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Literatur-Blog

Archiv für Februar, 2009

Die Drei ??? CD-Release “SMS aus dem Grab” (Folge 129)

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Februar 2009

Veranstaltungshinweis
Die Drei ??? CD-Release “SMS aus dem Grab” (Folge 129)
Am 08. März 2009 im Uebel & Gefährlich in Hamburg
Hamburg/ Berlin, den 09. Februar 2009 – In der letzen Folge ermittelten Sie noch in Hollywood, nun also in Ägypten – “Die drei ???” kommen herum im neuen Jahr!
Überzeugen kann man sich davon am Sonntag, den 08. März 2009 im Uebel & Gefährlich in Hamburg, dann lädt Oliver Rohrbeck (aka Justus Jonas) zur nächsten “Die drei ???” CD-Release Party der Folge 129, “SMS aus dem Grab”, ein. Eine Woche vor der offiziellen VÖ (15.03.2009) kann das Hörspiel gemeinsam und in gemütlicher Atmosphäre gehört werden.

Neben der neuen Folge, die exklusiv vorab von CD präsentiert wird, hat der Sprecher des ersten Detektivs wie immer auch noch einen weiteren Bonus dabei – und zwar den nächsten Teil des “Drei Fragezeichen-Live-Falls” für alle Fans, geschrieben von Katrin Wiegand (freie Autorin der Lauscherlounge). Dieser Fall wird bei den kommenden CD-Releases in der jeweiligen Stadt immer als zehnminütiges Live-Event weitergeführt – gemeinsam mit dem Publikum!
Hintergrund des Falls: Peter und Bob wurden entführt! Justus hat eine Spur, die er zusammen mit seiner alten Bekannten Ellie Jamison aufnimmt, um die beiden wieder zu finden… Jeder Gast im Publikum hat die Chance, im Fortsetzungsfall dabei zu sein und einem der Charaktere seine Stimme zu leihen. Die Aufnahmen aus den einzelnen Städten stehen anschließend zum kostenlosen Download bei der Lauscherlounge bereit (

http://lauscherlounge.soforthoeren.de/

).WO:

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
20359 Hamburg
www.uebelundgefaehrlich.comWANN:
Sonntag, 08. März 2009
Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr
Tickets gibt es für 8 EUR + VVK-Gebühr ausschließlich unter www.ticketmaster.de.
Weitere Record Release Parties sind in Vorbereitung und werden immer aktuell auf www.lauscherlounge.de und www.dreifragezeichen.de bekannt gegeben.

Inhalt Folge 128
Als Rubbish George, der schrullige Stadtstreicher aus Rocky Beach, von einem Tag auf den anderen verschwindet, ahnen Justus, Peter und Bob sofort, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Zwischen den wenigen Habseeligkeiten des wunderlichen Mannes finden die drei Detektive einen rätselhaften Brief. Die Spur führt zu den Pyramiden in Ägypten! Welches Geheimnis aber will Rubbish George dort lüften? Die drei ??? begeben sich in das dunkle Reich der Sphinx – und geraten dabei in eine Falle!

Über die Lauscherlounge
“Die Lauscherlounge” ist sowohl Veranstalter von Live-Hörerlebnissen als auch Plattenlabel. “Fragezeichen”-Sprecher Oliver Rohrbeck gründete sie im Jahr 2003. Bei bundesweiten Literaturlesungen und Live-Hörspielen bringt die Lauscherlounge bekannte Schauspieler und Sprecher gemeinsam mit Geräuschemachern und Musikern auf die Bühne. Als Plattenlabel konzentriert sich die Lauscherlounge auf anspruchsvolle und neu entwickelte Hörspielstoffe für Erwachsene und inszenierte Lesungen. Im Januar 2007 hat die Lauscherlounge unter dem Namen “Das Hörpielstudio XBerg” zwei Studios in Berlin Kreuzberg gebaut, in denen nicht nur die eigenen Produktionen entstehen, sondern auch hochwertige Auftragsproduktionen für andere Hörbuch- und Hörspielverlage.

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Tony Ballard-Grusel-/Mystery-Hörspiele Folgen 1+2

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. Februar 2009

A. F. Morland, Thomas Birker und Christian Daber
Tony Ballard
Folge 1: Die Höllenbrut
Folge 2: Ein Dorf in Angst

Dreamland Productions, Rüsselsheim, 11/2007+01/2008, 1 + 1 CD
Je 1 CD, Grusel-/Mystery-Hörspiele, 978-3-93906-620-0/978-3-93906-621-7, Laufzeit: 64 + 54 Min., je EUR 8.95
Sprecher: Klaus Dieter Kelbsch, Tosten Sense, Dorette Hugo, Christian Rode, Lutz Makensy, Eckart Dux, Klaus Nägelen, Andreas van der Meden, Sascha Drager, Udo Schenk
Cover von Ugurcan Yüce
Musik von Rom Steinbrecher

www.TS-Dreamland.de
www.Romantruhe.de
www.realhomepage.de/members/morland/
www.ugurcanyuce.net/

Neben „John Sinclair“ und „Professor Zamorra“ war „Tony Ballard“ der dritte große Dämonenjäger der Heftromane in den 1970er und 1980er Jahren. Anders als die beiden anderen war er lange kein Auserwählter, auch wenn seine Abenteuer mit der Zeit immer phantastischer wurden. Nachdrucke der Serie sind mittlerweile bei der Romantruhe erhältlich – aber vor allem die gerade erst vor ein paar Monaten gestartete Hörspielreihe führt noch einmal zu den Anfängen zurück.

Tony Ballard ist Polizeiinspektor in einem kleinen Dorf in England. Das Leben ist beschaulich und geruhsam, so dass er sich auch seiner neuen Freundin Vicky Bonney besser widmen kann, aber manchmal nerven ihn auch die Klagen der einheimischen Geschäftsleute. Vor allem lässt er sich nicht gerne für dumm verkaufen, wenn sie glauben, dass er eben so wenig merken würde wie seine Kollegen, wenn sie ihn beschwindeln, nur um Geld von ihrer Versicherung zu bekommen.

Dann aber holt ihn die Vergangenheit schmerzhaft ein. Vor gut dreihundert Jahren richtete sein Ahn Anthony Ballard auf Geheiß des Bürgermeisters und Richters sieben gefährliche Hexen hin, die die Gegend lange terrorisiert hatten. Diese schworen jedoch, kurz bevor sie am Strang starben, in der kommenden Zeit alle Nachfahren ihrer Mörder zu verfolgen und unter Qualen umzubringen.

