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Literatur-Blog

Archiv für April, 2010

SILVESTER IN DEN HIGHLANDS – Jugend-Story von Aileen P. Roberts

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. April 2010

SILVESTER IN DEN HIGHLANDS

Jugend-Story

von

Aileen P. Roberts

Für Silvester hatte Leslie eine große Party geplant und massenhaft Einladungen verschickt. John stöhnte schon die ganz Zeit und überlegte, wo sie die vielen Leute unterbringen sollten. Doch Leslie war unbekümmert und backte und kochte mit Hilfe von Mara leckere Sachen.

Am Vormittag des Silvestertages war John nach Lochinver gefahren, um noch mehr Getränke zu kaufen und kam später mit einem vollgepackten Auto zurück.

Sie räumten das Wohnzimmer leer, wandelten den Fernsehschrank in ein Buffet um, und dekorierten alles mit Luftschlangen und Ballons.

Mara überlegte die ganze Zeit, was sie anziehen sollte. Schließlich meinte Leslie, sie solle doch das neue Shirt von ihrer Tante mit ihrer schwarzen Jeans anziehen. Mara stimmte zu und Leslie war ganz begeistert, als Mara später umgezogen aus ihrem Zimmer kam.

»Hey, das steht dir echt gut, jetzt lass mal noch die Haare offen!«, rief sie aus und machte sich daran, Maras lange, dicke Haare zu bürsten bis sie glänzten. Dann war Leslie endlich zufrieden mit dem Ergebnis und nickte anerkennend.

Mara blickte kritisch in den Spiegel, musste dann aber zugeben, das sie sich einigermaßen sehen lassen konnte.

Gegen 22 Uhr trafen die ersten Gäste ein und jeder wurde mit einem Drink begrüßt. Einige Leute kannte Mara aus dem Dorf. Viele waren ihr jedoch unbekannt, aber alle waren sehr nett und unterhielten sich kurz mit ihr. Die Kinder wuselten aufgeregt zwischen den vielen Menschen herum.

Um 23 Uhr war das Haus gerammelt voll. Musik dröhnte aus der Stereoanlage, und überall war Lachen und Gerede zu hören.

Mara hatte schon zwei Gläser Wein getrunken und sich in den Sessel am Fenster zurückgezogen. Bei dieser Lautstärke und den vielen Leuten, die sich alle im schönsten schottischen Dialekt unterhielten, verstand sie kaum etwas. Sie setzte sich hin und beobachtete alles neugierig.

Die MacKinnons waren inzwischen auch gekommen, hatten Mara kurz zu gewunken und unterhielten sich gerade mit einem Mann, der etwa in Mr. MacKinnons Alter sein musste. Whisky wurde ausgeschenkt und man prostete sich zu.

Mara fiel ein großer junger Mann auf, den sie noch nie gesehen hatte. Er hatte dunkelblonde, etwas verwuschelte Haare, die ihm ins Gesicht hingen, und ein nettes Lächeln. Er stand mit John in der Tür und schaute immer wieder zu ihr herüber.

Leslie kam vorbei und fragte: »Alles okay, Mara? Langweilst du dich?«

»Nein, alles in Ordnung, es ist nur etwas anstrengend, sich bei dem Lärm in einer fremden Sprache zu unterhalten.«

»Das kann ich verstehen, manche sprechen auch noch Gälisch, das kann nicht mal ich richtig. Ich hatte es zwar in der Schule, war aber der Meinung, das sei nicht so wichtig. Aber verrate das Brian nicht, mittlerweile ist Gälisch wieder stark im Kommen!«, sagte Leslie grinsend.

Mara und Leslie unterhielten sich noch ein wenig, bis Leslie Mara lachend anstupste. »Schau mal, da interessiert sich jemand für dich!« Ihr Grinsen wurde noch breiter, während sie mehr oder weniger unauffällig in Richtung des jungen Mannes deutete.

Mara wurde rot.

»Wer ist das denn?«, fragte sie so beiläufig wie möglich.

»Das ist der Enkel von den MacKinnons, Ian heißt er, müsste jetzt ungefähr dreiundzwanzig Jahre alt sein. Ich habe ihn schon ewig nicht mehr gesehen, aber ich muss sagen, der hat sich rausgemacht!«, lächelte Leslie vielsagend. »Komm, ich stell ihn dir mal vor.« Leslie zog Mara auf die Füße.

»Nein, das ist ja total peinlich!«, widersprach Mara und wollte gerade in der Küche verschwinden, doch da steuerte dieser Ian auch schon auf sie zu.

Blaue Augen schienen sie gefangen zu halten, dann streckte er ihr die Hand hin.

»Hi, ich bin Ian«, sagte eine angenehme Stimme.

»Ähhmm, Mara«, stotterte sie unbeholfen und hätte beinahe ihr leeres Weinglas fallen lassen.

»Mara, schöner Name«, meinte Ian mit einem netten Lächeln.

Die Art, wie er ›Mara‹ aussprach, ließ ihr einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

»Soll ich dir noch ein Glas Wein holen?«, fragte Ian.

»Nein, ähm, na ja, vielleicht doch, warum nicht …«, stammelte sie und wurde noch röter.

Verdammt, warum steh ich jetzt da wie eine blöde Kuh und bringe kein Wort heraus?, dachte Mara.

Ian schien das nicht zu stören. Er nahm ihr Glas, lächelte ihr zu und meinte zwinkernd:

»Aber nicht weglaufen!«, und verschwand in der Küche.

Doch genau das hätte Mara in diesem Moment gern getan. In das tiefste Loch verschwinden und oben zugraben!

Sie atmete tief durch.

Ruhig bleiben!, sagte sie zu sich selbst.

Ein paar Minuten später stand Ian wieder vor ihr, er hatte sich selbst ein Bier mitgebracht und prostete ihr zu.

»Slàinte!«

Mara hatte im Laufe des Abends gelernt, dass das hier soviel wie ›Prost‹ hieß.

»Slàinte mhath!«, antwortete sie und dachte dann sarkastisch: Wow, ich kann ja doch reden!

Ian verschluckte sich fast an seinem Bier. »Gälisch kannst du also auch schon, alle Achtung!«

Mara schüttelte den Kopf. »Nur ein paar Worte.«

Dann unterhielten sie sich über alles Mögliche und Mara entspannte sich etwas. Ian erzählte, dass er in Edinburgh Tiermedizin studierte, jetzt im sechsten Semester sei und seine Großeltern ein paar Tage besuchte.

Mara erzählte ein wenig von Deutschland, wie gut es ihr hier in Schottland gefiel und dass sie die Pferde seines Großvaters ritt.

»Das ist eine große Ehre«, meinte Ian. »Grandpa lässt nicht jeden an seine Highlandponies ran!«

Plötzlich ertönte eine Geige. Ein älterer Mann fing an zu spielen und sofort klatschten alle Gäste mit. John holte seine Gitarre und irgendjemand begann an zu singen. Alle stellten sich im Kreis um die Musiker und klatschten im Takt. Es wurde sehr eng, doch einige schafften es sogar noch zu tanzen.

»Möchtest du auch tanzen?«, fragte Ian und zog sie schon in die Mitte des Raumes.

»Nein, ich kann nicht«, wehrte sich Mara.

»Ach komm schon, ist doch ganz leicht!«

»Nein, wirklich nicht, ich schau lieber zu«, meinte Mara, der sowieso schon leicht schwindlig vom Wein war. In diesem Moment bereute sie es, den Tanzkurs von ihren Eltern nicht eingelöst zu haben.

Ian zuckte mit den Achseln, blieb aber bei ihr stehen.

Die Stimmung wurde immer ausgelassener. Whiskygläser wurden aufgefüllt, alle lachten und klatschten im Takt der Musik, die wirklich ins Blut ging.

»Mara, macht es dir etwas aus, wenn ich mit meiner Granny tanze?«, fragte Ian etwas später.

Mara schüttelte den Kopf und Ian schrie seiner Großmutter, die nur ein paar Schritte von ihnen entfernt stand, zu: »Granny, darf ich bitten?«, und verbeugte sich vor der alten Frau. Dann zog er sie auf die improvisierte Tanzfläche.

Die kleine, rundliche Granny Kate hielt sich wirklich gut. Wenig später kam Ian lachend und außer Atem zurück.

»Deine Großmutter ist wirklich toll«, sagte Mara.

Ian nickte. »Als junges Mädchen war sie auf jedem Ceilidh zu finden.«

Bevor Mara fragen konnte, was ein Ceilidh war, schrie irgendjemand: »Noch fünf Minuten bis Mitternacht!«

»Ich hol mir noch schnell ein Glas Whisky, möchtest du auch eins?«, fragte Ian.

»Nein, danke, ich mag keinen Whisky, aber einen Baileys hätte ich gerne.«

Ian nickte, bahnte sich einen Weg durch die Menge und kam kurze Zeit später mit zwei Gläsern in der Hand zurück.

Alle gingen nach draußen und zählten die letzten Sekunden bis zum neuen Jahr. Ian stand dicht neben ihr. Es war ziemlich kalt und windig, doch der Himmel funkelte sternenklar.

»Fünf, vier, drei, zwei, eins – Happy New Year!«, ertönte es von überall.

Auch Ian hatte Mara in den Arm genommen und ihr einen Kuss auf die Wange gedrückt. Eine Sternschnuppe fiel vom Himmel.

»Wünsch dir was«, flüsterte Ian ihr ins Ohr.

Mara schloss die Augen.

Ich will hier nie wieder weg, dachte sie spontan.

Ian drehte sie zu sich um und fragte lächelnd: »Hast du dir etwas gewünscht?«

Mara nickte.

»Ich auch«, meinte Ian und legte einen Finger auf seine Lippen. »Aber nicht verraten, sonst geht es nicht in Erfüllung!«

Dann wurden die beiden vom Strom der ›Happy New Year‹ wünschenden getrennt.

Mara war ganz durcheinander. Sie ließ alle Umarmungen und Wünsche über sich ergehen. Schließlich kam Ian wieder zurück und sie gingen ins Haus. Draußen war es doch ziemlich kalt.

Die ausgelassene Stimmung hielt an. Ian erzählte lustige Geschichten aus der Uni und von seinem besten Freund Sean, den er ›Crazy Irishman‹, also den verrückten Iren, nannte.

