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Literatur-Blog

Autorenwerkstatt: “Die Reconquista” – Hintergrundbericht zu Lea Kortes historischem Roman: “Die Maurin”

Die Reconquista.
Wir schreiben das Jahr 710 ...

Vor den Spaniern, den Kastiliern und auch vor den Mauren herrschten die Westgoten über die Iberische Halbinsel und würden dies vielleicht auch heute noch tun, wenn sich Graf Julian – so die Sage – nicht darüber erbost hätte, dass König Roderich seine Tochter Florinda zu seiner Mätresse gemacht hatte.

Graf Julian hatte seinen Augenstern an dessen Hof geschickt, weil sie dort ihre Bildung vervollkommnen sollte. Eines Tages entdeckte König Roderich das schöne Kind, als es in aller Unschuld ein Bad im Tajo nahm, verliebte sich in sie und machte sie zu seiner Geliebten.

In seiner grenzenlosen Wut wandte sich Graf Julian an Táriq, den muslimischen Statthalter von Tanger, und bewog ihn, in Kastilien einzufallen.

Schon auf seinem ersten Eroberungsfeldzug in dem ebenso reichen wie verwundbaren Land war Táriq ibn Ziyad mit seinen rund 7000 Mann (überwiegend Berber) mehr als erfolgreich, so dass er auf der iberischen Halbinsel immer ausgedehntere Feldzüge unternahm.

In den nächsten fünf Jahren (711-716) machten sich er und Musa ibn Nusayr mit ihren Heeren die ganze Iberische Halbinsel untertan und gaben ihr den klangvollen Namen „Al-Andalus“.

Der Vorstoß der Mauren in Europa wurde 732 in Frankreich durch Karl Martell in der Schlacht bei Tours und Poitiers beendet.

Schon wenige Jahre später begann eine Gegenbewegung, Reconquista (Rückeroberung) genannt, während der die Kastilier (und die Portugiesen) ihr Land Stück um Stück von den Mauren zurückeroberten.

Die Reconquista lässt sich in drei Phasen unterteilen:

1. Phase 718-1084

Beginnend 718 mit der christlichen Rebellion in Asturien – und endend 1085 mit der Rückeroberung von Toledo.

Die berühmteste Schlacht in dieser Zeit war wohl die „Schlacht von Clavijo“.

Angeblich fand sie im Mai 844 in der Nähe von Clavijo zwischen dem Heer von Ramiro I. von Asturien und dem des Emirs Abd ar-Rahman II statt. Der Sage nach hat Ramiro in dieser Schlacht gesiegt; neuere Forschungen bezweifeln dies. Einer Legende aus dem 12. Jahrhundert nach erschien der Heilige Jakobus (Santiago) bei dieser Schlacht auf einem weißen Schimmel und verhalf den Christen zum Sieg. Jakobus erhielt später den Beinamen „Matamoros“ (Maurentöter) und verdankt seinen Status als spanischem Nationalheiligen auch dieser Schlacht. Er wurde zur Integrationsfigur des christlichen Spaniens. Zentrum des Kults um seine Figur wurde sein Grab in Santiago de Compostela.

2. Phase 1086-1212

Nach der Eroberung Toledos sahen die Mauren sich in ihrer Existenz bedroht und riefen die nordafrikanische Berberdynastie der „Almoraviden“ ins Land, welche in der Tat weitere Rückeroberungen verhindern konnten – und sich dafür an die Machtspitze von Al-Andalus setzten. In dieser Phase wurden die Auseinandersetzungen mehr und mehr zu einem Religionskrieg – auch für die Christen. Ritterorden nach dem Vorbild der Tempelritter wie der Santiagoorden wurden gegründet; die Päpste riefen zum „Kreuzzug“ gegen die Mauren auf. Auch der spanische Volksheld „El Cid“ (1043-1099) gehört in diese Zeit.
Bemerkenswert ist, dass in dieser Zeit viele wirtschaftliche und persönliche Verbindungen zwischen den Mauren und Christen bestanden. So entstammten zum Beispiel die früheren Könige von Navarra den Familien Banu Qasi und Tudela.

Der Wendepunkt trat im Jahre 1212 ein, als es bei Navas de Toloso (Provinz Jaén) zu einer entscheidenden Schlacht zwischen Christen und Muslimen kam, einer Schlacht, die man als die größte des Mittelalters bezeichnet. Ein Bündnis aus Kastilien, Aragón und Leon unter Alfonso VIII konnte die maurischen Almohaden (Nachfolger der Almoraviden) unter dem Kalifen Muhammad an-Nasir besiegen und strafte damit den Ruf der Unbesiegbarkeit der Almohaden Lügen.

3. Phase 1213-1492

In den nächsten Jahren fielen 1236 Córdoba, 1248 Sevilla und 1261 Cádiz an die Christen zurück. Nach der Eroberung Murcias (1265) blieb den Mauren nur noch das Emirat von Granada als kastillischer Vasallenstaat, ein Emirat, das sich immerhin noch bis Malaga hinunterzog.

In meinem historischen Roman „Die Maurin“ beschreibe ich – verwoben in die Geschichte (der fiktiven) Zahra as-Sulamis und ihrer Familie – die letzten, besonders harten Jahre der Reconquista von 1478 bis 1492. Um den Lesern meines Romans nicht die Spannung zu nehmen, muss ich an dieser Stelle leider mit dem Erzählen aufhören.

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich hier einfach den Roman bestellen, entweder verlagsneu bei buch24 oder gebraucht bei booklooker:

Lea Korte
Die Maurin

Roman
Verlag :      Droemer Knaur
ISBN :      978-3-426-50230-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,95 Eur[D] / 10,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      672 S. – 19,0 x 12,5 cm
Erschienen :      01.02.2010

Titel bei buch24.de
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Klappentext: Andalusien im 15. Jahrhundert: Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt Eine spannende historische Epoche und eine verbotene Liebe…

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Updated: 8. März 2010 — 15:20

2 Comments

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  1. Das ist schon eine beachtliche Lesitung diese ganzen historischen Informationen für einen historischen Roman zu recherchieren und dann als Grundlage für einen Roman zu verwenden. Hut ab!!!

  2. Liebe Katziane,
    vielen Dank für diesen lieben Kommentar – ich habe mich riesig darüber gefreut!!!
    Herzliche Grüße
    Lea

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