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Literatur-Blog

Archiv für Oktober, 2009

PREISRÄTSEL: Neue Ullstein-Taschenbücher im November 2009: 21 Preise (pro Gewinner 1 Titel) (3 Exemplare von jedem der 7 Titel stehen zur Verfügung)

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Oktober 2009

Neue Taschenbücher im November 2009 – eine Auswahl aus Original- und deutschen Erstausgaben:

Jutta Speidel, Bruno Maccallini
Wir haben gar kein Auto …
Mit dem Fahrrad über die Alpen
256 Seiten mit vierfarbigem Bildteil
Originalausgabe
€ [D8,95 € [A]9,20/ sFr 16,90
ISBN 978-3-548-37318-8

Wir sind dann auch mal weg …
Freiwillig mit dem Fahrrad von München nach Merano! In zehn Tagen und quer über die Alpen!
Da prallt italienisches dolce far niente auf deutsche Disziplin und Gründlichkeit. Herrlich komisch erzählen Jutta Speidel und ihr Lebensgefährte Bruno Maccallini (lebt in Rom und ist in Italien ein erfolgreicher Schauspieler und Regisseur) von den absurden, anstrengenden aber auch schönen Erlebnissen ihrer gemeinsamen deutsch-italienischen „Tour de Force“.

Titel bei Amazon.de

Conni Lubek
Entlieben für Fortgeschrittene
Roman
336 Seiten,
mit vielen Fotos von Curd
Originalausgabe
€ [D]9,95/ € [A]10,30/ sFr 18,90
ISBN 978-3-548-26808-8

Curd ist wieder da!
In Anleitung zum Entlieben liebte Lpunkt einen Mann, der ihre Gefühle nicht erwiderte. In Entlieben für Fortgeschrittene ist der Fall schon diffiziler. Dick, der Holländer, liebt Lpunkt. Problem diesmal: Er ist schon verheiratet. Was nun?
Eine neue Herausforderung für Lchen und Curd Rock, die wie gewohnt tapfer kämpfen, wenn es um den Menschen ihres Herzens geht. Und so aussichtslos ist es diesmal gar nicht – oder doch?

Titel bei Amazon.de

Manuela Golz
Gemeinsam sind wir unausstehlich
Roman
320 Seiten
Originalausgabe
€ [D] 8,95 / € [A] 9,20 / sFr 16,90
ISBN 978-3-548-28108-7

…und einzeln auch.
»Tom war der erste Junge, mit dem ich nackt gekuschelt hatte, mit dem ich bis an den Rand der Besinnungslosigkeit geknutscht und der mir den ersten Liebesbrief meines Lebens geschrieben hatte. Genau in der Reihenfolge. In der Landkommune war eben alles anders. Man hielt sich hier nicht an die übliche Prozedur: Kino, Küssen, Kuscheln. Man kuschelte erst, und wenn das gut lief, ging man ins Kino oder zum Makramee-Kurs.«

Titel bei Amazon.de

Jamie Freveletti
Lauf
Thriller
384 Seiten
Deutsche Erstausgabe
€ [D]8,95/ € [A] 9,20/ sFr 16,90
ISBN 978-3-548-28119-3

Eine Frau rennt um ihr Leben.
Ein Flugzeugabsturz mitten im kolumbianischen Dschungel. Guerilla-Kämpfer entführen die wenigen Überlebenden. Allein die Biochemikerin und Langstreckenläuferin Emma Caldridge kann sich vor ihnen verstecken. Völlig auf sich gestellt und ohne Orientierung entschließt sie sich, den Entführern zu folgen. Was Emma nicht ahnt: Der Absturz des Flugzeugs war geplant.

Titel bei Amazon.de

José Carlos Somoza
Fluch der Angst
Thriller
576 Seiten
Deutsche Erstausgabe
€ [D] 9,95 € [A] 10,30/ sFr 18,90
ISBN 978-3-548-28035-6

Die Macht des Terrors.
Deutschland, in einer nahen Zukunft: In einem Zug wird Daniel Kean Zeuge eines Anschlags. Der Attentäter wird gestellt, doch kurz vor seinem Tod flüstert er Daniel einen Code zu. Wenig später sind ihm zwei brutale Männer auf der Spur. Der eine will Gottes Einfluss auf Erden zerstören, der andere selbst herrschen. Daniel muss den Code um jeden Preis bewahren, steht doch das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel.

Titel bei Amazon.de

Emilio Calderón
Das Geheimnis von Meißen
Historischer Roman
288 Seiten
Deutsche Erstausgabe
€ [D]8,95 / € [A] 9,20/ sFr 16,90
ISBN 978-3-548-60931-7

Weißes Gold.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts versucht in Meißen Johann Friedrich Böttger, das Geheimnis der Porzellanherstellung zu lüften. Auch der junge Spanier Ossorio ist auf dem Weg nach China, um dort hinter die Formel zu kommen. Doch dort verliebt er sich unsterblich in Jade, die Geliebte des Rebellen Feng, seines wichtigsten Verbündeten. Wird er den Wettlauf gegen Böttger gewinnen?

Titel bei Amazon.de

Anna Godbersen
Geheime Liebschaften
Roman
384 Seiten
Deutsche Erstausgabe
€ [D]8,95/ € [A] 9,20/ sFr 16,90
ISBN 978-3-548-26781-4

3. Teil der Prinzessinnen von New York.
Zwei Monate nach dem dramatischen Wiederauftauchen der tot geglaubten Liz Holland erwartet ganz Manhattan gebannt ihre Rückkehr an die Spitze der feinen Gesellschaft. Doch Liz weigert sich; ihre Schwester Diana muss alle repräsentativen Auftritte übernehmen. Und trifft dabei immer wieder auf Henry Schoonmaker, den Mann, den sie liebt und der nun mit einem Diamantring an die intrigante Penelope gefesselt ist …

Titel bei Amazon.de

Die Aufgabe zum Preisrätsel 21 Gewinnexemplare:

Preisrätsel 21 Exemplare: Wer ein Exemplar erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte “Ullstein-TBs November 2009”): Nennen Sie alle 7  hier aufgeführten Neuheiten November 2009 mit Titel und Autor. Ausserdem, welchen der 7 Titel Sie gerne als Preistitel erhalten möchten! Sobald 250 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 21 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Gerhard Hirtreiter, Friedrich Taus, Ralf Sudau, Annelene Haertter, Reinhard Voges, Hans-Heinrich Leimkühler, Theo Grützbach, Monika Grützbach, Monika Krumm, Julia Lampka, Elisa Mansel, Manfred Meyenburg, Monika Schünemann, Christina Hoppe, Wolfgang Korenika, Michael Wilhelm, Fred Eickmeyer, Ruth Bertheau, Jens Vorwerg-Feldmann, Wolter de Pesch und Cecile Bertheau. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Preisrätsel 5 x 1 Exemplar “Die wilde Gabe” aus Anlass zu Ursula Le Guin´s achtzigsten Geburtstag am 21. Oktober 2009…

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Oktober 2009

Am 21. Oktober 2009 feiert Ursula Le Guin ihren achtzigsten Geburtstag. Eine Woche später, am 28. Oktober, läuft auf Sat 1 um 20.15 Uhr Die Saga von Erdsee, die Verfilmung ihrer Erdsee-Romane, die im Taschenbuch des Piper-Verlages lieferbar sind.

Zu diesem Anlass veranstaltet sfbasar.de und der Piper-Verlag (als Sponsor) ein Preisrätsel 5 x 1 Exemplar des zuletzt erschienen Titels Die wilde Gabe. (Preisrätsel am Ende der Auflistung weiter unten!)

Informationen zur Autorin:
Ursula K. Le Guin, geboren 1929 in Kalifornien, ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten phantastischen Autorinnen. Für den »Hainish«-Zyklus wurde sie mit dem Hugo- und dem Nebula-Award ausgezeichnet. Mit dem Fantasy-Epos »Erdsee« schuf sie ein zeitloses Meisterwerk, das Millionen von Fans in der ganzen Welt begeistert und zu den meistverkauften Zyklen überhaupt gehört. Weiteres zur Autorin.

Lieferbar bei Piper:
Erdsee
4 Romane in einem Band
Aus dem Amerikanischen von Hilde LinnertMargot Paronis
925 Seiten. Kartoniert
€ 12,95 [D], € 13,40 [A], sFr 23,90
ISBN: 9783492285230
Erschienen: Juli 2004

Titel bei Amazon.de lieferbar

Der junge Zauberschüler Ged ist einer der größten Magier von Erdsee. Eines Tages schafft er eine Verbindung zum Totenreich. Dabei jedoch erkennt er, daß die Welt der Lebenden durch einen Riß im Jenseits bedroht wird. Gemeinsam mit der Hohepriesterin Tenar und Tehanu, der Tochter der Drachen, stellt sich Ged den dunklen Mächten, die Erdsee ins Verderben stoßen wollen …

Rückkehr nach Erdsee
Roman
Aus dem Amerikanischen von Joachim Pente
288 Seiten. Kartoniert
€ 7,90 [D], € 8,20 [A], sFr 14,90
ISBN: 9783492285421
Erschienen: September 2004
Titel bei Amazon.de lieferbar

Nacht für Nacht hat der junge Zauberer Erle den gleichen entsetzlichen Traum: Die Steinmauer, die die Toten von den Lebenden trennt, bricht ein und droht, den Inselkontinent zu verschlingen. Verzweifelt wendet sich Erle an den Erzmagier Ged, der zurückgezogen auf der Insel Rok lebt. Doch Geds Magie ist schwach. Erle muß zum Hof Lebannens reisen, um Hilfe bei Tenar und Tehanu zu suchen. Dort erfährt er von einer weiteren Gefahr: Drachen planen eine Invasion – und der Schlüssel zur Rettung seiner Welt liegt in Erles Traum verborgen …
»Dieser Zyklus zählt unbestritten zu den größten Werken der Fantasy überhaupt.«
The Observer.