Zusammen mit Professor Davies kommt Tony Ballard, der die Wut der Hexen schon am eigenen Leib gespürt hat und dann auch noch um Vickey Bonny fürchten muss, dem Geheimnis auf die Spur, wie die Widersacherinnen überhaupt überlebt haben, und sucht verzweifelt nach einem Weg, um „Die Höllenbrut“ ein für alle Mal zu vernichten.

Als alles überstanden ist, glaubt er kurz, der Welt des Übersinnlichen den Rücken kehren zu können, aber weit gefehlt. Auf Bitten seines alten Freundes Tucker Pekinpah reist er mit Vickey nach Spanien in „Ein Dorf voller Angst“, um mehr über das Schicksal von dessen Frau Rosalind heraus zu finden, die dort Urlaub macht, sich aber schon drei Tage nicht mehr gemeldet hat.

Nachdem er sich mit dem Paktierer Paco Benitez angelegt hat, der in Geiergestalt des Nachts sein Unwesen treibt, gibt er seine Arbeit auf und folgt einem Vorschlag Peckinpahs. So wird der Dämonenjäger Tony Ballard geboren.

Gerade Heftromane eigenen sich immer sehr gut, um in packende Abenteuerhörspiele umgesetzt zu werden. Durch ihre fast filmische Erzählweise und die vielen Dialoge ist eine Umsetzung einfach. Das zeigt sich auch wieder bei der Vertonung der Romanserie „Tony Ballard“, die über 170 Hefte lang im Bastei-Verlag erschien.

Die Geschichte ist so anspruchslos gestaltet, dass man beim Hören nicht den Faden verliert oder auf Details achten muss, sondern entspannt genießen kann. Vor den geschlossenen Augen läuft ein Film ab, der in der Tradition alter Gruselfilme steht. Und so sollte man auch die leicht zu durchschauende Handlung und die klischeehaften Figuren als einfach zum Stoff dazugehörig akzeptieren.

Die Hörfassung macht das alles mehr als wett. Die Sprecher sind gut gelaunt und übertreiben ihre Rollen nur so weit, wie es dazu passt, Musik und Soundeffekte vertiefen die Atmosphäre noch und erhöhen die ohnehin vorhandene Spannung um einiges.

Die Gestaltung der beiden „Tony Ballard“-Geschichten schafft eine gelungene Verbindung zwischen der alten Vorlage und modernen Vorstellungen. Sie besitzt nicht nur nostalgischen Charme, sondern bietet auch dem anspruchsvollen Hörer von heute angenehme Unterhaltung, die Lust auf mehr macht. (CS)

Titel bei Amazon.de
Tony Ballard Band 1: die Höllenbrut
Tony Ballard Band 2: Ein Dorf in Angst

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Ausstellung “Lynchmob”

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Februar 2009

Verlagsmitteilung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreundinnen und -freunde!

hiermit lade ich  Sie / Euch herzlich zur Eröffnung der Ausstellung LYNCHMOB ein, die am kommenden Samstag im HBC eröffnet.

Beim HBC handelt es sich um die charismatischen Räume des ehemaligen Haus Ungarn, in der Karl-Liebknecht Strasse 9, direkt am Alexanderplatz.

Kuratiert von Emilie Trice & Christopher David werden Arbeiten von Justin Adian, Kenno Apatrida, Maxime Ballestros, Hannes Bend, Sean Cheetham, Michael Cooke, Clayton Cubitt, Zhivago Duncan, Angel Eyedealism, Douglas Gordon, Ralf Gutsmann, John Isaacs, Holger Jäger, Yoon Lee, Tim Meehan, Warren Neidich, David Nicholson, Oliver Pietsch, Edmund Piper, Sandro Porcu, Sergio Roger, Gary Rough, Stefan Saffer, Tiphaine Shipman, Zak Smith, Torsten Solin, Christoph Steffner, Madeline Stillwell, Daniel Tagno, Gustaf von Arbin  und Pete Wheeler zu sehen sein.

Die Ausstellung eröffnet um 18 Uhr, der Eintritt ist kostenfrei.
Ab 22 Uhr startet die After-Show-Party, Eintritt 4,- Euro
Foto: Edmund Piper, Moni, Foto auf Alu-Dibond, 180 x 150 cm, 2008

“An academic definition of Lynchian might be that the term refers to  a particular kind of irony where the very macabre and the very mundane combine in such a way as to reveal the former’s perpetual containment within the latter.”
- David Foster Wallace

Herzliche Grüße !
Edmund Piper

LYNCHMOB
at HBC . Karl-Liebknecht Strasse 9
Berlin Alexanderplatz

Vernissage: Samstag, 7. Februar 2009 – 18 Uhr .
Gallery hours: Tuesday-Saturday 1-7pm
Finissage: Burlesque . 20 Uhr . 21. Februar 2009

Terra Incognita: Alighiero E Boetti, Vija Celmins, Neil Jenney, Jean-Luc Mylayne, Hiroshi Sugimoto

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Cthuloide Welten #15

Erstellt von Günther Lietz am 3. Februar 2009

Frank Heller (Hrsg.)
Cthuloide Welten #15

Das offizielle Cthulhu-Magazin – Ausgabe 15
Pegasus Spiele
145 Seiten
ISSN 1610-5362

Ausgabe 15 des Magazins „Cthuloide Welten“ – aus dem Hause Pegasus Spiele – beinhaltet auf mehr als einhundertvierzig Seiten eine Fülle an Material, das in seiner Qualität einfach hervorragend ist und eigentlich in ein Quellenbuch gehört. Die Leser des Magazins wird diese hohe Qualität jedoch freuen und auch der stattliche Umfang kann sich sehen lassen.

Nach einem kleinen Blick in die Szene des Cthulhu-Rollenspiels (wer veröffentlicht 2009 was genau und wer veröffentlicht überhaupt), buhlen etliche Hintergrundartikel um die Gunst des Lesers.

So beschreibt Stefan Geisler in seinem Artikel „Wo die Heide blüht“ die Lüneburger Heide der 1920er Jahre anhand eines gefundenen Reisetagebuchs. Dabei verschwimmen Realität und Fiktion zusehends, ist der Artikel mit alten Bildern gespickt, weist Zeitungswerbung der damaligen Zeit auf, gibt eine kleine Einführung in die Mundart der Region, informiert über kulinarische Spezialitäten, enthält historisches Kartenmaterial, bietet Bezug zum Cthulhu-Rollenspiel und noch vieles mehr. Der Artikel ist sehr dicht und atmosphärisch geschrieben. Die liebevolle Recherche des Autoren spiegelt sich vor allem in kleinen Details wieder. Um die Sache perfekt zu machen, gibt es sogar einen vollständig entworfenen Kult als Zugabe: „Bruderschaft der Schwarzen Mutter in der Heide“.

