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STERNENBRAUT LOVISA UND DER PLANET DER UNSTERBLICHEN – KAPITEL 3 – Eine Science-Fiction Erzählung von Miriam Kleve (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 1/2012)

Erstellt von Miriam Kleve am 31. Januar 2012

STERNENBRAUT LOVISA

UND

DER PLANET DER UNSTERBLICHEN

KAPITEL 3

Science-Fiction Erzählung
von
Miriam Kleve

Lovisa starrte angestrengt aus dem Panoramafenster der SKUNKALLA. Sie hielt das Steuerrad so fest umklammert, dass ihre Knöchel unter der Haut weiß hervortraten. Bernard saß abseits an dem großen Sensorbildschirm und beobachtete kleine Objekte, die planlos durch den Weltraum trieben. Kleine Felsen, Bauteile von Handelsfrachtern, sogar die ausgebrannte Hülle eines Kriegsschiffs waren zu sehen.

Schweiß stand auf Lovisas Stirn. Sie konzentrierte sich vollständig auf das Manöver und wich im letzten Augenblick einer riesigen, frei in der Schwerelosigkeit schwebenden Statue eines Elefanten aus.

“Von Steuerbord kommt ein weiteres Objekt auf uns zu.”, meldete Bernard. “Es sieht aus wie …” Bernard stockte kurz und zog erstaunt die Augenbrauen hoch. “Es sieht aus wie eine Kutsche.”

Lovisa reagierte sofort und schob das Steuerrad nach vorne, um unter dem Objekt hinwegzutauchen. Kurz erhaschte sie einen Blick auf das Objekt. “Ein Auto.”, murmelte sie und drehte dann das Steuerrad mit einem heftigen Schwung nach links. Die SKUNKALLA vollführte beinahe eine Rolle, doch Dank der Trägheitsdämpfer und der künstlichen Schwerkraft war davon im Inneren des Raumschiffs nichts zu spüren.

Morle huschte über einen der Monitore. “Mein Scan zeigt das Ende des Trümmerfeld an. Die ANDORRA sollte gleich vor uns auftauchen.”

Tatsächlich, da war sie, die Raumstation ANDORRA. Lovisas Pappa hatte die Station manchmal kurz erwähnt, sie aber nie zum Gespräch gemacht. Auch die Datenbank der SKUNKALLA enthielt nur spärliche Informationen, die zudem auch veraltet waren. Lovisa und Bernard wussten nur, dass es eine alte Handelsstation des Kaiserreichs war, die vor dreißig Jahren ein Privatmann kaufte und vor dem Verfall rettete.

Die ANDORRA lag am Rande des Kaiserreichs und hatte innerhalb des Handelskartells keine große Bedeutung. Pappa hatte einmal gesagt, dass sich niemand um ANDORRA scheren würde, denn dort würde nur Dreck gehandelt. Erst viel später verstand Lovisa, dass mit dem Wort “Dreck” kein Erdreich gemeint war. Sie lächelte traurig bei dem Gedanken daran. Damals war der Weltraum noch in Ordnung gewesen.

“Vorsicht!”

Bernards Stimme riss Lovisa aus ihren Erinnerungen. Erschrocken sah sie einen großen Felsbrocken auf das Panoramafenster zufliegen und zog am Steuerrad. Die SKUNKALLA zog die Nase hoch, aber zu spät. Ein metallisches, reißendes Geräusch drang durchs Schiff und ließ alle Erschauern. Lovisa bekam ganz weiche Knie und glaubt kurz, sie müsse sich setzen. Doch das Aufleuchten der Notbeleuchtung blieb aus.

Stattdessen gab Morle Entwarnung. “Ein breiter Riss in der Außenhülle. Die interne Struktur ist intakt. Kein Verlust von Sauerstoff. Alle Systeme arbeiten einwandfrei. Ich empfehle eine Reparatur beim nächsten Halt.” Die künstliche Katze wechselte den Bildschirm und tauchte nun auf Bernards Sensorbildschirm auf. Mit einer ihrer virtuellen Tatzen schnappte sie nach dem Symbol des Felsen, der nun hinter der SKUNKALLA wegtrudelte. Es hatte keine Auswirkung und schmollend zog sich Morle wieder auf ihren eigenen Bildschirm zurück. “Ich empfehle auch den Kauf eines Korbs mit virtuellen Wollknäueln.”

Lovisa lächelte erleichtert. Der Schaden war geringer als sie zuerst dachte. “Falls es virtuelle Wolle gibt, bringe ich dir etwas mit.” Inmitten der Dunkelheit des Weltraums tauchte plötzlich die Raumstation auf. Sie hatten das Trümmerfeld durchflogen, dass die ANDORRA umgab. Endlich.

Die Station war im Vergleich zur SKUNKALLA riesig und ihre zehn Andockpylone ragten in den Weltraum hinaus. Die ANDORRA hatte eine Sternenform, wie Lovisa feststellte. Und sie war gut besucht. Sechs kleine Frachter und Kurierschiffe hatten angedockt. Aber kein einziges großes Schiff. Zudem waren fast alle Raumschiffe in einem schäbigen Zustand und zeigten keinerlei Markierung, von der aus auf die Herkunft oder Zugehörigkeit des Raumschiffs geschlossen werden konnte.

Auch die Station war in einem schlechten Zustand. Die meisten der Positionslichter waren tot oder flackerten wild umher. Einige der Pylone waren zerstört und somit unbrauchbar. Obwohl so viele Schiffe angedockt waren, schien kein Betrieb zu herrschen. Die ANDORRA machte einen gespenstischen Eindruck auf Lovisa. Sie blickte kurz zu Bernard hinüber, doch der Vampyrjunge wirkte mehr neugierig als verängstigt. Das machte auch Lovisa Mut.

Normalerweise nahmen die Stationen Kontakt zu sich annähernden Schiffen auf. Doch die Kommunikation blieb still. Also ergriff Lovisa die Initiative und aktivierte das Kommunikationsterminal. Es rauschte und knackte, dann meldete sich eine verschlafene Männerstimme. Der Kommunikationsbildschirm blieb leer. “Hier ANDORRA? Wer da?”

“Raumhändler SKUNKALLA. Ich übertrage ihnen unsere Daten und …”

Ein wildes Lachen knallte aus den Lautsprechern. “Schätzchen, spar dir das. Hier empfängt eh keiner eure Daten. Ich will nur wissen wer du bist. Hier legen nur Leute an die uns kennen oder die eine Empfehlung haben.”

Lovisa blickte ratlos zu Bernard. Der zuckte nur mit den Schultern. “Vielleicht solltest du Slim Jorgenson erwähnen?” Kaum hatte Bernard den Namen ausgesprochen, da fauchte Morle laut. „Achtung, negativer Eintrag in der Datenbank. Die SKUNKKALLA erzwingt bei Nennung des Namens Slim eine Warnmeldung. Achtung. Laut Datenbank ist Slim Jorgenson ein unzuverlässiger Trinker.“

“Morle, Negativeintrag über Slim löschen.” Das virtuelle Kätzchen mauzte schmollend, war dann aber ruhig.

