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DAS 8. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE Episodengeschichte (Teil 32) von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

DAS 8. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 32)

von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

Lektorat: Detlef Hedderich / Schlusslektorat: Günter Maria Langhaus

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 4) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 13

Frruuggg konnte nun nichts mehr tun, alles war von dem Wesen vorprogrammiert und damit in die Wege geleitet. Es konnte nur noch hoffen, dass sein Plan gelingen würde. Schließlich spürte es einen Ruck durch sein Gefährt gehen, gefolgt von einem noch stärkerem Ruck als die Sonde in den Weltraum im toten Winkel der Jägerschiffe katapultiert wurde und anschließend ein Inferno ausbrach und auf einem der anderen Monitore zu sehen war wie die Arche in Millionen von Stücken zerrissen wurde. Dabei gab es einen ohrenbetäubenden Schlag und einen weiteren harten Ruck in der Sonde, die offenbar von einem der Teile der Arche getroffen worden war. Schnell schaute Frruuggg auf die anderen Anzeigen in der Rettungssonde und beobachtete wie die zwei Punktepaare der Geschosse und die der Jäger ineinander verschmolzen. Anschließend verschwanden alle Punkte auf dem Monitor. Mit Sicherheit hatten die Jäger vor ihrem Dahinscheiden noch Datensonden ausgeschickt, doch darauf würde die Rettungssonde nicht zu sehen sein. Mehr Sorgen machte sich Frruuggg um mögliche Beschädigungen der Rettungssonde da diese offenbar von Teilen der Arche getroffen worden war …

 

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Haupthandlung 13

Das Wesen mit Namen PanPan-Isote erklärte, dass es einer uralten Zivilisation entsprungen wäre, von der es wahrscheinlich das letzte seiner Art sei. Es erklärt uns, dass es, so wie wir das verstehen würden, seine Körperlichkeit abgelegt habe, so wie zuvor alle Mitglieder seiner Lebensform. Deshalb ist es gleichzeitig an mehren Orten zugleich: Einmal als Hirn des Schiffes, von dem es an einem geheimen Ort eine zusätzliche Spiegelversion geben soll. Und dann wieder als Ableger seiner Selbst in verschiedensten künstlichen und echten Körpern. Momentan favorisiere es einen Körper, den wir Menschen wohl als puma-ähnlich ansehen würden. Aus diesem Grund zeigt es sich auch in Form eines Pumakopfes auf unseren Bildschirmen. Die Technik dieses Wesens ist sehr alt und der unseren offenbar weit überlegen.

Ich verstand nicht gleich alles, was man uns zu erklären versucht, verstand aber, dass es sein Bewusstsein offenbar, so wie das meine KI-Partnerin mit ihren Avataren macht, Teile davon in einen künstlichen Körper überträgt. Als ich PanPan-Isote danach frage, ob ich das richtig verstanden hätte, erklärte es mir, dass es nicht ganz so wie bei meiner KI-Partnerin sei, die ja im Schiff als vollständig denkendes Wesen operiere, wo hingegen es selbst niemals vollständig sei, da sein Bewusstsein von vorneherein keine Vollständigkeit anstrebe, sondern sein Ich absichtlich fragmentiert operiere, weil sonst viele Dinge nicht möglich wären, wie etwa mit uns zu kommunizieren. Ich verstehe mal wieder nur Bahnhof und hoffte, dass MATANA, die mich wohl ein wenig besser kennt, als diese merkwürdige Lebensform auf unseren Monitoren, das sich mit seinem Schiff unbestimmter Größe, direkt vor uns befindet, obwohl man uns ja eigentlich im Raum nicht entdecken dürfte, was aber für die fortschrittliche Technik dieses Wesens wohl zutrifft.

Es erklärte uns, dass die Roboter-Kultur ein alter Bekannter von PanPan-Isote sei und es die Entwicklung dieser Maschinen nun schon einige Jahrtausende beobachten und begleiten würde. Es bietet uns an, uns Hilfe zu leisten, allerdings verbiete es seine Entwicklungsstufe, Lebensformen in Gänze als Kultur zu vernichten. Es hätte zwar schon die Möglichkeit, die gesamte Roboter-Kultur mit einem Schlag auszulöschen, würde dies aber so nicht tun dürfen, stattdessen hätte es schon viele der Roboter vernichtet, aber dabei gehe es immer nur um eine graduelle Ausdünnung. Wir waren erstmal ziemlich beeindruckt über diese Aussage, über welche Macht dieses Puma-Wesen offensichtlich verfügt und noch mehr davon, keinen Genozid begehen zu wollen, nicht mal an einer Lebensform aus Maschinen, von der wir bislang nicht wissen, ob diese überhaupt über so etwas wie ein selbstreflektierendes Bewusstsein verfügt oder einfach nur wie eine Sub-KI bestimmten Programmstrukturen folgt.