Das Vermächtnis von Erdsee
Aus dem Amerikanischen von Barbara Kleiner
384 Seiten. Kartoniert
€ 8,90 [D], € 9,20 [A], sFr 16,70
ISBN: 9783492285414
Erschienen: November 2004
Titel bei Amazon.de lieferbar

Was geschah in den Jahren, als Ged Erzmagier an der Zauberschule von Rok war? Welches Geheimnis barg das vergangene finstere Zeitalter? Und wie werden der Sperber, Tenar und Tehanu, die Tochter der Drachen, ihre Welt retten können? Mit diesem Band spinnt Ursula K. Le Guin ihren weltberühmten »Erdsee«-Zyklus weiter – eine faszinierende Reise in die Vergangenheit und Zukunft des Insel-Kontinents, die durch einen umfassenden Anhang über die Geschichte, Völker und Magie Erdsees komplettiert wird.
»Vor Le Guins legendärem Werk kann man sich nur verneigen.«
Daily Mirror.

Das ferne Ufer
Der Erdsee-Zyklus 3
Aus dem Englischen von Margot Paronis
268 Seiten. Kartoniert
€ 7,95 [D], € 8,20 [A], sFr 14,90
ISBN: 9783492291507
Erschienen: Dezember 2006
Titel bei Amazon.de lieferbar

Eine große Gefahr bedroht das Leben in Erdsee: Zauber zeigen keine Wirkung mehr, die natürliche Balance zwischen Licht und Dunkelheit, Leben und Tod scheint gestört. Besorgt begibt sich Ged, mittlerweile Erzmagier von Rok, mit dem Prinzensohn Arren auf die Reise, um das dunkle Geheimnis zu lüften, das über Erdsee schwebt. Doch im Reich des Todes lauern viele Gefahren, und bald kämpfen sie ums Überleben. Gelingt es den beiden, die bevorstehende Vernichtung zu verhindern?  Ursula K. Le Guins Welterfolg – als großartiges Animationsabenteuer verfilmt.

Die wilde Gabe
Roman
Aus dem Amerikanischen von Florian F. Marzin
304 Seiten. Kartoniert
€ 7,95 [D], € 8,20 [A], sFr 15,00
ISBN: 9783492266406
Erschienen: August 2007

Titel bei Amazon.de lieferbar

Das langerwartete neue Meisterwerk der erfolgreichsten Fantasy-Autorin aller Zeiten: In einem abgelegenen Hochland verfügen die Menschen über unheimliche magische Begabungen. So auch der junge Orrec, der andere mit seinem Blick töten kann. Orrec hat seine Fähigkeiten jedoch nicht unter Kontrolle. Er wird zu einer unberechenbaren Gefahr für seine Familie und seine Feinde. Ihm bleibt nur, das Rätsel der Gabe zu entschlüsseln. Und als eines Tages ein mysteriöser Fremder im Dorf auftaucht, stoßen Orrec und seine Gefährtin Gyr auf eine erschreckende Wahrheit … »Ein Roman mit all der Magie, die ›Erdsee‹ zu einem Klassiker machte.« Booklist.

Die Aufgabe zum Preisrätsel 5 x 1 Exemplar:

Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte “Ursula Le Guin”): Wie heisst der genannte Zyklus, der auch verfilmt wurde? Sobald 20 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 5 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Stefan Krüger, Susan Becker, Sandra Gruschkus, Andreas Weippert und Bernd Kwast. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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PREISRÄTSEL: 3 x 1 Exemplar: Nikolaus Piper: Die Grosse Rezession

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Oktober 2009

Hanser-Autor Nikolaus Piper in Frankfurt mit dem “Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2009″ ausgezeichnet. Den Preis erhielt er für sein im September erschienenes Buch “Die Große Rezession – Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft”.

Aus der Laudatio: “Die Jury war sich einig, dass das Buch das Thema der Wirtschaftskrise hervorragend beleuchtet. Nikolaus Piper gelingt es aufzuzeigen, dass sie zu verhindern gewesen wäre. Er macht sogar deutlich, an welchen Stellen man hätte eingreifen können und müssen, doch hat nicht das Thema den Ausschlag gegeben, sondern die Qualität des Buches”.

Nikolaus Piper
Die Große Rezession

Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft
312 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag
€ 19,90
ISBN 978-3-446-41952-0

Pressetext:
Was kommt nach der Krise?
Die Vereinigten Staaten stehen mitten in einem epochalen Umbruch. Die zweite große Weltwirtschaftskrise, die am 15. September 2008 in New York ausgebrochen ist, hat die Ursache in den unverantwortlichen Exzessen an der Wall Street, aber noch mehr in fundamentalen globalen Ungleichgewichten. Amerika hat über seine Verhältnisse gelebt und China hat seinen Handel auf dem Rücken anderer Länder ausgedehnt. Die Ungleichgewichte werden jetzt korrigiert und Millionen Menschen
müssen darunter leiden.

Es zeigt sich, dass die USA ihre Wirtschaftsprobleme nicht mehr alleine lösen können. Die Zeiten, in denen die Wall Street den Puls der Weltwirtschaft bestimmte, sind unwiderruflich vorbei. Doch Präsident Barack Obama hat die Chance, die Führungsrolle der nach wie vor dominierenden Wirtschaftsmacht der Welt im Kapitalismus des 21. Jahrhunderts neu zu definieren. Der Wirtschaftsjournalist Nikolaus Piper hat die Finanz- und Wirtschaftskrise seit ihren Anfängen in New York erlebt. In seiner von vielen Alltagserfahrungen geprägten Analyse schildert er, wie die Krise Amerika verändert und was die Präsidentschaft Obamas für die Weltwirtschaft bedeutet.

Nikolaus Piper ist Wirtschaftskorrespondent der “Süddeutschen Zeitung” in New York. Er arbeitete für die “Badische Zeitung”, den “Vorwärts”, “Associated Press” und die “Zeit”. Von 1999 bis 2006 war er Wirtschaftschef der “Süddeutschen Zeitung”. Piper ist Träger des Ludwig-Erhard-Preises und Autor mehrerer Sach- und Kinderbücher. Für seine “Geschichte der Wirtschaft” bekam er den Jugendliteraturpreis.

Titel bei Amazon.de

Die Aufgabe zum Preisrätsel 3 x 1 Exemplar:

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte “Die Große Rezession”): Für welche deutsche Zeitung ist der Autor Wirtschaftskorrespondent? Sobald 20 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 3 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Roland Heller, Sebastian Becker und Stefan Goldbach. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Thien Tran. Gedichte: Fieldings – Quartheft 11 der Bibliothek Belletristik

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. Oktober 2009

fieldingsThien Tran. Gedichte
Fieldings

Quartheft 11 der Bibliothek Belletristik
Verlagshaus J. Frank, Berlin, 8/2009
TB mit Klappbroschur, Lyrik und Prosa, Surrealismus
ISBN 9783940249081
Titel- und 5 Innenillustrationen (schwarz-weiß-rot) von Lena Baklanova

www.belletristik-berlin.de
www.poetenladen.de/thien-tran.htm

Thien Tran, geboren 1979 in Ho Chi Minh-Stadt/Südvietnam, lebt seit 1982 in Deutschland und studiert an der Uni Köln Germanistik, Philosophie und Klassische Literaturwissenschaften. Seit geraumer Zeit veröffentlicht er Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, ferner Literaturrezensionen. „Fieldings“, erschienen im Verlagshaus J. Frank, beinhaltet aber nicht nur Gedichte, die sich dem Haiku anlehnen, wie es der Titel verspricht, sondern auch einen längeren Prosatext, den man durchaus in Lyrikform hätte auflösen können. Insofern besteht das Buch aus zwei Teilen, die durch Illustrationen von der Künstlerin Lena Baklanova voneinander getrennt werden.

Erwähnenswert ist die ansprechende Gestaltung des Bandes: Taschenbuch mit Klappbroschur, das erste und letzte Blatt in Schwarz, die Texte und Illustrationen ausschließlich auf der rechten Seite – die linke bleibt unbedruckt bis auf die Seitenzahl, ein großzügiges Layout, die Schrift des Prosatextes ist recht klein, die der Gedichte größer, wobei kursive und in Großbuchstaben geschriebene Worte Akzente setzen.

Obwohl durch den Punkt für kurze Sätze gesorgt wird, hat man das Gefühl, einem frei fließenden Inneren Monolog oder ‚Stream of Consciousness’ zu folgen. Der Autor erzählt in direkter Rede: Er beobachtet, beschreibt, was er tut oder sieht, seine Gedanken schweifen weiter, zu ihm selbst, seinen Erinnerungen und ganz anderen Dingen, kehren wieder zurück zu dem, was er sieht usw. Es sind Impressionen vom Leben und den Menschen um ihn herum, die Reflexionen seiner Eindrücke und Überlegungen. Die Sprache verdeutlicht diese Wechsel, indem Sätze und Gedankengänge nicht immer vollendet werden. Der Mensch, sein Denken und die Umwelt erscheinen als Fragmente. In den Überlegungen geht es auch um die Sprache an sich, die gepflegt werden soll, und die Freiheit der Gedanken.

