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DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 11) von Felis Breitendorf und Ottilie von Schottenburg (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 2/2016)

DAS DRITTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 11)

von Felis Breitendorf & Ottilie von Schottenburg

(Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) von Michael Schöfer)

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1

(Zum vorherigen Teil)
„Wir gratulieren ihnen zu diesem sensationellen Ergebnis“, spricht ihn Miller an. Wahrscheinlich heißt der muskulöse Mitdreißiger, der das Aussehen eines Elitesoldaten besitzt, völlig anders, aber Namen sind Schall und Rauch. Hauptsache das Geld stimmt und er sollte eine Menge davon für seine Forschungen bekommen. Doktor Franken hofft sich schon bald auf einem hübschen sonnigen Ort, an einem fantastischen Strand am Meer, mit jungen, attraktiven Frauen entspannen zu können.

„Erläutern sie uns bitte noch einmal, wie es nun weitergehen soll“, bittet ihn Miller.

„Nun, so wie es bisher gelaufen ist, kann es nahtlos weitergehen. Die Technik, die Rajomorphiigehirne mit der jeweiligen KI zu verbinden, ist gelungen und kann immer wieder erneut durchlaufen werden. Es dürfte keinerlei Probleme bereiten, auch einen noch größeren Körper damit zu verbinden. Sie dürfen davon ausgehen, dass der Großteil der Arbeit getan ist. In den nächsten Wochen werde ich die KI in einen größeren Körper einbauen und so weiter. Die erforderlichen Unterlagen erläutern zudem Schritt für Schritt die nötigen Abläufe so dass, sollte es zu einem Versagen der Rajomorphii-KI kommen, die Prozedur beliebig oft wiederholt werden kann, “ erläutert Doktor Franken stolz seinen Zuhörern.

Er hört ein seltsames Geräusch. Entsetzt starrt er auf das Loch das sich plötzlich in seiner Brust befindet. Als sein Körper auf den Boden aufschlägt, sind die Auftraggeber schon dabei auch die restlichen Wissenschaftler und Angestellten der Station zu töten. Niemand soll von diesen Experimenten und der damit einhergehenden Erfindung erfahren.

***

Ich schaue wie gebannt auf den Holoprojektor und kann vor mir das Mantaschiff sehen. Neben dem Schiff erscheint ein anderes Objekt, das ich als die GUANGZHOU identifizieren kann. Ich kenne ihre Form und ihre Anbauten vom Modell her. Ich weiß, dass die GUANGZHOU mit ihren 3800 Metern Länge eines der größeren Militärschiffe darstellt und von nicht ganz unbedeutender Kampfkraft beseelt ist. Ausserdem hat es eine gewaltige Armada an Kampfjets, Raketen und Flugkörpern an Bord, die wohl so manchen Geschützstand auf festem Grund den Garaus machen könnte. Auf der Holoprojektion wirkt sie gegenüber des Manta-Rochens aber eher wie eine kleine Schraube, die man, durch ihre Drehkörper bedingt, mit einigen Muttern bestückt hat, die sich neben einem riesigen flachen Brettchen, dem Mantarochen, wie ein Winzling ausmacht …

„Sie haben es sicherlich schon bemerkt, Agent, das Mantaschiff ist riesig, zwar nicht so groß wie eine BASE mit ihren 500 km Durchmessern und bietet auch durch seine eher flache Form nicht bei weitem deren Volumen. Von der Form her hat sie jedoch auch eine beachtliche Spannbreite mit ihren 300 km. Die Länge beläuft sich, durch die beiden Auswüchse vorne und durch den sehr langen Schwanz, auf einen ähnlichen Wert. Die maximale Höhe dürfte sich bei etwa fünfzehn Kilometern bewegen, wobei viele Bereiches des fischförmigen Körpers doch sehr unterschiedlich und variabel sind.“

„Was schätzen Sie für ein Volumen gegenüber einer BASE, Major?“

„Das kann man ja genau ausrechnen, aber aus dem Stehgreif würde ich sagen, es sind unter zehn Prozent vom dem einer BASE. Eine Kugel ist halt nun mal der Körper mit dem größten Innenraum“

„Das dürfte dann beim Manta-Rochen doch immerhin noch ein gewaltiges Volumen sein, in das die GUANGZHOU viele Hunderte Male hineinpassen dürfte!

„Das ist war. Der Raum in der GUANGZHOU ist aber zumeist festgelegt in der räumlichen Aufteilung. Ein Manta-Rochen hingegen ist da viel flexibler einsetzbar. In diesem Fall, im Fall der MANTANA MORPHII S-121, ist der Innenraum weitgehend leer. Es befindet sich lediglich ein Bereich für den Quantenrechner im Verbund mit dem Manta-Gehirn. Daneben gibt es ein Kugel-Biohabitat, dass eine sich selbst regulierende kreisende Miniwelt für menschliches Leben darstellt, in dem sich auch ihre Lebensräume samt Steuerungs- und Kampfstationen befinden. Wir werden uns das gleich näher anschauen können. Ich schlage vor, dass wir mit den LANDERN übersetzen.“

