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Literatur-Blog

Archiv für Juli 27th, 2011

DER KORREKTURBUTTON – Eine phantastische Kurzgeschichte von Günther Kurt Lietz

Erstellt von Günther Lietz am 27. Juli 2011

DER KORREKTURBUTTON

Eine

phantastische Kurzgeschichte

von

Günther Kurt Lietz

Das war schon einer dieser einmaligen Zufälle, dass er diesen Button auf der Straße gefunden hatte. Er lag da einfach so herum – groß, rund und glänzend. Ein schöner Button. Und in poppigen gelben Buchstaben hatte jemand “Korrektur” auf den Button gedruckt. Lukas hatte ihn aus Neugierde aufgehoben und sich dann ans Shirt gesteckt. Er mochte Buttons. Und dieser hier brachte vielleicht Glück.

Und tatsächlich. Lukas war ganz überrascht. Der Button brachte Glück. Nicht im herkömmlichen Sinne. Nein, das nicht. Aber der Button hatte besondere Fähigkeiten. Magische Fähigkeiten. Er konnte Fehler korrigieren.

Lukas war durch Zufall darauf gestoßen. Er hatte bei Frau Weinerl morgens Brötchen gekauft. Zum Frühstück. Frau Weinerl fragte ob er drei Brötchen mehr wollte. Kostenlos, als Geschenk. Und Lukas sagte ja. Mit einem “Danke” hatte er die Bäckerei verlassen. Die kleine Papiertüte war prall mit den Brötchen gefüllt. Und kaum war er die zwei Stufen auf den Bürgersteig hinuntergegangen, da riss das Papier auch schon und die ganzen warmen Brötchen purzelten über den dreckigen Boden.

“Ach, es war ein Fehler drei Brötchen mehr zu nehmen.” Kaum hatte er den Gedanken ausgesprochen, da stand er schon wieder oben auf den Stufen und in seiner Hand die Tüte mit den Brötchen. “Aber was, aber nein, aber …” Lukas war verwirrt. Er sah in die Tüte hinein und – drei Brötchen fehlten. Der Fehler war korrigiert. Und das hatte der Button getan. Einfach so. Aber Lukas ahnte davon noch nichts.

Er wurde sich der magischen Kraft des roten Buttons mit der gelben Schrift erst richtig bewusst, als weitere Dinge in seinem Leben plötzlich korrigiert wurden. Lukas neigte dazu jedes Fettnäpfchen zu treffen, dass in seinem Weg stand oder auch daneben. Notfalls ließ ihn das Schicksal auch mal einen Umweg gehen, nur damit er mal wieder hineintrat. Doch die kleinen Fettnäpfchen, die kleinen Fehler in seinem Leben, die wurden korrigiert wenn er den Button angesteckt hatte. So wie an dem Morgen als er die Brötchen bei Frau Weinerl gekauft hatte.

Natürlich begann Lukas die Macht des Buttons zu ergründen. Er fand heraus, dass es für die Größe des Fehlers keine Grenzen gab. Auch Zeit spielte keine Rolle. Lukas musste in seinem Kopf nur an den Fehler denken und ihn ehrlich bereuen. Und es gab so einige Sachen, die er bereute. Vor allem seine Fehlentscheidungen. Und die korrigierte er nun.

Lukas war egal woher der Button kam. Oder warum ausgerechnet er ihn gefunden hatte. Stattdessen saß er in seinem neuen Büro, surfte durchs Internet und sah zu, wie seine Aktien im Wert stiegen. Die Schule zu schmeißen war ein Fehler gewesen. Und sein Leben änderte sich. Das Medizinstudium stellte sich als Fehler heraus. Und es wurde korrigiert. Einige Investitionen an der Börse waren große Fehler. Und der Button korrigierte sie. Die Sache mit dem Rennauto war sogar ein sehr schmerzlicher Fehler und wurde prompt korrigiert.