Wir fragen PanPan-Isote daher, was es stattdessen vorschlagen würde, und ob es denn in der Lage sei, die vielen Einheiten der Roboter-Kultur zu orten, wo sich diese aufhalten und welchen Weg deren Schiffe nehmen würden. Als Antwort darauf meinte PanPan-Isote, dass diese Roboter-Kultur mit ihren vielen Schiffen vielleicht noch mal hilfreich sein könnte. PanPan-Isote wäre jedenfalls in der Lage, die nun noch ankommenden Schiffe zu orten und sie allesamt mittels eines Transmitterfeldes weit nach draußen zwischen unsere und einer fremden Nachbargalaxie in das tiefe Nichts zu transferieren. Weil es sich um eine Roboter-Kultur handele, wäre das zumindest kein Genozid, denn wenn die Maschinen bemerken würden, was Sache ist und sie es niemals schaffen, in einem respektablen Zeitraum in eine der beiden Galaxien zurück zu reisen, könnten Sie ihre Trägerschiffe so umprogrammieren, dass sie mittels einzelner Sprünge, so lange weiter reisen, bis ihnen die Energie ausgehen würde, oder sie würden von vornherein sich in einen Erstarrungszustand begeben, ohne dass sie ihre Energien weiter vergeuden und darauf hoffen, dass man sie irgendwann jemand finden und wieder erwecken würde.

Wir fanden die Idee richtig gut und zeigen uns vorerst einverstanden, fragen dann aber noch, was mit den bisherigen Robotern sei, die im System der Südheimat des Kollektivs ihr Unwesen treiben. Worauf PanPan-Isote erklärt, dass wir denen auch ohne seine Hilfe fertig werden sollten, wenn diese Roboter keinen Nachschub an weiteren Trägerschiffen mehr erhalten. MANTANA fragt bei ihren KI-Kollegen nach, wie deren Einschätzung dazu wäre, außerdem beim Kollektiv und dem Rat der VPS. Nachdem alle zugestimmt haben, nehmen wir die Sache in Angriff und das Angebot endgültig an, die Roboter zwischen die Galaxien zu verbannen.

 

„Wo bleibt die Ethik?“, wird mancher fragen. Doch die natürliche Evolution kennt keine Ethik. Sie ist ausschließlich nach der Nützlichkeit ausgerichtet. Nicht nützliche Evolutionsstufen werden unbarmherzig ausgelöscht und übergangen. Die menschliche (kulturelle) Ethik ist auf die natürliche Evolution nicht übertragbar. In ihr (der natürlichen Evolution) gibt es weder das Gute noch das Böse, nur das Nützliche oder Unnütze. Andererseits ist auch die Abwesenheit von Ethik (das Recht des Stärkeren) nicht auf die menschliche Gesellschaft (kulturelle Evolution) übertragbar. Für uns Menschen gibt es andere Leitlinien. Ignoriert der Mensch diese Leitlinien (Ethik), ignoriert er das, was ihn auszeichnet – seinen Intellekt. Das Vorhandensein einer Ethik ist sogar für den Menschen und die kulturelle Evolution kennzeichnend, hierdurch unterscheidet er sich von allen anderen Lebewesen. Ethik ist die Leitlinie des menschlichen Geistes, so wie die Instinkte für das Tier. Gerade weil sich die kulturelle von der natürlichen Evolution unterscheidet, dürfen die Gesetze der natürlichen Evolution nicht auf die kulturelle (also auf die menschliche Gesellschaft) übertragen werden. In der kulturellen Evolution kommt es nicht auf das Recht des Stärkeren an, sondern auf die besseren geistigen Fähigkeiten eines Individuums oder eines Kollektivs. Langfristig setzt sich dort nämlich nicht Stärke, sondern Klugheit durch. In der Regel erwächst aus Klugheit Stärke, aber nie bringt Stärke Klugheit hervor. Und dass es in der kulturellen Evolution Ethik gibt, ist der entscheidende Unterschied. Kulturelle Evolution ist mit dem Vorhandensein einer Ethik untrennbar verbunden. Der Sozialdarwinismus, der die Gesetze der natürlichen auf die kulturelle Evolution überträgt, ist ein falscher und schrecklicher Gesellschaftsentwurf. In der Konsequenz führt der Sozialdarwinismus zum Massenmord. Die Nazis haben das in Auschwitz gezeigt, denn ihre Ideologie (der Nationalsozialismus) ist sozialdarwinistisch.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 10) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 14

