Erstellt von Galaxykarl am 15. Mai 2009
Im Duden unter klonen (engl.) heißt es: „Durch künstlich herbeigeführte ungeschlechtliche Vermehrung
genetisch identische Kopien von Lebewesen herstellen.“ Für lange Zeit war dieser Satz Theorie, Wunschtraum vieler Gentechniker oder Thema von utopischen Geschichten. Doch seit März 1997 ist die Produktion künstlich erschaffenen Lebens Fakt, knallharte Realität, und niemand kann wagen, abzuschätzen, was dies für die Menschheit und ihre zukünftige Existenz auch nur annähernd an Folgen bringen wird.
Zwar wurde noch kein Mensch geklont – zumindest offiziell weiß noch niemand von einem solche Fall zu berichten – , aber wieder haben Genetik-Experten einen weiteren Schritt getan, der es in der Zukunft möglich erscheinen lässt, dieses Verfahren auch auf Menschen anzuwenden. Wissenschaftler des Edingbourgher Roslin-Institutes hatten einen Zellkern eines Schafes in eine unbefruchtete Eizelle eingesetzt und den darin enthaltenen originalen Zellkern vorher entfernt. Das Mutterschaf brachte als Folge ein Lamm zur Welt, dessen Erbgut völlig identisch mit dem des Spenderschafes ist. Bisher gelang die Herstellung von Klonen „nur“ mit bereits befruchteten Eizellen oder Embryonen.
Die Anwendungsmöglichkeiten dieser unaufhaltsam perfektionierten Technik lesen sich anfangs wie ein Wunschzettel zur Behebung vieler medizinischer Probleme, doch je länger die Liste wird, desto mehr sträuben sich einem die Nackenhaare, und man fragt sich, wie weit soll das gehen? Wer kann oder will diese Entwicklung stoppen? Wo ist die Grenze? Bis jetzt sind den Forschern folgende Einsatzgebiete eingefallen:
1. Produktion von z.B. Schweine-Organen zur Transplantation in Menschen. Wer will bestreiten, dass die Bereitschaft Organe zu spenden, rapide abnimmt und der Bedarf von Jahr zu Jahr wächst? Wie viele von uns haben einen Angehörigen, der seit langer Zeit, vielleicht seit Jahren, auf ein Spenderorgan wartet? Und wie viele müssen sterben, weil nicht rechtzeitig ein Organ verfügbar ist?
2. Industrielle Fleischproduktion mit BSE-freien Kühen und Schweinen für perfekte Rippchen und Steaks. Wer hat nicht ein schlechtes Gewissen, wenn er seiner Familie einen Rinderbraten oder ein saftiges Steak auf den Tisch stellt? Längst werben Metzgereien mit einem Hinweis, von welchem örtlichen Bauernhof das Fleisch stammt, um die lawinenartigen Umsatzeinbußen aufzufangen. Manchmal wundert es mich, das nicht auch ein Foto der Kuh samt Namen neben dem Fleischstück zu finden ist. Und wie viele Familien haben Fleisch von ihrem Speiseplan gestrichen? Das dahinter knallharte wirtschaftliche Interessen stehen, zeigt auch der Kursanstieg von PPL-Therapeutics um 7,5 Prozentpunkte, als das Gerücht kursierte, dass diese Firma an dem Genexperiment beteiligt sei.
3. Gezielte Produktion von Schafen mit hervorragender Wollqualität oder Kühen mit überdurchschnittlicher Milchleistung. Braucht Europa noch mehr Milch, um sie im Mittelmeer zu verklappen? Fragen Sie einmal einen Bauern ihres Ortes, was er für seine Milch bekommt und wie viel er nach dem EU-Recht überhaupt noch produzieren darf. Natürlich steht außer Frage, dass in Entwicklungslängern dringender Bedarf an Nahrungsmitteln herrscht, aber müssen die aus dem Genlabor kommen? Und wer ist so blauäugig zu glauben, da die reichen Industrienationen dieses High-Tech-Verfahren kostenlos an bedürftige Länder weitergeben könnten?
4. Herstellung medizinischer Produkte. In fünf bis sieben Jahren will man gentechnisch manipulierte tierische Eiweiße zur billigen Produktion von Medikamenten verwenden und gleich auf den Markt bringen. Als Beispiel wird menschliches Serumalbumin angegeben, von dem weltweit rund 600 Tonnen benötigt werden und das bislang aus menschlichem Blut gewonnen wird. Schafe, die das Gen für menschliche Albumine in sich tragen, könnten 10- bis 100mal mehr produzieren, als ein Liter menschliches Blut enthält.
