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Literatur-Blog

DAS 9. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE Episodengeschichte (Teil 36) von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

 

DAS NEUNTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 36)

von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

Lektorat: Detlef Hedderich/ Schlusslektorat: Günter Maria Langhaus

Das Universum in dir – Eine etwas andere Naturgeschichte von Neil Shubin (Leseprobe 4)

KRIEGER SEIN BRUDER SEIN – Manifest 47“ Copyright © 2015 by (Michaela) Falkner

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(Zurück zu Teil 35)

* * *

Das Universum in dir
Eine etwas andere Naturgeschichte
von Neil Shubin

13.

Anhand der Landkarten und Luftaufnahmen hatten wir uns bereits einen guten Eindruck von dem Gebiet gemacht, und landeten am Ende auf einem hübschen kleinen Stück Tundra mitten in einem weiten Tal. Hier gab es kleine Bäche, an denen wir Wasser holen konnten. Das Gelände war flach und trocken, so dass die Zelte sich gefahrlos aufbauen ließen. Außerdem hatten wir einen großartigen Ausblick auf ein schneebedecktes Gebirge und einen Gletscher am Ostende des Tales. Bald bemerkten wir jedoch auch einen wichtigen Nachteil. Es gab keine anständigen Gesteinsaufschlüsse in der näheren Umgebung.

Auf der linken Seite des Platzes bilden sie einen Block aus Reihen mit je siebzig

Menschen und markieren diese mit roter Farbe.

Auf der rechten Seite des Platzes ein Block mit Reihen aus je siebzig Menschen

markieren diese mit blauer Farbe.

„Es sind so viele“ stöhnt einer der Scharfschützen „Schießt ein paar raus!“

Die Scharfschützen legen ihre Gewehre an ein Auge zu ein Auge offen zielen „Eins

zwei drei: Feuer!“

Die die noch leben müssen die Getöteten zur Seite rollen.

Dann stellen sich die rot Markierten auf die linke Seite die blau Markierten auf

die rechte Seite „Es sind so viele!“

„Die Kinder nach vorne in die ersten Reihen damit wir sie sehen können!“

Keiner will die Kinder nach vorne schieben.

„Die Kinder in die ersten Reihen!“

Niemand folgt der Anweisung Kinder fangen an zu weinen die Scharfschützen

legen ihre Gewehre an ein Auge zu ein Auge offen zielen „Eins zwei drei: Feuer!“

Den weinenden Kindern den Mund zuhalten Blut läuft über die Wangen

Scharfschützen gehen durch die Reihen schießen auf jeden Fünften.

Die die noch leben müssen die Getöteten zur Seite rollen.

Dann stellen sich die rot Markierten auf die linke Seite die blau Markierten auf

die rechte Seite.

„Die Kinder in die ersten Reihen!“

Als wir der Anweisung wieder nicht folgen gehen Scharfschützen durch die

Reihen schießen auf jeden Fünften die die noch leben müssen die Getöteten zur

Seite rollen wollen uns dann aufstellen wie vorhin.