“Slim? Slim Jorgenson?” kam es über die Lautsprecher und nun flackerte auch der Kommunikationsbildschirm auf. Das Bild rauschte zwar stark, blieb aber stabil. Ein dicker Mann war zu sehen, der in einem kleinen Büro saß. Er trug nur ein verschwitztes Unterhemd und kurze Hosen. Er grinste breit und entblößte dabei mehrere Zahnlücken. Ein großer goldener Nasenring wippte dabei auf und ab. “Sag das doch gleich, Schätzchen. Freunde von Slim sind auch meine Freunde. Folgt einfach dem Leitstrahl.” Das Bild erlosch.

“Freunde muss man haben.”, sagte Lovisa glücklich und begann mit dem Andockmanöver. Mit ruhiger Hand steuerte sie die SKUNKALLA auf den zugewiesenen Andockpylonen zu. Dabei kamen sie nahe an einigen der anderen Schiffe vorbei. Lovisa seufzte. Im Grunde passte die SKUNKALLA hierhin. Auch sie hatte überall Kratzer und Schrammen. Hoffentlich konnte Slim weiterhelfen.

Das Andockmanöver verlief problemlos und Lovisa war stolz auf sich. Aufgeregt schnappte sie sich ihren Säbel und rückte die Augenklappe zurecht. Sie wollte einen guten Eindruck hinterlassen. Bernard lächelte und schritt hinter ihr her zur Luftschleuse. “Du siehst gut aus, Lovisa. Diese Entschlossenheit passt zu dir.”

Lovisa lächelte und hoffte, dass Bernard ihre roten Ohren übersehen würde. Immerhin waren die gut unter Haaren und Hut versteckt. Aber einem Vampyr traute Lovisa derzeit alles zu. Auch, dass er rote Ohren bemerkte. Der Gedanke daran ließ sie nun auch um die Nasenspitze ein wenig glühen. Glücklicherweise erreichten sie die Luftschleuse und es galt, sich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Mit einem lauten Zischen öffnete sich das Schott. Vier muskelbepackte Kerle standen im Gang. Einer sah ungepflegter aus als der andere. Sie grinsten breit und tasteten Lovisa mit ihren Augen ab. “Hübsches Ding.”, sagte einer von ihnen und nickte dabei.

Bernard machte einen Schritt nach vorne und stellte sich zwischen Lovisa und den Kerl. “Das hübsche Ding ist Kapitänin Lovisa, Kommandantin der SKUNKALLA.” Der Vampyrjunge dachte kurz nach, dann fügte er lächelnd hinzu: “Und die amtierende Sternenbraut.”

Die Männer sahen sich gegenseitig an. Sie waren verwirrt. Einer von ihnen richtete einen Handscanner auf Bernard und schlug dann mit der flachen Hand auf das Gerät. Es gab keinen Pieps von sich. Der Redeführer spuckte auf den Boden. “Sternenbraut? Was ist denn das für ein Unsinn. Geh aus dem Weg und lass mich mal das Schätzchen betrachten.”

Der Kerl stieß mit seiner schwieligen Hand nach Bernard, um ihn aus dem Weg zu schubsen. Doch der Vamypr blieb einfach stehen. Keinen Millimeter rückte er von der Stelle, besah sich nur mit herablassender Miene die Stelle, an der ihn der Fremde berührt hatte. Der wagte einen zweiten, kräftigeren Versuch. Doch mit dem gleichen Ergebnis. Bernard rückte keine Haaresbreite weg.

Lovisa war beeindruckt von den Fähigkeiten des Vampyrjungen. Insgeheim freute sie sich, dass er sich als Beschützer vor sie gestellt hatte. Aber augenblicklich flammte in Lovisa auch etwas Zorn auf. Immerhin war sie eine Kapitänin und die amtierende Sternenbraut. Sie brauchte keinen Beschützer. Also griff sie nun ohne nachzudenken nach Bernards Schulter und drückte ihn weg, um freie Sicht zu haben.

Der Vampyr stolperte von der Wucht des überraschenden Griffs zur Seite und knallte schwer gegen die Wand des Gangs. “Entschuldigung, Kapitän”, murmelte er und rieb sich die Schulter. “Kommt nicht wieder vor.”

Erstaunt blickte der Redeführer der kleinen Truppe auf seine Hand, sah zu Bernard und dann zu Lovisa hinüber. Er schluckte schwer. “Wir sollen euch zum Kommandanten bringen. Wir zeigen euch den Weg.” Die vier Männer drehten sich um und schritten tuschelnd voran. Sie waren sichtlich verwirrt.

Während Morle die Luftschleuse zur SKUNKALLA schloss, schritten Bernard und Lovisa hinter ihrem Empfangskomitee her. “Was war denn das eben?” fragte Lovisa leise. “Der Kerl hat dich kein bisschen von der Stelle rücken können. Und er hat Muskeln wie ein Bär. Aber ich habe dich ganz leicht wegschubsen können.”

Bernard lächelte verlegen und blickte zu Boden. “Manchmal ist es gut Stärke zu demonstrieren.”, setzte er zu einer Erklärung an.

Lovisa unterbrach ihn. “Schon gut, ich habe verstanden. Die werden nun glauben ich sei noch stärker als du. Gut gemacht, mein Lieber.” Sie hauchte ihm schnell einen flüchtigen Kuss als Dank auf die Wange. Und hätten Bernards Ohren erröten können, sie würden in Flammen stehen.

Die kleine Gruppe trottete durch die Innereien der Raumstation. Die ANDORRA sah Innen kaum besser aus als Außen. Die Läden auf der Promenade waren allesamt geschlossen, doch es gab zwei Kneipen, aus denen laute Musik, raues Lachen und gelegentlich ein Schrei drangen. Überall waren Lampen defekt oder rosteten Streben und Platten vor sich hin. Oft hingen Leitungen aus der Decke oder ragten aus den Wänden, manchmal sprühten Funken aus ihren offenen Enden. Lovisa ahnte, warum ihr Pappa so wenig über ANDORRA gesprochen hatte. Die Raumstation musste eines jener Piratennester sein, die gut verborgen im Weltraum den miesesten Besatzungen Unterschlupf boten. Lovisa hatte ein flaues Gefühl in der Magengegend. Und obwohl Bernard einen selbstsicheren Eindruck machte, erging es ihm ebenso.

Schließlich gelangten sie in ein kleines und schmutziges Büro. Hier saß der Mann, den Lovisa bereits auf dem Kommunikationsbildschirm gesehen hatte. Er sah nicht nur verschwitzt aus, sondern roch auch säuerlich. Das galt auch für sein Büro. Zudem mischte sich ein käsiger Duft dazu.