Die beiden teilten sich ein Appartement. Sean wechselte mindestens alle zwei Semester sein Studienfach, zurzeit sei es Ägyptologie. Doch Sean hatte bereits angekündigt, dass ihn die ›Dead wrapped bastards‹ schon wieder nervten. Außerdem war Sean legendär für seine Kneipentouren und Partys. Sein Lebensmotto war: Geh nie vor zwei Uhr nachmittags in eine Vorlesung!

Mara genoss den Abend in vollen Zügen.

Später kam Leslie zu den beiden und meinte mit einem Zwinkern: »Schön, dass ihr euch so gut versteht. Ian, dein Großvater hat gesagt, dass du Mitte Januar für die Semesterferien zu ihm kommst, um ihm bei Reparaturen zu helfen.«

Maras Herz schlug höher.

»Meinst du, du könntest Mara dann ein bisschen die Gegend zeigen? Ich habe schon ein ganz schlechtes Gewissen, weil wir bisher kaum weggekommen sind!«, fuhr Leslie fort und blickte Ian fragend an.

Ian versicherte, dass er das sehr gern tun würde und sagte dann zu Mara gewandt: »Und wenn du willst, fangen wir gleich morgen damit an, ich bin noch zwei Tage hier«, und füllte ihr Weinglas nach.

In Maras Kopf drehte sich alles und sie wusste nicht, ob das nur vom Alkohol kam!

Gegen zwei Uhr morgens brachen die ersten Gäste langsam auf. Ian fuhr mit seinen Großeltern nach Hause. Vorher hatte er Mara noch versichert:

»Ich rufe dich morgen an, okay?!« Anschließend hatte er sie kurz umarmt und war gegangen.

Mara schwebte wie auf Wolken. Sie war beschwipst, müde und aufgekratzt zugleich. John fand sie schließlich, etwas dämlich grinsend, in der Küche auf einem Stuhl sitzend, während der heftig angetrunkene alte Mr. Lachlan ihr etwas auf Gälisch erzählte und überhaupt nicht mitbekam, dass das Mädchen keinen Ton verstand.

»Auf ins Bett, Lass, du kippst ja gleich vom Stuhl!«, sagte John und führte die leicht schwankende Mara in ihr Zimmer.

Die schaffte es gerade noch, die Zähne zu putzen und sich auszuziehen, bevor sie bleischwer ins Bett fiel. Alles um sie herum drehte sich und in ihren Ohren dröhnte immer noch die Musik. Mara sah Ian vor sich, wie er sie anlächelte. Von unten drangen Stimmen und Lachen herauf.

Schließlich schlief sie ein.

Am nächsten Morgen wachte Mara bereits kurz nach 9 Uhr mit leichten Kopfschmerzen auf. Im Haus regte sich nichts. Mara wollte sich wieder in die Bettdecke kuscheln, doch irgendwie konnte sie nicht mehr einschlafen.

Schließlich stand sie stöhnend auf und überlegte, was am letzten Abend Traum, und was Wirklichkeit gewesen war. Sie duschte und ging dann halbwegs wach in die Küche, räumte den Küchentisch ab und kochte Kaffee.

Kurz darauf kamen ein verkatert aussehender John, er war bis fünf Uhr aufgeblieben und hatte etwas zu viel getrunken, und eine bereits wieder gutgelaunte Leslie in die Küche.

»Mara, du bist ein Schatz!«, seufzte Leslie, trank ihren Kaffee und gab den Kindern Frühstück. Damit die Kinder nicht im Weg waren, setzte sie diese schließlich vor den Fernseher.

»War doch nett gestern mit Ian, oder?«, fragte Leslie mit vielsagendem Grinsen im Gesicht.

Also hatte Mara das Ganze doch nicht geträumt. Und soweit sie sich erinnern konnte, hatte Ian ihr versprochen, heute anzurufen. Sie blickte auf die Uhr – erst kurz nach zehn, da war er vielleicht noch gar nicht wach.

Leslie begann, das Chaos, das die vielen Gäste hinterlassen hatten, zu beseitigen. John verschwand wieder grummelnd in seinem Schlafzimmer und Mara bot Leslie an, beim Aufräumen zu helfen.

Doch so recht bei der Sache war Mara nicht. Ständig schaute sie von der Uhr zum Telefon, stellte schmutziges Geschirr in den Kühlschrank, anstatt in den Geschirrspüler und warf vor Schreck einige Gläser vom Tisch, als es dann endlich doch klingelte. Es waren allerdings nur Leslies Eltern, die ein frohes neues Jahr wünschen wollten.

Leslie scheuchte Mara aus der Küche, die sich vor den Fernseher setzte, jedoch nicht wirklich etwas mitbekam. Es war bereits 14 Uhr und Ian hatte immer noch nicht angerufen.

John war wieder aufgetaucht und saß mit im Wohnzimmer und trank Tee. Er wunderte sich über Maras düstere Stimmung – so kannte er sie gar nicht.

Leslie kam mit einem Teller Kekse herein, doch Mara hatte keinen Hunger. Sie nahm sich ein Buch, konnte sich aber nicht konzentrieren und las jede Zeile dreimal.

Wahrscheinlich denkt er gar nicht mehr an mich und ist schon zurück nach Edinburgh gefahren, dachte Mara.

Ihr Gesichtsausdruck wurde immer finsterer.

Um 15 Uhr klingelte erneut das Telefon.

Mara zwang sich sitzen zu bleiben und unbeteiligt zu schauen, doch sie hatte die Finger so fest um das Buch geklammert, dass die Knöchel schon weiß wurden.

Leslie kam lächelnd herein. »Mara, für dich!«

Mara schoss aus dem Sessel und stolperte über Murphy, der beleidigt miauend unter dem Sofa verschwand.

Sie atmete kurz durch und sagte dann: »JA?!«

»Hallo, Mara«, kam die leicht verkatert klingende Stimme von Ian, »ich bin erst spät aufgestanden und hab dann noch mit meinem Großvater die Tiere gefüttert.«

Mara entspannte sich. Also hatte er sie doch nicht vergessen!

»Wenn das Wetter hält, können wir morgen zum Stac Polly fahren. Magst du Bergwandern?«, fragte Ian unsicher.

»Ja klar, gerne!«, kam die begeisterte Antwort von Mara.

»Super, ähm, und ich wollte später noch mit Duke zum Strand gehen. Möchtest du mitkommen, Mara?«

Und ob sie wollte!

Die beiden verabredeten sich für halb vier an der Straße. Mara legte den Hörer auf, polterte die Treppe hoch und kam kurze Zeit später dick angezogen und pfeifend wieder herunter.

Sie rief gutgelaunt: »Ich bin mal kurz weeeg!«, und rannte an dem immer noch müden John vorbei, der zusammenzuckte, als die Haustür ins Schloss krachte.

»Die ändert sich ja schneller als das schottische Wetter«, grummelte John.

»Frisch verliebt, würde ich sagen!«, meinte Leslie und gab ihrem Mann einen dicken Kuss auf den Mund.

Mara lief den Weg zur Straße hüpfend hinunter. Die Müdigkeit und die schlechte Laune waren wie weggeblasen. In der Ferne konnte sie eine Gestalt in einer dicken Jacke mit einem Hund sehen.

»Schön, dass du gekommen bist«, begrüßte Ian sie lächelnd.

Dann liefen sie gemeinsam über den Sandstrand. Die Flut kam gerade schäumend herein und sie lachten über Duke, der versuchte, Möwen zu jagen. Ian erzählte Mara, dass der Stac Polly sein Lieblingsberg im Assynt war, so nannte man die gebirgige Landschaft dieser Gegend, und dass man von dort die beste Aussicht hatte.

Sie redeten über alles Mögliche und Ian erzählte, dass seine Eltern vor drei Jahren zusammen mit seiner jüngeren Schwester Megan nach Neuseeland ausgewandert waren und dort ein kleines Whiskygeschäft führten. Er hatte sie seitdem nicht mehr gesehen, da er, wie er mit verzogenem Gesicht meinte, nur im äußersten Notfall in diese ›fliegenden Blechkisten‹ steigen würde! Aber er telefonierte regelmäßig mit seinen Eltern und sie schrieben sich häufig.

Mara und Ian liefen zurück zur Farm der MacKinnons und Mara begrüßte die beiden Stuten. Es wurde langsam wieder dunkel und Ian zeigte ihr die Abkürzung durch die Hügel. Der Schafspfad war ziemlich steinig und rutschig und mündete ein Stück vor dem Grundstück der Murrays in einen Feldweg. Immerhin war dieser Weg erheblich kürzer als über die Straße.

»Aber geh hier nicht im Dunkeln, sonst verläufst du dich noch!«, sagte Ian und versprach, am nächsten Tag um zehn Uhr zu ihr zu kommen. Dann war er in den Hügeln verschwunden.

Mara kam gerade richtig zum Abendessen. Sie erzählte von ihren Plänen, morgen auf den Berg zu steigen. Dann stockte sie verlegen und fragte Leslie mit schlechtem Gewissen, ob es ihr überhaupt recht sei, wenn sie einfach wegginge, wo doch nicht ihr freier Tag wäre.

Doch Leslie winkte ab. »Du hast in den letzten Monaten so viel mit den Kindern unternommen, auch an deinen freien Tagen. Genieß die Zeit mit Ian, er muss sowieso bald wieder weg.«

Maras Miene verfinsterte sich etwas. Daran wollte sie jetzt nicht denken!

Der nächste Tag begrüßte sie mit leichtem Nieselregen, doch als sie mit Ians altem grünen Landrover Defender über die Highlandstraßen holperten, kam die Sonne schon wieder heraus. Mit reichlich Proviant ausgestattet zogen die beiden gutgelaunt los und kletterten auf den Gipfel des Stac Polly.

Der Weg war ziemlich steil und an manchen Stellen mussten sie über Geröllfelder klettern. Als sie dann nach zwei Stunden am schneebedeckten Gipfel ankamen, waren sie ganz schön außer Atem. Doch der Ausblick entschädigte sie für alles.

Mara staunte. Sie konnte über endloses mit Seen durchsetztes Heideland blicken, das sich in sanften Hügeln bis zum Meer zog. Die Gipfel der anderen Berge schimmerten in der Sonne, die alles funkeln und glänzen ließ.