„Sehr gern, ich bin ziemlich gespannt.“

Gesagt getan. Als wir das Schott der GUANGZHOU mit unseren LANDERN passieren, gibt der Major den Befehl, die Scheinwerfer der GUANGZHOU auf die MANTANA MORPHII S-121 auszurichten. Gleichzeitig höre ich im Helmfunk, wie er das Rochenschiff anspricht:

„MANTANA MORPHII S-121, hier sprich VPS-Major Tochlavski von der GUANGZHOU. Ich bitte darum, dass sich das Schiff aus dem Tarnmodus schaltet, damit ich zusammen mit Agent Komore, hier von der GUANGZHOU aus, mittels unseren LANDERn, zu Ihrem Schiff hinüberwechseln kann.“

„HERZLICH WILLKOMMEN MAJOR TOCHLAVSKI UND AGENT KOMORE! ICH WERDE DEN TARNMODUS IN WENIGEN SEKUNDEN DEAKTIVIEREN: BITTE BEKOMMEN SIE KEINEN SCHRECKEN WENN DIE MANTANA MORPHII S-121 PLÖTZLICH NEBEN IHNEN SICHTBAR WIRD …“

„Vielen Dank MANTANA MORPHII S-121, wir kommen dann zu Ihnen rüber …“, hörte ich den Major.

Auch wenn uns die KI der MANTANA MORPHII S-121 vorgewarnt hat, ist es dennoch ein Schock plötzlich ein solch großes Objekt neben sich zu erblicken. Was die Sache aber dann wieder ein wenig zurücknimmt, ist das dunkle Grau in dem das Schiff sich darstellt. Wären die Lichter der GUANGZHOU nicht, könnte man sich kaum ausmahlen, was und in welcher Größe hier etwas die Sicht auf die Sterne nimmt. Die MANTANA MORPHII S-121 wirkt gewaltig. Neben der GUANGZHOU, die an sich schon ein sehr großes Schiff ist und auf einen nur mit einem LANDER ausgerüsteten Menschen im Weltraum wirkt, als befände man sich mit einem Schlauchboot neben einem riesigen Ozeanriesen, ist es bei der MANTANA MORPHII S-121 so, als würde einem der Mond auf den Kopf fallen. Zu unwirklich erscheint die Größe mit ihren 300 km spannweite auf einen Menschen, als dass dieser diese Größe noch irgendwie einzuschätzen vermag. Man selbst kommt sich vor, als wenn man mit einem Schlauchboot zwischen Ozeanriesen und Kilometer hohen Klippen eingeklemmt sei. Durch die Dunkelheit des Weltraums wirkt das alles  sowieso schon reichlich unwirklich und of fängt der Sehsinn an, verrückt zu spielen: was vorher noch wir das Hochschauen zu einem Berg wirkte, erscheint beim nochmaligen hinschauen plötzlich wie der Blick in einen unendlich tiefen Abgrund. Viele Menschen machen sich keine Vorstellungen davon, was es bedeut, sich als Winzling Mensch zwischen solch großen Objekten zu bewegen. Schliesslich mache ich es wir der Major und konzentriere mich auf den künstlichen Horizont der Darstellung in meinem Helmvisor, dessen Darstellungsvermögen in einer solchen Situation eine wirklich große Hilfe ist.

Der Major war mir mit seinem LANDER inzwischen voraus. Da ihm offenbar bewußt ist, dass seine Steuerungs- und Strahltriebwerke quasi keinen Ausstoß zeigen, da es sich hier zumeist um komprimierte Gase handelt, die keinen Zündungsstrahl evozierten, hat er einfach die Beleuchtung an seinem LANDER angeschaltet. Ich macht es ihm gleich und folgte ihm lautlos …

Die dritte Evolutionsstufe (kulturelle Evolution) wurde erst mit dem Menschen erreicht. Nur er konnte durch seine wissenschaftlichen Leistungen für eine Weiterentwicklung sorgen. Seine Intelligenz und seine Lebensumstände ermöglichten es ihm, neue Erfindungen zu machen, diese umzusetzen und die Welt zu verändern. Mit dem menschlichen Geist kam eine neue Errungenschaft in die Welt. Nicht stoffliche Veränderung war fortan der ausschließliche Weg der Evolution, sondern ebenso die nichtstoffliche Evolution durch die Gehirne der Menschen. Denn der heutige Mensch ist im organischen Bereich nicht anders als der Mensch vor 10.000 Jahren. Und obwohl die stoffliche Grundlage immer noch die gleiche ist, hat der Mensch zwischenzeitlich ungeheure Wege zurückgelegt. Die Erkenntnisse des Menschen sind nicht nur rapide angewachsen, sie hatten auch Rückwirkungen in der anorganischen und organischen Natur. Gleich wie segensreich oder verhängnisvoll man das Wirken des Menschen beurteilt, eines kann man nicht in Abrede stellen: Der Mensch wirkt verändernd und schöpfend. Nur durch den Menschen können nicht in der Natur vorkommende Stoffe entwickelt werden, und nur der Mensch kann mit Hilfe der Gentechnik neue Lebewesen erschaffen. Es geht hier allein um die Möglichkeit schöpferisch zu wirken, unabhängig von der Frage, ob der Mensch das im einzelnen tun oder lassen soll. Letzteres ist eine politisch-ethische Frage, die hier nicht weiter erörtert werden soll. Der Mensch, also Geist, ergänzt die sich selbst regelnde Evolution. Die Evolution hat damit ihre Ablaufgeschwindigkeit enorm gesteigert.
Niemand kann behaupten, daß die organische Evolution an ihrem Ende angelangt sei. Was in diesem Bereich, auch ohne die Einflußnahme des Menschen noch möglich ist, kann man nicht sagen. Gemessen an einem Menschenleben schreitet die Evolution nur sehr langsam voran. Aus diesem Grund kommt uns die belebte Welt statisch vor und nicht in ständiger Veränderung begriffen. Über Jahrtausende hinweg haben die Menschen an eine statische Welt geglaubt – nicht nur in bezug auf den belebten Teil -, und nur durch die genaue Beobachtung der Natur konnte man das Gegenteil feststellen. Unabhängig davon, wie sich die Natur im anorganischen oder organischen Bereich weiterentwickelt, sicher ist, daß die Evolution vor allem auf intellektuellem Gebiet voranschreitet. Natürlich nur unter der Voraussetzung, daß die „Intelligenzträger“ nicht aussterben, was man zumindest für den Menschen aufgrund der kritischen ökologischen Situation des Planeten Erde befürchten muß.

Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 7) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

2

Hank zittert und hofft, dass er nicht gefunden wird. Dank seiner Fähigkeiten als Hacker ist es ihm gelungen, alle Spuren seiner Existenz zu eliminieren. Nichts weist mehr daraufhin, dass es je einen Hank auf dem Eismond gegeben hat. Er hat ganz am Ende der Station, tief unter dem Eis beim Abfallsystem, eine Wand entfernt und sitzt nun in einem kleinen Hohlraum. Dies ist schon lange sein Zufluchtsort. Immer wenn er es nicht mehr aushält, die gequälten Rajomorphii zu beobachten, geht er hierher. Als ihm aufging, wohin sein Abenteuer führen könnte, hat er sich unbemerkt eine Notration und einen Schlafsack hierhergebracht. Als er erfuhr, wer heute kommen würde, wußte er, dass es nun an der Zeit war, zu verschwinden. Damit seine Körpertemperatur ihn nicht verraten kann, hat er den Prototyp eines Exo-Anzuges entwendet, der dazu dienen soll, dass jemand, der nicht gefunden werden will, sich nicht durch seine Körpertemperatur zu verraten. Er verbringt mehrere Tage in der kleinen Nische, die Angst um sein Leben ist groß und er hofft, zu überleben.

***

Wir bewegen uns an der linken vorderen Seite des Rochen-Schiffes, um zu dessen Maul zu gelangen. Das Schiff scheint jedoch kein Ende zu nehmen. Mir wird zum ersten Mal bewußt, um was es sich hier für Ausmaße handelt. Alleine die Strecke, die wir zurücklegen, dürfte sich im hohen zweistelligen Kilometerbereich befinden und dauert selbst mit unseren LANDERn seine Zeit. Ich denke, dass der Major die Art der Fortbewegung absichtlich so gewählt hat. Er hätte uns ja auch mit einem Shuttle übersetzen lassen können, oder die GUANGZHOU hätte sich einfach in den Hangar hineinbewegen können. Platz genug wäre gewesen. Bestimmt sogar soviel, um vielleicht etwa fünfzig Schiffe von der Größe der GUANGZHOU gleichzeitig nebeneinander ins Maul des Mantarochens, bzw. des Fronthangars manövrieren zu lassen. Am einfachsten wäre es gewesen, ich hätte mich mit dem LANDER des Majors zusammengekoppelt und wäre mit ihm dorthinein gesprungen. Bei derartigen Abmessungen kommt es dann auch schon nicht mehr drauf an, ob die Sub-KI meines Armes das nicht auf den Zentimeter genau hinbekommen hätte.

Als wir uns endlich ins Innere der MANTANA MORPHII S-121 bewegen, muß ich meine Eindrücke schon wieder revidieren, zumindest mit den Vorstellungen, die ich vom Inneren des Schiffes vorher gehabt habe. Ich dachte, wir würden hier die Ausmaße einer Kathedrale vorfinden. Aber jetzt muß ich diese Vorstellungen revidieren und kann hier einfach nur noch von dem Inneren eines riesigen Berges sprechen, mit einer Höhe von zwanzig Kilometern und einer Tiefe im dreistelligen Kilometerbereich, so dass man das Ende des Schiffsinneren erst erkennt, nachdem die komplette Beleuchtung das alles hier mehr schlecht als recht ausleuchtet. Der Major steuert jedenfalls auf ein kugelförmiges Objekt zu, daß wie eine riesige Sonne in diesem Hangar im oberen Drittel des Hangars wie zu schweben scheint. Als wir uns dieser nähern, wächst seine Größe derart an, dass es jetzt schon die Höhe der GUANGZHOU um einiges überragt haben dürfte. Mein Habitat, denke ich bei mir. Mein zukünftiges Domizil, in dem ich zeitweilig die nächsten Jahre meines Leben verbringen werde. Das Habitat ist natürlich ein Wahnsinn. Hier könnten sich bestimmt die Besatzungen von mehreren Großraumschiffen aufhalten, ohne dass es Platzprobleme geben dürfte. Das Beste aber ist, dass es sich dreht, so dass ich damit in Zukunft auf keinerlei Luxus, was Schwerkraft und Lebensgewohnheiten angeht, verzichten muß.