“Willkommen auf ANDORRA.”, eröffnete er das Gespräch. “Mein Name ist Lucius Bent. Ich bin der Besitzer und Manager dieser wunderbaren Raumstation. Und erfreut, eure Bekanntschaft zu machen. Ihr seid Freunde von Slim, wenn ich das richtig verstanden habe?”

Lovisa nickte unsicher, während sich ihre vier Begleiter hinter Bent stellten. Einer flüsterte seinem Boss etwas ins Ohr und der Dicke kniff nachdenklich die Augen zusammen. “Ihr habt bei meinen Leuten Eindruck hinterlassen. Das gelingt nur den wenigstens.” Lucius öffnete die Schublade seines Schreibtisches und holte ein dickes Käsebrot hervor. “Möchtet ihr auch etwas?”

Schnell schüttelte Lovisa den Kopf. Sie wollte alles, nur kein Käsebrot. Vor allem nicht von diesem Mann, der sie innerlich anwiderte. “Wo finden wir Slim?” fragte sie, um das Gespräch zu einem schnellen Ende zu bringen.

“Er kümmert sich um die Technik auf meiner Station. Ein wahres Juwel, aber stets mit seinen Zahlungen hinterher. Ich denke als Freunde von Slim, werdet ihr gerne seinen Schulden begleichen.”

Bernard und Lovisa guckten verblüfft. Damit hatte keiner von beiden gerechnet. “Warum sollten wir?” empörte sich Lovisa. “Slim war mal Besatzungsmitglied der SKUNKALLA und ich will ihn nur besuchen. Für seine Schulden ist er alleine verantwortlich.”

“Auf meiner Raumstation gilt, dass Freunde füreinander einstehen. Wir sind ein äußerst loyaler Haufen.” Lucius Bent biss in sein Käsebrot und grüne Kräutersoße rann an seinen Mundwinkeln herab, während er kaute. “Und das erwarte ich auch von unseren Besuchern. Oh, da wir schon mal dabei sind: Denkt bitte daran eure Liegegebühr zu bezahlen. Ich würde ungern euer Raumschiff beschlagnahmen.”

Lovisa keuchte auf. “Was? Aber …” Lucius Bent lachte und seine Männer grinsten. Lovsia blickte zu Bernard, der sie eindringlich anblickte und schwach den Kopf schüttelte. Obwohl die Sternenbraut den Vampyr erst seit kurzem kannte, wusste sie was er dachte: “Keinen Ärger. Nicht jetzt. Ruhe bewahren.”

“Schicken sie mir eine Aufstellung der Kosten auf die SKUNKALLA. Ich habe einige Waren dabei und bin mir sicher, dass wir uns einige werden. Kann ich nun zu Slim?”

“Natürlich.”, sagte Lucius Bent und winkte einen seiner Männer vor. “Zeig ihnen den Weg. Aber lass dir nicht auf der Nase herumtanzen.”

Der Mann sah zu Bernard und nickte bedächtig. Dann ging er mit gehörigem Abstand an Lovisa und den Vampyrjungen vorbei. “Kommt mit. Ist ein Stück. Slim lebt nahe am Zentrum. Hat er kürzer zu laufen, wenn es mal wieder brennt.”

Letztere Worte waren wohl ernst gemeint, denn auf dem Weg waren öfter Brandspurren und Schmauchflecken zu sehen. Die Raumstation hatte ihre besten Tage bereits hinter sich. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie endgültig auseinanderfallen würde.

Nach einem gehörigen Fußmarsch und einer ordentlichen Kletterpartie über einige Leitern, standen Lovisa und Bernard in Slims Quartier. Der Mechaniker war noch unterwegs und sein Heim deswegen verwaist.

“Er kommt gleich zurück. Macht ein paar Reparaturen und gönnt sich einen ordentlichen Schluck, nehme ich mal an.”, erklärte Bents Mann. Er drehte sich ohne weitere Worte um und ging.

Slims Quartier war ein dreckiges, ölverschmiertes und nach Metall müffelndes Loch. Überall lagen Werkzeuge und Ersatzteile. Auf dem Boden standen einige Flaschen mit billigem Fusel und das Bett roch nach Alkohol. “Ich glaube es war ein Fehler, Slim zu suchen.”, sagte Lovisa kleinlaut. “Es scheint schlimmer als je zuvor.”

“Vielleicht.” Bernard machte einen Schritt in den Raum hinein und griff auf den Tisch. Mit seinem scharfen Blick hatte er etwas entdeckt und zog es nun unter einem schmierigen Tuch hervor. “Bist du das?”

Er reichte Lovisa ein Hologramm hinüber. Darauf waren Slim, ihr Pappa, ihre Mamma und Slim zu sehen. Sie winkten alle in die Kamera. Das lag lange zurück. Lovisa war noch ein kleines Mädchen mit Sommersprossen und Zöpfen. Das Hologramm war ein Jahr vor Nils’ Geburt aufgenommen worden.

Jemand räusperte sich leise. Lovisa und Bernard wirbelten herum. Ein kleiner, drahtiger Kerl stand in der Türe. Sein graues Haar war schütter, die Augen lagen tief in den dunklen Augenhöhlen und er trug einen dreckigen, nach Schnaps stinkenden Overall. Die Hände waren voller Maschinenfett, das er nun versuchte notdürftig an seinem Overall abzuwischen. “Lovisa?” kam es ihm ungläubig über die Lippen und Tränen flossen ihm plötzlich über die Wangen. Es war Slim Jorgenson. “Mädchen, Kleines, was machst du denn bloß hier?”

Der Schmutz, der Gestank und die vertrackte Situation waren Lovisa mit einem Mal egal. Slim stand vor ihr, der gute alte Slim. Er war gealtert, aber er war auch ein Stück Zuhause. Mit einem Satz flog sie ihm die Arme und riss ihn dabei beinahe zu Boden. Nur mit Mühe konnte sie sich von ihm losreißen.

“Lovisa, Liebes. Ich bin auch glücklich dich zu sehen. Aber was machst du hier? Wo ist die SKUNKALLA? Wo ist dein Pappa? Aber, was hast du denn?”

“O Slim, weißt du es denn nicht? Hat dir denn keiner davon berichtet?” Lovisa musste schluchzen und Slim nahm sie tröstend in den Arm. “Pappa und die anderen, sie sind alle tot. Nur ich und Nils leben noch. Aber Nils ist weg. Und ich habe die SKUNKALLA gestohlen. Und dann habe ich Bernard getroffen. Und ich wusste nicht was ich machen sollte.” Die Worte sprudelten nur so hervor und Slim lauschte Lovisa eindringlich. Mehr als einmal musste er sich die Tränen aus dem Gesicht wischen und drückte die kleine Sternenbraut tröstend an sich. Als Lovisa alles erzählt hatte, wischten sich beide die Tränen aus dem Gesicht.