Mara war sprachlos, das alles wirkte so unwirklich schön, dass man meinen konnte, man blicke auf ein Landschaftsmodell.

Ian sagte leicht fröstelnd im kalten Wind: »Im Sommer ist es natürlich noch schöner.«

»Kann ich mir gar nicht vorstellen«, murmelte Mara fasziniert.

Eine plötzliche Windböe riss sie fast von den Füßen, sodass Ian sie auffangen musste.

»Ich glaube, wir suchen uns ein bisschen Schutz«, schlug er vor und nahm sie an der Hand.

Sie setzten sich in den Schutz eines überhängenden Felsens, tranken heißen Tee und ließen sich ihre Sandwiches schmecken.

Doch bald mussten sie sich an den Abstieg machen. Die Sonne war hinter den Wolken verschwunden und es würde nicht mehr viel Tageslicht übrig bleiben.

Im letzten Licht des schwindenden Tages liefen sie zum Auto zurück und fuhren nach Hause. Ian hielt vor der Haustür der Murrays an und sagte etwas unglücklich dreinschauend: »Ich muss morgen wieder fahren, aber ich komme in drei Wochen zurück, sobald die Prüfungen vorbei sind!«

Auch Mara machte ein trauriges Gesicht. Keiner wollte sich so recht verabschieden.

Schließlich kam Fiona aus der Tür gestürmt und rief: »Mara, Mara!«

Ian legte kurz seine Hand auf ihre und Mara stieg aus.

»Ich ruf dich an!«, rief Ian ihr hinterher. Dann startete er sein altes Auto und fuhr klappernd davon.

»Mara, Sheepies suchen!«, sagte Fiona und zog Mara mit sich zur Schafskoppel hinter dem Haus.

Mara seufzte und blickte Ian hinterher. Dann folgte sie dem kleinen Mädchen, das sich in den Kopf gesetzt hatte, ein Schaf zu streicheln.

Die nächsten drei Wochen zogen sich für Mara endlos dahin. Ian rief zwar wie versprochen gelegentlich an, doch da er Prüfungen schrieb, hatte er nicht viel Zeit.

Mara schwankte zwischen Hoffnung und Zweifeln. Meinte Ian es wirklich ernst mit ihr, oder war sie für ihn nur ein kleiner Urlaubsflirt?

Sie beschloss, etwas von ihrem gesparten Taschengeld auszugeben und Julia aus der Telefonzelle anzurufen. Die war vor Freude ganz aus dem Häuschen und versicherte, dass es den Pferden gut ginge. Ruby wäre brav und würde sich anstandslos von ihr longieren und führen lassen.

Julia riet ihr, die Sache mit Ian einfach auf sich zukommen zu lassen und ihr alles haarklein zu schreiben. Außerdem erzählte Julia noch, dass Karsten sich als Idiot herausgestellt hatte und sie wieder Single sei. Dann waren auch schon über zehn schottische Pfund im gierigen Schlund der Telefonzelle verschwunden und die Mädchen legten auf.

Mara versuchte, sich so gut es ging abzulenken. Sofern es das Wetter zuließ ritt sie aus und kümmerte sich ansonsten um die Kinder.

Dann kam endlich der ersehnte 20. Januar. Mara spielte gerade mit den Kindern im Hof Ball, als Ian laut hupend die Straße hochgefahren kam.

»Ich wollte dich als Erstes sehen!«, rief er ihr entgegen, zögerte kurz und nahm Mara dann in den Arm.

»Kommt doch rein, ich habe Applepie gebacken!« Leslie winkte ihnen vom Fenster aus zu.

Also ging Ian mit hinein und sie setzten sich um den großen Küchentisch. Er erzählte von Edinburgh, seinen Prüfungen und dass er jetzt endlich Ferien hatte. Nachdem der Apfelkuchen aufgegessen war, brach Ian zu seinen Großeltern auf.

»Sehen wir uns morgen?«, wollte Ian wissen und blickte Mara erwartungsvoll an.

»Na klar!«, antwortete diese strahlend. »Ich komme morgen vorbei, wenn ich die Kinder weggebracht habe.«

Der nächste Tag war ungewöhnlich mild für Ende Januar, fast meinte man schon, einen Hauch von Frühling zu erahnen.

Mara brachte die Kinder zur Schule und lief dann den Weg zur Farm der MacKinnons hinauf. Ian und sein Großvater arbeiteten auf dem Dach und tauschten Ziegeln aus.

»Hi, Mara, ich bin gleich fertig. Kannst du kurz warten?«, fragte Ian gutgelaunt.

»Okay, ich reite solange mit Heather auf der Koppel«, antwortete Mara.

Nachdem Mara geritten war und gerade absattelte, kam Ian zur Pferdekoppel hinauf.

»Hast du noch Lust auf einen Spaziergang, dann zeige ich dir meinen Lieblingsplatz?«

»Klar, bis um eins habe ich Zeit«, sagte Mara und räumte ihren Sattel auf.

Sie liefen über matschige Schafspfade und kleine Hügel bis weit ins Hinterland hinein. Hier war Mara noch nie gewesen. In einem Tal mit vereinzelten, vom Wind verkrüppelten Bäumen, stand ein kleiner Steinkreis und Mara blieb überrascht stehen.

»Das ist der ›Cuairtich a dàn‹. Keiner weiß so recht, wofür diese Steinkreise gebaut worden sind. Manche sagen, sie hätten als Versammlungsort der Druiden gedient. Andere meinen, es sei eine Opferstelle gewesen. Der hier ist natürlich nicht so bekannt wie Stonehenge oder so, aber ich finde, er hat irgendwas Magisches an sich.« Ian blickte Mara unsicher ins Gesicht. Hielt sie ihn jetzt für verrückt?

Mara schaute sich fasziniert um. »Wunderschön ist es hier. So ein ähnlicher Platz ist auch in Deutschland meine Lieblingsstelle, auch wenn es nicht direkt ein Steinkreis ist.«

Sie setzten sich auf einen Felsen. Hier in der Senke war es richtig warm. Mara erzählte vom Druidenhain und ihrem Großvater. Es war, als ob sie sich schon ewig kennen würden. Mit Ian konnte Mara über Dinge reden, die sie sonst allerhöchstens Julia anvertraute.

»Du, Mara, was ich dich schon die ganze Zeit fragen wollte.« Ian räusperte sich. »Hast du die Kette mit dem keltischen Anhänger eigentlich von deinem Freund in Deutschland?«

Mara schüttelte den Kopf. Irgendwie fand sie, dass Ian erleichtert aussah, als sie den kleinen Anhänger unter ihrem Pullover hervorholte und sagte: »Nein, den habe ich von meinem Großvater, genauso wie meinen Namen.«

Dann erzählte sie die Geschichte von ihrer Namensgebung. Ian musste herzlich lachen und meinte, bei ›Dörthe‹ würde man sich ja die Zunge brechen.

»Dein Grandpa war sicher sehr nett, ich hätte ihn gerne kennen gelernt. Weißt du eigentlich, dass du einen schottischen Namen hast?«

Mara blickte ihn verdutzt an und Ian fuhr fort. » ›mara‹ ist Gälisch und bedeutet ›Meer‹. Passt irgendwie zu dir«, meinte er lächelnd.

Mara liebte die Art, wie er ihren Namen aussprach.

»Ob mein Opa das gewusst hat?«, murmelte sie nachdenklich und blickte zu Boden.

»Du vermisst ihn, oder?«, fragte Ian leise.

Mara nickte und biss sich auf die Lippe.

Ian nahm sie wortlos in den Arm. So saßen sie eine ganze Zeit lang und ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Dann musste Mara los, denn Fiona wartete sicher schon auf sie.

Mara und Ian trafen sich jetzt fast jeden Tag. Sie gingen am Vormittag spazieren oder saßen bei schlechtem Wetter in Granny Kates gemütlicher Küche. Abends fuhren sie gelegentlich nach Lochinver, wo Mara einige junge Leute kennen lernte, die sich im ›Boatsman Inn‹, einem gemütlichen Pub, trafen. Dort spielten sie Billard oder hörten Musik und unterhielten sich. Die jungen Leute waren alle sehr nett und nahmen Mara herzlich auf. Besonders mit Susan aus Achmelvich verstand sich Mara sehr gut. Sie arbeitete im Sommer auf dem Campingplatz ihres Vaters und war wie Mara siebzehn Jahre alt.

An einem Sonntag wollten Mara und Ian ganz in den Norden Schottlands nach Durness fahren. Zum Glück regnete es gerade nicht und der Wetterbericht hatte für den Nachmittag sogar einige sonnige Abschnitte gemeldet.

Sie fuhren auf den engen Highlandstraßen nordwärts und Ian erzählte Mara, was er über die Gegend wusste. Die Landschaft wurde, auch wenn Mara es kaum glauben wollte, immer wilder und menschenleerer. Die Heidekrautfelder waren mit riesigen Felsblöcken durchsetzt, zwischen denen einzelne Schafe grasten.

Sie machten in einem kleinen Dorf Pause und tranken bei zwei alten Leuten Tee und aßen ein paar Sandwiches. Die alten Leute hatten den unteren Raum ihres Cottages vor vielen Jahren in ein Café umgebaut. Es war alles uralt, aber irgendwie gemütlich. Draußen pfiff der Wind ums Haus, aber vor dem flackernden Torffeuer ließ es sich aushalten.

Der alte Mann erzählte, wie er nach dem Krieg sein Cottage ganz allein aufgebaut und eine Zeit lang Highlandcattle und Schafe gezüchtet hatte. Er musste schon weit über achtzig Jahre alt sein.

Irgendwann brachen sie wieder auf und fuhren bis nach Durness. Dort zeigte Ian Mara einige schöne Buchten mit weißen Sandstränden. Außerhalb des Dorfes lag ein wunderschöner Strand, den man bei Ebbe kilometerlang entlang wandern konnte.

Der Wind war ziemlich kalt, doch in der immer wieder hervorkommenden Sonne strahlte und glitzerte alles. Sie liefen über den strahlend weißen Sandstrand, während die Wellen ans Ufer rollten und der Wind ihnen die Luft zum Atmen nahm. In einer kleinen Höhle hielten sie atemlos an.