„Schalten Sie Ihre Andockautomatik an, damit sich ihr LANDER automatisch der Umdrehungsgeschwindigkeit des Habitats und damit der Hangartür dieser Kugel anpassen kann, Agent!“

Ich bestätige und lasse die Sub-KI meines LANDERs diese Fleißarbeit erledigen, wie schon vor mir die Sub-KI des LANDERs des Majors. Als wir beide aufsetzen und uns aus unseren Gestellen unserer LANDER befreien, nehme ich die angenehme Schwerkraft von 0,9 G war, so wie ich das kurz vor der Landung auf dem Display meines LANDERs ablesen konnte. Ich sehe, dass wir in einem Hangar stehen, so wie sie zum Teil auch auf der GUANGZHOU anzutreffen sind. Neben einigen an Verankerungen befestigten Kisten, kann ich Mengen an Equipment erkennen. Neben weiteren LANDERn erkenne ich eine ganze Reihe an Arbeitsrobotern, die an den Wänden befestigt sind. Als ich mich drehe, sehe ich einige weitere Flugkörper und Jets, die in diesem Hangar auf ihren Einsatz warten. Nachdem die Schleuse sich geschlossen hat und große Farbtafeln von Rot auf Grün gewechselt haben, tue ich es dem Major gleich und öffne die Schulterverschlüsse und nehme meinen Helm vom Kopf. Ich folge dem Major, der mit der Rechten winkt, ihm weiter zu folgen und in der Linken seinen Helm lässig hin und herschwingt.

Die Organismen, die die Erde hervorgebracht hat, sind durch ihre konkreten Lebensbedingungen geprägt. Angesichts der Umweltbedingungen im Weltall, die denen der Erde so kraß widersprechen, ist kaum anzunehmen, daß die Natur (auf der Erde) Lebewesen hervorbringt, welche außerhalb der Ökosphäre ohne technische Hilfsmittel lebensfähig sein könnten. Zwar sollen Viren auch im Weltall lebensfähig sein, ob man sie jedoch als vollständige Lebewesen bezeichnen kann, ist sehr zweifelhaft. Allgemein werden Viren als Bindeglied zwischen belebter und unbelebter Natur angesehen, da sie sich zwar vermehren können, aber keinen Stoffwechsel besitzen. In organischer Hinsicht ist die Evolution also relativ beschränkt. Und selbst wenn es uns Menschen mit Hilfe unserer Technik gelingen sollte langfristig im Weltall zu überleben, werden die schier unüberbrückbaren Entfernungen im Kosmos eine dauerhafte Grenze sein. Der Flug zu anderen Planeten innerhalb unseres Sonnensystems dürfte schwierig aber möglich sein. Das Verlassen unseres Sonnensystems und das Erreichen anderer Sonnensysteme ist da schon weitaus unwahrscheinlicher. Alpha Centauri, eine aus drei Sternen bestehende Gruppe, ist unser nächstes Nachbargestirn. A.C. ist 4,3 Lichtjahre (1 Lichtjahr = rd. 9.460.528.000.000 km/oder knapp zehn Billionen km) entfernt. Innerhalb von 12 Lichtjahren Entfernung finden sich nur 19 Sterne. Die Entfernung, die Astronauten bisher im Weltall zurückgelegt haben (zum Mond), beträgt gerade eine Lichtsekunde. Mit den derzeit erreichbaren Geschwindigkeiten würde eine Reise zum Rand unseres Sonnensystems mehrere Jahre und zu Alpha Centauri viele tausend Jahre dauern. Gänzlich unmöglich ist für uns Menschen der Flug zu fremden Galaxien. Die nächste Nachbargalaxie, der Andromeda-Nebel, ist fast 1 Million Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Die beiden „nahen“ Begleiter unserer Milchstraße, die große und die kleine Magellansche Wolke, sind 170.000 bzw. 150.000 Lichtjahre entfernt. Nach allem was wir wissen, setzen die Naturgesetze in dieser Hinsicht nicht überschreitbare Barrieren, so z.B. die Lichtgeschwindigkeit (299.792,458 km/Sekunde) als oberste Geschwindigkeitsgrenze. Für Lebewesen, die auf spezielle Umweltbedingungen angewiesen sind und die darüber hinaus nur eine begrenzte Zeitspanne existieren, sind diese Barrieren unüberwindliche Grenzen ihrer Möglichkeiten. Natürlich gilt das mit allem Vorbehalt. Vieles hielt man in der Vergangenheit für unmöglich, und doch ist es dem Menschen gelungen manches davon zu realisieren. Was in der Zukunft, vielleicht in hundert oder tausend Jahren selbstverständlich ist, gilt heute als nicht machbar. Das liegt einfach daran, daß man Erfindungen oder Erkenntnisse nicht vorhersagen kann. Wir alle sind gewissermaßen (gedankliche) Gefangene unserer Zeit. Die Erfindungen des Menschen blieben und bleiben aber immer innerhalb der Grenzen der Naturgesetze. Etwas über diese hinweg zu realisieren ist nicht möglich.

Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 8 ) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

3

Nach zwei Wochen hält Hank es nicht mehr aus und er verläßt mit wackeligen Beinen sein Versteck. Die Anlage funktioniert noch immer. Keiner der Attentäter hat sich die Mühe gemacht, sie zu zerstören. „Warum auch, es weiß ja niemand, dass diese Anlage überhaupt existiert“, denkt der junge Mann sarkastisch. Vorsichtig überprüft er, von einem Terminal in der Abfallanlage, ob sich noch jemand auf der Station befindet. Aber er muß erkennen, dass er wirklich völlig alleine ist. Er geht wie ein Schlafwandler durch die verschiedenen Labore. Die getöteten Männer und Frauen befinden sich im Zustand der Verwesung. Der Schock bewahrt den Überlebenden davor, die furchtbaren Gerüche, die in der Luft liegen, wahrzunehmen …

***

Das Innere des Habitats ist der echte Wahnsinn. Hier läßt es sich leben. Es finden sich luxuriöse Räume und nicht einfach nur primitive Unterkünfte, alles ist nagelneu und duftet sogar noch danach. Ich bin echt platt und es stellt sich mir ein befriedigendes Grinsen auf mein Gesicht, denn so was habe ich nicht erwartet…

„Ihr Gesicht beweist mir, dass sie wirklich beeindruckt sind vom Interieur dieses Habitats, Agent!“ Wobei sich auch der Major ebenfalls ein Grinsen nicht ganz verbeißen kann. „Das Beste vom Besten, es gibt nichts hochwertigeres und technisch perfekteres im Moment. Und was sie sich sicherlich schon gedacht haben: dieses Habitat ist sogar weltraumfähig und besitzt eine eigene Flug- und Steuerfunktion für Flüge außerhalb des Rochenschiffes! Nur landen kann man damit nicht, aber dafür ist es mit einigem Gerät ausgestattet, einschließlich einiger Jets, mit denen man dann perfekt in den Schwerkraftrichter der Planeten und Monde hinabtauchen kann.“

„Super! Ich bin wirklich beeindruckt!“

„Wir werden uns nun die Steuerzentrale dieses Habitats anschauen, den Rest können Sie sich später selbst in aller Ruhe ansehen.“

Ich bestätige kurz und folge dem Major in einen kleinen gläsernen Aufzug mit dem wir uns einige Stockwerke nach oben bewegen. Dort öffnen sich die Türen und wir stehen in einem Raum, der wie die Kommandozentrale eines Kampfraumschiffes wirkt, mit großen Monitoren, die sich über die komplette Front der halbgebogenen Wand erstreckt. Auch hier befindet sich technisches Gerät vom allerfeinsten und Einiges erkenne ich sogar wieder, mit dem ich bereits trainiert habe.

„In dieser Kommandozentrale haben Sie eine direkte Verbindung zur KI des Schiffe und Sie brauchen Sie nur laut anzusprechen.“

„Wie soll ich die KI denn nennen?“

„HERZLICH WILLKOMMEN MAJOR TOCHLAVSKI UND AGENT KOMORE! ICH WÜRDE VORSCHLAGEN SIE NENNEN MICH, WENN ES UM DIESES SCHIFF GEHT: MORPHII S-121 ODER MORPHII ODER S-121. WENN SIE MEINE PERSON MEINEN, WÜRDE ICH VORSCHLAGEN, SIE NENNEN MICH: MANTANA!“

„Sehr gerne, Mantana. Aber ich habe eine Bitte: könnten wir uns nicht vielleicht duzen? Immerhin werden wir ja die nächste Zeit eng zusammenarbeiten …“

„DAS KÖNNEN WIR GERNE MACHEN. WIE DARF ICH DICH DENN NENNEN?“

„Also am liebsten wäre es mir, wenn du mich Himiko nennst!“

„ALSO HIMIKO, SEHR GERNE!“

Bei meinen nächsten Worten dreht ich mich zum Major um und fragte ihn: „Wie geht es jetzt weiter?“

Der Major erklärte: „Ich lasse Sie jetzt hier alleine und wechsele wieder zu meinem Schiff über. Ansonsten weiß Ihre Partnerin, was der erste Auftrag ist, der ansteht.“ Mit den Worten macht sich der Major zurück zum Aufzug und verschwindet. Ich schaue mir die drei Drehsessel an, die praktisch den Kern der Zentrale bilden. Ich setzte mich einfach mal in den mittleren und schaue mir die Steuerungstechnik genauer an, die das Podest davor zur Verfügung stellt. Was mir sofort auffällt ist die Verankerung auf der mein künstlicher Arm ruht und sich in das Energiesystem des Habitats einbringt.

