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Archiv für Januar 23rd, 2012

NEWROPA – Science Fiction Roman von Michael Pick (Textauszug) (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 1/2012)

Erstellt von Detlef Hedderich am 23. Januar 2012

NEWROPA

Science Fiction Roman

von

Michael Pick

(Textauszug)

Auf Sirius` persönlicher Landkarte war Taranjuk ein blinder Fleck. Es wäre klug gewesen, Meyer intensiver nach dem Auftrag und der Stadt zu befragen, doch der Leiter des Geheimdienstes war in den Tagen vor Sirius Abreise merkwürdig zurückhaltend. Gut sollte Sirius der Aufenthalt unter Menschen tun. Alles, was Meyer zum Reiseziel über die Lippen kam, war, dass Taranjuk im Sommer einer altmodischen zinnernen Badewanne glich. Mit dieser Aussage war wenig anzufangen. Vielleicht war gemeint, dass die Menschen aus allen Richtungen in die weitläufige Senke unter der Lena strömten. Allerdings dürfte die alte Königin Sibiriens heute nicht mehr als ein Rinnsal sein.

Sehr wahrscheinlich, vermutete Sirius, war der Metroknotenpunkt Taranjuk zu keiner Zeit erfrischender als irgendein anderer Ort im Untergrund. Meyer aber tat, als wäre es ein Heiligtum, ein Erlösungsort. Wohlmöglich lag es daran, dass die Stadt früher, vor der Sonnenexploration, ein Weltraumbahnhof gewesen war. Einen knappen Kilometer nördlich der Stadt waren vor mehr als einhundert Jahren die Sojus-Raketen der Russischen Förderation ins All gestartet. Ein Ort, an dem die Sehnsucht schon immer zu Hause gewesen war. Meyer hatte Sirius wissen lassen, dass man ihn dort erwartete.

Als Sirius seinen Fuß auf den Bahnsteig setzte, jaulten die Klimaanlagen wie Sirenen bei einem Bombenangriff. Die Luft flimmerte. Über die Senke zwischen seinen Schulterblättern floss der Schweiß wie früher die Lena nach der Eisschmelze. An seinem Poloshirt, unter der pastellfarbenen Jacke mit Schulterpolstern, gab es jedenfalls keine trockene Faser mehr.

Mit einem wimmernden Ton verabschiedete sich die Metro, mit der Sirius gekommen war. Eine Wolke glühendheißer Luft zog ihr wie ein Schweif hinterher. Schweißtropfen sprangen von Sirius` braunen Haaren, krauchten über die vernarbte Haut, bis sie sich in den kurzen Stoppeln an Wange und Kinn auflösten.

Im schwachen Dämmerlicht lagen zwei Bahnsteige vor ihm. Ein weißes Schild mit einem großen, kohleschwarzen A hing zwischen einem Getränke- und einem Süssigkeitenautomat. Ein Bahnhof wie es ihn in tausend anderen Untergrundstationen gab, und dennoch war hier etwas sonderbar. Es dauerte einen Wimpernschlag, bis Sirius begriff, dass sich außer ihm nur zwei Personen im Gebäude befanden.

Im schalen Licht der Bahnhofslaternen erwartete ihn ein Pärchen. Den Mann erkannte Sirius sofort. Sein Name war Stanislaw Fedorow. Zuletzt hatte Sirius ihn, vor einem Jahr gesehen. Fedorow als Leibwächter von Präsident Salusconi; und Sirius der Pilot der EUROPE, der Metro des Staatsoberhauptes. Sirius hatte einen Unfall verursachen müssen, bei dem der Präsident um ein Haar tödlich verunglückt wäre. Die Angelegenheit hatte einen Riesenwirbel verursacht. Fedorow verlor wegen der Sache seinen Job. Aber Sirius Verlust war größer gewesen. Irgendwie verlor man andauernd etwas.

Fedorow stand wie ein Stier auf dem Bahnsteig, breitbeinig, den feisten Nacken bis unter die Ohren geschoben. Sein Gehabe wirkte umso lächerlicher, als der Mann gerade so groß wie ein durchschnittlicher Elfjähriger war. An einem Typ wie Fedorow biss sich die Zeit die Zähne aus. Das kantige Gesicht mit dem spitzen Kinn wie frisch aus einer Brotbackform gepresst. Wenn er lachte, entblößte er schiefe, gelbe Zähne. Der schwarze Rollkragenpullover dämmte mühsam die Muskelberge und jeden Augenblick war zu befürchten, dass die Nähte platzten. Sport war eine von vielen Aktivitäten, die Sirius gleichgültig ließen.