»Puh, ganz schön heftig der Wind! Und wie gefällt`s dir hier ganz im Norden?«, fragte Ian.

»Wirklich schön hier, aber der Wind reißt einem ja fast die Haare vom Kopf. Trotzdem, ich finde das passt irgendwie hierher«, meinte Mara.

Ian nickte und fuhr sich durch die zerstrubbelten Haare.

»Wenn man Glück hat, kann man von den Klippen aus sogar Wale sehen. Wollen wir hoch in den Pub gehen und etwas essen?«, schlug Ian vor.

Mara stimmte zu und sie kämpften sich die letzten Meter vom Strand bis zum Auto. Im Pub neben dem Campingplatz bestellten sie mit vom Wind geröteten Gesichtern einen heißen Tee und eine Suppe zum Aufwärmen.

»Jetzt siehst du aus wie ein Highlandcattle«, sagte Ian grinsend.

Mara blickte in die Scheibe und musste selbst lachen. Die Haare standen ihr kreuz und quer vom Kopf ab und waren durch den Wind total zerzaust.

Sie steckte zwei Finger durch die Zotteln, senkte den Kopf und machte »Muuuh«.

Ihr fiel ein alter Mann auf, der gerade einen Krabbencocktail aß. Mara beugte sich zu Ian und sagte grinsend: »Schau mal seine Schuhe an, der hat ja Riesenfüße!«

»Oh, damit kann er im Winter gleich Skifahren«, gab Ian lachend zurück.

Dann kam die Suppe, die Bedienung bezeichnete es als ›Cullen Skink‹, was sich als eine köstliche, cremige Fischsuppe mit geräuchertem Hering herausstellte.

Als es dämmerte, fuhren sie zurück nach Clachtoll. Es war ein schöner Tag gewesen, den beide genossen hatten.

Ian und Mara wurden immer vertrauter miteinander. Sie waren oft verwundert, wie viele Gemeinsamkeiten sie hatten und dass sie über die gleichen Dinge lachen, oder sich aufregen konnten.

Eines Tages, als sie gemeinsam an der Koppel standen und Heather und Mary beobachteten, die genüsslich ihr Heu kauten, fragte Mara: »Sag mal, kannst du eigentlich auch reiten?«

»Nee, ich habe schon ewig auf keinem Pferd mehr gesessen«, antwortete Ian ausweichend.

»Also kannst du es doch, oder?!«, bohrte Mara nach.

Ian zuckte mit den Schultern. »Na ja, so mit fünfzehn bin ich das letzte Mal geritten. Das ist schon ewig her!«, gab er widerstrebend zu.

»Ja, ja, jetzt bist du schon ein alter Mann! Soll ich dir einen Krückstock holen?«, witzelte Mara und grinste ihn frech an.

Ian kitzelte sie durch, bis sie quietschend um Gnade bettelte.

»Also, komm schon, morgen machen wir einen Ausritt, abgemacht?«, sagte Mara, als sie wieder Luft zum Sprechen hatte.

Ian blickte sie skeptisch an, dann hellte sich sein Gesicht auf. »Aber nur, wenn du das nächste Mal mit mir tanzt!«

Mara willigte mit gerunzelter Stirn ein.

Am nächsten Tag sattelten sie die Pferde. Ian nahm die etwas größere Heather. Trotzdem sah es schon ziemlich lustig aus, da Ians lange Beine weit an dem Pony herunterhingen und er sich die ersten Meter, etwas blass im Gesicht, krampfhaft am Sattel festhielt. Doch nach und nach gewöhnte er sich wieder ans Reiten.

Sie ritten durch die Hügel und dann hinunter zum Meer. Am Sandstrand, an dem Mara meistens galoppierte, schien Heather Ians Sattelfestigkeit prüfen zu wollen. Sie machte einen kleinen Freudensprung und galoppierte los.

Ian wurde unsanft nach hinten gerissen und konnte sein Pferd erst ein paar hundert Meter weiter stoppen. Er hielt krampfhaft die Zügel fest, als Mara ihn schließlich eingeholt hatte und murmelte etwas, das stark nach ›wee witch‹ klang.

»Die ist wohl verrückt geworden«, schimpfte er.

»Da musst du erst mal mein Pferd in Deutschland erleben, die kann buckeln!«, lachte Mara, dann biss sie sich auf die Lippen.

Ian schaute sie erstaunt an. »Du hast ein eigenes Pferd? Wusste ich gar nicht!«

Außer Julia und Nadja hatte Mara bisher keinem Menschen von ihrem Pony erzählt. Doch was konnte es schon schaden, wenn Ian es erfuhr?

»Ich erzähle dir jetzt ein Geheimnis. Kannst du den Mund halten?«, fragte sie ernst.

»Ich gelobe, zu schweigen!«, verkündete er und hob feierlich eine Hand.

Das schien Heather als Zeichen anzusehen, wieder loszustürmen.

»Komm schon, lass sie laufen!«, schrie Mara gegen den Wind und galoppierte an Ian vorbei.

Der machte ein unglückliches Gesicht und hielt sich am Sattel fest, dann donnerten sie über den Strand.

Ian schimpfte später, jedoch mit einem lustigen Funkeln in den Augen, über ›crazy Lassies‹. Dann ritten sie im Schritt weiter und Mara erzählte ihm die ganze Geschichte von ihr und dem Pony. Ian staunte nicht schlecht.

»Diese Julia scheint ja eine ganz tolle Freundin zu sein! Was für eine Rasse ist denn deine Ruby?«, fragte er interessiert.

Mara zuckte mit den Achseln.

»Irgendeine Pony-Mischung.«

»Hast du ein Foto mitgenommen?«

Mara nickte und versprach, Ian die Bilder bei der nächsten Gelegenheit zu zeigen. Später sattelten sie die Pferde ab und Ian begleitete Mara über den Weg durch die Hügel nach Hause.

Am nächsten Tag regnete es in Strömen. Granny Kate hatte wieder Shortbread gebacken und ihr Mann war zum Einkaufen nach Lochinver unterwegs. Mara und Ian saßen in der Küche und tranken Tee, später holte Mara die Fotos von ihrem Pony heraus.

»Hey, könnte ein Highlandpony sein!«, rief Ian aus.

»Ich glaube nicht, dass es in Deutschland welche gibt. Ich habe erst hier von der Rasse gehört«, meinte Mara skeptisch.

Ian zuckte mit den Schultern. »Frag doch mal Grandpa, der weiß es bestimmt.«

Wenig später kam Mr. MacKinnon mit einem Korb voller Lebensmittel herein.

»Grandpa, schau doch mal, was könnte das für ein Pferd sein? Es gehört Maras Freundin.« Ian zwinkerte Mara zu, während er seinem Großvater die beiden Fotos hinhielt.

»Das ist eindeutig ein Highlandpony, und ein sehr hübsches noch dazu!« Der alte Mann wurde ernst. »Ich hatte selbst mal eine Stute, die sah so ähnlich aus.«

Mara fragte vorsichtig: »Und wo ist sie jetzt?«

»Sie starb bei der Geburt ihres Fohlens. Das Fohlen musste ich verkaufen«, antwortete Mr. MacKinnon knapp und verließ hastig den Raum.

Mara meinte, seine Augen feucht schimmern zu sehen.

Ian seufzte. »Mein Großvater hat früher Highlandponies gezüchtet. Er musste vor ein paar Jahren aufhören, hat sich nicht mehr gelohnt. War sehr schwer für ihn. Nur die beiden alten Stuten konnte er behalten.«

Mara tat der alte Mann leid. Sie mochte ihn so gern und wusste selbst, wie sehr einem seine Pferde ans Herz wachsen konnten.

Ruby ist also ein Highlandpony, merkwürdig!, dachte Mara.

Die nächsten Tage verbrachten Ian und Mara damit, Ausflüge in die Umgebung zu machen. Ian zeigte ihr die schönsten verstecktesten und geheimnisvollsten Flecken der Gegend, zu denen sonst kaum Touristen kamen.

Einmal stießen sie bei einer Wanderung auf einen alten, verlassenen Friedhof. Viele der Grabsteine waren schon mit Moos und Ranken überwuchert und man konnte kaum noch die Schrift lesen.

»Komisch, oder? Jetzt latschen wir da auf den Gräbern von irgendwelchen Leuten rum. Ich würde gerne wissen, wie die damals gelebt haben«, sagte Mara gedankenversunken und wischte das Moos von einem Grabstein mit keltischem Kreuz, auf dem das Datum 1825 zu sehen war.

»Ja, geht mir auch so«, meinte Ian. »Hey, schau mal, das scheint sogar ein Verwandter von mir zu sein – Alsdair MacKinnon.«

»Wow, der ist 1873 gestorben, er ist ja über hundert Jahre geworden«, meinte Mara verwundert.

»Hier werden viele Leute sehr alt, schau dir mal meine Urgroßeltern an, die leben auf der Isle of Islay. Mein Urgroßvater ist jetzt neunundneunzig und meine Urgroßmuter siebenundneunzig. Das ist keine Seltenheit, viele Leute werden dort über hundert.« Ian grinste. »Die beiden sind echt lustig. Sie behaupten immer, der Whisky würde sie von innen konservieren.«

Mara musste lachen und Ian erzählte weiter: »Die Eltern von meiner Mum leben auch noch dort, die sind auch schon über siebzig. Auf jeden Fall sind meine Urgroßeltern schon etwas eigenbrötlerisch und stur. Wenn sie jemanden nicht mögen, reden sie nur Gälisch miteinander. Sie wohnen in einem uralten Cottage und haben noch nicht mal eine Zentralheizung. So einen modernen Schnickschnack mögen sie nicht.«

»Was, womit heizen sie denn dann?«, fragte Mara erstaunt.

»Mit Torf, so wie es früher alle getan haben. Vor ein paar Jahren kam mal so ein Typ von der Regierung und wollte ihnen ein günstiges Darlehen anbieten, damit sie sich eine Zentralheizung einbauen lassen können. Der Mann war auch noch Engländer. Mein Urgroßvater hat gemeint, so einen Blödsinn brauchen sie nicht und er solle verschwinden. Als er weiter versucht hat die beiden zu bequatschen, hat mein Urgroßvater auf seine Fragen nur Gälisch geantwortet. Der Mann wäre fast verzweifelt.«

»Und was war dann?«, fragte Mara gespannt. Sie fand die ganze Geschichte ziemlich lustig.

