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Connie Willis: Dunkelheit – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Connie Willis:
Dunkelheit

Originaltitel: Blackout (2010).
Deutsche Übersetzung von Claudia Kern.
Ludwigsburg: Verlag Cross Cult 2016.
714 Seiten. 20 Euro.
Umschlag-Artwork: Martin Frei.
ISBN 9783959811682

von Gunther Barnewald

Connie Willis ist die meistausgezeichnete SF-Autorin aller Zeiten, wobei sie vor allem die renomierten Preise so oft abgesahnt hat, dass ihr niemand auch nur annähernd gleichkommt. Elf Hugo-Awards, sieben Nebula-Awards, vier Locus-Awards, Aufnahme in die SF-Hall of Fame 2009 und natürlich den Damon-Knight-Grand-Master-Award (sozusagen noch ein Nebula) für ihr Lebenswerk, um nur die bedeutendsten Preise zu nennen.

Leider ist von ihren wunderbaren Büchern schon lange nichts mehr auf Deutsch erschienen (Neuauflagen ausgenommen).

Der Ludwigsburger Verlag Cross Cult schafft hier endlich Abhilfe.

Und natürlich hat auch dieses Buch wieder die begehrtesten Preise gewonnen. Aber die Geschichte ist der Autorin dermaßen voluminös geraten, dass sie diese in zwei Teile trennen musste. Der vorliegende Roman ist also nur ein erster Teil, der zweite soll im Februar folgen (und hat zusammen mit dem ersten Teil Hugo, Nebula und Locus gewonnen).

Wie schon in ihrer tollen Novelle “Brandwache” und den beiden ebenfalls voluminösen Romanen The Doomsday Book (dt. Die Jahre des Schwarzen Todes) und To say nothing of the Dog (or how we found the Bishop´s Bird Stump at last), (dt. Die Farben der Zeit (oder ganz zu schweigen von dem Hunde und wie wir des Bischofs Vogeltränke schließlich doch noch fanden)) reisen erneut Historiker unter der Leitung von Mr. Dunworthy (der aber nicht mit reist) vom Oxford der Mitte des 21. Jahrhunderts aus in die Vergangenheit, diesmal ins Jahr 1940, um den 2. Weltkrieg und seine Auswirkungen in England zu studieren.

Während eine Frau namens Merope, die unter dem Namen Eileen O´Reilly auf einem Landsitz arbeitet, um das Schicksal der evakuierten Kinder zu studieren, möchte Polly Churchill, die sich hier Polly Sebastian nennt, das Verhalten der Kaufhausangestellten in London während der Luftschlacht um England 1940 und der anschließenden Bombardierungen studieren. Ein Historiker namens Michael Davies, der sich Mike Davis nennt und als US-Amerikaner ausgibt, möchte die Heldentaten der Schiffer studieren, die bei der Evakuierung der Alliierten 1940 aus Dünkirchen halfen.

Die Autorin räumt diesen drei Personen sehr viel Platz ein und der Leser erfährt reichlich über das London jener Tage, die Kinderlandverschickung und die Flucht der Allierten vom Festland.

Doch irgendwann merken die drei, dass die Rückreisemöglichkeit ins Jahr 2060 nicht mehr gegeben ist. Und während Mike fürchtet, die Vergangenheit gravierend verändert zu haben, ist er doch bis Dünkirchen vorgedrungen, wo er hätte gar nicht sein dürfen, da dieser sogenannte “Hotspot” bisher nicht erreichbar war durch Zeitreisen, entschließt sich jeder der drei, die beiden anderen zu kontaktieren.

Doch kann man sich wirklich finden wenn man nur vage weiß, was der jeweils andere erforscht?

Und was ist mit dem Ausgang des Krieges: Hat Mike etwas daran geändert? Oder gar an der Erfindung der Zeitreisetechnik?…

Wie bereits in “Brandwache” ist der 2. Weltkrieg ein spannendes und aufregendes Terrain für die Autorin, die bis in die kleinsten Details blendend recherchiert hat.

Hier wird Geschichte lebendig und anschaulich. Der grandiose Stil von Willis und die tolle Übersetzung von Claudia Kern machen Dunkelheit zu einem absoluten Lesehochgenuss.

Hier kann man jede Zeile genießen und sich auch nach 714 Seiten noch auf eine Fortsetzung freuen, denn die drei bedauerlichen Protagonisten hängen fest in ihrer Zeit 1940 und alle Fluchtmöglichkeiten sind wohl zerstört, jeder Kontakt abgerissen. Letzte Hoffnung ist ein Kollege, der in Kürze erscheinen soll. Oder gibt es den auch nicht mehr?…

Zwar ist die lange Geschichte natürlich nicht durchgehend spannend, dazu ist die Seitenzahl einfach zu hoch.

Aber niemand erzählt so entspannt, lebendig und mitreißend wie Connie Willis und erschafft so lebendige Protagonisten (absolutes Highlight die verwahrlosten Kinder Binnie und Alf Hodbin, oft nur “Die Hodbins” genannt, die alle Erwachsenen in den Wahnsinn treiben und tief in die Slums von London blicken lassen). Es wäre wirklich zu wünschen, dass auch noch andere Romane und Storysammlungen von Willis noch in Deutsch erscheinen (immerhin hat Willis 17 Romane und 6 Bände mit Kurzgeschichten publiziert, von denen leider nur wenige hierzulande vorliegen).

Ein großer Dank deshalb an den Verlag Cross Cult für diese Publikationen.

Copyright © 2017 by Gunther Barnewald

Autorin Connie Willis, geboren 1945 in Denver, gehört zu den erfolgreichsten Science-Fiction-Autorinnen weltweit. Für ihre Werke wurde sie bereits mehrfach mit dem Hugo- und dem Nebula-Award ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Colorado.

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Dunkelheit

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Updated: 30. Mai 2017 — 14:13

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