“Ich habe deinem Pappa viel zu verdanken.” Slim sah auf das Hologramm. “War schon in Ordnung, dass er mich rausgeworfen hat. Ich habe viel Mist gebaut, Lovisa. Und viel gutzumachen.”

“Was hast du bloß mit diesem Lucius Bent zu schaffen?” wollte die Sternenbraut wissen. “Er ist ein widerlicher Kerl. Und er versucht uns hier festzusetzen.”

“Tut mir Leid, dass ihr in diesen Schlamassel geraten seit. Lucius ist ein fieser Kerl. Selbst wenn du zahlst, wird er mich nicht gehen lassen. Und dich auch nicht. ANDORRA war mal eine schöne und sichere Raumstation, aber Lucius hat sie gänzlich ruiniert. Und aus Angst vor dem was ihn zur Rechenschaft ziehen könnte, hat er dieses Trümmerfeld um die Station zusammengetragen. Ist billiger als jedes Schutzschild und verhindert, dass jemand auf die Idee kommt und in der Nähe der Station springen will. Die Trümmer würden in den Hyperraum hineingezogen und dabei jeden Antrieb in Stücke reißen.”

Bernard dachte nach. “Gibt es denn keine Möglichkeit ungesehen an Bord der SKUNKALLA zu kommen und von hier zu verschwinden?”

Slim lachte heißer auf. “Mein Junge, ich bin Lucius kleines Goldstück. Er braucht mich, um die ANDORRA am laufen zu halten. Ohne mich fällt hier alles auseinander. Deswegen lässt er mich ständig beobachten und macht Stichproben. Aber er unterschätzt mich.” Der alte Mann zwinkerte den beiden zu. “Ich heuere gerne wieder auf der SKUNKALLA an. Falls du mich noch willst, Lovisa. Durch deinen Pappa, da musste ich nachdenken. War ein schwerer Schlag für mich, aber dadurch habe ich mein Leben geändert.”

Lovisa sah sich skeptisch in dem kleinen Quartier um und zeigte auf die Schnapsflaschen. “Ich glaube du trinkst noch immer zu viel, Slim.”

“Ha, das sieht nur so aus. Ich spiele Lucius und seinen Leuten was vor. Die sollen mich unterschätzen. Ich habe seit Jahren keinen Tropfen mehr angerührt. Mein Ehrenwort. Ich gebe zu, sich einen Tropfen zu genehmigen klingt verlockend. Aber ich tu es nicht. Keinen einzigen Schluck mehr. Ist schwer, aber ich halte durch.”

“Slim, ich glaube dir.”, erklärte Lovisa und umarmte den alten Mann herzlich. “Willkommen an Bord.”

“Weiß gar nicht, was ich da sagen soll.” Slim lächelte glücklich. “Na ja, bist ja jetzt mein Käptn. Mein kleines Mädchen wird erwachsen.”

Lovisa sah verlegen auf den Boden. “Mensch, Slim. Die Zeiten haben sich geändert.”

“Freunde, ich will uns die Stimmung nicht verderben, aber wir brauchen einen Plan.” Bernard sah die beiden eindringlich an. “Und zwar einen guten Plan.”

Slim nickte. “Ich denke, ich weiß da etwas. Ist eine riskante Sache und wir müssen ziemlich schnell sein. Ich habe ein paar der Sensoren manipuliert und kann uns durch die Station schleusen. Dann auf die SKUNKALLA und weg von der ANDORRA. Gibt aber ein Problem. Ich muss ungesehen in den Kontrollraum und dort von Hand die Andockvorrichtung lösen. Sind aber überall weitere Sensoren und Kameras. Einige von denen funktionieren noch. Weiß nicht, ob ich das schaffe. Das Alter steckt mir in den Knochen.”

“Ich mache das.”, erklärte Bernard. “Ich muss nur wissen wo der Kontrollraum ist und wie ich die Andockvorrichtung lösen kann.”

“Bist du dir sicher?” fragte Slim, beeindruckt von Bernards Mut. “Ist keine leichte Sache. Musst den Kameras ausweichen und versuchen die Sensoren zu umgehen.”

Lovisa kicherte. “Keine Angst. Bernard ist Spezialist in solchen Sachen.”

“In Ordnung. Dann hör mir gut zu und versuch dir alles zu merken.” Slim nahm ein Datenpad vom Tisch und begann Bernard den Plan genau zu erklären. Er packte zwei Taschen mit Werkzeug, nahm Lovisa bei der Hand und die beiden verschwanden in den Tiefen der Station. Der Vampyrjunge sah den beiden nach. Dann machte er sich auf den Weg.

Kameras und Sensoren waren für ihn kein Problem. Das hatte er bereits auf der SKUNKALLA eindrucksvoll bewiesen. Für die Technik war es sozusagen unsichtbar. Er musste nur darauf achten, dass ihn keiner von Lucius Leuten sah. Dank Bernards übermenschlichen Reflexen blieb er stets vor einer Entdeckung verborgen. Schlussendlich stand er zu allem bereit vor der Türe des Kontrollraums.

Wie Slim vorausgesagt hatte, war keiner von Lucius Leuten da. Aber die Türe war verschlossen. Bernard sah sich vorsichtig um, dann packte er den Griff und zog sie mit Gewalt auf. Zischend gab die Türe schlussendlich nach. Schnell huschte der Vampyr in den Raum hinein und suchte das Kontrollpanel, das ihm Slim beschrieben hatte. Auf einem der Monitore sah er die SKUNKALLA.

Sobald er die Andockvorrichtung gelöst hatte, war die SKUNKALLA frei. Lovisa würde das Raumschiff solange in Position halten, bis er in der Luftschleuse war. Dann galt es in einem geschickten Manöver abzulegen und ins Trümmerfeld zu fliegen. Immer auf der Flucht, dachte Bernard. Arme Lovisa.

Die Andockvorrichtung war gelöst und Bernard huschte aus dem Kontrollraum. Er machte sich auf den weg zur SKUNKALLA. Da hört er Stimmen aus einem der Räume seitlich des Gangs. Eine gehörte Lucius Bent, die andere war ihm unbekannt. Sie klang verkratzt. Scheinbar ein Kommunikationsgerät. Lautlos schlich sich Bernard an die halboffene Türe.

Es war tatsächlich Lucius, der vor einem alten Kommunikationsgerät stand. “Doch, ich schwöre es, Major. Der Junge taucht auf keinem Sensor auf. Kein Scanner kann ihn erfassen. Und mein bester Mann hat Angst vor dem Knaben. Und das Mädchen ist von der gleichen Art. Plötzlich haben die Sensoren auch sie verloren. Und meine Leute haben mir berichtet, dass sie auch unbeschreiblich stark ist.”