„Nein nein nein nein.“

„Nein!“

„Die mit blonden Haaren auf die linke Seite!“

„Und die mit dunkleren Haaren auf die rechte Seite des Platzes!“

* * *

Die neue Arche, die Frruuggg aus den Händen PanPan-Isotes erhalten hat ist offenbar mit vielen neuen Funktionen ausgestattet. Eine davon ist die Fähigkeit, ein Feld um sich aufzubauen, das auch andere Objekte mit einschließt, wie in diesem Fall unser riesiges Mantaschiff, das wohl mindestens 100 mal so groß sein dürfte wie die Arche selbst. Am erstaunlichsten ist aber der Antrieb. Von PanPan-Isote bei den Wasserweltlern in Auftrag gegebenen 100 Standart-Archen wissen wir, dass diese zwar über ein leistungsstarkes Hyperraumflugaggregat verfügen, so dass die Archen auch ohne ein Hyperraumtor durch den Hyperraum reisen können, es dabei aber Grenzen der Entfernung gibt, die diese damit zurücklegen können, ohne sich neu aufladen oder regenerieren zu müssen. Das Sondermodell der Arche aber, dass Frruuggg von dem Pumawesen erhalten hat und wohl aus dessen automatisierter Produktionsstätte stammt, von der niemand weiß, wo sich diese befindet, kann viel mehr. Neben einem Hyperraumflugaggregat verfügt das Schiff außerdem über ein ebenfalls unglaublich starkes Quantenraumsprungaggregat, das in der Lage ist, damit an einem Stück sogar Strecken zurückzulegen, die weit außerhalb der Reichweite unseres eigenen Schiffs sind, das bislang im nördlichen Teil der Milchstraße als das Nonplusultra galt. Das Sondermodell der Arche stellt alles in den Schatten, vielleicht bis auf die Fähigkeiten von PanPan-Isotes eigenem Schiff, von dem niemand weiß was damit alles möglich ist. Aus unserer Sicht jedenfalls ist das Geschenk, dass das Pumawesen an den letzten ausgewachsenen Gestaltwandler gemacht hat, ein Statement mit deutlicher Aussage. Dem Pumawesen ist es offensichtlich äußerst wichtig, dass die Kultur der Gestaltwandler bestehen bleibt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die von Frruuggg hinterlegten Eier in der Obhut des Pumawesenes verbleiben, sollte mit den Gestaltwandlern im Bauch unseres Schiffes irgendetwas schief laufen oder diese das Opfer einer Vernichtung werden. Dann gäbe es immer noch die Eier von Frruuggg in den Händen von PanPan-Isote.

Um auf die einzigartige Arche zurückzukommen, mit der Frruuggg unser wesentlich größeres Schiff Huckepack genommen hat und mal eben so mit einem einzigen Quantensprung vom Südteil der Milchstrasse in den nördlichen Bereich, dem bisherigen Lebensbereich der Menschheit, eine Entfernung von sage und schreibe 70.000 Lichtjahre zurückgelegt hat, spricht Bände. Nicht nur, dass wir zielgenau in der Nähe des Dschungelplaneten heraus gekommen sind, benötigt dieses Sondermodell der Arche danach nicht mal eine Überholung. Da kann man nicht anders als darüber zu staunen, über welche technischen Möglichkeiten das Pumawesen verfügt.

Nachdem wir den Wasserweltlern bescheid geben wieder im System zu sein, versprechen diese die von ihnen inzwischen fertig gestellten Standart-Archen rüber zu bringen, damit wir nach dem Aufwecken der tiefgefrorenen Gestaltwandler diese auf die von den Wasserweltlern hergestellten Archen verteilen können. Zuvor jedoch beauftragen wir eine Reihe von Hilfsrobotern innerhalb unseres Mantarochens ein riesiges dreiwandiges Zelt aufzublasen und zu verankern in welches sich nach dem Aufwachen erstmal alle Gestaltwandler dort einfinden sollen. Zu diesem Zweck wird meine KI-Partnerin unser Mantaschiff in eine seitlich Drehbewegung versetzen, damit dadurch eine künstliche Schwerkraft innerhalb des Zeltes dies alles angenehmer macht.

Laut unserer Zählung sind bei der Aktion um die 10 bis 12.000 Gestaltwandler gerettet worden. Somit wird jede Arche mit mindestens 100 Personen besetzt werden. Die Standart-Archen sind dabei groß genug, dass diese Personenzahl bequem dort leben und arbeiten kann. Auf dem Dschungelplaneten selbst haben bereits an mehren Stellen weitgehende unterirdische Arbeiten begonnen, die von den Wüstenplanetbewohner und ihren automatisierten Maschinen erledigt werden, so dass für die Gestaltwandler dort mehrere Areale geschaffen werden, in denen über den ganzen Planten verteilt, dann für die Gestaltwandler mehr Raum für Nachkommen und auch für die Archen zur Verfügung stehen wird. Verbunden werden diese auf dem Planeten weit von einander entfernten Areale von Unterdruckröhrenbahnen. Von außen können diese Areale auch nicht vom Weltraum aus erkannt werden, da bei der Bauweise eine ebenfalls bereits auf dem Wüstenplaneten erprobte Tarntechnologie zu Einsatz kommt. Auch diese Bauaufträge wurde bereis von dem Pumawesen aus dem Süden der Milchstrasse grüßzügig finanziert.