Die Macht des Buttons streichelte Lukas Ego und mit der Zeit verlor er den Bezug zur Realität. Er lebte ein Bilderbuchleben, konnte sich alles erlauben und hatte stets Erfolg. Das er manchmal mehrere Versuche brauchte, das erfuhr niemand. Das galt auch für Maritta, seine neue Freundin und Fotomodell. Der Button musste drei Tage lang die Fehler korrigieren, dann endlich hatte Lukas die Frau seiner Träume erobert. Maritta stellte sich allerdings als Fehler heraus, so wie viele andere Frauen auch. Jedenfalls war Lukas fest davon überzeugt und der Button korrigierte umgehend.

Und dann lernte Lukas Bea kennen, die süße Bedienung vom Café um die Ecke. Bea war niedlich, sensibel, hatte eine tolle Figur und Humor. Und sie betete den Boden an, auf dem Lukas wandelte. Immerhin machte er immer alles richtig und das imponierte Bea. Jedoch, irgendwann wurde sie Lukas langweilig. Wie alle anderen Frauen auch. Allerdings wollte sich Lukas noch einige Nächte gönnen, bevor er Bea als Fehler abstempelte.

Sein Verhalten änderte sich und das fiel Bea natürlich auf. Sie stellte ihn eines Abends zur Rede und Lukas’ Antwort war ein Lachanfall. Bea war natürlich verwirrt. Vor allem als Lukas freimütig erzählte, dass er jeden Fehler in seinem Leben korrigieren könne und sich niemand daran erinnern würde. Die Menschen seien für ihn wie Spielsachen. Bea war geknickt und gab ihm eine überraschende Ohrfeige. Lukas taumelte einen Schritt zurück. Er war vollkommen irritiert. Die Beziehung mit Bea war eindeutig ein Fehler gewesen den er bereute. Und trotzdem stand sie noch vor ihm.

Lukas war nun entsetzt und tastete an sein Hemd. Der Button war weg. Durch die Wucht des Schlages hatte er sich gelöst und war zu Boden gefallen. Vorsichtig bewegte sich Lukas auf den Korrekturbutton zu. Und das machte Bea wütend. “Du liebst dieses verdammte Ding mehr als mich!” Sie schrie ihn an, machte einen Schritt vor und hob den Button auf. “Du bist der größte Fehler meines Lebens!” Tränen standen in ihren Augen. Sie wollte den Button Lukas gegen den Kopf werfen. Doch Lukas war verschwunden. Alles war verschwunden. Bea stand in ihrer alten Wohnung vor dem Spiegel. Es war der Abend, an dem sie Lukas kennengelernt hatte. Bea starrte auf den roten Button mit den gelben Buchstaben, die Korrektur bedeuteten.

ENDE

Copyright 2011 by Günther Kurt Lietz

Bestelltipp der Redaktion:

BA/CH Button
‘Ach was soll ich Sünder machen?’

Verlag :      Bosworth
GTIN :      5020679577776
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Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
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Seiten/Umfang :      4,0 x 4,0 cm
Produktform :      Z: Ware (sonst.)
Erscheinungsdatum :      03.2011
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Button steht für Englisch ‘Knopf’, im deutschsprachigen Raum bekannt als Anstecknadeln bzw. -plaketten, mit denen man seiner Umgehung die eigene Gesinnung oder bestimmte Ansichten präsentieren kann. Bekanntestes Beispiel waren die ‘Atomkraft – Nein Danke!’-Buttons. Von Bosworth gibt es jetzt die ‘Classics’-Button-Serie, mit denen Sie Ihre musikalische Gesinnung präsentieren können.

Classics ist eine neue Geschenkartikelserie von Bosworth Music. Die Serie besteht bisher aus Kaffeetassen, Buttons, Kühlschrankmagneten und T-Shirts. Alle Classics wurden vom Leipziger Zeichner Schwarwel und der Agentur Glücklicher Montag entworfen.

Die Classics-Buttons sind von massiver Qualität und haben eine stabile Anstecknadel auf der Rückseite. Alle Buttons sind ca. 4×4 cm groß. Das Design des BA/CH-Buttons: Das Portrait des ehrenwerten Herrn J.S. Bach in bewährter Hard Rock-Manier, komplett mit Hörnchen und dem Zusatz ‚Ach was soll ich armer Sünder machen’ (Titel der Partita BWV 770). Auch der Namenszug ist stilecht in australischer Formatierung.

