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DAS 5. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 19) von Felis Breitendorf & Conchita Mendés

DAS FÜNFTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 19)

von

Felis Breitendorf & Conchita Mendés

(Techno-Utopien der Unsterblichkeit – Fortsetzung Teil 2 zur Kritik zu Hans Moravec’ Buch “Mind Children”, mit freundlicher Genehmigung des Rezensenten Gerhard Fröhlich.)

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Virtuelle Welt 9. Teil

(zurück zum vorherigen Teil)

Trotzig und böse schaut sie zu ihm auf: Und wäre das wirklich so schlimm…?

Du weißt dass uns die Priester seit langem für diese Aufgabe auserwählt hatten; lange schon bevor wir selbst es wussten.

Aber das ist es ja, was mich so stört. – Vorbestimmt! – Ich möchte lieber selbst entscheiden, was mit meinem Leben geschieht!

Er versteht sie ja. Aber das kann er ihr nicht sagen. Er will wenigstens so tun als wenn er selbst die Kraft noch aufzubringen in der Lage ist, obwohl all das längst auch über seine Kräfte geht. Doch sie Beide haben eine Aufgabe. – Und Verantwortung.

Du musst dich entscheiden! Wenn du willst, dass es dem Volk wieder so schlecht wie damals gehen soll, dann können wir ja abdanken und einem anderen die Aufgabe des Herrschens überantworten.

Du weißt, dass das nicht geht!, faucht sie ihm entgegen: Die Herrschenden können nur durch den Tod aus ihrer Verantwortung entlassen werden!

Dann lass uns fliehen!

Das wird uns ebenso wenig helfen. Die Priesterschaft hat ihre Fühler über das ganze Land verteilt. Praktisch überall, in jedem Dorf sind ihre Leute vertreten.

Das ist ja das Schlimme, flüstert er, die wirkliche Macht in diesem Land liegt bei der Priesterschaft…!

Ja!, pflichtet sie ihm bei, Jedoch nicht bei den einzelnen Personen, sondern in ihrer Struktur. Und deshalb sind wir nicht in der Lage – auch mit Hilfe der Ringe nicht – daran zu rütteln.

Himiko und Mantana und das Kollektiv (Teil 9)

18 Monate später

Nachdem wir zwischenzeitlich einige andere Aufträge erledigt haben, kehren wir mit unserem Mantarochenschiff wieder zurück: Die menschlichen Bautrupps haben inzwischen ganze Arbeit geleistet. Die meisten Städte sind wieder bewohnbar auf dem Planeten Minerva, der alten Heimat des Kollektivs. Die Entwässerungsaktionen haben allerdings dem gesamten Planeten ein völlig neues Aussehen verliehen. Viele Gebiete, die vormals zu den Stadtausläufern gezählt haben, sind nun unter Wasser. Die meisten Städte wirken wie Küstenstädte aber wichtig ist letztlich, dass die Funktion der Infrastruktur wieder hergestellt ist.

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Promografik 1

Dass insgesamt die Fläche für die Bewohner reduziert wird, spielt zum Glück keine so große Rolle, da die meisten Bewohner in der neuen Heimat zurückbleiben werden. Vorerst werden es hauptsächlich Bauroboter sowie Stadtarchitekten und Verwaltungsangestelle sein, die den Planeten wieder auf Vordermann bringen werden. Bestimmt wird es auch für diese zukünftige Semi-Wasserwelt ihre Liebhaber unter den Mitgliedern der Gemeinschaft geben, die sich auf Minerva einquartieren wollen. Hier dürften es vor allem die Wasseratmer unter der Bevölkerung sein, die ein Interesse daran haben, nun auch eine Unterwasserinfrastruktur zu erschaffen. So können diese Wesen auf ihre cyborgartigen Körperzusätze verzichten, die es ihnen ansonsten möglich macht in der Atmosphäre zu atmen. Ich kann mir gut und gerne interessante bauliche Erweiterungen vorstellen die die Stadt- und Lebensbereiche unter der Wasseroberfläche fortzusetzen vermögen und so auch für die Minderheiten der Wasseratmer ein luxuriöses Leben möglich machen dürfte, das für diese von ganz besonderer Qualität sein wird. Für den anderen größeren Teil der Bevölkerung gilt dagegen, dass dieser ja zu jeder Zeit die Möglichkeit hat, zurück nach New-Minerva zu reisen oder endgültig in die alte Heimat Minerva umzusiedeln. Vielleicht würden sich auch viele der Bürger zwei Wohnsitze leisten, sodass sie immer wieder zwischen den beiden Welten hin- und herreisen könnten. Überhaupt, denke ich, wird es ein ziemliches Aufkommen an Reisenden mit sich bringen, da der Gemeinschaft ja nun wieder zwei Welten zur Verfügung stehen.

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Promografik 2

Ich für meinen Teil finde, dass auch die alte Heimat mit ihren riesigen Wassergebieten ihren Reiz hat und  eine gewisse Schönheit auszustrahlen in der Lage ist. Die Bautrupps der Menschen haben jedenfalls gute Arbeit geleistet und es kann sich echt sehen lassen, was sie aus den Trümmern erschaffen haben. Wenn sie mit der Arbeit fertig sind, kann die Gemeinschaft loslegen: In den Bunkern unter der Erde stehen immer noch Milliarden von Arbeitsrobotern bereit; sie wurden weitestgehend von den Fluten verschont, weil in die unterirdischen Anlagen keine Einbrüche von Kometenwasser erfolgte. Durch das Einsetzen der Kristall-Cluster können diese Roboter aktiviert werden und mit deren Hilfe kann die Gemeinschaft die Stadtbereiche lebensfähig gestalten.

Auch unsere Spezialisten die zusammen mit den KIs die Sternentore untersucht haben, konnten viele brauchbare und zum großen Teil erstaunliche Resultate liefern. Sie sind dabei auf unerwartete Geheimnisse und Erkenntnisse gestoßen, die im Zusammenhang mit dem Erschaffen der Transmittertore stehen; sie dürften nicht einmal dem Kollektiv bekannt gewesen sein.

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Promografik 3

So sind zum Beispiel die Teams aus Menschen und KIs zu der Erkenntnis gekommen, dass der bekannte Fakt,  dass jedes der Tore nicht nur als Transmitter fungiert, sondern auch eine Art Schutzschirm aufspannt, weitere Konsequenzen mit sich bringt. Die kleineren Tore schützen hier die flächenmäßig kleineren Gebiete und die größeren, wie etwa die Stadttore, spannen ihren Schutz über dem gesamten Stadtgebiet auf. Offenbar ist das auch das große Geheimnis dieser Kollektivgesellschaft, welches fremden Mächten eine Invasion unmöglich gemacht hat in der langen Vergangenheit dieser Zivilisation. So sind etwa auch die  größeren Distrikttore in der Lage riesige Gebiete zu schützen und die Kontinentaltore können ihre Schirme sogar über einen ganzen Kontinent aufspannen. Was daraus resultiert, ist die Tatsache, dass die kleineren Tore ihre Schirme innerhalb der Schirme der nächsthöheren Schirme aufspannen usw. Bis hin zu den Kontinentaltoren, die das alles, was sich auf einem Kontinent befindet, unter ihre Haube bringen. Laut der wiedergekehrten Clusterbewußtseine, die hier nun als Vertreter und Sprecher der Gemeinschaft fungieren, hatte man bei der Evakuierung vor rund Eintausend Jahren alle Schutzschirme abgeschaltet, weil man sonst nicht in der Lage gewesen wäre, alle nötigen Materialien für die neue Heimat, mittels der Gleiter und Transportraumer, zu bergen und mit zu nehmen. Ein Schutzsystem der Tore hätte das Durchqueren des jeweiligen Luftraums verhindert.

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Promografik 4

Ein Funktionieren der Schutzschirme hätte die freie und zügige Bewegung der Raumschiffe ad absurdum geführt. Das war auch der Grund, warum man die Schirme nicht wieder eingeschaltet hatte bevor man den Planeten endgültig verließ. Das Kollektiv ging von der Prämisse aus, dass selbst die Kontinentaltore keinen perfekten Schutz vor den auf den Planeten niederstürzenden Kometen mit ihren Wassermassen darstellten, weil die Kontinentaltore nur die Landmassen von oben schützen und nicht die sie umgebenden Ozeane. Im Prinzip ist da auch nichts gegen zu sagen, aber mit eingeschalteten Kontinentalschirmen wären sicherlich die Schäden an den Gebäuden und der Infrastruktur geringer gewesen, auch wenn die Wassermassen der Kometen sich ihren Weg letztlich unterirdisch in die Städte gesucht hätten. Aber die Gemeinschaft wollte sich im Falle der Stippvisiten im Laufe der Jahre nicht jedes mal mit dem Ein- und Ausschalten der Schutzschirme befassen müssen und damit auch verhindern, dass Raumschiffe an die Schirme knallen und beschädigt oder vernichtet würden.