Fedorows Begleiterin lehnte an einem Stützpfeiler. Die blonden Haare schimmerten im fahlen Licht. Sie hatte es kurzgeschnitten, aber nicht militärisch. Der angedeutete Mittelscheitel glich einem zugewachsenen Dschungelpfad. Zwei, drei Strähnen fielen über die glatte Stirn bis zu den hellblauen Augen, deren Blick missmutig auf Sirius lag. Sie trug Jeans und ein frostblaues T-Shirt.

„Savic“, Fedorow spuckte den Namen auf die grauen Betonplatten.

Sirius hievte die Reisetasche über die Schulter, „Fedorow. Welche Überraschung.“

„Nicht für mich“, Fedorows Oberlippe bleckte wie ein Schäferhund, der seinem Gegner zur Begrüßung die Schneidezähne zeigte, „ich wusste, dass wir uns wegen der Sache mit Salusconi wiedersehen. Da ist einiges offen geblieben. Es war ein verdammt guter Job beim Präsidenten.“

Die Blonde räusperte sich. Fedorow schürzte die Lippen und glotzte wie eine Scholle. Er stellte die Frau als Elena Hammarby vor.

„Ich habe alles über Sie gehört“, sagte sie mit der Betonung auf ALLES. Dann streckte sie Sirius demonstrativ nicht die Hand hin.

„Tatsächlich? Ich hoffe, nicht nur Fedorow hat von mir erzählt.“

„Seien Sie froh, dass er es getan hat. Seine Beiträge waren noch am schmeichelhaftesten. Wo haben Sie Ihre Klamotten her? Frisch von einer Zeitreise? Oder halt“, sie zupfte an den Schulterpolstern von Sirius Jacke, „das Zeug war hoffentlich nie modern.“

Fedorow grunzte. Er wirkte sehr zufrieden.

„Wir sollten jetzt gehen. Der General wartet nicht gerne.“

Das Bahnhofsgebäude gähnte öde. Am Ausgang lungerten zwei Sicherheitsbeamte, der kleine runde Platz und der Tunnel davor waren leergefegt, als hätte alles Lebende diesen Ort verlassen. Sirius fragte sich, wo sich die Menschenmassen versteckt hielten, die angeblich Taranjuk zu dieser Jahreszeit überrennen sollten. Oder war es nur die falsche Tageszeit?

Vor der Metrostation parkte ein ETSIEBEN, ein Elektrotransporter der mittleren Kategorie, viersitzig, kastenförmig. Als Fedorow ihn startete, surrte der Motor wie eine Katze und die kleinen breiten, schwarzen Reifen zitterten. Sirius verstaute seine Tasche im Frachtraum. Er setzte sich zu Hammarby auf die lederbezogene Rückbank. Die Frau duftete nach Erdnüssen, die Flanken der klobigen Nase bebten, als scheuten sie vor seinem Geruch.

„Wissen Sie“, sagte Sirius, „mein Abteilungsleiter ist ein merkwürdiger Mensch. Manchmal redet er tagelang nicht oder verschweigt das Wichtigste. Von Ihnen zum Beispiel hat er mir nicht erzählt. Im Vergleich dazu, faselte er von einer bedeutenden Mission in Taranjuk. Lebenswichtig. Fast hätte er mich neugierig gemacht.“

Sirius erinnerte sich lebhaft an die zuckenden Finger von Meyer, als dieser von dem Auftrag berichtet hatte. Abteilungsleiter Meyer war ein Kerl von einhundertzwanzig Kilogramm und zeigte für gewöhnlich das Gemüt einer dösenden Riesenschildkröte.

„Er wird seine Gründe gehabt haben“, Hammarby zog einen Bleistift aus ihrer Hosentasche und kaute darauf herum.

„Sicherlich.“

„Es ist Colonel Fraziers Aufgabe, es ihm zu sagen“, mischte sich Fedorow ein, während er den Transporter aus dem Haupttunnel in eine Seitengasse steuerte. Dieser Tunnel war kaum breiter als der ETSIEBEN und dürftig beleuchtet. Seitdem die Menschheit wegen der gestiegenen Sonnentemperatur unter die Erdoberfläche flüchten musste, war Licht eines der größten Probleme.