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DIE GESCHICHTE EINER SUCHE – Eine Kurzgeschichte von Ariana Lazar

Erstellt von Ariana Lazar am 27. Juli 2011

DIE GESCHICHTE EINER SUCHE


Eine Kurzgeschichte

von

Ariana Lazar


Sie konnte sich schon selber kaum daran erinnern, wann sie die Suche begonnen hatte, aber es musste zu der Zeit gewesen sein, als noch massive Eismassen das Land bedeckten während Mammuts, Riesenhirsche, Wollnashörner und Rentiere das Gesicht der Erde prägten.

Anfangs hatte ihr die Suche noch Spaß gemacht, es war ja alles neu für sie und es gab nur wenige Ihrer Art, auch wenn es viel mühsamer war, die wenigen Menschen aufzuspüren, als sie geglaubt hatte.

Die Zeit verging, es wurde einfacher Menschen zu finden, aber wohin sie sich auch wandte, wie sehr sie auch suchte, ihr war kein Erfolg beschieden. Alle schüttelten nur unwillig die Köpfe, drehten ihr den Rücken zu oder verscheuchten sie gar mit wild herumfuchtelnden Händen. Sie war eben zu klein, zu unbedeutend.

Unverdrossen suchte sie weiter, Tag um Tag, Jahreszeit um Jahreszeit. Wie viele Sommer und Winter inzwischen vergangen waren, vermochte sie nicht zu sagen, aber es mussten eine Unmenge sein, denn das Gesicht der Erde hatte sich drastisch gewandelt.

An Stelle der Mammuts, Riesenhirsche und Wollnashörner waren Blechkisten getreten, die die Luft verpesteten und in deren Innern Massen von Menschen durch das einst grüne Land reisten. Unzählige Menschen, so viele, wie niemals zuvor und doch war ihre Suche noch immer vergeblich, denn die Ablehnung, die ihr entgegen schlug, blieb immer gleich.

Mutlos saß sie dort oben auf ihrem Aussichtsplatz, hoch über den Dächern der steinernen Stadt, das Geläut der Glocken nicht achtend. Wieder einmal versuchte sie ihre andauernde Erfolgslosigkeit zu ergründen.

Was war es nur, dass sie anscheinend so grundlegend von den anderen ihrer Art unterschied? Denn auch ihresgleichen existierte in dieser neuen Welt in unfassbarer Menge. Oh, so viele von ihnen wurden geliebt und gehegt, gehätschelt und getätschelt. Es gab sie in allen Formen, kurz und lang, ausufernd und prägnant, gebunden und frei, gute und schlechte.

Nur sie, sie fand niemanden. Dabei war sie eher kurz und sie würde auch ganz bestimmt nicht viel Platz wegnehmen. Sie konnte sich prima kleinmachen. Ein winzig kleines Eckchen zum wohnen, mehr wollte sie doch gar nicht.

Ein tiefer Seufzer entrang sich ihr, dann erhob sie sich und wehte davon. Ein neuer Tag begann und mit ihm wie immer die winzige Hoffnung fündig zu werden.

Der erste Mensch, den sie an diesem Tag besuchte, lag noch in tiefem Schlaf, doch gerade, als sie es sich bei ihm gemütlich machen wollte, gab es dieses grässlich schrille und nicht enden wollende Geräusch. Der Mensch fuhr erschrocken hoch und ihr war sofort klar, dass sie HIER gleich wieder gehen konnte.

Würde sie eben bei dem Elektroladen um die Ecke reingucken, da war um diese Tageszeit nicht viel los. Bei dem Eigentümer brauchte sie es gar nicht erst zu versuchen, der hatte schon lange keine Träume mehr, aber vielleicht bei Gerd, von dem man sagte, er sei ein Tagträumer. Gerd war Azubi und in ein paar Tagen war die nächste Klausur fällig. Er zermarterte sich das Hirn bei dem Versuch, es mit den Physikfragen zu füttern und Yahminah drehte enttäuscht um.