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Promografik 5

Was das Kollektiv letztlich nicht ahnen konnte, war eine Fähigkeit des großen Sternentors am LG2-Punkt, welche die KIs herausgefunden haben: Dieses Tor hat auch die Möglichkeit  einen riesigen Schutzschirm über den gesamten Planeten nebst dazugehörigen Monden und Orbitalstädten und -Stationen aufzuspannen, sodass keinerlei Kometen auf den Planeten oder überhaupt in den Orbit des Planeten hätten gelangen können. Eine bittere Erkenntnis, welche den gesamten Umzug in die neue Heimat überflüssig gemacht hätte. Doch das Kollektiv hatte sich nur mit den Funktionen der Tore befasst, welche es auch verstanden hatte, bzw. händeln konnte ohne die Gefahr einer Fehlfunktion oder gar einer Selbstzerstörung zu riskieren. Erst die KIs waren in der Lage, die Programmierungen der Tore zu verstehen und nachzuvollziehen. Das Kollektiv hatte angeblich lediglich die Kontinentaltore eingesetzt, wenn eine fremde Kultur sie bombardieren oder einzunehmen versuchte. Dazu war es freilich in der Vergangenheit nie wirklich gekommen, da fremde Invasionsschiffe an den Schirmen der Kontinentaltore sich die Zähne ausgebissen hatten und am Ende immer nur scheitern konnten.

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Promografik 6

Die Tatsache, dass das jeweilige LG2-Tor mit seinem Schutzschirm letztlich den Planeten unbezwingbar gemacht hätte, war auch für das Kollektiv der alten sowie für das der neuen Heimat eine gewaltige Überraschung. Es hat dazu geführt, dass über den Kommunikationsweg der beiden KI-Habitate in Tarnzustand, die sich im Orbit der beiden Planeten und mit Zustimmung der Kollektiv-Gemeinschaft befinden, die beiden Hälften der Clusterbewohner sich nun miteinander austauschen können, bzw. wie ein einziges Kollektiv agieren können. Das wäre wegen der immensen Entfernung der beiden Welten von immerhin rund 70.000 Lichtjahren überhaupt nicht möglich, schon gar nicht in Echtzeit ohne Zeitverlust. Letztlich hat man sich deshalb darauf geeinigt, dass die Kollektiv-Gemeinschaften der Neuen und Alten Welt mit jeweils einer KI pro Kontinentaltor fusionieren. Das hat letztlich den Vorteil, dass der sachgemäße Umgang mit den Kontinentaltoren, ihren Schirmen und eventuell noch zu entdeckenden Funktionen gewährleistet wäre. Somit wurden die sechs KIs im Bereich der Kontinentaltore plus der KI im Orbit zu einer schlagfertigen Gemeinschaft zum Nutzen aller, auch der Menschheit, allen voran der Menschen im Schutze und Umfeld der VPS. Diese konnten nun sichergehen, den eigenen Tod nicht mehr fürchten zu müssen, was letztlich auch die Zustimmung des VPS-Militärs und -Rates fand. Wer wollte schon darauf verzichten, ewig zu leben?

Der Ameisenstaat als positive Utopie

2.4 Die Evolution der postbiologischen Welt: Ameisenstaaten, Individuen, Parasiten

Moravec spricht in den soziologischen Implikationen seines Szenarios wenig über Macht bzw. Herrschaftsstrukturen, erwähnt allerdings das Modell des Ameisenstaates: Die post-biologische Welt werde aus einem breiten Spektrum von „Individuen“ (Moravec) bestehen, „von winzigen, wenig intelligenten Konfigurationen für kleinste Abstände bis hin zu sternenumgreifenden Superintelligenzen für die kompliziertesten Probleme.. eine Superintelligenz kann sich aus unzähligen eng zusammenarbeitenden geringeren Intelligenzen zusammenschließen, die ähnlich organisiert sind wie ein Ameisenstaat.“ (ebd., 173) Da Superintelligenz nicht mit Vollkommenheit identisch sei und evolutionäre Sackgassen möglich seien, hält Moravec eine Vielfalt der Entwicklungslinien für Wünschenswert und wahrscheinlich.
Gefahren – quasi das „post-biologische Böse“ – wittert Moravec in Analogie zu den heute bekannten Computerviren (aufgrund von Computervernetzung und „promiskuitiver Software“ (ebd., 174). Die Welt der künstlichen Maschinen werde auch nicht frei von Krankheiten sein:

„Zwar mag es auf den ersten Blick so erscheinen, als müsste uns die Loslösung vom biologischen Körper von allen Krankheiten des Fleisches befreien – doch leider ist dies eine Illusion. Wie zu biologischer Zeit werden auch in der postbiologischen Welt in irgendwelchen dunklen Nischen Parasiten lauern, um in Wirtssysteme einzudringen und sich dort als ungebetene Gäste einzunisten. .. Auf jeden Fall werden diese Wechselbeziehungen in einer postbiologischen Welt große Ähnlichkeit mit den Prozessen in der uns bekannten Welt haben“ (ebd., 173f.)

Techno-Utopien der Unsterblichkeit – Eine Kritik zu Hans Moravec‘ Buch „Mind Children“ von Gerhard Fröhlich*

 

*Für Anregungen und kritische Diskussionen des zugrundeliegenden (hier gekürzten, Anm.) Manuskripts, face-to-face oder per e-mail, danke ich Gerhard Dirmoser, Klaus Feldmann, Werner Höbart, Roland Lehner, Elisabeth Parzer, Richard Paulik. Die ungekürzte Fassung dieses Artikels ist einzusehen unter:

http://www.iwp.uni-linz.ac.at/lxe/wt2k/pdf/TechnoUtopUnsterb.pdf

Virtuelle Welt 10. Teil

Wir können die Dinge, die in unserer Macht liegen, verbessern!

Um als Spielball der Priesterschaft wie ein Steinchen in einem Mosaik zu funktionieren…?

Wir werden die Priesterschaft überleben!

Wenn wir nicht vorher umgebracht werden.

Das ist nun mal das Risiko, wenn man auf der richtigen Seite stehen will.

Welche ist denn die richtige Seite? – Hat der Begriff der Seite für uns nicht längst seine Bedeutung verloren? denkt sie.

Wir können immer versuchen, die Dinge die in unserer Macht liegen, noch ein wenig besser zu machen.

Du meinst, auch wenn wir ewig leben – und auch mit der Kraft der Ringe – wird es uns doch nie möglich sein, die Welt besser zu machen, sondern, dass wir immer nur dabeistehen und ab und an eine hilfreiche Geste vollführen können?

So drastisch habe ich das eigentlich nicht gemeint. Aber sagen wir mal so: Wir können die Menschen nicht ändern, sondern nur hoffen, dass sie das mit der Zeit selbst tun. Wir können ihnen nur den Weg ein wenig ebnen, mehr nicht…

Sind wir denn selbst überhaupt schon so weit? Müssen nicht auch wir uns noch ändern?

Wieder geht er auf sie zu und nimmt sie in die Arme, küsst ihr auf die Stirn, und beide heben sie ihre Hände mit den Zauberringen, von denen bereits ein starkes Leuchten ausgeht…


Himiko und Mantana und das Kollektiv (Teil 10)

weitere 8 Monate später

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Promografik 7

Wir kehren wieder nach Minerva zurück, um die Lage zu sichten und die wissenschaftlichen Ergebnisse unserer Spezialisten und den KIs zum Thema Transmittertore zu gewichten. Inzwischen treffen nun auch die ersten Menschen in der alten Heimat des Kollektivs ein, die über das errichtete Hyperraumtor in der Nähe der Sonne Minerva zu besuchen trachten.

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Die menschlichen Besucher möchten sich wohl gerne persönlich ein Bild davon machen, wie das Leben innerhalb der Kollektivgemeinschaft sein würde, wenn sie sich selbst dort irgendwann zu Kristallen pressen lassen würde. Auf der anderen Seite der Sonne gegenüber dem VPS-Hyperraumtor entsteht bereits ein BASE-Ring mit seinen üblichen Raumschiffreparatur- und Handelsplattformen und den darunter angebrachten sich in Rotation befindlichen Kuppelwelten mit ihren künstlichen Schwerkraftverhältnissen.

Zeichnung BASERINGPLATTFORMEN mit Kuppeln und Containern und Schlepper

Allerdings werden diese Kuppelwelten im Gegensatz zu den sonst üblichen Methoden, nicht nur als Wohnmöglichkeiten konstruiert. Als ein Eingeständnis der Verantwortlichen der VPS werden sie so gestalten, dass die Menschen, die Angst davor haben, zu spät in den Genuss der Unsterblichkeit zu gelangen, bzw. den Zeitpunkt zu verpassen, wann eine Umwandlung zu einem Kristall noch möglich ist, dort auch untergebracht werden können. Aus diesem Grund werden die sechs Kuppelwelten als eine Reihe von unterschiedlichen Sanatorien-Welten errichtet. Dort können sich dann die Menschen aufhalten, die wert darauf legen diesen Vorteil zu genießen. Sie sind damit im selben Sonnensystem wie Minerva und der Weg zu der Welt der Unsterblichen ist den Gebrechlichen, Alterschwachen,  Kranken und vom Tode bedrohten gewährleistet. Sie müssen nicht befürchten, lange vor der Umwandlung zu einem Bewusstseinkristall zu versterben.