In etwa dasselbe spiegelt sich in den Gedichten wieder, die mit wenigen Worten z. B. das Charakteristische eines Regentags oder des Umfelds einer Pommes-Bude beschreiben. Nicht immer weiß man auf Anhieb, was der Autor zum Ausdruck bringen will, denn die Interpretationsmöglichkeiten sind mannigfaltig. „Fiedlings“ wendet sich an Leser, die inhaltlich und sprachlich experimentelle, auch surreale Texte – sowohl in Prosa- als auch in Gedicht-Form – zu schätzen wissen. In Kombination mit der interessanten Gestaltung entstand ein kleines ‚Kunst-Werk’, das weniger bei der breiten Masse, jedoch in Insider-Kreisen gewiss Beachtung finden wird. (IS)

Titel bei Amazon.de: Fieldings

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Science-Fiction-Krimi als Event: Juli Zeh & Slut: Corpus Delicti – eine Schallnovelle

Erstellt von Detlef Hedderich am 13. Oktober 2009

‘Corpus Delicti’, der im Frühjahr 2009 erschienene Roman der deutschen Schriftstellerin Juli Zeh, ist Ausgangspunkt dieses Projektes, das alle Genregrenzen sprengt: Die Rockband Slut hat zu dem spannenden Science-Fiction-Thriller acht Songs komponiert. Juli Zeh hat Textpassagen aus dem Roman dazu arrangiert und teilweise neu entworfen. Entstanden ist ein Klangbild des Buches, eine Idee, wie der Konflikt zwischen Gemeinwohl und individueller Freiheit klingen kann und wie ein Science-Fiction-Krimi als Hörspiel funktioniert.

Corpus Delicti, der im Frühjahr 2009 erschienene Roman von Juli Zeh, ist zum Ausgangspunkt eines Projektes geworden, das alle Genregrenzen sprengt. Das düstere Szenario einer Gesundheitsdiktatur wird hier – gemeinsam mit der Rockband Slut – zum Wortmusikstück.

Juli Zeh entwirft mit Corpus Delicti einen spannenden Science-Fiction-Thriller: Die junge Mia Holl muss sich wegen Nichteinhaltung der Gesundheitsgesetze vor Gericht verantworten. Sie will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer Vergewaltigung, unschuldig ist. So gerät sie in Stellung gegen das System, aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm.

Slut hat zu Corpus Delicti zehn neue Songs komponiert und eingespielt. Juli Zeh hat Textpassagen aus dem Roman dazu arrangiert und teilweise neu entworfen: So entsteht ein Klangbild des Buches, eine Idee, wie der Konflikt zwischen Gemeinwohl und individueller Freiheit klingen kann und wie ein Science-Fiction-Krimi als Hörspiel funktioniert. Einzelne Sätze inspirierten die Band zu instrumentalen, sphärischen Stücken, andere wiederum zu kraftvollen, melodischen Rocksongs.

Slut – gegründet 1995 in Ingolstadt. Mitglieder sind René Arbeithuber, Christian Neuburger, Matthias Neuburger, Gerd Rosenacker und Rainer Schaller. Letzte Alben: All We Need Is Silence (2004), StillNo1 (2008). Zuletzt interpretierten sie Stücke von Kurt Weill zur Dreigroschenoper Bertolt Brechts.

Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, wurde für ihre Bücher, die inzwischen in 29 Sprachen übersetzt sind, vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Bücherpreis (2002), dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Per Olov Enquist-Preis (2005) und zuletzt mit dem Jürgen-Bansemer-und-Ute-Nyssen-Dramatiker-Preis (2008), dem Prix Cévennes (2008), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009) sowie dem Gerty-Spies-Preis (2009).

Veranstaltungsort: Centralstation, Darmstadt
Noch Plätze frei?: Jetzt Tickets bestellen bei ztix
MP3-Downloads bei Amazon.de
Titel bei Amazon.de:
Corpus Delicti – Eine Schallnovelle. Audio-CD von Juli Zeh und Slut (Audio CD – 22. September 2009) – Audiobook
Corpus Delicti: Ein Prozess von Juli Zeh (Gebundene Ausgabe – 20. Februar 2009)
Corpus Delicti, Ein Prozess, 4 Audio-CDs von Juli Zeh und Helene Grass (Audio CD – 11. August 2009) – Audiobook

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DIE TAGE DER BESTIEN – Science-Fiction-Story von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am 13. Oktober 2009

Sie kamen immer am frühen Morgen. Sie wussten genau, dass der Nebel sie so lange verbarg, bis sie unsere Außenposten einfach umlaufen konnten. Aber das grauenvollste an ihnen war, dass wir ihre Augen nicht sehen konnten. Die Helme ihrer Anzüge waren nicht einsehbar und zeigten nur eine glänzende Schale wie eine völlig ruhige Wasserfläche. Dies und ihr stetes Erscheinen im Morgennebel führten dazu, dass wir ihnen den Namen Nebelbestien gaben. Und sie waren wirklich Bestien. Den ersten Kontakt mit den Bestien bezahlten mehrere Hundert von uns mit ihrem Leben. Noch bevor ihr Raumschiff unsere Welt berührte, wussten wir von ihrem Kommen. Kurz nachdem sie die Ekliptik unseres Systems durchflogen hatten, konnten einige besonders Begabte unter uns mit ihnen telepathischen Kontakt aufnehmen. In der Freude endlich auf eine andere Rasse zu treffen, übersahen wir völlig die Einseitigkeit der gedanklichen Verbindung. Niemand von uns störte sich daran, dass sie anscheinend nicht zur Telepathie fähig waren. Warum auch? Unsere besten Wissenschaftler hatten schon lange prognostiziert, dass wenn ein Kontakt zustande käme, wir damit rechnen müssten, dass die Fremden weder wie wir aussehen würden, noch unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten haben müssten. Sie würden mit aller Wahrscheinlichkeit anders sein als wir. Und sie waren anders.

Ihr Raumschiff, das nicht einmal besonders groß war, senkte sich auf einem Feuerstrahl immer langsamer werdend herab, und viele unserer Leute, die an dieser Stelle lebten, vergingen im Feuer. Mit aller Verzweiflung hatten wir versucht, die Fremden darüber zu informieren, dass ihr Landepunkt genau das Zentrum einer unserer Niederlassungen traf. Wenige nur schwammen rechtzeitig von der kleinen Insel weg und versuchten sich in tiefere Behausungen zu retten. Noch immer packt mich eine eiskalte Wut, wenn ich daran denke, dass mit den Erwachsenen auch alle dort lebenden Nachkommen verbrannt waren. Und darin verstehen wir keinen Spaß. Wer unsere Kinder tötet, hat ebenfalls den Tod verdient. Außerirdischer oder nicht.

Zu Anfang glaubten wir noch an ein entsetzliches Missverständnis und begannen erneut, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Wir schickten ihnen große Schwärme von Nahrung, die von einer Gruppe von Jägern geführt wurden. Sie mussten sie sofort entdeckt haben, denn als die Schwärme fast den Strand erreicht hatten, öffneten sich mehrere Tore an ihrem Schiff und drei fliegende, flache Geräte erschienen, die unmittelbar darauf mit himmelblauen Strahlen auf die Schwärme feuerten. Erst als sich die Dampfwolken wieder gesenkt hatten, sahen wir, dass die telepathischen Hilferufe der Jäger sie ebenfalls nicht vor der Vernichtung gerettet hatten. Nur einer von uns, nämlich ich selbst, dachte nur kurz daran, dass sie womöglich die Schwärme als angreifende Tiere missdeutet haben könnten. Aber warum hatten sie auch die Begleiter getötet? Von da an unternahmen wir keinen Versuch mehr, mit den Bestien zu sprechen, sondern begannen uns zu überlegen, wie wir sie bekämpfen konnten.

Unser erster Schritt war die völlige Evakuierung aller Niederlassungen im weiten Umkreis um das gelandete Raumschiff. Als zweite Maßnahme ging ein telepathischer Warnruf um den ganzen Planeten. Jeder Clanführer, jeder Jäger, jedes einzelne Individuum auf unserer Heimatwelt wusste innerhalb von wenigen Herzschlägen Bescheid über die feindliche Natur der Besucher. Danach wurden freiwillige Kämpfer rings um die Insel postiert, um die Fremden zu überwachen und um jede kleinste Information, die sie beobachten konnten, weiter zu geben. Ich war einer dieser Wächter. Eine Zeitlang tat sich seitens der Bestien nichts und so hatte ich ausreichend Gelegenheit ihr Raumschiff zu betrachten. Die Form des Schiffes glich entfernt einem der großen Seetiere, die genauso lang gestreckt waren und eine vergleichbare glatte, silberne Haut hatten. Nach oben hin verjüngte sich das Schiff zu einer Spitze, die ringsum von Öffnungen umgeben war, hinter denen wir manchmal Bewegungen wahrnehmen konnten. Das untere Ende verlief in einem Kranz aus fünf starken Beinen, die mich an die Fangarme und Saugnäpfe unseres natürlichen Feindes, des Achtarms, erinnerten. Zwischen den Beinen des Raumschiffes war der Feuerstrahl gewesen, der so vielen von uns das Leben gekostet hatte. Direkt unter dem Schiff glühte noch immer der Boden und eine weite Fläche war schwarz verbrannt. Mir wurde übel, wenn ich daran dachte, dass Hunderte Clanmitglieder dort verkohlt am Boden lagen und nie wieder zur Jagd in die Fluten tauchen würden.

Die fliegenden Waffen waren nach ihrer Tat ohne erkennbare Regung wieder in den Öffnungen des Schiffes verschwunden. Trotz meiner hervorragenden Linsen konnte ich nicht mit Bestimmtheit die Stellen definieren, an denen sich die Tore befinden mussten. Außer den Fenstern an der Spitze unterbrach nichts die Oberfläche des Raumschiffes. Ich hörte mit halber Aufmerksamkeit den spärlichen Gedankenberichten der anderen Beobachter zu, konzentrierte mich aber so gut es ging auf die Diskussion unserer Führer über die Möglichkeiten einer Verteidigung oder eines Angriffes. Grimmig nahm ich zur Kenntnis, dass die überwiegende Zahl der Stimmen die Chancen eines Angriffes besprachen. Fast niemand beschäftigte sich mit Passivität oder gar Rückzug. Mich erfüllte Stolz bei dem Gedanken, dass wir immer noch Jäger waren. Eine starke Nation, keine Schwächlinge wie die riesigen Sammler, die uns zwar geistig überlegen waren, doch niemals eine aggressive Handlung begehen würden.