Einige Zeit irrte sie ziellos durch die Straßen, bis ihr die Frau in dem Café gegenüber auffiel. Neugierig näherte sie sich. Claudia, die Kellnerin, starrte blicklos vor sich hin, es war einfach nichts los in dem Laden! Nachdem Yahminah die Lage gepeilt und erleichtert festgestellt hatte, dass diese Claudia gar nicht dachte, wagte sie es. Ein mutiger Hüpfer und … Bruchlandung! Mit sooo wenig Gehirntätigkeit hatte selbst Yahminah nicht gerechnet und ihr waren einige seltsame Menschen seit der Eiszeit begegnet! Wie sollte sie denn bitte ein Plätzchen für sich finden, wenn nur Vakuum vorhanden war??

Voller Empörung rieb sie sich ihre schmerzenden Teile, schenkte der Bedienung einen unbemerkt bleibenden vernichtenden Blick und stapfte hinaus.

Das war wieder einmal einer dieser Tage, der sie an sich und den Menschen zweifeln ließ.

Meine Güte, immer erwischte sie entweder die Falschen, den verkehrten Augenblick oder jemand ihrer Art war gerade da und verjagte sie!

Trotzdem kam Aufgabe schlicht nicht in Frage, sie hatte ja schließlich ihren Ehrgeiz und wenn Millionen ihrer Art, die viel mehr Platz beanspruchten, als sie selber, einen Platz gefunden hatten, dann würde sie das auch!

Als die Nacht hereinbrach, hatte sie wohl weit über hundert Mal ihr Glück versucht. Vergebens. Gelang es ihr kurzzeitig, sich bei jemandem niederzulassen, schien dieser Mensch nicht so recht zu wissen, was er denn mit ihr anfangen soll und vertrieb sie. Die Art der Vertreibung reichte von leichtem, etwas unwilligen Kopfschütteln, über ein paar kräftige Flüche bis zu aktiver Ignoranz. Einer schlug sogar heftig mit der Faust auf den Tisch, als er sie in der dunklen Ecke bemerkte und warf sie wutschnaubend hinaus.

Nach diesem Vorfall ging sie ein wenig behutsamer vor. Einige Male begegnete sie auch anderen ihrer Art, aber diese waren nur damit beschäftigt, ihre eigenen Plätze zu verteidigen und Höflichkeit hielt in dem Zusammenhang jeder für Zeitverschwendung, so dass sie dort von selbst schnell verschwand.

Die Nacht war schon weit fortgeschritten, die meisten Fenster dunkel und Yahminah war so müde, dass sie, ohne es wirklich zu bemerken, durch eines der wenigen, schwach erleuchteten Fenster in das im Halbdunkel dahinter liegende Zimmer taumelte.

Schon halb schlafend, ließ sie sich auf dem warmen, leuchtenden Monitor nieder und atmete tief durch. Was machte diese Frau da eigentlich? Warum lächelte sie so?

Zu spät bemerkte sie, dass sie nicht die Einzige ihrer Art in diesem Raum war. Überall um sie herum war ein Wispern und Raunen, das Zimmer war voll davon. Unzählige Wesen beobachteten jede ihrer Regungen, so dass sie ein unbehagliches Gefühl überkam. Vergangene Begegnungen dieser Art waren bisher immer negativ für sie ausgegangen.

Noch nie war Yahminah so vielen ihrer Art auf einmal begegnet und da nichts bedrohliches geschah, sah sie sich verstohlen um.

Es gab so viele Verschiedene! Da hockten Dicke neben Dünnen, Kurze schwatzten mit Langen, Gereimte diskutierten mit Ungereimten, Fröhliche plauderten mit Traurigen und Ernste philosophierten mit Komödianten. Es gab sowohl Fertige, als Unfertige und sie entdeckte sogar ein paar mehr oder weniger brummige Angedachte, die einen winzigen Winzling aus seinem Versteck locken wollten.

Eine neue Welt zeigte sich ihr im warmen Licht der Schreibtischlampe und ehe sie es richtig bemerkte, war sie auch schon mittendrin. Sprach mit Jenen, plauderte mit Diesen und vergaß eine Weile, dass sie müde und erschöpft war.