»Na ja, das Einzige, was mein Urgroßvater dann noch gesagt hat war, dass man der englischen Regierung sowieso nicht trauen könne, das hat man ja in den vergangenen Jahrhunderten gesehen und er solle jetzt verschwinden, sonst würde er seine Hunde auf ihn hetzen! Meine Urgroßeltern haben zwei irische Wolfshunde, absolut gutmütige Tiere, aber als meine Urgroßmutter die beiden dann ins Wohnzimmer gelassen hat, ist der Mann kalkweiß geworden und hat seine Beine in die Hand genommen. Ich glaube, so schnell ist noch nie jemand in sein Auto gesprungen!«

Mara waren vor Lachen schon die Tränen gekommen.

»Oh Mann, die zwei sind ja wirklich cool. Ich mag solche Originale, die sich nicht verbiegen lassen und ihre Meinung sagen«, gluckste Mara.

Dann erzählte Ian noch, was für ein Drama es gewesen war, als sein ›Islay Grandpa‹, wie er ihn immer nannte, den Urgroßvater 1960 überzeugen wollte, sein Strohdach gegen eines aus Ziegeln zu tauschen.

»Die beiden wären sich fast an die Gurgel gegangen. Schließlich hat sich Grandpa Calum dann aber durchgesetzt. Allerdings, sobald mal eine Ziegel kaputt ist, bekommt er das natürlich von meinem Urgroßvater vorgeworfen.«

»Calum, yerr moderrrn stuff is bloody rrrrotten rrrrubish«, machte Ian seinen Urgroßvater mit tiefer, grollender Stimme nach. »Eine Zeit lang haben die beiden in zwei unterschiedlichen Destillerien auf der Insel gearbeitet, das war ziemlich übel. Jeder behauptete, den besseren Whisky zu produzieren und keiner gab nach. Aber an sich mögen sie sich schon und wenn´s drauf ankommt, halten sie zusammen«, sagte Ian überzeugt.

Er hatte das Ganze so lebhaft erzählt, dass Mara sich richtig vorstellen konnte, wie die zwei alten Männer auf einer windumtosten Insel auf einem Dach standen und sich anbrüllten…

Ende.

Copyright des Textauszuges aus dem Roman © 2010 by Aileen P. Roberts
Copyright der beiden Landschaftsaufnahmen © 2010 by
Aileen P. Roberts

Bildrechte: “Liebesgeschichten” (Liebesgeschichten.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Subcover-Liebesgeschichten-minus-100-minus-80-100.jpg” (Originaltitel: Liebesgeschichten.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.


Anmerkung der Redaktion:

Liebe Leser, diese Kurzgeschichte ist ein Kapitel aus einem Roman der Autorin, das für unsere Homepage zu einer Kurzgeschichte umfunktioniert wurde. Wer gerne die ganze Geschichte lesen möchte, oder einfach nur wissen möchte, wie es weitergeht mit der Protagonistin, der kann den Roman dazu über einen unserer Bestellinks käuflich erwerben:

Aileen P. Roberts
Rhiann – Nebel über den Highlands

Im Buch blättern

Verlag :      Cuillin Verlag
ISBN :      978-3-9810966-0-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,50 Eur[D]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      296 S. – 21 x 14,5 cm
Gewicht :      400 g

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Rhiann – Nebel über den Highlands ist die Geschichte von Mara, einem Mädchen aus Deutschland und dem Pony Rhiann, die das Schicksal zusammenführt.

Mara ist fünfzehn Jahre alt. Ihre Freizeit verbringt sie meist mit Freunden im Reitstall und ihrem Pflegepferd Odin. Sie hat einige Probleme in der Schule und mit den Eltern. Außerdem weiß Mara nicht, welchen Beruf sie lernen soll. Trotz allem kauft sie sich mit Hilfe ihrer besten Freundin Julia heimlich ein Pferd.

Als Mara siebzehn ist und endlich den Schulabschluss hat, beschließt sie, ein Jahr lang als Aupairmädchen nach Schottland zu gehen. Mara lernt die raue Nord-Westküste Schottlands mit ihren Bergen und Stränden kennen und lieben. Warum fühlt sie sich zu den schottischen Highlands und seinen Bewohnern so sehr hingezogen? Und wer ist der geheimnisvolle alte Schäfer, dem sie immer auf ihren Ausritten mit den Higlandponies Mary und Heather begegnet? Außerdem trifft Mara ihre erste große Liebe.

Nach einem halben Jahr müsste sie eigentlich zurück nach Deutschland. Doch wie geht alles weiter …?

Autorenporträt Aileen P. Roberts bei sfbasar.de

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PRESSE: Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug im Marktforschungs- und Callcenters-Gewerbe / Drei Buchempfehlungen der Redaktion zum Themenkomplex.

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. April 2010

PRESSEMELDUNG (ZITAT) “Lüneburg (ddp-nrd). Wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Verantwortliche eines Lüneburger Unternehmens sowie die Leiterin eines Callcenters im brandenburgischen Oranienburg erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, seit Juni 2005 mehrere Tausend Kunden als Produkttester gewonnen und betrogen zu haben…”

Gesamte Pressemeldung lesen.

Buchempfehlungen der Redaktion:

Sandra Stern, Annika Schönauer und Ursula Holtgrewe (Hrsg.)
Arbeiten im Callcenter

Service um jeden Preis? Erfahrungsberichte und Organisationsmöglichkeiten

Verlag :      Verlag des ÖGB
ISBN :
978-3703514265
Einband :      Paperback
Preisinfo :      15,80 Eur[D] / 15,80 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Zukünftige Preise :      Eur[D] gültig ab 01.05.2010: 19,80 / Eur[A] gültig ab 01.05.2010: 19,80
Seiten/Umfang :      120 S. – 20,8 x 13,0 cm
Erscheinungsdatum :      03.2010
Aus der Reihe :      Studien und Berichte

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Callcenter haben sich in vielen Branchen als Form der Kundenbetreuung verbreitet. In der Regel lagern Unternehmen diesen Arbeitsbereich an externe Callcenter aus. Für Auftraggeber und Callcenterbetreiber rechnet sich das. Für jene, die im Callcenter arbeiten, meistens jedoch nicht. Die Arbeitsbedingungen in vielen Callcentern sind weit vom modernen Image entfernt, das die Branche öffentlich propagiert.

Das Buch blickt hinter die Kulissen und beschreibt den Arbeitsalltag in Callcentern. Experten/innen – großteils ehemalige Callcenter-Agents – sprechen über ihre Erfahrungen: kleinliche Kontrollen, hoher Druck und verordnete gute Laune. Sie skizzieren aber auch Handlungsspielräume zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zur Arbeit im Callcenter sowie Informationen über die Rechte der ArbeitnehmerInnen ergänzen das Buch.

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Moritz Hämmerlein
Marketing 2.0
Neue Strategien, Chancen und Risiken der digitalen Mundpropaganda

Im Buch blättern

Verlag :      Diplomica Verlag
ISBN :      978-3-8366-7869-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      48,00 Eur[D] / 48,00 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      94 S. – 27,0 x 19,0 cm
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2009
Gewicht :      209 g

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Die vorliegende Untersuchung besteht aus acht aufeinander aufbauenden Teilen. Nachdem zu Beginn kurz die Probleme der Werbebranche dargestellt werden, wird im zweiten Kapitel der Wandel der Kommunikation durch die Entwicklung des Internets beschrieben.

Mit Entstehung und Verbreitung von Web 2.0 Interaktionsapplikationen hat sich das Internet für immer mehr Menschen zu einem Leitmedium entwickelt, das die Einseitigkeit des Produzenten-Konsumenten-Verhältnisses zunehmend aufbricht. Eine Vielzahl von Marktteilnehmern erhält somit erstmals die Möglichkeit, sich weltweit mit anderen Konsumenten zu vernetzen und reichweitenstark eigene Erfahrungen, Empfehlungen und Warnungen zu Produkten und Leistungen eines Unternehmens auszutauschen. Diese neuen Rahmenbedingungen führen dazu, dass die Mundpropaganda für Konsumenten deutlich an Bedeutung gewinnt und Unternehmen somit einen neuen Blick auf das Konsumentenverhalten entwickeln müssen.

Das dritte Kapitel beschreibt daher den natürlichen Prozess der Mundpropaganda sowie ihre unterschiedlichen Formen und Wirkungsweisen. Darauf aufbauend werden im vierten Teil die wissenschaftlichen Grundlagen der Diffusion von Mundpropaganda-Botschaften vorgestellt, um das Phänomen dieser Botschaften zu verstehen und auf dieser Grundlage zu analysieren, ob diese Art der Kommunikation gezielt beeinflusst werden kann.

Da eine gezielte Beeinflussung genaue Kenntnisse über die Gegebenheiten der neuen Märkte im Internet erfordert, werden im fünften Teil die Grundprinzipien des Web 2.0 sowie die damit einhergehenden neuen Konsumentenbedürfnisse beschrieben. Im sechsten Teil wird speziell auf das Medium Weblog als Nachrichtendienst bzw. Trendscout des Internets eingegangen. Diese nehmen als Multiplikatoren und Navigatoren der vernetzten Märkte eine entscheidende Rolle im Diffusionsprozess von Mundpropaganda-Botschaften ein. Es wird untersucht, warum und von wem Weblogs genutzt werden und wie sich Botschaften innerhalb des Internets so reichweitenstark und schnell verbreiten können.

Auf diesen gesammelten Erkenntnissen aufbauend wird im siebten Kapitel das Marketing 2.0 und deren Mundpropaganda-Marketing-Elemente vorgestellt, welche es Unternehmen ermöglichen, die Kommunikation sozialer Netzwerke positiv zu beeinflussen oder gezielt auszulösen. Des Weiteren werden Chancen und Risiken ihres Einsatzes aufgezeigt und Methoden der Erfolgskontrolle dargestellt. Der abschließende achte Teil resümiert letztlich die Vorteile und Risiken des Mundpropaganda-Marketings, gibt Handlungsempfehlungen und einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Methoden der Erfolgskontrolle dargestellt.