Gerade als sich der Boden abgekühlt hatte und nur noch vereinzelt Rauchschwaden emporstiegen, erschien eine neue Öffnung an einer Seite des Schiffes. Viel kleiner als die anderen, aber doch so groß, das auch einer von uns bequem darin Platz gefunden hätte. Und dann sahen wir die Nebelbestien zum ersten Mal. Sie gingen aufrecht auf zwei Beinen, hatten weder einen Schwanz noch erkennbare Flossen. Zu beiden Seiten ihres seltsam flachen Körpers ragte je ein Fangarm heraus, dessen Ende in mehrgliedrigen Greifern auslief. Aber diese Fangarme wirkten steif, nicht elastisch und waren an drei Gelenken beweglich. Wie konnte eine Rasse mit nur zwei Armen derart erfolgreich sein, dass sie Raumfahrt betreiben konnten, an der unsere Wissenschaftler bisher nur theoretisch arbeiteten? Der Kopf der Bestien steckte in Helmen, die ringsum geschlossen waren. Auf dem Rücken trugen die Fremden zylindrische Körper, von denen Leitungen an verschiedene Stellen des Helmes führten. In den Greifern ihrer Fangarme hielten sie allerlei verschiedene Gegenstände, von denen niemand ahnen konnte, was sie darstellten. Einzig ein Gerät trug jeder von ihnen, und dieses Gerät würden wir allzu bald kennen lernen.

Einer der Außerirdischen trat an den Rand der neuen Öffnung und berührte eine verborgene Stelle. Unmittelbar darauf schob sich zu seinen Füssen eine flache Rampe heraus, die schnell den Boden erreichte. Er hielt sein Gerät schräg vor sich und lief langsam in komischen, leicht schaukelnden Bewegungen herunter. Wahrscheinlich resultierte diese Gangart aus der Tatsache, dass sie nur zwei Beine hatten. Mit Genugtuung gab ich diesen Beweis ihrer körperlichen Rückständigkeit an unsere Führer weiter. Dem ersten folgten in lockerem Abstand weitere. Als zehn von ihnen auf dem Boden standen, schwärmte ungefähr die Hälfte von ihnen aus und näherte sich dem Wald. Der erste, er schien der Anführer zu sein, blieb in der Mitte stehen und verfolgte das Vordringen seiner Leute. Telepathisch konnte ich verfolgen, wie andere Beobachter sehen konnten, dass die Nebelbestien allerlei verschiedenes Gerät aufbauten, Messungen machten und Proben von allem entnahmen, was sie finden konnten.

So verging der erste Tag. Leider starben in der Nacht – außer mir und einem weiteren Beobachter – alle anderen. Unsere lumineszierenden Augen stellten für die Bestien ein wunderbares Ziel dar, auf das sie sofort feuerten, als sie es sahen. Ich danke noch heute dem Gott aller Dinge für meine Rettung und fühle noch immer den Schmerz auf meinen Schuppen, als der blaue Strahl mich fast berührte. Nur meiner Wendigkeit und Schnelligkeit habe ich es zu verdanken, das ich noch am Leben bin. Und diese Eigenschaften gab mir – wie alles auf unserem Planeten – der Gott aller Dinge. Warum die Nebelbestien auf uns schossen, kann ich bis heute nicht sagen. Niemand weiß, warum sie uns angriffen und bei jeder Gelegenheit töteten. Doch ich darf die Ereignisse nicht vorwegnehmen.

Nach dieser Nacht verzichteten wir notgedrungen auf eine nächtliche Beobachtung und bauten unser Vorwarnsystem auf. Hunderte von Blinkern und Tausende von Nachtseglern wurden um das Raumschiff platziert und seltsamerweise von den Nebelbestien in Ruhe gelassen. Sie erkannten nicht, dass diese Wesen Teil unserer planetenweiten Gemeinschaft waren und uns halfen. Sie ignorierten sie völlig, so dass wir nach und nach die Blinker und Nachtsegler immer näher an sie heranführten. Zwar war es umständlich, nicht telepathisch zu kommunizieren und auch die Qualität der Nachrichten war weniger ergiebig, aber immerhin riskierten wir kein einziges kostbares Leben mehr. Diese Nachricht wurde wie ein erster kleiner Sieg von allen aufgenommen, die sie hörten und in uns stieg die Zuversicht, bald die Bestien zu vertreiben.

Doch dann folgte der zweite Tag. Wie immer stieg der Nebel aus dem Wald empor und senkte sich die Strände entlang herab. Die ersten Stunden des Tages waren sonst stets ein Dankgebet an den Gott aller Dinge gewesen, friedlich und wunderschön. Wie hatten wir es geliebt, den Nebelschwaden zu folgen, die auf das Wasser fielen, sich träge dahin bewegten und schließlich sich in den langsam aufsteigenden grünen Sonnenstrahlen auflösten. Die Luft roch danach immer so frisch nach Wald, dass ich oft dem Drang nachgab, das Wasser zu verlassen und mich an den Waldrand setzte und meine Schuppen in der Sonne wärmte. Nun war mir diese Freude verdorben, denn jedes Erscheinen des Nebels, brachte auch die Bestien zum Vorschein. Entweder liebten sie ebenfalls den Nebel oder irgendeine unbekannte Bosheit trieb sie aus ihrem Schiff heraus.

Nur ein einziges Mal gelang es uns, einen von ihnen im Wasser zu töten. Er stand sehr nahe an der schwachen Brandung und bemerkte den Fangarm nicht, der sich vorsichtig an ihn heranschlängelte. Auch als einer seiner Artgenossen ihm einen kurzen Warnruf zuschrie, konnte er nicht mehr rechtzeitig reagieren. Blitzschnell und mit unbarmherzigem Griff umschlang einer von uns seine Beine und zog ihn unter Wasser. Dort erdrückten wir ihn. Leider konnten wir ihn nicht mitnehmen, da plötzlich von allen Seiten die blauen Strahlen tief ins Wasser drangen und einige von uns augenblicklich töteten. Das Wasser wurde kochend heiß und wir mussten uns ohne die Leiche entfernen. Unsere Führer bedauerten dies, hätten sie doch zu gerne eine der Bestien gefangen und untersucht. Doch mit aller gebotenen Konsequenz wurden uns solche Versuche in der Zukunft untersagt. Kein Individuum durfte noch einmal so leichtsinnig sein Leben verlieren.

Danach errichteten wir unser Verteidigungssystem, bestehend aus Schleuderern, Tarnflossern und Spuckern. Die Schleuderer postierten wir knapp unterhalb der Wasseroberfläche. Sie konnten zwar ihre Stromschläge unter Wasser weitaus effektiver einsetzen, aber die Nebelbestien kamen leider nicht mehr an oder ins Wasser. Zugegeben, waren die Schleuderer im Kampf nicht besonders erfolgreich, aber den einen oder anderen der Fremden erledigten sie doch. Und dies ohne eigene Verluste. Dagegen gelang es den Tarnflossern weitaus mehr Nebelbestien zu erwischen. Sie krochen des Nachts ans Ufer und nahmen innerhalb kürzester Zeit die Farbe des Sandes, des Bodens oder der Steine an, auf denen sie sich niederlegten. Kamen dann am nächsten Morgen die Nebelbestien aus ihrem Schiff, hielten die plötzlich aufklaffenden, mit drei Reihen messerscharfen Zähnen bewehrten Mäuler der Tarnflosser reiche Beute. Hier erlitten wir zu unserem Bedauern vereinzelt Verluste, da es vorkommen konnte, dass ein Tarnflosser durch das erstaunlicherweise rote Blut der Nebelbestien seine getarnte Position verriet und ermordet wurde. Außerdem mussten sich die Tarnflosser nach einer Nacht wieder ins Wasser zurückziehen, um nicht auszutrocknen. Am effektivsten wurde die Verteidigungslinie durch die Spucker gehalten. Sie benötigten nur alle paar Tage die Gelegenheit, sich wieder ausreichend mit Wasser zu benetzen. Sonst ernährten sie sich von den Früchten des Waldes, die ihnen so zunehmend schmeckten wie uns. Wahrscheinlich würden die Spucker zu den ersten Symbionten gehören, die mit uns auf Dauer das Wasser verlassen würden. Die Wissenschaftler waren sich in diesem Punkt völlig einig. Und im Kampf erzielten sie mit uns die größten Erfolge. Näherte sich eine Nebelbestie auch nur bis auf ein paar dutzend Schritte dem Waldrand, so wurde sie mit einem scharf gebündelten Strahl ätzender Substanz getroffen. Die beschossenen Gegner waren hoffnungslos verloren, denn die Spucker konnten die Substanz je nach Bedarf so in ihrem Körper herstellen, dass das Opfer entweder nur gelähmt, getötet oder aufgelöst wurde. Normalerweise dienten die Opfer den Spuckern als Nahrung, hier jedoch verschmähten sie die Beute und spritzten nur tödliche Substanz. Nach den ersten viel versprechenden Schüssen, erkannten die Bestien die Gefahr und schossen ihre blauen Strahlen an den Ausgangspunkt des Ätzangriffes und metzelten viele der Spucker nieder, die nicht rechtzeitig ihre Position änderten.