Die Abstellplätze der Archen werden noch unter die bewohnbaren Areale gebaut, so dass auch die Archen unauffindbar bleiben. Lediglich das Archen-Sondermodell von Frruuggg wird sich fortlaufend im Orbit um den Planeten aufhalten, da es im Notfall einen Schirm über den gesamten Planeten aufspannen kann, der sich dann mit herkömmlichen Mitteln von Feindesschiffen nicht durchdringen lässt.

 

Das Universum in dir
Eine etwas andere Naturgeschichte
von Neil Shubin

14.

Nachdem wir das Lager zu unserer Zufriedenheit eingerichtet hatten, machten wir uns jeden Tag mit einem einzigen Ziel auf den Weg: Wir wollten das Gestein finden. Dazu kletterten wir in der Nähe des Lagers auf die höchsten Erhebungen und suchten in der Umgebung mit dem Fernglas nach den Gesteinsaufschlüssen, die in dem von Bill und Chuck aufgestöberten Artikel so auffällig eingetragen waren. Erleichtert wurde unsere Suche dadurch, dass die Gesteinsschichten wegen ihres charakteristischen Farbtons unter dem Oberbegriff »rote Flöze« bekannt waren. Mit der Vorstellung von rotem Gestein machten wir uns gruppenweise auf den Weg. Chuck und Farish kletterten auf Hügel, die ihnen einen Blick nach Süden ermöglichten, Bill und ich begaben uns an Stellen, von denen wir nach Norden blicken konnten.

Wir beginnen uns zu sortieren die mit blonden Haaren stellen sich auf die linke

Seite des Platzes und die mit dunklen Haaren auf die rechte Seite.

„Und die mit kurzen Haaren jeweils nach vorne!“

Dann gehen die Scharfschützen durch die Reihen schießen auf jeden Fünften die

Scharfschützen legen ihre Gewehre an ein Auge zu ein Auge offen zielen „Eins

zwei drei: Feuer!“

Die die noch leben rollen die Getöteten zur Seite warten dann auf weitere

Anweisungen.

„Die mit blauen Augen stellen sich auf die linke Seite des Platzes die mit dunklen

Augen auf die rechte Seite!“

Wir beginnen uns zu sortieren.

Dann gehen die Scharfschützen durch die Reihen erschießen jeden Fünften die

die noch leben rollen die Getöteten zur Seite immer wieder fallen Schüsse „Und

nun!“

„Reicht einander die Hände!“

Ich gebe Ivan meine Hand.

Blut tropft zu Boden.

„Wir machen keine Gefangenen.“

„Nie!“

„Wir trainieren tagelang geben unser ganzes Herz!“

Sie fallen einander in die Arme „Wir trainieren wochenlang“ die Scharfschützen

ganz selig „Eins zwei drei: Feuer!“

Und wir die Bevölkerung im Chor „Mit einem Schrei alles anhalten können.“

„Mit einem Schrei alles anhalten können.“

„Mit einem Schrei alles anhalten können.“

Dann ist es still.

In einer Seitengasse Scharfschützen und die Bevölkerung stehen einander

gegenüber ein Teil der Bevölkerung hat ihren Kreis verlassen.

* * *

Nachdem sich alle geretteten Gestaltwandler in dem großen Zelt eingefunden haben und jeder von ihnen eine möglichst menschliche Gestalt angenommen hat, betritt Frruuggg das vor den Sitzstühlen aufgebaute Podium und wendet sich an seine Artgenossen:

„Liebe Brooooggggs, wie wir uns seit Jahrtausenden selbst nennen, mein Name ist Frruuggg und ich möchte Euch in Zukunft mehr über Eure Kultur und Eure Vorfahren lehren. Ihr alle stammt aus einem einzigen Gelege, dass der letzte ausgewachsene Broooogggg unseres Volkes auf den Siedlerplaneten der Menschenabkömmlinge in einer Notentscheidung mittels Rettungssonden auf dem gesamten Planeten verteilt hat. Aus diesem Grund sind Euch viele der anderen auch völlig unbekannt. Anschliessend hat sich Euer Erzeuger für Euer Weiterleben geopfert, in dem er sich und einige der ihn angreifende Roboterschiffe vernichtet hat. Diese Roboterkultur wurde schließlich von einem Verbündeten und einer Union aus Menschen und Kristallträgern besiegt, bzw. kaltgestellt und zwischen zwei Galaxien im Südteil unter der Milchstrasse verbannt.