Stunden vergingen, bevor Yahminahs Blick wieder auf die Frau und damit auf den Monitor fiel. Dort stand in großen Buchstaben geschrieben:

Willkommen daheim, Yahminah!

Ihre Suche war beendet! Sie hatte ihn endlich gefunden! Den Menschen, der ihre Geschichte niederschrieb, denn Yahminah war eine Geschichte. Eine Geschichte auf der Suche nach einem Erzähler. Sie war am Ziel!

– Ende –

Copyright 2011 © by Ariana Laza

Bildrechte: Coverillustration “Märchen.jpg” (Originaltitel: nixe01.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Märchen-72-minus81-100.jpg” (Originaltitel: nixe01.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Kaufempfehlung der Autorin:

Otfried Preußler
Ich bin ein Geschichtenerzähler

Illustriert von Kimmerle, Michael / Koenig, Francis. Herausgegeben von Preußler-Bitsch, Susanne / Stigloher, Regine
Verlag :      Thienemann
Website: http://cms.thienemann.de/
ISBN :      978-3-522-20095-0
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,90 Eur[D] / 20,50 Eur[A] / 30,50 CHF UVP
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 21.09.2010
Seiten/Umfang :      272 S., mit Schwarzweißfotos – 20,5 x 14,4 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      18.01.2010

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Eine Begegnung mit dem großen Geschichtenerzähler!

„Die kleine Hexe“, „Der Räuber Hotzenplotz“ und „Krabat“ – die Bücher des Geschichtenerzählers Otfried Preußler sind in den Kinderzimmern auf der ganzen Welt zu Hause. Hier erzählt Preußler nun für seine erwachsenen Leser: von seiner Kindheit in Böhmen, von seiner Großmutter Dora, von seinen literarischen Vorbildern, vom Glück, Krieg und Gefangenschaft überlebt zu haben, von seinem Werdegang als Schriftsteller, von der Entstehung seiner wichtigsten Werke, von der besonderen Verantwortung, für Kinder zu schreiben – und zum Schluss macht er sich Gedanken über das Älterwerden und das Alter.

Dieses Buch ist keine Biografie und enthält doch viel Autobiografisches, denn die Figuren in Preußlers Büchern sind eng mit der Person verbunden, die sie geschrieben hat. In 38 Texten aus den Jahren 1972 bis 2009, die seine Töchter Susanne Preußler-Bitsch und Regine Stigloher zusammengestellt haben, gewährt Preußler Einblick in sein Leben und seine Werke, seine persönlichen Überzeugungen und seine Weltanschauung.

„Ich werde mitunter gefragt: Halten Sie es für richtig, Herr Preußler, den Kindern unserer Zeit, die ins dritte Jahrtausend hineinwachsen, noch Geschichten von Hexen und Wassermännern, von Zauberern, Feen und kleinen Gespenstern zu erzählen? Darauf kann ich nur antworten, dass ich das nicht nur für richtig, sondern für wichtig halte – für lebenswichtig, um es genau zu sagen.“ Otfried Preußler

Otfried Preußler wurde am 20. Oktober 1923 in Reichenberg/Böhmen geboren. Nach dem Krieg und fünf Jahren hinter sowjetischem Stacheldraht kam er nach Oberbayern. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Rosenheim, war bis 1970 Volksschullehrer und widmet sich seither ausschließlich seiner literarischen Arbeit. Sich selbst mit Vorliebe als Geschichtenerzähler bezeichnend, gilt er heute als einer der namhaftesten und erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Preußlers Kinder- und Jugendbücher haben inzwischen eine Gesamtauflage von über 40 Millionen Exemplaren erreicht und liegen in rund 260 fremdsprachigen Übersetzungen vor, seine Bühnenstücke zählen zu den meistgespielten Werken des zeitgenössischen Kindertheaters.

Regine Stigloher kam 1953 als eine der drei Töchter von Otfried und Annelies Preußler in Rosenheim zur Welt. Nach dem Abitur und dem Studium sowohl der Erziehungswissenschaften als auch der Germanistik war sie bei verschiedenen Verlagen als Lektorin tätig. Regine Stigloher ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, sie lebt und arbeitet im Chiemgau.

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