Sozialschmarotzers“ spiegelt und fördert diese Entwicklung. Der positive Gegenentwurf ist der „aktivierte“ Unternehmer seiner selbst, der immer wieder neu an den Start geht.

Die Autorin: Studium der Europäischen Ethnologie und Spanisch in Berlin und Barcelona. Projekt Absageagentur. Derzeit Promotionsstudentin der LMU München.

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7 Comments

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  1. Karl-Heinreich Kramer

    Felis, ich weiss was du meinst!

  2. Hallo Felis,

    vergiss den Frust und hege deine Seele mit diesem Gedicht:

    Beamtenarsch, Beamtenarsch,
    bist nicht human, sondern nur barsch.
    Die arme Sau vor dir, war mal ein stolzer Grenadier.
    Doch nun ist der Krieg vorbei, er kämpft tagtäglich im Einheitsbrei.
    Seine Seele verletzt, von allen gehetzt.
    Sein Wissen liegt brach, er fühlt seine Schmach.
    Doch dann steht er auf, denn so war´s schon immer sein Brauch,
    er hebt den Kopf, erinnert sich fern,
    sägt ab den Zopf, den das Amt ihm gern…
    verliehen hätt, und besinnt sich auf das:
    Hilf dir selbst, scheiß auf den Kerl, das Leben macht Spaß!

    Ich hoffe, dir geht es nun besser. War mein erstes Gedicht, aber ich kann´s dir nachfühlen. Ich hatte auch schon mal mit diesen Sesselfurzern zu tun. Gottlob hatte ich aber auch schon Super-Beamte genossen. Als Berufsoptimist denke ich, der Tag wird kommen, an dem die Schlechten erkennen, das Nichtbeamte auch Menschen sind.

    mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl

  3. Felis Breitendorf

    Bitte den Autor nicht mit dem Werk verwechseln. Wenn ich einen Krimi schreibe habe ich ja auch nicht gleich jemand erschossen!

  4. Kurz und gut das ausgedrückt, was viele da draußen Tag für Tag erleben müssen. Hat mir gut gefallen.

  5. An dem Gedicht ist echt was dran 🙁
    Aber man kann Beamte hevorragend in Büchern verarbeiten 🙂 unter anderem Namen, und so, dass nur die sie erkennen, die es auch sollen, hihi

  6. Felis Breitendorf

    Dieses Gedicht ist ein fiktives Stück Lyrik, das muss ja nicht immer selbst erlebt sein…

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