Auch der nächste Artikel hat es in sich. Tim Scharnwebers zweiter Teil von „Spuk im Gemäuer“ führt geisterhafte Gebäude in Deutschland auf. Wer glaubt Spukhäuser und – schlösser gehörten nur nach England oder Schottland, der irrt gewaltig. Die regionalen Objekte versprühen einen besonderen Reiz und laden förmlich zur Besichtigung ein.

Einer der umfangreichsten und besten Artikel des Magazins stammt von Oliver Fedtke. Er behandelt die Reichswehr im Detail, zeigt Bilder damaliger Zeit, verweist auf die Struktur der Truppe, ihre Waffen und vieles mehr. Dabei geht Herr Fedtke mit dem Thema sehr sensibel um, was ihn auf Grund der deutschen Vergangenheit ehrt und Missverständnissen im Vorfeld entgegen tritt. Auch die Einbindung eines Spielercharakters der Reichswehr wird behandelt – inklusive einem Informationsblock der auf die Problematik eingeht, die auftreten kann. Hierbei dreht es sich vor allem um das reaktionäre Gedankengut und wie die Spieler am besten damit umgehen sollten.

Von Nils Plaumann stammt der Artikel „Berühmte Forscher & Expeditionsleiter“. Nach den beiden vorherigen starken Beiträgen beinahe schon eine undankbare Aufgabe. Dennoch gelingt es dem Autoren das hohe Niveau zu halten und dabei trotzdem mit weniger Seiten als seine Kollegen auszukommen. Auch hier ist die exzellente Bebilderung ein wahrer Hingucker und die vorgestellten Persönlichkeiten lassen sich hervorragend in passende Kampagnen einbauen.

Nach den Hintergrundartikeln folgt ein Interview mit Scott David Aniolowski, seines Zeichens Autor des Cthulhu-Rollenspiels. Das Interview wurde im Original von Bill Wash geführt und von Frank Heller übersetzt. Es bietet spannende Einblicke in das Leben und die Arbeit von Mister Aniolowski. Vor allem für Fans eine gute Lektüre.

Weiter geht es nun mit Artikeln aus der Rubrik „Spielend leiten – Spieler leiten“. Die Eröffnung macht Thomas Michalski mit seiner Hinterfragung des Fertigkeitensystems des Cthulhu-Rollenspiels. Seine Gedanken und Auslegungen sind unterhaltsam geschrieben und nachvollziehbar. Jede Spielrunde sollte sich Fragen, ob sie nicht lieber auf diese optionale Möglichkeit umstellen möchte. Michalski sorgt für ein schlankes Fertigkeitensystem, das trotzdem genug Raum für Spezialisierungen und somit Details lässt.

Eben noch im Interview, folgt nun ein Artikel aus der Feder von Scott David Aniolowski. Erneut zeigt sich Frank Heller für die Übersetzung verantwortlich. In „Wie man das Unaussprechliche beschreibt“ dreht sich alles um die Beschreibung der unbeschreiblichen Schrecken. Das klingt nun verdreht, wird von Aniolowski aber gekonnt aufgegriffen und umgesetzt. Dabei geht er auf sämtliche Sinneswahrnehmungen ein. Für Spielleiter die viel Wert auf Atmosphäre legen ist dieser Artikel einfach Pflicht.

Den Abschluss der Rubrik bildet Julia Silbermanns Artikel „Was bisher geschah …“. Ebenfalls gut geschrieben geht Frau Silbermann auf die Problematik ein, sich an die letzte Spielsitzung erinnern zu müssen. Schnell sind mal Details verloren oder kann die Atmosphäre nur schwer vermittelt werden, die beim letzten Spiel für ein Schaudern sorgte. „Was bisher geschah …“ gibt eine Reihe guter Tipps an die Hand, wie man Rückblenden und Erinnerungen liebevoller und greifbarer gestalten kann. Der Artikel ist dabei auf fast alle Spielsysteme anwendbar.

Neben den ganzen Artikeln gibt es auch zwei spannende Abenteuer in der „Cthuloide Welten #15“. Da wäre „Girnwood Manor“ von Andreas Melhorn. Das Abenteuer spielt in Großbritannien der 1920er Jahre. Die Gruppe wird zu einer Hochzeit eingeladen. Natürlich gibt es ein düsteres Geheimnis und die Spieler müssen versuchen genau dieses Geheimnis zu ergründen und der gastgebenden Familie zu helfen. Allerdings ist diese in ihren Konventionen gefangen und die Hilfe wird nur ungern angenommen.

Das Abenteuer ist gut geschrieben und nachvollziehbar gestaltet. Es legt großen Wert auf die Darstellung der einzelnen Rollen. Andreas Melhorn gibt Hinweise darauf, wie man diese Darstellung am besten umsetzt und worauf der Spielleiter achten sollte. Passende Handouts und stimmige Fotos gehören natürlich dazu.

„Abwärts“ ist dagegen kein klassisches Abenteuer, sondern wurde von Peer Kröger als Echtzeit-Szenario für „Cthulhu Now“ entworfen. Die Spieler schlüpfen in vorgegebene Rollen, stecken plötzlich gemeinsam im Fahrstuhl fest und müssen sich ihren Ängsten und der drohenden Gefahr erwehren.

Mit „Abwärts“ hat Herr Kröger eine feine Sache entworfen. Das Szenario eignet sich hervorragend als One-Shot und ist sehr packend – vorausgesetzt die Spieler lassen sich darauf ein. Immerhin entsteht der wahre Spielspaß beim Live-Ausspielen der Rollen. Allerdings muss der Spielleiter darauf achten, dass das Spannungsniveau nach der Fahrstuhlszene in den Keller rutschen kann. Aber auch darauf geht der Autor ein. Zu „Abwärts“ finden sich natürlich auch wieder Handouts im Magazin und die vorgefertigten Charakternotizen- und bögen.

„Cthuloide Welten #15“ ist ein rundes Gesamtpaket. Es besitzt einen prallen Inhalt und ist wunderschön aufgemacht. Ein wahres Schmuckstück.

(c) 2009 by Günther Lietz

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Nautilus 52

Erstellt von Detlef Hedderich am 2. Februar 2009

Nautilus 52

Abenteuer Medien Verlag, Hamburg, 7/2008
A 4, Magazin für Abenteuer & Phantastik, SF, Fantasy, Horror, Action, ISSN 0946-3534, 60/450
Titelgestaltung von N. N.

www.abenteuermedien.de

Peer Kröger startet die Ausgabe 52 der „Nautilus“ mit dem Überblick über die wichtigsten Filme im Juni und Juli – wie z. B. „Die Insel der Abenteuer“, „Kung Fu Panda“ (einem Animations-Abenteuer), „Der Unglaubliche Hulk“ und „Unter Kontrolle“ – um nur einige Wenige zu nennen.