„Wie ist das eigentlich mit der Energieversorgung: Läd sich das Habitat im Moment aus der Energie des ARTEFAKTS in meinem Arm auf?“

„DAS IST RICHTIG, HIMIKO. UND WENN DIE ENERGIEBLÖCKE DES HABITATS AUFGEFÜLLT SIND, WIRD DIE ENERGIE AN DIE DER MORPHII S-121 WEITERGELEITET UND DIESE WERDEN EBENFALLS AUFGELADEN.“

„Hat denn die Morphii auch neben den Akkus ein eigenes Kraftwerk?“

„JA DAS STIMMT: DAS KRAFTWERK BESTEHT AUS ZWEI ANTIMATERIEREAKTOREN UND ALS RESERVE GIBT ES NOCH ZWEI FUSIONSREAKTOREN AN BORD. IM NORMALBETRIEB UND FÜR SPRÜNGE INNERHALB EINES SONNENSYSTEM REICHEN DIE REAKTOREN AUCH ABSOLUT AUS. ERST WENN MAN IN EIN ANDERES SYSTEM SPRINGT, WERDEN AUCH NOCH DIE AKKUS BENÖTIGT. BEI SPRÜNGEN IN NAHEGELEGENE SONNENSYSTEME REICHEN DIE AKKUS UND DUE FUSIONSREAKTOREN AUS. FÜR SPRÜNGE MIT MITTLERER ENTFERNUNG BENÖTIGT MAN DANN NOCH ZUSÄTZLICH DIE ANTIMATERIE DAZU. NACH EINEM SOLCHEN SPRUNG BENÖTIGT DAS SCHIFF DANN ERSTMALS EINE MEHRSTÜNDIGE RUHEPAUSE, DENN DANN SIND DIE AKKUS ALS AUCH DIE FUSIONSREAKTOREN REIF FÜR EINE KOMPLETTE AUTOMATISCHE REGENRATION UND AUFLADUNG. AUCH DIE ANTIMATERIEREAKTOREN BENÖTIGEN NACH WEITEN SPRÜNGEN IN SEHR WEIT ENTFERNTE SYSTEME EINE MEHRWÖCHIGE SYSTEMÜBERPRÜFUNG UND EINEN NEUSTART NACHDEM EINES AUSGETAUSCHT WURDE. DAS ALLES LÄUFT VOLLAUTOMATISCH AB.“

„Wenn das Schiff von einem ins andere System springt, kommt es doch zumeist im Randbereich des dominierenden Sterns heraus. Hat das ebenfalls noch eine Akku aufladenen Effekt, und wie lange kann das Schiff sich darin aufhalten?“

„DAS SCHIFF WIRD AUCH IN DEN RANDBEREICHEN DES ZIELSTERNS AUFGELADEN. WIR HABEN ZIEMLICH GROSSE AKKUMULATORBÄNKE AN BORD UND DAS DAUERT DANN SEINE ZEIT BIS DIE AUFGELADEN SIND. MEISTENS WIRD IN DIESER ZEIT DAS KOMPLETTE ENERGIEKRAFTWERK ÜBERHOLT, UND DA DAS SCHIFF KONSTRUKTIONSBEDINGT EINE HITZEUNEMPFINDLICHE AUSSENHAUT HAT, KANN ES SICH DORT ZEITLICH UNBEGRENZT AUFHALTEN. WENN DAS SYSTEM DANN WIEDER AKTIV IST, WERDEN DIE ERSTEN SPRÜNGE DAZU VERWENDET, INNERHALB EINES SYSTEMS ZU OPERIEREN. DAZU WIRD DIE ENERGIE DER AKKUS VERWENDET, DIE DANN IN DER FOLGE, WENN SICH DAS SCHIFF NICHT MEHR IM EINFLUSSBEREICH DER SONNE BEFINDET, MITTELS DES KRAFTWERKS AUFGELADEN.“

„Was ist jetzt das besondere daran, wenn sich das Schiff über das ARTEFAKT auflädt? Und wie kann es sein, dass so ein kleines Gebilde eine solche Energiemenge zur Verfügung stellt?“

„DAS ARTEFAKT IN DEINEM ARM LIEFERT SEINE ENERGIE ÜBER EIN DAFÜR SPEZIELL KONSTRUIERTES INDUKTIONSVERFAHREN, DABEI IST ES VOR ALLEM DIE ENERGIEDICHTE, DIE DAS MÖGLICH MACHT. DIE KONSTRUKTION HIER IN DER KOMMANDOZENTRALE IST SPEZIELL DAFÜR AUSGELEGT, DASS DAS ARTEFAKT SEINE ENERGIE ABGIBT, SOBALD DEIN ARM SICH AUF EINER DER ARMLEHNEN DIESER DREI KOMMANDOSESSEL BEFINDET. DABEI IST DIE MENGE DER ENERGIE SO DICHT UND MASSEREICH, DASS SOWOHL EIN QUANTENSPRUNG ALS AUCH DAS AUFLADEN DER AKKUS HIER AN BORD GLEICHZEITIG ABLAUFEN KANN UND WIR DABEI VÖLLIG UNABHÄNGIG OPERIEREN KÖNNEN. UND ZWAR OHNE JEMALS EINE AUFLADE- ODER GENERATIONSPAUSE ZU BENÖTIGEN. DAS IST DER VORTEIL DICH MIT DEINEM ARTEFAKT AN BORD ZU HABEN: WIR SIND DANN IMMER IN DER LAGE ÜBER JEDWEDE ENTFERNUNG ZU SPRINGEN, JEDENFALLS INNERHALB DER MILCHSTRASSE. WAS DARÜBER HINAUS MÖGLICH IST, WURDE BISLANG NICHT AUSPROBIERT. ABER WAHRSCHEINLICH IST ES SOGAR MÖGLICH, IN GALAXIEN ZU SPRINGEN, DIE SICH IM UMKREIS DER LOKALEN GRUPPE BEFINDEN. OB MAN DANACH IRGENDWELCHE REGENERATIONSPHASEN BENÖTIGT IST UNBEKANNT. ICH DENKE ABER, DASS IRGENDWO EINE GRENZE EXISTIERT, NACH DER EINE GENERATIONSPAUSE NÖTIG WIRD, IN DER SICH SELBST DAS ARTEKAKT WIEDER AUFLADEN MUSS ODER SICH NEU ORNDEN MUSS ODER WIE IMMER MAN DAS DANN BEZEICHEN MAG.“

