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Literatur-Blog

Archiv für Februar 1st, 2009

Multimania 19

Erstellt von Günther Lietz am 1. Februar 2009

Knittel-Vojvoda GbR (Hrsg.)
Multimania 19

Devil Inc. Presseverlag, Saarbrücken, April-Mai/2008
Magazin für Serien, Kino, DVD, Anime, Comic, Games, Technik, Hörspiele und Rollenspiele, SF, Fantasy, Horror, Krimi, A4, 76/290
Titelgestaltung von N. N.
www.multi-mania.net/

Willkommen an Bord des Geisterschiffes „Multimania“… so beginnt die Begrüßung, die Mikis Wesensbitter in seinem Namen und denen der „Multimania“-Besatzung ausspricht. Gewohnt munter weist er auf Neuigkeiten hin und scheut sich auch nicht offen auszusprechen, dass es Turbulenzen an Bord gegeben hat. Doch nun scheint das Schiff wieder in sicheren Gewässern zu segeln. Die Leser werden es der „Multimania“-Mannschaft danken!

Los geht es dann auch mit einem weiteren Einblick in die Gepflogenheiten und Ansichten des Teams, das den „Multimania“-Lesern wieder ein wenig mehr über die ‚Köpfe’ hinter dem Magazin verrät.

In den „News: Movie & DVD“ geht es u. a. um die Verfilmung des Jack Ketchum-Buchs „The Girl Next Door“, „Hellraiser 4“, den Dokumentarfilm über die Heavy Metal-Band Iron Maiden und viele andere Neuigkeiten aus dem Bereich.

Mikis Wesensbitter plaudert in seiner „Kolumne: Im Schatten des Grauens“ über „Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn“ und kommt zu der Erkenntnis, dass man sich an manchen Tagen wie in einem schlechten Film fühlt und an anderen wiederum wie in vielen Filmen gleichzeitig – aber dass es auch Tage gibt, an denen man sich wie im richtigen Film fühlt. Und er gibt zum Besten, dass er „Melanie“ (auf die man in dieser Kolumne nur schwer verzichten möchte) dabei erwischte, wie sie einen anderen ritt. Und Murphys Law greift, weil es auch noch ein blöder Idiot ist, mit dem sie sich vergnügt.

Zeit also für einen Film, den man(n) sich genau für einen solchen Abend aufgehoben hat. Eben jenen oben angesprochenen tschechischen frisch bei Kinowelt auf DVD aufgelegten Streifen, der liebvoll und schrullig vom tschechischen Alltag erzählt. Festgemacht an Petr, der in einem sehr skurrilen Umfeld lebt.

Björn Helbig bietet einen Einblick in „Ben X“, den Film über einen etwas anderen Helden und wie eine Gesellschaft damit umgeht, wenn jemand ‚anders’ ist. Der Film handelt von dem hypersensitiven 16-jährigen Ben, der an einer autistischen Störung leidet – und ist somit ein besonderer Streifen! Björn Helbig stellt ebenso „Rec“ vor – einen Zombiefilm, der das Zeug hat sich in der großen, grauen Masse der Untoten zu behaupten.

Die Amerikaner fanden es wohl mal wieder an der Zeit, ein Remake zu spendieren. Die Wahl fiel diesmal auf „Shutter“, den Geister-Horrorstreifen. Michael Fangmann berichtet darüber. Björn Helbig fasst auf den beiden Folgeseiten Wissenswertes über „Chiko“, einen Gangsterfilm, „Fireflies in the Garden“, einem Indie-Drama, „Kontakt“, ein sehenswerter kleiner Arthaus-Film, und „Abgedreht“, einem verrückten Filmspaß und Hommage an die Kreativität, zusammen.