PanPan-Isote folgte den Roboter-Flotten in ein Sonnensystem, auf das sich die MARTURA-KONDIANZ offenbar verbissen hatte. Vielleicht ist auch die Gestaltwandler-Arche hierher geflohen. Nachdem es beobachtete, wie immer weitere Flotten mit Roboter-Schiffen ins System drängten, inzwischen wohl einige Tausend, scannte es das Ursprungs-System aus dem die Trägerschiffe der Roboter hierher kamen. Es war eines der benachbarten Systeme, welches offensichtlich als Sammelstelle für ihre gewaltige Flotte fungierte. PanPan-Isote begab sich darauf sofort ins Nachbarsystem, um sich dort eine Übersicht über die Roboterflotte zu verschaffen. Scannte dabei gleich auch nach anderen Lebensformen, um eventuell die letzte von ihm gesuchte Gestaltwandler-Arche ausfindig zu machen. Beim Scannen im Nachbarsystem erkannte es ein fremdes Schiff, mit nur einer organischen und einer anorganischen Person an Bord. Diese beiden Wesen bildeten wohl so etwas wie eine Gemeinschaft. Das fremde Schiff hatte eine ungewöhnliche Form und eine beachtliche Größe für ein Raumschiff dieses Entwicklungsstadiums. Offenbar konnte das Schiff von den Robotern nicht wahrgenommen werden, denn eines der Trägerschiffe der Roboter kam dem fremden Schiff zu nahe und wurde darauf innerhalb kürzester Zeit vernichtet. PanPan-Isotes Interesse war geweckt und so nahm es Kontakt mit dem Lenkergehirn des Schiffes auf. Da PanPan-Isote wusste, was es von der MARTURA-KONDIANZ zu halten hatte, entschied es sich genau in diesem Moment zu Gunsten des fremden Schiffes einzugreifen. Sofort schickte es seine beiden Begleitschiffe aus, um die Lage im Nachbarsystem zu sondieren. So erfuhr es alles über die eingetretene Auseinandersetzung der Roboter mit den Bewohnern des Nachbarsystems.

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Haupthandlung 14

PanPan-Isote überträgt uns schließlich eine grafische Darstellung als Animation seiner nun folgenden Aktivität über eine Direktverbindung. Wir sehen sein Schiff über die Außenkameras vor unserer Nase verschwinden. In der Animation erscheint es daraufhin in einem der umliegenden Systeme, welches wir bislang noch nicht aufgesucht haben. Die Roboterschiffe sind in der Animation als solche mit für uns verständlichen Angaben an Größen, Mengen und Bewaffnungen zu erkennen, es sind Millionen wenn nicht gar Milliarden von Trägerschiffen. So viele, das wir bestimmt Probleme bekommen hätten, wenn PanPan-Isote hier nicht einbegreifen würde. Schließlich lösen sich von PanPan-Isotes Schiff zwei Einheiten, die einen grafisch dargestellten gemeinsamen Schlauch aufspannen, der umso größer wird, desto weiter sich die beiden Beiboote vom Mutterschiff und von einander entfernen. Gemeinsam eilen sie auf die Roboterinvasoren zu, die davon aber keine Notiz nehmen. In Nullkommanix haben sie ihren gemeinsamen Schlauch um die Roboterschiffe gelegt und eilen damit bis an den Anfang der gesamten Flotte, um eine Sekunde später mit allen Schiffen und dem Transferschlauch zu verschwinden. Am Ende erscheinen die beiden Schiffe bei PanPan-Isotes Mutterschiff und verbinden sich wieder mit ihm. Ich bin echt platt, wie einfach das Wesen so eine unglaubliche Aktion vollführt hat und schaue wieder direkt ins Gesicht des pumaähnlichen Kopfes auf dem Monitor vor mir. Das Wesen zwinkert kurz mit einem Auge, oder habe ich mir das lediglich eingebildet? Dann erklärt es uns, dass es gerne noch ein Geschenk dalassen würde, für den Zweck, sollten wir noch einmal Hilfe benötigen, und damit wir darüber mit dem Wesen in Kontakt treten können. Wir sind einverstanden und kurze Zeit später zeigen die Kameras dass sich im Hangar meines Habitats offenbar ein Puma befindet, der sich auf sein Hinterteil niederlässt und man wohl jetzt von uns erwartet, dass wir das Geschenk in Empfang nehmen. PanPan-Isotes Schiff ist inzwischen verwunden.