Den Hauptkampf aber führten wir. Schon immer waren wir Kämpfer gewesen. Lange Zeiten waren wir eine Gefahr für jedes Lebewesen in den weiten Meeren unseres Planeten. Sogar untereinander führten wir Kriege, aber das liegt noch weiter zurück, in den dunklen Jahrhunderten vor der Symbiose. Manche unserer Wissenschaftler und Historiker meinen sogar, dass wir den Schritt ins All längst getan hätten, hätten wir uns nicht über unbegreiflich lange Zeiträume damit beschäftigt uns mit allem und jeden zu bekriegen, der nicht so war wie wir. Aber das ist vorbei. Was geblieben ist, ist die Fähigkeit zum Kampf. Dem Gott aller Dinge sei Dank, dass wir diese Eigenschaft nicht völlig abgelegt haben, sonst hätten wir gegen die Nebelbestien keine Chance gehabt. Unsere Kämpfer, einschließlich mir, starteten am elften Tag nach der Landung einen Angriff auf die Bestien. Jeder von uns grub sich in der Nacht in den lockeren Sand ein, bedeckt und zusätzlich verborgen durch einen Tarnflosser. Der Wind und die Dünung verwischten während der Nacht die Spuren, so dass im Morgennebel des neuen Tages der Strand so unberührt wie immer da lag, von der verbrannten Erde im Umkreis des Raumschiffes einmal abgesehen.

Wir hofften heute den letzten entscheidenden Schlag gegen die Nebelbestien führen zu können. Ich selbst hatte unsere Führer davon unterrichtet, dass die Zahl der Bestien deutlich abgenommen hatte, denn von Tag zu Tag waren immer weniger aus dem Raumschiff gekommen. Der Einwand eines Führungsmitgliedes, dass die Fremden womöglich nur vorsichtiger geworden seien und noch eine große Anzahl von ihnen im Raumschiff verborgen sein könnten, widerlegte ich mit dem Argument, dass nicht unendlich viele von ihnen darin Platz haben können. Die maximale Zahl, die dort zu Anfang gewesen sein konnte, minus die Zahl der Gefallenen, ergab die Zahl der noch zu bezwingenden Bestien, das war nur logisch. Nach einigem Hin und Her einigte man sich auf eine Zahl von etwa fünfzehn bis zwanzig verbliebener Feinde und dies schien unseren Führern, als auch uns, eine besiegbare Anzahl. Also warteten wir die Dämmerung und den Morgennebel ab.

Kaum hatte das erste grüne Licht die Überhand über die Dunkelheit erlangt und wenig später sich der erste Nebel erhoben, öffnete sich wieder das Tor des Raumschiffes. Die dünne Heckflosse der Tarnflosser übertrug uns das vereinbarte Signal, unsichtbar und unhörbar für jeden Gegner. Untereinander gaben wir uns telepathisch Nachricht, wann der Zeitpunkt gekommen war, an dem so viel als möglich Nebelbestien in ausreichender Nähe zu uns standen. In der Nacht hatten wir die Schleuderer und Spucker zurückgezogen. Erstens aus dem Grund, das nicht zufällig wir von ihnen getroffen wurden, und zweitens, weil sie nicht intelligent genug waren, um an einem zeitgebundenen Plan teil zu haben. Doch sollten dreihundert Paare aus Tarnflossern und uns genügen, die vielleicht zwanzig Nebelbestien zu erledigen.

Dann betrat der erste von ihnen die Rampe. Und so wie er sich bewegte, schien es mir der Anführer zu sein, denn nach wenigen Schritten blieb er mitten auf der Rampe stehen und sah sich misstrauisch um. Mehrere Herzschläge lang passierte gar nichts und fast hatte ich den Eindruck, als könnte er die Falle riechen, doch dann hob er ohne sich umzudrehen seinen linken Fangarm und winkte nach hinten. Daraufhin folgten ihm sieben oder acht weitere Bestien die Rampe hinab. Sie verteilten sich wie gewöhnlich sternförmig und hielten ihre Strahlenwaffen schussbereit vor sich. Aber außer den tatsächlich insgesamt neun Nebelbestien erschien keine weitere mehr. Sollten wir uns geirrt haben? Gab es nur noch diese neun? Oder waren die restlichen an Bord des Schiffes geblieben?

Langsam blieb einer nach dem anderen stehen und die Tarnflosser gaben Signal, das jeder der Neun nicht mehr als zwei Schritte entfernt war. Jetzt angreifen?, ging die telepathische Frage durch unsere Reihen und zu unseren Führern. Nein!, lautete die rasche Antwort. Wir sollten warten, ob noch welche folgen würden oder erkennbar war, dass noch welche im Raumschiff waren. Aber nach vielen Herzschlägen standen die Neun immer noch reglos und keine weiteren erschienen. Gerade als der Anführer der Nebelbestien sich bewegte, kam der Angriffsbefehl. Mit einer Geschwindigkeit, die Bruchteile von Herzschlägen einnahm, schlugen die Tarnflosser ihre rochenartigen Flossen auseinander und schnappten mit ihren Mäulern nach den Bestien. Drei von ihnen fielen sofort den Zähnen zum Opfer. Zwei anderen wurden die Beine weggerissen, so dass ihre Strahlenschüsse sinnlos im Himmel verliefen. Einer lief in seiner Fluchtdrehung direkt in die Fangarme eines unserer Kämpfer und wurde gnadenlos zerquetscht, seine Waffe entfiel ohne Schuss seinen Greifern. Den letzten Dreien gelangen mehrere Schüsse, denen zwei Tarnflosser und einer von uns zum Opfer fielen, doch dann wurden auch sie von der Übermacht überwältigt. Das ganze hatte nicht mehr Zeit beansprucht, als ein Blatt brauchte, um vom Baum zu fallen. Nach dem erfreulich kurzem Kampf kam mir der Gedanke seltsam fremd und doch vertraut vor, das ich den Vergleich mit dem Blatt wählte, anstelle den, dass eine Welle der zweiten folgt, was ungefähr den gleichen Zeitraum bedeutete.

Das Raumschiff! Der telepathische Hinweis brachte mich in die Realität zurück. Vielleicht war der Kampf noch nicht zu Ende. An der Spitze der Kämpfer stieg ich die Rampe empor. Langsam, vorsichtig, aber nicht ängstlich. Es war nicht schwierig auf dem fremden Material zu gehen, aber meine Fußtentakel spürten deutlich die Fremdheit des ungewohnten Untergrundes. Im gleichen Augenblick, als wir den Schleusenraum betraten, der kahl und leer war, empfing mein Gehirn einen fremden Gedankenfetzen. Angst, nackte Angst und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Ich war verwirrt, aber neugierig. Fast hätte ich den Grund meines Hierseins vergessen, wenn nicht ein anderer Kämpfer an den Schaltern der Schleuse herumprobiert und wahrscheinlich eher aus Zufall den richtigen erwischt hätte. Hinter der Schleuse lag ein Gang, der der Rundung nach der Außenhülle zu folgen schien. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und schritten vorsichtig voran. Nach kurzer Strecke standen wir vor einem weitaus kleineren Tor, das sich wie von selbst öffnete, als wir nahe genug heran waren.

Wieder erhielt ich eine gedankliche Nachricht. Mein Gott, sie kommen! Und dazu wieder das Gefühl panischer Angst. Ich empfing die Gedanken einer Bestie! Ich konnte sie verstehen! Was war das für eine Bestie, die an einen Gott glaubte? Und war ihr Gott derselbe, an den wir glaubten?

Ich zwang mich, meine Gefährten zu befragen und danach unsere Führer, aber nur wir hier in dem Raumschiff erhielten den Gedankenkontakt. Wahrscheinlich hielt eine Eigenschaft der Hülle die draußen stehenden Kämpfer davon ab, die fremde Bestie zu empfangen. Entschlossen betraten wir den Raum hinter der kleinen Tür und dann sahen wir sie. Völlig klar nahm ich die Gedanken der Bestie auf, die dort auf einer Liege lag, verletzt durch einen Spucker. Das Loch musste in den vergangenen Tagen ziemlich gewachsen sein, denn die Randspritzer waren längst durch den sich fortschreitenden Prozess weg gefressen worden. Die Nebelbestie definierte sich in Gedanken selbst als weiblich, soviel war auf Anhieb lesbar. Aber das faszinierendste war, dass sie keinen Helm trug. Lange, seidig wirkende und unheimlich feine Wedel wie von Unterwasserpflanzen umrahmten ihr Gesicht, das nur zwei Augen aufwies, in der Mitte von einem geraden Ding mit ebenfalls zwei Löchern unterteilt war und einer großen Öffnung, aus der lang gezogene, von Schmerz verfärbte Laute drangen. Als sie uns sah, weiteten sich ihre Augen und sich versuchte sich trotz des blutenden Loches in ihrer Körpermitte aufzurichten. Dazu benutzte sie die seitlichen Fangarme, aber ihre kraftlosen Greifer rutschten auf dem Blut und hellem Sekret aus und sie fiel zurück.

Noch bevor ich etwas sagen konnte, schoss ein Fangarm eines Kämpfers hervor und schlug mit voller Kraft an eine Stelle knapp unterhalb ihres Kopfes. Dort – so hatten wir die Erfahrung gemacht – waren sie am leichtesten zu töten. Das letzte, was ich von der Sterbenden empfing, war:
Ihr Bestien!

- Ende -

Copyright © 1998 by Werner Karl
Erstveröffentlichung in SOLAR-X 115, Fanzine des Andromeda SF-Clubs Halle, Juli 1999

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Symbiose im Tierreich
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Hallo? Jemand da draußen?

