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Literatur-Blog

Autorenwerkstatt: „Catalina de Erauso“ – Hintergrundbericht zu Lea Kortes historischem Roman: „Die Nonne mit dem Schwert“

Eine Frau geht ihren Weg – von Lea Korte:

Catalina de Erauso
(*1592 in San Sebastian – 1650 in Cuetlatxa, Mexiko)

Catalina de Erauso wurde 1592 als die Tochter des Hauptmanns Don Miguel de Erauso und seiner Frau Donna Maria Perez de Galarrage y Arre in San Sebastian geboren. Schon als Vierjährige brachten die Eltern das rebellische Mädchen in das Dominikanerinnenkloster San Sebastian el Antiuguo, wo auch schon ihre älteren Schwestern untergebracht waren. Von Anfang an wehrte sich Catalina gegen das Klosterleben. Kurz vor ihrer Weihe gelangte sie in den Besitz der Klosterschlüssel und konnte so den verhassten Mauren entfliehen.

Schnell wurde Catalina klar, dass sie „draußen“ nicht als Frau überleben konnte, wenn sie nicht als Hure enden wollte. Sie beschaffte sich Jungenkleider und verdingte sich als Page und Kaufmannsgehilfe. Immer wieder musste sie aus ihren Anstellung fliehen, weil ihre Tarnung aufzufliegen drohte: ihre Männerverkleidung war zu ihrer Zeit ein schweres Vergehen gegen die Kirchengesetze und konnte mit dem Tod auf dem Scheiterhaufen bestraft werden.

Nach einigen Jahren heuerte sie in Sevilla auf einer Galeone an. Als das Schiff vor Panama ankerte, flüchtete sie von Bord und schlug sich ins spanische Vizekönigreich Peru durch. In der ersten Zeit arbeitete sie in Trujillo als Kaufmannsgehilfe, wurde dann aber von der Geliebten ihres Herrn so sehr mit amourösen Absichten bedrängt, dass sie erneut fliehen musste und schließlich in den Fängen der spanischen Armee landete. Nach dem ersten Schrecken fand sie Gefallen am Soldatenleben und arbeitete sich bis zum Fähnrich hoch.

In der Armee begegnete sie ihrem Lieblingsbruder Miguel, der es inzwischen zum Hauptmann gebracht hatte. Erst als Miguel bei einem Schusswechsel im Sterben lag, wurde ihm klar, dass sein Fähnrich in Wahrheit seine kleine Schwester war. Wieder musste Catalina fliehen, verdingte sich in der Silberstadt Potosí, nahm dann aber wieder ihre Soldatenlaufbahn auf: bei der legendären Schlacht von Callao kämpfte sie auf der spanischen Seite gegen den berüchtigten Piraten Spielbergen und erlitt schwere Verletzungen.

Bei der Versorgung ihrer Wunden flog ihre Tarnung endgültig auf. Man überführte sie in ein Nonnenkloster. Da ihre Geschichte großes Aufsehen erregte, brachte man sie vor das Inquisitionsgericht von Madrid. Tausende von Schaulustigen empfingen die „Nonne Fähnrich“. Wegen ihrer großen Verdienste als Soldat sprachen die hohen Inquisitoren sie frei und der König setzte ihr eine Leibrente aus.

Aber auch jetzt wollte Catalina nicht wieder als Frau leben. Sie pilgerte nach Rom und bat den Papst um eine Privataudienz. Er unterzog sie einer Jungfernprüfung, um festzustellen, ob sich hinter ihrem Wunsch ein schändliches Bestreben verbarg. Da sie trotz ihres bewegten Lebens noch immer „unversehrt“ war, erteilte er ihr die spektakuläre Erlaubnis, bis zu ihrem Tod weiter Männerkleider zu tragen – was ihre Berühmtheit noch erhöhte. Sie kehrte zurück nach Peru und lebte dort als Händler.

In ihrer Autobiografie, die noch zu ihren Lebzeiten unter dem Titel „Die Nonne Fähnrich“ erschienen ist – dichtet sich Catalina amouröse Abenteuer mit Frauen an. Nie werden wir mit Sicherheit wissen, ob sie wahr sind.

Lea Korte hat Catalinas Leben in dem historischen Roman „Die Nonne mit dem Schwert“ verarbeitet:

Lea Korte
Die Nonne mit dem Schwert

Verlag :      Droemer Knaur
ISBN :      978-3-426-63386-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      8,95 Eur[D] / 9,20 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      480 S. – 18,0 x 11,5 cm
Erschienen :      01.04.2007

Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Klappentext: Spanien im 17.Jahrhundert: Die 15jährige baskische Adlige Catalina de Erauso wird von ihren Eltern ins Kloster gesteckt, doch kurz vor der Weihe gelingt ihr die Flucht in die Freiheit. Schnell merkt Catalina, dass sie in der Welt als Frau nicht überleben kann. Sie verkleidet sich als Mann – ein unverzeihlicher Frevel im Zeitalter der Inquisition – und lässt sich ein auf ein Leben voller Gefahren, das sie bis nach Südamerika führt. Sie sucht dort ihren Geliebten, der von ihrer wahren Identität selbst dann noch nichts ahnt, als sie Seite an Seite mit ihm in der königlichen Armee kämpft Der Roman einer mutigen Frau, die das Unmögliche wagte und deren Leben ein einziges Abenteuer war.

Leserprobe zu „Die Nonne mit dem Schwert“

Updated: 8. März 2010 — 15:24

4 Comments

Add a Comment
  1. Wie nah ist denn der Roman an der Autobiografie?

  2. Das kann uns ja demnächst die Iris beantworten, die hat nämlich – so viel ich weiss – den Titel zum Rezensieren auf der Pfanne, stimmts?

  3. Lieb/r GKL,

    der Roman ist schon recht nah an der Autobiografie: Alles, was Catalina in dem Roman erlebt, ist so, wie es war – außer dass sie vielleicht nie eine Liebesbeziehung zu einem Mann hatte, weil es ziemlich deutliche Hinweise gibt, dass sie eigentlich eher an Frauen interessiert war …
    Aber ihr Leben an sich, wie sie aus dem Kloster floh, sich in Männerkleider hüllte und es bis zum Fähnrich der spanischen Armee brachte – all das ist war – und ebenso das Ende des Romans.

    Herzliche Grüße
    Lea

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