Ich treffe mich mit MANTANAS Avatarin direkt im Hangar meines Habitats das sich innerhalb des Schiffes um seine Achse dreht, damit ich nicht auf eine Schwerkraft verzichten muss. Dort angekommen schaue ich den Puma vor uns an und überlege, wir ich mit ihm in Kontakt treten kann. Kann er überhaupt sprechen oder brauche ich ein Kommunikationsgerät?

„Hallo Milena! Du brauchst kein Sprechgerät und das ich sprechen kann, ist physisch nicht nötig, denn ich wurde auf dein Gehirn abgestimmt. Du musst einfach nur an meinen Namen denken!“ höre ich in meinem Kopf die weiche Stimme des Tieres vor mir und bin doch schon etwas verdutzt.

„Ja und wie heißt du überhaupt?“, bringe ich hervor. „Und werde ich nun ständig von dir gedanklich abgehört?“

„Nein Milena, erst wenn du im Gedanken nach mir rufst, höre ich dich denken. Vorher empfange ich nichts von dir und du weißt damit deine Privatsphäre gewahrt.“

„Aha, und wie heißt du denn jetzt?“

„Du kannst mir selbst einen Namen geben, auf den ich hören werde!“

„Dann werde ich dich der Einfach halber PanPan nennen!“

„Vielleicht solltest du auch deine KI-Partnerin instruieren, denn von unserem Gespräch hat sie ja nichts mitbekommen, da wir es nur gedanklich abgewickelt haben.“

„Werde ich machen!“

„Eine Minute nach deinen letzten Worten an mich, schaltet sich mein Empfänger immer wieder aus, damit du dich nicht belauschst fühlst!“

„Gut zu wissen. Magst du mit in meinen Wohnbereich kommen, da kannst du dir ein gemütliches Eckchen suchen und dich hinlegen?“

„Sehr gerne, Milena!“

Nachdem ich MANTANAS Avatarin über die Angelegenheit informiert habe, gehe ich in meinen Wohnbereich, PanPan folgt mir stumm.

 

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz verstößt nicht gegen uns bekannte Naturgesetze. Andere Einwände, etwa religiöse, gelten nicht. KI soll ein weiteres Zwischenglied der Evolution sein. Das Prinzip der Natur, Intellekt zu entwickeln und ihn unabhängig von der Umwelt werden zu lassen, wird damit fortgeführt. KI ist ein Fortschritt der Evolution, eine neue Schwelle: Intelligenz auf anorganischer Grundlage.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 11) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 15

Auf dem Monitor der Funktionsanalysen stellte Frruuggg fest, dass das Tarnkappenfeld der Rettungssonde intakt war. Dagegen zeigte die Anzeige des Antriebs, dass dort ein nicht-reparabler Schaden entstanden war, so dass die Rettungssonde lediglich noch mit den Steuerdüsen zu lenken war aber nicht mehr richtig Fahrt in das Sonnensystem in der Nähe, in dem einige verheißungsvolle Planeten einen gelben Stern umkreisten, aufnehmen konnte. Auf einem anderen Gerät blinkte es plötzlich und Frruuggg musste mit ansehen, wie Schiffe der Roboterflotte aus dem Hyperraum austraten und die Lage sondierte, die ausgesandten Datensonden der beiden zuletzt von ihm vernichteten Jägerschiffe wurden von ihnen aufgenommen und offensichtlich ausgewertet. Nun kam es darauf an: War Frruuggg in Sicherheit oder hatte man sein Manöver durchschaut? Und wenn die MARTURA-KONDIANZ es aufgreifen würde, würde man es sofort töten oder es in eines der Schlachtschiffe holen und es häuten, um mehr über seine Körperwandler-Fähigkeiten in Erfahrung bringen? Frruuggg hoffte, dass das nicht passieren würde. Die Alternative war ihm allerdings bis zu diesem Moment auch noch nicht klar geworden: würde es den Kältetod erleiden müssen, da der Antrieb seiner Rettungssonde zerstört war? Schließlich blickte das letzte Wesen seiner Art auf den Bildschirm und beobachtete mit Schrecken, wie eines der Roboterschiffe eilig auf die Rettungskapsel zu kam …