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Promografik 8

Doch auch das reicht offenbar einer Großzahl von Menschen nicht. Sie möchten sich am liebsten direkt auf Minerva ansiedeln, um noch mehr Sicherheit zu haben. Eigentlich unnötig, denn der Umwandlungsprozess ist jederzeit möglich, wenn man mit den Sterbenden zum Zeitpunkt seines nahenden Todes augenblicklich eine Kryokonservierung einleitet. Aber wie solche Möglichkeiten immer auch ihre Stielblüten hervorbringen, ist es auch dabei der Dünnhäutigkeit der einzelnen Menschen geschuldet, wenn das Thema des eigenen Todes gegenständlich zu drohen wird. Indes gibt es aber auch eine Menge von Menschen, die einfach einen Paradigmenwechsel für ihr Leben wünschen um mit dieser Art von Welt ihr eigenes Dasein auf den Kopf zu stellen. Wie dem auch sei, ist die Kollektiv-Gemeinschaft in jeder Hinsicht großzügig: Wer kommen möchte, ist herzlich eingeladen auf Minerva zu leben und wer sogar in die neue Heimat umziehen möchte, mit dem Bewusstsein, sich von da ab rund 70.000 Lichtjahre von alledem, was bisher seine Welt darstellte, sein Leben zu fristen, dem wird auch das bedingungslos ermöglicht.

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Promografik 9

Viele Menschen sind aber einfach nur neugierig und kommen als Touristen, um sich einmal eine Welt anzuschauen, die von echten Aliens oder deren Nachkommen bewohnt sind, denn alles was man bisher aus der Milchstrasse kennt, stammt letztlich vom menschlichem Genom oder das der Tiere mit der fast identischen DNS ab. Doch allzu viel bekommen die Menschen von diesen Aliens nicht zu Gesicht, denn die allermeisten haben sich schon vor vielen Tausenden Jahren selbst zu Kristallen kompensieren lassen und stecken nun zumeist mit ihren Bewusstseinen in Millionen von verschiedenen virtuellen Welten oder in den Kristallclustern, um so der Gemeinschaft zu dienen, die ihnen ihre Unsterblichkeit ermöglichte. Nur in den allerwenigsten Fällen stecken Aliens in einem der Androidenkörper und / oder sind darin auch als solche zu erkennen.

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Promografik 10

Für die meisten Besucher ist das Alltagsleben auf Minerva erst einmal eine große Überraschung, da hier eine Gesellschaft so ganz anders mit ihren Bewohnern umgeht als man das aus dem Menschenraum gewohnt ist. Alleine schon der Umstand, dass letztlich fast jeder der Bewohner der Gemeinschaft dient und es kein persönlichen Besitz oder Reichtum gibt, ist doch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Dass diese Gesellschaft so ganz ohne Geld auszukommen in der Lage ist, evoziert jede Menge an Fragen bei den menschlichen Besuchern. Dass man letztlich als einzelnes Individuum sich dennoch selbst zu verwirklichen in der Lage ist, klingt erstmal ziemlich schräg und widersprüchlich und nach einem Märchen. Doch ebenso wird auf Minerva oder New-Minerva tatsächlich niemand schief angeschaut, wenn er oder sie sich seine Träume was Hobbys, Wohnen oder die Freizeitbeschäftigungen angeht, erfüllt. Alles ist erlaubt, wenn man dadurch die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft nicht schädigt oder allzu sehr einschränkt. Da diese Gesellschaft über nahezu unbegrenzte Ressourcen verfügt, was letztlich durch die seit Jahrtausenden stattfindende Ausbeutung ihres gesamten Sonnensystems ermöglich wird und durch die vielen Milliarden von Arbeitsrobotern, für die sich immer Bewusstseine in Millionen von Kristallclustern finden, und dadurch keine quantitativen Grenzen an Arbeitskräften existiert.

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Promografik 11

Arbeitskraft liegt hier – nicht wie im Menschenraum eine teure Sache – praktisch unbegrenzt vor. Wer sich besondere Wünsche erfüllen möchte, ist letztlich nur vor die Aufgabe gestellt, diese zu definieren, einen Organisator in den Clustern zu finden, der welche auch immer gearteten Herstellungsprozesse organisieren und steuern würde und hierzu auf die Vielzahl der Bewusstseine in den Clustern und den ausführenden Heerscharen an Arbeitsrobotern zurückzugreifen befähigt ist. Persönlicher Luxus und Reichtum ist also auch auf dieser Welt möglich, wenn man als Einzelner selbst tatkräftig an der Erfüllung dieser Wünsche arbeitet und andere davon überzeugen kann, sich daran zu beteiligen oder einen tatkräftig zu unterstützen. Am Ende zählt, dass in der Gemeinschaft keine scharfen Regeln der Eigentumsverhältnisse existieren, denn letztlich gehört alles immer der gesamten Gemeinschaft. Doch durch die unglaublichen Mengen an Ressourcen kommt so was wie ein Streit höchst selten vor, und wenn doch, dann wird dieser fast immer zum Wohle aller Parteien und der Gemeinschaft geregelt. Aber kommen wir zurück zu den Entdeckungen und Geheimnissen im Zusammenhang mit den Toren und unseren KIs. Was letztlich ein weiterer Paradigmenwechsel darstellen dürfte, ist wohl die Erkenntnis, dass die Erschaffer der Sternentore offensichtlich ihre Vorliebe für die Zahl 6 auf ganz besondere Art und Weise auf die Spitze zu treiben wussten. Die KIs hatten nämlich vor kurzem herausgefunden, dass Minerva als Hauptplanet mit seinem Sonnensystem von sechs nahegelegenen Sonnensystemen umgeben ist, die in der Regel auf der selben Ebene liegen und im Mittel nicht weiter als etwa 666 Lichtjahren vom Sonnensystem der Kollektivwelt entfernt ihre Kreise um den galaktischen Kern ziehen, wie das auch für Minerva gilt und schon immer galt.

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Promografik 12

Diese sechs Sonnensysteme und Minerva sind dabei auf ganz besondere Weise mit einander verbunden. Alle diese sechs Systeme besitzen einen Hauptplaneten im habitablen Bereich, auf dem Sauerstoffatmer leben können. Auf allen diesen Planeten gibt es verschiedene Kontinente von denen einer über ein Kontinentaltor verfügt, das ebenso wie die auf Minerva in der Lage ist, einen Schutzschirm über den   gesamten Kontinent aufzuspannen und eine Sternentorverbindung zum großen Minerva- Transmittertor herzustellen. Die KIs kommen zu dem Schluss, dass diese Sonnensysteme mittels der Kontinentaltore kein großes Tor benötigten, um von ihren Kontinentaltoren zu Minerva und wieder zurück diese Entfernungen von unter 1000 Lichtjahren in Jetztzeit zurücklegen zu können. Diese Entfernung vom Kontinentaltor des einen Systems zu dem eines anderen direkt zu bewältigen ist nicht möglich, immer muss das große Minerva-Tor mit im Spiel sein. Von dort aus hat aber jedes Schiff die Möglichkeit von einem der Kontinentaltore kommend aus dem LG2-Tor heraus zu gelangen, dieses zu umrunden und auf der andere Seite wieder in dieses hinzutauchen. Dadurch kann das Schiff in einem der anderen Systeme im Kontinentaltor des jeweiligen Hauptplaneten wieder austreten. Als man dies herausgefunden hatte wollte man aber sicher sein. Man schickte erst einmal ein robotorgesteuertes kleines Raumschiff auf die Reise, um sich die technischen Verhältnisse dieser Welten anzuschauen. Erst nachdem diese Reisen ohne Probleme von statten gingen, folgt nun meine Wenigkeit zusammen mit einer Reihe von Spezialisten aus dem wirtschaftlichen und technischem Bereich, um sich die entsprechenden Planeten anzuschauen. Für diese Aufgabe wählte ich einen Forschungsraumer der ERK, mit dem ich einmal stark verbunden war! Die PALEM, das Schiff mit ich als damalige ERK-Beamtin einige Jahre unterwegs war haben meine Partnerin MANTANA und ich vorsichtshalber in unserem Mantaschiff mitgenommen. Leider sind ja die Kontinentaltore für unser Mantaschiff zu klein, so dass meine Partnerin MANTANA leider nicht mit von der Party sein wird beim Erkunden dieser Welten; sie wird hier auf MINERVA die Stellung halten. Ich werde also im Folgenden von dieser Rundreise durch diese fremden Systeme mit ihren habitablen Planeten berichten und auch Bildmaterial vorstellen, die diese Welten zeigen werden.

Das Leben in der postbiologischen Welt ist nicht frei von Gefahren
Die Möglichkeit oder Unvermeidbarkeit von Kriegen zwischen den Computer/ Robotersystemen erwähnt Moravec nicht ausdrücklich; dies müsste aber aus seiner mehrfach geäußerten Erwartung, die postbiologischen Prozesse seien den biologischen Prozessen sehr ähnlich, geschlossen werden. Auch verwendet Moravec zur Beschreibung der Computerprobleme der Gegenwart militärische Terminologie, indem er die Computer-Krankheiten bzw. Viren unterteilt in: Trojanische Pferde, (Zeit-)Bomben, Spione, sowie die eigentlichen Viren (in Analogie zum HIV-Virus) . Er nimmt zur Beschreibung von Gegenwart und Zukunft auch sprachliche Anleihen aus der Sagen- und Märchenwelt vor: Gespenster und Kobolde würden ihre Existenz „unerwarteten Wechselwirkungen zwischen oder Mutationen von vorhandenen Teilen“ (ebd., 184) den immer komplexeren Systemen verdanken. Auch Ratten, Kojoten, Gangster, Würmer, Informationsparasiten bevölkern Moravecs höchst bio- und manchmal auch anthropomorphes Szenario.

