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ANKE III – Eine Suffstory in drei Teilen von Wolfgang G. Fienhold

ANKE III

Eine Suffstory in drei Teilen

von

Wolfgang G. Fienhold

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christian-rohlfs-grafik-trinker rechts

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(Zurück zu Teil II)

Anke 3

Showdown

Anke hängt Gardinen auf.

Anke: „Es wird Zeit, dir mal die Globalisierung zu erklären.“

Bert spielt mit Zinnsoldaten, die zwischen Bier- und Wodkaflaschen aufgebaut sind und versuchen die dazugehörigen Gläser zu erobern.

Bert: „Achjaachja.“

Antje: „Also das fängt bei den Rohstoffen an …“

Bert: „Blubberlutsch, wo ist mein Blubberlutsch, das muss billiger werden.“

Er stiert in seinen Wodka.

Anke: „Depp, alles wird teurer, weil die Konzerne, gerade auch die Energiegiganten, den armen Rentnern und Eigenheimbesitzern den Hahn zudrehen wollen, ich meine, es ist doch eine Unverschämtheit, dass meine Renten von 233333 auf 233332 gesunken sind.“

Bert: „Ja, verstehe und Blubberlutsch wird immer teurer, da – schau mal – Napi hat den Wodka geentert. Prost!“

Anke: „Blöder Suffkopp, blöder. Du bist ja nicht mal einen Doppelfurz wert. Also das geht so: Die Heuschrecken kaufen und kaufen und …“

Bert: „Verstehe, schau mal: Wellington ist im Campari ersoffen.“

Anke: „Also, die Hedge–Fonds grasen alles ab, machen die Kleinen kaputt…“

Bert stiert in sein Bier: „Ja die Kleinen ersaufen zuerst. Eben ist Blücher in den Rumtopf gefallen.“

Anke: „Was säufst denn wieder und dann noch durcheinander, also die Welt der Germanen war so geregelt: Global gesehen haben die die Weltmacht Rom erobert.“

Bert: „Römer, Germanen, Wikinger…alle haben gesoffen.“

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Anke: „Aber nicht geraucht, du Himbeerheini, jetzt muss ich die Gardinen schon wieder waschen.“
Sie hängt die frischgewaschenen Teile wieder ab, während Bert seine Zinnsoldaten umbenennt.

Bert: „Das sind jetzt Armin, Hermann, Augustus, Tiberius und Varus. Wo ist eigentlich der Met vom Bauernmarkt?“

Anke: „Du depperter Depp. Hermann war doch Armin und Augustus …“

Bert: „Ruhe, ich globalisiere doch nur – außerdem meine ich Göring, denn ich spiele jetzt vom Teutoburger Wals bis zur Wolfsschanze durch.“

Anke: „Es gab nie eine Schlacht im Teutoburger Wald, du Kalkriese, die war bei Osnabrück.“

Bert: „Gab es doch . Ich habe damals mit meinem Hausmeier und meinem Hüttengesäß ein Ablenkungsmanöver durchgeführt und zwei Konsorten platt gemacht.“

Anke: „Kohorten, ach so, du glaubst an Seelenwanderung und Wiedergeburt, dazu muss ich sagen, dass der Buddhismus eine globale Modererscheinung ist an die nur so unbedarfte Heidruns glauben.“

Es klingelt.

Bert (lallend): „Jetzt kommen meine Freunde Hüttengesäß und Heiki, die bringen neue Kämpfer mit“

Anke (verächtlich): „Männer!“

Hüttengesäß kommt hereingestolpert: „Guck, ich habe zwei Armeen mitgebracht, Juden und Freimaurer, denn die beherrschen Welt.“

Heiki: „Ja, die wissen Bescheid.“

Sie bauen die Figuren auf.

Heiki: „Anke, bring mir mal nen Red Bull und für den Kleinen Milch mit Viagra.“

Hüttengesäß: „Oh ja, ich muss ja heute noch nach Polen.“

Anke: „Nimm dir ein Beispiel an deinen Freunden, die trinken keinen Alk und erobern später auch noch Polen zurück, so ist Globalisierung richtig und wenn ich noch bei DuPont wäre, hätte ich schon China gekauft …“

Bert: „Du bist doch gegen Globali, globalli oder?“

Anke: „Ja, wenn sie von Heuschrecken gemacht wird, aber ich habe den Durchblick.“

Hüttengesäß: „Guck, guck, die Juden erobern gerade Jericho.“

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Bert: „Das ist eine Flasche Jim Beam und in die ist eben eine Fruchtfliege gefallen.“

Hüttengesäß: „Juden, Freimaurer, Araber, Neger – alle müssen rausfliegen. Der deutsche Schäferhund ist der einzige Freund der Deutschen.“

Heiki: „Ja, die Hundilein wissen Bescheid.“

Bert: „Ihr habt die Illuminati vergessen. Die verkaufen Blubberlutsch an die Zeugen Jehovas und Tom Cruise.“

Heiki: „Eben – die wissen Bescheid.“

Hüttengesäß: „So jetzt entern die Freimaurer, nee, ich glaube die Mauren, dein schales Bier.“

Bert (kann kaum noch aus den Augen gucken): „Bei mir wird nie ne Schale kalt.“

Anke: „Ich trinke jetzt doch was, aber ich trinke nie mehr als vier Flaschen Wein, weil ich sonst kotzen muss.“

Bert: „Global gesehen liegen vier Flaschen über dem Durchschnitt.“

Anke: „Noch so einen blöden Satz von dir und ich schnüffel mir die Tour de France rein.“

Bert: „Hüttengesäß, du mogelst – du kannst deine Freimaurer doch nicht auf meinen Moet stellen.“

Anke: „Irre, nur Irre.“

Bert: „Gib dem mal nen Strafzettel, der mogelt.“

Hüttengesäß: „Ich bescheiß nie, das tun nur Juden, Neger und Araber.“

Bert (beginnt zu singen): „It`s a wonnnnderful, wonnnnerful world.“

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Anke: „Irre, immer nur Irre.”