Es folgen Berichte über DVD-Erscheinungen wie „Postal“, der bei Björn Helbig nicht gut abschneidet, „Halloween“, der für nette Horrorunterhaltung sorgt, „Resident Evil: Extinction“ der Verfilmung der gleichnamigen Videospielreihe, „Destination Hell“, einem asiatischen Gruselfilm, „Butchered“, aus dem Slasher-Genre, der nur etwas für Fans sein soll, die absolut alles aus dieser Ecke gesehen haben müssen, „Ex Drummers“, der auf einem Roman des belgischen Schriftstellers Herman Brusselman basiert.

Mikis Wesensbitter plaudert über „Schwerter des Königs“ und zeichnet diesen Film als solide Fantasy-Kost aus.

Doch das sind natürlich nicht alle DVDs, die besprochen wurden. Da finden sich noch „Borderland“, „Vexile“, „Unearthed“ (einseitiger Artikel) – gefolgt von satten zwölf (!) Seiten „DVD-Reviews“.

Wie immer gibt es noch viel mehr in dieser Ausgabe: „News: Games“, 4 große Poster im Innenteil, Sven Siemen verfasste einen Artikel über „The Chronicles of Spellborn“, und es folgen u. a. Berichte über die Games „Warhammer: Dawn of War“, „Frontlines: Fuel of War“, „War Leaders: Clash of Nations“, ebenso vier Seiten „Review Games: Konsole“, 4 Seiten „Reviews: Hörspiele“ und „News & Reviews“ zu Animes, Rollenspielen und Comics.

Immer interessanter gestaltet sich auch der Literaturteil der „Multimania“. In dieser Ausgabe sind es ein zweiseitiger Bericht über die Leipziger Buchmesse von Markus Mirschel, der auch die folgenden Berichte über Sergej Lukianenko und Markus Heitz (aus dem flott ein Markus Heintz gemacht wurde) verfasste. Dem schließen sich zwei Seiten „Literatur-Reviews“ an.

Wie bietet die „Multimania“ immer eine enorme Bandbreite an Informationen aus allen Sektoren der Unterhaltungsbranche – und das ist einem ansprechenden Layout. (AB)

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Multipler Urknall

Erstellt von Galaxykarl am 1. Februar 2009

In der Genesis heißt es gleich zu Beginn: Und Gott sprach. “Es werde Licht.” Und es ward Licht. Zitat Ende. Nicht wenige aufgeschlossene Christen, viele Astrophysiker und wahrscheinlich eine erhebliche Zahl von Atheisten setzen diesen Zeitpunkt mit dem Beginn des Universums, gemeinhin bekannt als Urknall, dem Big Bang, gleich.

 Schon im Religions-, später dann auch im Physikunterricht habe ich mich immer gefragt: Woher kam denn die ganze Materie, mit der Gott die Welt, ja das gesamte Universum mit einem einzigen Schlag schuf? Oder die Natur, wenn Sie so wollen. Sollten all die Milliarden von Galaxien, die wir mittlerweile – hauptsächlich dank des Hubble-Teleskopes – entdeckt haben, tatsächlich in einem einzigen Augenblick entstanden sein? Und in einem einzigen Punkt von unvorstellbarer Konzentration – einfach so, aus dem Nichts heraus – latent vorhanden gewesen sein?

 Wenn dem so wäre, müßte man anhand der Fluchtbewegungen der Galaxien und Sternenhaufen, den Punkt des Urknalls eigentlich zurückrechnen und seine Position im All definieren können. Und damit auch den Ort, an dem Gott wohnt? Auch wenn wir die seit Milliarden von Jahren wechselhaften Anziehungskräfte der Galaxien zueinander berücksichtigen, müsste dies theoretisch möglich sein. Doch es ist es nicht. Allein mit der gegenseitigen Beeinflussung durch die gewaltigen Schwerkräfte lassen sich die völlig unterschiedlichen Triftrichtungen nicht erklären. Viele Galaxien bewegen sich sogar aufeinander zu. Sie ziehen sich gegenseitig durch ihre gewaltigen Schwerkräfte an, aber sie streben nicht von einer Big-Bang-Position weg!