Genauer möchte ich an dieser Stelle erstmal nicht auf diesen Sachverhalt mit der Roboterkultur eingehen. Wer sich ausführlich darüber informieren möchte kann das an Bord der Arche machen, auf die wir Euch im Anschluss verteilen möchten. Dort habt ihr Zugriff auf die Datenbanken meiner Arche, die dann alle Eure Computer mit Informationen füttern wird.

Sobald die Baumassnahmen im Untergrund des neuen Dschungelplaneten, den wir in Kürze besiedeln werden und unsere neue Heimat werden wird, wird es Euch auch möglich sein, eine Familie zu gründen und im Untergrund des Planeten in Städten mit künstlicher Umgebung und Beleuchtung Euch anzusiedeln. Um Eure Natur des Wandelns voll auskosten zu können, besteht für Euch dann immer die Möglichkeit, auf der Oberfläche des Dschungelplaneten in verschiedenen Körpern durch das Dickicht zu streunen, auf die Jagd zu gehen oder einfach nur die ungebundene Natur zu genießen. Alle technisch versierten Lebensräume finden in den unterirdischen Städten statt, die alle untereinander verbunden sind.

Wie ihr ja leidvoll auf dem Siedlerplaneten durchleben müsstet. wollten die menschlichen Besitzer nicht, dass ihr dort gegenseitig in körperlichem Kontakt tretet. Die wenigen Male wo es Euch dort gelang darüber ein Kind zu erzeugen, musstet ihr ja leidvoll in Erfahrung bringen, dass die Siedler das nicht geduldet hatten und daher keinen Unterschied zwischen Euch und Euren Kindern machten, als sie in regelmäßiger brutaler Weise jeden fünften erschossen haben. Nur die Jenigen von Euch, die das Geheimnis der Nerven- und Organumstrukturierung fähig waren, konnten diesen Genozid überleben. Leider nur die Wenigsten von Euch.

Bitte macht die Menschen, die Euch von diesem Planeten gerettet haben, nicht dafür verantwortlich, was ihre Lebenform mit Euch getan hat. Die Menschen, die nun mit uns verbündet sind, haben aber vollstes Verständnis für Euren Unmut, auf dieser Welt hier möglichst keine Menschen als Besucher zu empfangen. Das hat man mir jedenfalls im ganzen Umfang so zugesichert. Der Dschungelplanet gehört ganz und gar Euch, bzw. uns. Wer jetzt noch Fragen an mich oder Frau Komore, die Eure Rettung möglich gemacht hat, stellen möchte, kann dies gerne tun. Wir stehen Euch nun ganz ungar zur Verfügung, inzwischen habt ihr auf der Unterseite Eurer Sitze einen Handrechner bekommen, mit dem ihr Euch untereinander organisieren könnt. Denn am Ende der Fragen würden wir gerne von Euch wissen, welche 100 Personen jeweils auf einer Arche zusammenkommen möchten. Also los geht’s …“

 

Das Universum in dir
Eine etwas andere Naturgeschichte
von Neil Shubin

15.

Nachdem wir drei Tage lang gesucht hatten, kehrten beide Gruppen mit derselben Neuigkeit zurück. In der Ferne, ungefähr zehn Kilometer nach Nordosten, war ein roter Streifen zu erkennen. Wir diskutierten über diesen kleinen Gesteinsaufschluss und musterten ihn während der ganzen restlichen Woche bei jeder Gelegenheit mit dem Fernglas. An manchen Tagen, wenn das Licht stimmte, wirkte er wie eine Reihe von Graten, die sich ideal für die Fossiliensuche eigneten. Wir fassten den Entschluss, dass Bill und ich einen Weg zu den Felsen ausfindig machen sollten. Da ich nicht wusste, wie man in der Arktis wandert, und da ich außerdem meine Schuhe unglücklich gewählt hatte, wurde der Weg zu einer Tortur: Zuerst ging es über Geröllfelder, dann über kleine Gletscher und fast den gesamten übrigen Weg durch Schlamm. Der Schlamm bestand aus feuchtem Ton, der mit jedem Schritt ein unanständiges schlurp unter unseren Füßen aufsteigen ließ. Zurück blieben keine Fußabdrücke, sondern nur eine glibberige, zähflüssige Masse. Nachdem wir es drei Tage lang auf verschiedenen Routen probiert hatten, fanden wir einen gangbaren Weg zu den vielversprechenden Felsen. Nachdem wir vier Stunden lang marschiert waren, verwandelte sich der rote Streifen, den wir mit den Ferngläsern gesehen hatten, in eine Reihe von Felsvorsprüngen, Graten und Hügeln; sie alle bestanden genau aus dem Gestein, das wir brauchten. Mit ein wenig Glück würde die Verwitterung an seiner Oberfläche Knochen freigelegt haben. Das Ziel war jetzt, mit Farish und Chuck an die Stelle zurückzukehren und die Wanderung dabei so schnell wie möglich hinter uns zu bringen, um noch genügend Zeit für die Suche nach Knochen zu haben, bevor wir den Heimweg antreten mussten.