Dem gliedert sich der Film & DVD-Newsticker an.

Die folgenden Seiten durchleuchten die aktuellen DVD-Neuerscheinungen, die da wären: „Hitman – jeder stirbt alleine“, „Die letzte Legion“, „Rush Hour 3“, „Wächter des Tages“, „Memories of Matsuko“, „Marmorera – Der Fluch der Nixe“, „Dragon Wars“.

Lars Schiele führte ein Interview mit  Nic Balthazar und Greg Timmermans. Erster ist Regisseur des in Belgien ausgesprochen erfolgreichen Filmes „Ben X“, der von einem am Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus, leidenden Schüler handelt, den wiederum Greg Timmermans verkörpert.

In „Get Smart“ – Wir lieben es, die Welt zu retten“ geht es um die Rückkehr von Agent 86 und Agentin 99. Jens Altmann berichtet nicht nur über den Film sondern auch über den Werdegang und die Hintergründe – und stellt darüber hinaus in „Spione in Serie“ die Hauptfiguren von „Get Smart“ vor.

Jens Altman verfasste ebenfalls den folgenden Artikel „Es gibt wahre Helden – es gibt ihn: Hancock“, einen ganz und gar anderen Superhelden. John Hancock wird in dem Film von Will Smith dargestellt, der über übermenschliche Kräfte verfügt, aber keinen Bock hat, sie sinnvoll zu nutzen. Die Bevölkerung von Los Angeles verachtet ihn. Somit wird er zum Außenseiter. Das ändert sich, als er eines Tages das Leben des PR-Fachmannes Ray Embrey rettet…

Mit dem neuen Mystery-Thriller von M. Night Shyamalan „The Happening“ löst sich Shyamalan von Klischees und bietet einen Psychothriller, der unter die Haut geht. Sebastian Geiger stellt ihn den „Nautilus“-Lesern ausführlich vor. Chris Peller führte ein Interview mit M. Night Shyamalan, was den vorangegangenen Bericht perfekt abrundet.

“I want to believe“ berichtet über den zweiten Kinofilm zur Kultserie „X-Files“, der mehr als  sechs Jahre nach dem eher unrühmlichen Ende der TV-Serie „Akte X“ in die Kinos gekommen ist. Robert Vogel führte in dem Zusammenhang in London ein Interview mit Gillian Anderson, die die Rolle der Dana Scully verkörpert hat. Thomas Plischke und Ole Christiansen durchleuchten im Anschluss in einem dreiseitigen Artikel das „Phänomen Akte X“ und was Mulders und Scullys Abenteuer unvergesslich macht und stellen die zehn besten „Akte X“-Folgen vor. Abgerundet wird die „Akte X“-Thematik durch ein Interview mit Chris Carter, dem Serienschöpfer, der Ole Christiansen Rede und Antwort stand.

Chris Peller befasst sich mit einem interessanten Thema, dem Mystery-Kult vor „Akte X“ – nämlich David Lynchs surrealem Werk „Twin Peaks“, das Ende der achtziger Jahre die konforme, innovationsarme Serienlandschaft im US-Fernsehen revolutionierte.

Hochinteressant und informativ liest sich auch das Essay über den „Mythos Werwolf“ – Lykanthropen, Wolfsmenschen und andere Bestien im Wandel der Jahrhunderte, u. a. über „Der Werwolf im Film“, aber es geht auch um die Wurzeln des Mythos’, im Mittelalter, in der Neuzeit, die Wolfskrankheit, Tollwut, Autismus, Kannibalismus und mehr. Dann werden in „Dem Werwolf auf der Spur“ die Frage gestellt ‚Was macht den Menschen zum Wolf?’ und wissenschaftliche Erklärungsansätze für einen alten Mythos geboten.

Julia Erdmann bietet den „Werkstattbericht Terra Cthulhiana“, einen wertvollen und spannenden Beitrag zum Cthulhuversum, einem Quellenband, der Stätten unter dem Blickwinkel des Cthulhu-Mythos’ betrachtet und interpretiert
Mit „Hommage mit Biss“ liefert Christian Endres ein Making of zwischen „Hellboy“ und „Dracula“. Anhand „Baltimore, oder: Der standhafte Zinnsoldat und der Vampir“, das Hardcover, das passend zum Comic Salon in Erlangen erschien. Auf knapp 300 Seiten verarbeitet Christopher Golden die Geschichte des tragischen Helden Henry Baltimore. Christian Endres bringt den „Nautilus“-Lesern alles Wissenswerte darüber näher.

Womit der Literaturteil beginnt, dem ein Interview mit Jason Dark folgt, der sich zu seiner neuen Horror-Reihe „Die Hexerin“ befragen ließ.

Lene Falkenhagen gibt in „Das Mädchen und der Schwarze Tod“ Einblick darüber wie ein historischer Roman entsteht – an eben jenem Beispiel dieses Romans.

Es folgen einige „Phantastische Buch-Neuheiten im Juni“ und der „Buch-Tipp“ – in dem Fall u. a. der Fantasy-Roman von Katja Brandis „Der Sucher“ und „Das Grab des Salomon“ von  Daniel G. Keohane, die beide im Otherworld-Verlag erschienen sind. Was erfreulich ist, da auch Produkte eines Kleinverlages gewürdigt werden! Verdient haben sie (und etliche andere) es nämlich allemal.

Der Autor Tobias O. Meißner gibt in seiner Kolumne „Die Dämonen“ (in Bezug auf seinen gleichnamigen Poper-Roman) eine kleine Dämonenkunde zum Besten und erklärt, wie man sich einem Dämon nähert.

Natürlich gibt es noch erheblich mehr in dieser Ausgabe, die wieder einmal erfreulich abwechslungsreich, rund und stimmig ist.

Es ist die Komplexität der Themenabhandlung, die das Niveau dieses Magazins ausmacht – neben dem gelungenen Layout. (AB)

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Das Weltall: Du lebst darin – entdecke es!

Erstellt von Günther Lietz am 2. Februar 2009

“Das Weltall: Du lebst darin – entdecke es!”, so das Motto des Internationalen Astronomiejahres 2009. Lisa Nerz hat es vorgemacht!