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Preisrätsel: 10 x 1 Exemplar: Dieter Thoma, Chris Howland, Peter Jamin “Vereint lachen”

Erstellt von Detlef Hedderich am 12. Oktober 2009

Lesungen der Autoren zum 20jährigen Jubiläum der deutschen Einheit: Dieter Thoma, Chris Howland, Peter Jamin mit: “Vereint lachen”

Für eine humorvolle Beschleunigung des Zusammenwachsens legt das Autorentrio, der ehemalige WDR-Chefredakteur Dieter Thoma, Schauspieler und Entertainer Chris Howland und Schriftsteller und Journalist Peter Jamin, „Vereint lachen“ vor, im Juli erschienen im Ullstein Taschenbuch.

Vereint lachen!
Das große Witzebuch der Wiedervereinigung
Herausgegeben von Howland, Chris / Jamin, Peter / Thoma, Dieter
Verlag :  Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN :  978-3-548-37270-9
Einband :  Paperback
Preisinfo :  7,95 Eur[D] / 8,20 Eur[A] / 14,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :  ca. 240 S.
Erschienen :  01.07.2009
Aus der Reihe :  Ullstein Taschenbuch
Ullstein Sachbuch 37270

Ausgehend von der Prämisse „Jede Zeit hat ihre Witze“ erzählen die Autoren auf unterhaltsame Weise die Geschichte der Wiedervereinigung mit allen wichtigen Stationen vom Mauerfall bis heute, aber auch ganz persönliche Erfahrungen mit der Wende. „Die Einheit fiel uns überraschend in den Schoß. Es konnte niemand damit rechnen, sonst hätten wir ein Kissen genommen, um den Stoß abzufangen“, so Dieter Thoma.

Lesungen der Autoren zum 20jährigen Jubiläum der deutschen Einheit:

Köln: Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr in der Bahnhofsbuchhandlung Ludwig

Remscheid: 13. November, 20 Uhr, mit Chris Howland und Peter Jamin in der Remscheider Denkerschmette.

weitere_infos

Titel bei Amazon.de

Die Aufgabe zum Preisrätsel 10 x 1 Exemplar:

Preisrätsel 10 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte “Vereint Lachen!”): Wie heissen die drei Autoren? Sobald 50 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 10 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Werner Laube, Armen Vorwerg, Walter Mowsisjan, Dietmar Hertzog, Ute Dürr, Petra Müller, Alexander Hilgendorf, Michaela Becker, Stefan Brillowski und Karin Lemmen. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Preisrätsel: 5 x 1 Wolf Serno: “Die Liebe des Wanderchirurgen”

Erstellt von Detlef Hedderich am 12. Oktober 2009

Matinee-Lesung mit dem Bestsellerautor Wolf Serno: “Die Liebe des Wanderchirurgen” – Die lang erwartete Fortsetzung der Wanderchirurgen-Saga !

Die lang erwartete Fortsetzung: Vitus, der Wanderchirurg, in neuer Mission!

England im Jahre 1588: Vitus von Campodios, der Wanderchirurg, wurde mittlerweile von Elisabeth I. zum Earl of Worthing ernannt wurde und lebt mit seiner Frau auf dem Stammsitz seiner Väter. Als er eines Tages vom Geheimdienstchef der Königin nach London zitiert wird, schwant ihm nichts Gutes. Es ereilt ihn der Ruf, die englische Flotte im Kampf gegen die spanische Armada zu unterstützen. Er gerät in einen fast aussichtslosen Konflikt, denn Nina, seine geliebte Frau, will ihn nicht ziehen lassen, und sein bester Freund, der Magister Garcia, schlägt sich auf die Seite des Feindes. Vitus stimmt widerwillig zu und begegnet auf seiner Reise einer bildschönen, geheimnisvollen Spanierin, von der  jedoch die größte Gefahr ausgeht…

Wolf Serno hat lange als Werbetexter in großen Agenturen und 20 Jahre lang als Creative Director in einer großen Hamburger Agentur gearbeitet. 1997, nach nahezu dreißig Jahren in der Werbung, beschloss Wolf Serno, nicht mehr für andere, sondern für sich selbst zu schreiben. Das Ergebnis war das erste Buch der Vitus-Saga, der Bestseller “Der Wanderchirurg”. Es folgten die Erfolgsromane “Der Chirurg von Campodios”, “Die Mission des Wanderchirurgen”, “Die Hexenkammer”, “Tod im Apo­thekenhaus”, “Der Balsamträger”, “Der Puppenkönig” und zuletzt „Das Spiel des Puppenkönigs“. Wolf Serno lebt mit seiner Frau, einer Richterin, und seinen drei Hunden in Hamburg.

18. Oktober 2009
Beginn: 11.30 Uhr
Eintritt: frei!
Café Hafen 2
Hafen 2a
63067 Offenbach

Bei Fragen zur Veranstaltung:
Ramona Feilke, Tel.: 089/9271-332 oder Email: ramona.feilke@droemer-knaur.de

Serno, Wolf
Die Liebe des Wanderchirurgen
Roman
Verlag :  Droemer Knaur
ISBN :  978-3-426-50022-4
Einband :  Paperback
Preisinfo :  9,95 Eur[D] / 10,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :  656 S. – 19,0 x 12,5 cm
Erschienen :  01.10.2009

Titel bei Amazon.de

Die Aufgabe zum Preisrätsel 5 x 1 Exemplar:

Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte “Die Liebe des Wanderchirurgen”): In welchem Jahr spielt der Roman? Sobald 20 richtige Mails eingetroffen sind, werden die 5 Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Olaf Bertheau, Jens Henneberger, Dirk Martinarow, Götze Haubrichs und Katharina Gipp. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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Nautilus-Magazin zur phantastischen Literatur 67 – Oktober 2009

Erstellt von Detlef Hedderich am 12. Oktober 2009

nautilus-67Nautilus 67 – Oktober 2009

Abenteuer Medien Verlag, Hamburg, 9/2009
Vollfarbiges A4-Magazin zur phantastischen Literatur, Rollenspiel und Film
SF, Fantasy, Horror, Thriller
ASIN B002EOTM5Y
Titelgestaltung von N. N.

www.abenteuermedien.de

Auch wenn sich der Aufbau der „Nautilus“, dem mittlerweile dienstältesten phantastischen Magazins, ähnelt, der Inhalt tut es nicht. Und das macht die aktuelle Ausgabe wieder sehr abwechslungsreich: Aus aktuellem Anlass widmet sich die Nummer 67 den düsteren Ausprägungen der Phantastik, nachdem die vorhergehende Ausgabe sich eher mit der lichten und hellen Welt der märchenhaften Fantasy beschäftigt hat. Doch diesmal geht es nicht um Lovecraft, Poe und ihre Erben, sondern um das in den letzten Jahren immer dominanter ausgeprägte Untergenre. Die „Urban Fantasy“ vermischt Fantasy-Elemente mit einer Umgebung, die der unseren aufs Haar gleicht. Unmerklich aber schleichend haben sich unter den normalen Menschen Zauberwesen niedergelassen oder solche, die Magie und Hexerei aktiv anwenden.

Doch zunächst werfen die Autoren der Artikel erst einmal einen Blick auf den Filmherbst, der diesmal zwar nicht mit Blockbustern aufwartet, aber mit kleinen Produktionen, die eine Vorschau in düstere Parallelwelten oder eine genau so unangenehme nähere Zukunft erlauben, so wie „District 9“, in dem auf der Erde notgelandete Aliens wie einst die Juden in Europa oder die Farbigen in Südafrika in Lagern interniert und als Versuchskaninchen für grausame Versuche missbraucht werden. Dabei gibt es nicht nur reine Filmvorstellungen, man führt auch Interviews mit Regisseuren und Schauspielern oder schaut hinter die Kulissen.

Die „Urban Fantasy“ bedient sich sehr oft Motiven aus dem „Film noir“, denn nicht selten sind die Helden ihrer Geschichte abgehalfterte Männer und Frauen, die als Privatdetektive arbeiten oder Agententätigkeiten neben ihrem normalen Leben ausführen. Das bekannteste und berühmteste Beispiel ist wohl „Harry Dresden“. Und so verwundert es nicht, das man auch einen Blick auf zwei Klassiker wirft und neben „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, den Filmklassiker von Fritz Lang, auch noch den Autoren Raymond Chandler vorstellt, der den klassischen Antihelden schuf, der vielen modernen Helden als Vorlage diente.

Die weibliche Urban Fantasy scheint auf den ersten blick etwas weicher, mystischer und versponnener, aber auch die Autorinnen zeigen, dass ihre Feen und Elfen nicht zu unterschätzen sind.

Des weiteren widmet man sich weiteren Buchvorstellungen, erinnert an den zehnjährigen Todestag von Marion Zimmer Bradley und wirft einen Blick auf aktuelle PC-Games, die Schreibwerkstatt von Christoph Hardebusch, den neuen Unterverlag von Knaur – „Pan“ –, in dem vor allem Urban und Dark Fantasy zu finden sein soll. Wie immer weiß der angenehm abwechslungsreiche Mix aus Artikeln, Buchvorstellungen und Interviews zu überzeugen. Die Artikel sind so geschrieben, dass Neulinge sich leicht zurechtfinden, aber auch Kenner der Materie noch die eine oder andere neue und vor allem recht aktuelle Information erhalten.