5. Biologische Kampfstoffe lassen sich mittels des Kloningverfahrens ebenso herstellen wie o.g.
medizinischen Produkte. Wer will dann noch ausschließen, dass solches Know-how auch in Länder gelangt, denen es sch…egal ist, dass ethische, moralische oder gesetzliche Verbote existieren. Wir erleben seit dem Zusammenbruch der UdSSR doch tagtäglich den Ausverkauf von atomarer Technologie und Know-how an Länder wie Syrien, Iran, Irak usw. Genauso würde es doch auch mit dem Klonen sein. Können Sie sich vorstellen, was ein Gaddafi, ein islamische Ayatollah oder ein Saddam Hussein mittels Klontechnik auf die Menschheit loslassen könnte?
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Die Gewinner des Preisrätsels heissen: Martin Weller, Rudolf Mark, Carina Schenker, Herzliche Glückwunsch, die Titel wurden an die angegebenen Adressen versendet! Vielen Dank an alle Mitspieler!
Besten Dank auch beim Verlag für die 3 Preisrätseltitel!
6. Geklonte Fließbandarbeiter, die selten oder gar nicht mehr krank werden und ein Vielfaches von dem leisten, was ein normaler Mensch schaffen kann. Heute haben wir in Deutschland knapp fünf Millionen Arbeitslose, und es sollen noch weitaus mehr werden, die Arbeitlosen anderer Staaten oder weltweit noch gar nicht mitgerechnet. Wenn uns zunehmend robotisierte Produktionsstraßen, vollautomatische In-Line-Werke und epidemienartig einbrechende Billiganbieter die Arbeitsplätze wegnehmen und dann auch noch perfekte Arbeitsklone dazukommen, von was zum Himmel, sollen wir dann leben?
7. Armeen aus geklonten Rambos. Ein alter Traum von den Hardlinern der Militärs könnte bald allzu wahr werden. Stellen Sie sich kampffreudige, hoch motivierte Supersoldaten vor, die weder Angst vor Verletzungen noch Tod haben, weil im Klonprogramm solch unerwünschte Eigenschaften ausgeklammert wurden. „Das kann man natürlich nicht ausschließen.“, sagte David Kirk, Embryologe von der Washington-Universität, und auch Martin Stula der Freien Universität Berlin hält es durchaus für möglich, künftig auch Menschen zu klonen.
Diese wenigen Punkte lassen mir das Blut in den Adern gefrieren, auch wenn von allen Seiten gefaselt wird, dieser oder jener Punkt sei noch oder vielleicht gar nicht möglich, und schließlich hätten wir ja das Embryonenschutzgesetz. Drauf gepfiffen, sage ich, denn die Realität sieht doch so aus: Alles, wirklich alles, was der Mensch jemals erfunden hat, wurde auch eingesetzt. Niemand konnte verhindern, dass aus chinesischen Feuerwerkskörpern Kanonen wurden, niemand stellte sich in den Weg, als moderne Projektilwaffen die Indianer Amerikas dezimierte, niemand fand ein Mittel, um Giftgase im Ersten Weltkrieg auszuschließen, und erst recht niemand vermochte oder wollte es blockieren, dass Atombomben entwickelt wurden und zum Einsatz kamen. Also wird es mit der Klontechnik ebenso sein: Was möglich ist, wird auch gemacht! Hippokratischer Eid hin oder her, es wird immer einen geben, der auch vor der schrecklichsten Tat nicht zurückschreckt.
Das mit dem Klonen von Menschen ein Eingriff in die Schöpfung getan wird, dürfte klar sein, aber müssen
wir wirklich alles tun, was wir tun können? Nimmt mit rapide steigenden technischen Möglichkeiten in umgekehrtem Maße unsere ethische Entwicklung ab? Wie reif ist die Menschheit für solche Möglichkeiten? Haben wir schon die Kraft, zu sagen, medizinisches Klonen ja, verbrecherisches Klonen nein? Die meisten denken doch nur darüber nach, wie man klonen kann, die Frage, ob geklont werden soll, interessiert doch nur die wenigsten. Mit aller Wahrscheinlichkeit werden wir in absehbarer Zeit die unsausweichlichen Probleme in der Welt haben und uns wie üblich danach damit zwangsläufig beschäftigen, wie wir sie wieder beheben können. Doch wie heißt es so schön, oder besser böse im Zauberlehrling: „Die Geister, die ich rief, wird’ ich nun nicht los.“
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Perfect Copy – Die zweite Schöpfung
Schöpfungspfuscher? Klonen – ein Vorschlag zur Versachlichung