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ANKE II – Eine Suffstory in drei Teilen von Wolfgang G. Fienhold

ANKE II

Eine Suffstory in drei Teilen

von

Wolfgang G. Fienhold

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(Zurück zu Teil I)

Anke II

Bert: „Der Eiffelturm steht nun mal seit der Weltausstellung in Paris.“

Anke: „Das mag ja sein, aber heute will Cordula kommen und ich muss noch die Fenster putzen.“

Bert: „Ich hatte doch nur auf deine Frage geantwortet.“

Anke: „Könnte sein, aber mein Sohn verdient viel zu wenig.“

Bert wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Anke: „Wo ist eigentlich mein Zeichenblock, ich muss doch noch die Mona Lisa malen.“

Bert (hustend): „In der obersten Schublade des Schreibtischs.“

Anke: „Das mag ja sein, aber wo sind die Farben? Ich habe heute Topflappen mit Knoblauch gebraten, magst du das?“

Bert: „Das ist wohl Geschmackssache.“

Anke: „Ja, Geschmack ist alles und niemand kocht zu gut wie ich, wo sind eigentlich meine Schlüssel?“

Bert: „Die hast du gerade gepfeffert und in das Kühlfach gelegt.“

Anke: „Pfeffer ist sehr gut für alles, mein Sohn pfeffert auch alles in die Ecken, das erleichtert und ist gut für Nerven und Hirn. Wo ist eigentlich mein Sohn?“

Bert: „Der ist…“

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Anke: „Könnte sein, da ist er aber fast nie mehr, hast du eigentlich mein Feuerzeug gesehen?“

Bert: „Du sitzt drauf.“

Anke: „Nein, so was mache ich nicht. Ich bin doch keine Amsel.“

Bert: „Doch du sitzt…“

Anke: „Du lässt mich nicht ausreden, immer unterbrichst du mich, du erzählst ständig nur von dir und Leuten, die ich überhaupt nicht kenne.“

Bert: „Ich…“

Anke: „Siehste, es geht schon wieder los. Immer nur ICHICHICH, an mir hast du überhaupt kein Interesse. Wo steht eigentlich mein Auto?

Bert: „Vor dem Balkon.“

Anke: „Quatsch mit Sauce; mein Auto passt doch überhaupt nicht auf den Balkon. Ich lege jetzt erst mal die Daunenkissen in Erdbeermilch ein, das erfrischt und ist leicht für den Magen. Das magst du doch?“

Bert: „Besser als die verbrannt Kittelschürze mit Ingwer und Peperoni wird es wohl sein.“

Anke: „Du kapierst überhaupt nix, mein Sohn mag Kittelschürzen. Er hängt geradezu dran und scharf gewürzt muss alles sein. Wo ist der eigentlich?“

Bert: „Er wollte in den Weinkeller.“

Anke: „Ach, der Liebe, sorgt sich immer, dass bei mir alles zu voll werden könnte.“

Bert: „Ja und er opfert sich auf und wird es selbst.“

Anke: „Endlich hast du mal was verstanden.“

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Bert: „Hast du eigentlich meine Geburtstagsgeschenke auf dem Nacht..“

Anke: „Meinst du die popeligen Halbedelsteine, die hast du wohl im Müll gefunden.“

Bert: „Naja, und das Gold..“

Anke: „Das Armband wiegt ja nur knapp 100 Gramm ist keine 1000 Euro wert, das hast sicher in der Gosse gefunden.“

Bert: „Ja, beim Gossen–Wempe, da…“

Anke: „Genau, gegen deine Wampe könntest du auch mal was tun. Mein Schwager hat Krebs, meine Schwester Thrombose, mein Sohn hört Stimmen aus dem All und du bist einfach nur fett. Schämst du dich eigentlich nicht?“

Bert: „Es geht.“

Anke: „Eigentlich solltest du schon längst tot sein, aber von dir bleibt ja nicht mal eine gescheite Witwenrente übrig.“

Bert: „Gut…“

Anke: „Gut wäre, wenn du mal die Küche putzen würdest, wo ist eigentlich mein Sohn?“

Bert: „Im Wein…“

Anke: „Ach, der weint doch kaum noch, seit er Diplom-Psycho ist.“

Bert: …“loge.“

Anke: „Idiot, mein Sohn log nie, der lügt nicht. Er schreibt gerade über Wulf Sänger und Einstones Gehirn, außerdem hat er Pointkärs Rätsel gelöst und das im STERN auch. So was könntest du nie.“

SCHNITTKOPF

Bert: „Nie.“

Anke: „Widersprich nicht dauernd, putz lieber die Platten.“

Bert: „Welche?“

Anke: „Alle, die kleinen, die großen, die im Baddd, in der Küche und die im Schrank.“

Bert: „Deine Tassen auch?“

Anke: „Die arme Frau Müller hat ihre Tassen fallen lassen und sich deshalb im Keller aufgehängt und ihr Mann hat dann das Auto an den Baum gefahren und sich das Genick gebrochen. So eine treue Seele. Wo ist eigentlich mein Auto?“

Bert: „Im Weinkeller auf dem Balkon.“

Anke: „Könnte sein, da sind sie alle sehr gern. Aber zum Grillen ist es noch zu warm. Ich werde deshalb jetzt mein Müsli essen. Wo ist eigentlich die Schachtel mit den Kelloggs?“

Bert: „In der…“

Anke: „Ich vermisse meinen Sohn, wo könnte der wohl sein?“

Bert: „Inzwischen unter dem dritten Weinregal von hinten lin…“

Anke: „Das könnte sein, aber ich suche…“

Bert: „Hast du meine Kalaschnikow gesehen?“

(Weiter mit Teil III)

Copyright (C) 2008 by Wolfgang G. Fienhold

Bilder und Grafiken im Text vom Künstler „Courtage“ mit freundlicher Genehmigung.

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Die wahre Geschichte vom Treffen im Jenseits (Kartoniert)
Geschichten von Büchern und Buchstaben zum Lesen, Lachen und Lernen in der Schule und daheim
von Fienhold, Wolfgang

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Verlag:  Razamba
Medium:  Buch
Seiten:  50
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  November 2010
Maße:  189 x 121 mm
Gewicht:  67 g
ISBN-10:  3941725114
ISBN-13:  9783941725119

Beschreibung
Manchmal geht es schneller als man denkt: Ein paar Gläser Wein in der Pilsstube – und schon ist man im Jenseits. Pfarrer Tiegel kann es kaum glauben …

Autor
Wolfgang G. Fienhold, geb. in Darmstadt, lebte in Frankfurt am Main. Abgebrochenes Studium der Sozialwissenschaften. Anno Tobac Herausgeber der Zeitschriften GUMMIBAUM und NONSENF. Mitarbeit an Hunderten von Anthologien. Die üblichen Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und im Funk, Lyrik, Prosa, Reportagen, Rezensionen und Hörspiele. Bis zu seinem Tod 2011 eine Handvoll Literatur- und Förderpreise. Schrieb u.a. den Roman DIE FLAMBIERTE FRAU, der mit Gudrun Landgrebe verfilmt wurde.

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