Parasiten wie z.B. Computerviren fördern die evolutionäre Auslese
Moravecs Trost: auch das biologische Leben gedeihe trotz (ja wegen) der unablässigen Entwicklung neuer Parasiten. Wir biologischen Geschöpfe verdanken – nach Auffassung mancher Experten – unsere besten Eigenschaften Krankheiten und Parasiten, sie fungierten als ein wichtiger Motor der Evolution. Im übrigen hält Moravec – unter Bezugnahme auf Überlegungen und Simulationen zur Evolution der Kooperation (Axelrod 1988) und von Vermutungen Douglas Hofstadters (vgl. u.a. Hofstadter/Dennett 1981) – in der postbiologischen Welt auf lange Sicht kooperatives Verhalten auf allen Ebenen für wahrscheinlich. Immunsysteme und Polizeikräfte dürften allerdings dauerhaft nötig sein: „Ich gehe zukünftig von einer Welt aus, die insgesamt freundlich ist, auf den meisten Ebenen aber mit Nischen, in denen sich ein fruchtbares Chaos halten kann“ (ebd., 201)

Techno-Utopien der Unsterblichkeit – Eine Kritik zu Hans Moravec‘ Buch „Mind Children“ von Gerhard Fröhlich*

 

*Für Anregungen und kritische Diskussionen des zugrundeliegenden (hier gekürzten, Anm.) Manuskripts, face-to-face oder per e-mail, danke ich Gerhard Dirmoser, Klaus Feldmann, Werner Höbart, Roland Lehner, Elisabeth Parzer, Richard Paulik. Die ungekürzte Fassung dieses Artikels ist einzusehen unter:

http://www.iwp.uni-linz.ac.at/lxe/wt2k/pdf/TechnoUtopUnsterb.pdf

Virtuelle Welt 11. Teil

Die huschenden Gestalten sind in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Ihre schwarzen Gewänder verschlucken das wenige Licht, das der Sternenhimmel, die dünne Sichel des Neumondes und der Dunst der Atmosphäre von sich geben.

Lautlos werden die Palastwachen ausgeschaltet, die vor dem Herrscherhaus patrouillen. Vorbei an den inneren Wachen, über Gemäuer, hinter Gebüschen versteckt, dringen die Schwarzgekleideten in den inneren Palasthof ein. Extra für diese Aufgabe ausgebildet, aus den Tiefen unter dem Tempel stammend, dienen sie der Priesterschaft und haben sich dieser Aufgabe verschrieben, mit ihren Fähigkeiten zum Wohle des Ordens alles zu geben, falls nötig sogar ihr eigenes Leben. Unsichtbar, Leise und Tödlich führen sie ihr Handwerk aus, bis zum Äußersten gehend. Als sie endlich vor den Türen des Privatgemachs des Herrschers stehen und alle strategisch wichtigen Schlüsselpositionen des Palastes unter ihre Kontrolle gebracht haben, melden sie den Erfolg an die obere Priesterschaft, die das ganze Schauspiel aus sicherer Entfernung geleitet hat.

Schließlich treten die Schwarzgekleideten beiseite, bilden eine Art Gasse, die von den äußeren Gemäuern des Palastes bis hin zu den Türen des Privatgemachs des Herrschers von Almakhan reichen.

Zusammen mit den Höchsten der Priesterkaste schreiten Baldar und Ashne umringt von Tempeldienern, die ihnen und den Würdenträgern als menschliche Schutzschilde dienen, auf die schweren Holztüren zu. Doch auch als die Leibgarde des Herrschers von Almakhan ihren Herrn Bescheid geben, dass diesem geboten wird in der großen Tempelhalle zu erscheinen, ist die Gefahr dieser Situation noch nicht gebannt. Noch immer besteht die Möglichkeit, dass das Volk, die reichen Edelleute und auch die Kämpfertruppen ihrem König beizustehen versuchen. Aus diesem Grund haben sich die beiden Geschwister dazu entschlossen einen Teil des Geheimnisses ihrer Zauberringe zu lüften und daher auch von jeder gesellschaftlichen Gruppe einige Vertreter in die Tempelhalle gebeten.

Himiko und Mantana und das Kollektiv (Teil 11)

weitere 2 Monate später

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Promografik 13

Nach 2 Monaten ist es endlich soweit und alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, so dass ich mich als Befehlshaberin mit der PALEM über eines der Kontinentaltore auf MINERVA auf die Reise begebe. Nachdem wir neben dem schiffseigenem Personal an Wissenschaftlern und Technikern noch eine Reihe von Fachleuten des Kollektivs an Bord genommen haben, verlassen wir die Wasserwelt MINVERA. Ziel ist der Hauptplanet CANIS MAJANIS III mit seiner habitablen Atmosphäre im CANIS-Sonnensystem im Sternbild Hund, dass man nur von MINERVA aus sehen kann und das wohl auch diese Bedeutung hat. Das Sonnensystem besteht aus einem Doppelsternsystem. MAJANIS A ist eine leicht rötlich gefärbte Sonne aus der Hauptreihe  und MAJANIS B eine kleinere mit gelblicher Farbe. Nachdem wir mit der PALEM aus dem Kontinentaltor ausgetreten sind und das Schiff sicher zur Landung bringen konnten, teilen wir uns auf und nehmen mit einigen Fähren die Reise auf um uns in verschiedenen Richtungen auf dieser Welt umzuschauen. Da es in dem Teil des Planeten, in dem wir uns befinden, bereits zu dunkeln anfängt und wegen der heute wohl von trüben Atmosphäre nur wenig Licht von den beiden Sonnen durchdringt, kann man die gespenstischen Erscheinungen, die sich am Himmel auftun, gut erkennen, denn diese pflanzenartigen Wesen, die in der Atmosphäre schweben, geben ein bläulich grünes Licht von sich. Auch einige andere Pflanzen, die aus einsamen kleinen Felsinseln sprießen, bestehen offenbar aus lianenartigen Gewächsen und sind besetzt  von punktartigen Lichtern. Was es genau mit dem Leben auf diesem Planeten auf sich hat, wird wohl noch genauer untersucht werden müssen. Jedenfalls finde ich es annähern spannend, dass ausgerechnet der erste Planet, den wir besuchen, fremdes, wenn auch nur pflanzliches Leben trägt. Wer weiß, was sich auf den anderen Kontinenten des Planeten noch so zu finden gibt. Jedenfalls haben wir wohl mit der Auswahl diesen Planeten als erstes zu besuchen, bestimmt eine Reihe von Astro- und Exobiologen der PALEM und auch des Kollektivs überglücklich gemacht. Wir werden eine ganze Reihe von Wissenschaftlern hier lassen, die sich das alles noch genauer ansehen können. Aber keine Angst. Diese können nach unserer Abreise von hier auch direkt mit einem kleinen Schiff wieder zurück durch das Transmittertor nach MINERVA reisen, wenn es nötig erscheint. Jedenfalls geht meine Reise nach 2 Tagen weiter und wir treten mit der PALEM wieder in das Transmittertor ein …

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Promografik 14

Herausgekommen aus dem LG2-Tor im Minerva-System, umrunden wir dieses und treten von hinten wieder ein. Schließlich kommen wir beim nächsten Kontinentaltor auf SERAPHINA III wieder heraus. Angefangen hatten wir mit dem Doppelsternensystem MAJANIS, das sich aus der Sicht von MINERVA  am nördlichen Nachthimmel befindet und nun arbeiten wir uns im Uhrzeigersinn, also immer ein Stück Richtung Osten zum nächsten System durch. Das müssen wir solange tun bis wir einmal rundherum alle die Systeme um MINERVA besucht haben. SERAPHINA III ist ein Planet der über viele kleine Kontinente verfügt und sein nächtlicher Blick in den Himmel offenbart, dass diese Welt von drei unterschiedlich großen Monden und auch in unterschiedlicher Entfernung, begleitet wird. Vor allem der kleine und sehr nahe Mond KANTARA erscheint durch seine Nähe als wenn man einfach mal dort hinspringen könnte, doch dieser Eindruck täuscht natürlich. Der besondere Umstand mit den drei Monden bewirkt, dass es keine natürliche Gezeiten gibt, sondern je nachdem wie die Monde gerade am Himmel stehen, gibt es mal Springfluten bis hin zu extrem ruhigen Meeresoberflächen, je nachdem wie die Monde ihre Schwerkräfte gegenseitig verstärken oder aufheben. Aber meist ist es ein ziemliches Durcheinander, so dass man sich ganz genau darüber informieren muss, bevor man sich auf eines der Meere wagen kann. Auf besonderen Wunsch der Gezeitenwissenschaftler wurden hier bereits eine Reihe beeindruckender Forschungsstationen an einige der Strände platziert und fest verankert, um sich diesem Naturschauspiel näher widmen zu können. Ich selbst habe mir wieder eine der Fähren der PALEM geschnappt um mir den Planeten in seiner ganzen Schönheit einmal genauer anzuschauen. Die nächtliche Schönheit dieses Planeten wird natürlich durch die drei Monde noch wesentlich verstärkt. Es dürfte wohl kaum jemanden geben, der diesem Phänomen nicht auch eine gewisse Ästhetik  abgewinnen kann. Nachdem ich mich satt gesehen habe, kehre ich zur PALEM zurück, um wieder durch das Kontinentaltor zurück ins MINERVA-System zu reisen.

