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Literatur-Blog

Archiv für Februar 19th, 2010

DUNKELHEIT – Science-Fiction-Kurzgeschichte von Ann-Kathrin Karschnick

Erstellt von Ann-Kathrin Karschnick am 19. Februar 2010

Dunkelheit

Science-Fiction-Kurzgeschichte von


Traurig stach ich in See. Es war meine letzte Fahrt und ich wollte sie genießen. Noch einmal die salzige Gischt auf meiner Haut spüren, den kühlen Fahrtwind ein letztes Mal Besitz von mir ergreifen lassen. Geblendet werden von den gleißenden Strahlen der Sonne, während ich darauf warte ihr zuzusehen, wie sie am ewigen Horizont sich mit meiner großen Liebe vereinigt und in ihr eintaucht.

Doch bis dahin blieb noch ein wenig Zeit, denn jetzt stand sie hoch am Himmel und strich über mein Antlitz. Die Wärme kam langsam, aber sie hielt sich in mir. Es war ein schöner Tag für die letzte Fahrt auf dem Meer. Seit fast vierzig Jahren bin ich ein Liebhaber des blauen Elementes. Wir haben uns liebkost, uns abgestoßen, uns zeitweise aus den Augen verloren, doch nie haben wir die tiefe Verbundenheit verloren, die wir füreinander empfanden. Kein Tag in meinem langen Leben verging, ohne dass ich an die Härte dachte, die das Leben auf See mit sich brachte.

Und die Einsamkeit.

Sie war allgegenwärtig. Tagein tagaus verbrachte man damit Ausschau zu halten nach anderen wie mich, die ebenfalls der Sucht des Ozeans verfallen waren. Manchmal erblickte man gleich mehrere am Horizont. Doch nur selten kommt man sich nah genug, um einen Gruß zu erwidern, der dann tief und dröhnen die Einsamkeit aus meinem Herzen vertreibt.

Ein Vogel glitt neben mir über das Meer. Seine weißen, großen Schwingen schlugen nur selten auf und ab, denn er glitt auf dem Wind voran, der mir bereits so vertraut war. Ab und an schaute er zu mir und schien mich zu ermuntern, den Weg, den ich begonnen hatte, zu Ende zu bringen. Seine dunklen Augen stachen im heftigen Kontrast zu seinem strahlend hellen Federkleid heraus. Während er mich begleitete, verlor er eine seiner Federn. Sanft und zart schwebte sie mit den Luftströmungen des Ozeans, stieg dem Himmel entgegen auf, ließ sich kurz darauf wieder fallen, um schließlich auf mir zu landen. Ich kümmerte mich nicht darum sie fortzuwischen, denn der Wind würde dies für mich tun. Ein letztes Mal betrachtete ich den Vogel, ehe er sich wieder seinem einsamen Flug zuwandte und aus meinem Sichtbereich verschwand.

Heute war ein Tag, an dem ich keine Einsamkeit verspürte, denn ich wusste, dass der heutige Tag mein letzter auf den Wellen der See war. Als wenn die Tiefen dies ahnten, zeigten sie sich von ihrer schönsten und bezauberndsten Seite. Glitzernd ergossen sich die Sonnenstrahlen auf den Wellenkämmen und färbten sie in bunte, glückliche Farben.

Nur für mich! schoss es durch meine Gedanken.

So glitt ich Stunde um Stunde über das Nass, getragen von der einzigen Macht, die mich bändigen konnte. Die Strahlen der Sonne verblassten sanft und ließen Platz für die immer Besitz ergreifenderen Hände der Kälte. Endlich begann das Schauspiel, auf welches ich seit dem Morgen wartete. Zitternd am ganzen Körper sah ich zum letzten Mal das frohe Farbenspiel des Sonnenunterganges. Die wenigen Wolken am Firmament färbten sich erst blutrot und verblassten nach und nach zu einem zarten rosa. Flockig überzogen die Wolken den Himmel, ehe die Sonne im Meer versank und der Dämmerung den Vortritt ließ. Gerührt dank dieser wunderschönen Vorstellung zu meinem Abschied konnte ich mich für einen langen Moment nicht rühren. Immer weiter fuhr ich auf den Horizont zu, ohne mich zu bewegen oder in eine andere Richtung zu sehen. Der Anblick der näher kommenden Dunkelheit und des sich immer schneller entfernenden Lichtes fesselte mich.

Ein heftiges Rucken erschütterte plötzlich meinen gesamten Körper und ließ mich schwanken. Nur einen kurzen Augenblick lang war ich verwirrt und ängstlich, doch der Schmerz, der sich durch mich wand, verdrängte alle anderen Gefühle. Vorbei war das Empfinden der Einsamkeit, beendet die Glückseligkeit der Fahrt und doch spürte ich keine Angst mehr.