Nun sprach die andere Stimme, die eindeutig einer Frau gehörte. “Ich warne sie, Bent. Wenn sie lügen, dann schießen wir ihre Station aus dem All. Denken sie an unser Abkommen. Gouverneur Tailleur kann sehr wütend werden. Wir lassen sie in Ruhe, dafür liefern sie uns die Piratenbosse aus. In diesem Fall die kleine Göre und ihren Freund.”

“Ich hatte ja keine Ahnung, dass die beiden so gefährlich sind.” Lucius Bent schnappte nach Luft. “Wie schnell können sie hier sein?”

“Eine Stunde. Halten sie die beiden solange fest. Sie erhalten den üblichen Lohn.”

Bernard hatte genug gehört. Leise huschte er weiter bis zur Andockschleuse. Hier war niemand. Er gab den vereinbarten Code ein und zischend öffnete sich das Schott. Schnell schloss er die Schleuse wieder und rannte auf die Brücke. Lovisa stand bereits am Steuerrad. Sie war froh Bernard unverletzt wiederzusehen.

“Wir müssen los!” rief er aus. “Lucius hat uns an Tailleur verraten. In einer Stunde sind sie erst da, aber ich wette Lucius sucht uns bereits. Er weiß, dass die Sensoren uns nicht mehr erfassen.”

Lovisa guckte grimmig. “Verschwinden wir von hier.” Die SKUNKALLA löste sich sanft vom Andockpylon und schwebte ein kleines Stück von der Raumstation weg. Nun beschleunigte die Sternenbraut das Raumschiff und hielt auf das Trümmerfeld zu. “Slim ist im Maschinenraum. Er und Morle kümmern sich um den Antrieb und behalten den Schaden an der Außenhülle im Auge. Slim kennt auch einen Kurs durchs Trümmerfeld, der ziemlich frei von Trümmern ist. Sozusagen Lucius Fluchtkurs, falls mal etwas schief geht und er ANDORRA verlassen muss.”

Bernard blickte auf den Sensorschirm. “Die Raumstation lädt ihre Laserkanonen und richtet sie auf uns aus.” Seine Stimme klang besorgt. “Die werden schießen.”

“Tailleur will uns doch lebend.”, erklärte Lovisa, da blitzte auch schon der erste Lichtstrahl auf und sprengte einen der kleinen Felsen in die Luft. “Das hat er wohl vergessen diesem Bent zu sagen.”

Die SKUNKALLA beschleunigte und hielt auf eine Lücke im Trümmerfeld zu. Lovisa legte das Schiff seitlich und schrammte in das Feld hinein. Sie vertraute nun vollends auf Slims Angaben, ansonsten würde die SKUNKALLA mit den Trümmern kollidieren und sie alle sterben. Doch Slims Wissen um die ANDORRA und das Feld waren Gold wert. “Im Trümmerfeld sind wir sicher. Zu viele Objekte, um uns noch treffen zu können. Und sobald wir auf der anderen Seite heraus sind, können wir springen.”

Es gab weitere Laserblitze, die im Rücken der SKUNKALLA Felsen und Schrott in eine dampfende und zischende Masse verwandelte. Bernard schüttelte den Kopf. “Bents Leute haben hinter uns das Trümmerfeld in Bewegung gebracht. Der Eingang zur sicheren Strecke ist verschlossen. Bent wird sich wohl mit den Untergebenen des Gouverneurs unterhalten müssen.”

Lovisa atmete befreit auf. “Das ist seine Sache. Wir sind erst einmal in Sicherheit. Die Energie der SKUNKALLA reicht noch für einen letzten Sprung, dann muss das Schiff erst einmal gewartet werden.”

“Und wo springen wir hin?”

“Slim kennt glücklicherweise einige alte Sprungpunkte. Unter anderem eine alte Minenstation mit Raffinerie. Dort können wir uns erst einmal verstecken und neue Kraft schöpfen.”

“Aye, aye, Kapitän.”, rief Bernard fröhlich aus, während Lovisa die SKUNKALLA mit ruhiger Hand in Sicherheit steuerte.

ENDE

Nächstes kapitel

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DIE EROBERUNG – Science Fiction-Story von Carl Reiner Holdt

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. Januar 2012

DIE EROBERUNG

Science Fiction-Story

von

Carl Reiner Holdt

Kapitän X’Ragan und der Todesstern, Abschnitt 3.1:

“Kapitän Eins-acht an Staffel: Statusbericht!”

Das virtuelle Display flackert. Der Reaktor fährt hoch. Zündung der Vakuum-Energie-Konverter. Sicherheits-Abstand zum Trägerschiff erreicht. Schilde bauen sich auf. Schub auf Maximum. Alle Waffensysteme klar. Standby der Staffel kommt. Die roten Lichter erlöschen nach und nach. Der erste kritische Moment nach dem Sprung ist geschafft!

Ein Angriff bei Lichtgeschwindigkeit dauert nur wenige Sekunden. Wenn du ihn registrierst, hast du ihn schon überlebt. Oder es hat keinen Angriff gegeben. So wie jetzt.

Unmittelbar nach dem Sprung funktioniert keine Nanotronik. Deshalb stecken die X’ingu-Jagdbomber in ihren Schächten wie Pfeile in einem Blasrohr. Der Auswurf für die erste Welle ist pneumatisch. Bis die Systeme rebooten sind Trägerschiff und X’ingu nackt. Deine Übelkeit legt sich langsam.

Also jetzt der zweite kritische Punkt: Wo steht der Feind? Verdammt, wie lange dauert das! Langsam baut sich via Feuerleitzentrale des X’ingu-Trägers ein Bild auf.

Abfangjäger der Liga, hauptsächlich Smart-Klasse! Eine dichte Wand steht zwei Lichtminuten prograd. Dann müssen die X’ingu von der Steuerbordseite schon Vollkontakt haben. Eine Smart ist klein, wendig und schnell wie eine Sand-Echse. Aha, dort gibt es erste Verluste auf beiden Seiten. Aber in deinem Raumsektor ist weit und breit nichts zu sehen. Merkwürdiger Aufmarsch…

Da kommen die neuen Kursvektoren vom Flaggschiff: ausweichen, weiter retrograd, Vollschub. Wir liegen schon vor Sprung bei 99% Licht ins System rein. Können mit dieser Vorlage die Smarties fürs erste abhängen. Aber wo beim Xi haben die bloß ihren Stützpunkt?

Die nächsten zwei-acht Minuten passiert nichts. Ist normal. Erst geht alles blitzschnell und dann passiert nichts. Oder umgekehrt. Dazu kommt die Relativität der Gleichzeitigkeit. Was auf einem andern Teil des Schlachtfeldes passiert, ist je nach Bewegungs-Zustand für die einen schon Vergangenheit und für die andern noch Zukunft. Das taktische Display zeigt alle möglichen Bahnen eines Gegners nach Bordzeit. Die ergeben zusammen einen Trichter, der sich um so mehr öffnet, je weiter man vorausrechnet. Welche Kurve ist unter diesen Bedingungen die richtige? Das bleibt allein deiner Intuition als Pilot überlassen…

Die Smarties bummeln hinter uns her. Das ist nicht normal… da stimmt was nicht! Die Entscheidung vom Admiral ist falsch, sagt dir dein Gefühl… Wir haben schon 77 Millionen Meilen Vorsprung vor dem Haupt-Konvoi…. Noch mal die Aufklärungsdaten von System XQB125 prüfen.