Moritz Hämmerlein studierte an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin.

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Roman Leuthner
Nebenjobs.
Was erlaubt ist und was nicht.

Verlag :      Haufe, Rudolf
ISBN :      978-3-448-10158-4
Preisinfo :      14,95 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 26,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 192 S.
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 2010 10.03.2010
Aus der Reihe :      ARD Ratgeber Geld bei Haufe
Medien :

Inhaltsverzeichnis(PDF)
Leseprobe(PDF)

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Kommt für mich ein Nebejob infrage und wenn ja, welcher? In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte dazu – sowohl die finanziellen, als auch rechtlichen Aspekte. Zudem erhalten Sie Hilfestellung bei der Auswahl des passenden Nebenjobs. INHALTE:
- Welche Arten es gibt: 400-Job, Mini-Job, Ehrenamt, kurzfristige Beschäftigung, Nebenjobs in der Selbstständigkeit etc.
- Welcher Nebenjob für Sie infrage kommt.
- Was finanziell am Ende herauskommt.
- Wie Sie sich als Arbeitnehmer vor Fallen rechtlich absichern.
- Was die Nebentätigkeit steuerlich und sozialversicherungsrechtlich bedeutet.
- In Zusammenarbeit mit ARD Ratgeber Geld.

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Jeremy Robinson: Mission Hydra.

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. April 2010

Jeremy Robinson
Mission Hydra

Thriller

Übersetzt von Peter Friedrich
Verlag :      Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN :      978-3-548-28177-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      8,95 Eur[D] / 9,20 Eur[A] / 16,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 400 S.
Erscheinungsdatum :      01.05.2010
Aus der Reihe :      Ullstein Taschenbuch
Ullstein Belletristik 28177

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In der peruanischen Wüste wird ein Felsen mit griechischen Schriftzeichen entdeckt. Darunter macht der Archäologe Dr. George Pierce einen noch viel spektakuläreren Fund: einen Kopf der sagenhaften Hydra – der Sumpfschlange aus der griechischen Mythologie. Doch dann wird Pierce entführt, denn der Kopf der Hydra birgt ein Geheimnis: Seine DNS liefert den Schlüssel zur Unsterblichkeit – und zur Erschaffung der ultimativen Kampfmaschine. Jack Sigler und sein Delta Force Team werden beauftragt, den Wahnsinn zu stoppen.

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): In der peruanischen Wüste wird ein Felsen mit griechischen Schriftzeichen entdeckt. Darunter macht der Archäologe Dr. George Pierce welchen noch viel spektakuläreren Fund? Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Kerstin Rasche, Dietmar Weber und Ellie Schürer. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN AUCH UNSEREM SPONSOREN!

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PRESSE: Internet und Mobilfunk werden in China künftig stärker kontrolliert / Buchtip der Redaktion: “Fotos für die Pressefreiheit 2010 – Reporter ohne Grenzen” (vorbestellbar!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. April 2010

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “AFP: Die Nutzer von Internet und Mobilfunk werden in China künftig stärker kontrolliert. (…)”

Gesamte Pressemeldung lesen.

Buchtip der Redaktion:

Houtryve, Tomas van / Sager, Dirk / Bartsch, Bernhard / Fazzina, Alixandra / Rohr, Mathieu von / Zekri, Sonja / Guez, Oliver / Reuter, Christoph
Fotos für die Pressefreiheit 2010

Reporter ohne Grenzen

Herausgegeben von Reporter ohne Grenzen. Vorwort von Frohloff, Astrid / Gaede, Peter M. Fotograf: Maqbool, Rafiq / Rahim, Gul / Hongwei, Zhang / Laupa, Magnus / Xuebo, Hu / Rahmanian, Maryam / Hamra, Khalil / Sinai, Uriel / Zizola, Francesco / Arias, Guillermo / Martjanow, Juri / Poveda, Christian / Richards, Eugene / Houtryve, Tomas van / Herbaut, Guillaume / Hesse, Katharina / Fazzina, Alixandra / Schwarz, Shaul / Bermann, Nina / Galustov, Mikhail
Verlag :      TAZ
ISBN :      978-3-937683-29-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,00 Eur[D] / 12,40 Eur[A] / ca. 18,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 110 S. – 28,0 x 21,0 cm
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 03.05.2010

Gewicht :      480 g

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“Murphy reist ins Jenseits” Murphy – Der Kämpfer des Lichtes – Band 21 als Fortsetzunggeschichte in 12 Teilen von W. A. Hary (Teil 8)

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. April 2010

“Murphy reist ins Jenseits”

Murphy 21
als Fortsetzunggeschichte in 12 Teilen bei sfbasar.de

von W. A. Hary

Teil 8

Sie arbeiteten wie die Besessenen.

»Wenn einer uns entdeckt hat, werden es auch noch andere tun«, hatte David gesagt. Die anderen hatten ihm recht geben müssen: Sie durften keine Spuren hinterlassen. Mit viel Mühe war es ihnen gelungen, den Wagen von der Lichtung herunterzubekommen. Jetzt stand er zwischen den Bäumen, mitten im Gestrüpp. Während ihn Jane mit Reisig bedeckte, verwischten die anderen beiden die restlichen Spuren ihrer Anwesenheit.

Endlich war alles so, wie es sein sollte. Den Wagen konnte nur der entdecken, der genau wusste, wo er ihn zu suchen hatte. Jane hatte ganze Arbeit geleistet. Mit den Reifenspuren hatten sie wohl Schwierigkeiten gehabt, aber im großen Ganzen konnten sie mit sich zufrieden sein.

Erschöpft ließ sich David auf einen Stein sinken. Borodin tat es ihm gleich.

»Ich muss sagen, dass ich schon lange nicht mehr körperlich gearbeitet habe«, gab er zu.

»Außerdem müssen wir wohl noch lernen, mit unseren neuen Kräften besser umzugehen, um solche körperlichen Schwächen zu vermeiden. Ich jedenfalls habe noch nie von einem erschöpften Werwolf gehört.« Er grinste.

David erwiderte das Grinsen.

»Seit heute weiß ich auch, dass es sogar richtige Hexenmeister gibt, die schlappmachen«, konterte er gutmütig.

Jane trat näher.

»Vielleicht ist es besser, wenn wir diesen Ort so schnell wie möglich verlassen?«, sagte sie besorgt.

»Erst einmal eine kleine Rast«, widersprach David müde. »Am liebsten würde ich mich hinlegen und schlafen. Werwölfe vertragen das Tageslicht nicht besonders.«

»Sei doch vernünftig.« Jane rüttelte an seinen breiten Schultern. »Wir haben wahrscheinlich einen weiten Weg vor uns, da wir nur in einer größeren Stadt sicher sind.«
Dietrich Borodin erhob sich.

»Sie hat recht«, sagte er. »Die brauchen nur auf die Idee zu kommen, organisiert und systematisch nach dem verschwundenen Mario Cruchillo zu suchen. Ich habe das Dorf gesehen: Die Menschen werden zusammenhalten wie die Kletten.«

Als wäre dies ein geheimes Zeichen gewesen, hörten sie plötzlich lautes Knacken im Wald.

Es klang, als würden mehrere Menschen rücksichtslos durch das Unterholz brechen. Jane stand wie versteinert.

»Ich glaube, es ist schon zu spät«, flüsterte sie.

»Kommt!« Dietrich Borodin lief am Waldrand entlang in die entgegen gesetzte Richtung der Geräusche. David und Jane folgten ihm auf dem Fuße.

Kaum hatten sie die Lichtung überquert, brachen die ersten Männer aus dem Wald. Sie trugen Mistgabeln und Sicheln bei sich.

»Ich habe jemanden gesehen!« rief einer. Offenbar waren sie doch nicht schnell genug gewesen. »Verdammte Hexenbrut, wir werden euch erwischen!«

»Ich habe es geahnt!« rief ein anderer. »Nur ein Dämon konnte den armen Mario so zugerichtet haben. Der alte Hexenmeister ist wiedererwacht und treibt sein Unwesen, wie schon seit Hunderten von Jahren. Er hat Verbündete. Los, Freunde, wir werden sie erwischen!«

Die drei liefen, als säße ihnen der Teufel im Nacken. Gegen die aufgebrachte Menge hatten sie vielleicht auch mit ihren Hexenkräften keine Chance. Noch wussten sie nicht, wie verwundbar sie waren. Außerdem wollten sie nicht, dass Unschuldige zu Schaden kamen und ein Risiko konnten und wollten sie nicht eingehen.

Die Männer waren hinter ihnen her wie Treiber auf der Jagd. Lärmend schwärmten sie aus, damit ihr Wild nicht zur Seite ausbrechen konnte.

Abrupt blieb David Murphy stehen und hielt mit den Armen die beiden anderen auf.

»Wie Treiber!« sagte er.

»Was ist los?« In Borodins Stimme schwang Angst mit. »Wir müssen weiter.«

»Verdammt, sehen Sie denn nicht, dass wir in eine Falle laufen?« fuhr David ihn an. »Die wollen das Tier jagen, das den Bauern getötet hat. Dabei trafen sie auf uns. Die da hinten durchkämmen lärmend den Wald und irgendwo da vorn ist der wirkliche Gegner. Wir werden…«

»Du hast recht!« keuchte Jane. »Aber, was sollen wir tun?«
David deutete nach oben.

»Borodin müssen wir helfen. Allein wird er es nicht schaffen.«

»Schnell, die kommen immer näher«, drängte Jane.

Mit vereinten Kräften hievten sie den korpulenten Borodin hinauf und folgten nach. Auch Murphy hatte einiges an Übergewicht, aber darunter waren stahlharte Muskeln.

Keine Sekunde zu früh schafften sie die Klettertour. Kaum hatten sie sich in dem dichten Blätterwerk versteckt, brachen unter ihnen auch schon die Bauern durchs Gestrüpp. Sie waren alles andere als leise. Davids Vergleich mit Treibern auf der Jagd schien tatsächlich zuzutreffen.

»Endlich sind sie vorbei«, stöhnte Dietrich Borodin. Er schickte sich an, sich nach unten rutschen zu lassen. Seine momentane Haltung schien ihm wenig Freude zu machen.