 Man kann mir vorwerfen, dass der menschliche Verstand – vielleicht noch nicht – in der Lage ist, die wirklichen Zusammenhänge im All zu verstehen. Gottes Wege sind unergründlich. Aber vielleicht war es doch ein wenig anders. Vielleicht war Gottes Schöpfung doch gewaltiger, als es sich mancher religiöser Kleingeist vorstellen kann oder will. Ich sage dies als Atheist, nicht als gläubiger Mensch. Aber dazu später mehr.

 Ich möchte das Pferd von einer anderen Seite her aufzäumen: Eine der grundlegendsten Regeln der Natur, der Physik, meinetwegen der Schöpfung ist die, das nichts verloren geht. Alles was vergeht, bildet die Grundlage für etwas Neues, was daraus entsteht und wächst.

Nehmen wie eine entsprechend große Sonne zum Beispiel, die am Ende ihres “Lebens” (für die Astrophysiker: besser am Ende ihres Brennstoffvorrates) eine Entwicklung durchmachen kann, dessen Resultat ein Schwarzes Loch bildet. Mittlerweile sind Schwarze Löcher keine blanke Theorie mehr, oder das Faible von Science-Fiction-Autoren, sondern anerkannte Tatsache und eine ganze Reihe davon wurden von den Astronomen zuverlässig lokalisiert. Selbst „unsere“ Milchstraße soll im Zentrum eines davon besitzen. Nun, was ist die Haupteigenschaft eines Schwarzes Loches: Es frißt jegliche Materie in seiner unmittelbaren Umgebung und gewinnt dadurch noch mehr an Masse. Was wiederum dazu führt, dass es eine noch größere Anziehungskraft erhält und noch mehr Materie in sich hineinzieht. Sein Wirkungsgrad (auch: Ereignishorizont) wird immer größer, und es zieht durch seine gesteigerte Anziehungskraft auch entferntere und größere Objekte in seinen Schlund. Und so weiter und so fort. Und dies unendlich? Wieviel Materie kann ein Schwarzes Loch in sich aufnehmen? Wir sprechen hier immerhin nicht von Kilogramm oder Tonnen, sondern von Kometen, Meteoriten, kosmischem Staub, Monden, Planeten, ja selbst anderen Sonnen. Aber und aber Milliarden von Gigatonnen allen möglichen Materials. Unendlich?

 Nein! Kein lineares System, sei es natürlichen oder menschlichen Ursprunges kann sich bis ins Unendliche steigern, ohne irgendwann in eine andere Zustandsform wechseln zu müssen. Ein Beispiel: Drehen Sie einen Wasserhahn leicht auf, und ein dünner Wasserstrahl verläßt den Hahn, drehen Sie stärker auf, und er wird dicker und dicker werden. Bis zu dem Grad, an dem sich aus dem geschlossenen Strahl ein Chaos entwickelt. Das Wasser spritzt; es hat sein lineares Wachstum verlassen und eine neue Bewegungsform erreicht. Ähnliche Beispiele lassen sich zuhauf finden.

 Ist es also möglich, das über Urzeiten hinweg ein Schwarzes Loch unbegrenzt wachsen kann? Erreicht es nicht doch irgendwann einen Grad der Sättigung, wie ein Vielfraß, der es übertrieben hat? Und was passiert dann? Reicht die Masse, die es geschluckt hat aus, ein ganzes Universum wieder zu füllen? Wieder bin ich der Meinung: Nein!

Wahrscheinlich frißt ein Schwarzes Loch nur so viel Materie, wie es in seinem wachsenden Einflußbereich vorfindet, im Extremfall vielleicht sogar eine ganze Galaxie. Was soll´s? Doch dann hat es nichts mehr zu fressen. An anderen Orten im Universum mag die Sternendichte, die Konzentration von dunkler Materie oder ganzen Sternenhaufen aber so groß sein, das unser gefräßiges Monstrum sich schier übernimmt und seine Variante vom Wechsel einer linearen Entwicklung zum Chaos vollzieht: Ein Urknall findet statt. Damit wäre erklärt, woher die Materie kommt, die unser Universum begründet haben soll. Doch ich gehe einen Schritt weiter. Ich behaupte, dass es nicht einen Urknall gab, sondern unendlich viele. Mehr noch: Ich bin davon überzeugt, dass dieser Prozeß immer noch anhält und dies auch für alle Ewigkeit tun wird.