“Kapitän Eins-acht an Staffel: Base-Line für Fernaufklärung schalten! Da muss es einen Asteroiden ca. 16 Lichtminuten auf  -23,5° spin, +1° top geben. Den checken wir mal!”

Und da schält sich der Asteroid auch schon aus dem statischen Rauschen. Der Stützpunkt der Smarties.

“Heiliges Xi!” Dein Flügelmann Leutnant Vorkennan’xi trifft es auf den Punkt. Als die einlaufenden Daten das Bild weiter differenzieren, erscheinen auch die Abfangjäger. Es sind Tausende. Aber damit hast du schon gerechnet, das ist noch nicht die Arsch-Karte.

“Kapitän Eins-acht an Flaggschiff. Wir haben ein Problem. Kampfstation auf (+1,6431|-22,147|+1,823) Bordzeit-Polar. Daten kommen jetzt…”

Der Wachhabende über die Bug-Hangars unterbricht sein Lieblings-Holo: Kapitän X’Ragan und der Todesstern. Das Holo ist noch keinen Umlauf alt und basiert auf nackten Tatsachen! Kein Scheiß! Der Wachhabende war selbst dabei, in der Gefechts-Leitzentrale. Alle waren sie dabei – die 8. Flotte ist Teil der Großoffensive zur Front-Begradigung in diesem abgelegenen Arm der Galaxis. Sie waren gerade ins System XQB125 um es der Liga abzujagen , die sich diesen Hinterwäldler-Stern kürzlich unter die Klauen gerissen hatte.

Auf dem X’ingu-Träger Jagd-Clan ist Nachtschicht. Der erste ruhige Achttag seit Aufhebung der Alarmstufe Bodenkontakt. Vorhin dröhnten noch dumpfe Schläge durch Dock 7, als der reguläre Truppen-Transporter vom eroberten Planeten anlegte.

Seitdem wird auf Deck zwei-fünf wieder mal eine Herde W’nabu durch die Freizeit-Center der 6. Division getrieben. Sonst liegt das riesige Schiff völlig still und umkreist den Planeten in fünf-acht-acht Meilen Höhe. Es ist so groß, dass man es nur um seine Querachse drehen muss, damit das Heck über den Boden schrappt.

Keinerlei Abweichungen von den Ablaufprotokollen.

Er wendet sich wieder seinem Holo zu. Die ganze 8. Flotte war direkt in die Arme einer Kampfstation vom Typ Gigant geflogen. Irgendein Idiot auf der Brücke hat die Daten falsch gedeutet.

Die Soldaten der Liga haben zwar keine Unze Xi in den Knochen, aber Kanonen können sie bauen! In diesem Fall sind es 688 PW Neutron-Woofer mit einer Kohärenzlänge von unglaublichen zwei Lichtstunden. Wer den Weg eines der verschränkten Neutronen-Pakete kreuzt und die Wellenfunktion kollabieren lässt, von dem bleibt nur poröser Schrott. Wenn dann noch die Nullpunkt-Felder der Konverter asymmetrisch zusammenbrechen, gibt es ein nettes Feuerwerk gratis.

Aber es gibt keinen Schutz dagegen! Man kann nicht mal wenden, wenn man ein Prozent unter der Lichtgeschwindigkeit zum Zielobjekt liegt. Die einzige Chance sind Ausweich-Manöver nach dem Zufallsprinzip. Trotzdem haben sie schon zwei schwere Kreuzer der SprungKlasse und einen Träger der ClanKlasse verloren. Vier-acht-hoch-fünf Soldaten! Von dem Materialverlust nicht zu reden.

Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Die Verstrebungen der Schiffe auch, durch die Ausweich-Manöver. Vor sich noch eine Stunde Acht verliert! Dann erst sind sie außer Reichweite… das reinste Hoppvogel-Schießen.

Ein Riese kann mit seinen Fäusten keinen Hoppvogel-Schwarm abklatschen. Deshalb hat die Kampfstation eine gigantische Raumabwehr. Und die Abfang-Jäger sind gut. Das muss ihnen der Wachhabende lassen, jetzt, wo er ihre Taktik aus seinem sichern und bequemen Sessel beurteilen kann. Aber damals hat er sich die Hose vollgepisst. Er schämt sich deswegen, aber nur wenig. Wie sich herausstellte, war er nicht der einzige…

Der Admiral wirft alle X’ingu der Flotte gegen die Abwehr. 7788 Jäger sind im Einsatz. Zwecklos. Sie haben großartige Abschuss-Raten, aber sie kommen einfach nicht durch. Keine Schuss-Distanz zum Todesstern. Und ständig laufen neue Verlustmeldungen ein…

Sperrfeuer! Die Hülle bruzelt unter einem Streifschuss. Supraleitung auf Feld-Leitwerk X3/X4 bricht zusammen! EM-Schilde auf 78%! Der Ionen-Sturm zerknistert die Funkverbindungen. Nur die Schwerkraft-Sensoren liefern noch Bilder. Kompensator 6 springt an. Uff … zum Glück kein größerer Schaden. Dein linker Flügelmann hat weniger Glück… ach, X’arran’chi… machs gut, Alter… du ballst deine vier Finger zur Faust als letzten Gruß…

“Kapitän Eins-acht an Staffel vier-eins bis fünf-acht…” und wer von euch noch übrig ist: “Angriff auf den Vektoren A17, 18 und 19! Daten kommen jetzt…” Verdammt! Du musst so viele reinwerfen, sonst merken sie, dass es ein Ablenkungsmanöver ist!

“Eins-acht an drei-eins bis vier-acht: Ihr gebt ihnen Feuerschutz! Partikel-Beschuss und Cluster-Bomben auf Sektor M3 und M4 legen. Dann verzögern, prograd versetzt. Bei Ausfällen sofort aufschließen. Daten kommen jetzt…” Das ist massiv genug. Hoffentlich bleiben dir noch welche für den eigentlichen Durchstoß.

“Staffel sechs-eins bis acht-acht: Feind auf Vektor A20 abfangen! Daten kommen jetzt…” Damit haben sie sogar eine kleine Chance… du kannst deine Jungs nicht einfach verheizen. Jetzt zu dir selbst:

“Staffel eins-eins bis zwei-acht…” Bei allen Krokodilen, wir sind bloß noch acht!”… wir bleiben zurück, täuschen B2 an, und brechen auf Vektor B3 durch! Daten kommen jetzt…”Da ist die dickste Suppe, beim Xi, ich weiß!”Macht’s gut Jungs! War mir eine Ehre mit euch zu fliegen!”