Grundsätzlich konzentrieren sich die Texte auf das Wesentliche, sind gut recherchiert und angenehm geschrieben. Zwar ist die Ausgabe wieder etwas dünner als die vorhergehende, aber dafür gibt es nur sehr wenig und wenn dann auch nur zum Inhalt passende Werbung. Alles in allem kann auch diese Ausgabe der „Nautilus“ wieder überzeugen, da man schon am Titel die Themenschwerpunkte erkennt und so feststellen kann, ob die Ausgabe wirklich interessiert und der Inhalt auf gewohnt hohem Niveau präsentiert wird. (CS)

Titel bei Amazon.de: Nautilus 67

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Leseprobe zu “Entscheidung in den Bayous” von Michael Romahn

Erstellt von Brendle Verlag am 11. Oktober 2009

Zweites Kapitel

***

María nahm den ersten Bus in Richtung Süden. Für einen Augenblick hatte sie daran gedacht, geradewegs in den Norden zu fahren. Wenn alles gut ginge, könnte sie gegen Mittag in Ciudad Juárez sein. Doch sie war sich sicher, dass ihre Verfolger zuerst an der Grenze nach El Paso nach ihr suchen würden.

Während der Bus sich über die unebene Landstraße quälte, beobachtete sie die Gesichter der anderen Fahrgäste. Obwohl sich niemand um María kümmerte, wuchs doch mit jeder Meile die Angst in ihr, in eine Polizeikontrolle zu geraten. Das monotone Schaukeln des Busses versetzte sie in eine Art Dämmerzustand. Sie spürte kaum noch ihre verschwitzten Kleider und den klebrigen Kunststoffsitz.

Das Land, das an ihrem staubigen Fenster vorbeizog, war karg, eine rotbraune Masse, aus der nur ein paar Agaven, Kakteen und hie und da eine zerfallende Lehmhütte herausragten. Ein leichter Wind kam auf und wehte roten Staub über die aufgesprungene Erde. Der alte Mann neben ihr hatte den Strohhut weit ins Gesicht gezogen und schlief.

Als sie gegen Mittag in Torreon aus dem Bus stieg, spürte sie jeden Knochen, und die Mittagshitze tat ihr übriges, doch sie gönnte sich keine Pause. Sie musste die Grenzstadt Nuevo Laredo erreichen, bevor etwas herauskam. Auf dem Markt kaufte sie soviele Tortillas und Wasser, wie in ihren Rucksack paßten, besorgte sich eine Landkarte aus dem Souvenierladen und setzte sich in den kühlen Schatten einer Hauswand. Sie brauchte nicht lange zu warten, bis sie einen Viehtransporter entdeckte, der bis zum Rand mit Hühnerkäfigen beladen war.

Zwei Männer standen rauchend am Führerhaus und unterhielten sich lautstark. Während der Kleinere von ihnen wild gestikulierend über die fallenden Preise klagte und dass es sich kaum noch lohnen würde, die Viecher durchzufüttern, zuckte der andere nur die Achseln und hielt seinem Gegenüber ein Bündel Geldscheine entgegen. Die Männer besiegelten den Handel mit einem Handschlag und dann fiel das Wort: Lampazos! María warf einen raschen Blick auf ihre Landkarte und entdeckte zu ihrer Erleichterung den Ort im Südosten der Sierra de la Encantada.

Als einer der Männer den keuchenden Dieselmotor anließ, schlich sich María an den Transporter heran und kletterte auf die Ladefläche. Kaum hatte sie sich bis zur Mitte durchgekämpft, als der Mann auch schon mit einem Ruck anfuhr und María gegen einen der Käfige schleuderte. Sie rieb sich die Schulter, aber es würde sicher nicht die einzige schmerzhafte Erinnerung an diese Fahrt bleiben. Unter der dunklen Plane staute sich die Luft und mit ihr der entsetzliche Gestank. Bei jedem Schlagloch flatterten die Hühner gackernd auf und wirbelten kleine, mit Kot verklebte Federn durch die Luft. Die Beine schliefen ihr ein und begannen zu kribbeln, doch es gab keine Chance, sie auszustrecken oder eine andere Haltung einzunehmen. Selbst während eines kurzen Halts in Monclava wagte sie es nicht, ihr Versteck zu verlassen. María zwängte sich zwischen den Käfigen hindurch zur Ladeklappe, um endlich wieder frei atmen zu können, doch die heiße Luft und der aufwirbelnde Staub brachten kaum Linderung. Die flimmernde Luft verzerrte die graslosen Hügel und ließ die Berge des Sierro del Tiahualilo unwirklich erscheinen. Dann krabbelte sie wieder ins Innere des Transporters.

***

Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt, als sie Lampazos erreichten. Es mussten sechs, vielleicht sogar sieben Stunden vergangen sein, seit sie Torreon verlassen hatte. Der Transporter hielt an einer Tankstelle. Sie wartete, bis der Mann im Kassenhäuschen verschwunden war und schlich ins Freie. Sie spürte ihre Beine kaum noch und wäre beinahe gestürzt, als sie wieder festen Boden unter die Füße bekam. Sie brauchte dringend ein paar Stunden Schlaf, um wieder zu Kräften zu kommen.

María warf ihren Rucksack über die Schulter und machte sich auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Sie blieb vor einem schäbigen Motel stehen. Nur vor zwei Zimmern standen Autos; ein rostbrauner Ford und weiter hinten ein Pick-up. Für einen Moment dachte sie daran, einfach hineinzugehen, doch dann entschied sie sich dagegen. Sie war dem Ziel schon so nah, und in einem Dorf wie Lampazos würde sich in Windeseile die Ankunft einer Fremden herumsprechen.

Als sie sich bereits damit abgefunden hatte, im Freien zu übernachten, entdeckte sie am Ortsrand einen verwaisten Schuppen. Im Inneren war nichts außer einem Haufen Stroh und einer alten Viehtränke. Es roch nach Tieren, aber das nahm sie kaum noch wahr. Sie legte sich auf das Stroh und schlief augenblicklich ein.

***

Als María aufwachte, streifte die Morgensonne die Bergkuppen der Sierra de la Encantada. Das Licht war noch weich und streichelte ihr Gesicht. María holte die Landkarte aus dem Rucksack. Von Lampazos aus waren es nur noch 20 Meilen bis Anahuac, einem kleinen Dorf am Rio Saledo und weitere 50 Meilen bis nach Nuevo Laredo. Den Rest musste sie zu Fuß bewältigen.

Sie musste es schaffen! Sie konnte es nicht riskieren, sich an die Straße zu stellen und zu warten, bis jemand anhielt. In ihrer Lage konnte sie niemandem trauen. Unwillkürlich griff sie an das Medaillon, das sie an einer dünnen Gliederkette um den Hals trug und betrachtete das Abbild der Mutter Gottes. Sie schloss die Augen und presste das Medaillon fest an die Stirn. Sie legte den Kopf in den Nacken und ballte die Hände zu Fäusten, als wollte sie die Kraft zurück in ihren Körper pressen. In diesem Teil des Landes gab es kaum Schutz vor der brütenden Sonne. Die Stunden vergingen langsam. Plötzlich schossen ihr Paulos Worte durch den Kopf. Wie würde José Hernández auf den Tod seines Bruders reagieren? So wie Paulo ihn beschrieben hatte, gab es nur eine Antwort. Sie hatte Angst, dass er plötzlich hinter ihr stehen und seine schwitzenden Hände um ihren Hals pressen könnte. Sie merkte nicht mehr, wie oft sie sich umdrehte und doch nichts weiter sah als Ocotillo-Sträucher und Feigenkakteen.

***

Am Ufer des Rio Salado versuchte sie, ein wenig Schlaf zu finden, doch sie bekam kein Auge zu. Sie schnappte nach Luft, doch die Hitze brannte sich nur noch tiefer in ihre Lunge. Sie nahm sich vor, sich im Schutz der Dunkelheit zu verkriechen. Bis dahin wollte sie möglichst viele Meilen hinter sich bringen. Maria hastete, ihre Angst wuchs. Nur hin und wieder hielt sie an, um einen Schluck Wasser zu trinken.

Sie ließ alles zurück: ihre Heimat, ihre Eltern und ihre Kindheit. Sie wusste, dass die Grenzen immer schärfer bewacht wurden. Erst vor ein paar Wochen wurde in allen Zeitungen darüber geschrieben, dass aus dem in der Sierra Madre angepflanzten Schlafmohn ein Drittel des in die USA geschmuggelten Heroins gewonnen wird.

Maria blickte wiederholt zurück, um sich überzeugen, dass ihr niemand folgte. Sie spürte, wie die flirrende Hitze ihr den Atem nahm und wie sich die fernen Berge vor ihren Augen auflösten. Ihr T-Shirt klebte vom Schweiß durchtränkt wie eine zweite Haut an ihrem Körper. Sie spürte aufsteigende Übelkeit. Seit zwei Tagen hatte sie sich von Wasser, Tortilla und Kaktusfeigen ernährt. María rieb sich den steifen Nacken. Eine Blase an ihrem rechten Fuß war aufgerieben und bereitete ihr höllische Schmerzen. Sie durfte jetzt nicht aufgeben. In einer Stunde würde sie die Grenze erreicht haben und später im Schutz der Dämmerung nach einem der coyotes Ausschau halten. Es war ihre einzige Chance.

In der Ferne, jenseits der Hügel, vernahm sie den Signalton eines Zuges. María konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Sie betete, dass man sie dort suchen würde, in dem Zug Richtung Norden, den schon so viele vor ihr bestiegen hatten.

Als sie schließlich Nuevo Laredo erreichte, waren ihre Tränen versiegt. Ihr Magen krampfte sich zusammen. Sie hatte den ganzen Tag über fast nichts gegessen und es war kaum noch Wasser übrig.