 Wir erinnern uns: In der Natur geht nichts verloren. Alles Vergangene gebiert Neues. Das ist übrigens ein Konzept, ein Gedanke, den ich mit meinem primitiven Affengehirn gut nachvollziehen kann. Es ist beruhigend, zu wissen, das Geburt und Tod, Wachstum und Verderben, Werden und Vergehen ein unumstößliches Gesetz der Natur darstellt.

 Zusammenfassend stelle ich folgende Behauptung auf und rege eine Diskussion darüber an:

- Es gab und gibt nicht einen Urknall, sondern unendlich viele.

- Dieser Prozeß ist aktuell und wird auch in Zukunft existieren.

- Schwarze Löcher können nicht unendlich viel Materie in sich aufnehmen.

- Sie explodieren bei einem Grad der “Sättigung” mit einem Big Bang.

- Die Herkunft der Materie der Big Bangs ist damit gefunden.

- Die unterschiedlichen Driftbewegungen der Galaxien gründen auf diese multiplen Big Bangs.

- Die gegenseitigen Anziehungskräfte der Galaxien verwischen hier nur die Spuren und sind sekundärer Natur.

Titel bei Amazon zu diesem Thema
Hawkings neues Universum: Raum, Zeit und Ewigkeit Hawkings neueste Erkenntnisse verstehen: Die Welt des Genies – für jeden verständlich
Big Bang: Der Ursprung des Kosmos und die Erfindung der modernen Naturwissenschaft
Big Bang, zweiter Akt: Auf den Spuren des Lebens im All

 

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ebooks – Sinn und Unsinn neuer Elektronik

Erstellt von Galaxykarl am 1. Februar 2009

Auf der Frankfurter Buchmesse 2010 waren gerade Ebook-Geräte – laut Aussagen aller befragten Fachleute und Verlage – der Renner schlechthin. Unten stehenden Artikel habe ich schon vor Jahren geschrieben, an meiner Einstellung und Meinung zu dem Gerät Ebook hat sich trotzdem nichts geändert. Ich bin immer noch ein Freund und Befürworter klassischer – also gedruckter – Bücher. Nichtsdestotrotz sind eBooks – als “nur” digital publizierte Titel –  mittlerweile Bestandteil vieler Verlagsangebote.

Selbst ich habe mit “Danger Zone – Science Fiction Stories” ein eBook veröffentlicht. Ich sehe es allerdings im Besten Falle als eine Ergänzung der Möglichkeiten an, welcher ein Autor nutzen kann, um seine Texte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Werner Karl, Oktober 2010

Von allen Seiten wird uns Lesefans die neue Technik angepriesen. Ebooks – also elektronische Lesegeräte – seien hip, cool, zeigen uns als moderne Menschen, voll auf der Höhe der Zeit, der modernsten Technik. Der Besitz solcher Teile – natürlich benutzt in aller Öffentlichkeit – beweist allen neidischen Beobachtern: Dort sitzt ein moderner Mensch, ein Homo Electricus. Mein Gott, was muss das für ein wichtiger Mensch sein, dass er auch am Flughafen, am Strand oder in der Bahn mit so einem Ding arbeitet?

Um es vorauszuschicken: ich mag die Dinger nicht. Aber dazu später. Nach einigem Nachdenken fand ich eigentlich nur einen Bereich, in dem ich den Einsatz von ebooks für sinnvoll halte. Nämlich immer dann, wenn man an irgendeinem Punkt der Erde Zugriff auf aktuelle Daten benötigt. Nehmen wir Servicetechniker, Monteure oder ähnliche Berufe, die am Einsatzort beim Kunden bestimmte technische Daten benötigen. Vorausgesetzt, jemand pflegt die Daten und stellt sie immer aktuell ins Netz, und weiterhin vorausgesetzt, der Suchende hat – an jeden Punkt der Erde! – Web-Empfang für seinen Laptop oder eben sein ebook. Sicher ist es dann sehr komfortabel, wenn man nicht dicke technische Handbücher mit sich schleppen muss, die aufgrund rasanter Entwicklung eigentlich schon bei Drucklegung überholt sind.