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Promografik 15

Die nächste Welt hat es diesmal wirklich in sich. TIBERIAN IV hat zwar nur einen Begleiter, doch der Anblick haut einen echt um: Wenn die auf diesem Planeten beheimateten riesigen fliegenden Tiere sich am Himmel vereinen und auf einen zugeflogen kommen, sieht es fast so aus, als ob sie direkt von dem hinter ihnen aufragenden grauen Mond aufgestiegen wäre. Doch auch dieser Eindruck täuscht. Denn natürlich können sich diese Flug-Wesen nicht durch den Weltraum bewegen, der zwischen dem Planeten und seinem Mond existiert. Dennoch wirkt es ungemein erhaben wenn diese in Formation ihre Bahnen ziehen. Offenbar handelt es sich dabei um so etwas wie eine Mischung aus Flugsauriern, riesigen Flughunden oder gewaltigen Jagdvögeln. Der Planet selbst ist bewachsen von Bäumen und Flechten, die sehr stark an all die Lebensformen TERRAs erinnern. Die Gebirgszüge besitzen ein schroffes Aussehen welches im krassen Gegensatz zu den Bäumen und Sträuchern und den Flugtieren steht. Was auffällt, sind die Schwerkraftverhältnisse auf diesem Planeten, die fast an die 1G von TERRA heranreichen. Offenbar eine der Voraussetzungen, dass solche großen Flug-Wesen sich in die Lüfte erheben können. Das Ganze erinnert fast an die alten Tage von TERRA, bevor es überhaupt so was wie den Menschen dort gegeben hat. Mir gefällt dieser Planet außerordentlich. Die Flugtiere werden wahrscheinlich ganze Heerscharen von Biologen beschäftigen und glücklich machen, die sich hiermit befasse dürfen. Die Gemeinschaft auf MINERVA hat jedenfalls schon ihr OK gegeben, dass hier einige Spezialisten vom Planeten der alten Heimat mit denen, die sich aus dem Menschenraum hier einfinden werden, eine Zusammenarbeit gefunden werden wird, die alle glücklich macht. Ich selbst kann mich kaum von diesem Anblick lösen, will jedoch weiter mit der PALEM ins nächste System.

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Promografik 16

Auf NEWTONS PARADIES dem nächsten Planeten, den wir aufsuchen, war das Kollektiv nicht ganz untätig gewesen. Hier gibt es bereits eine Station innerhalb des Kontinents auf dem sich auch das Kontinentaltor befindet. Diese Welt zeichnet sich vor allem durch seine Gebirgsformationen und sandigen Hügeln und Berge aus, dessen Tektonik in den letzten Jahrtausenden dafür gesorgt hat, das ein gewisser Umwälzungsprozess von statten ging, unter dem auch das eigentlich sehr hohe Kontinentaltor begraben wurde. Als man von MINERVA aus Verbindung zu diesem Tor aufnahm, hat diese Verschüttung dafür gesorgt, dass das Kontinentaltor nicht zugänglich war. Wenn man bedenkt, wie viele Jahrtausende diese neuen Welten ohne Kontakt zur Hauptwelt vor sich hinvegetiert hat, ist es fast ein Wunder, dass solche Schäden nicht auch an den Kontinentaltoren der anderen Planten zu beklagen waren. Jedenfalls bringt dieser Umstand mit sich, dass die besondere Konstruktion der Kontinentaltore zum Tragen kommt. Die Kontinentaltore, die normalerweise auf der Oberfläche eines Planeten aufragen, tun dies innerhalb einer Schutzhülle, die aus einem quasi unzerstörbaren kunstoffartigen Material besteht. Auch wenn diese Schutzhülle das Tor vor Verschmutzungen der Oberflächentektonik und Umwelteinflüssen schützt, kann ein Begraben unter einem riesigen Sand und Schuttgebirge, wie hier geschehen, nicht verhindert werden. In einem solchen Fall meldet das Tor zurück, dass es auf der Oberfläche des Planeten momentan nicht einsatzfähig ist. Die Erbauer der Tore haben aber offensichtlich für alle Eventualitäten eine unterirdische Schutzhöhle gegraben, in die das Tor sich auf Anordnung zurückziehen kann und somit vor unkalkulierbaren Risiken geschützt ist. Diese Höhle ist mit dem gleichen unzerstörbaren Material ausgekleidet wie die obere Schutzhülle. Ein derartiger Rückzug funktioniert natürlich nur, wenn die stabile Höhle durch tektonische Verschiebungen keine allzu dramatische Schräglage erfahren hat. Bevor das Kollektiv NEWTONS PARADIES wieder in Beschlag nahm, wurde das Kontinentaltor aufgefordert, sich in den unterirdischen Bereich zurückzuziehen. Der dadurch oberhalb frei gewordene Raum konnte nun von kleineren Schiffen nach der Passage des Tores genutzt werden. Nachdem das Kollektiv auf diese Weise den Planeten betreten hat, wurde nicht nur eine oberirdische Station aufgebaut, die NEWTON-AIRBASE, sondern auch das Tor freigeschaufelt. Deshalb gibt es auf diesem Planeten auch einen regen Verkehr, so dass uns gleich zwei Kollektiv-Jäger am Himmel auffallen. Außerdem sehen wir eine Rakete in den Himmel aufsteigen, die, so erfahren wir über Funk, einen Beobachtungssatelliten in den Orbit transportiert.

 

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Promografik 17

Auch auf PROCYON IV dem Planeten im nächsten Sonnensystem ist eine solche Verschüttung geschehen, die aber durch stückchenweises Hoch- und Runterfahren des Tores, gelöst werden konnte. PROCYON IV ist ein Wüstenplanet, der nur an den Polkappen und seinen drumherum liegenden Grünggürteln keine Wüstenlandschaften zeigt, die aber den Planeten mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen in der Lage sind. Und da man ja weiss, dass dort, wo es Sazuerstoff gibt, auch fast immer Pflanzen und Tiere vorkommen, hat dieser Wüstenplanet auch seine schönen Gebiete mit Urwäldern und habitablen Gebieten. Die mittleren Bereiche ober- und unterhalb der Äquartorline des Planete werden dagegen vom starken Sonnenschein der gelben Sonne monatelang mit starker Hitze versorgt. Die Sonne gleicht SOL als wären die beiden Zwillinge und sich nur dadurch unterscheiden, dass die Sonne im PROCYON-System um einige Jahrmillionen älter ist und den Planeten mit solch tarker Hitze versorgt, so dass es dort keine Planzen gibt und damit auch kein Leben. Diese sehr heissen Gebiete des Planeten teilen sich zumeist flache Ozeane und Seen mit dem Sand von Wüsten und endlosen Stränden. Für ein Pflanzenwachstum ist es hier deshalb zu heiß, weil durch einen seltenen Umstand der Planet nicht hin und herschwingt. Das nennt am Präzession, wie das bei den meisten Planeten einschliesslich TERRA vorherrscht. Durch das Fehlen dieser Präzession werden diese Gebiete monatelang in Licht getaucht und nach dieser Periode ebenso lange in Dunkelheit. Sicher gibt es auf vielen Planeten einschliesslich der Erde solche Kalt- und Heissgebiete, in denen Leben vorkommt, nur aber in jedem für sich, nicht aber, wenn beide Extreme im selben Gebiet vorherrschen. Die aufheizenden Sonnenmonate mit ihren +70% C. im Schatten und ihren Dunkelmonaten mit ihren Minustemperaturen von -80 Grad C. sind so extrem gegensätzlich, dass es keine Lebenform auf Dauer dort aushalten kann. Das Kontinentaltor befindet sich auf einem Kontinent, der diese Wüsten und Wassergebiete einschliesst als auch Eisgebiete mit ihrem umschliessenden Grüngürteln. Das Tor befindet sich aber unterhalb der Wüste in einer sehr stabil verankerten Verkofferung, in der sich die Höhle mit dem absenkbarem Tor zusammen den vielen Jadgschiffen und den eingemotteten Arbeitsrobotern befindet. Die Zahl der Jagsschiffe ist mit 100.000 Stück und die der Roboter in Ruheposition von 1 Millionen Exemplaren nur etwa ein Zehntel so hoch wie die, die sich jeweils in den Höhlen unter den Kontinentaltoren auf MINERVA und NEW-MINERVA befinden.