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Haupthandlung 15

 

Nachdem wir uns wieder am äußeren Rand des Sonnensystems der Südheimat befinden, tue ich es den anderen Mantaschiffen gleich und wir greifen mit unseren Hyperraumtorpedogeschützen aus dem Dunkel des unsichtbar machenden Schutzes unseres Mantaschiffe heraus einige der Trägerschiffe der Roboter-Kultur an. Ein Paar von ihnen waren gerade dabei, sich an einem der Gasriesen aufzutanken, andere ihre Kampfjäger und Schlachtschiffe aus- oder einzuschleusen. Die anderen VPS-Mantaschiffe haben sich derweil andere Trägerschiffe als Ziel gesucht, so dass wir es gleich mit mehreren Trägerschiffen zu tun haben, die wir eines nach dem anderen vernichten oder zumindest handlungsunfähig schießen. Anschließend schicken wir unsere Drohnen aus, damit diese sich um die Jäger der Roboter-Kultur kümmern, die nun überall wie ein verschreckter Haufen Bienen umherschwirren. Nachdem wir die Trägerschiffe erledigt haben, kümmern wir uns um die Kampfgeschwadereinheiten, also die Schiffe mit schwereren Geschützen, die damit immer wieder versuchen, unsere Drohnen auszuschalten.

Doch das können wir weitgehends verhindern, und so müssen auch die mittelgroßen Kampfgeschwader, die vor unserem Eintreffen von den Trägerschiffen ausgeschleust wurden, dran glauben. Alle was zu den kleineren Einheiten gezählt werden muss, einschließlich der Kampfjäger der Roboter, werden von unseren Kampfdrohnen erledigt. Endlich ist es soweit und wir und auch die anderen Mantaschiffe, haben hier so weit draußen im Sonnensystem der Südheimat für Tabula Rasa gesorgt und die Invasoren ordentlich aufgemischt, die nun keine weitere Verstärkung mehr von außen erhalten. Schließlich ziehen wir uns weiter zurück ins Innere des Sonnensystems, um von der äußeren Seite her die Kämpfe der BASE-Stationen und ihre Kampfeinheiten zu unterstützen. Die Roboterschiffe wissen gar nicht wie ihnen geschieht, als wir in ihrem Rücken auftauchen und für ordentlich Feuerkraft sorgen, immer bedacht die eigenen Kampfschiffe und Drohnen der BASE-Stationen nicht zu erwischen. Wenn wir hier fertig sind, werden wir und die anderen VPS-Einheiten die Kampfverbände und Roboter des Kollektivs auf den Gesteinsplaneten und innerhalb der beiden Asteroidenfelder unterstützen, die dort zu Tausenden umherschwirren. Vor allem unsere Drohnen kommen hier mal so richtig auf ihre Kosten und sausen zwischen den Asteroiden umher, Jagd machend, auf alles, was irgendwie nach Robotereinheiten aussieht.

Die Bodenverbände auf den Gesteinsplaneten dagegen müssen ebenfalls alles geben, denn die Trägerschiffe haben hier richtig gehaust und jeden Winkel der Gesteinsplaneten zu besetzen versucht, was aber jetzt, ohne den Nachschub von Außerhalb, also vom Rand des Sternensystems, ganz klar zum Scheitern verurteilt ist. Das Gebiet um den Hauptplaneten mit seinem unter dem Schutz des Schirmes des großen Transmittertores wirkt dagegen wir die sprichwörtliche kampffreie Zone, denn hier können und konnten die Roboter nicht eindringen. Lediglich die noch weiter innen liegenden kleineren Planeten zur Sonne hin, werden von vereinzelten Robotereinheiten, die bis hierher durchdringen konnten, angeflogen, doch finden sie dort keine echten Ziele.