Dann die Erlösung!

“Staffel eins-acht ist time-out! Heiliges Xi, das gibt’s nicht! Staffel eins-acht ist time-out! TIMEOUT!!”

Ein unbeschreiblicher Jubel lässt die Jagd-Clan nach dieser Durchsage erzittern. Die Reste der Staffel, die Sand-Echse, die Zahn, die Fangschuss, die Sturzflug sind aus dem Ereignis-Horizont der Abwehr gekippt! Das heißt in der Sprache der Flieger: Hi, ich bin dir davon geflogen! Du kannst nichts mehr machen…

Das Gespür für die richtige Flugbahn… der Wachhabende ist bei der Prüfung durchgefallen. Aus der Traum vom Fliegen. Jetzt sitzt er hier und managt die Hangars. Aber Kapitän Eins-acht hat es drauf! Hat das einzige Fenster gefunden, das die Abwehr übersehen hat. Um das zu bestätigen, brauchen die Groß-Computer nachträglich eine halbe Stunde Rechenzeit. Einfach unglaublich!

Dann geht alles ganz schnell…

Bevor der Wachhabende dazu kommt, sich die Erlebnisse von Kapitän X’Ragan weiter über sein Neuro-Link in die Großhirnrinde schießen zu lassen, blinkt eine Meldung auf seinem inneren Display auf. Der Zentral-Computer stellt Codes routinemäßig durch, wenn sie nicht zum Standard-Protokoll gehören.

Mit den Zugangs-Berechtigungen ist alles in Ordnung. Trotzdem traut er seinen Augen nicht. In Hangar 6 wird eine X’ingu gefechtsklar gemacht! Es ist die Sand-Echse. Er checkt die Mannschafts-Listen. Mit dem letzten Transporter sind zwei Fähnriche hoch gekommen.

“Eins-drei-eins-acht Sand-Echse, hier ist der WO, Identifizierung nach Protokoll P3. He, was geht ab bei euch? Ich dachte ihr seid alle unten bei der Fete!? Eins-drei-eins-acht kommen!”

“Hier eins-drei-eins-acht Sand-Echse. Erster Fähnrich der Hangar-Mannschaft eins-acht meldet sich zur Stelle! P3-Code kommt… Was wir hier machen?? Unseren sauer verdienten Freigang verplempern natürlich! Kapitän eins-acht X’Ragan ist unten im Hauptquartier geblieben.”

“Ihr macht gerade eine X’ingu scharf! Für einen Bodeneinsatz! Hallo!? Wenn ihr dort unten bloß falsch einparkt, ist der halbe Planet hin.”

“Kann ich vielleicht was für den Blödsinn, den sich die Bonzen für ihre Partys ausdenken, du Sessel-Furzer? Du hast die Order gelesen. Vielleicht braucht der Admiral noch was zum Nachwischen. Frag ihn doch selber, wozu er unten eine X’ingu will!”

Der WO seufzt. Für diese Bemerkung kann er dem Fähnrich ein Disziplinar-Verfahren anhängen. Für jeden anderen das Karriere-Aus. Aber er weiß, was in diesem Fall dabei rauskommt. Eine Extra-Schicht und Schluss. Nicht mal ein Eintrag in die Akte. Dafür kann sich der WO über den originellen Zunamen Sessel-Furzer freuen, und zwar den Rest seines Lebens. Wo er den wohl her hat? Flieger können sich alles erlauben! Aber er ist nicht wirklich sauer. Flieger retten ihnen immer wieder das Fell. Unter hohem Blutzoll. Sie haben so wenige. Und er hängt an seinem Fell.

“Du, sei vorsichtig Bürschchen! Das gibt noch eine Abreibung…“, grollt er und bleckt die Fangzähne. Dann denkt er darüber nach: Man teilt keinen kostbaren Lebensraum. Eine eroberte Bevölkerung dezimiert man standardmäßig über den versorgungstechnischen Kollaps. Was passiert mit großen Metropolen, wenn man Wasser und Energie kappt? Genau! … Den Rest besorgen Plünderungen, Seuchen, der ganze Domino-Effekt eben. Zugegeben, hier ist die Kultur primitiv genug, dass man sie so nicht destabilisieren kann. Man wird nachhelfen müssen. Aber eine X’ingu? Nein, hier geht es um Clan-Politik. Irgendwer will ein möglichst großes Stück vom Kuchen und zeigt Präsenz. Hoffentlich nur Imponiergehabe!

„Ist doch Blödsinn, das mit dem Nachwischen! So was machen unsere Gen-Techniker… Ich werde eure Order auf jeden Fall überprüfen. WO Ende.”

“Mach das. Hoffentlich ist sie falsch! Dann schaff ich’s vielleicht noch ins Finale der Championship für Pioniere. Und was die Abreibung angeht: jederzeit! Eins-drei-eins-acht Sand-Echse Ende.”

Der WO gibt die Startfreigabe an die Raumüberwachung durch und sieht dem Start der Sand-Echse über die Außenkameras zu.

Elegant kippt das 788-Ellen lange Schiff ab und stürzt zum Planeten. Stromlinien-förmig, obwohl es nicht für die Atmosphäre gebaut ist. Aber was innerhalb des Sternsystems wie Vakuum aussieht, hat im Kampf bei Lichtgeschwindigkeit die Eigenschaft eines Sandstrahl-Gebläses. Wenn ein Staubkorn die Aufschlagswucht einer Pistolen-Kugel entfaltet, müssen die Disruptor-Schilde entsprechend stark sein. Sie zerlegen Materie in Kernbausteine und die elektro-magnetischen Schilde leiten das Plasma großräumig ums Schiff. Den Rest besorgen die Quaddrupol-Schwerefelder. Brocken bis zur Größe eines Hauses werden vorher von Laser-Batterien in Millisekunden pulverisiert. Wer braucht da noch Angriffs-Waffen? Allein die passive Abwehr kann dort unten ganze Städte einäschern. Nicht, dass es schade darum wäre! Alles Stahlbeton. Der WO stößt ein verächtliches Schnauben aus.

Sie überfliegen gerade einen Ozean, unendliches Blau unter einem einzigen weißen Wolken-Strudel. Hinter dem Horizont-Bogen taucht ein brauner Kontinent in Form eines Schulter-Blattes auf: endlose gelbe Steppen mit weiß behauchten Bergen, grüne Regenwälder an riesigen Strömen mit seltsamen Tieren, Sand-Echsen, aber im Wasser lebend und mit vier statt sechs Beinen, Herden von langbeinigen, gelb-braun-gefleckten W’nabus, aber mit zehn Ellen langen Hälsen, und Kolosse auf vier Säulen mit zwei Schwänzen, einen vorne und einen hinten. Der WO hat alle Berichte gesehen: das perfekte Homeland.