Upps! Habe ich da gerade den Laptop erwähnt? Fast jeder Geschäftsmann, Servicetechniker u.v.a. besitzen mittlerweile einen. Und das macht wirklich Sinn. Man kann damit nicht nur LESEN, sondern auch kalkulieren, rechnen, Angebote erstellen, Briefe schreiben, Datenbanken einsehen und abrufen, Bilder zeigen, Powerpoint-Präsentationen zeigen und… und… und unendlich viel mehr. Und was kann das ebook?

Doch die ebook-Verlage wollen auch Unterhaltungsliteratur in Massen als ebook veröffentlichen. Man spare sich dabei doch unglaublich viel Geld. Viele ebooks sind (noch) kostenlos, aber wie lange denn? Wenn die Auflagen von gedruckten Büchern bei möglicherweise zunehmender Beliebtheit von ebooks abnimmt, dann werden sehr rasch auch ebooks kostenpflichtig sein. Und wo bleibt dann die Ersparnis für arme Studenten oder die Oma, welche ihre Lieblingsromane nicht mehr als preisgünstiges Taschenbuch erstehen kann, weil diese nur noch als ebooks erscheinen?

Um es abzukürzen, möchte ich die – aus meiner Sicht – erheblichen Nachteile von ebooks stichpunktartig auflisten:

1. Ein ebook kostet sicher mehr Geld als ein Buch. Das Argument, dass ich nur einmal ein ebook erstehen muss und Bücher in der Summe mehr kosten, wird durch folgende Nachteile locker aufgehoben.

2. Ein ebook verbraucht Strom. Auch die besten Akkus müssen immer wieder aufgeladen werden. Und gerade dann, wenn ich vielleicht das ebook nutzen will, sind die Akkus leer. Und im Dschungel gibt es keine Steckdosen.

3. Ebooks tragen also – vor allem bei zukünftigem möglichen Massengebrauch – erheblich zum Energiehunger der Menschheit bei. Bäume zur Papierproduktion sind nachwachsende Rohstoffe, deren Recyclinganteil extrem hoch ist, der Rest sogar noch zu Heizprodukten verarbeitet werden kann.

4. Ein ebook – selbst mit dem besten Monitor – wird bei direkter Sonneneinstrahlung nicht perfekt zu lesen sein. Ein Buch hat so ein Problem nicht. Sicher wird es die Augen – Bildwiederholfrequenz top oder nicht – mehr belasten und ermüden als eine ruhig daliegende Buchseite.

5. Ein ebook kann schlicht einen technischen Defekt haben, ein Buch nicht. Feuchtigkeit, Sand, Sonnencreme und ähnliche Dinge lassen ein Buch meinetwegen ein wenig schmuddelig werden, aber das ebook wird rasch den Geist aufgeben.

6. Die technische Entwicklung schreitet nicht voran, sie rast! Wer will uns garantieren, das das erstandene ebook auch in 5 Jahren noch funktioniert, die Software nicht hoffnungslos überholt ist und die angebotenen Programme auch darauf noch zuverlässig laufen? Denken Sie nur an Betriebssysteme, Spiele, umfangreiche Datenbanken, CD´s und DVD´s. Ein gedrucktes Buch kann Jahrhunderte lang gelesen werden, ihm ist die Technik egal.