„Wollt ihr Kirschen und in euren Kreis zurückkehren müsst ihr vor uns wie Hunde

kriechen und bellen.“

Ein Scharfschütze geht durch die Menge bleibt dann bei einem Mann stehen

„Willst du eine Kirsche und in deinen Kreis zurückkehren musst du vor uns wie

ein Hund kriechen und bellen.“

Der Mann geht zu Boden kriecht stößt Laute von sich.

„Kriechen wie ein Hund!“

„Und bellen wie ein Hund!“

Der Mann versucht es erneut.

Die Scharfschützen lachen sich halb tot bewerfen ihn mit Kirschkernen

schließlich wirft ihm einer eine Kirsche vor die Füße versetzt ihm einen Tritt und

scheucht ihn zurück in seinen Kreis.

„Willst du eine Kirsche und in deinen Kreis zurückkehren musst du vor uns wie

ein Hund kriechen und bellen“ ein Mann geht in die Knie kriecht bellt bekommt

eine Kirsche wird verlacht mit Kirschkernen bespuckt dasselbe Spiel wie vorhin.

Der Scharfschütze will weiter zum nächsten es tritt ein Mann vor kniet sich hin

und beginnt zu bellen während ihm Tränen die Wangen herabfließen.

Er bekommt zwei Kirschen wird verlacht mit Kirschkernen bespuckt ein

Scharfschütze drückt ihm eine weitere Kirsche in die Hand und entwendet sie

ihm wieder dann läuft der Mann mit den Kirschen zurück in seinen Kreis kauert

sich auf den Boden und schlingt sie hinunter seine Tränen hören nicht auf zu

fließen.

Einer tritt vor „Hier ist mein Kopf mein Nacken schießt nur!“ er wird auf der Stelle

erschossen.

Ein anderer tritt vor „Ich bin ein Mensch und kein Tier und das gilt für die anderen

auch!“

Er wird auf der Stelle erschossen.

Ein Scharfschütze ist ein Scharfschütze.

Die Stellen wo das Klebeband war sind bläulich und feucht am Rücken zwei

tiefrote Abdrücke dein Fleisch ist weich kalt aber ich umarme dich ganz fest

komm ich werde dich wärmen komm leg auch du deinen Arm um mich hab keine

Angst.

* * *

3 Monate später wurde mit der Führung der VPS beschlossen aus dem Siedlerplaneten einen Strafplaneten zur besonderen Verfügung zu machen. Sicher werden wir nicht jeden Taschendieb über eine Strecke von 70.000 Lichtjahren ans Südufer der Milchstrasse transportieren, aber die Menschen, die das Leben anderer nicht achten, die werden ab sofort hier landen. Das besondere daran ist, dass die Gestaltwandler, die nun auf dem Dschungelplaneten heimisch geworden sind, darüber entscheiden, welche der Gefangenen auf dem Planeten auf einem der anderen Kontinente verschoben werden können. Zu diesem Zweck hat die Gemeinschaft der Kollektiv-Kultur vier wertvolle Disstrikt-Tore zur Verfügung gestellt, die so auf gestellt worden sind, dass daraus vier Zonen geschaffen wurden, in denen sich die Gefangenen aufzuhalten haben. Das Gebiet dieser Distrikttore umschließt dabei meist eine Fläche von mehren Tausend Meilen und Seemeilen, in die andere nicht eindringen können, die Insassen aber auch nicht nach draußen überwinden können. Je nach Schwere der Vergehen und der Bereitschaft sich zu ändern, sind diese vier Gebiete mittels Schirmen von einander getrennt. dazwischen gibt es Niemandsland in welchem sich einige Wildhüter, die aus Androiden, Robotern, Menschen, Gestaltwandler und anderen Lebensformen für ein bestimmtes Gebiet zuständig sind.