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Promografik 18

Sollte man mehr Schiffe und Roboter benötigen, kann man auf jedem der Planeten das jeweilige Kontinentaltor herabsenken und weitere Roboter hier herleiten. Wenn man Kampf-Jäger benötigt, kann man das Tor nach oben ausfahren und weiter Schiffe von MINERVA aus hierherschicken. Die Tortechnik macht es jedenfalls möglich. Einzige Einschränkung bei den Robotern ist, dass man sie als Bündel von einem der Schiffe in Schlepptau nehmen muss, da man sie ja nur durch den Weg von einem der Kontinentaltore von MINERVA zum LG2-Tor hin zum Kontinentaltor dieses Planeten transportieren kann. Oder man verwendet einige Lastenschiffe, die mit ihren Abmessungen problemlos durch die Kontinentaltore passen. Die Roboter sind jedenfalls so konstruiert, dass Ihnen ein Aufenthalt im Weltraum keinen Schaden macht. Der letzte Planet steht jetzt noch aus und wir schließen damit unsere Rundreise ab. Auch beim DUSTY-PLANET handelt es sich um einen Wüstenplaneten, der von seiner gelben Sonne aus der Hauptreihe beschienen wird; sie trägt den Namen YELLO. DUSTY-PLANET verfügt über keinerlei offene Wasserflächen. Nur an den Polen und im Bodensediment gibt es Wasservorkommen. Aus diesem Grund ist dieser Planet sehr trocken und dunstig. Genau diesem Umstand verdankt DUSTY-PLANET seinen Namen. Wenn es zu Sandstürmen kommt, bewirkt der feine Sand, dass sich der Planet selbst am Tage stark verdunkelt. Auch ohne diese Sturmaktivitäten umgibt die Atmosphäre ständig ein feiner Dunstschleier, der auch für das technische Equipment eine hohe Herausforderung darstellt. Aus diesem Grund schickte man hier auch einen speziellen Kugelraumer her, da dieser durch seine runde Form dem Sand weniger Angriffsfläche bietet und mit speziellen niveauhaltenen Landebeinen ausgestattet ist, sodass das Schiff auch bei sehr stürmischen Wetter nicht weggeweht oder umgeworfen werden kann. Außerdem ist die Außenhaut des Schiffes aus einem speziellen Material gefertigt, das durch den ständigen feinkörnigen Sand nicht beschädigt werden kann. Und der bekannte Lotos-Effekt auf der Außenhaut verhindert, dass der Sand überhaupt eine Angriffsfläche hat. Das Schiff stammt aus dem Menschenraum und wurde für solche staubigen Planeten konstruiert. Einziger Nachteil der Kugelform des Schiffes ist, dass das Platzangebot an den Rundungen konstruktionsbedingt eingeschränkt ist. Nachdem wir uns auch auf diesem Planten umgeschaut und uns ein Bild von ihm machen konnten, geht unsere Reise zurück nach MINERVA, wo uns bereits eine große Überraschung bevorsteht …

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Promografik 19

Auf MINERVA angekommen landen wir die PALEM wieder in unserem Rochenschiff und meine Partnerin instruiert mich von der sensationellen Neuigkeit, dass man ebenfalls in der neuen Heimat sechs angeschlossene Sonnensysteme entdeckt hat, die wir uns sofort anschauen wollen. Aus diesem Grund durchqueren wir das grosse Transmittertor am LG2 Punkt um schliesselich in der neuen Heimat aus dem dortigen Tor 70.000 Lichtjahre von MINERVA entfernt, wieder auszutreten.

Superintelligenzen könnten die Vergangenheit wieder auferstehen lassen

2.5 Evokation der Vergangenheit: Die Simulation der Erdoberfläche

Moravec hält in der postbiologischen Welt der Computer eine Evokation (3) der Vergangenheit, eine gleichsam konsequent ‚materialisierte‘ Erinnerung (4) für möglich. Selbst wenn nur ein Teil eines menschlichen Geistes in einem Speichermedium aufgezeichnet wurde, könnten die fehlenden Teile aus anderen Informationen rekonstruiert werden, beispielsweise aus „dem genetischen Code des betreffenden Menschen, Filmaufnahmen, die ihn zu Lebzeiten zeigen, Proben seiner Handschrift, seiner Krankengeschichte, den Erinnerungen von Kollegen und so fort. In einer Welt der Superintelligenzen mit ungeheurem Beobachtungs- und Deduktionsvermögen müsste eine sehr effiziente Spurensuche möglich sein“ (ebd., 170) Moravec hält die (computersimulierte) „Auferstehung“ eines menschlichen Geistes bzw. Menschen selbst dann für möglich, wenn keinerlei gespeicherte Version eines Geistes übriggeblieben ist:

„Superintelligente Archäologen, ausgerüstet mit Wundergeräten (die beispielsweise atomgenaue Messungen an tief vergrabenen Gegenständen vornehmen könnten), sollten ihre Arbeit so vervollkommnen können, dass sich schon vor langer Zeit gestorbene Menschen nahezu vollständig in jeder Phase ihres Lebens rekonstruieren ließen“ (ebd., 170f.)

Anmerkungen:

(3) Evokation: (lat. Herausrufen, Aufforderung) u. a.: Erweckung von Vorstellungen od. Erlebnissen bei der Betrachtung eines Kunstwerkes, „Herausrufung“ der Götter einer belagerten Stadt, um sie auf die Seite der Belagerer zu ziehen (römischer Kriegsbrauch).

(4) Moravec hat sich hier möglicherweise von Stanislaw Lems Romanen und / oder anderen Science Fictions inspirieren lassen.

Techno-Utopien der Unsterblichkeit – Eine Kritik zu Hans Moravec‘ Buch „Mind Children“ von Gerhard Fröhlich*

 

*Für Anregungen und kritische Diskussionen des zugrundeliegenden (hier gekürzten, Anm.) Manuskripts, face-to-face oder per e-mail, danke ich Gerhard Dirmoser, Klaus Feldmann, Werner Höbart, Roland Lehner, Elisabeth Parzer, Richard Paulik. Die ungekürzte Fassung dieses Artikels ist einzusehen unter:

http://www.iwp.uni-linz.ac.at/lxe/wt2k/pdf/TechnoUtopUnsterb.pdf

Virtuelle Welt 12. Teil

Schließlich erscheint auch der Herrscher, jener große und starke Mann, der noch immer keine Ahnung davon zu haben scheint, dass seine Richter gerade jene jungen Leute sind, denen er selbst so gut als ihr Elternmörder in Erinnerung geblieben ist. Endlich sind sie am Ziel und können den Mörder zur Verantwortung ziehen, das Volk und die Kaufleute und auch die Truppen auf ihre Seite ziehen, indem sie nichts weiter als die Wahrheit sagen, besser noch: diese Wahrheit zeigen, im richtigen Moment, was vielleicht die Gefahr eines blutigen Gemetzels verringern hilft. Schwester und Bruder sind es, die hier ihr lange entbehrtes Recht einzuklagen versuchen, und zwar ohne Blutvergießen, auch wenn der Hass den Magen umzudrehen droht und Ashne mit verkrampften Fäusten an den Seiten, den Herrscher mit ihren Blicken in den Boden zu rammen scheint, und auch ihr Bruder (der sonst so kühle und beherrschte Baldar) instinktiv an die Seite seines Gürtels nach seinem Schwert zu fassen versucht. Erst die Stimme des Höchsten Priesters bringt sie zurück, zurück an die Stelle ihrer Vorsehung, zurück zum ruhigen Denken und Handeln, das Ashne unter dem Tempel der Stadt und Baldar in den Gemäuern des Klosters in den Bergen, als Endziel ihrer Ausbildung durch die Priesterschaft erfahren haben und sie befähigt, ihre neue Rolle aufzunehmen…

Beide treten sie in die Mitte der Halle, erheben jeweils ihre rechte Hand, bis die Ringe für alle sichtbar werden. Lautlos beginnen sie ihr Werk: glimmend, dann glühend, leuchtend, bis der ganze Saal vor Helligkeit zu bersten scheint…

…Und wieder verdichtet sich dieses Leuchten zu einer gelben heißen Scheibe, die über einer hügeligen Landschaft – hier und dort von kräftigem Baumwuchs befruchtet – ihre träge Bahn zieht…

Himiko und Mantana und das Kollektiv (Teil 12)

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Promografik 20

Auf NEW-MINERVA ist die Aufregung gross. Dort steht bereits ein Team von Spezialisten bereit; die meisten von ihnen sind Roboter, in die man jeweils ein Kristall eingesteckt hat, um dadurch unabhängig von einem Cluster agieren zu können. Der Zeitraum, den ein Kristall vom großen LG-2-Tor isoliert sein darf ohne seine Funktion zu verlieren, ist begrenzt. Deswegen hat die Gemeinschaft von Kollektiv und menschlichen Wissenschaftlern, die auf der neuen Heimat stationiert sind, bereits einen straffen Flugplan zum Besuch der Planeten, die zu den neu entdeckten Sonnensystemen gehören, erarbeitet. Dieser wird mir vorgelegt und zusammen mit allen Beteiligten begeben wir uns an Bord der PALEM. Das Forschungsschiff hat das Innere unseres Rochenschiffs verlassen und ist gelandet, um alle Beteiligten aufzunehmen. Nachdem alle Nichtmenschen und Menschen an Bord sind, geht es los, in der selben Reihenfolge wie auf MINERVA: Hin zum großen Tor, hindurch zum ersten der fremden Planeten. Meine KI-Partnerin kümmert sich derweil darum, dass auch auf dem Planeten der neuen Heimat die Kontinentaltore mit ihrer umfangreichen Steuerungseinheit nun in die Hände der inzwischen hier eingetroffenen KI-Habitate kommen. Damit kann die Fusion von 70.000 Lichtjahre auseinanderliegendem Menschenraum vonstatten gehen. Der erste Planet, den wir besuchen, BETA CENTURIO, wird von einem gelblichen Stern der Hauptreihe beschienen. Wir landen auf dem entsprechenden Kontinent in den SOUTHERN HILLS, wo sich auch das Kontinentaltor befindet. Die Landschaft hier sieht für meine Blicke ziemlich vertraut aus. Was dabei diesen Ausdruck noch verstärkt, sind die tannenähnliche Bäume, die neben den Hügeln und grasbewachsenen Ebenen und des Hochplateaus einfach nicht anders können, als an ein Vorgebirge auf der guten alten Erde zu erinnern. Die steinernen Artefakte, die offenbar hier von einer ausgestorbenen Kultur zeugen, machen das alles noch zu einem spannenden Geheimnis, das es zu lüften gilt. Ein gewisser Anteil an Menschen und Kristallträgern soll sich diesem Geheimnis annehmen und wird zu diesem Zweck zurückgelassen. Verstärkung in Form von Gerätschaften, Jagdschiffen und Robotern aus dem unterirdischen Hangars ist unterwegs um die Zurückgebliebenen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Wir fliegen derweil die PALEM wieder ins Tor hin zum nächsten Sonnensystem.