Etwas hatte sich durch meine Haut gebohrt und sie der Länge nach aufgerissen. Nur mit Mühe konnte ich mich aufrecht halten. Nach einigen Sekunden vergaß ich den Schmerz. Es blieb die Gewissheit des baldigen Endes und dem wollte ich mit Würde und Anstand entgegensehen. Kurz darauf erhob ich mein Haupt und streckte es dem Himmel entgegen. Noch nie war ich ihm so nah gekommen. Die Nacht brach herein und mit ihr kamen die Sterne. Glitzernd und funkelnd zwinkerten sie mir zu. Fröhlich tanzten sie am Himmelszelt um mir auf Wiedersehen zu sagen. Doch auch ihnen war klar:

Es würde kein Wiedersehen geben.

Dennoch dankte ich ihnen von ganzem Herzen für diese Freundschaftsbekundung. Langsam glitt ich hinab und spürte das Meer, meine unendliche Liebe, nach mir greifen. Sie packte mich, ließ mich nicht mehr los, wie schon seit unserer ersten Begegnung. Ich wehrte mich nicht, denn ich wusste, dass es kein Zurück mehr gab.

Neugierde kroch in mir empor. Neugierde über die Dinge jenseits der Wellen. Dinge, die ich nie zuvor gesehen habe. Nun würde es soweit sein. Über mir verschwand der Himmel. Wellen schlugen über meinem Haupt zusammen und umspülten meinen Körper. Eiseskälte umfasst mich und zog mich tiefer hinab. Die letzten Lichter der Wasseroberfläche verblassten. Die Dunkelheit erfasste mich, je tiefer ich sank. Sie war allumfassend, hielt mich gefangen und ließ mich nicht mehr los. Kein Licht drang mehr durch sie hindurch und erhellte meine Umgebung. Alles war schwarz und undurchdringlich. Letzte Blasen entwichen mir, ehe ich dem tiefen Schwarz des Meeresbodens entgegensah.

Wer ich bin?

Ich bin die MS Caligatio.

-ENDE-

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 5 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Sam Hayes “Stumm” (TB)

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Februar 2010

Sam Hayes
Stumm
Psychothriller
448 Seiten
Deutsche Erstausgabe
€ [D] 8,95 € [A] 9,20 / sFr 16,90
ISBN 978-3-548-28038-7

Titel bei buch24.de
Titel bei booklooker.de

Manche Geheimnisse sollten niemals ausgesprochen werden. Julias Leben ist in Aufruhr. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, ihre Mutter ist erkrankt und spricht seit Tagen kein einziges Wort. Nur die Liebe zu David, dem freundlichen Arzt ihrer Mutter, gibt Julia Kraft. Da findet sie am Straßenrand ein schwer verletztes Mädchen. Die Spuren am Tatort weisen auf David hin. Julia kann das nicht glauben – entgegen allen Beweisen besteht sie auf Davids Unschuld.

Sam Hayes wurde im englischen Coventry geboren. Ihr erster Roman Blutskinder wurde auf Anhieb zu einem großen internationalen Erfolg.

Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Welchen Beruf hat David? Sobald 20 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner des Preisrätsels heißen: Fabian Junker, Annette Schmidt, Ida Pawleniak, Moritz Hansberg und Evgenija Amzovic, Herzlichen Glückwunsch, die Titel wurden an die angegebenen Adressen versendet! Vielen Dank an alle Mitspieler! Besten Dank auch beim Verlag für die Preisrätseltitel!

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 5 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Conni und die verflixte 13 (Hörspiel)

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Februar 2010

Boehme, Julia
Conni und die verflixte 13
Hörspiel
Verlag :      Silberfisch
ISBN :      978-3-86742-449-3
Preisinfo :      7,95 Eur[D] UVP / 7,95 Eur[A] UVP / 15,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Erschienen :      03.2010
Aus der Reihe :      Meine Freundin Conni…
Titel bei buch24.de
Titel bei Amazon.de

Conni ist nicht abergläubisch. Zwar findet das Vorsprechen in der Theater-AG an einem Freitag, dem Dreizehnten statt und Anna macht deswegen alle verrückt. Aber Conni ist sich sicher, dass da gar nichts schiefgehen kann. Dann häufen sich seltsame Zwischenfälle. Ist die Dreizehn vielleicht doch eine Unglückszahl?
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Zur Rezension von Iris Gasper im buchrezicenter

Die Aufgabe zum Preisrätsel 5 x 1 Exemplar:

Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Ist Conni abergläubisch, ja oder nein? Sobald 20 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 5 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner des Preisrätsels heißen: Demian Hilme, Georg Eller, Jule Neirich, Olav Gerlach und Vanessa Nieborn, Herzlichen Glückwunsch, die Titel wurden an die angegebenen Adressen versendet! Vielen Dank an alle Mitspieler! Besten Dank auch beim Verlag für die Preisrätseltitel!

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