NACHTKRATER, der Krimi zum 40. Jubiläum der Mondlandung: Die KrimiWelt-Jury wählt Christine Lehmanns neuen Kriminalroman im Februar 2009 auf die Bestenliste.

“Hinter der flotten und höchst spannenden Erzählung hat Lehmann ein intelligentes Gedankenspiel über Zufall und Notwendigkeit, Demokratie und Herrschaft versteckt”, findet Tobias Gohlis (KrimiWelt-Juror) in der Welt online und bescheinigt dem  “Nachtkrater”, dass er Schätzings “Schwarm” “allemal das Wasser reichen kann”.

Lisa Nerz, die schrägste und schillerndste Serienfigur der deutschen Krimiszene, hat in ihrem siebten Fall “Nachtkrater” einen Mord auf dem Mond aufzuklären. Auf mysteriöse Weise gelangt die abgebrühte Journalistin zur Mondstation Artemis. Doch dort geht der Ärger erst richtig los, denn auch hier gibt es Spekulantentum, Gruppendynamik, Hass, Neid und … Ameisen!

Der Mondkenner zum Nachtkrater: “Das Besondere ist die Verknüpfung von gut recherchierten Wissensschnipseln über Mond und Raumfahrt mit dem typischen Kriminalroman. Wie kommt man auf den Mond und wie lebt man dort? Wer hat ein Motiv für den mysteriösen Todesfall? Geht es um Geld, Eifersucht, Eitelkeit oder nationale Interessen? Raumfahrtkenner kommen voll auf ihre Kosten, und Krimi-Experten erfahren, wie schwierig es ist, sich einen Raumanzug anzuziehen.” Wilfried Tost von den Mondbeobachtern des Zeiss-Planetariums Berlin

Der Krimikenner zum Nachtkrater: “Am Ende haben wir uns derart gut amüsiert, dass wir ein schweres Problem aus den Augen verloren haben: Gibt es überhaupt eine Forschungsstation auf dem Mond? Es spricht für die Präzision im Imaginären, dass man Christine Lehmann ihre Station abnimmt. Nachtkrater ist ein klassischer Kriminalroman mit viel, viel Spielwitz.” Thomas Wörtche in Deutschlandradio Kultur

Die Empfehlung der KrimiWelt-Jury hingegen (jetzt im Netz) lautet: “Christine Lehmann gelingt in NACHTKRATER etwas in der deutschen Krimiliteratur äußerst Seltenes: mit Sprachwitz und Humor als existenzieller Voraussetzung entfaltet sie ein großes Science-Fantasy-Spiel mit realen Materialien: schwäbische Rüstungsinteressen, Gruppendynamik in geschlossenen Räumen, speziell unter Mondatmosphäre, Geschlechterdiskurse und Verwechselspielchen, Schwarmintelligenz und Ego-Diktatur, das alles technisch perfekt bis zur letzten Mondassel recherchiert. Bravo!”

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Multimania 19

Erstellt von Günther Lietz am 1. Februar 2009

Knittel-Vojvoda GbR (Hrsg.)
Multimania 19

Devil Inc. Presseverlag, Saarbrücken, April-Mai/2008
Magazin für Serien, Kino, DVD, Anime, Comic, Games, Technik, Hörspiele und Rollenspiele, SF, Fantasy, Horror, Krimi, A4, 76/290
Titelgestaltung von N. N.
www.multi-mania.net/

Willkommen an Bord des Geisterschiffes „Multimania“… so beginnt die Begrüßung, die Mikis Wesensbitter in seinem Namen und denen der „Multimania“-Besatzung ausspricht. Gewohnt munter weist er auf Neuigkeiten hin und scheut sich auch nicht offen auszusprechen, dass es Turbulenzen an Bord gegeben hat. Doch nun scheint das Schiff wieder in sicheren Gewässern zu segeln. Die Leser werden es der „Multimania“-Mannschaft danken!

Los geht es dann auch mit einem weiteren Einblick in die Gepflogenheiten und Ansichten des Teams, das den „Multimania“-Lesern wieder ein wenig mehr über die ‚Köpfe’ hinter dem Magazin verrät.

In den „News: Movie & DVD“ geht es u. a. um die Verfilmung des Jack Ketchum-Buchs „The Girl Next Door“, „Hellraiser 4“, den Dokumentarfilm über die Heavy Metal-Band Iron Maiden und viele andere Neuigkeiten aus dem Bereich.

Mikis Wesensbitter plaudert in seiner „Kolumne: Im Schatten des Grauens“ über „Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn“ und kommt zu der Erkenntnis, dass man sich an manchen Tagen wie in einem schlechten Film fühlt und an anderen wiederum wie in vielen Filmen gleichzeitig – aber dass es auch Tage gibt, an denen man sich wie im richtigen Film fühlt. Und er gibt zum Besten, dass er „Melanie“ (auf die man in dieser Kolumne nur schwer verzichten möchte) dabei erwischte, wie sie einen anderen ritt. Und Murphys Law greift, weil es auch noch ein blöder Idiot ist, mit dem sie sich vergnügt.

Zeit also für einen Film, den man(n) sich genau für einen solchen Abend aufgehoben hat. Eben jenen oben angesprochenen tschechischen frisch bei Kinowelt auf DVD aufgelegten Streifen, der liebvoll und schrullig vom tschechischen Alltag erzählt. Festgemacht an Petr, der in einem sehr skurrilen Umfeld lebt.

Björn Helbig bietet einen Einblick in „Ben X“, den Film über einen etwas anderen Helden und wie eine Gesellschaft damit umgeht, wenn jemand ‚anders’ ist. Der Film handelt von dem hypersensitiven 16-jährigen Ben, der an einer autistischen Störung leidet – und ist somit ein besonderer Streifen! Björn Helbig stellt ebenso „Rec“ vor – einen Zombiefilm, der das Zeug hat sich in der großen, grauen Masse der Untoten zu behaupten.

Die Amerikaner fanden es wohl mal wieder an der Zeit, ein Remake zu spendieren. Die Wahl fiel diesmal auf „Shutter“, den Geister-Horrorstreifen. Michael Fangmann berichtet darüber. Björn Helbig fasst auf den beiden Folgeseiten Wissenswertes über „Chiko“, einen Gangsterfilm, „Fireflies in the Garden“, einem Indie-Drama, „Kontakt“, ein sehenswerter kleiner Arthaus-Film, und „Abgedreht“, einem verrückten Filmspaß und Hommage an die Kreativität, zusammen.