Ich finde diese Sache sehr gut und welche Ironie, dass nun ausgerechnet die Gestaltwandler in einem Gremium darüber entscheiden, welche der Siedler und Gefangenen in welchen Teil des Planeten leben müssen, den sie zu verlassen unmöglich ist. Die vier Gebiete sind nicht nur räumlich unterschiedlich, sondern auch in ihrer Ausstattung: in Stufe 1 sitzen die Massenmörder der meisten Siedlernachkommen, vor allem die Scharfschützen der ehemaligen Regime, die sich ja einen Spaß daraus gemacht hatten, zu quälen, foltern und zu töten. In Stufe 2 sind es die Mitläufer, die beide Augen davor verschlossen haben um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Stufe 3 beherbergt alle die, die sich dagegen auflehnen, aber denen die Gestaltwandler, die im Entscheidungsgremium sitzen, nicht so recht glauben wollen, und wenn doch, kommen sie in das Gebiet der Stufe 4. Hier muss man sich schon sehr anstrengen, um wieder in ein normales menschliche Umfeld zu gelange. Das passiert auch nicht mal hoppla so, sondern ist ein zeitaufwändiges Unterfangen an Entwicklungsarbeit, mit dessen Ergebnis man immer wieder das Gremium der Gestaltwandler überzeugen muss. Aus Stufe 4 jemals in die Freiheit entlassen zu werden, ist jedenfalls bislang noch niemanden so recht gelungen.

Was das überwechseln der Menschen in die verschieden Stufen antreibt, ist dabei vor allem der Umstand, dass jede Stufe auf einem anderen technischen Niveau sich bewegt, Stufe 4 ist ausgerüstet mit elektrischen Niedrigstromlampen und -Heizungen, Stufe 3 mit Gaslampen und -Heizungen, in Stufe 2 ist Brennbares wie Kohle und Holz erlaubt und als Lichtquelle lediglich Kerzen, in Stufe 1 wird das Entzünden einer Flamme, ob nun als Licht- oder Wärmequelle, auf technischem Weg unmöglich gemacht. So ähnlich verhält es sich mit den medizinischen Einrichtungen und deren Möglichkeiten: Je geringer die Stufe, desto schwerer das Vergehen, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit an einer einfachen Infektion zu versterben. Bei diesem System versucht nun wirklich jeder sich ein bisschen zu verbessern. Doch geschieht das alles nur zum Schein werden die Androiden dies mit ihren Lügendetektoren schnell herausfinden. Und dann gibt es da ja noch das Gremium der Gestaltwandler. Wer hat gesagt, es gebe kein gerechtes System der Bestrafung und Rehabilitation?

 

Das Universum in dir
Eine etwas andere Naturgeschichte
von Neil Shubin

16.

Als wir mit der gesamten Crew vor Ort waren, fühlten Bill und ich uns wie stolze Hausbesitzer, die ihr Anwesen vorführen. Farish und Chuck waren müde von der Wanderung, aber auch aufgeregt durch die Aussicht, Fossilien zu finden; in der Stimmung zu reden waren sie nicht. Schnell verfielen sie in den paläontologischen Rhythmus: Den Blick auf den Boden gerichtet, gingen sie langsam auf den Felsen auf und ab und suchten an der Oberfläche systematisch nach Knochen. Bill und ich machten uns zu einem Grat auf, der einen knappen Kilometer entfernt war und uns einen Blick auf das verschaffen würde, was uns weiter nördlich erwartete. Nach einer kleinen Pause suchte Bill die Landschaft nach allem ab, was interessant werden konnte: nach unseren Kollegen, nach Eistieren und anderen …

Ziehe ihm meinen Lieblingspullover über er beugt sich leicht nach vorne um dem

Gewicht am Rücken etwas entgegenzusetzen tastet sich von Baum zu Baum.

„Kommt näher kommt näher!“

„Fanfaren!“

„Fanfaren!“

„Ivan ist da!“

„Ivan ist wieder da!“

Ivan.