Bert: „Die Welt ist eine Büroklammer.“

Heiki: „Genau, die hält zusammen, was zusammen gehört.“

Hüttengesäß: „Ich spiel nur noch mit wenn ich den Obersalzberg haben kann.“

Bert: „Du meinscht den Tekilllla mit Zitro?“

Hüttengesäß: „Ich bin der geborene Führer, weil ich so deutsch bin wie sonst nur der Wackeldackel und die Klorollenmütze.“

Anke (hat, die erste Flasche Wein geleert): „Ich erkläre euch jetzt mal Darwin in Kurzfassung: Nur Männer stammen vom Affen ab.“

Heiki: „Echt wahr?“

Bert: „Ja, denn Frafraufrauen kommen ausch dem Senegal.“

Hüttengesäß: „Mein Opa war aber auch Senner.“

Anke: „Na und, das ist doch ein ehrbarer Beruf, mein Vater war Diplom–Müller. Ohne Diplom ist man ein Nichts. Ich bin Diplom–Schriftstellerin und das ist global wichtig.“

Bert: „Anke, issss sehr wischtisch.“

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Anke: „Jawoll, und diesen Titel verleiht nur die Uni Leipzig und der G. Meyer Verlag.“

Heiki: „Ich weiß Bescheid, der Meyer bestellt jede Woche sieben Kästen Diplom-Champagner bei mir. Der kann wirklich was und wenn er nicht farbenblind und zwergwüchsig wäre, wäre er … na dann wäre er ICH.“

Hüttengesäß: „Ich habe vor Meyer keine Angst, nur vor Frauen, aber wenn ich einen Führer hätte, eigentlich bin ich ja der Führer, aber ich, ich brauche halt einen Führer, der mich zum Diplom-Führer ausbildet. Ihr sagt ja alle: Ohne Diplom ist man nix.“

Anke: „Rad ab, irrer geht’s nicht.“

Bert: „Global gesehen: Ja. Aber die Welt gehört den Zinnsoldaten.“

Anke: „Bist du etwa wieder nüchtern?“

Bert: „Ja, ich habe eben acht arabische Fruchtfliegen aus der Wolfschanze getrunken und die saßen noch auf ihrem Gebetsteppich, das hat mich abgetörnt. Hol trotzdem noch ne Flasche Chandon.“

Anke: „Geh doch selbst.“

Bert: „Global gesehen, stehst du aber näher am Kühlschrank.“

Hüttengesäß: „Ich habe keinen Kühlschrank, denn meine Mutter sagt: Da sitzen Neger drin.“

Anke: „Irrer und irrer, womit habe ich das verdient? Milliarden flossen durch meine Flossen und ich sitze mit Irren in einer armseligen Bude.“

Bert: „Das ist global gesehen die Rache der Dritten Welt. Als die Cherusker unter Führung von Armin Meyer den Senegal besetzten, haben sie die Gesichter …“

Anke: „Ich kann nicht mehr.“

Bert: „So soll es sein!“

THE END

Copyright (C) 2008 by Wolfgang G. Fienhold

Bilder und Grafiken im Text vom Künstler „Courtage“ mit freundlicher Genehmigung.

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Die wahre Geschichte vom Treffen im Jenseits (Kartoniert)
Geschichten von Büchern und Buchstaben zum Lesen, Lachen und Lernen in der Schule und daheim
von Fienhold, Wolfgang

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Verlag:  Razamba
Medium:  Buch
Seiten:  50
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  November 2010
Maße:  189 x 121 mm
Gewicht:  67 g
ISBN-10:  3941725114
ISBN-13:  9783941725119

Beschreibung
Manchmal geht es schneller als man denkt: Ein paar Gläser Wein in der Pilsstube – und schon ist man im Jenseits. Pfarrer Tiegel kann es kaum glauben …

Autor
Wolfgang G. Fienhold, geb. in Darmstadt, lebte in Frankfurt am Main. Abgebrochenes Studium der Sozialwissenschaften. Anno Tobac Herausgeber der Zeitschriften GUMMIBAUM und NONSENF. Mitarbeit an Hunderten von Anthologien. Die üblichen Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und im Funk, Lyrik, Prosa, Reportagen, Rezensionen und Hörspiele. Bis zu seinem Tod 2011 eine Handvoll Literatur- und Förderpreise. Schrieb u.a. den Roman DIE FLAMBIERTE FRAU, der mit Gudrun Landgrebe verfilmt wurde.

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3 Comments

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  1. Also, mit der Geschichte kann ich leider nicht viel anfangen.

  2. Vielleicht kann man das auch nur im Suff.

  3. Aber was sagst du zu den vielen Arbeiten unseres Grafikers Courtage?

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