„Ok, bis auf Weiteres ist meine Neugierde befriedigt. Ich werde zu entsprechender Zeit weitere Fragen haben.“

„KEIN PROBLEM HIMIKO, DAFÜR BIN ICH JA DA.“

„Und jetzt würde ich gerne etwas über unseren ersten Auftrag erfahren!“

Nicht beschränkt ist die Evolution hinsichtlich der dritten Evolutionsstufe, der kulturellen Evolution. Sie muß nicht unbedingt über den Menschen ablaufen. Es wäre immerhin denkbar, daß andere (heute noch nicht existierende) Lebewesen mittels höherer Intelligenz größere kulturelle Leistungen vollbringen. Aber der Mensch ist bisher der einzige Träger kultureller Evolution auf der Erde. Folgerichtig liegt eine weitere Evolution mit Hilfe des Menschen nahe, sofern sich der Mensch nicht selbst ausrottet. Sollte es auf anderen Planeten intelligente Lebewesen geben, ist es natürlich möglich, daß deren kulturelle Leistungen viel weiter als die unsrigen entwickelt sind. Zwar wird die Erde sicherlich nicht der einzige Planet im Kosmos sein, der intelligentes Leben hervorgebracht hat, bis zur Entdeckung dieser Lebensformen bleibt aber alles nur im Bereich der Spekulation. Bleiben wir also weiterhin dabei, von den uns bekannten Bedingungen auf der Erde auszugehen. Für den Menschen jedenfalls ist, sollte er überleben, trotz aller Beschränktheit, der intellektuelle (geistige) Reifeprozeß noch lange nicht abgeschlossen.
Verfolgt man den Ablauf der Evolution, muß man feststellen, daß sie offenbar das Ziel hat, immer komplexere und intelligentere Gebilde (anorganischer und organischer Natur) hervorzubringen, gleichzeitig macht sie diese Gebilde immer unabhängiger von der Umwelt, was sich vor allem in der organischen Natur zeigt.
(Was für das bewußte Planen der Natur gilt, muß selbstverständlich auch auf das „Ziel“ übertragen werden. Die Natur ist ein blinder Prozeß, der weder etwas beabsichtigt noch ein Ziel vor Augen hat, sondern als selbstregulierender Ablauf von Geschehnissen bezeichnet werden kann. Daß wir rückblickend der Natur einen sinnvollen und (für uns) offensichtlich zielgerichteten Ablauf unterstellen, liegt einzig und allein an unserer Art zu Denken)

Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) (Teil 9) Michael Schöfer, 28. Dezember 1987

4

Völlig traumatisiert wankt Hank zu den Kontrollen. Niemand ist da, niemand wird ihm helfen. Nur ein paar Exemplare der Rajomorphii sieht er durch die dicke Glas-Scheibe, die ihn und die Welt der Rajomorphii trennt, vorbeischwimmen. Immerhin hat er es geschafft, zu Überleben. Doch nun gibt es eine neue, unüberwindlich erscheinende Hürde zu bewältigen. Er muß einen Weg finden, diesen Ort zu verlassen …

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2015 by Felis Breitendorf & Ottilie von Schottenburg

“Gedanken zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz” (KI) Copyright (C) 1987/2014 by Michael Schöfer, mit freundlicher Genehigung des Autors

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BUCHTIPPS DER REDAKTION:

Die Kraft der Naturgesetze (Gebunden)
Emergenz und kollektive Fähigkeiten von den Elementarteilchen bis zur menschlichen Gesellschaft
von Dedié, Günter

Verlag:  tredition
Medium:  Buch
Seiten:  260
Format:  Gebunden
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2014
Maße:  154 x 221 mm
Gewicht:  501 g
ISBN-10:  384957685X
ISBN-13:  9783849576851

Beschreibung
Es gibt ein naturwissenschaftliches Prinzip, das die Entwicklung der Welt vom Urknall bis hin zum Geist und zu den menschlichen Sozialordnungen durchgängig erklärt: Die Emergenz. Sie verbindet die materielle Welt mit der Welt des Geistes. Die Emergenz basiert auf der spontanen Selbstorganisation einfacher Elemente zu komplexen Systemen, die völlig neue Strukturen aufweisen, und deren kollektive Eigenschaften und Fähigkeiten ganz anders sind als die der Elemente. Die Strukturen, Eigenschaften und Fähigkeiten der Systeme lassen sich aus denen der Elemente in der Regel nicht berechnen. Die Emergenz ist in der Natur der Normalfall und nicht die Ausnahme, von den Elementarteilchen durch alle Ebenen der Welt bis hinauf in die Ebene des Geistes und der menschlichen Gesellschaft.