Er flüstert in meine Richtung „Ich bleibe für immer ich bleibe für immer“ schläft

in meinen Armen ein.

„Gemeinsam weglaufen!“

„Fanfaren!“

Ich bin dann gerannt.

„Sag!“

Aber er antwortet nicht.

Hey lass mir dein Gesicht.

Bitte!

„Nicht schießen!“

Er stirbt in meinen Armen „Warum kannst du nicht bleiben?“

„Treffen wir uns am großen Platz mitten in der Stadt!“

„Kommt alle hin!“

„Treffen wir uns am großen Platz!“

Blut tropft zu Boden.

Die Scharfschützen hocken in den Kirschbäumen „Was macht ihr da?“

„Auseinander!“ wollen uns auseinander treiben werfen mit Kirschkernen nach

uns „Auseinander!“

„Auseinander!“

Lastwagen fahren vor bringen Tonnen von Kirschkernen kippen Kirschkerne über

uns die Scharfschützen ganz aufgeregt „Das sind gar keine Menschen.“

„Das sind gar keine Menschen.“

Im Gras liegen.

Im Gras liegen Arme und Beine von mir gestreckt einen Purzelbaum schlagen.

Der Horizont verliert an Halt es klafft ein Loch das immer größer und größer wird

wer zuerst aufspringt vor Schmerz hat verloren.

Dann.

Ein Schuss.

„Eins zwei drei: Feuer!“

„Eins zwei drei: Feuer!“ ich lege meine Hände um meinen Hals Erleichterung und

ein kurzer heftiger Flügelschlag …

 

Epilog

Nachdem das Puma-Wesen sich an seinem Opfertier satt gefressen hat, läuft es zufrieden zum Landemodul-Hüpfer zurück. Kaum hat das Puma-Wesen das Innere des Landeschiffes betreten als dieses auch schon vom Boden abhebt, bevor auch nur die Hangar-Tür sich schließen kann.

Das Wesen begibt sich direkt zur Gel-Transportbox, die sich nach seinem Betreten sofort wieder verschließt. Ein Mundschutz stülpt sich über seine Schnauze, um es mit Sauerstoff zu versorgen. Im selben Moment fahren lange Nadeln ins Fleisch des Tieres um sich dort den jeweiligen Weg ins Ader-System des Puma-Wesens zu suchen. Sofort wird der transportable Teil seines Bewusstseins ins Mutterschiff transferiert und schon füllt sich die Box mit Gel, um so dass Wesen davor zu schützen, bei allzu gewagten Manövern nicht zerquetscht zu werden. Beim Mutterschiff angekommen wurde die Box sofort von einer Automatik in einen anderen Bereich des Mutterschiffes verfrachtet.

Dieser Bereich, die Gruft genannt, schirmt alles was sich dort befindet vor sämtlichen Strahlungsarten ab, einschließlich der G-Kräfte durch die Kurskorrektur und dem Einschwenken in eine andere Richtung sowie die immense Beschleunigung, die das Schiffe innerhalb kürzester Zeit so nahe wie technisch möglich an die Lichtgeschwindigkeit heranführt. Die automatisch laufenden Hyperraumkonverter des Schiffes übernehmen schließlich und das Schiff verschwindet mit Höchstgeschwindigkeit im Hyperraum.

Nachdem das Schiff im bekannten Teil der Milchstraße angekommen ist, übernahm die Quantensprungkonverter, da dass Schiff bereits schon einmal am geplanten Ziel vor Ort war und damit die Daten greifbar sind. Als es in der Corona der Sonne materialisiert tankt es kurz einige heiße Gase auf und verlässt den Stern mit Höchstgeschwindigkeit ins innere System, wo sich der Planet befindet, auf dem das hilferufende Wesen damals seine wertvolle Fracht ablegt hat.

Nachdem PanPan-Isote die damals gemachten und abgespeicherten Scans analysiert, ist es sich inzwischen sicher, dass die Kapseln damals mit den Eiern des Gestaltwandlers gefüllt waren. Die Sonden landeten in den verschiedensten Kontinenten des Planeten um ihrem Inhalt die Chance zum Leben zu geben. Auch die Analysen der Funkdaten von damals lassen darauf schließen, dass es sich hier um einen bewohnten Planeten handelte.