»Nein, zurück!« zischte David, der immer noch nicht zufrieden war. Er wollte konsequent sein. »Wollen Sie alles gefährden?«

»Aber ich…« David hielt Dietrich den Mund zu.

Und er hatte sich auch diesmal nicht geirrt. Hinter den »Treibern« kamen noch andere, die den Wald absuchten. Inzwischen hatte Dietrich Borodins Gesicht eine leicht grünliche Färbung erhalten.

»Ich kann nicht mehr!« keuchte er verzweifelt, als unten alles ruhig war. David ging nicht darauf ein. Sorgfältig peilte er durch das Blätterwerk. Das Geschrei der Bauern hatte sich entfernt. Es schien im Moment keine Gefahr mehr zu drohen. Gewandt kletterte er nach unten. Jane, die gottlob lange Jeans angezogen hatte, folgte ihm. Dietrich Borodin hätte es wohl allein geschafft, aber das wäre seinem Anzug schlecht bekommen. So halfen sie ihm auch beim Abstieg.

Sie bahnten sich einen Weg durch den Wald. Nicht einmal eine Rast legten sie ein. Immer wieder mussten sie an die Bauern denken. Es war für sie nicht schwer, sich auszumalen, was passierte, wenn sie denen in die Hände fielen. Die Bauern hätten sie schnell entlarvt, denn sie waren abergläubisch und würden keine Sekunde zweifeln.

Plötzlich hörten sie drei Schüsse. Wie angewurzelt blieben sie stehen. Dass diese Schüsse und auch alle folgenden ihnen galten, merkten sie erst, als rechts und links von ihnen Kugeln in die Bäume klatschten. Erschrocken ließen sie sich zu Boden fallen. Jemand brach weit hinter ihnen durch das Gehölz.

»Dem Geräusch nach zu urteilen, ist es diesmal eine Einzelperson«, flüsterte Dietrich Borodin. »Leider nützen mir meine Hexenkräfte wenig, denn ich kann mich nicht richtig konzentrieren.«

David neben ihm ging nicht darauf ein. Er robbte vorwärts.

»Wohin?« hörte er hinter sich die gedämpfte Frage seiner Frau.

»Ich versuche, den Burschen von hinten anzugehen.«

Wie eine Schlange verschwand er im Gestrüpp. Wenig später hörte man nichts mehr von ihm.

»Er ist auch am Tag ein Wolf!« Jane wusste nicht, wie Dietrich das gemeint hatte. Wie ein Scherz hatte es nicht geklungen, eher wie eine Feststellung. Sie antwortete nicht.

»He, wo seid ihr?« rief in diesem Augenblick jemand. »Es tut mir leid, wenn ihr mit der ganzen Sache nichts zu tun habt und friedliche Bürger seid. Aber ich muss sichergehen und behalte deshalb lieber mein Gewehr im Anschlag.«

»Er ist näher, als ich dachte«, raunte Borodin.

»Na los, zeigt euch, oder soll ich mit dem Gewehr das Gestrüpp in Fetzen schießen. Auch Zufallstreffer sind tödlich.«

Dietrich Borodin zögerte. Dann erhob er sich langsam. Jane folgte seinem Beispiel. Ein älterer Mann geriet in ihr Blickfeld. Sein Gewehr zeigte unmissverständlich auf Dietrich Borodins Bauchnabel. Es war schussbereit. Der feiste Mann hatte den Finger am Abzug.

Borodin spürte ein eigenartiges Gefühl in der Magengegend. Es war nicht angenehm. Er hob seine Hände noch höher.

»Mit wem haben wir die Ehre?« erkundigte er sich, obwohl er den Wirt aus dem Dorf sofort erkannt hatte.

»Donnerwetter, Sie kenne ich doch!« entfuhr es Sten Öberg.

Dietrich Borodin hielt unwillkürlich den Atem an. Ob sich der Mann an das nächtliche Intermezzo erinnerte? Nicht auszudenken wäre das.

»Kamen Sie nicht heute morgen ins Dorf? Oh, ich glaube, es war noch dunkel. Aber, ich dachte, Sie wären…« Die Augen Öbergs verengten sich misstrauisch. Er hob das Gewehr etwas höher. Sein Zeigefinger spielte mit dem Abzug. »Wart ihr nicht eben auch zu dritt gewesen?«

»Ganz recht!« erwiderte David trocken und richtete sich hinter ihm auf. Sten Öberg wirbelte herum, war aber viel zu langsam. David entriss ihm das Gewehr und drehte es herum.

*

»Wie ich schon sagte: Losgelöst von seinem Körper wird der Astralleib das, was das Individuum schon immer verkörperte. David Murphy ist und war ein Wolf – obwohl er mir eigentlich sympathisch ist. Vielleicht ist der eine oder andere Handelsreisende in seinem Innern ein hervorragender Hexenmeister?« Lächelnd sah Borodin Jane an, die an seiner Seite schritt, zu David Murphy und seinem Gefangenen.

Sie vermied absichtlich seinen Blick. Starr blickte sie zu Sten Öberg. Wenig später hatte dieser alles vergessen und trottete gemächlich davon – das Gewehr am langen Arm.

»Moment«, rief Dietrich Borodin. »Ich habe noch eine Frage an Sie.« Gehorsam kehrte der feiste Wirt zurück. »Was meinten Sie damit, als Sie behaupteten, ich sei heute morgen im Dorf gewesen?«

Der vergewaltigte Geist des Mannes bäumte sich sichtlich auf, hatte aber keine Chance.
»Sie kamen an und klopften am ersten Haus. Man öffnete Ihnen. Wenig später wusste es das ganze Dorf: Sie hatten einen Verkehrsunfall. Jemand blendete Sie mit seinem Wagen.

Sie folgten den Spuren, die seltsamerweise plötzlich aufhörten. Vergeblich versuchten Sie, den beiden Menschen zu helfen, die in dem Morast, den die Bäume am Straßenrand verdecken, untergingen. Es war bereits zu spät. Beide sind tot. Ein Pärchen. Den Papieren nach, die sie am Körper trugen, David Murphy und Jane Marvin. Die beiden haben am selben Tag, Stunden vor ihrem Tod, geheiratet. Sie waren völlig aufgelöst. Ein paar Männer gingen hin. Von dem fremden Wagen fehlt jede Spur.« Sten Öberg ging nach seiner Erklärung ungerührt fort und ließ das Grauen zurück.

Eine Weile sprach keiner der drei ein Wort, bis David schließlich die Stille unterbrach.

»Warum habt ihr ihn nicht gleich beeinflusst?«, sagte er tonlos. »Ich hätte mir eine Menge Schweiß ersparen können.«

»Es wäre zu gefährlich gewesen«, antwortete Jane brüchig. »Wenn ich gleich versucht hätte, diesen Öberg zu beeinflussen, hätte sich vielleicht ein Schuss gelöst.«

»Aufhören!« rief Borodin aus. »Wie könnt ihr jetzt so belanglose Dinge erörtern, während…« Er brach ab.

Jane schlug weinend die Hände vor das Gesicht. David nahm sie liebevoll und tröstend in die Arme.

»Bitte, beruhige dich, Jane, wir können es nicht ändern.« Borodin warf er einen hilflosen Blick zu. »Wir leben und sind gleichzeitig tot!«

»Ich kann nicht mehr«, schluchzte Jane. »Ich kann einfach nicht mehr.«
(Wird fortgesetzt!)

Copyright © 2010 by W. A. Harry


Der gesamte Roman ist auch käuflich zu erwerben:

Als eBook bei www.sofortlesen.de
Titel bestellen bei www.HaryPro.de
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Lesen Sie auch die Besprechung von Petra Weddehage:

W. A. Hary
Murphys Reise ins Jenseits…
MURPHY – Der Kämpfer des Lichtes 21

HARY-PRODUCTION, Neunkirchen, 08/2005
Roman-Heft, Horror
ISSN 16143345
Titelillustration von Christel Scheja
Comic von Hary/Bone

Als eBook bei www.sofortlesen.de
Titel bestellen bei www.HaryPro.de
Titel suchen bei Booklooker.de

David und Jane Murphy befinden sich auf ihrer Hochzeitsreise. Sie fahren mit dem Wagen nach Schottland, um dort ihre Flitterwochen zu verbringen. Während eines heftigen Gewitters verliert Murphy die Kontrolle über sein Auto und kommt von der Straße ab. Das Paar verliert das Bewusstsein. Doch kurz bevor David die Sinne schwinden, sieht er eine merkwürdige Gestalt mit rot glühenden Augen.

Dietrich Borowin, ein Handelsreisender, ist ebenfalls in dieser Nacht unterwegs. Er entdeckt das Auto der Bewusstlosen, das mitten auf der Landstraße quer steht, zu spät. Um nicht mit dem anderen Auto zu kollidieren, vollführt er hektisch ein Ausweichmanöver und rast in dichtes Gestrüpp. Auch er verliert das Bewusstsein. Kurze Zeit später trifft er auf David und Jane Murphy. Entsetzt bemerken die drei Pechvögel, dass sie nur noch als Astralwesen auf der Erde wandeln. David Murphy und seine Begleiter setzen nun alles daran, ihre Körper zu finden und den unheimlichen Situationen, in die sie geraten, zu entkommen.

Dem Autor gelingt es mit dem Einstieg in ein neues Abenteuer, die Leselust seiner Fans zu wecken. Die einzelnen Figuren werden gut in die Serie eingeführt und erhöhen die Spannung. Das Ende des Heftes steigert die Erwartung auf den nächsten Band. Christel Schejas Bild einer mondbeschienenen Landschaft ziert den 21. Band über den „Kämpfer des Lichtes“. Damit beweist sie wieder einmal ihre Stärke für phantasievolle Bilder. Die kalten Farben lassen eine mystische Atmosphäre entstehen.

Wer als Einsteiger diesen Band in die Finger bekommt, wird eine Weile brauchen, um sich in Murphys Welt zurechtzufinden. Es empfiehlt sich also, auch die anderen Bände zu besorgen. Wer Romane wie „Professor Zamorra“ oder „John Sinclair“ liebt, wird hier ebenfalls voll auf seine Kosten kommen. Für alle anderen Leser, die Horror-Geschichten mit einer dicken Portion phantastischer Elemente lieben, stellt diese Serie auf jeden Fall eine Bereicherung dar.