Es folgen Berichte über DVD-Erscheinungen wie „Postal“, der bei Björn Helbig nicht gut abschneidet, „Halloween“, der für nette Horrorunterhaltung sorgt, „Resident Evil: Extinction“ der Verfilmung der gleichnamigen Videospielreihe, „Destination Hell“, einem asiatischen Gruselfilm, „Butchered“, aus dem Slasher-Genre, der nur etwas für Fans sein soll, die absolut alles aus dieser Ecke gesehen haben müssen, „Ex Drummers“, der auf einem Roman des belgischen Schriftstellers Herman Brusselman basiert.

Mikis Wesensbitter plaudert über „Schwerter des Königs“ und zeichnet diesen Film als solide Fantasy-Kost aus.

Doch das sind natürlich nicht alle DVDs, die besprochen wurden. Da finden sich noch „Borderland“, „Vexile“, „Unearthed“ (einseitiger Artikel) – gefolgt von satten zwölf (!) Seiten „DVD-Reviews“.

Wie immer gibt es noch viel mehr in dieser Ausgabe: „News: Games“, 4 große Poster im Innenteil, Sven Siemen verfasste einen Artikel über „The Chronicles of Spellborn“, und es folgen u. a. Berichte über die Games „Warhammer: Dawn of War“, „Frontlines: Fuel of War“, „War Leaders: Clash of Nations“, ebenso vier Seiten „Review Games: Konsole“, 4 Seiten „Reviews: Hörspiele“ und „News & Reviews“ zu Animes, Rollenspielen und Comics.

Immer interessanter gestaltet sich auch der Literaturteil der „Multimania“. In dieser Ausgabe sind es ein zweiseitiger Bericht über die Leipziger Buchmesse von Markus Mirschel, der auch die folgenden Berichte über Sergej Lukianenko und Markus Heitz (aus dem flott ein Markus Heintz gemacht wurde) verfasste. Dem schließen sich zwei Seiten „Literatur-Reviews“ an.

Wie bietet die „Multimania“ immer eine enorme Bandbreite an Informationen aus allen Sektoren der Unterhaltungsbranche – und das ist einem ansprechenden Layout. (AB)

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Multipler Urknall

Erstellt von Galaxykarl am 1. Februar 2009

In der Genesis heißt es gleich zu Beginn: Und Gott sprach. “Es werde Licht.” Und es ward Licht. Zitat Ende. Nicht wenige aufgeschlossene Christen, viele Astrophysiker und wahrscheinlich eine erhebliche Zahl von Atheisten setzen diesen Zeitpunkt mit dem Beginn des Universums, gemeinhin bekannt als Urknall, dem Big Bang, gleich.

 Schon im Religions-, später dann auch im Physikunterricht habe ich mich immer gefragt: Woher kam denn die ganze Materie, mit der Gott die Welt, ja das gesamte Universum mit einem einzigen Schlag schuf? Oder die Natur, wenn Sie so wollen. Sollten all die Milliarden von Galaxien, die wir mittlerweile – hauptsächlich dank des Hubble-Teleskopes – entdeckt haben, tatsächlich in einem einzigen Augenblick entstanden sein? Und in einem einzigen Punkt von unvorstellbarer Konzentration – einfach so, aus dem Nichts heraus – latent vorhanden gewesen sein?

 Wenn dem so wäre, müßte man anhand der Fluchtbewegungen der Galaxien und Sternenhaufen, den Punkt des Urknalls eigentlich zurückrechnen und seine Position im All definieren können. Und damit auch den Ort, an dem Gott wohnt? Auch wenn wir die seit Milliarden von Jahren wechselhaften Anziehungskräfte der Galaxien zueinander berücksichtigen, müsste dies theoretisch möglich sein. Doch es ist es nicht. Allein mit der gegenseitigen Beeinflussung durch die gewaltigen Schwerkräfte lassen sich die völlig unterschiedlichen Triftrichtungen nicht erklären. Viele Galaxien bewegen sich sogar aufeinander zu. Sie ziehen sich gegenseitig durch ihre gewaltigen Schwerkräfte an, aber sie streben nicht von einer Big-Bang-Position weg!

 Man kann mir vorwerfen, dass der menschliche Verstand – vielleicht noch nicht – in der Lage ist, die wirklichen Zusammenhänge im All zu verstehen. Gottes Wege sind unergründlich. Aber vielleicht war es doch ein wenig anders. Vielleicht war Gottes Schöpfung doch gewaltiger, als es sich mancher religiöser Kleingeist vorstellen kann oder will. Ich sage dies als Atheist, nicht als gläubiger Mensch. Aber dazu später mehr.

 Ich möchte das Pferd von einer anderen Seite her aufzäumen: Eine der grundlegendsten Regeln der Natur, der Physik, meinetwegen der Schöpfung ist die, das nichts verloren geht. Alles was vergeht, bildet die Grundlage für etwas Neues, was daraus entsteht und wächst.

Nehmen wie eine entsprechend große Sonne zum Beispiel, die am Ende ihres “Lebens” (für die Astrophysiker: besser am Ende ihres Brennstoffvorrates) eine Entwicklung durchmachen kann, dessen Resultat ein Schwarzes Loch bildet. Mittlerweile sind Schwarze Löcher keine blanke Theorie mehr, oder das Faible von Science-Fiction-Autoren, sondern anerkannte Tatsache und eine ganze Reihe davon wurden von den Astronomen zuverlässig lokalisiert. Selbst „unsere“ Milchstraße soll im Zentrum eines davon besitzen. Nun, was ist die Haupteigenschaft eines Schwarzes Loches: Es frißt jegliche Materie in seiner unmittelbaren Umgebung und gewinnt dadurch noch mehr an Masse. Was wiederum dazu führt, dass es eine noch größere Anziehungskraft erhält und noch mehr Materie in sich hineinzieht. Sein Wirkungsgrad (auch: Ereignishorizont) wird immer größer, und es zieht durch seine gesteigerte Anziehungskraft auch entferntere und größere Objekte in seinen Schlund. Und so weiter und so fort. Und dies unendlich? Wieviel Materie kann ein Schwarzes Loch in sich aufnehmen? Wir sprechen hier immerhin nicht von Kilogramm oder Tonnen, sondern von Kometen, Meteoriten, kosmischem Staub, Monden, Planeten, ja selbst anderen Sonnen. Aber und aber Milliarden von Gigatonnen allen möglichen Materials. Unendlich?