„Ihm WAS zu sagen?“, aber die ohnehin dünne Unterhaltung war eingeschlafen und das Surren des Transporters bedeutete das einzige Geräusch, das die Stille begleitete. Die Scheinwerfer des Wagens bestrahlten die Wände mit einem diffusen Licht.

Nach einhundert Metern wurde der Transporter langsamer, ohne dass Sirius einen Grund dafür ausmachen konnte. Zwischen handbreiten weißen Linien, die ein Quadrat auf den Boden zeichneten, blieb der Wagen stehen und Fedorow wandte sich Sirius zu.

„Anschnallen und festhalten.“

Sirius kniff die Augen zusammen und stutzte über Fedorows sonderbares Ansinnen. Er bemerkte, dass Hammarby tatsächlich einen Gurt über ihren Oberkörper streifte. Die Angelegenheit klärte sich, als über ihnen eine Deckenplatte verschoben wurde und der Transporter samt der Platte, auf der er stand, empor stieß, als wäre er ein Helikopter oder wenigstens ein Fahrstuhl. Sirius, der mit einer solchen Boshaftigkeit nicht gerechnet hatte, kugelte über die Rückbank, bis er mit dem Kopf in Hammarbys Schoß landete.

„Haben Sie noch alle Blätter am Baum?“, Sirius spürte kleine, harte Fäuste in seinen Seiten.

Soweit er begreifen konnte, befanden sie sich in einem engen Schacht, der steil nach oben führte. Es war stockdunkel, was besonders unangenehm war, denn so konnte er Hammarbys Fäuste nicht sehen, die pausenlos auf ihn eintrommelten.

Fedorow knipste die Innenbeleuchtung des ETSIEBEN an. Als er Sirius auf Hammarby liegen sah, lachte er auf. Hammarby schnaufte und versuchte Sirius an seinem Kopf fortzustoßen, was dazu führte, dass sich die Verwicklungen verkomplizierten. Endlich gelang es Sirius, sich zu befreien.

„Machen Sie so was nicht noch einmal“, grunzte Hammarby und blitzte Sirius gewittrig an.

„Gewiss“, sagte Sirius und setzte sich gerade hin.

Die Elevation des ETSIEBEN fand ein Ende. Unvermutet strahlte Licht von Deckenlampen und über Wandreflektoren in den Transporter. Sie befanden sich in einer Halle mit hoher Decke. Fünfzehn Meter oder mehr, schätzte Sirius. Die Höhe wirkte, als befände sich ein Himmel über ihren Köpfen.

Fedorow steuerte zwischen Bergen von Paketen hindurch, die sich links und rechts von ihnen bis unter die Decke türmten, als hätte er nie etwas anderes getan. Bei der Halle könnte es sich genauso gut um das Lager eines Exportunternehmens handeln, dachte Sirius.

„Willkommen in der Dockstation“, rief Fedorow nach der ersten Linkskurve.

„Dockstation von was?“

„Er hat wirklich keine Ahnung“, sagte Fedorow, „das kann ja noch lustig werden. Ein Pilot, der die Richtung nicht kennt.“

Ich könnte immer noch umkehren und zurückfahren, dachte Sirius. Graubraune Pakete in unterschiedlichen Größen, wo auch immer er hinsah. Hammarby schwieg wie ein Stein. Hinter einer Pappwand schälte sich ein Container heraus, vor dem der Transporter zum Stehen kam.

„Wir sind da“, erklärte Fedorow.

Hammarby sprang aus dem Transporter und hämmerte gegen die Stahltür. Der Container war aus Blechplatten zusammengeschweißt und nachlässig weiß gespritzt, als wäre er sich seiner provisorischen Funktion bewusst. Auf der Tür klebte ein kleinkariertes Papier mit der Aufschrift: Colonel Connor Frazier. Ein schnittiges „Herein!“ donnerte durch das Metall.

