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Archiv für Januar 1st, 2012

INVASION – eine Kurzgeschichte von Yvonne Rheinganz

Erstellt von Yvonne Rheinganz am 1. Januar 2012

Invasion

eine

Kurzgeschichte

von

Yvonne Rheinganz

2012


Sie waren rasend schnell auf unser Territorium vorgedrungen. Unbemerkt hatten sie ihre Vortrupps und Späher eingeschleust, die schnell zu dem Entschluss gekommen waren, dass es auf diesem Gebiet viel zu holen gab. Sie waren nicht nur interessiert an natürlichen Ressourcen, sondern auch an chemischen Erzeugnissen. Doch auch die Erweiterung ihres Lebensraumes schien ihr Ziel zu sein, sonst wären sie nicht in so großer Zahl eingefallen.

Ich konnte es ihnen nicht verdenken. Das Klima war gut, nicht zu heiß und nicht zu kalt, nicht zu nass und nicht zu trocken. Keine Umweltgifte und genug Nahrung für alle.

Dies alles war mir vorher gar nicht bewusst. Immer wieder hatte ich etwas an meinem Territorium auszusetzen gehabt, vielleicht konnte ich deswegen die Eindringlinge nicht als das erkennen, was sie in Wirklichkeit waren: Invasoren. Niemals hätte ich gedacht, dass diese Wesen auch nur das geringste Interesse an meinem Lebensraum regten. Viel zu fremdartig erschienen sie mir. Wie hätte ich da auf Gemeinsamkeiten rückschließen können? Doch nun waren sie da und ich wurde sie nicht mehr los.

Widerwärtige Kreaturen mit riesigen Köpfen. Augen, die sich aus tausend einzelnen Augen zusammenzusetzen schienen. Die Glieder unverhältnismäßig lang. Hinzu kamen viele Beine mit fürchterlichen Klauen an den Enden. Der Mund an sich, vielmehr sollte ich ihre Fressleiste sagen war albtraumartig. Erstaunlicherweise schafften es diese unproportionierten Kreaturen, ein sperriges Gut, mit hohem Gewicht ohne Geräte und Werkzeuge zu transportieren. Dass sie auch noch im Dunkeln sehen konnten, machte das Ganze nicht minder schrecklich. Außerdem traten sie immer in Massen auf. Niemals habe ich sie alleine gesehen.

Nach kurzer Schockphase beschloss ich, mein Territorium nicht kampflos aufzugeben. Da ich zahlenmäßig vollkommen unterlegen war, verlegte ich mich gleich auf den Einsatz von Kriegsmaschinerie.

Zunächst griff ich auf biologische Kampfstoffe zurück. Leider schienen meine Gegner, dagegen vollkommen immun zu sein. Ich hingegen bekam eine Allergie, die sich gewaschen hatte, und kämpfte wochenlang mit verstopften Nebenhöhlen und eklig rot-nässendem Hautausschlag. Meine neue Gebläseeinheit hingegen erlangte gute Ergebnisse bei der Reduzierung meiner Feinde. Schnell konnte ich ganze Legionen beseitigen.

Seltsamerweise fand ich aber am darauf folgenden Tag immer wieder die gleiche Zahl an Feinden vor. Sie bewegten sich sogar auf denselben Wegen. Kurz um mit meiner Gebläseeinheit war langfristig kein Effekt zu erzielen. Ich verfiel darauf die Kreaturen mit heißen Flüssigkeiten zu übergießen, was ihnen einen schnellen und grausamen Tod bescherte. Aber auch hier erzielte ich keine langfristigen Effekte. Also verlegte ich mich darauf, chemische Kampfmittel einzusetzen. Diese hatten schließlich nur wenige Nachteile auf ihrer Seite. Sie schädigten Haustiere und kleine Kinder, verursachte Übelkeit und Durchfall.

Da dieser Zustand nicht beizubehalten war, ließ ich auch von dieser Art der Bekämpfung ab und verfiel stillschweigend in Verzweiflung. Ich sicherte zumindest meine Lebensmittel, um sie von möglichen Nahrungsquellen fernzuhalten. Ich verbot jedem, Lebensmittel mit einer hohen Verlustrate zu konsumieren. Doch schnell meuterten alle Einheimischen, da sie weder auf Chips, Salzstangen oder Kekse verzichten wollten.

Also griff ich zum letzten Mittel. Ich rief meinen obersten Vorgesetzten an und gestand ihm die Probleme auf meinem Territorium.

“Mensch Mäuschen, wenn du Probleme mit Ameisen hast, musst du einfach ihre Zugänge mit Silikon verschließen, dann verschwinden die ganz von alleine …“

ENDE

Copyright (c) 2012 by Yvonne Rheinganz

Bildrechte: Coverillustration “Invasionsgeschichten1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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