 

Es kommt jetzt darauf an zu entscheiden, ob wir diesen Weg bewusst beschreiten oder verlassen. Denn KI wird, wenn sie erst einmal erschaffen ist, unsere Welt nachhaltig verändern. Es besteht die Gefahr, dass der Mensch dann sein eigenes (im späteren Entwicklungsstadium sicherlich auch autonomes – autonom hinsichtlich Reproduktions- und Lernfähigkeit.) Produkt nicht mehr kontrollieren kann. Aus der Sicht von KI könnte der Mensch überflüssig werden, so wie wir heute unseren biologischen Vorgänger (Homo erectus) für überflüssig halten. Und wenn KI das tut, wird sie versuchen uns zu verdrängen, so wie der Homo sapiens den Homo erectus verdrängt hat. Man kann nicht erwarten, dass Künstliche Intelligenz auf den Menschen Rücksicht nimmt – wir sind keine unantastbaren Götter. KI kann in vielerlei Hinsicht effektiver sein als der Mensch. Wenn die Prinzipien der Evolution weiterhin gültig sind (warum sollten sie nicht?), dann wird die Verdrängung des Menschen auch gelingen. Das macht Künstliche Intelligenz für den Menschen gefährlich. Aus der Sicht der Evolution mag das durchaus positiv sein, aus der Sicht von uns Menschen ist das schon wesentlich fragwürdiger. Wir müssen demzufolge alle Aspekte genau durchdenken und unter Abwägung aller Vor- und Nachteile entscheiden, ob wir überhaupt versuchen sollen KI zu entwickeln. (Die Entscheidung wird letztlich zwischen den ökonomischen und militärischen Interessen einerseits, und dem Überlebensinteresse der Menschheit andererseits fallen) Nutzen wir unseren Entscheidungsspielraum – solange wir ihn noch haben. Ein Entscheidungsprozess, analog dem zur Gentechnik (welcher noch nicht entschieden ist), ist notwendig.

Weitere Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 12) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

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Nebenspur 16

Bevor das Puma-Wesen sich an die Rückkehr in die Heimat machen würde, wollte es erst noch das Körperwandler-Wesen im Nachbarsystem lokalisieren. Mit seinen Sinnen scannte PanPan-Isote alle Elementarteilchen des Nachbarsonnensystems an dessen Rand es sich mittlerweile befand, um sich so ein Bild daraus zu machen, was hier in den letzten Stunden mit der Gestaltwandlerarche abgelaufen sein muss. Nur durch diese Methode der Verinnerlichung mit den Quanten des Raumes konnte PanPan-Isote die Rettungskapsel finden. Mittels eines Teiles seines Bewusstseins bewegte es sich mit einer seiner beiden Sprungfähren dorthin, um die wertvolle Fracht zu bergen. Zurückgekehrt zum Quanten-Raumer nahm das Wesen die Fähre samt Kapsel an Bord. Es prüfte die Funktion der Kryotechnik und versetzte die gesamte Kapsel samt Inhalt in Starre. Anschließend verfrachtete es die nun vom Zeitfeld der Gegenwart isolierte Kapsel tief in eine besondere Gruft seines Schiffes. Das Gestaltwandler-Wesen blieb weiterhin in Kryogese oder dem, was die Starre von Pan-Pans Schiff daraus gemacht hatte.

Hier war es nun vor jedem Zugriff sicher und selbst im Falle der Vernichtung seines Mutterschiffes war das Objekt gleichzeitig auch an einem anderen Ort in der Obhut seines Dragoners auf Otolkoho V. Diese besondere Eigenschaft der Gruft gab PanPan-Isote Gewissheit, selbst bei seiner Vernichtung gleichzeitig auf Otolkoho wieder zu Bewusstsein zu kommen. Nicht nur einmal hatte die Gruft in der Vergangenheit jegliche Fracht und auch sein Hauptbewusstsein, das sich dort ebenfalls befand, seine Existenz gerettet, wenn es sich mit allzu übermächtigen Gegnern angelegt hatte. Die Fracht und auch sein Ich waren in der Gruft in einem Spiegel-Dasein zu jeder Zeit auch auf Otolkoho V existent. Unzählige Male kam PanPan-Isote wieder im Körper seines gespiegelten Quantenraum-Schiffes auf Otolkoho V zu Bewusstsein. PanPan-Isote atmet sinngemäß auf, doch wirklich atmen muss und kann das Panter-Wesen-Schiffs-Gehirn nicht.

Und nun wird es Zeit, sich auf den Heimweg zu machen.