7. Wie immer bei neuen technischen Innovationen, gibt es mehrere Typen in Funktion und damit verschiedenen Datei-Formaten; wie z.B. bei Videosystemen, damals Beta, VHS und Video 2000 in Konkurrenz, um nur ein Beispiel zu nennen. Soll ich also mit der Wahl des ebooks eines Anbieters auch nur Zugriff auf dessen Angebot nehmen können? Unterliege ich hier nicht schon einer Zensur, auch wenn es „nur“ aufgrund des Verlagsprofils etwa ein Sachbuchverlag ist, der keine Science-Fiction veröffentlicht oder ein anderer Verlag der dies anbietet aber keine „Hoch“-Literatur führt? Ein Standard ist erst mal nicht vorhanden, jeder Hersteller hofft darauf, dass sich sein System im Markt platziert und alle anderen verdrängt. Siehe wiederum Video, wo das technisch schlechtere Produkt VHS aufgrund hoher Filmanzahl des überlegene System Video 2000 vom Markt verschwinden ließ.

8. Ein ebook hat einen begrenzten Speicher, eine Bibliothek nicht. Soll ich dann ein zweites, ein drittes oder noch mehr ebooks kaufen, wenn mein ebook-Speicher voll ist? Oder die gelesenen Bücherdateien löschen? Ich will sie aber behalten.

9. Apropos Speicher. Wem ist es noch nicht passiert, dass das komplette Verzeichnis der letzten Italien-Urlaubsbilder mit einem Mausklick gelöscht war? Oder nach einiger Zeit die elektronischen Bilder Pixelausfälle und andere Macken aufwiesen? Ein gedrucktes Bild/Buch kann ich immer betrachten, ein Pixelchaos nicht.

10. Wenn sich mehr und mehr Wissen der Menschheit auf elektronische Speicher ansammelt, ist es in kürzester Zeit möglich, dieses Wissen zu vernichten. Ich denke da z.B. an einen elektro-magnetischen Impuls bei einem Atomunfall oder –krieg. Im Krisenfall bricht das Internet ohnehin zusammen oder wird schlichtweg abgeschaltet. Büchern ist dies egal, ihre möglichst hohe Auflage und Verbreitung verhindert einen Verlust an Wissen. Übrigens ganz nett dargestellt im Film „Rollerball“ mit James Caan in der Hauptrolle, der eine supermoderne Bibliothek mit Flüssigkeitsspeichern besucht. Leider muss ihm der schon fast priesterhaft auftretende „Bibliothekar“ eröffnen, dass er ihm keine Auskunft geben kann und ganz nebenbei bedauert, dass er das ganze 17. Jahrhundert verloren hat.

11. Bei einem ebook ist es ein Leichtes, Daten zu manipulieren, schlicht zu lügen, den wirtschaftlichen/militärischen Gegner in die Irre oder in die Falle zu führen. Dies wird bei einem Buch nur sehr schwer, eigentlich gar unmöglich sein. Zu viele Personen, Kontrolleure und Instanzen haben Zugriff auf ein Werk. Gerade schon bei der Vorbereitung, Produktion und am meisten bei der Verbreitung. Die – möglicherweise manipulierten – Daten eines ebooks sind sofort im Netz und können sofort Schaden verursachen. Bis es irgendwann jemand auffällt und korrigierend einschreitet. Hoffentlich.

12. Mit einem Buch erfahre ich auch ein haptisches Erlebnis, das Berühren der Buchseiten, das Rascheln des Papiers, der edle Einband, das rasche Finden des Lesezeichens. Ein elektronisches Teil bietet all dies nicht.

13. Ein Buch bietet dem Leser einen Komfort: Es ist leise, es summt nicht, das Blättern erinnert an die Geräusche des Waldes, ein Tippen mit einem Lesestift oder ein Mausklicken nerven sehr schnell. Vor allem einen neben dir schlafenden Partner.

Wenn man länger über die Sache nachdenkt, werden sich sicher noch etliche weitere Nachteile von ebooks gegenüber gedruckten Büchern finden lassen, aber o.g. gute Dutzend reicht mir persönlich, um meiner Hoffnung und Forderung an die Verlage Ausdruck zu verleihen: Hört niemals auf Bücher zu drucken!

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