Hinter der Tür war es schummrig, sodass Sirius nur grau und hell unterscheiden vermochte. Rechts von ihnen sprang schattenhaft ein Schreibtisch aus dem Dunst. Fedorow, in strammer Haltung, erstattete augenblicklich Bericht und gab Sirius Gelegenheit, den Offizier hinter dem Schreibtisch näher zu betrachten. Er schätzte ihn auf Mitte Vierzig, dem Ende der Dekade näher als dem Anfang. Sein Gesicht sah aus wie die gezeichnete Karte eines Schlachtfeldes. Aus dunkler Haut blitzten braune Augen wie zwei Artilleriebattalione. Tiefe Gräben durchzogen die Stirn und verliehen dem Antlitz den erforderlichen strengen Anstrich. Weiter unten lagen Lippen wie wulstige Infanterieregimenter in Reserve, dunkelrot gewandet, überschattet von einer knorpeligen, weitläufigen Nase als Reiterei. Hautkrater, wie sie Sirius aus den Lehrbüchern über Pockennarben kannte, puderten das schwarze Gesicht. Ein Schlachtfeld gespickt mit Einschüssen.

Stanislaw Fedorow beendete seinen Bericht, indem er auf Sirius zeigte. Der Colonel wirkte unzufrieden, aber das mochte ein Dauerzustand sein.

„Ich kann Sie nicht leiden, Savic. Ihr Ruf ist miserabel. Ich hätte Sie wegen der Sache mit Präsident Salusconi eher umgebracht, als Sie mit auf diese Mission zu nehmen, aber Sie sind mir von oberster Stelle aufgezwungen worden“, die klare Stimme erhob sich laut in dem Raum, als spräche er zu hundert statt zu drei Personen. Die braunen Augen blickten Sirius trocken an. „Ich sage es, damit wir klar sind.“

„Sonnenklar. Besser als ein verlogenes Willkommen“, konstatierte Sirius. Er kannte diese Reaktion zu Genüge. Der Unfall, den er mit der EUROPE verursachen musste, ging damals durch alle Medien. Selbstverständlich die offizielle Version, die mit der Wirklichkeit soviel gemein hatte wie Sirius mit einem blondierten Strahlemann.

„Um was für eine Mission handelt es sich?“

Der Colonel blickte Sirius mit einem seltsam gespannten Ausdruck an, als wäre er zufrieden, einen Wissensvorsprung zu haben.

„Damit wir uns von Anfang an verstehen, Sie unterstehen meiner direkten …“

Ein Schrei unterbrach den Colonel. Ein zweiter folgte. Direkt vor dem Container. Etwas oder jemand schlug gegen die Tür. Der Colonel sprang auf und warf Fedorow einen besorgten Blick zu. Hammarby dagegen schienen die Geräusche nicht zu beunruhigen, sie lehnte an der Containerwand, als wäre sie kurz davor, sich zu Tode zu langweilen.

Die Tür wurde aufgestoßen und eine kleine, schwarzhaarige Frau stürmte in das Büro. Mit dunkelbraunen Hotpans und einem Trägerhemd, das sich eng um ihren knabenhaft schlanken Körper schmiegte, sah sie aus, als käme sie direkt von einer Tanzvorstellung. Schulterlange Haare fielen in leichten Wellen bis über die Scapula. Sie blickte kurz um sich, blieb eine Zehntelsekunde länger an Sirius hängen, richtete den Oberkörper auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Sirius prüfte aus Gewohnheit, empfand aber keinerlei körperliche Erregung bei ihrem Anblick. Er fühlte sich wie ein Eunuch, auf jeden Fall furchtbar alt.

„Sie müssen diesen Idioten von mir fernhalten“, rief das Mädchen Colonel Frazier zu.

Die Sprecherin rückte den Stuhl, der an der gegenüberliegenden Seite von Fraziers Schreibtisch stand, drehte ihn mit der Sitzfläche zur Tür und setzte sich. Obgleich sie allem Anschein nach auf der Flucht war, wirkte sie jetzt ruhiger als Fedorow, dessen Gesicht, seit die Frau den Container betreten hatte, von tiefer Röte überzogen war.

„Was soll das Theater, Dominic?“, der Colonel schien nicht überrascht, mehr verärgert, vielleicht angesichts Sirius` Anwesenheit.

„Sie können machen, was Sie wollen. Ich werde mich von diesem Idioten nicht bespringen lassen. Mission hin oder her. Der ist so vollkommen schwanzgesteuert, dass in seinem Kopf ein zweites Spermalager eingerichtet sein muss.“

„Warum auch nicht“, rief ein junger Mann, der in der Zwischenzeit unbemerkt den Container betreten hatte. Gebaut wie ein Boxer, wie er Sirius unter T-Shirt und Jeans schien. „Praktisch wär`s allemal.“

Sein Mund reichte von einem Ohr zu anderen. Bewunderns-, fast schon beneidenswert, registrierte Sirius den dichten, blonden Haarwuchs des Neuankömmlings. Die Augen schimmerten im leichten Blau, marmorne Haut; die ganze Erscheinung gereichte einem griechischen Gott oder wenigstens einem schwedischen Hochspringer zur Ehre.