Nach Einbruch der Dunkelheit suchte sie diese Männer. Es dauerte nicht lange, bis sie sich zu erkennen gaben. Die polleros oder coyotes, wie sie auch genannt wurden, schienen es von den Gesichtern der Menschen abzulesen wer Hilfe suchte. Beinahe unbemerkt trat ein Mann aus dem Häuserschatten. Zunächst folgte er María, ohne sich ihr zu nähern, dann beschleunigte er seine Schritte, bis er neben ihr herging. Er war einen Kopf größer als sie und muskulös. Er trug einen breit gekrempten Hut, ein beiges, in den Achselhöhlen durchgeschwitztes Hemd und eine khakifarbene Hose. Er hieß Carlos, und das war das Einzige, was sie von ihm erfuhr.

»Du kennst den Preis?«

»Si!« sagte Maria, trat näher an ihn heran und drückte ihm die zusammengerollten Scheine in die Hand.

Er führte María zielstrebig durch die schwarze Nacht, als würde er einem ausgewiesenen Pfad folgen. Irgendetwas schien Carlos zu beunruhigen. Er brummte etwas Unverständliches und erhöhte nochmals das Tempo, so dass Maria ihm schließlich nicht mehr folgen konnte. Sie war am Ende ihrer Kräfte. Als er über seine Schulter hinweg bemerkte, dass Maria immer weiter zurückfiel, blieb er stehen und wartete mit verbissener Miene, bis sie wieder zu ihm aufgeschlossen hatte.

»¡Vamos, más rápido! Wir haben keine Zeit zu verlieren!« Carlos’ fordernde Stimme drang kaum noch zu ihr durch. Kalter Schweiß stand ihr auf der Stirn und vor ihren Augen verschwamm alles. Während sie vorwärts stolperte, rauschten Bilder der Vergangenheit an ihr vorbei. Sie sah ihre Mutter, wie sie die Kerze auf dem Fensterbrett anzündete, ihre Brüder Arturo und Miguel und ihren Vater. Wie benommen wankte sie weiter. Für einen Moment wurde ihr schwarz vor Augen, doch sie riss sich zusammen. Tränen liefen ihr über die Wangen, doch Carlos nahm keine Rücksicht darauf. »¡Vamos! Vamos!« Er trieb sie vor sich her, immer weiter, durch das dichter werdende Schilf. Der Boden unter ihr wurde schlammiger. Plötzlich vernahm sie ein Rascheln im Gras. Sie hielt den Atem an und wagte sich nicht von der Stelle. Noch bevor sie begriff, was geschehen war, drückte der Mann sie nach unten. Er presste seine Hand auf ihren Mund. Sie war voller Schwielen und roch nach Schweiß und kaltem Rauch. Nur mit Mühe konnte Maria den aufsteigenden Ekel unterdrücken.

»¡La policía! Bájate de ahíDie Stimme des Coyoten überschlug sich. »Los, runter mit dir!« Für Augenblicke verschwamm die Welt um sie, dann spürte sie einen stechenden Schmerz. Das Schilf unter ihrem Körper knickte ab und stach in die Haut ihrer Knie und Hände. Das gleißende Licht der Suchscheinwerfer zerschnitt die Dunkelheit und bohrte sich durch das Schilf. Ihre Anspannung wuchs. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, bis sie aufgeregte Stimmen hörte, dann Schreie. Nur einen Steinwurf von ihnen entfernt, sprangen zwei Gestalten auf und rannten die Uferböschung herab. Schüsse zerrissen die Dunkelheit, danach der durchdringende Befehl der Grenzpolizisten.

»¡Alto! ¡Detéganse!« Nun bleibt endlich stehen, schoss es María durch den Kopf, verdammt, bleibt stehen! Der Coyote kauerte neben ihr im hohen Schilf und atmete schwer. Maria spähte ängstlich durch die Schilfspitzen zu den Männern. Einer der beiden versuchte zu fliehen, aber als ein weiterer Warnschuss durch die Nacht hallte, erstarb seine Gegenwehr. Er wankte noch ein, zwei Schritte nach vorn, dann blieb er erschöpft stehen und reckte seine Arme in die Höhe.

In der Dunkelheit konnte María die Gesichter der Männer nicht erkennen, aber sie ahnte ihre Verbitterung. Oft genug hatte sie gesehen, wie Träume zerbrachen. Sie sah zu Carlos. Er wusste, dass die anderen in die Falle gelaufen waren. Marias Beine schmerzten, aber sie wagte nicht, ihr Gewicht zu verlagern. Nach weiteren endlosen Minuten waren die Männer von einer Gruppe Grenzpolizisten umringt und ließen sich widerstandslos abführen.

»Glück muss man haben!«, flüsterte der coyote hinter ihr.

Sie warteten, bis die Männer außer Sichtweite waren, dann setzten sie ihre Flucht fort.

Langsam tasteten ihre Füße nach festem Untergrund, bevor sie ihr Gewicht auf die andere Seite verlagerte. Wenn ihr jetzt etwas zustieß, konnte sie von niemandem mehr Hilfe erwarten.

Es dauerte eine Ewigkeit, bis sie knöcheltief im schmutzigen Wasser des Rio Grande standen.

»¿Cómo te llamas?« fragte der Coyote plötzlich.

»María …«

Carlos deutete auf ein schwaches Licht am anderen Ufer. »Okay María, schwimm direkt darauf zu. Es ist die beste Stelle, um einigermaßen sicher ans Ufer zu kommen. Ganz in der Nähe findest du einen schmalen Pfad, der dich direkt zu einem verlassenen Bootshaus führt. Dort kannst du deine Kleider trocknen und dich ein wenig ausruhen. Bueno, pues !mucha suerte! María.« Sie war so überrascht von seiner unerwarteten Gefühlsregung, dass sie nichts erwidern konnte.

»Ja, ich brauche alles Glück dieser Welt«, dachte Maria und bekreuzigte sich. Dann ging sie weiter, bis ihre Füße keinen Halt mehr fanden und das dunkle Wasser ihren schmerzenden Körper umschloss.

***

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, als María die Hütte verließ. Auf dem Marktplatz von Laredo herrschte um die Mittagszeit kaum Betrieb. Ein paar Straßenstände boten handgefertigten Silberschmuck, duftende Burritos und Tortillas an, doch niemand schien sich dafür zu interessieren. Nur eine Horde von Kindern lungerte herum und bettelte die wenigen Touristen um Münzen an. Die Jungen waren nicht älter als sieben oder acht. Sie waren so dürr, dass sich ihre Haut um die Knochen spannte.

María wandte ihre Augen von ihnen ab und ließ ihren Blick über die Plaza kreisen. Sie wollte Ramón anrufen, aber schließlich entschied sie sich dagegen. Sie fürchtete, dass man den Anruf zurückverfolgen konnte. Sie zweifelte nicht daran, dass man Manuel Hernández längst gefunden hatte. Sie musste Laredo noch während des Tages verlassen!

Sie entdeckte einen anthrazitfarbenen Truck, der am Rande der Plaza vor einem Drugstore parkte. Auf dem Trittbrett vor der offenen Beifahrertür hockte ein dickleibiger Typ mit zottigen Haaren und verspeiste genüsslich einen Hamburger. Sein Vollbart bedeckte mehr als die Hälfte seines Gesichts. Er trug eine ausgebeulte Jeans und ein Harley-Davidson-T-Shirt. Sie musste es riskieren. María atmete tief durch, ging auf ihn zu und blieb vor ihm stehen.

»Hi!« Etwas Besseres wollte ihr nicht einfallen. Der Mann sah von seinem Hamburger auf und musterte sie von oben bis unten.

»Hi!«, erwiderte er gelangweilt. »Wohin soll’s denn gehen?« In diesem Moment war sich María sicher, dass er nicht zum ersten Mal angesprochen wurde.

Sie sah aus den Augenwinkeln auf das Kennzeichen des Trucks und antwortete: »Louisiana.«

Der Mann schürzte nachdenklich die Lippen.

»Es ist eine verdammt lange Strecke nach Louisiana.« María zog ihren letzten Hundert-Dollar-Schein aus der Tasche und hielt ihn dem Mann entgegen. Er zögerte einen Augenblick. Dann nahm er das Geld an sich, stopfte es in die Gesäßtasche seiner Jeans und wischte sich mit dem Handrücken die Krümel vom Mund.

»Sieht so aus, als hätten Sie Ärger gehabt, Miss.«

María nickte. Plötzlich kam Bewegung in seinen Körper. Er stemmte sich mit den Händen hoch und deutete über ihre Schultern hinweg zum Drugstore. »Haben Sie Hunger? Ich könnte noch ein Sandwich vertragen!«

»Ja, ein wenig.«

Der Mann schlurfte zum Laden und kehrte kurze Zeit später mit einer braunen Papiertüte zurück. Er setzte sich aufs Trittbrett und griff in die Tüte.

»Hühnchen oder Thunfisch?«

»Hühnchen, bitte.«

Er reichte ihr das Sandwich, nahm sich das zweite und zerknüllte die Tüte.

»Übrigens, ich bin Jim!« Er wischte sich eine Hand an der Hose ab und reichte sie ihr.

»María«, sagte sie und dann versank ihre Hand in Jims Riesenpranke.

»María«, wiederholte er, wobei er jeden Buchstabe in die Länge zog. »Ein schöner Name.« Er sah sie eine Weile an, bevor er sich mit einem Stöhnen erhob. »Wissen Sie, was ich glaube?«

»Nein, sagen Sie es mir.«

»Nun, ich glaube, dass es Zeit ist, von hier zu verschwinden! Meinen Sie nicht auch, Miss?« Ohne ihre Antwort abzuwarten, biss er in sein Sandwich und deutete ihr mit einer knappen Handbewegung, einzusteigen.

María atmete auf. Offenbar zählte er nicht zu den Menschen, die sich viel um das Leben anderer kümmerten.

»Jetzt steig endlich ein, bevor ich’s mir anders überlege«, hörte sie ihn sagen. Er ließ den Motor an und legte den Gang ein. »Auf nach Louisiana!«

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