Copyright © 2010 by Petra Weddehage (PW)

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Schrecksekunde während Live-Sendung: Onanie vor laufender Kamera! / Buchtip der Redaktion: “Von böser Lust und rechter Freudigkeit” von Klaus Dede.

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. April 2010

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “Yahoo! Magazin – 29. April 2010: Bei einer Talkshow auf n-tv bekamen Moderatorin und Zuschauer mehr zu sehen, als ihnen lieb war.(…)”

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Buchempfehlung der Redaktion zum Thema Masturbation:

Klaus Dede
Von böser Lust und rechter Freudigkeit

Die Kampagnen der Priester, Pastoren, Ärzte und Lehrer gegen das unglaublich gemeine Laster der zerstörerischen Selbstbefleckung – Eine Diskursanalyse

Leseprobe

Verlag :      Shaker Media
ISBN :      978-3-86858-206-2
Einband :      Englisch Broschur
Preisinfo :      19,90 Eur[D] / 19,90 Eur[A] / 39,80 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      223 S. – 23,0 x 15,0 cm
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 27.07.2009

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Zwei Jahrtausende lang wurde die Onanie von den Christlichen Kirchen mit einem Verbot belegt, das von keinem Jungen jemals eingehalten werden konnte. Trotzdem wurde es seit dem 19. Jahrhundert flächende­ckend mit brutalen Mitteln durchgesetzt. Ein solches Tabu muss, so sagt Klaus Dede, enorme soziale Konsequenzen haben, und die benennt er in diesem Werk:

Das Onanierverbot löste die Jugendbewegung aus, die um 1890 einsetzte, also zu einer Zeit als die allgemeine Schulpflicht auch faktisch durchgesetzt wurde, denn die Jungen zogen nicht in Wald und Feld hinaus, um die deutsche Landschaft kennen zu lernen, sondern um in Ruhe onanieren zu können.

Durch eben dieses Tabu wurde in mehr als vier Generationen ein Ag­gressionsstau aufgebaut, der erst in zwei Weltkriegen abgebaut werden konnte.

Der vergebliche Versuch, das Masturbationverbot durchzusetzen, bewirkte eine üble Schnüffelpraxis der Lehrer, Pastoren und Ärzte, die es möglich machte, dass die Deutschen, die bis dahin nur den zwar keineswegs demokratischen, aber immerhin autoritären Rechtsstaat kennen gelernt hatten, am 31. Januar 1933 wussten, wie sie sich in einem terroristischen Regime, das seit dem 30. Januar bestand, verhalten mussten, um möglicherweise zu überleben.

Allgemein kann man sagen: Zwar war das Onanieren allen verboten, aber zumindest alle Männer haben es getan oder tun es. Hier hatte also die doppelte Moral des Bürgertums ihren Sitz, deren Prinzip so lautet: Man darf alles, aber man darf sich nicht erwischen lassen.

Klaus Dede wurde am 1. Juni 1935 in Nordenham (Nds.) als Sohn des Pfarrers Günther Dede geboren. Er war von Beruf Journalist und lebt heute als Rentner in Oldenburg.

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Kartendeck “Tarot der sanften Dämmerung” (Originalausgabe, Faltschachtel, 79 Karten, dt. Anl., 66 x 120 mm).

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. April 2010

Tarot der sanften Dämmerung
Originalausgabe, Faltschachtel, 79 Karten, dt. Anl., 66 x 120 mm
EAN 42503751-0005-8
€ [D] 19,90

Tarot-Karten
Herausgegeben von Lo Scarabeo

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie heißt der Verlag, in dem dieses Kartendeck erschienen ist? Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Sabine Weber, Alexander Gutsch und Albrecht Tietje. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN AUCH UNSEREM SPONSOREN!

KOSTENLOSES REZENSIONSEXEMPLAR für eine Besprechung auf unserer Schwesterseite www.buchrezicenter.de anfordern unter: presse@koenigsfurt-urania.com

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PRESSEMELDUNG: Melbournes Stadtreinigung entfernt versehentlich Graffito-Kunstwerk / Buchtip: Julia Reinecke: Street-Art – Eine Subkultur zwischen Kunst und Kommerz.

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. April 2010

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “AFP: Im australischen Melbourne haben Mitarbeiter der Stadtreinigung versehentlich ein Graffito des britischen Starkünstlers Banksy von einer Mauer geschrubbt. (…)”

Gesamte Pressemeldung lesen.

Redaktionstip:

Julia Reinecke
Street-Art

Eine Subkultur zwischen Kunst und Kommerz

Im Buch blättern

Verlag :      transcript
ISBN :      978-3-89942-759-2
Einband :      Paperback
Preisinfo :      23,80 Eur[D] / 24,50 Eur[A] / 42,80 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      194 S. – 22,5 x 15,5 cm
Gewicht :      290 g
Aus der Reihe :      Urban Studies

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Dieses Buch ist die erste wissenschaftliche Analyse von Street-Art. Es gewährt einen tiefen Einblick in die Subkultur und fragt, inwiefern Street-Art zwischen Graffiti, Bildender Kunst und Werbung zu verorten ist.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer vier Jahre langen qualitativen Recherche, während der die Autorin mit internationalen, namhaften Akteuren wie Blek Le Rat, D*Face, Invader, Jeroen Jongeleen und Stefan Marx sprach. Die Arbeit anderer Akteure – wie Banksy und Shepard Fairey (OBEY) – wird vorgestellt. Den theoretischen Unterbau liefern die Feldtheorie von Pierre Bourdieu und Subkulturtheorien von Sarah Thornton und David Muggleton.

Die Kulturwissenschaftlerin Julia Reinecke (M.A.) arbeitet als freie Journalistin in Berlin. Sie schreibt für ZEIT-Online und produziert Radiobeiträge für MotorFM, SWR2 und Deutsche Welle.

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 10 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Lucy und Stephen Hawking: Der geheime Schlüssel zum Universum (Die große illustrierte HC-Ausgabe!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 28. April 2010

Lucy und Stephen Hawking
Der geheime Schlüssel zum Universum

Die große illustrierte Ausgabe

Im Buch blättern

Übersetzt von Irene Rumler
Verlag :      cbj
ISBN :      978-3-570-13836-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 34,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      288 S., Mit fbg. Illustrationen und Fotos – 25,0 x 19,5 cm
Erscheinungsdatum :      02.11.2009

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Die große illustrierte Ausgabe des Weltbestsellers!

Spektakuläre Fotos offenbaren die Geheimnisse des Weltraums!

Zahlreiche Sachillustrationen veranschaulichen komplexe Zusammenhänge!

Der Bestseller von Stephen Hawking und seiner Tochter Lucy liegt jetzt als große illustrierte Ausgabe vor. Eine Vielzahl spektakulärer Fotos, aufgenommen von den NASA-Forschungssonden, offenbaren die Wunder des Weltalls und lassen uns teilhaben an Georges fulminantem Abenteuer!

Lucy Hawking, geboren 1970, arbeitete nach ihrem Studium französischer und russischer Literatur an der Universität von Oxford als freiberufliche Journalistin für die großen britischen Tageszeitungen “Daily Telegraph”, “The Times” und “Evening Standard”.

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Preisrätsel 10 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): In welchem Verwandschaftsverhältnis stehen die beiden Autoren des Buches zueinander? Sobald 50 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Susanne Stamm, Christina Hagl, Wilfried Graf, Stefan Bremermann, Gisbert Jendraschek, Julia Weiss, Rüdiger Brodbeck, Paula Hoffmann, Peter Ryll und Simone Kurzweil. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN AUCH UNSEREM SPONSOREN!

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PRESSEMELDUNG: Bislang tiefster Untersee-Vulkanschlot entdeckt / Lesetip der Redaktion: Kerstin Viering & Roland Knauer: Ozeane und Tiefsee.

Erstellt von Detlef Hedderich am 28. April 2010

PRESSEMELDUNG (ZITAT): London (apn/yahoo!) Sie sind die Lebensbasis für bizarre Tierarten. Britische Wissenschaftler haben nun in der Karibik den tiefsten bislang bekannten Unterwasser-Vulkanschlot entdeckt.

Komplette Pressemeldung lesen.


Lesetip der Redaktion:


Kerstin Viering / Roland Knauer
Ozeane und Tiefsee

100 Bilder, 100 Fakten

Verlag :      Naumann & Göbel
ISBN :      978-3-625-12033-9
Einband :      gebunden
Preisinfo :      7,95 Eur[D] UVP / 8,20 Eur[A] UVP / 14,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      224 S., vierfarb., zahlr. farb. Abb. – 18,0 x 22,0 cm
Aus der Reihe :      Wissen auf einen Blick

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Wie entstanden die Ozeane und Meere auf unserer Erde? Welche Anpassungsstrategien der Tiefseebewohner sichern das Überleben selbst bei extremsten Umweltbedingungen? Wie können wir die für die Menschheit so wichtigen Ressourcen der Ozeane nachhaltig nutzen? Auf diese und 97 weitere interessante Fragen gibt das Buch fundiert, umfassend und leicht verständlich Antwort. Es informiert über die Entstehung der Meere und Ozeane und deren Wechselwirkungen mit dem Klima, beschreibt das Leben im Wasser und die Geheimnisse der Tiefsee und berichtet über die Nutzung der vielgestaltigen Ressourcen unseres “Blauen Planeten”. So vermitteln die Inhalte dieses Buches die Grundlagen zum Verständnis der aktuellen Debatten über Klimawandel, Überfischung und Meeresverschmutzung und machen den spannenden Lesestoff zur Pflichtlektüre für jeden wissenschaftlich interessierten Leser. 100 Bilder – 100 Fakten: Wissenswertes auf den Punkt gebracht. Fundierte, leicht verständliche Texte und einprägsame Bilder. Mit informativen Karten und umfangreichem Glossar. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Leben im Meer und die Nutzung der Ozeane.

Kerstin Vierig und Dr. Roland Knauer arbeiten als Wissenschaftsjournalisten zu den Themenfeldern Natur, Umwelt und Geschichte für verschiedene Tageszeitungen, Magazine und Verlage. In der Reihe bisher erschienen: “Evolution”

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