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Promografik 21

ARGON-PRIME: Das Licht der Sonne SONRA verleiht dem Planeten zusammen mit seinen roten Staubpatikeln, die von einer ganz bestimmten Beschaffenheit zeugen und überall hier in der Atmosphäre und in den Gesteinsschichten anzutreffen sind, ein gespenstisches Aussehen. Allzu oft kommt es vor, dass die Atmosphäre so sehr von dem Licht der Sonne abgedunkelt wird, dass man am Himmel weitere Sterne erblickt, die ohne diesen roten Dunstschleier am Tage überhaupt nicht zu sehen wären. Was aber nur funktioniert, wenn die Sonne hinter dem Dunstschleicher fast verschwindet. Dann haben auch die Sterne als Punktquellen am Himmel bessere Chancen, trotz Schleier wegen der stäreken Dunkelheit des Himmels durchzudringen. Dennoch bietet ARGON-PRIME für Sauerstoffatmer eine Welt, in der das Überleben möglich ist. Auf der Fotografie (siehe unten) ist das Gestell, aus dem sich das Kontinentaltor ausfahren lässt, wenn es nicht gerade in der Versenkung der weitläufigen Höhlenstation herabgesenkt wurde, gut zu sehen. Man erkennt in dessen Nähe einen riesigen Gebäudekomplex, der direkt mit der Verkofferung der Höhle verbunden ist. Er verfügt über einen Mechanismus, der von Zeit zu Zeit die roten Staubablagerungen von der Torhalterung und dem Dachausläufern des Gebäudekomplexes, der die Größe einer Großstadt besitzt, freibläst. Das Dach dient dabei auch als Sonnenkollektor um diesen Mechanismus zu betreiben und muss schon deshalb immer wieder von dem roten Staub befreit werden. Natürlich hat das Tor als Artefakt noch seine eigenen Energieträger. Das Gebäude ist bereits schon viele Jahrtausende alt und zeugt vom Alter der Kultur, die dieses erbaut hat, allerdings ist seine Beschaffenheit und seine Technik nicht mit der des Kontinentaltores identisch. Die Erbauer des Gebäudekomplexes, das man auf 22 Tausend Jahre datiert, sind dagegen nicht identisch mit den Erschaffern des Tores und der unterirdischen Höhle mit samt ihren eingemotteten Raumjägern und Arbeitsrobotern. Deren Alter ist, dass weiss man bereits von Untersuchungen auf MINERVA und NEW-MINERVA, mindestens zehnmal so alt, wenn nicht gar noch älter. Da man in den Clusterverbänden der alten und neuen Heimat keine Kenntnis von der Kultur des Gebäudekomplexes hat und auch keine Überlebenden im Kollektiv existieren, ist es nicht sicher, ob Mitglieder dieser Kultur die Technik der Kristallisation zu Gehirnen verwendeten, oder überhaupt davon Kenntnis hatten. Die Truhen, die dies bewerkstelligen, befinden sich nur bei einer bestimmten kleineren Torart und -grösse und  diese existieren auf dieser Welt nicht. Wahrscheinlich hatte die Kultur, die den Gebäudekomplex erschaffen hat, selbst mit den Raumjägern und Robotern des Kollektivs nicht viel anzufangen gewusst. Offenbar ist das alles ein grosses Rätsel, das nun gelöst werden soll. Die PALEM jedenfalls macht sich wieder auf, um die nächste Welt zu besuchen.

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Promografik 22

Das krasse Gegenteil zu ARGON-PRIME bietet MAGIC WORLD. Diese Welt mit ihren zerklüfteten und spitzen Gebirgsformationen scheint direkt aus dem Hirn eines Wahnsinnigen entsprungen. Nicht nur die Konstellation der drei unterschiedlichen gelbweissen Sonnen, die der Planet in einer komplizierte Bahn umläuft und daher keine der Sonnen besonders nahe kommt, ist bemerkenswert. Auch der gigantisch grosse Mond, der diesem Planet von seiner Grösse her kaum zustehen dürfte, sucht Seinesgleichen. Offenbar gab es hier einmal in der Frühgeschichte des Planeten, oder gar des gesamten Sonnensystems eine unsagbar heftige Katastrophe, die dafür gesorgt hat, dass dieser Planet und sein gewaltiger Mond überhaupt in dieser Konstellation entstehen konnten. Wahrschein gab es einen Zusammenstoß zweier Protoplaneten, aus deren Trümmer dann der Planet und sein Mond entstand. Jedenfalls sind trotz der drei entfernten Sonnen anständige Temperaturen auf dem Planeten anzutreffen. Dessen Oberfläche ist neben den Spitzgebirgen von Millionen von grösseren Seen durchsetzt, in dessen Tiefen das pflanzliche Leben nur so wimmelt. Dieses Unterwasserleben dürften dann auch dafür zuständig sein, dass dieser Planet über eine für uns Sauerstoffatmer atembare Atmosphäre verfügt, in der sich genügend Sauerstoff befindet, um Leben unserer Art einen Lebensraum zu ermöglichen. Dass es in den vielen Seen auch tierisches Leben gibt, ist wohl ebenfalls anzunehmen. Wo es Sauerstoff gibt existieren in der Regel Pflanzen, und wo es Pflanzen gibt ist fast immer auch tierisches Leben anzutreffen. Allerdings produzieren einige der Seen auch eine Menge giftiger Gase, so zum Beispiel Methan, welches wohl von Zeit zu Zeit vom Grund der Gewässer aufsteigt. Der Anteil in der Atmosphäre ist allerdings nicht so hoch, dass es sofort zu gesundheitlichen Problemen kommt. Aber vielleicht sollten die Kollonisten, die sich auf dieser Welt einquartieren möchten, als Dauerlösung einen Aktivkohlefilter aufsetzen, wenn sie sich längere Zeit im Freien aufhalten wollen. Was es genau damit auf sich hat, werden weitere Untersuchungen zeigen und so unterziehen wir uns wieder der Prozessur, einige Fachleute hier auszuschleusen – mit samt ihrem Equiptment und Fähren, um uns auf den Weg in nächste System zu machen.

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Promografik 23

LONELY DESERTWORLD hat seinen Namen zurecht. Diese Welt besteht hauptsächlich aus allen möglichen Variationen von Wüsten. Angefangen von feinem Staub über Sand bis hin zu Gesteinswüsten. Dazwischen gibt es immer wieder meist von Bergen umschlossene fruchtbare Gebiete, in denen das Leben voll auf seine Kosten kommt. Und offenbar sind diese isolierten Gebiete auch die Nutznießer der Wassermassen, die hier als Regen niedergehen, so dass das Leben an diesen Stellen beste Voraussetzungen hat sich weiterzuentwickeln. Da diese von Gebirgen umschlossenen Gebiete durch die Wüsten voneinander getrennt sind sind, es aber sehr viele von diesen fruchtbaren Gebieten gibt, existieren Millionen von in sich abgeschlossene isolierte Biotope mit den ureigensten Lebensformen was Pflanzen und Tiere angeht. Auf Grund ihrer Geografie, von Gebirgen umschlossen und durch Wüsten voneinander getrennt, gab es in der Vergangenheit offenbar auch niemals eine Durchmischung dieser Planzen- und Tierwelten. Einzigartig ist wohl das richtige Wort für diese Oasen, die nur eine Gemeinsamkeit besitzen: Der niedrige Wuchs all dieser Lebewesen, möglicherweise bewirkt durch die engen Grenzen solch isolierter Lebensbereiche. Ein Eldorado für Biologen und Geologen, die deshalb auch unser Schiff mit freudiger Erwartung verlassen und sich händereibend in die verschiedenen Biotope mit ihren Gleitern und Fähren auf den Weg machen.

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Promografik 24

Der nächste Planet ist wohl selbst unter den Fachleuten ein echtes Unikum: Er hat einen Mond, der selbst auch wieder über einen Sateliten aus Gestein verfügt. In den auf diesem Planeten vorherrschenden Seen existiert eine pflanzliche Lebensform, die sich selbständig aus den Tiefen des Wassers auf zur Oberfläche machen kann und dabei eine selbstleuchtende Eigenschaft besitzt; diese ist für eine solche Kreatur offenbar eine existentielle Bedeutung. So wurde bereits beobachtet, dass fliegende Insekten sich auf diesen leuchtenden Gierlanden niederließen, wo sie durch die Klebekraft der Pflanzen nicht wieder freigegeben wurden und offenbar als Nahrung oder Nahrungsergänzung dienten. Einige Bilogen vermuten, dass diese sogenannten Pflanzen intelligent sein könnten und nicht eindeutig als Pflanzen ihr Darsein bestreiten. Vielleicht entstehen sie aus abgestorbenen Tierkardavern oder aus ihnen schlüpft später selbst insektuides Leben.