 

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Haupthandlung 16

3 Monate später waren die meisten Schäden behoben und auch die letzten Robotereinheiten vernichtet. Das Leben auf dem Hauptplaneten der Südheimat nahm wieder seine normalen Maße an und alle VPS-Einheiten hatten sich über das große Transmittertor zurück in die Nordheimat im gegenüberliegenden Teil der Milchstrasse zurückgezogen. Die Quantenantriebe der BASE-Stationen würden sich im dortigen Heimat-System des Kollektivs an dessen Sonne wieder aufladen und daraufhin ihren Heimweg in ihr entsprechendes Sonnensystem antreten. Diese Feuertaufe hat gezeigt, dass die Menschheit und das Kollektiv eine brauchbare Einheit abgaben, wenn es um die Bekämpfung von außen ging. Das Kollektiv war sehr dankbar für die Hilfe der VPS und die Menschen, die aus den Sonnensystemen der VPS stammten, waren froh, dass es das Kollektiv mit ihren vier Hauptwelten gab, um so ihr Weiterleben zu sichern, wenn der Moment gekommen war, an dem die biologische Grenze ihres Daseins erreicht war, oder Krankheit und Tod sie bedrohten und ihre weitere Existent in Form eines Kristallbewusstseins gesichert wurde. Das Ganze war ein gegenseitig Geben und Nehmen und nur die wenigsten Beteiligten der Südheimat wussten, dass sie diesen Umstand wahrscheinlich dem Wesen Namens PanPan-Isote zu verdanken haben, welches dank seiner fortschrittlichen Technik in der Lage war, die vielen noch bereitstehenden Robotereinheiten zwischen zwei Galaxien zu verbannen. So war vorerst gewährleistet, dass im Südteil der Milchstrasse keine weiteren Schlachten mehr mit den Roboterinvasoren bevorstanden. Der größte Teil der Menschheit, der hauptsächlich im oberen Nordteil der Milchstrasse seinen Lebensraum hat, ist erstmal froh darüber, dass die Südheimat soweit von ihnen entfernt liegt und sie deshalb nicht so richtig tangiert.

Nachdem auch meine KI-Partnerin und ich uns von der Südheimat verabschiedet haben, werden uns in Kürze ebenfalls zurück in den Menschenraum begeben, um dort einige unerledigte Aufträge abzuarbeiten, als MANTANA mich darüber informiert, dass sich die Verantwortlichen der Wasserwelt gemeldet haben und uns gebeten haben in drei bis vier Monaten bei ihnen vorbei zu schauen, denn zu dem Auftrag, den sie in unserem Namen von einem Wesen Namens PanPan-Isote erhalten haben, würden noch einige Fragen aufwerfen …

(wird fortgesetzt!)

Copyright © 2017 by Felis Breitendorf, Bella C. Moremo & Conchita Mendés

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Saargau Arts

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

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Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 3. September 2015
Erscheinungstermin: 3. September 2015
Label: Weide Records
Copyright: Weide Records
Dauer: 4:00 Minuten
Genres:
Dance & Electronic
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Krieg der Maschinen (Kartoniert)
Techno-Thriller
von Golden, Christopher

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Verlag:  Blanvalet Taschenbuchverlag
Medium:  Buch
Seiten:  512
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erscheint:  Oktober 2015
Originaltitel:  Tin Men
Maße:  187 x 118 mm
ISBN-10:  373410209X
ISBN-13:  9783734102097

Beschreibung
Unsere Zivilisation steht vor dem Ende – nur eine Handvoll Elitesoldaten kann uns retten!

Weltweit bricht die Wirtschaft zusammen, Umweltkatastrophen erschüttern die Erde, Krieg droht jeden Moment auszubrechen. Daher hat das Militär eine neue Einheit von Elitesoldaten rekrutiert, die für Frieden sorgen sollen. Der Geist dieser tapferen Soldaten wird mit einem Roboter verbunden und ist somit Teil der Maschine. Einer von diesen Soldaten ist Danny Kelso. Während seiner Schicht kappt ein Terroranschlag weltweit die Stromversorgung. Für die Elitesoldaten beginnt ein Rennen gegen die Zeit, um nicht nur sich selbst, sondern die Zivilisation vor dem Untergang zu retten. Doch Dannys Roboter bleibt aktiv – und sein Geist in der Maschine gefangen …

Autor
Christopher Golden, geboren 1967, ist der Autor zahlreicher, vor allem phantastischer Romane. Er unternimmt immer wieder Ausflüge in die Welten anderer Schöpfer, und so hat er u.a. Bücher zu Buffy, Battlestar Galactica und den X-Men verfasst.

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