Unsere Welt hat sich Schritt für Schritt aus emergenten Systemen entwickelt, vom Urknall bis in die Gegenwart, und entwickelt sich ständig weiter. Das Buch behandelt am Anfang die Konzepte und Begriffe der Emergenz. Anschließend ist die erste Hälfte dem Wirken der Emergenz in der unbelebten Natur gewidmet, von den fundamentalen Teilchen und Kräften, den Atomen und ihrem Aufbau, den Festkörpern, den kollektiven Quanteneffekten und den chaotischen Prozessen bis hin zu den Molekülen. Ein kleiner Ausflug in die selbstorganisierten Vorgänge des Weltalls darf natürlich nicht fehlen. In der zweite Hälfte wird das Wirken der Selbstorganisation in der Welt der Lebewesen beschrieben, von der Entstehung und Entwicklung des Lebens über Viren, Bakterien, Pflanzen und Tiere bis zum Menschen, seinem Geist und der menschlichen Gesellschaft.

Diese Entwicklung hat nachweislich nicht auf der Basis des blinden Zufalls von Mutationen und der Selektion beim Kampf ums Dasein stattgefunden. Sie ist sehr viel stärker durch kooperative Prozesse der Selbstorganisation wie Symbiosen, Ko-Evolutionen und soziale Kooperationen bestimmt worden. Die Kraft der Selbstorganisation und der Erfolg der emergenten Systeme kommt aus der großen Anzahl und Vielfalt der Elemente, die symbiotisch zusammenwirken. Es ist höchste Zeit, diese Erkenntnis zum Allgemeingut zu machen und die ethischen und moralischen Regeln der menschlichen Gesellschaft danach neu auszurichten. Ein sehr schöner, sehr verständlicher Text. Er entwickelt sich von Kapitel zu Kapitel bestens und geradezu spannend! Prof. Dr. Josef H. Reichholf, Autor zahlreicher Bücher und Siegmund-Freud-Preisträger der Dt. Akad. f. Sprache und Dichtung.

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7 Comments

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  1. Endlich etwas Action, die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf.

    Persönlich sind mir die beiden genannten Raumschiffe zu groß geraten. Besitzt die Masse eines Objekts im Hyperraum eine Relavanz? Die Zunahme an Masse und die zuwenig aufwendbare Energie ist ja bekanntlich eines der Probleme, warum Objekte im vierdimensionalen Raum keine hohen Geschwindigkeiten erreichen, bzw schneller als das Licht reisen können.

    Sollte es: AUFLADE- ODER GENERATIONSPAUSE oder fehlt da ein RE? Wenn es ein Fehler ist, der findet sich ein paar Zeilen weiter unten erneut wieder.

    Habe wieder einige Schreibfehler gefunden, zB ein wir, wo (ich denke) ein wie hingehört hätte und noch andere, die ich jetzt vergessen habe. Hab die Geschichte gestern in der Pause meiner Spätschicht gelesen und konnte nix kommentieren. Handys sind halt noch immer nur Spielzeuge.

    Die Zischenabschnitte von Michael Schöfer sind mittlerweile etwas antiquiert, zB was seine Erwähnung der wenigen bekannten, bestätigten Planeten betrifft.
    Persönlich glaube ich, dass der Mensch kein Produkt der erdgeschichtlichen Evolution ist, aber ich lebe ja auch in meinem eigenen Universum 😉

  2. Felis Breitendorf

    Lieber Daniel, warum zu gross? Für die noch folgenden Abenteuer ist diese Grösse notwendig. Schliesslich wird das Rochenschiff gegen ganze Flottenverbände von Ausserirdischen, Roboterangriffsdrohnen in Millionen-Menge und gegen von Neuman-Sonden kämpfen müssen und benötigt ein Schiff dieser Grösse um selbst 10.000 Kampfdronen bereitstellen zu können. Ausserdem wird es ganze Kolonienn aufnehmen müssen können um sie zu retten, da braucht man Platz.

    In unserem Universum, das von Milena ist es so, dass die Grösse eines Schiffes nicht maßgeblich ist für einen Flug durch den Hyperraum sondern seine Eintrittsgeschwindigkeit und die ist bei grosser Höhe ja auch Energieaufwändiger bei grossen schiffen als bei kleinen. Somit ist die Energiebilanz wieder ausgeglich. Objekte von der Grösse des Rochenschiffes bewegen sich aber durch den Quantenraum und nicht durch den Hyperraum, deshalb hat die Grösse dort keine Relevanz.

  3. Toll der 1.Platz verdient, keine Frage
    Herzlichen Glückwunsch an Felis und Ottilie.
    Eure Petra

  4. Juchhu gewonnen. Allen die mitgemacht haben ebenfalls Herzlichen Glückwunsch.

    Eure Ottlilie

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