 Nein! Kein lineares System, sei es natürlichen oder menschlichen Ursprunges kann sich bis ins Unendliche steigern, ohne irgendwann in eine andere Zustandsform wechseln zu müssen. Ein Beispiel: Drehen Sie einen Wasserhahn leicht auf, und ein dünner Wasserstrahl verläßt den Hahn, drehen Sie stärker auf, und er wird dicker und dicker werden. Bis zu dem Grad, an dem sich aus dem geschlossenen Strahl ein Chaos entwickelt. Das Wasser spritzt; es hat sein lineares Wachstum verlassen und eine neue Bewegungsform erreicht. Ähnliche Beispiele lassen sich zuhauf finden.

 Ist es also möglich, das über Urzeiten hinweg ein Schwarzes Loch unbegrenzt wachsen kann? Erreicht es nicht doch irgendwann einen Grad der Sättigung, wie ein Vielfraß, der es übertrieben hat? Und was passiert dann? Reicht die Masse, die es geschluckt hat aus, ein ganzes Universum wieder zu füllen? Wieder bin ich der Meinung: Nein!

Wahrscheinlich frißt ein Schwarzes Loch nur so viel Materie, wie es in seinem wachsenden Einflußbereich vorfindet, im Extremfall vielleicht sogar eine ganze Galaxie. Was soll´s? Doch dann hat es nichts mehr zu fressen. An anderen Orten im Universum mag die Sternendichte, die Konzentration von dunkler Materie oder ganzen Sternenhaufen aber so groß sein, das unser gefräßiges Monstrum sich schier übernimmt und seine Variante vom Wechsel einer linearen Entwicklung zum Chaos vollzieht: Ein Urknall findet statt. Damit wäre erklärt, woher die Materie kommt, die unser Universum begründet haben soll. Doch ich gehe einen Schritt weiter. Ich behaupte, dass es nicht einen Urknall gab, sondern unendlich viele. Mehr noch: Ich bin davon überzeugt, dass dieser Prozeß immer noch anhält und dies auch für alle Ewigkeit tun wird.

 Wir erinnern uns: In der Natur geht nichts verloren. Alles Vergangene gebiert Neues. Das ist übrigens ein Konzept, ein Gedanke, den ich mit meinem primitiven Affengehirn gut nachvollziehen kann. Es ist beruhigend, zu wissen, das Geburt und Tod, Wachstum und Verderben, Werden und Vergehen ein unumstößliches Gesetz der Natur darstellt.

 Zusammenfassend stelle ich folgende Behauptung auf und rege eine Diskussion darüber an:

- Es gab und gibt nicht einen Urknall, sondern unendlich viele.

- Dieser Prozeß ist aktuell und wird auch in Zukunft existieren.

- Schwarze Löcher können nicht unendlich viel Materie in sich aufnehmen.

- Sie explodieren bei einem Grad der “Sättigung” mit einem Big Bang.

- Die Herkunft der Materie der Big Bangs ist damit gefunden.

- Die unterschiedlichen Driftbewegungen der Galaxien gründen auf diese multiplen Big Bangs.

- Die gegenseitigen Anziehungskräfte der Galaxien verwischen hier nur die Spuren und sind sekundärer Natur.

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Hawkings neues Universum: Raum, Zeit und Ewigkeit Hawkings neueste Erkenntnisse verstehen: Die Welt des Genies – für jeden verständlich
Big Bang: Der Ursprung des Kosmos und die Erfindung der modernen Naturwissenschaft
Big Bang, zweiter Akt: Auf den Spuren des Lebens im All

 

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ebooks – Sinn und Unsinn neuer Elektronik

Erstellt von Galaxykarl am 1. Februar 2009

Auf der Frankfurter Buchmesse 2010 waren gerade Ebook-Geräte – laut Aussagen aller befragten Fachleute und Verlage – der Renner schlechthin. Unten stehenden Artikel habe ich schon vor Jahren geschrieben, an meiner Einstellung und Meinung zu dem Gerät Ebook hat sich trotzdem nichts geändert. Ich bin immer noch ein Freund und Befürworter klassischer – also gedruckter – Bücher. Nichtsdestotrotz sind eBooks – als “nur” digital publizierte Titel –  mittlerweile Bestandteil vieler Verlagsangebote.

Selbst ich habe mit “Danger Zone – Science Fiction Stories” ein eBook veröffentlicht. Ich sehe es allerdings im Besten Falle als eine Ergänzung der Möglichkeiten an, welcher ein Autor nutzen kann, um seine Texte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Werner Karl, Oktober 2010

Von allen Seiten wird uns Lesefans die neue Technik angepriesen. Ebooks – also elektronische Lesegeräte – seien hip, cool, zeigen uns als moderne Menschen, voll auf der Höhe der Zeit, der modernsten Technik. Der Besitz solcher Teile – natürlich benutzt in aller Öffentlichkeit – beweist allen neidischen Beobachtern: Dort sitzt ein moderner Mensch, ein Homo Electricus. Mein Gott, was muss das für ein wichtiger Mensch sein, dass er auch am Flughafen, am Strand oder in der Bahn mit so einem Ding arbeitet?

Um es vorauszuschicken: ich mag die Dinger nicht. Aber dazu später. Nach einigem Nachdenken fand ich eigentlich nur einen Bereich, in dem ich den Einsatz von ebooks für sinnvoll halte. Nämlich immer dann, wenn man an irgendeinem Punkt der Erde Zugriff auf aktuelle Daten benötigt. Nehmen wir Servicetechniker, Monteure oder ähnliche Berufe, die am Einsatzort beim Kunden bestimmte technische Daten benötigen. Vorausgesetzt, jemand pflegt die Daten und stellt sie immer aktuell ins Netz, und weiterhin vorausgesetzt, der Suchende hat – an jeden Punkt der Erde! – Web-Empfang für seinen Laptop oder eben sein ebook. Sicher ist es dann sehr komfortabel, wenn man nicht dicke technische Handbücher mit sich schleppen muss, die aufgrund rasanter Entwicklung eigentlich schon bei Drucklegung überholt sind.

Upps! Habe ich da gerade den Laptop erwähnt? Fast jeder Geschäftsmann, Servicetechniker u.v.a. besitzen mittlerweile einen. Und das macht wirklich Sinn. Man kann damit nicht nur LESEN, sondern auch kalkulieren, rechnen, Angebote erstellen, Briefe schreiben, Datenbanken einsehen und abrufen, Bilder zeigen, Powerpoint-Präsentationen zeigen und… und… und unendlich viel mehr. Und was kann das ebook?

Doch die ebook-Verlage wollen auch Unterhaltungsliteratur in Massen als ebook veröffentlichen. Man spare sich dabei doch unglaublich viel Geld. Viele ebooks sind (noch) kostenlos, aber wie lange denn? Wenn die Auflagen von gedruckten Büchern bei möglicherweise zunehmender Beliebtheit von ebooks abnimmt, dann werden sehr rasch auch ebooks kostenpflichtig sein. Und wo bleibt dann die Ersparnis für arme Studenten oder die Oma, welche ihre Lieblingsromane nicht mehr als preisgünstiges Taschenbuch erstehen kann, weil diese nur noch als ebooks erscheinen?