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Promografik 25

TASMANALIE-HOME ist, wenn man mal von ARGON-PRIME absieht, die Welt mit den reichhaltigsten Hinterlassenschaften einer ausgestorbenen Kultur, jedenfalls was die Menge an Gebäuden und Bauten angeht. Diese Kultur mag, was ihren Entwicklungsfortschritt angeht, mit der von ARGON-PRIME vergleichbar sein. Jedoch ist diese Kultur wesentlich später ausgestorben und hat sich offensichtlich, was die technischen Aspekte angeht, in eine absolut andere Richtung entwickelt. Zudem scheint sie nicht sehr alt gewesen zu sein und ihre schlichten elektrischen Gerätschaften und ihre kultähnlichen Opferstätten lassen vermuten, dass es auf dieser Welt vor allem um Religion und nicht um technischen Fortschritt gegangen sein muss. Das Leben ist auf TASMANALIE-HOME offenbar innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums von der Oberfläche dieser Welt verschwunden, so dass alle Bauten und Geräte wirken, als wenn die Bewohner jeden Moment wieder auf der Türschwelle erscheinen könnten. Ich kann mir vorstellen, dass eine Seuche oder eine Invasion hierfür verantwortlich zeichnet, denn die Hinterlassenschaften sehen aus wie neu. Zerstörungen scheint es keine gegeben zu haben, was für beide Theorien spricht. Eine dahinsiechende Kultur hätte jedenfalls keine solchen gepflegten Gebäude hinterlassen, was dann wohl eher für eine Invasions- und Entführungstheorie spricht als für das Wüten einer Seuche. Genaueres kann man aber erst sagen, wenn man diese Welt ausgiebig untersucht hat. Offenbar hat es sich bei den Bewohnern um stark gläubige Wesen gehandelt; ihre Reliquien sollen darauf hin deuten, dass sie sich noch auf dem Stand von Opferungen befunden haben, obwohl sie bereits über elektrische Energien und motorbetriebenen Transportgeräte verfügten. Auch diesen Geheimnissen werden Forscher zu Leibe rücken und versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen. Wir jedenfalls haben mit dieser Welt unseren Auftrag abgeschlossen und uns die fremden Welten rund um NEW-MINERVA angeschaut, die Forscher verteilt und begeben uns wieder auf den Heimweg.

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Promografik 26

Als wir in der neuen Heimat eintreffen kontaktiert mich meine Partnerin mit dem überraschenden Hinweis, dass weitere Forschungen an den Elektroniken der Transmittertore ergeben hätten, dass neben MINERVA und der neuen Heimat zwei weitere Welten entdeckt worden seien. Sie befinden sich ähnlich der beiden Heimatwelten jeweils an einem Punkt am äusseren Rand im Osten und im Westen der Milchstrasse. Man sei gerade dabei festzustellen, ob und wie diese beiden Welten zu erreichen wären. Na das sind ja überraschende Neuigkeiten. Ihr ahnt schon, wie es nun weitergeht, oder?

Sogar die Erde selbst ließe sich irgendwann rekonstruieren
In weiterer Folge könnte ein (nach Moravec aus extrem dichten Neutronensternen gefertigter) Simulator die gesamte Erdoberfläche „bis zum letzten Atom genau“ (ebd., 172) modellieren,…

„…in der Zeit vor- und zurücklaufen und verschiedene plausible Resultate hervorbringen…, indem er verschiedene Zufallsentscheidungen an Schlüsselstellen seiner Rechnung trifft. Dank seiner großen Detailtreue modelliert dieser Simulator auch Lebewesen, einschließlich des Menschen, und zwar in ihrer gesamten Komplexität. Nach dem Prinzip der Struktur-Identität wären solche simulierten Menschen genauso real wie Sie und ich, auch wenn sie Gefangene des Simulators sind. … Es wäre sicher ein phantastisches Abenteuer, alle Menschen, die die Erde je bevölkert haben, auf diese Weise auferstehen zu lassen und ihnen die Möglichkeit zu geben, mit uns die (vorübergehende – (5) Unsterblichkeit des transplantierten Geistes zu teilen. Schon lange bevor unsere Zivilisation ihre erste Galaxis kolonisiert hat, werden solche auf einen kleinen Planeten beschränkten Prozesse der Auferstehung ein Kinderspiel sein.“ (ebd., 172; Herv. G. F.)

Wir müssten also nach Moravec zuerst Computer-Geistwesen werden (aufgrund der Überlegenen Konkurrenz der Computer); sobald die technologische Entwicklung weit genug fortgeschritten ist, könnten wir uns virtuelle Reservate halten, wo zwar simulierte, aber immerhin wieder in ihren gewohnten Körpern, Trieben etc. ausgestattete Menschen umherwandeln – aber nicht nur in diesen: Wir könnten nach Moravecs Vorstellungen unseren Geist in verschiedene simulierte Körper „überspielen“ und auf diese Weise Exkursionen in fremde Welten durchführen.

Anmerkungen:

(5) Werden die Emulierten bei Moravec nach einiger Zeit wieder eliminiert? Nach welchen Kriterien? Moravec schweigt sich über die sozialen Effekte zGtl. aus. Wird die soziale Ungleichheit zunehmen oder abnehmen?

Techno-Utopien der Unsterblichkeit – Eine Kritik zu Hans Moravec‘ Buch „Mind Children“ von Gerhard Fröhlich*

*Für Anregungen und kritische Diskussionen des zugrundeliegenden (hier gekürzten, Anm.) Manuskripts, face-to-face oder per e-mail, danke ich Gerhard Dirmoser, Klaus Feldmann, Werner Höbart, Roland Lehner, Elisabeth Parzer, Richard Paulik. Die ungekürzte Fassung dieses Artikels ist einzusehen unter:

http://www.iwp.uni-linz.ac.at/lxe/wt2k/pdf/TechnoUtopUnsterb.pdf

(weiter zum nächsten Teil)

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Buchtipp der Redaktion:

Robot: Mere Machine to Transcendent Mind (Englisch) Taschenbuch – Mai 2000
von Hans P. Moravec (Autor)

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: OUP Australia and New Zealand (Mai 2000)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0195136306
ISBN-13: 9780195136302
Größe und/oder Gewicht: 23,1 x 2,3 x 15,5 cm

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Produktbeschreibungen
This is science fiction without the fiction–and more mind-bending than anything you ever saw on Star Trek. Moravec, a professor of robotics at Carnegie Mellon University, envisions a not-too-distant future in which robots of superhuman intelligence have picked up the evolutionary baton from their human creators and headed out into space to colonize the universe.

This isn’t anything that a million sci-fi paperbacks haven’t already envisioned. The difference lies in Moravec’s practical-minded mapping of the technological, economic, and social steps that could lead to that vision. Starting with the modest accomplishments of contemporary robotics research, he projects a likely course for the next 40 years of robot development, predicting the rise of superintelligent, creative, emotionally complex cyberbeings and the end of human labor by the middle of the next century.

After Moravec makes this point, his projections start to get really wild: robot corporations will take up residence in outer space with rogue cyborgs; planet-size robots will cruise the solar system looking for smaller bots to assimilate; and eventually every atom in the entire galaxy will be transformed into data-storage space, with a full-scale simulation of human civilization running as a subroutine somewhere.

His last chapter, which mingles the latest in avant-garde physics with hints of Borges’s most intoxicating metaphysical conceits, is a breathtaking piece of hallucinatory eschatology. Moravec concludes by reminding us that even the wildest long-range predictions about the technological future never turn out to be as unhinged as they should have been. –Julian Dibbell — Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.
Synopsis

In this mind-bending new book, Hans Moravec takes the reader on a rollercoaster ride packed with startling predictions. For example, Moravec suggests that in the not-too-distant future, an army of robots will displace workers, causing massive, unprecedented unemployment. But then a period of very comfortable existence will follow, as humans benefit from a fully automated economy. And eventually as machines evolve far beyond humanity, robots will supplant us. But if Moravec predicts the end of the domination of human beings, his is not a bleak vision. Far from railing against a future in which machines rule the world, Moravec embraces it, taking the startling view that intelligent robots will actually be our evolutionary heirs. „Intelligent machines, which will grow from us, learn our skills, and share our goals and values, can be viewed as children of our minds.“ And since they are our children, we will want them to outdistance us. In fact, in a bid for immortality, many of our descendants will choose to transform into „ex humans“ as they upload themselves into advanced computers. We will become our children and live forever.
robot-mere-machine-to-transcendent-mind
This book charts the trajectory of robotics in breathtaking detail. A must read for artificial intelligence, technology and computer enthusiasts, Moravec’s freewheeling but informed speculations present a future far different than we ever dared to imagine.

Über den Autor und weitere Mitwirkende
Hans Moravec, one of the leaders of robotics research, was a founder of the world’s largest robotics program, at Carnegie Mellon University. The author of Mind Children: The Future of Robot and Human Intelligence, Moravec lives in Pittsburgh.

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  1. Der Himiko Komore Teil zählt die verschiedenen Planeten auf. die durch die Sternentore entdeckt wurden. Dies Assoziiert eine Erinnerung an die Serie Stargate. Hier fehlen einfach Highlights. Der Teil liest sich wie ein Reiseführer und wirkt sehr fachlich. Sogar ein wenig steril. Es fehlen Spannung und ein Höhepunkt der Story. Die Gefühle von Himiko und MANTANA dürften ruhig mehr ausgearbeitet sein.
    Die Zusatzstory wirkt sehr fantastisch und interessant, man möchte mehr darüber erfahren.
    Die Erklärungen zu verschiedenen technischen Möglichkeiten wird ebenfalls gut eingebunden.
    Die Bilder allerdings sind überwältigend schön. Da kann man nur hoffen das es diese Planeten irgendwann zu entdecken gibt. Die Farb-Konstellationen passen hervorragend zusammen. Jeder Planet wirkt dadurch sehr echt.

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