„Befehl ist Befehl, Dominic. Ich würde Ihnen vielleicht recht geben, wenn es nur Sie und Cedric betreffen würde. Aber so ist es nicht. Sie wissen das; Sie sind ein kluges Mädchen.“

Die Frau auf dem Stuhl, die der Colonel mit Dominic angesprochen hatte, verzog den Mund zu einem schiefen Lächeln.

„Ernsthaft, Colonel. Stellen Sie sich ein halbes Dutzend Kinder von Cedrics Intelligenz, äh, besser von Cedrics Nichtintelligenz, vor. Wenn das die Zukunft der Menschheit werden soll, dann wäre es besser, wir sterben aus. Schleunigst.“

Der Blonde, dessen Name Sirius mit Cedric vermutete, grinste verlegen oder betroffen oder beides.

„Sie vergessen“, der Colonel erhob sich, „dass diese Kinder zur Hälfte von Ihnen wären. Und jetzt möchte ich sie beide bitten, das letzte Mitglied unserer Crew zu begrüßen: Sirius Savic. Er ist Pilot und wird Elena Hammarby unterstützen.“

„Das wüsste ich aber“, grummelte Hammarby laut genug, dass alle im Raum es hören konnten.

„Willkommen“, rief Cedric und stakte auf Sirius zu. „Savic? Der Name kommt mir bekannt vor.“

„Er ist ein Idiot“, Dominic schüttelte den Kopf und sah den Colonel mit hochgezogenen Augenbrauen an. So, als wollte sie sagen, sie hätte es immer schon gewusst.

„Cedric ist nur dumm, Savic ist der Idiot“, ergänzte Hammarby.

„Savic“, als hätte Fedorow darauf gewartet, sich hervortun zu können, „hat vor einem Jahr beinahe Präsident Salusconi umgebracht“, Fedorow mühte sich wenig, seine Verachtung für Sirius zu verbergen, „er hat die EUROPE, die Untergrundbahn des Präsidenten, zum Entgleisen gebracht und dabei zehn Menschen getötet.“

„Sie haben nicht erwähnt, dass der Unfall Ihnen den Job gekostet hat“, Sirius hielt Fedorows Blick stand.

„Savic gehört zur Besatzung, ob es gefällt oder nicht. Hammarby, Sie zeigen ihm die NEWROPA. Und Elena“, der Colonel wirkte für Sirius` Geschmack eine Spur zu ernsthaft, „bringen Sie ihn nicht schon am ersten Tag um.“

Die blonde Frau grunzte, was alles bedeuten konnte. Sirius folgte ihr wie ein ertappter Hund, behielt aber die Augen geschärft, sofern seine Führerin es mit den Befehlen des Colonels nicht allzu sorgfältig nehmen sollte.

Die junge Pilotin verschlang den Raum mit ihren Schritten und achtete nicht darauf, ob Sirius mit ihr mithalten konnte. Sie liefen durch ein Labyrinth, dessen Wände gestapelte graubraune Pappkartons formten. Die Pfade, die diesen Pappdschungel durchdrangen, kannten nicht einen geraden Meter. Die Richtung änderte sich stetig, sodass der Benutzer nicht weiter als ein oder zwei Meter im Voraus schauen konnte. Am Ende verschwand gar der ganze Gang hinter einer graubraunen Kartonwand.

Sirius hatte gerade Zeit sich zu fragen, was wohl zu tun wäre, als Hammarby drei Kartons aus der Mauer stieß und auf diese Weise die Sicht auf eine Halle freigab. Ihre hochgezogenen Augenbrauen schienen eine Art Erlaubnis zum Eintritt. Im Vorbeigehen steckte Sirius einen Signalsender zwischen die Pakete. Nachdem er die Halle betreten hatte, schob Hammarby die Kartons wieder zurück in die Mauer.

(wird fortgesetzt)

Copyright (c) 2012 by Michael Pick

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-46-minus54.jpg” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Letzte Preisänderung am 03.11.2011
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Erscheinungsdatum :  09.11.2011

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