Um es abzukürzen, möchte ich die – aus meiner Sicht – erheblichen Nachteile von ebooks stichpunktartig auflisten:

1. Ein ebook kostet sicher mehr Geld als ein Buch. Das Argument, dass ich nur einmal ein ebook erstehen muss und Bücher in der Summe mehr kosten, wird durch folgende Nachteile locker aufgehoben.

2. Ein ebook verbraucht Strom. Auch die besten Akkus müssen immer wieder aufgeladen werden. Und gerade dann, wenn ich vielleicht das ebook nutzen will, sind die Akkus leer. Und im Dschungel gibt es keine Steckdosen.

3. Ebooks tragen also – vor allem bei zukünftigem möglichen Massengebrauch – erheblich zum Energiehunger der Menschheit bei. Bäume zur Papierproduktion sind nachwachsende Rohstoffe, deren Recyclinganteil extrem hoch ist, der Rest sogar noch zu Heizprodukten verarbeitet werden kann.

4. Ein ebook – selbst mit dem besten Monitor – wird bei direkter Sonneneinstrahlung nicht perfekt zu lesen sein. Ein Buch hat so ein Problem nicht. Sicher wird es die Augen – Bildwiederholfrequenz top oder nicht – mehr belasten und ermüden als eine ruhig daliegende Buchseite.

5. Ein ebook kann schlicht einen technischen Defekt haben, ein Buch nicht. Feuchtigkeit, Sand, Sonnencreme und ähnliche Dinge lassen ein Buch meinetwegen ein wenig schmuddelig werden, aber das ebook wird rasch den Geist aufgeben.

6. Die technische Entwicklung schreitet nicht voran, sie rast! Wer will uns garantieren, das das erstandene ebook auch in 5 Jahren noch funktioniert, die Software nicht hoffnungslos überholt ist und die angebotenen Programme auch darauf noch zuverlässig laufen? Denken Sie nur an Betriebssysteme, Spiele, umfangreiche Datenbanken, CD´s und DVD´s. Ein gedrucktes Buch kann Jahrhunderte lang gelesen werden, ihm ist die Technik egal.

7. Wie immer bei neuen technischen Innovationen, gibt es mehrere Typen in Funktion und damit verschiedenen Datei-Formaten; wie z.B. bei Videosystemen, damals Beta, VHS und Video 2000 in Konkurrenz, um nur ein Beispiel zu nennen. Soll ich also mit der Wahl des ebooks eines Anbieters auch nur Zugriff auf dessen Angebot nehmen können? Unterliege ich hier nicht schon einer Zensur, auch wenn es „nur“ aufgrund des Verlagsprofils etwa ein Sachbuchverlag ist, der keine Science-Fiction veröffentlicht oder ein anderer Verlag der dies anbietet aber keine „Hoch“-Literatur führt? Ein Standard ist erst mal nicht vorhanden, jeder Hersteller hofft darauf, dass sich sein System im Markt platziert und alle anderen verdrängt. Siehe wiederum Video, wo das technisch schlechtere Produkt VHS aufgrund hoher Filmanzahl des überlegene System Video 2000 vom Markt verschwinden ließ.

8. Ein ebook hat einen begrenzten Speicher, eine Bibliothek nicht. Soll ich dann ein zweites, ein drittes oder noch mehr ebooks kaufen, wenn mein ebook-Speicher voll ist? Oder die gelesenen Bücherdateien löschen? Ich will sie aber behalten.

9. Apropos Speicher. Wem ist es noch nicht passiert, dass das komplette Verzeichnis der letzten Italien-Urlaubsbilder mit einem Mausklick gelöscht war? Oder nach einiger Zeit die elektronischen Bilder Pixelausfälle und andere Macken aufwiesen? Ein gedrucktes Bild/Buch kann ich immer betrachten, ein Pixelchaos nicht.

10. Wenn sich mehr und mehr Wissen der Menschheit auf elektronische Speicher ansammelt, ist es in kürzester Zeit möglich, dieses Wissen zu vernichten. Ich denke da z.B. an einen elektro-magnetischen Impuls bei einem Atomunfall oder –krieg. Im Krisenfall bricht das Internet ohnehin zusammen oder wird schlichtweg abgeschaltet. Büchern ist dies egal, ihre möglichst hohe Auflage und Verbreitung verhindert einen Verlust an Wissen. Übrigens ganz nett dargestellt im Film „Rollerball“ mit James Caan in der Hauptrolle, der eine supermoderne Bibliothek mit Flüssigkeitsspeichern besucht. Leider muss ihm der schon fast priesterhaft auftretende „Bibliothekar“ eröffnen, dass er ihm keine Auskunft geben kann und ganz nebenbei bedauert, dass er das ganze 17. Jahrhundert verloren hat.

11. Bei einem ebook ist es ein Leichtes, Daten zu manipulieren, schlicht zu lügen, den wirtschaftlichen/militärischen Gegner in die Irre oder in die Falle zu führen. Dies wird bei einem Buch nur sehr schwer, eigentlich gar unmöglich sein. Zu viele Personen, Kontrolleure und Instanzen haben Zugriff auf ein Werk. Gerade schon bei der Vorbereitung, Produktion und am meisten bei der Verbreitung. Die – möglicherweise manipulierten – Daten eines ebooks sind sofort im Netz und können sofort Schaden verursachen. Bis es irgendwann jemand auffällt und korrigierend einschreitet. Hoffentlich.

12. Mit einem Buch erfahre ich auch ein haptisches Erlebnis, das Berühren der Buchseiten, das Rascheln des Papiers, der edle Einband, das rasche Finden des Lesezeichens. Ein elektronisches Teil bietet all dies nicht.

13. Ein Buch bietet dem Leser einen Komfort: Es ist leise, es summt nicht, das Blättern erinnert an die Geräusche des Waldes, ein Tippen mit einem Lesestift oder ein Mausklicken nerven sehr schnell. Vor allem einen neben dir schlafenden Partner.

Wenn man länger über die Sache nachdenkt, werden sich sicher noch etliche weitere Nachteile von ebooks gegenüber gedruckten Büchern finden lassen, aber o.g. gute Dutzend reicht mir persönlich, um meiner Hoffnung und Forderung an die Verlage Ausdruck zu verleihen: Hört niemals auf Bücher zu drucken!

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