Nachdem das Panther-Wesen sich in die inzwischen vorhandenen Netze des Planeten einklinkt, sammelt und analysiert sein Datenbewußtsein alles Nötige um seine Hypothese bestätigt zu wissen. Die Bewohner des Planeten waren Kolonisten, die sich selbst Menschen nennen. Diese Menschen sind dem Panther-Wesen nicht negativ bekannt. Damit ist für das Panther-Wesen vorerst sichergestellt, dass die Gestaltwandler-Kultur überleben wird.

In einem der Datennetze stößt PanPan auf eine Aufnahme eines Paläontologen, der als Forscher davon erzählt, wie seit dem Urknall sich Galaxien, Sonnensysteme und Planeten gebildet und im Laufe der Äonen sich das Leben entwickelte hat. Angesichts dessen würde das große Wunder des Lebens im Inneren eines jeden Individuums liegen: Das Universum ist in jedem. Der Wissenschaftler erzählt weiter von der Zusammensetzung der Moleküle, findet eine Erklärung dafür, weshalb Menschen einen Regenbogen sehen können und zeigt, wie das Universum Schlafrhythmus und Geschwindigkeit beeinflusst, mit der sich die Zellen teilen. Ein wahrlich wissenschaftliches Abenteuer, nach dem jeder Mensch besser verstehen würde, wer und was er ist.

PanPan-Isote ist sich sicher, dass eine Lebensform, ein Volks, das zu solchen Gedanken fähig ist, für die Gestaltwandler eine geeignete Basis darstellen sollte um sich unerkannt unter dieses Volk zu mischen ohne etwas befürchten zu müssen. Selbst wenn diese Menschen herausfinden würden, dass es sich hier um Gestaltwandler handelt, werden sie mit Sicherheit diese Lebensform in ihre Gemeinschaft aufnehmen und ihnen eine Chance zum Überleben geben, ohne sie zu diskriminieren. Schnell gibt PanPan-Isote diese Gedanken an sein Datengehirn weiter, um sich danach mit ruhigem Gewissen wieder in den Quantenraum zu begeben, seinem nächsten Ziel entgegen. – Wie sehr sich das Wesen in diesem Falle in diesen Menschen getäuscht hatte …

 

(wird fortgesetzt!)

Copyright © 2017 by Felis Breitendorf & Conchita Mendés

„KRIEGER SEIN BRUDER SEIN – Manifest 47“ Copyright © 2015 by FALKNER – ALS MYTHOS EINER MENSCHEN-KOLONIE DIE VON GESTALTWANDLERN UNTERWANDERT WURDEN UND SICH ALS REGIME DAGEGEN WEHRT

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Du blutest, du blutest (Gebunden)
von Falkner, Michaela

Verlag: Residenz Verlag
Medium: Buch
Seiten: 118
Format: Gebunden
Sprache: Deutsch
Erschienen: Februar 2011
Maße: 211 x 136 mm
Gewicht: 344 g
ISBN-10: 3701715688
ISBN-13: 9783701715688

Beschreibung
Ivan, ein Kind, ein unschuldiger Anarchist wie alle Kinder, nimmt an der Welt Maß, an einer Welt, die moralisch in Trümmern liegt. Er wird zum Anführer einer Revolte von Kindern, die die Stadt mit Gewalt überziehen, in die Apokalypse stürzen. Auf den Spielplätzen, in den Hinterhöfen offenbart sich die Hölle eines Krieges, in dem es keine Gefangenen gibt, eine Hölle, die eine ganze Stadt verschlingt. Unerhörtes passiert. Am Ende sind aber auch die Kinder müde, des Tötens und des Lebens.

Michaela Falkner baut aus Alltäglichem, aus Splittern unserer Lebenswirklichkeit ein Szenario, das sich nach und nach zu dem monströsen Fiebertraum entwickelt, der unsere Welt vielleicht schon ist. Ihre Sprache hart und poetisch, ihre Haltung schonungslos und radikal.

Autor
Michaela Falkner, 1970 geboren in Kollerschlag, Österreich. Die Autorin arbeitet und lebt in Wien. Promotion in Politischer Psychologie. Arbeiten im Bereich Regie und Dramaturgie sowie Regieprojekte mit eigener Theatergruppe. Seit 2003 widmet sich die Autorin ausschließlich Buchprojekten.

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