Open Range Burgen zu bauen, einen Jagd-Clan zu gründen und Kinder großzuziehen! Neidisch sieht der WO die Sand-Echse kleiner werden und im Blau-Weiß des Planeten verschwinden.

Dann seufzt er wieder. Die Dienstvorschrift ist eindeutig. Alle Vorkommnisse außerhalb des Standard-Protokolls sind zu melden. Er überlegt, was schlimmer ist. Seinen Vorgesetzten zu wecken? Oder ihn aus dem illegalen Endkampf um die Meisterschaft der Pioniere zu holen?

Deshalb entscheidet er sich gegen den direkten Ruf und für eine Memo der Dringlichkeits-Stufe zwei. Damit hat er das Problem vom Hals. Die Clans und ihre Intrigen! Wir halten auch nur unter äußerem Druck zusammen… wie jetzt gegen die Liga denkt er und wendet sich wieder seinem Holo zu.

Durch! Du bist durch! Durch!!

Das Prasseln und Jaulen hat schlagartig aufgehört. Hinter dir verschiebt sich das Universum mit deinen Verfolgern ins unendliche Rot. Jetzt können sie deinen Hintern nicht mehr heiß schießen… Dafür fällt dir die Kampfstation mit 99,999% der Lichtgeschwindigkeit entgegen. Und dazwischen liegt: nichts! Der Weg ist frei!

“Eins-acht an Staffel eins-eins bis zwei-acht: Status!”

Beim Alten Drachen! Wir seid nur noch vier! Und gleich ist es mit der himmlischen Ruhe vorbei.

“Eins-acht, Achtung: Sperrfeuer der Boden-Abwehr in Minus 78 Sekunden. Fangschuss-Distanz bei Minus 284. Torpedos klarmachen!”

Minus 178. Zufallsgenerierte Ausweichmanöver bei 100%. Noch knallt das Meiste an dir vorbei….

Minus 121. Partikeleinschläge in Y2/Y3. Front-EM auf praktisch Null deformiert. Disrupter bei 110%. Schwerkraft-Kompensatoren überlastet. Du wirst in deinem Sitz umher geschleudert wie eine Puppe…

Minus 75. Volltreffer! Die zwei-vier Zahn verschwindet vom Schirm.

Minus 24.     ”knister…eins-fünf Stur… krietsch …in getroffen… kratsch … Schleichflug… knister…” Aus. Die Sturzflug muss aufgeben.

Minus 15. Feuerleitsequenz: ein. Rohre 1-4: je zwei Grätenbrecher. Gefechtsköpfe: scharf…

Minus 8… 7… Treffer auf  Y3: EM bricht zusammen… 5… 4… heftige Erschütterungen. Gleich verlierst du das Bewusstsein… 2… 1… Feuer! Die Abschüsse dröhnen durchs Schiff.

Plus 2. Abdrehen! Vollschub antispin…

Plus 11. Auf  Schleichflug gehen. Alle Systeme Not-aus. Chemische Motoren verwischen Geschwindigkeits-Vektoren. Feind kann nicht extrapolieren. Nur passive Raum-Ortung läuft…

Einschlag der Grätenbrecher bei plus 214 Sekunden.

Plus 25. Diese Ruhe… himmlisch… ob Vorkennan’xi es geschafft hat?

Ja! Ja! Es gibt zwei-acht Kennungen. Er hat seine Grätenbrecher auch abgeschossen. Leider ist jetzt Funkstille, wegen Feind-Ortung.

Plus 78. Ein Blip nach dem andern verschwindet vom Schirm… 11… 10… Mann, ist die Bodenabwehr gut! Die Grätenbrecher legen nämlich noch drei 9er zu. Fliegen Ausweichmanöver jenseits der Materialfestigkeit! Werden praktisch nur von ihren Feldern zusammen gehalten… aber einer reicht! Ein Torpedo! Zehn Tonnen Anti-Materie reichen…

Plus 156. Noch sieben Blips… Da! Das Flag-down-Signal! Sie geben auf! Wollen kapitulieren… Du gibst die Abbruch-Sequenz frei – zögerst – deine Hand schwebt über der manuellen Bestätigung…

Mal ehrlich: Wer eben einem Sand-Krokodil aus der Klappe gehüpft ist, macht der Gefangene?

Du drückst. Es ist sowieso zu spät. Die Zeitverzögerung…

Plus 211. Die passive Ortung schaltet ab. Dafür fahren die Schild-Generatoren wieder hoch. Wegen dem, was gleich kommt…

Plus 214. Einschlag!! Der Gamma-Zähler knallt über den roten Bereich.

Gut, dass deine Eier zuhause eingefroren sind…

Der Wachhabende unterbricht das Holo schweißgebadet. Er atmet tief ein und aus. Der Rest ist Geschichte: Die Kampfstation radioaktiver Staub. Die tödliche Falle aufgebrochen. Kapitän Eins-acht X’Ragan der Held der Stunde. Und die Bahn zum inneren Planeten von System XQB125 frei: Zu dieser schönen, blauen Perle, die ihre Bewohner Erde nennen.

Ende

Copyright (c) 2012 by Carl Reiner Holdt

Bildrechte: Coverillustration “Invasionsgeschichten1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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Holdt, Carl Reiner
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Letzte Preisänderung am 08.10.2011
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Erscheinungsdatum :      31.12.2011
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„Der Himmel im Schwarzwald ist immer schwarz, kein städtisches Streulicht, nur Sterne. Normalerweise. Jetzt wurden die Sterne von einem runden Schatten gefressen, bis der ganze Himmel über Reuters’ Haus verschwunden war. Der Sieger war angekommen.“

Die Erde ist Zankapfel zweier galaxisweit konkurrierender politischer Systeme, der Liga und dem Kaiserreich der R’rall. Major a. D. von Reuters, Kampfpilot und Gentleman der alten Schule, hätte im Traum nicht gedacht, welche Dienste der Kavalleriesäbel seines Ur-Großvaters ihm noch leisten würde, als er zwischen die Fronten gerät. Er erobert im Duell mit einem R’rall -Admiral einen Ring, der als Insignie der Macht gilt. Mit diesem Ring, einer Truppe von Freischärlern und einer 320-jährigen Liga-Agentin schafft er das scheinbar Unmögliche: die Befreiung der Erde.

Lokalkolorit, packende Kampfszenen mit ausgefeilter Nano-Technik, erotische Begegnungen der dritten Art und eine erstaunliche Interpretation der Geschichte von Luther und Napoleon machen diesen Sci-Fi-Thriller zum faszinierenden Gesamtkunstwerk.

Carl Reiner Holdt wurde 1958 in Rom geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Allchemie arbeitete er als Gärtner, Krankenpfleger, Erzieher und Lehrer. 20 Jahre verbrachte er im Kloster. Seit sieben Jahren ist er verheiratet und lebt heute in der Nähe von Tübingen.

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